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Die neue Welt · 1932-11-18 · Heft 270 (18.11.1932) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 270 (18.11.1932)
Date
1932-11-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 w A«l A A^MSMI A^^fe AMMiMMB 4Mb DIE NEUE WELT Nr. 2?0 zuarbeiten. Diesen polnischen Zlonisten sei nan mitgeteilt, wie gut deren Mittelstandsinteressen bei den Linken der gegenwärtigen Exekutive aufgehoben sind: 4500 Zertifikate wurden jüngst der Exekutive zur Verfügung gestellt H. Farbstein verlangte in einer Sit2ung, die der Verteilung der Zertifikate galt, für Mittelstandseinwanderer mit ungefähr 200 bis 300 Pfund 1500 Zertifikate. Demgegenüber schlug Dr. Arlosoroff bloß 62 Zerfikate für Mittelständler vor, da es keinen Mittelstand gebe, der einwandern wolle! Warum gerade 62? Weil nach Aufteilung der Zertifikate 62 Stück übriggeblieben waren — ein Restchen für die Spender des Keren Kajemeth und Keren Hajessod! Mit Schwerer Mühe gelang es schließlich Farbstein, in der Abstimmung mit Hilfe der Nichtzionisten 500 Zertifikate der Habgier der Linken atu entreißen. fit geht * * de n a n 1 Werbewochen föde Wäscherfcparahir, exaktest ausgeführt, Groschen / Strümpfe repassieren, garan* tlett unsichtba , von 30 Oloschen aufwärts / Strümpfe anstricken, per Paai S l.3o ./ Neuanfertigung von Herren-, Damen'- und Bettwäsche nach neuesten Modellen, feinst und billigst Wüsche-Erzeugnis haut acourek * Epstein WIM, Skodftgast* a* (Sek« Alierttr*) DieKrise in der zionistischen Leitung Die Demission farbiteinw und Newrmiiifc« - Die Schrittmacher Professor Wefsmanitf bei der Arbeit des Zionismus ist aussichtslos, solange die Revisionisten am Platze sind. Also müssen die Revisionisten aus der Zionistischen Weltorganisation verschwinden. Unter offenbarer Einflußnahme Professor Weizmanns gingen seine zionistischen und nicht* zionistischen Freunde in der Exekutive sofort daran,, ein Kesseltreiben gegen den Revisionismus rn inszenieren. Positive Örgänisationsarbeit wurde1 nicht geleistet» aber eine Flut von Reden und Erlässen gegen die Revisionisten wurde produziert. Die letzten Meldungen besagen, daß die Exekutive vom Kongreßger icht den Ausschluß der Revisionisten aüsder Weltorganisation fordert. Es ist klar: Eine von den Revisonisten „gereinigte" Organisation fällt Weizmann und seinen linken und nichtzionistischen Freunden mühelos in die Hände. Die Leitungskrise in Palästina zeigt, daß die Miß* raehisien und allgemeinen Zlonisten nahe daran sind» jedes Einflusses beraubt zu werden. Sie dürfen Geld für die Fonds und Menschen und Kräfte für den Aufbau geben, aber dreinzureden haben sie nichts. Erst jetzt, leidetsehr spät, haben sich Farbstein und Newman Zum Widerstand aufgerafft, sich in die Oeffentlichk e i t g e f 1 ü c h t e t. Es bleibt abzuwarten, ob sie nicht wieder düpiert und kaltgestellt Werden. Jedenfalls ist anzunehmen, daß-nunmehr Weizmarin und'seine Freunde um so größere Energie für ihren zweiten Plan, den Plan der Verd rä ngung der Revisionisten aus der 2 i ö'n i s t i s,c h e n W e'lt b r g a n i s a t i o n, verwenden werden. Hier allerdings werden sie atii'.tiHf-' tf!Ten WkUrai&M]. stoßen. Die Jüdische Telegraphenagentur meldet: London, 8. November. (J. T. A«) Der Präsident der Zionistischen Weitorganisation, Nnhum Sokolow, erhielt heute ein Telegramm von den Mitgliedern der Palästinn-Exekutive der Jewish Agency, H. Färb* s t e i u- und Enianuel Newman, in welchem ihm diese ihren Austritt aus der Exekutive zur Kenntnis bringen. Sie wollen ihren Austrittsbeschluß als Protest gegen die von den Vertretern der Arbeiterschaft