Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 269 (11.11.1932)
- Date
- 1932-11-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIE NEUE WELT Nr. 26* Verteidiger Dr. Natan Korkes führt seine Kanzlei Wien, I., Seilergasse Nr. 16 Tttl«phonnumm«rn ft-20.4-99 und denke r" Hirschfcld ist noch heute „werk* tätiger" Vorstand in der Wiener Ku 11 u s gem ei n d e. Der Beschützer des Freidenkers, Herr Leo Rath, West* jode aus Kdlomea, ist heute Wortführer und Kandidat der werktätigen Liste, der von seinen eigenen Genossen so ehrenhaft charakterisierte Dr. Josef: Lowy ist Spitzenkandidat der Werktätigen, steht auf der „Nichtnationalen Liste" gleich hinter Präsidenten Pick und O r n s t e i n und vor dem ' Rothschild-Vertreter Herrn Bettelheim, Prokuristen des Bankhauses S. M. Rothschild. Da kann man nur mit Genossen Griirihut sagen: „Wir glauben, all dies genügt..." Ver§ammlung§kalender der //Zionistischen hk&e" Donnerstag, den 10« November: Bethaus „Seudath Sabbat", Wien. II., Malzgasse 2, halb 9 Uhr abends. Redner: Dr. Dagobert Rybaczewski, Dr. A. Schnieder, Baumeister Ing. Eugen Buchbinder, Prof. Moses Rath. Cafe Palace, VI., Mariahilferstraße 99, halb 9 Uhr abends. Redner: Dr. Richard Taussig, Dr. Nahum Samonsky, Dr. Oskar Grünbaum, Vizepräsident Dr. Josef Löwenherz. Restaurant Führer (Schützensaal), VHI., Albertgasse 43, halb 9 Uhr abends. Redner: Dr, Alfred Löwy, Kultusrat Dr. Desider Friedmann, Kultusrat Dr. I. H. Körner, Oberbaurat Ing. Stricker. Cafe Hietzinger Hof, XIII., Hietzinger Hauptstraße 22, halb 9 Uhr abends. Redner: Vizepräsident Dr. Josef Löwenherz, Kultusrat Dr. I. Klaber, Dr. Oskar Rosenfeld. w Restaurant Goldener Hirsch, XX., Treustraffe?2, hall» 9 Uhr abends. Redner: Dr. Z. F; Finkelstein, Hans Kändl, Kullüsrat -Dr. Jakob Ehrlich. r-:i - ~ * '!' : .;• Samstag, den IS» November: Cafe Orient, II.. Präterstraße 66, halb 9 Uhr abends. Redner: Fritz Richter, Kultusrat Prof. Moses Rath, Vizepräsident Dr. Josef Löwenherz. " -.<■:■•: ■;;„ ,. : 'i ■■ < ■■. B.etha us B,ikur Cholinv X£, Mortara- »platz 1, 5 Uhr" nachmittags. Redner: Dr. Dagobert Rybaczewski, Dr. Michael Steinberg, Dr. Z. F. Finkelstein. „ '., Bethaus „Talmud-Thora", IV., Wiedner Hauptstraße 83, halb? Uhr abends. Redner: Prof esspr Moses Rath. Bethaus „Ahawät Schalom'4; XVI., Lindauergasse 5, 5 Uhr nachmittags. Redner: Aron Schwertfinger. Bethaus. Ennsgasse i?. 10 Uhr vormittags. Redner: Dr. Finkelstein. Beth a u s „B e t h J i z h o k", I*., Wphlmuthstrafie 19, dreiviertel 10 Uhr vormittags. Redner: Prof. Rath. Beth aus Tefilath jeszuruni, IL, Sebastian Kneippgasse 14, halb 9 U hr vormittags. Redner: Dr. Nachum Samonsky, B e ihaus . Stuwer,str aß e 46, . 