Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 268 (4.11.1932)
- Date
- 1932-11-04
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 268 DIE NEUE WELT Seite! RFOLGREICHSTER KLAVIER- UNTERRICHT MEISTERSCHULI S 2.~ KORR6PETITION S 1.- UEBUNOSGiLiOSNHEIT Unter „Staatlich geprüfte Konzertpianistin" an dieAdm. d. BI# mittelmarkt ist normal, die Preise sind etwas besser geworden. Der Import aus Japan hält an." Die neue Wasserversorgung Jerusalems In der vorigen Woche wurden die Messungen für die kommende Wasserversorgung Jerusalems von Ras» el-Aiu (Jarkon) beendet. Die Entfernung bis Römern a betrügt 62 Kilometer. — Man nimmt an, daß der Jarkon zirka -80.000 Kubikmeter Wasser täglich geben wird. Davon soll Jerusalem zirka 1 2.0 0 0 Kubikmeter tag Ii c li erhalten (bisher gelangen zirka 2 0 0 0 K u b i k m e 1 e r t ä g 1 i c h zur Verteilung.) Aenderungcn im palästinensischen Zolltarif . In der „0 f f i c i a 1 Gazette" werden folgende Aenderungen im Zolltarif veröffentlicht, die sofort in Kraft treten (1 Mil zirka 2ils össterr. Groschen): Zollsatz Einheit Bier in Holzfüssem oder anderen Behältern.........15 Müs Liter Neue Stiefel, über 660 g das Paar 250 „ Paar Ziegenleder, verarbeitet . . . . J50 „ kg Sohlenleder und gegerbte Häute a) ganz oder teilweise für Schuhe, Stiefel oder Pantoffel verarbeitet ........ 50 „ ,, b) andere .........30 „ „ Mechanische Feueranzünder . . 30 „ per Stück Alte Stiefel a) nicht über 125 mm Länge . » 10 ,. Paar b) andere .........20 „ „ Laufwngen u. deren Bestandteile 20% ad valorem Oberteile für Stiefel, Schuhe und Pantoffel, ganz oder teilweise verarbeitet a) nicht über 125 mm Länge . . 50 Müs Paar b) andere . . ,......150 „ „ Oxygen.......... 3 „ Liter Kinderwagen und deren Beständteile........ ... 20% ad valorem Alte Schuhe: «) nicht über 125 mm Länge . . 10 Müs Paar b) andere .........20 „ „ Alte Pantoffel: a) nicht über 125 mm Länge . . 10 ,, „ b) , andere ........ . 20 „ „ Socken, hergestellt aus: a) einfarbigem Baumwollgarn, Kunstwolle, Wolle oder Baumwolle.......... 2,5 „ b) einfarbigem Baumwollgarn, gemischt mit Kunstseide . . 7,5 „ c) Baumwolle mit Seide, Kunstseide, Wolle ödere anderen Mischungen........ 10 „ „ d) Seide (natürlich) oder aus anderem Material mit nicht weniger als 10% Seide (natürlich) ' gemischt ... .... 25 „ Die Araber wollen an die Mandatskommission appellieren Die Tageszeitung „F a 1 a s t i n", Organ der arabischen Exekutive, veröffentlicht einen Aufruf an alle arabischen Organisationen, sich zu einer Einheitsfront zusammenzuschließen und die Mandatskommission des Völkerbundes zu ersuchen, bei ihrer jetzt in Genf stattfindenden Tagung den Bericht von Sir John Hope Simpson und das Weißbuch des früheren britischen Kolonienminisiers Lord Passfield erneut in den Kreis ihrer Betrachtungen zu ziehen. In dem Aufruf wird dann weiter gesagt: Wir dürfen uns nicht auf den High Commissioner verlassen, der zweifellos der Mandatskommission die Gesamtlage in rosigen Farben schildern wird, um den Juden die Möglichkeit zu verschaffen, in größeren Massen einzuwandern. Autobusverkehr Jerusalem—Kairo eröffnet Am 13. Oktober wurde der Autobusverkehr Jerusalem— Kairo eröffnet. Die Autobusse gehen von Jerusalem an jedem Montag und Donnerstag ab und treffen aus Kairo an jedem Sonntag und