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Die neue Welt · 1932-12-02 · Heft 273 (2.12.1932) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 273 (2.12.1932)
Date
1932-12-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 DIE NEUE WELT Nr. 273 Verteidiger Dr. Natan Korkes ■fuhrt seine Kanzlei Wien, I., Seilergasse Nr. 16 Telephonnummern R*20>4*93 und R*27«3*34 Judengemeinde ausgegeben. Nicht aus Machtgier, nicht aus Prestigegründen, nicht augenblicklicher Erfolge wegen! Er war sich dessen bewußt, daß die Kultusgemeinde die Keimzelle jüdischen Lebens ist, das wichtige Steinchen im Mosaik der Gesamtjudenheit — die Knltusgemeinde als Herz jüdischen Seins, die Kultusgemeinde als wahre VOlksgemeinde. Die Juden aller Länder, soweit sie den Zionismus als die einzig mögliche Form jüdischen Gemeinschafts» lebens erfaßten, haben sich Herzls große Parole zu eigen gemacht. Die Männer der „Zionistischen Liste" sind berufen und befähigt, dieses Ziel zu verwirklichen. Die jüdischen Wähler dürfen die Kultusgemeinde nicht mehr als etwas Fremdes, als bloßen Apparat, als unangenehmen Mechanismus empfinden, sondern müssen sich zur Ueberzeugung bekennen: Die Ku 1 tusgemeinde — das sind wir! Wie §o!I dm enden? Während im allgemeinen die antisemitische Bewegung, der Angriff gegen, jüdisches Recht, gegen jüdische Ehre, Existenz und Vermögen sich in den einzelnen Ländern „auf administrativem Wege" äußert, unterstützt durch eine vor keiner Verleumdung haltmachende Hetzpresse, wird sie in einem Punkte täglich sichtbar: in der planmäßigen blutigen Unterdrückung der jüdischen Studentenschaft. In dieser Hinsicht gibt es keine Pause. Kaum wurde in Wien nach den unerhörten Exzessen gegen jüdische Hörer und Hörerinnen die. Ruhe äußerlich wiederhergestellt, als ähnliche Vorfälle aus anderen Ländern gemeldet wurden. In Ungarn sprach zwar der neue Ministerpräsident Gömbös von nationaler 'Befriedung und gemeinsamer Arbeit aller Bevölkerungsschichten am Wohl des Landes; aber die rassenschützlerischen Studenten an der Universität Debreczin beantworteten die Friedensparole des Regierungschefs mit blutigen Ueberf allen auf ihre jüdischen Kollegen nach Wiener Muster und die größten studentischen Organisationen Ungarns verlangen die Anwendung der alten, scharfen Numerus-clausus-Verordnung. Polen steht in dieser Hinsicht nicht nach. Die jüngsten anti-; semitischen «Anschläge der polnischen > HakenkreuzfSttfdenfetf In Lemberg "ün1famrsW^g>Mär $eit ^bdrl , iÄ'rr»"i.-"' j T '>'4 -r» "v'v' m sKW i".?<■■■ *r den Rahmen akademischer •Demonstrahonenhinaus/ In " Deutschland ist die Hinausdrängung jüdischer Hochschüler aus den Universitäten an der Tagesordnung. Welch' schauerliches Bild! Welch bedrückende und beschämende Situation! Welch tieftrauriges Bewußtsein, Zeuge sein zu müssen, wie die jüdische Jugend, die -gerade in den Zeiten der wirtschaftlichen Krise unter schwersten Entbehrungen sich die geistigen Mittel für ihre Existenz zu schaffen hat, wie diese jüdische Jugend physische Bedrohung und schändlichste Unterdrückung zu erdulden hat. Es.sieht so aus, als würde gerade sie dazu bestimmt sejn, die antisemitischen Instinkte über sich ergehen lassen zu müssen, als würde gerade sie zum Opfer für den anderen Teil der Judenschaft auserkoren sein, als würde gerade auf ihrem Rücken der schändliche Haßkampf ausgetragen