10 Uhr vormittags. Redner: Di\ Abraham ScJtinerler. Bethaus Rabbiner Twersky, IL, Ojbermüllnerstraße 1?, 10 Uhr vormittags. Redner: Aron SchwertJinger. Sonntag, den 13* November: Theatersaal des »iReklame", IL, Präterstraße 34, halb 11 Uhr vormittags, Redner: Dr. Josef Löwenherz, Oberbaurat Robert Stricker, Dr. Sanel Beer, Ing. Eugen Buchbinder. Bethaus Ansehe dat Wezede.k, XX., Traunfclsgasse 3, 5 Uhr nachmittags. Redner:. Emil Nimhäuser, Dr. Z. F. Finkelstein. Bethaus Talmud Thor», IV., Wiedner Hauptstraße 83, 5 Uhr nachmittags, Redner: Sumer Schwarz, Kultusrat Prof. Moses Rath; Beth aus Beth Jizch a k; IL; Wohlmuthstraße 19, 5 Uhr nachmittags. Rednerr Dr. Michael Steinberg, Vizepräsident Dr. Löwenherz. Montag, den 14» Novembers Restaurant „Zum Goldenen Engel", XXL, Am Spitz 2, halb 9 Uhr abends. Redner: Siegfried Graubart, Kultusrat Dr. I. H, Körner, Doktor Oskar Grünbaum, Volksküche, IL, Krumuibaamgasse 12, 7t9 Uhr abends. Redner: Dr. Desider Friedmann, Oberbaurat Stricker, Dr. N. Samonsky, Restaurant Littmann, III» Radetzky- ■trafie 21, V»9 Uhr abends. Redner: Dr. J. Klaber, Ing. Eugen Buchbinder, Benno Deutsch. Restaurant Hacker, XX., Rauscher* •traße 5, V»9 Uhr abends. Redner: Prof» M. Rath, Dr. Finkelstein, Hans Kandl. Dienstag den!$♦ November i Gasthof Gruber, XIV., Sturzgasse 40, halb 9 Uhr abends. Redner: Kultusrat Prof, Moses Rath, Kultusrat Dr. L H. Körner, Dr. Jakob Weiner, Oberbau#at Ihg. Robert Striöker. M Handelsmuseum. IX., Berggasse 16, halb 9 Uhr abends. Redner: Dr. Oskar Grünbaum, Dr. Oskar Rosenfeld, Hans Kandl, Kultusrat Doktor Desider Friedman». Gasthof Nagel, X., Keplergasse?, halb 9 Uhr abends. Redner: Frau Margit Buch' binder, Kultusrat . Dr. L Klaber, Dr. Nahum Samonsky, Vizepräsident Dr. Josef Löwenherz. Cafe" Weber, XL, Simmeringer Hauptstraße 54, 7s9 Uhr abends. Redner: Dr. Simon Händler, Bernhard Deutsch. Mittwoch, den 16. Novemher* Hotel Continental, IL, Taborstraße 4, halb 9 Uhr abends^ Redner: Frau Margit Buchbinder, Dr. Henny Lichtenstein-Rappaport, Kultusrat Dr. I. Klaber, Vizepräsident Dr. Josef Löwenherz, Oberbaurat Ing. Robert Stricker. Hotel „Zum Auge Gottes", IX., Nußdorferstralle 75, halb 9 Uhr abends. Redner: Vizepräsident Dr. Josef Löwenherz, Kultusrat Dr.. I. H. Körner, Kultusrat Dr. Desider Friedmann, Oberbaurat Ing. Robert Stricker. Brigittasaal, XX., Wintergasse 27, Va9Uhr abends. Redner: Dr. Oskar Rosenfeld, Dr; Nahum Samonsky. . . Magistratisches Bezirksamt für den XVI. Bezirk, Elterleinplatz 14, halb 9 Uhr abends. Redner: Dr. Max Bernhard, Dr. Jakob Weiner, Dr. S. Wolf. Donnerstag, den 17« November« Cafe Hietzingerhof, XHt, Hietzinger Hauptstraße 22, halb 9 Uhr abends. Redner: Ing. Eugen Buchbinder, Dr, Oskar Grünbaum, Kultusrat: jLh.; Körner, Oberbatirrit Ing." Robert,Stricker. Resiauränt Heinrichshof, XX., Jä- ■gersrraße, Ecke Staudirigergassei Redner: Doktor Henny Lichtenstein-Rappaport, Kultusrat Dr. Jakob Ehrlich, Kultusrat Prof., Moses Rath, Kultusrat Dr. Desider Friedmann. Cafe Altes Rathaus, L, Wipplingersträße; 8. halb 9 Uhr abends. Redner: Dr. S. Wolf, Dr. Stfcinberg, Dr. Rothblum, V Es gaht jeden an! Wc rbewoeben jede Wäschereparätur, exaktest ausgeführt, 50 Groschen / Strümpfe repassieren, garantiert unsichtba , von 30 Gtoschen aufwärts / Strümpfe anstricken, per Paa» S 1.30 / Neuanfertitfunc von Herren-, Damen- und Bettwäsche nach neuesten Modellen, feinst und billigst Wasche-Erzeugnis ha us Macourek * Epsf ein VIII« Sfcodagaat« 30 (Eck« Alserstr.) Cafe Kriegsministerium, III., Invaliden strafie 9, halb 