Mittwoch ein. Die ganze Route, die über die Wüste Sinai führt (laut Bibelbericht brauchten die Juden zur Durchwanderung der Wüste 40 Jahre), nimmt 12 Reisestunden in Anspruch. Muselmanische Kinder in den Schulen der Missionäre: Unter der mahomedanischen Bevölkerung herrscht große Unzufriedenheit wegen des großen Zustroms maboraedanischer Kinder zu den Schulen der verschiedenen christlichen Mißeionen in Palästina. Die Araber Sichems forderten die Regierung auf, sofort genügend arabische Schulen zu eröffnen, um die religiöse Erziehung der muselmanischen Kinder zu ermöglichen. Ein Aufruf des Brith- Trumpeldor De? Shilton.Betar versendet von Paris einen Aufruf, worin es heißt: Die betarischen Arbeiter in Erez Jisroel, die im Verband revisionistischer und betarischer Arbeiter (Irgun) organisiert sind, stehen seit Wochen in einem schweren Kampf gegen die „linke" „Histadruth ha Ovdim". Wie in den Jahren 1925/26, als sich die Ali ja und insbesondere der Strom jüdischen Privatkapitals nach Palästina verstärkte, so versucht auch jetzt die „Histadruth" ihre Monopolstellung und Hegemonie innerhalb des jüdischen Arbeiterstandes des Landes aufzurichten. Sie benützt dabei Methoden, die dem jüdischen tSaatsaufbau direkten Schaden zufügen, wie z. B. Streikparolederen Ursache nicht in den Arbeitsbedingungen des jüdischen Arbeiters, sondern lediglich in der auf Gruppenprestige gerichteten Taktik der „Histadruth" zu suchen sind. Sie unterstützt bewußt arabische Arbeiter, die bei jüdischen Unternehmern beschäftigt sind, und ihre zahlreichen Mitglieder tiberfallen die an Zahl geringeren revisionistischen und betarischen Arbeiter und schlagen sie blutig, weil sie sich nicht nach ihren Klassenparolen, sondern nach ihrem eigenen zionistischen Gewissen richten. Nach derartigen Ereignissen, die von jedem Juden, der ein nationales Gewissen besitzt, verurteilt werden, versucht die „Histadruth" durch ihre seit langem bekannte Taktik — durch eine gegen unsere Bewegung inszenierte Propagandawelle — die jüdische öffentliche Meinung vou ihren Taten abzulenken. In Anbetracht all dieser Tatsachen erklärt der Shilton: Jene Körperschaft jüdischer Arbeiter in Palästina, die sich „Allgemeine jüdische Arbeiterorganisation" nennt, vertritt lediglich eine politische Richtung der jüdischen Arbeiterschaft des Landes, und zwar jene, die die Klasseninteressen höherstellt als die Notwendigkeiten des Staatsaufbaus; die in allen jüdischen Körperschaften (wie „Kenesset Jisrael", zionistische Organisation usw.) für die Verkleinerung des zionistischen Zieles kämpft; die eine Vereinigung mit gewissen Teilen der arabischen Bevölkerung des Landes erstrebt, sich aber andererseits von den anderen jüdischen Ständen entfremden will. Diesen Versuchen stellen wir folgende Grundsätze entgegen: 1. Die betarischen Arbeiter Palästinas gehören dem „Irgun" und „Betar" an; sie gehören nicht zur „Histadruth" und richten sich nach ihren Weisungen nicht. 2. Die betarischen Arbeiter erkennen das Monop o 1 auf Arbeitsnachweisämter seitens der „Histadruth" nicht an und werden auch fernerhin sich durch neutrale Nachweisämter oder durch die Arbeitsnachweisämter ihres Verbandes Arbeit verschaffen. 