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Die neue Welt · 1932-11-11 · Heft 269 (11.11.1932) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 269 (11.11.1932)
Date
1932-11-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 269 Schlüsse, die — wie alle Beschlüsse von Landeskonferenzen — der Genehmigung des Shilton bedürfen, bevor sie in Kraft treten. Der Betar Litauens zählt zur Zeit 46 K enanim und mehr als 2000 Betarim. Rumänien. Der Betar-Instruktor JoSef Douo ler, der sich zur Zeit in Bessarabien aufhält, schloß einen Instruktorenkurs in Kischenew ab, den 6 Betarim absolvierten. Er befindet sich jetzt im Ken T i g h i n a, wo er einen Instruktorenkurs, der 48 Betarim umfaßt, leitet. Frankreich. Ketzin-ha-Shilton H. Levy, der innerhalb des Shilton das Departement der französischsprechenden (Mittelmeer-)Länder führt, trat an die Reorganisierung des Betar in Paris heran. Legitimationsaktion. Der Verlauf der Legitimationsaktion ist im allgemeinen zufriedenstellend. In der Bukowina, in Oesterreich, in Holland (Hächschara-Gruppe), ist die Aktion bereits zu Ende geführt. Erfreulich ist der Verlauf der Aktion in P o 1 e n, wo viele Gruppen unter schweren Opfern die Aktion durchführen, da die völlige Pauperisierung der polnischen Judenheit auch den geringsten Geldaufwand für die Jugendlichen zu einem großen Opfer macht. Ga§l$piel Paul Baratoff« Gordins ,$ a u m der Erkenntnis" Große Schauspieler greifen immer noch gerne nach den veristischen Stücken Jakob Gordins, der ihnen das bietet, was sie auf den Brettern brauchen: die große Geste; das dramatische Wort und die dichte, explosivstarke Luft — kurzum die gute Rolle. Paul Baratoff, der in seinem heurigen Frühjahrsgastspiel „Buntes" brachte, das jüdische Familienstück älteren Stils, Strindbergs „Vater" und Tollers „Hinkemann", konnte diesmal seinen Darstellungswillen vereinfachen. Jüdischer Vater sein, ein Stück edelsten Herzens bloßlegen und schließlich vom Erschüttertsein zu Erschütterung schreiten — auf diesem theatralischen Weg begleitete ihn das gepackte Publikum, um in der Schlußszene, da dem Vater nur mehr die Vernichtung der geliebten Tochter übrig bleibt, alle Elemente tragischen Geschehens zu durchleben. Wiederum bewunderte man die Kleinmalerei, die Gabe, aus winzigen Steinchen ein Mosaikbild erstehen zu sehen, das stumme Gestalten, die Verdichtung der Pausen. Regie bedürfte es keiner. Der Dramatiker Gordin braucht keine formende Hand. In Baratoffs Nähe fanden sich die anderen Schauspieler zu starken Leistungen. Frau Klara M e i s e 1 s zeigte als Mutter Strasohun wieder alle Vorzüge ihres reichen Talents. Aus der „Komischen Alten" ist eine großzügige Charakterspielerin geworden. Olga Schlifkowitsch und Benzion Siga 1 begleiteten das Hauptthema mit zarten Melodien des Leidens. Neben Sehnatmann und Tunis zeichnete sich Adolf Bell aus, der eine von der Schablone entfernte reizend-komische Figur sohuf und sich von allen Uebertreibungen fernhielt, zu denen der Tischlergeselle Schmejke verführen könnte. Baratoffs Herbstgastspiel läßt sich günstig an. Auf diesem Wege wird ihm wohl erfolgreiches Weiterschreiten beschieden sein. o. r. Heranbildung jüdischen Schauspielernachwuchses. Zur Ergänzung des jüdischen Theaterensembles ist die Heranbildung eines entsprechenden Nachwuchses erforderlich. Junge Herren und Damen werden gebeten, sich zu diesem Zweck in der Direktion der „Jüdischen Künstler spiele", IL, Praterstraße 34, persönlich oder schriftlich zu melden. Nähere Auskünfte erteilt allabendlich Herr A. M e i s e 1 s, Mitglied der Jüdischen Künstlerspiele. Jüdische Kumtlerspiele Ein neues Gastspiel Das Gastspiel Dr. Paul Baratoff kann trotz des großen Erfolges wegen anderweitiger Verpflichtungen