werden. So gesehen, muß uns die jüdische Studentenschaft als der Brennpunkt des antisemitischen Exzedententums erscheinen. Wir sagen nochmals: Welch bedrückende und beschämende Situation! Aber nicht allein deshalb, weil hier die Ansieht, daß Bildung und Rowdytum miteinander vereinbar sind, Wirklichkeit geworden ist, sondern vor allem ob der Haltung des jüdischen Bürgertums selbst, das auf all diese Vorgänge mit Apathie, Resignation, ja mit Gleichgültigkeit reagiert. Der jüdische, nationaljüdische Student, der gewillt ist, seine staatsbürgerlichen und akademischen Rechte zu verteidigen, fühlt sich alleingelassen, im Stich gelassen. Wenn er, auf der Aula verprügelt und beleidigt, nach Hause kommt, schlägt ihm nicht die warme Atmosphäre des Verständnisses, der Bereitschaft zur Hilfe, entgegen. Er begegnet entweder der Geste des Mitleids oder der durch die Tatsachen längst schon überholten Tröstung: Es wird besser werden! Gerade'er, der jüdische Student, bedarf in seiner exponierten Lage eines Rückhalts, einer Stimmung, die besagt, daß er nicht allein steht, sondern der aktiven Sympathie seiner jüdischen Mitbürger gewiß sein kann. Die Schmach der Assimilation und der mit ihr verbundenen Schwäche — das ist die Luft,, die ihn allerorts umweht. Und so, auf sich selbst angewiesen, von den Kreisen seiner Familie und gesellschaftlichen Umgebung verraten, wird er selbst schwach, zaghaft, allen Stürmen der Assimilation und unjüdischen Schlagworten und Stimmungen preisgegeben. Erschreckend deutlich ist da und dort zu sehen, wie die Fangarme politisch-sozialen Radikalismus, dem Wesenskern des Judentums fremd, nach ihm greifen. Erschreckend deutlich wird man gewahr, daß der in seinem Kampf um Ehre, Würde und Bestand alleingelassene jüdische Student der roten, blutigroten Assimilation verfüllt — bis hin zum Bolschewismus. Besonders in Polen und Rumänien war eine Reihe solcher Fälle zu verzeichnen. Eine Jugend, deren Ideale in ihrem Umkreis keinem Verständnis begegnet, eine Jugend, deren Ruf nach Schicksalsteilnahme ccholös ertönt, wird allzu leicht dem Judenturii entfremdet, geht dein Volksganzen verloren und begibt sich in die Front auch des verderblichsten Radikalismus. Immer mehr drohen die letzten Fäden, die den jüdischen Studenten an die 'jüdische Gemeinschaft binden, zn reißen. Immer mehr besteht die Gefahr, daß die wertvollen jugendlichen Kräfte dem Judentum verlorengehen. Zwar hat der zionistische Gedanke heilsam gewirkt, in zahlreichen Momenten dem Zerfall Einhalt geboten. Aber was nottut, ist die Geschlossenheit der jüdischen Gemeinschaft in allen Ländern, die Erkenntnis, daß die Vertretung jüdischer Interessen nur jüdischen Männern anvertraut werden darf. Schluß mit der Apathie, Gleichgültigkeit und der bequemen Tröstung, es werde besser werden, mit dem dummen Selbstbetrug, daß die fortschreitende Zivilisation die antisemitischen Tendenzen in ihre Schranken weisen werde! Gebt dem jüdischen Studenten Selbstvertrauen, bestärkt und bestätigt; den Gedanken, daß er nicht allein steht in seinem Kampf, sondern ein geschlossenes, volks bewußtes Judentum hinter sich hat. Sonst wird die Frage „Wie soll das enden?" eine tragische Autwort finden., , o. r. * ■ Die jüdische Studentenschaft bolschewisiert Aus Czernowitz (Rumänien) wird der „Neuen Welt" berichtet.