in^ der Exekutive konsequent befolgte Tendenz, mit Hilfe der n ich tzlönisrtischen Mitglieder der Exekutive der Gesamtarbeit ihren Stempel auszudrücken, aufgefaßt wissen. H. Farbstein, früher Führer des M i s r a c h i in Polen, und Enianuel Newman, a m e r ikanischer zionistischer Führer, vertreten innerhalb der Exekutive der Jewish Agency die Interessen der ftl i 11 e I 81 a n d s k o 1 o n i s a t i o n. T e I A w i w; 9. November. (J. Tt* A.) Führende Kreise in Tel-Awiw sind intensiv damit beschäftigt, die in der Exekutive entstandene Krise beilegen zu helfen. Vertreter des M 5 s r u c h i und der Allgemein e n Zio n isten von Tel-Awiw hielten eine Beratung ab, der H; F a r b s t e i n und Emnnuel N e w rii n n beiwohnten. Die Tagung beschloß, für Farbstein und Neuman einen größeren Wirkungskreis innerhalb der Exekutive zn lordern: würde man dieser For. deruiig nachgeben, so wären die beiden bereit, in die Exekutive zUrückzjukehren. Farbstein' frSilife d;6in j. T. A.¬ Vertreter tn Tel-Awiw mit, sein und NewmanY Ausi scheiden ans der Exekutive sei nicht Hur auf Meinungsverschiedenheiten in der Bu'dgetfrage zurückzuführen, sondern auch darauf, daß ihre auf Forderung der Mittel- Jlandssiedlurig hinausgehenden Antrügein den Sitzungen der Exekutive r e g e litt ä ß i g u i e d e r g e s t i rii m t werden. ............ Jerusalem, 10. November. <J". T. A.) Die durch <lie Austrltserklärungon der Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency H. Faibstein und Eihunuel Newmmi entstandene Krise ist unter Mitwirkung der Führer fast aller Kreise des nationalen Jisehuw beigelegt worden. Farbstein nnd Newman kehren in die Exekutive zurück. Der Ausgleich ist auf folgender Basis zustande gekommens Das bisher von nichtzionistischen Mitgliedern der Exekutive verwaltete Sehn t/n int wfrd einem Kollegium übergeben, dem Farbstein als O bmann und Dr. Arlosoroff (Arbeiterpartei) und Newman angehören. Dr. Senator, der dem Einwanderungsnmt vorsteht, wird verpflichtet, in allen Fragen der^M Ittelstands-Einwanderung und Siedlung da*Votum Farbsteins einzuholeu. i K* ■ I Dieser Zwischenfall in Palästina illustriert die unhaltbar gewordenen Zustände in der Leitung des Weltzionismus, welche durch den Ausgang des letzten Zionistenkbhgresses verursacht wurden. Der Kongreß hat Weidmann gestürzt, in mehreren Resolutionen seine gegen die Bildung einer j ü d i s c h e n M a j o.r i t ä t. i n Palästina, gegen die Judenetants-Idee und gegen die M i t1 e 1 s t a nd s - Si ed l u n g in Palästina gerichtete Politik abgelehnt. Er hat Weizmann gestürzt und Sokolow gewählt, trotz des erbitterten Widerstandes des bisher allmächtigen Arbeiterflügels. Dann aber hat der-Kongreß die unheilvolle Inkonsequenz begangen, nicht'weniger als drei (von fünf) eingeschworene Vertreter der -Weizmann-Politik, die Herren Brodetzky, Locker und Arlosoroff, in die Exekutive zu entsenden. Tatsächlich setzte auch sofort nach dem Kongreß die Arbeit dahin'ein, die vom Kongreß gewollte Politik zu sabotieren und die R ü c k k e h r We i z m a n n s vorr zubereiten. Mit? Hilfe der n i c h t z i o n i s t i s c h e n Vertreter gelaug es den drei obengenannten Herren, alle wichtigen Ressorts in London und in Palästina an sich zu reißen und den Präsidenten Sokolow. den Misrachisten Farbstein und den amerikanischen Zjouisten Newman ständig; zu überstimmen und schließlich gänzlich auszuschalten. Parallel mit dieser Aktion lief die Aktion gegen die Z i o n t s t en - R e v i s i onitten. Die stärke revisionistische Gruppe hatte den letzten Kongreß entscheidend beinflußt, in vieler Hinsicht geführt. Ein Kampf