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Die neue Welt · 1932-11-18 · Heft 270 (18.11.1932) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 270 (18.11.1932)
Date
1932-11-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 27ft DIE NEUE WELT Seite f Bungen von der Regierung die Entf ernung Elliota vom Ami des Kronanwalts. Nunmehr hat sich Elliot wegen dieser Aeußerung, die er als eine momentane Entgleisung bezeichnet, entschuldigt. Diese Entschuldigung vollzog sich in einer federlichen Zeremonie. Der palästinensische Oberrichter Sir William McDonnel lud die jüdischen Anwälte Jerusalems in das Oberste Gericht. Kronenwalt L. F. Elliot gab vor den versammelten jüdischen Anwälten die folgende Erklärung ab: Jch bedaure es sehr, dal? gewisse, von mir gemachte Aeuflerungen von der jüdischen Gemeinschaft als verletzend empfunden worden sind; ich ziehe diese Aeuflerungen ohne jeden Vorbehalt zurück." Richter Frumkin, der ebenfalls der Zeremonie beiwohnte, erklärte, die Aeuflerung Ellio-ts vor Gericht stelle etwas noch nie Dagewesenes dar; er, der Richter, war ungeheuer überrascht gewesen, eine solche Aeuflerung vor dem höchsten Gerichtshof in Palästina aus dem Munde eines Vertreters der Krone zu hören. Einwanderungsrekord in Palfistina im September Wie „Official Palestine Gazette" mitteilt, sind im September dw J. 1463 Personen, davon 1259 Juden, nach Palästina eingewandert. Es ist dies die F-Iöchstzahl jüdischer Einwanderer, die während der letzten drei Jahre innerhalb eines Monats nach Palästina gekommen sind.' Der neue deutsche Generalkonsul für Palästina Der vortragende Legationsrat im Auswärtigen Amt Heinrich Woliff wurde zum deutschen Generalkonsul in Jerusalem ernannt . Legatioasrat Heinrich Wolff hat nach langjähriger Arbeit im Auswärtigen Amt zuletzt das Generalkonsulat in Neapel verwaltet. Der bisherige deutsche Generalkonsul in Palästina, Dr. Nord, geht als deutscher Gesandter nach Bangkok, der Hauptstadt von Siam. Dr. Nord 'hat sdch während seiner Wirksamkeit als Generalkonsul in Palästina die Sympathie nicht nur der Regierungskreise, sondern auch weiter Kredse der Bevölkerung erworben. Die Hebräische Universität führt Ausgrabungen in Transjordanien durch Die Jerusalemer Regierung erteilte der Hebräischen Universität die Erlaubnis, Ausgrab ngen inTransjordanien durchzuführen, wo ein Mitglied des Archäologischen Departements der Universität eine Synagoge der byzantinischen Periode des 5. Jahrhunderts entdeckt hat. Die Hebräische Universität entsendet eine Expedition unter Leitung von Dr. A. L. S u k e n i k an die Fundstelle, um die Synagoge bloßzulegen und Zu konservieren. Die „Weisen von Zion" im „Falestin** Die in Palästina erscheinende, arabische Zeitung „Falestin" begann mit Veröffentlichungen aus dem bekannten antisemitischen Buche „W eisenvonZio n". Die palästinensische jüdische Presse fordert die Regierung auf, den Abdruck dieses provokatorischen Werkes zu verbieten. Nationale Solidarität.«. Die Heldentat Dr. Arlosorows und seiner nichtzionistischen Freunde (Palästinensischer Bericht an die „Neue Welt".) Die Enthüllungen über das Vorgehen des Mitgliedes und Leiters der zionistischen Exekutive in Jerusalem, Dr. Arioioiow, in der Einkommensteuer-Frage, welche die „Neue Welt" gemacht hat, haben in Palästina große Empörung ausgelöst. Das Bekanntwerden einer weiteren, bisher unbekannten Tatsache hat die Entrüstung noch verstärkt. Dr. Arlosorow hat nicht nur hinter dem Rücken der Zionistischen Organisation, die er zu vertreten hat, und ohne Wissen und gegen den Willen der jüdischen Bevölkerung Palästinas, der Regierung die Zustimmung der Exekutive zur Einführung einer für die jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden ruinösen Einkommensteuer erteilt. Ei; hat nicht nur den später eingelegten Protest der durch ihn getäuschten Exekutiv-Mitglieder Färbst ein und Newman mit Hilfe der nichtzionistischen Mitglieder der Exekutive und seines zufällig in Jerusalem weilenden engeren Parteifreundes Beri Locker (von der Arbeiterpartei) niederstimmen lassen. Er hat, wie jetzt bekannt geworden ist, die Interessen der jüdischen Pflanzer, Kaufleute, Gewerbetreibenden und Industriellen gegen einen seiner Partei, der sozialistischen Arbeiterorganisation Histadruth, gewährten Vorteil verschachert Er hat der Regierung die Zusage der zionistischen Exekutive unter der Bedingung gegeben, daß die Ge- Suche für meinen Sohn, Israelit, 33 Jahre alt, I passende Heiratssref Ähnln ml M t?ift! llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllillllllillllllllllH I im Alter von 25 bis 3 Jahren, aus anständiger israei! Pam<lie, derselbe ist tüchtiger, sprachkundiger Fachmann u Kaufmann dar Miltaenbranc«« sowie Teilhaber meiner hirma, die ich seit o Jahren in Haifa (Palästina gemundet habe. Zuschriften unter „Seriös" an die Redaktion d. 61. *r*mmmmm i i i I 1 DANKSAGUNG Außerstande, für das mir anffißPch des Ablebens meines innigste tebt n Vaters aus« gedrückte Belleid einzeln zu danken, spreche ich hiemit auf diesem Wege allen Freunden, Gä ren und Vereinen meinen innigsten Dank aus. f. Buchsbaum Cafetier nossenschaften, also alle Unternehmungen der Histadruth, von der Steuer befreit werdenl Zwei Fliegen mit einem Schlage! Der judische Kaufmann, Pflanzer und Industrielle, dem das jüdische Nationalheim soviel verdankt, soll nicht nur schwer geschädigt, er soll auch gegenüber den bevorrechteten, sozialistisch und klassenkämpferisch geführten Genossen- Schäften der Histadruth k o n k u r r e n z u n f ä h i g gemacht werden. Das ist die Folge der Sünden des Zionistenkongresses, welcher Nichtzionisten und solchen Zionisten, die ihr Partei- und Klassenkampfprogramm vor den Zionismus stellen, die Führung der zionistischen Geschäfte anvertraut hat. Es ist keine Uebertreibung, wenn man hier von nationalem Verrate, von frevelhafter Preisgabe der jüdischnationalen Solidarität spricht. Aus Jerusalem wird uns gemeldet: Jüdische und arabische Wirtschaftsorganisationen in Palästina gehen einmütig gegen die von der Regierung geplante Einführung einer Einkommensteuer vor. Jüdische Kaufleute und Industrielle hielten gemeinsam mit Vertretern aller bürgerlichen politischen Parteien — die Arbeiterpartei nimmt nicht teil — eine Beratung ab, in der beschlossen wurde, ein Protesttelegramm an das Colonial Office in London gegen die Einführung der Einkommensteuer zu senden und die Executive der Jewish Agency in London im telegraphischen Wege dringend aufzufordern, sofort Schritte zu unternehmen, um die Einführung der Einkommensteuer, durch die das jüdische Interesse schwer geschädigt werden würde, zu verhindern. Die aus Juden, Arabern und Engländern sich zusammensetzende Jerusalemer Handelskammer nahm in einer Sitzung einmütig eine Entschließung gegen die Einführung der Einkommensteuer an. Die gesamte arabische Presse nimmt in Artikeln Stellung gegen die neue Steuer. Die Regierung aber scheint sich an diesen Proteststurm nicht zu kehren und macht alle technischen Vorbereitungen zur Auferlegung der Steuer. Sie ließ sich hiezu einen speziellen Experten aus London kommen. Die Regierung lud die palästinensischen Wirtschaftskreise ein, Vertreter in ein Komitee zu entsenden, das diesem Experten zur Seite stehen soll. Unter den jüdischen Wirtschaftsführern besteht keine Neigung, sich an diesem Komitee zu beteiligen. Das Organ der jüdischen