-' - - : In diesen Tagen begann hier. der große Prozeß gegen 21 Studenten und Studentinnen der Czernowitzer Universität, welche wegen kommunistischer Propaganda unter Anklage stehen: Wie der Anklage zu entnehmen ist, wurde im Mai d. J. der Czcrnowitzer Student Litman Färber von einem Polizeiorgan dabei betreten, als er kommunistische Manifeste an eine Häuserwand kleben wollte. Er wurde verhaftet und auf die Polizei gebracht. Später verurteilte ein Strafsenat F ärb er wegen obigen Vergehens zu einem Jahre schweren Kerkers, welche Strafe er gegenwärtig verbüßt. Im Laufe der polizeilichen Erhebungen machte nun Färber verschiedene Geständnisse, wienach es in Czernowitz eine Organisation kommunistischer Studenten gebe, die eine rege Propaganda unter den übrigen Hcrchschülern treibe. Auf Grund dieser Aussagen schritt die Polizei zur Verhaftung einer Reihe von Czernowitzer Studenten. Gegen die schuldigen Studenten wurde die Anklage wegen kommunistischer Umtriebe erhoben. Angeklagt sind die folgenden Personen: Abraham Weißmann, Alexander Gellmann, Nathan Melzer, Walter Roll, Michel Weißberg, Simon Weißberg, Litman Färber, Isiu Salamander, Nessia Glußman, Demostenes Frei, Erich Klein, Malvine Hoch, Gisela Linker, Gabe, Herzig, Silvia Griseanu, Adrian Sivotar, Moses Scherzer, Jakob Taller, Jankel Favinski, Mordche Krasnopolski, Isidor Kunzberg, Hedwiga Huberman, Nathan Engel, Dagobert Oster, Irma Rosenberg, Ernestine Blickstein und Boris Rappaiport Die letzten sieben Angeklagten sind flüchtig und das Verfahren gegen sie wurde bis auf weiteres eingestellt. Wie aus den Namen zu ersehen,, handelt es sich fast ausschließlich um Juden. Daß diese verführten und verzweifelten jungen Menschen jetzt die härteste Behandlung erfahren werden und für ihr Leben schwer geschädigt sind, steht außer jedem Zweifel. Ebenso steht außer Zweifel, daß die antisemitischen rumänischen Parteien aus diesem Prozesse wieder einmal Kapital gegen die „Staat und Gesellschaft zerstörenden Juden" . schlagen werden. Die Bolschewisierung' der jüdischen Studentenschaft bedeutet ein schweres Unglück fürs Judentum. Hinter den Kulissen Der Vizepräsident der Revisionistischen Weltunion beschäftigt sich im nachstehenden mit einer Reihe zionistischer Erscheinungen, die der weiteren Oeffentlichkeit unbekannt sind. ' . . '.' Das - jüdische! Leben ist ernst Das, was ^ich 'bei uns hinter den Kulissen abspielt, ist selten amüsant und .heiter; es ist oft tragisch. Nichtsdestoweniger sehe ich Unglück darin, daß sich bei uns ein Kampf um -die 'Macht abspielt, daß Angriffe gemacht werden, daß man die öffentliche Meinung beeinflußt, zu Wahlen schreitet und danach strebtj einen gefährlichen Gegner zu beseitigen. Es ist aber in diesem Spiel (hinter den Kulissen) bei uns Juden ein unangenehmer Beigeschmack ob des Ümstandes, daß von der einen Seite der Sinn für Humor fehlt, von der anderen Seite das Verständnis für die tiefere Art Patriotismus, den die täglichen Entscheidungen und sogar persönliche Niederlagen und beiläufige, rasch zu vergessende Episoden verlangen. So wie die Engländer z. B. „gute Verlierer" sind, die kein Wesen aus einem Verlust machen, weder aus einem sportlichen noch aus einem politischen, ebenso sind die Juden schlechte Verlierer. Sie werden sogleich bös, persönlich und können dem Gegner seinen Gewinn oder Erfolg nicht verzeihen. Deswegen wird bei uns der politische