Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 272 (29.11.1932)
- Date
- 1932-11-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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r Nr. 2« DIE NEUE WELT Seite 9 Seide •Kristallin« K.-8elden-Ray6 — Rips—. . oer Meter S 50 (.«••MM-Mtaffta asd - Ua« . . . ><falBtd«hCrlpt.lrC*tM — 8«tln-de-Chlne. ie 90 breit — 1 BatfSMV-WMttMtM»...........S * K,»8«idM*Motrt — K.*6elden*T*lfett. In den Schönsten Partien - K.«8«MwMMSMlin - Fallle Eclaire. 86 breit S K~£fl<lM*fcta*fc«. M breit, für Decken. Schlafröcke und Vorhänge, tn allen Farben — Ralnselden-Bengallne. 90 breit — CrÜM Mwtt* ...........S K*S«l4«*>Crt0HMMtol Imfflra« oder Oeorcette ImprlAe (auch Ml!le*Carra©-De*»lrls). schwere Kleiderware. 100 breit . S RtlflMfdaA-Crepa-dt-Clilfi*. glatt und Irnprime und Mousse- 4 00 ItBt.Jmprl«*. ICO breit..........S "* Rlboaldtm« - rtanria«! — SireUch-Crflpe^e-Chlne and S<r«jlf- TrlkotatvH. I« croter AaswnH. .... aufw^ von S Dam8HÖlUHß. Blnde-parlsef. Schwarzöd braun,fes .Absatz S Wäsche-Flanelle. Waschstoffe -Vollo. .Silke. 59 Wollstoffe 1 .25 r2£> j* jfahriz s a %r j£ L'*Ftrf?A Kretonne. 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S J.80 g 50 3.50 450 8.90 g.8o II90 5 -oo nand- . . .S •00 Wißnßrwali-StirfelKJÄ1; alleOröß f. Damen 0. Herren b 13~ Jmm Jüdische Minderheit in Oesterreich Anwendung finden." Diese klare, eindeutige Entscheidung des berufensten, objektivsten Fachmannes und Gelehrten von Weltruf läßt nicht den geringsten Zweifel bestehen. Wer jetzt noch das Schlagwort: „Minderheitsrecht ist minderes Recht, Bedrohung der Gleichberech t igung!" wiederholt, spricht bewußt bösartigen Unsinn! Palästina „ein wellpolihsdier Brückenkopf0 Der bekannte deutsche Publizist Dr. Paul Rohr* b a c h veröffentlicht in meb rer*o deutschen Zeitu ngen einen Artikel über die Bedeutuuf. Palästinas als „w e 1tpolitischer B rückenkc pl". Cr führt u. a. aus: Der englische Prokumtur \on Paläetina, Sir Arthur Grenfell Wauchope, wird videiiht der Welt keinen ganz so bekannten Namen hinterlassen wie «»ein entfernter Vorgänger Pontius Pilatus, aber seine Aufgabe ist dieselbe: Eine kleine und entlegene Provinz nach den Interesse neines Weltreichs zu regieren. Palästina ist nie durch sich selbst wichtig gewesen, sondern immer nur durch seine eigenartige geographische Lage. Es ist die schmälste Stelle der Landbrücke, die sich zwischen dem Mittelmeer und der arabischen Wüste von Asien nach Afrika hinüberstreckt. Bei Suez, wo sie noch enger ist, beginnt schon Afrika. Zum letzten Male kam diese Brückenlage Palästinas zur Geltung im Weltkrieg. Jetzt, nach dem Weltkrieg, hat Paläetina eine andere geopolitische Bedeutung als früher. Es ist nicht mehr Brücke zwischen Vorderasien und Nordafrika, es ist englischer Brückenkopf für den Weg nach Bagdad und nach Indien. Die alte weltpolitische Nord-Südrichtung und die neue West-Ostrichtung kreuzen sich rechtwinklig und die Kreuzungsstelle liegt bei Haifa, am Fuß des KarmelVorgebirges. In dem ersten Vertrag, von 1915, den England und Frankreich Über Syrien—Palästina miteinander schlössen, war nur die Bucht von Haifa für England vorgesehen. Das übrige Palästina ist erst später, als eine Art Anhängsel, dazugekommen, und wenn jetzt ein englischer Prokurator in Jerusalem sitzt, so geschieht es nicht so sehr wegen Jerusalem, wie wegen Haifa. Die Engländer bauen bei Haifa einen Hafen, der über eine Million Pfund Sterling kosten soll. Mächtige Wellenbrecher, die im nächsten Jahr fertig sein werden, schließen ein Bassin ein, vor dessen Größe man sich staunend fragt, wozu es an dieser keineswegs verkehrsreichen Küste dienen soll? Noch nicht verkehrsreich! Ks soll aber bald anders kommen. Die Rohrleitung von den Oelfeldern im Mossul-Gebiet ist schon im Bau, quer durch Mesopotamien und die syrischarabische Wüste, und wenn sie fertig ist, wird die Flotte der Tankschiffe, die das Oel nach Port Said, nach Malta, nach Gibraltar, nach England selbst bringen soll, im Hafen von Haifa ankern. Mehr alß das: Haifa wird Atisgangspnnkt der englischen B a g d a d b n h n, die dazu bestimmt ist, auf dem direktesten Wege das Mittelmcer mit dem Persischen Golf zu verbinden, eine neue englische Hochstraße für den Schnellverkehr nach Indien zu werden. England hält den Suezkanal fest — aber es ist entschlossen, sich für den Notfall