Kaufleute und Industriellen „Palästine and Near East Economic Magazine" weist darauf hin, welcher Schaden dem palästinensischen Handel und der Industrie durch die Einführung einer Einkommensteuer zugefügt werden würde, und führt aus: In fortgeschrittenen Ländern mit hoher bürgerlicher Tradition mag die Einkommensteuer eine ausgezeichnete Institution sein, aber unter den un aus gereiften Wirtschaftsverhältnissen des Orients kann eine solche Steuer nur Ausgangspunkt für Mißbrauch und Korruption werden. Insbesondere in Palästina mit seiner gemischten Bevölkerung und den verschiedenen Lebens-Standards besteht die Gefahr, daß durch die Steuer die fortgeschrittene jüdische Bevölkerung einseitig belastet und daß unter dem Deckmantel der Legalität das jüdische Wirtschaftsleben ruiniert werden würde. Brfth TrumpeMor (Vom Büro des Shilton in Paris) Legitimation saktion. Bis zum heutigen Tag sind ßestellungen für Legitimationen aus 162 Ortsgruppen der Länder Polen, Litauen, Danzig, Oesterreich, Deutschland, Palästina, Tschechoslowakei und Holland eingetroffen. Der Shilton hat bis jetzt 3496 Legitimationen versandt. Palästina. Die Leitung der Peluget Avoda berichtet über die Gründung einer neuen Peluga, bestehend aus 8 Olim in Ramat-Gan. Diese Peluga, die siebente Pelugat-Avoda, basiert wirtschaftlich hauptsächlich auf einer Hilf s wir tschaft und ist auf diese Weise nicht ganz von der Konjunktur des Arbeitsmarktes abhängig. Die Peluga Rosh-Pinna leidet seit einiger Zeit an Arbeitslosigkeit. Die Leitung der Pelugat-Avoda ist jedoch fest entschlossen, diesen wichtigen Punkt, der vom Betar für die jüdische Arbeit erobert wurde, nicht zu verlassen. Es werden jetzt Unterhandlungen mit Kreditinstitutionen gepflogen, die der Peluga die Möglichkeit verschaffen sollen, selbst Tabak zu pflanzen, damit sie in Rosh-Pinna die Zeit der Arbeitslosigkeit Uberstehen kann. Polen. Die Mifkadot Geliiiyot des Betar in Polen betreibt nunmehr systematisch die Ausbildung von Wehrsportinstruktoren. Die Lehrer dieser Instruktorenkurse sind hauptsächlich die von der zentralen Instruktorenschule Polens unter Leitung des Ketzin-ha-Shilton Halperin im vorigen Winter in Warschau ausgebildeten Instruktoren. Die Necjvüt trifft alle Vorbereitungen, um in der diesjährigen Alija die Olim des Betar aus Polen der vom Shilton vorgeschriebenen Prüfung für Olim in wehrsportlicher, ideologischer und fachlicher Hinsicht zu unterziehen. Deutschla nd. Am 24. Oktober fand der erste »politische Abend" des Betar Berlin statt, auf welchem Dr. Hans Bloch, dem Vorsitzenden der revisionistischen Union Deutschlands, über den „Staatsgedanken im Zionismus" referierte. An das Referat schloß sieb, eine interessante Debatte an, an der auch einige zum Vortrag erschienene Kommunisten teilnahmen. Die Ueberlegenheit der betarischen Debattenredner über die kommunistischen trat eklatant zutage. Südafrika. Anfang Oktober verließen die ersten Ole-Betar aus Südafrika Johannesburg, um nach Palästina zu gehen. Am 24. September fand für die vier ersten Olim ein vom Betar veranstalteter Abschiedsabend in Johannesburg statt. Aus Frankfurt a« ML . Der „Neuen Welt" wird berichtet: Die revisionistische Jugend Frankfurts hat sich in einem „revisionistischen Jugendring" zusammengeschlossen. Man plant im Winter regelmäßig größere Veranstaltungen. Dieser Jugendring trat am 5. November 1932 vor die Oeffentlichkeit mit einem Referat des Herrn Dr. Paul Arnsberg, Frankfurt a. M., über das Thema: „Ist eine zionistische Einheitsfront in Frankfurt möglich?" Vor einem zahlreichen Publikum wies der Redner darauf hin, daß eine Einheitsfront voraussetze: Einheitlichkeit des Ziels und demokratische Form. Bei