9 Uhr abends. Redner: Han» Kandl, Dr. Georg Weiner, Dr. Josef Löwenherz, Frau Buchbinder. Restaurant „Grüner Baum", VII., Mariahilferstraße 56, halb 9 Uhr abends. Redner: Dr. Desider Friedmann, Oberbaurat Stricker, Dr. Klaber. Voranzeiget Samstag, den 19. November, Nachtvorstellung in Schüfe rsTo n kino, VI., Mariahilferstraße 37. — Beginn 11 Uhr nachts. — Zur Aufführung gelangt „Dreyfus". — Der Gesamterlös fließt dem Wahlfonds der „Zionistischen Liste" zu. An die Zionisten Wiens! Das Zentralkomitee hat beschlossen, an die Zionisten Wiens den dringenden Appell ergehen zu lassen, gegnerische Versammlungen nicht zu besuchen und unter keinen Umstanden durch Störungen unseren Gegnern ein billiges Propaganda mittel zu bieten. Das Zentralwahlkomitee fordert alle Zionisten anf, sich strikte, an diese Weisung zu halten, und weis* darauf hin, daß der Erfolg unserer bisherigen WäHlerversammlungen einerseits, die leeren Versammlungen unserer Gegner anderseits den sinnfälligen -Beweis bieten, in welcher Form und. mit welchem Interesse die jüdische. Wählerschaft Wiens zu der, Frage der Kultnsgemeindewahl Stellung nimmt. RUNDSCHAU "'" l>e*^lüdenpunlii"'':i''- Die Juden der garizen Welt haben den Ausgang der deutschen Reichstags wählen mit gespanntester Teilnahme Verfolgt! Konnte sich doch aus' diesen Wahlen ,das Kräfteverhältnis der großen Parteien herauskristallisieren, und' die Richtung' festgelegt werden, in der sich die deutsche Politik nach innen und außen von'nun ab beWegen sollte. In dieser Beziehung hat das Wahlresiiltat keine fentscheidung gebracht. Die Gruudliuien der Parteienkonstellation sind geblieben^ Die H i 11 e r - P a r t e i hat zwei Millionen Wählersfimtnen und 35 Mandate eingebüßt. Es ist dies ein Verlust, der symptomatisch gewertet werden kann. Aber der' Jubel der linken' und sogenannten „Judenpresse", die von einer Niederlage der H'akenkreuzler "und der Abwendung einer faschistischen Gefahr spricht, ist dm so weinger gerechtfertigt, als der hitleristische Stimmenverlust Gruppen zugute, kam, die für eine A e nderung des Verhältnisses /Aim „J'u'denp u n k t" nicht die geringste Gewähr bieten. Zunächst profitierten von der .hakenkreuzlenschen Einbuße die Deutsch nationalen, Sie eroberten 800.000 Stimmen und 13 Mandate. Ihre Autorität im Reich ist gewachsen. Aber wenn auch ihre Haltung ihren jüdischen Mitbürgern gegenüber der Agressivität entbehrt, deren sich die Hakenkreuzler in Wort und Tat befleißigen, so wäre es doch verfehlt, in der deutschnationalen, von den Bannerträgern der wilhelminischen Aera geführten Partei unbedingte Loyalität in Dingen.der jüdischen Interessen zu erwarten. Soweit es um den Juden geht, dürfte der ICreis um Hugenberg, kurzum alles, was sich als Hüter deutschnationaler Belange tätigt, zu jeder Plattform bereit finden, sollte hiebei auch die Wurzel von 300.000 jüdischen Existenzen im Reich untergraben werden. Der zweite Nutznießer am 6. November war die Kommunistische Partei. Sie erhielt einen Zuwachs von 700.000 Stimmen und elf Mandate. Wenn auch mit einem weitaus größeren Machtzuwachs gerechnet wurde,, so darf man doch nicht vergessen, daß durch diesen Zustrom das kommunistische Prestige allenthalben gestiegen ist, eine Tatsache, die sich Uberall auf die Stimmung der verelendeten, jüdischen Massen, zumal im Osten, auswirken könnte. Eine fortschreitende..kommu- ,. „,.