nur mehr einige Tage fortgesetzt werden. Die Direktion der „Jüdischen Künstlerspiele" (IL, Praterstraße 34) hat nun entsprechend ihrem Plan, ausschließlich gediegene jüdische Volkskunst zu. pflegen, eine Reihe von Gastspielverträgen mit den bedeutendsten Vertretern der jüdischen Schauspielkunst abgeschlossen. ' Zunächst wurde der hervorragende Warschauer Schauspieler und Regisseur Morris Lampe verpflichtet, der längere Zeit in Rußland wirkte uud sich nach dem Krieg in Polen einen Namen gemacht hat. Mit ihm tritt die Charakterdarstellerin Genia Schlitt auf. — Als Eröffnungsvorstellung geht in der kommenden Woche „Tewjes Töchter" von Schalom Alejchem in neuer dramaturgischer und musikalischer Bearbeitung mit Morris Lampe als Tewje in Szene. — Im Rahmen dieses Gastspieles gelangt auch ein modernes Lustspielrepertoire zur Aufführung. VertrauensmHnuerversnmmlungen der „Zionistischen Liste" I. Bezirk: Täglich ab 8 Uhr abends Cafe Excelsior (Extrazimmer), I., Rotenturmstraßo. II. Bezirk: Täglich, Sektionsheim, IL, Prater-, straße 13. Prater: Täglich ab 8 Uhr, Sektionsheim, II., Jungstraße 8. III. Bezirk: Montag, Mittwoch und Samstag: ab 8- Uhr abends Cafe Lovranö, III., Löwengasse 36. IV. und V. Bezirk: Täglich, Terrassencafö, V., Margaretenplatz. VI. und VII. Bezirk: Täglich, 8 bis 10 Uhr abends, Fuchs, VII., Siebensterngasse 56, VIII. Bezirk: Täglich, Sektionsheim, VIII., Bennoplatz 8. IX. Bezirk: Täglich, Cafe Metropol, IX., Berggösse 33; Caf6 Klein, IX., Schlickgasse 5. DIE NEUE WELT ■...... * —- Ii I XII. bis XV. Bezirk: Täglich, Bezirkssektionsheim, XV., Herklotzgasse 2i. XX. Bezirk: Täglich ab 8 Uhr, Sektionsheim, XX., Jägerstraße 30. An alle Bezirkswnhlleifer und Vertrauensmänner der „Zionistischen Liste" Das Zentralwahlkomitee ersucht alle Bezirkswahlleiter und Vertrauensleute, besorgt zu sein, daß die bisher gesammelten Gelder für den Wahlfonds so rasch wie möglich an das Zentralwahlkomitee abgeführt werden. — Das Zentralwahlkomitee beauftragt die Bezirkswahlleiter, bei der nächsten Bezirkswahlleiterbesprechung, die Sonntag, den 13. November, um halb 11 Uhr vormittags, IL, Praterstraße 13, stattfindet, unbedingt einen Teil der gesammelten Gelder zur Abrechnung zu bringen. Zur gefl. Beachtung! An die zionistische Wählerschaft! Uni den Wahlfonds zu stärken, verpflichte ich mich, für jedes verkaufte Vt Klassenlos, das von Ziönißten bei mir gekauft wird. S 2.— an den Wahlfonds abzuführen. Zur Nachahmung empfohlen! Nathan D e u te c h, Wien, I., Köllnerhofgassc 6. Schnhhaus Jellinek, V., Margaretenstraße 70, und XVII., Kalvarienberggasse 51, hat sich verpflichtet, von allen Einkäufen, die unter Berufung auf diese Vereinbarung getätigt werden, 5 Prozent dem Wahlfonds zuzuführen. Rabbi J* L* Fisdimann (Jerusalem) spricht! Sonntag, den 13. November. 10 Uhr vormittags, im großen Festsaale des Hotel Continen al, Wien, II., Taoorstraße 8 GROSSE WÄHLERVERSAMMLUNG der „RELIGIÖSEN LISTE .MISRACHI*" Redner: Rsböl J. L. ficchmann, Jerusalem, Mitglied des zion. A. C. und des Councils ae> Jewish Agency. Präsident des Waad riarascht der Misrachi-Weltorganisation, Rabb. Sal. Frladmann, Dr. M. Rotanberg, V. Baumingcr, Dr. S. Rappaport, Di. J. Rosner Jttdische Wähler, erscheinet In Massen! Religiöse Liste „Misradu" Der Misrachi-Verband erläßt folgenden Aufruf: An die jüdische Wählerschaft! Am 4. Dezember, am Wahltage zur Kultusgemeinde, wird über das Schicksal dieser zweitgrößten Judengemeinde Europas entschieden werden. Es geht um alles, was in dieser Judengemeinde noch jüdisch ist und was jüdischer als bisher 3efin soll. Es geht um die r e 1 i g i ö s e n I n s t i t u t i o n e n dieser Gemeinde, daß diese unseren heiligem Traditionen entsprechend jedem; auch' dem