3. Alle Beschlüsse und Weisungen der „Histadruth ha Ovdim", sowohl bezüglich der Arbeitslöhne und Arbeitsbedingungen wie auch bezüglich der Streiks, sind für die betarischen Arbeiter in keiner Weise Neu in der pädagogischen Literatur I // Bar*Mizwa ii Ein Unterriditsbudi für jeden Jüdischen Knetben mr Erlernung des Teflllinlegen- und als passendes Geschenk überall erhältlich! Und bei Isafc Heriberg, II, Karmeliter^ 5/9 bindend, soweit die „Histadruth" in diesen Fragen nicht mit dem „Irgun" übereingekommen ist. 4. Auf Grund all dessen erklären wir, daß die „Histadruth ha Ovdim" weder die einzige noch die allgemeine Organisation jüdischer Arbeiter in Palästina ist. 5. Wir drücken den physischen Gewaltmethoden der „Histadruth" in ihrem Kampf gegen unsere Brüder in Palästina, angefangen von den Ereignissen in Kefar- Saba bis zu den Ueberfällen der letzten Wochen, unsere Verachtung aus. Shilton Betar, Dr. B. Lubotzky, Generalsekretär. Warum Sir John Hope Simpson nicht Völkerbundoberkomntissür für Danzig geworden ist. Sir John Hope Simpson, der Verfasser des von allen jüdischen und nichtjüdisohen Freunden dos j tt d ischen Palästina-Auf bans so entschieden abgelehnten Berichtes Uber die wirtschaftliche Lage und Entwicklungsmöglichkeit Palästina«, war vom Völkerbund als Nachfolger des verstorbenen Oberkommissäre für den F r e i ö t'a'a t Danzig, Grafen Gravina, sehr ernstlich in Aussicht genommen worden. Die englische Regierung aber konnte sich — wie „Evening Standa r d" in seiner Ausgabe vom 21. Oktober abends mitzuteilen in der Lage ist — nicht entschließen, Simpsoai als High Commissioner für Danzig zu empfehlen,, da sie befürchtete, daß seine ,U n p o p u 1 a x i t ü t bei den Juden England keineswegs zum Nutzen gereichen könnte. Simpsons Palästina-Bericht, schreibt „Evening Standard", wird vom der jüdischen Welt abgelehnt; in Danzig aber — ebenso in Polen, das mit Danzig so eng in Berührung steht — gibt es einen ziemlich hohen Prozentsatz jüdischer Einwohner. Aus diesem Grunde unterblieb Simpsons Ernennung zum High Commissioner für Danzig; Simpson kehrt nach. China zurück,, wo er als Kommissär für Hilfe an die Opfer der Ueberscbwemmung fungiert. Der Wilnaer Gaon sah zu ♦ ♦ ♦ Von Awrom Kahan (Schluß.) ........ Feiges Pein wird noch um einer Sache schwerer. Mit Siwer, dem Sekretär der Komjug-Zelle in der Schneiderwerkstätte, ist Feige Rebelski schon seit langem bekannt. Siwer ist ein naher Freund Kejssers. Es fügte sich, daß er vielemal ihr begegnete, aber er hatte Angst, zu ihr hinzuschauen. Sie suchte einen Weg, ihn zu treffen. Es kam ihr vor, daß er sie meide, genau so wie Kejsser, der Leiter des Arbeitsamtes, seitdem sie bei ihm Arbeit erbat. Einmal geschah mit Feige bei einer privaten Unterhaltung folgendes: Bei einer ihrer Bekannten fand man sich zusammen. Anwesend waren dort Siwer und andere Komjugisten. Sie saß die ganze Zeit neben ihm, sie legte ihm auf den Teller die Sardinen, Wurst, dann knackte sie mit dem Nußknacker Nüsse für ihn u»d reichte sie ihm eutschalt zu. Er blickte sonderbar auf sie. Wärme ergoß sich ihr von seinen Blicken in die Adem. Siwer ist ein hochgewachsener Mann mit großem Haarschopf; seine Brauen sind so groß, daß sie das ganze Gesicht beschatten — das hatte sie schon seit langem bemerkt. Nach dem Imbiß ging man hinaus auf den Teich Boot fahren. Boot fuhr man bis spät nachts. Feige blieb etlichemal mit Siwer allein im