„ JI .1- Ul. O.J.I.. I... I. . Achtung! aus eigen er $cft)'a-ehtung per ke nur S 9.40 III ner pntvn nrrfi GLÜCKSMANN (Prater) II, Molkereistraße Nr. 4 Ttltphoo Mr. R«tt>7»M •rffsffsch'e*^ auf die zukunftsbange jüdische. Jugend in den Ländern der Galuth Eindruck zu machen. Die. Zerstörung und Unterminierung der jüdischen Volksideale könnte; .unter .solchem Aspekt leicht weiterhin Böden gewinnen.. •Nein. Die Zurückdrängung des pogromlüstepen Hakenkreuzes in Deutschland ist kein Anlaß zu übertriebenen Hoffnungen, zu idyllischem Optimismus. Der Judenpunkt in Deutschland ist nach wie. vor ein wunder Punkt geblieben. Ein wunder Punkt : Bri'fisdier Beamten« antfcemitismus f So oft von oppositioneller zionistischer Seite behauptet wurde, daß die englische Administration in .Palästina antiziönistischen Tendenzen huldige, die geeignet seien, den Aufbau des judischen Landes zu hemmen und eine Stimmung" zu erzeugen, die das Znsammenarbeiten mit eben dieser Administration erschweren, wiesen die den Weizmann-Kurs vertretenden zionistischen Körperschaften diese Behauptung als übertrieben, ja als unwahr zurück. Es hieß immer wieder, daß derlei „Unterstellungen" das so notwendige, freundschaftliche Einvernehmen mit den britischen Beamten gefährden; es hieß immer, man müsse zurückhaltend sein uud Verständnis haben für die Mentalität der "britischen Herren, die eben als Kolonialbeamte sich nicht so rasch in die Gefühlswelt des jüdischen Jischuw einleben könnten. Die Zeit werde hier das nötige Verständnis schaffen. Und als bei verschiedenen Gelegenheiten seitens der zionistischen Opposition erklärt wurde," daß sogar ein a n t i j ü'd i s c her, antisemitischer Zug sich fühlbar mäche, konnten sich die zionistischen Funktionäre in England und Palästina in der Verteidigung der „loyalen britischen Beamtenschaft" nicht genügtun. Aber auch der falsche Optimismus hat kurze Beine. 'Die. Wahrheit dieses Sprichworts bezeugt ein Vorfall, der soeben aus Jerusalem gemeldet wird. Die diesbezügliche Meldung lautet: Der palästinensische Kronanwalt E. F. Elliot vertrat die Klage gegen den georgischen Juden Thurshvill, der der Brandstiftung beschuldigt war.• Elliot führte zur Erhärtung der Klage aus, in England sei es allgemein bekannt, daß Juden ihre Läden und Warenbestände versichern, um sie dann in Brand'zu stecken und die. Versicherungssumme einz u k a s s i e r e n; d. h. er beschuldigt die Juden ganz offen des. gewohnheitsmäßigen V e rsicherungsschwindels. („Die Neue Welt" hat in einem Londoner Brief eine1 Reihe Von Fällen angeführt, wo die Versicherungsgesellschaften sich der Sohadensgutmachung an jüdische-Versicherte mit der.Motivierung entziehen wollten, daß diese den Schaden in betrügerischer Weise selbst verursacht hätten.) Der schamlosen Behauptung des englischen Kronanwalts blieb allerdings der jüdische Richter F r u m k in