der Unterschiedlichkeit aller Taktik sei es daher durchaus denkbar, daß Revisionisten mit einem Teil der Zionisten einheitlich vorgehen könnten. Erforderlich hiezu sei Anerkennung des zionistischen Endziels, der Erlangung einer jüdischen Majorität innerhalb des Gebietes beiderseits des Jordans. Die Einheit aller judenstaatlerischen Zionisten sei nicht nur möglich, sondern erwünscht. Eine Einheitlichkeit mit Zionisten, welche das zionistische Endziel aufgegeben hätten und auf eine jüdische Majorität keinen Wert legen, sei nicht möglich, da die politischen Methoden in diesem Falle ganz verschieden sein würden. Weitere Voraussetzung ist Wiederherstellung der Souveränität des Zionistenkongresses, d. h. Entfernung der Nicht-Zionisten aus der politischen Führung, und Wiederherstellung der Demokratie im Zionismus. Erst dann könnte die revisionistische Union in ihrer Gesamtheit wieder integraler Bestandteil der zionistischen Organisation werden, wenn die Möglichkeit bestünde, eine wirkliche zionistische 'Organisation zu erobern. Nach der bisherigen Auffassung sei dies unmöglich. Der Redner wies weiterhin darauf hin, daß die bisherige Haltung der nicht revisionistischen Zionisten, insbesondere der Terror der sozialistischen Linken in Palästina, eine Einheitsfront des Zionismus verhindere. Auch die Kampfformen der Gegenseite müßten einer Solidarität angepaßt sein. Man müsse sich abgewöhnen, Revisionisten wahrheitswidrig als Faschisten und Hitleristen zu verleumden. Die Revisionisten würden in, gewissen praktischen Fragen immer mit anderen Zionisten zusammenarbeiten, mußten aber die Feststellung machen, daß diese Zusammenarbeit von der Gegenseite unzulässig und verfassungswidrig verhindert wird. In einer sehr lebhaften Diskussion sprachen die Herren Dr. Bruck, Hans Kaufmann, Karpf, Hamburger, Teitler. Chweidansky. Die „revisionistische Union", die in letzter Zeit starken Zugang aufzuweisen hat, konnte auch an diesem Abend Neuanmeldungen verzeichnen. Spottverein „Bar K odiba"* Frankfurt a. fcf♦ Reservieren Sie den 10. Dezember für den Chanuka- B a 11 des „Bar Kochba" Frankfurt a. M., in der „Frankfurt-Loge". Näheres in der nächsten Ausgabe der „Neuen Welt". Das jüdische Schuf zhaus im Erzgebirge Der tsöhechoskwische Makkabi teilt mit: Wir haben vor einiger Zeit über die bevorstehende Wiedereröffnung der ersten jüdischen Schutzhütte berichtet. Heute können wir unseren Lesern mitteilen, daß am 5. Dezember d. J. unser zweites jüdisches Schutz^ haus seiner Bestimmung übergeben wird. Es liegt in 1065 Meter Seehöhe am Nord hang des Keilberges (böhmisches Erzgebirge) inmitten eines herrlichen Skigelände-s. Erbauer ist der Verein „Jüd, Jugend* und Sportheim", der auf Anregung des bekannten Chemnitzer Arztes Dr. Paul H o 1 z e r, von Bar Kochba, Chemnitz, und den Makkabi vereinen Karlsbad, Komotau und Brüx gegründet wurde. Der Bau wurde durch die Unterstützung der Jüdischen Partei für die C. S. R., der Versicherungsabteilung des J. N.-Fn Prag, die Karlsbader Kultusgemeinde und Logen, der Saazer B.-B.-Loge und vieler Einzelperson und durch das Entgegenkommen der Ortsbehörde ermöglicht. 50 Personen werden bequem Unterkunft haben. Zentralheizuner, Warmwasser in allen 15 Zimmern, ein schöner, freundlicher Aufenthaltsraum, eine Jugendküche, Bad, Duschen, Trockenraum, Skiablage, Dunkelkammer sind vorhanden. Es ist ein Werk echten Makkbigeistes. Auskünfte erteilt Dr. Franz Kohner, Brüx. Ad*»,! pg, Kjmllljjjjli aus eigener Schlachtung per kc nur S ».40 llllllllllllllllllilllillllllllllllillllllllllllll riet »«na nmvn nnn GLÜCKSMANN (Prater) II, Molkerehtraße Nr. 4 Tilepboa Mr. R-tt-7-U

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