Boot, und am Ufer, wohin sie sich begaben, war's abendlich frisch und abendlich angenehm. Sie kamen zurück zum Ufer, wo das Boot hätte stehen sollen — das Boot war nicht da; da wurde gelacht und gelacht. Siwernärgerte sich ein wenig: er mußte früh aufstehen zur Arbeit, und Feige war's gleichgültig: was soll ihr's zu Hause in der Stube? Wer nur solch einen Scherz gemacht hat? Wenn man sich schon entschließen sollte, über das Ufer zu schreien — könnte wer es hören? Die Nacht schwand für das Mädchen dahin in plötzlicher Frische. Damals noch in der Nacht fragte Siwer mehrmals: „Sieh nur, wie kommen Sie zu uns auf die Unterhaltung?" und wunderte sich: „Sieh nur, heute nacht hat Sie Marx selbst geschickt," Sie antwortete: „Wie denn Marx?" Sivers Brauen wurden ernster. Er erklärte: „Wie denn sonst, Gott vielleicht hat Sie geschickt? Soll's so seiu" Und wieder Gelächter -— ein stilles, liebes, herzliches y— breitete sich um die jungen Menschen in jener Nacht. Dem Mädchen fiel es gar nicht auf, daß Siwer jnehrerenwil in der Nacht wiederholtet „Sieh nur, wie kommen Sie zu unserer Gesellschaft?" Die Nacht ging mit außergewöhnlicher Frische. Vom Teich kam ein stilles Wasserrauschen, das vom Ufer abdämpfend und durstig eingefangen wurde. Wenn es sich bisweilen zu treffen pflegte, daß Siwer .und Feige auf der1 Straße nebeneinander gingen, blickte Siwer sich jede Weile nach rechts und links um, oh ihn jemand mit der Rebelski sehe. „Wirklich, man wird Sie noch einmal aus der Partei ausschließen," bemerkte einmal das Mädchen. „Nein, nein," sagte Siwer. Und einmal, als sie einander irgendwo trafen, •*£*e Siwer: „Sie wissen, Feige, wenn Sie auf Arbeit rechnen, müssen Sie in eine größere Stadt fahren, vielleicht nach Charkow oder Kiew." Das Mädchen blickte ihm nicht in die Augen: „Was soll das heißen?" Siwer versuchte, es ihr klarzumachen: „Weil Sie in einem kleinen Ort, dahier, jeder kennt." Dem Mädchen begann aufzudämmern, daß Siwer recht habe, aber sie verstand nicht, weshalb er plötzlich jetzt sich so zu reden anschicke. Sie fragte ihn, er ließ sich nicht lang bitten, lächelte mehr mit den Brauen als mit den Lippen: „Ich verstehe, daß Sie meine Bekanntschaft gemacht haben protektionshalber." Feige wurde rot, lief davon. Später, in ihrem Winkel liegend, erinnerte sie sich: Sieh nur, er sagt Sie, nicht Du, so oft hat er ihr schon Du gesagt , . . Und sie wünschte trotz alldem dem Manu wieder zu begegnen. Wenn sie vom Arbeitsamt kommt, enttäuscht, zerbrochen, vor den Kopf gestoßen, denkt sie an Siwer, möchte ihm vou ihrem Leid erzählen, ihn in die Stube hineinziehen, er möge sehen, wie sie wohnt ... Ja, Kejsser, das ist ein schlechter Mensch, wünscht, daß sie zugrunde gehe, aber Siwer? Sie nimmt das Fläschchen Parfüm in die }Iand, dreht es zum Boden um, dreht es und wendet et Sie legt es an die Schläfen, es dünkt ihr, daß ein frisches, duftendes Geriesel davon ausgeht. In Wirklichkeit ist das Fläschchen leer, duftet überhaupt nicht ... . Eines Abends ging sie zu Siwer nach Hause. Sie traf ihn nicht an, wartete lange, bis er kam. Sie legte sich auf den Diwan hin und wartete. Siwer kam müde von einer Sitzung. „Was soll das, Genossin?" den jene tiele erber-?ielum chte gen. sehe reie lehr men in reu, Uhrt iten. 1 in igen ann- 3un sehe iedszwei Für e n- )lieb