Kampf £ar so erbittert, böse, und ohne eine Spur von Lächeln oder Gutmütigkeit geführt. Man kann sich nicht vom gemeinen Alltag zu einer vornehmen Geste aufschwingen. Das beste Beispiel eines „schlechten Verlierers" ist Dr. Chaim Weizmann. Ein Mensch mit solch einer außergewöhnlichen Position im jüdischen Leben t 'itte sich während und nach dem Kongreß zu einer höheren Stufe aufschwingen können, zu der Stufe eines Staatsmannes, welcher imstande ist, eine politische Niederlage und sogar die Absetzung vom Präsidentenstuhl zu überstehen, z'/.ial da er selbst jahrelang und speziell vor dem letzten Kongreß öfters (vielleicht zu oft) erklärte, daß er müde, enttäuscht und zum Abtreten bereit sei. Es war für alle peinlich, seine feindselige, fast aggressive Haltung gegenüber seinem langjährigen Kollegen, dem neugewählten Präsidenten Nahum Sokolow, zu sehen. Er erhob sich nicht, während der ganze Kor/;reß den neugewählten Führer begrüßte. Er sprach nicht zum Kongreß die paar freundlichen Abschiedsworte, die in einem solchen Fall üblich sind. Er drückte demonstrativ seine Verstimmung aus. Ein schlechter Verlierer! Bloß mit der Linken hielt Dr. Weizmann geheime Verhandlungen ab, bei welchen er sich über das undankbare jüdische Volk beklagte, das gewagt hatte, nach fünfzehn Jahren einen anderen Präsidenten zu wählen. ' Nie/ and hätte etwas dagegen gehabt, wenn Dr. Weizmann, als Politiker und als Mensch mit einem bestimmten Programm und eigenen politischen Methoden, herausgetreten und einen offenen Kampf gegen die geführt hätte, die ihn beseitigt und seinen Platz eingenommen haben. Ich habe immer davon geträumt, Dr. Weizmann einmal in der Opposition zu sehen — dieser Umstand allein (abgesehen vom Genuß des Zuschauers) hätte die politische Atmosphäre und unsere Bewegung gesund gemacht. Ja, heute ist jemand der Führer, morgen ist er in der, Opposition und übermorgen \s\;er;, vielleicht :wieder Führer. Wer weiß, ob nicht die Qualitäten eines Menschen in der Opposition höher und sein Einfluß größer sind als in der Füh]fcrscf /ft. Wahrlich — und ich will es gar nicht leugnen —, Dr. Weizmann hat nicht der Arbeit für den Keren Hajessod entsagt. Es war eine feine Geste, die ihm eine Menge Freunde gewonnen hat. Der Untergrund war hiebei klarer: Seht, ihr habt mich „so schlecht behandelt", aber ich arbeite dennoch weiter; wichtig ist aber nicht der Untergrund, sondern die Tat, und die Tat ist eine richtige gewesen. Neben dem Gebiet der zionistischen inneren Politik sehen wir noch ein anderes Bild. Dr. Weizmann »- und das ist sein Recht — will zu Vck. Er klopft an die: Tür; er ist der Ansicht, daß weder die jetzige Exekutive Von Meir Großmann (London) noch eine andere (eine revisionistische am wenigsten) etwas taugt. Die Bestrebungen für seine Rückkehr werden aber in einer merkwürdigen Art geführt: hinter den Kulissen, durch andere, durch periphere Menschen. Schon in Südafrika wurde im vorigen Jahr der Versuch gemacht, auf inc\ ektem Weg durch eine Art „Volksentscheid" Dr. Weizmann zum einzigen jüdischen Führer zu proklamieren. Der Versuch ist fticht gelungen. Hernach, eine Zeit vor der Sitzung des Aktionskomitees^ vor und nach der Sitzung, setzte die schon früher vorbereitete unterirdische Tätigkeit ein, die nur den einen Zweck hatte: Dr. Weizmann wieder un die Spitze zu bringen. Der Weg, dieses Ziel zu