religiösesten Juden, brauchbar sein sollen. Es geht um die Erhaltung und Rettung des jüdischen Nachwuchses vor Abfall und Treulosigkeit. Es geht um eine wirkliche gedeihliche soziale Hilfstätigkeit, und darum, daß auch die bisher indolenten Mitglieder dieser Juderigeraeinde Beziehungen zu ihrer Gemeinde und Interesse für ihre Institutionen und für das Judentum im allgemeinen bekommen. Die Maraunen von Burma. Die Juden, welche in diesem Teil der Welt leben, haben ihre besondere Tradition und Geschichte. Wenn aiiioh erst vor einigen . Jahrzehnten Judetn aus dem Irak dorthin einwanderten, zu einer Zeit, da sich der Handel zwischen Europa und Indien ausbreitete, gibt es doch genug Beweise dafür, daß einige bedeutende jüdische tersömlichkeiten zu den ailten burmesischen Höfen der Könige M d n d o u umd T h e b a Zutritt hatten. Es entbehrt nicht einer gewissen Romantik, die Geschichte der Juden im Laude der goldenen Pagoden abrollen zu lassen. Gemäß der Tradition war der erste Berater eines indischen Maharadscha vor eineinhalb Jahrhunderten ein Jude. Nach der Besiegumg des Maharadscha durch die Engländer entkam der jüdische Ratgeber und landete in Burma, in einem Land, das noch weiterhin von burmesischen Fürsten regiert wurde. Die Geschichte geht noch weiter zurück, indem sie anführt, daß der besagte Ratgeber, der auch der Schatzmeister des Maharadscha war, dererste gewesen ist, der die Kupferminen von M o g o k exploitierte. Trotzdem heute die dort ansässigen Juden keinen Anteil an den gigantischen Unternehmungen von Mogok besitzen, versuchen doch viele Juden aus Europa, dort ihr Geld zu investieren,' und erst von einem Jahr hat ein jüdischer Gelehrter aus Rumänien 6ein ganzes Vermögen während seiner Reise durch Burma dort zu investieren versucht. Aber ihm als Ausländer wurde die Bewill ig wog, die Minen auszunützen, nicht erteilt. Die ursprünglichen jüdischen Ansiedler kamen aus Toungoo und dessen Nachbarschaft, den Karrenischen Hügeln. Mau kann sie sowohl auf Grund genauer Forschung und nach der Erfahrung der letzten 20 Jahre als die Marannen von Burma bezeichnen und man kann schwer über die burmesischen Juden sprechen, ohne das Marannantuan in Erwägung zu ziehen. Die Seite 7 Die Mandatare der „Religiösen Liste der Misradü" werden sich für die Erhaltung und Entfaltung des historischen und lebendigen Judentums in dieser Gemeinde einsetzen. Nichts Positivjüdisches soll dieser Gemeinde fremd bleiben und es soll in ihr ein auf der unerschütterlichen Basis des überlieferten Judentums aufgebautes jüdisches Gemeinschaftsleben erblühen. Wohl weist so manches Programm konkurrierender Wahlparteien nicht nur eine frappante Aehnlichkeit mit dem unserigen auf, sondern geht auch umfänglich über das unserige hinaus, allein entscheidend ist der ernstliche Willezur Realisierung des Programms. Dieser ernstliche Wille ist nur bei den Kandidaten unserer Liste im Hinblick auf deren strengrcligiöse Denk- und Lebensweise vorhanden. Die Mandatare der „Religiösen Liste .Misrachi"* werden sich ferner dafür einsetzen, daß in unserer Gemeinde zwischen Juden und Juden, zwischen Ost- und Westjuden keinerlei Unterschied gemacht werde und daß alle in Wien lebenden Juden als Kinder des einheitlichen jüdischen Volkes und Mitglieder dieser einheitlichen Gemeinde in jeder Hinsicht gleichberechtigt und gleichgeschätzt sein söllen. Die Kandidaten der „Religiösen Liste .Misrachi'" sind keine Gelegenheitskandidaten, die bloß als Mandatswerber vor der Wahl auftauchen. Die „Religiöse Liste Misrachi" segelt nicht unter falscher Flagge, ihre Kandidaten sind von einem heiligen Ideal erfüllt und inspiriert und werden ihr bestes Wissen und Können in den Dienst dieser Gemeinde stellen, um derselben