auch von ihm unabhängig zu machen. Es umgeht ihn durch zwei große Bahnen. Die eine, von Haifa nach Bagdad, ist beschlossen, über noch nicht in Angriff genommen. Die andere ist schon seit einigen Jahren fertig. Sie führt vom Sudan, unter Vermeidung ägyptischen Gebiets, direkt ans Bote Meer (der dort angelegte Hafen heißt Port Sudan) und ist dazu bestimmt, die Produkte des Sudans auch dann nach England verfrachten zu können, wenn der Kanal etwa gesperrt, Aegypten unsicher oder feindlich sein sollte. Es ist der Puls schlag eines Weltreiches* den man hier spürt — in dem englischen Schutzstaat Aegypten wie in der englischen Prokuratur Palästina. Vertreibt das Gespenst aus der ##* 1 Anhänger ohne Programm — Rothschild und Marx — Aufrechte und lefge luden groteske Ang«lehe —- Verantwortungsvolle Entscheidung Efac Im politischen Schicksal einer Gemeinschaft tritt gewöhnlich dann eine Wendung ein, wenn der zur Entscheidung drängende Tatbestand so deutlich und klar geworden ißt, daß ihn auch der einfache Mensch auf der Gasse begreift. Die Notwendigkeit eines neuen Entschlusses in bezug auf die Gestaltung der Wiener Judengeraejnde liegt in der Luft Das „Verdienst", es diesmal dahin gebrächt zu haben» gebührt denjenigen, die bisher als Majorität die Leitung dieser Gemeinde innehatten — den sogenannten konservativen Herren von der Union österreichischer Juden. Aber wie immer sich die Wiener Judenschaft in den letzten Jahren zu den Bewahrern ihres Kultusgutes gestellt haben mag — heute ist es den Wiener Juden zum Bewußtsein gekommen, daß sie eine Wendung herbeiführen können. * Das stolze, aufrechte Judentum hat sich zur eindeutigen „Zionistischen Liste*4 znsammenge. schlössen. Ohne Schielen nach rechts oder links hat diese Wahlliste ihr Programm verkündet. Man braucht heute den Zionismus nicht erst vorzustellen. Diese große Bewegung hat in allen Teilen der Welt den jüdischen Massen die Augen geöffnet und ihnen die verlorengegangene Würde, den Mut zn jüdischem Leben wiedergegeben. Theodor Herzls ans Wien ausgegangenes Wort „Wir sind ein V o 1 k, wir sind e i n Volk4* hat alle Kulturvölker gezwungen, den Zionismus als die einzige legitime Kristallisation des jüdischen Volkswillens anzuerkennen. Denn alle Kulturvölker begriffen die Bedeutung der zionistischen Lehret Wiederaufrichtung des jüdischen Volkes in Palästina, Wiederaufrichtung des jüdischen Volkes in allen Ländern der Zerstreuung! Zionismus bedeutet tägliches Arbeiten am Judentum» bedeutet die unaufschiebbare Befreiung der jüdischen Massen von der Juden« not. Und dieses Arbeiten hat auch seine Früchte getragen. In Palästina entsteht ein neues Judentum voll Kraft, Stolz, blühendem geistigem und wirtschaftlichem Eigenleben; in den Ländern der Zerstreuung, wo der Abfall vom Judentum wie eine Seuche um sich gegriffen hatte, eine neue, stolze, hoffnungsfreudige, die Ehre des jüdischen Menschen verteidigende Jugend. Von London bis New York, von Charbin bis Pretoria hat alle denkenden Juden ein heiliges Feuer ergriffen, und die Welt steht staunend vor dem Wunder, das durch die zionistischen Kräfte .geschaffen wurde. Was die Judenheit in den letzten Jahrzehnten an geistigen, kulturellen und wirtschaftlichen Leistungen vollbracht hat, ist dem Zionismus zu verdanken. Darüber besteht keine Meinungsverschiedenheit Alle führenden Persönlichkeiten der Gegenwart sympathisieren mit der aufbauenden Kraft des Zionismus. * Die Wiener Juden aller Schichten, Berufe und Stände, soweit sie ihr Volk <* aus Schmach, Elend nnd Verwirrung zu einem schöneren, lichteren, ghettobefreiten Dasein emporführen wollen, haben sich in die „Zionistische Liste" eingegliedert. Die „Zionistische Liste**, das ist das positive Judentum. Jeder vernünftige Mensch müßte glauben, alle Juden sollten glücklich darüber sein, daß ihnen eine große, fruchtbare Idee erstand, berufen und geeignet» mit dem geistigen, kulturellen und wirtschaftlichen Schwebezustand ein Ende zu machen. Jeder vernünftige, aufrechte, ehrliche, das Gebot der Stunde verstehende Jude! Aber auf dem Weg zur Befrciuung — wir wollen ernst bleiben! — steht eine jämmerliche Gespenstersdiarüdisdie Kaufleufe/ Gewerbetreibende und Angestellte! Vertrauet den eurer Interessen den mutigen jüdischen Fuhrern der ZIONISTISCHEN LISTE.. Listenführer: Dr. Desider Friedmann, Oberbaurat Robert Stricker, Dr. JosefLöwenhere