für die Weizmann-Politik, für eine Politik der Entnationalisierung und Verkleinerung Die Verwaltung des Jüdischen Nationalfonds in Polen — aufgelöst Die Gruppe der „Radikalen £kmisten" hat sich in de« letzten Jahren als Siofltruppe gegen den R"e visionismus spezialisiert. In Kongreß-Polen, wo die „Radikalen Zionlsten" (AI Hamischinär) nach Austritt der Revisionisten und allgemeinen Zionismen (Et Livivot) im Zentralkomitee die Majorität besitzen, haben ile d.ese Position dazu benutzt, um die Revisionisten aus dem Direktorium de« Kerfen Kajemeth, de?. Jüdischen .Nationalfonds. auszuschließen. Sie machten auch den* allerdings mißlungenen, Versuch, die Revisionisten vom Palästinaamte, d. h. von der Verteilungsstelle für palästinensische EinwonderungÄzertifikate, fernzuhalten. Dies alles augenscheinlich im Einvernehmen mit der Londone«* und Jertisalenier Exekutive der WeIfor{?artisatUwr' Da min in Polen die revieioriistische Jugend oiner der Häuptträger der Wationalfondsarbert ist, war diie Sftmmlungßtätigkeit durch diese Gewaltspolitik schwer behindert. Diesem Zusta-vlc hat nun der Direktor <kr Zentralstelle des J. N. F. ih Jerusalem, Herr U s s i s c hk i n, resolut ein Ende 4 »; mc h t.. Er hat das von den Radikalen beherrschte RumpfdireJktorium in Warschau anfgelösl und ßeiint Befugnisse einem Spezialdelegierten Jerusalems, Herrn H. Es räch, i» übertragen. Ini Erlaß Uösischkins wird •""•fiitd. daß ^if^er Zustand insolange aufrecht bleibt, als nicht in Polen ein von allen Parteien beschicktes Direktorium gebildet wjrq. Daspoln sehe Judentum klagt an Der Klub jüdiecher Deputierter im poK nischen Sejm brachte einen Dringlichkeitsantrag ein, in dem eine umfangreiche R e 11 u n g sa k t i o n f ü r den zusammenbrechenden jüdischen Mittelstand gefordert wird. InAhesondere wird die Regierung auf ihre Pflicht verwiesen, die jüdischen Kaufleute und Handwerker in der Erteilung von Krediten aus Staatsmitteln nicht, wie bisher, vollkommen zu Ubergehen. Die Lage des jüdischen Mittelstandes, heißt es in dem Antrag, ist so kr.*isch, Jaß in kurzer Zeil Tausende jüdischer Läden und Handwei-ks«tätten geschlossen werden mußten. Der jüdische Kaufmann oder Handwerker leidet nicht nut an der allgemeine« Krise sondern unter einer von den Staatsinstanzen verschuldeten Sonderkrise, die den jüdischen Handel und das jüdische Handwerk an den Rand des Abgrunds gebracht hat. Das Steuersystem und die Methoden der Steuereinziehung haben dem jüdischen Kaufmann und Handwerker alles genommen, was sie be- Zfonfsteril Meidet euch sofort zur Mitarbeit für die bevorstehenden Kultus wählen. Anmeldungen in allen Bezifkssektlonen und im Zentralwahlkomitee, 11., Praterstraße 13/1. Vertrauensmännerversammlungen I. Bezirk: Täglich ab 8 Uhr abends, I., Kärntnerstraße 28, Zion. Büro. II. Bezirk: Täglich Sektionsheim, II., Praterstraße Nr. 13. Zum Bethaus-Referenten für den II. Bezirk wurde Markus Bartfeld bestimmt. II., Sebastian-Kneipp-Gasse 3. III. Bezirk: Montag, Mittwoch, Samstag ab 8 Uhr abends, Cafe Lovrana, III., Löwengasse 36. IV. /V. Bezirk: Täglich, Terrasssencaf^, Vn Margaretenplatz. VI./VII. Bezirk: Täglich von 8 bis 10 Uhr abends, VII., Siebensterngasse 56 (Fuchs). VIII. Bezirk: Täglich, Sektionsheim, VIII., Benno» platz 8. IX. Bezirk: Täglich, Cafe" MetfopoL IX., Berggasse Nr. 33; täglich, Cafe Klein, IX., Schlickgasse 5. XII.