jenen Platz im großen K1 a 1 J i s r a e 1 zu sichern, der ihr als zweitgrößter Gemeinde Europas gebührt. Es handelt sich um eine heilige Sache, die zu unterstützen jeder positiv jüdisch eingestellte Jude die Pflicht, hat. Es ergeht daher an sie der Appell: Werbet für Misrachi und wählet die „Religiöse Liste Misrachi"! Versammlüngskälender der „Religiösen Liste .Misrachi'*'. Samstag; den 12. November, 3 Uhr nachmittags Vortrag des. Rabbi J. L. Fischmann (Jerusalem) im Beth Hakneseth „Benc Berith", XX., Kaschlgasse 4. -— %3 Uhr nachmittags Wählerver- Sammlung im Beth Hakneseth, „Emes w'Scholem", IL, Große Schiffgasse 24. Redner: Dr. M. Rosenberg, Dr. Sch. Lilie n fei d, J. Kitaigorotzky. —$68 Uhr abends Jugend Versammlung im Misrachiheim, II., Hollandstraße 10. Redner: Rabbi Fisch mann, A. Bin- N u n. — Sonntag, den 13. November, 10 Uhr vofmittags, Wählerversammlung im großen Festsaale des Hotel Continentl. Redner: Rabbi J. L. Fi sch mann, Rabbiner Sa IFriednra n n, Dr. M. Rosenberg, V. Bauminger, Dr. S. Rappapor t, Dr. J. Rosner. — 5 Uhr nachmittags Wählerversammlung im Beth Hamidrasch des ■ Rabb. Schulim Hager, XX., Staudingergasse 14. Redner: Dr. M. Rosenberg, V., Bauminger, J. S. Retter. Rabbi J. L. Fischmaiiii in Wien Dienstag* den. 8. .d. M., ist auf der Durchreise nach den Vereinigten Staaten von Amerika Rabbi J. L. Fischmann' (Jerusalem)> Mitglied des Zionistischen Aktionskomitees und des Councils der Jewish Agency, Präsident des Waad Haraschi der Misrachi-Weltorganisation, in Begleitung des Führers des Hapoel Hamisrachi in Erez Israel A< Bin Nun (Tel-Awiw) in Wien eingetroffen und spricht Samstag, den 12. d. M., um 3 Uhr nachmittags im Beth Haknesth „B e n e Berit h", XX., Kaschlgasse 4, und- Sonntag; den 13. d. M., um 10 Uhr vormittags im großen Festsaale des Hotel Continent a 1, II., Taborstraße 8. Karreniten geben zu, daß sie ihre monotheistisch« Weltanschauung von ihre» Ahnen mitbekommen haben und daß sie sich an die biblische Schöpfungflgeschichte halten. Diese Tradition ist uuter den Jüngern als die ,Jwa"-Tradition bekannt Die Karreniten wurden yon ihren Ahnen , angewiesen, auf den weißen Bruder, d. i. den Messias, zu warten. Viele Jahrhunderte hindurch glaubten sie an diese Ueberlieferung und sogar bis zum heutigen Tag gibt es eine große Anzahl von burmesischen Juden, die den Messiasglauben bewahrt haben.. Es bedarf keiner besonderen Quellen, um die Ansichten von Dr. Francis Mason, einem der ersten Missionäre in Burma, zu bestätigen, daß die Karreniten die Nachfolger eines Teiles der verlorenen Stämme Israels seien. Uebrigens wurden die Karreniten bis zum Jahre t82? selten von einem weißen Mann aufgesucht, uud die Herkunft muß auf einen sehr frühen Zeitpunkt zurückversetzt werden, da ihnen nichts über das Christentum bekannt ist Die wahrscheinlichste Theorie ist, daß vor vielen Jahrhunderten ein« große Anzahl von Juden aus China nach Burma einwanderte, die Gebräuche der Burmesen annahm und Mischehen schloß. In dar Tat stellt die karremitiäohe Tradition fest, daß sie aus dem Lande des ^fließenden Sandes" (Wüste Gobi) kameni während die Fachleute * darin einig sind, daß jüdische. Kolonien in Suche für meinen Sohn, Israelit, 33 Jahre alt, passende Heiratseefähnin mit M'tgift IlllllllilllllllllllllllllllllllllllllllllllllW im Alter von 25 bis 3 - Jahren, aus anständiger Israel Fatmlie, derselbe ist tüchtiger, tprachkundlgar Fachmann u. Kaufmann dar MUtzanbrancn« sowie Teilhaber meiner Hrma, die Ich seit 5 Jahren in Haifa (Palästina gegründet habe. Zuschriften unter „Seriös" an die Redaktion d. Bl Die Juden in Hmiermdien Zwei Millionen Seelen dem Judentum verloren Von J« E. Joshua (London)

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