erreichen, ist ein zweifacher: erstens die jetzige Exekutive und vor allem ihren Präsidenten zu isolieren, und zweitens die Revisionisten aus der Zionistischen Organisation hinauszuwerfen, besonders dies letztere. Auf der letzten Sitzung des Aktionskomitees hat sich der gewesene Präsident der Zionistischen Organisation mit tiefem Schweigen begnügt. Er hat. sich an den Debatten überhaupt nicht beteiligt. Hinter den Kulissen, privat, im Hotel Rüssel, wurden aber gleichzeitig Beratungen mit den Linken und der Gruppe A der Allgemeinen Zionisten geführt; dort hat man Fragen der Kolonisation und der „Disziplin" behandelt, hat man einen Plan für eine Arbeiterkolonisation ausgearbeitet, die ohne Zusammenhang mit der Zionistischen Organisation und außerhalb des Keren Hajessod durchgeführt werden soll. Dort hat man beschlossen, die Revisionisten auf die Knie zu zwingen oder , sie in den Kreisen der Zionistischen Organisation bis in Grund und Boden mißliebig zu machen. Der. Mann, der. im A. C. schwieg, hat dort gesprochen und dabei noch mit viel Leidenschaft.; Es ist kein Zufall, daß gerade alle Anhänger Dr. Weizmanns bei der Sitzung des A. C. eine bittere Feindseligkeit gegenüber den Revisionisten bekundet und gegen sie gestimmt haben. Kein Stückchen allgemeinen zionistischen Patriotismus am Vorabend der drohenden Gefahr einer schwerwiegenden Spaltung! Auf dem Gebiet der Politik entwickelt Dr. Weizmann eine gewisse eigene politische Tätigkeit, die unvereinbar ist mit den Disziplin-Resolutionen, die ihm so teuer sind. Er besucht den Kolonialminister; er fährt in die Schweiz, um sich mit dem Schweizer Präsidenten Motta zu treffen; er unterhandelt mit hohen Regie rungsbeamten. Und all das wird gleich durch Dutzende Kanäle unter dem Siegel der Verschwiegenheit „allen, allen, allen" mitgeteilt. Man träufelt in die Ohren, daß Cunliffe-Lister (der Kolonialminister) mit Dr. Weizmann eine zweistündige Unterredung hatte, während er mit den Mitgliedern der zionistischen Exekutive kurz angebunden sei. Aber das, was sich letztens hinter den Kulissen abgespielt, ist bedeutend ernster. Seit der revisionistischen Konferenz in Wien ist die ganze Energie und Aufmerksamkeit Dr. Weizmanns und seiner nächsten Freunde auf eine Sache gerichtet: auf die Beseitigung der Revisionisten, die wie ein Steinblock auf dem Weg seiner triumphalen Rückkehr zur Macht liegen. Unter allen Umständen die Revisionisten zur Seite schieben, abstellen, spalten! Man übt einen Druck auf die Exekutive, auf Herrn Sokolow, auf den Keren Hajessod. Und man übt einen Druck mit dem besten Mittel aus: mit Geld! Dr. Weizmann ist so sehr „erbost" über Wien, daß er, wenn man die Revisionisten nicht „maßregelt", die Zionistische Organisation verlassen werde. Es soll kein Platz mehr sein für die bösen Revisionisten in der Zionistischen Organisation. Als de amerikanischen Zionisten zu drängen begannen, Dr. Weizmann möge an der Keren- Hajessod-Aktion mitarbeiten, „ließ er wissen", daß er, solange der Disziplinbruch der Revisionisten nicht „erledigt sei, keine Lust habe, hinüberzufahren oder überhaupt etwas zu tun. Und die Herren Lipsky und Rothenberg begannen einen Druck auf die Londoner Exekutive auszuüben: Macht um Gottes Himmels willen Schluß mit den Revisionisten ... In solcher Art nützt man die

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