—XV. Bezirk: Täglich, Bezirkssektionshelm, XV., Herklotzgasse 21. XX« Bezirk: Täglich ab 8 Uhr abends, Sektionsheim XX., Jägerstraße 30. Prater: Täglich ab 8 Uhr, Sektionsheim, II., Jung- Straße 8. * ■ An Alis Bezirkswahlleiter und Vertrauensmänner der Zionistischen Liste. Das Zentralwahlkomitee beauftragt die Bezirkswahlleiter, bei der nächsten Bezirkswahlleiterbesprechung, die Sonntag, den 20. November, um halb II Uhr vormittags, II., Praterstraße 13, stattfindet, die bereits gesammelten Gelder zur Abrechnung zu bringen. •' Samstag, den 19. November, Nachtvorstellung in Schiffers Tonkino, VI., Mafiahilferstraße 37. Beginn 11 Uhr nachts. Zur Aufführung gelangt „Dreyfus". Der Gesamterlös fließt dem Wahlfonds der „Zionistischen Litt«" zu. * Sonntag, den 20. November, halb 11 Uhr vormittags gemeinsame dringende Besprechung aller Kandidaten für den Kultusvorstand und die Bezirkskomritisslonen. Erscheinen Pflicht. saßen. Tausende mußten Läden und Handwerköstätten schließen, weil sie einfach nichts mehr zu verkaufen hatten. Das gesamte Wirtschaftsleben der polnischen Jvdenheit, dessen Steuerleistnngen die Pfeiler des Staatsbudgets bildeten, ist zerstört. Die Regierung unterstützt die großen und die kleinen Grundbesitzer, gibt enorme Summen für <J»e Arbeitslosen aus, ohne dabei dia. jüdische Ärbeiislj.iigkeit enfepiechend zu berücksichtigen, sie unterstützt auch die Industrie — und all das mit dem Geld der jüdischen1 Steuerzahler. Kein Pfennig aber wird eingesetzt, um auch ruinierten jüdischen Kaufleuten oder Handwerkern zu helfen. * In der letzten Sitzung des polnischen Parlaments (Sejm) hielten zwei Abgeordnete aus verschiedenen jüdischen Lagern, der Präsident des Jüdischen (zionistischen) Parlamentsklubs, Oberrabbiner von Krakau Dr. J. Thon, und der Spreche* der Agudas Jisroel, Rabbiner L e w i n, erschütternde Anklagereden. Die Regierung, sagte Di. Thon, macht sich bei Aufstellung ihres Budgets nicht viel Kopfzerbrechen, sie besteuert frisch darauflos die Städte mit ihrer händel- und ha nd werkt reiben den, hauptsächlich jüdischen Bevölkerung. Man schont den-Bauern, vejgißt aber, dafl ein I and, das. wie Polen, zu einer Groflmachtstelluttg Strebt, nicht lediglich Agrarland bleiben und die Städte verarmen lassen darf. Innerhalb der Bevölkerung der Städte selbst wird die jUdis.-he Bevölkerung besonders stiefmütterlich beha/'dMv auf wird die Hauptlast der Steuern abgewälzt, über *irherrscht souverän der Steuefexekutor. Die Regierung gönnt sich nacht einmal eine Sekunde, um über das Los dieser jüdischen Bevölkerung, die mehr als zehn Prozent der Gesamtbevölkeruug Polens ausmacht, nachzudenken. jede vom Staat inaugurierte Wirtschaftsreforra geht über Tnusende jüdischer Leichen. Unter der Devise^ „Verkürzung des Weges vom Produzenten zum Konsumenten'* wird, die jüdische Kaufmannschaft brotlos gemacht Diese Devise wird in einer schon lächerlich wirkenden Weise übertrieben, indem sogar der Landbriefträger als Warenverieiler, bezw. als Krämer in Anspruch genommen ^ird. Diese Aktion, die den Staatsapparat schwer belastet, treibt absonderliche Blüten und gereicht auch der Landbevölkerung zum Schaden. Beim Entstehen des neuen Polen waren 480 Engroskonzesslonej» für Tabak in jüdischen Händen, heute sind es bloß vier. Die gleiche Erscheinung ist in den anderen monopolisierten Geschäftszweigen zu beobachten. Wa3 tber geschieht mit den aus ihren wirtschaftlichen Positionen Hinausgeworfenen? Die Regierung verschwendet keinen Gedanken daran. Die Regierung hat Versprochen, etwas für die Juden als Milderung des Sonn tags ruhegesetzes zu tun. Sie hat vor dem Angriff der Nationaldemokraten den Rückzug angetreten. Die Regierung folgt in ihrer Judenpoihik der Linie des geringsten Widerstandes. Am Jörn Kippur, dem höchsten Bet- und Bußtag der Juden, wurden in den Städten Exekutionen

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