Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 268 (4.11.1932)
- Date
- 1932-11-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 DIE NEUE WELt Nr. 269 tTOfivmiN man w d«5»W Kanaan» Treuhan<)ge§ellsdiaft Ctfltaaft f futleftaftip Jerusalem liefert Infoimationen, Heen, Vorschlage, Pläne, Programme, Kostenvotanschläge; besorgt die Gründung, AbwicHung, Leitung und Überwachung von Unternehmungen oder Geschäften In Erez Israel Vertreter für. Österreich: Ludwig Gutmann, Wien I, Fleischmarkt i: Ludwig Gl M, H., ni.. 56 Mündliche Be p echung nach voiherger schriftlicher oder telephdnischer i R-25-7-7Ö) Vereinbarung bibliotbek, des Jüdischen Mueeums, Archiv« und der sonstigen in der Wiener Gemeinde bestehenden kulturellen Institutionen, Schaffung von Studentenheimen, Stiftung von Stipendien für Mittel* und Hochschuler. c) Soziale Aufgaben:- Ausgestaltung der jüdischen Zentralstelle für soziale Fürsorge, insbesondere In der Richtung der Zentralisation aller vorhandenen öffentlichen und privaten jüdischen Wohlfahrtseinriehtüngen. Reform des Armenwesens durch Anwendung der modernen Hillsmittel der sozialen Fürsorge unter Anpassung an die besonderen Bedürfnisse der jüdischen Gemeinschaft. Fürsorge für Durchwanderer und Aus. Wanderer, Förderung der Chaluzbewegung, Erweiterung der Versorgungsanstalt. Ausbau der jüdischen Waisenpflege, Fürsorge für jüdische Kriegsinvalide. Hebung der sozialen Lage der Angestelltensehaft der Kultusgemeinde. Ad 5. Die eigenartige Lage und sozialökonomische Struktur der jüdischen Bevölkerung erfordert eine, intensive , sozialpolitische Betätigung der Gemeinde zum Zwecke der Hebung des jüdischen Lebens in wirtschaftlicher Hinsiobt und tatkräftige Abwehr der auf ökonomische Schädigungen der erwerbstätigen jüdischen Bevölkerung gerichteten Tendenz. Diesem Zwecke haben zu dieneu; Die Gründung einer jüdischen Gemeinde-Spar- und Vorschußkasse und die Unterstützung der bestehenden Einrichtungen zur Förderung jüdischer Erwerbskreise.- Die" Schaffung einer Stelle für Arbeitsnachweis und Berufsb e v a t u n g, die tätige Mitwirkung bei der Berufsumschichtung; Die Gründung und Förderungvon Lch'ri lings- und Lehrmädchenheimeu,.. Haushaltnngs- und Handwerkevschulea xind Lebrjvfjrl^stätten. Schaffung eines Amtes für jüdische Bevölkerungsstatistik, jüdischer Rechtshilfe- und Rechtssc hu t z s t e 11 e n. Vergebung der Gememdelieferung'en und Arbelten im Wege von öffentlichen iConkurrenzausschrei'bungen unter unbeschränkter Teilnahme jüdischer Lieferanten und Gewerbetreibender. Aussetzung von Stipendien für jüdische Künstler. ad 6. Die Schicksalsgemeinsc-baft, die das jüdische Volk auf der ganzen Erde umschließt, verpflichtet die jüdische Gemeinde Wien, ab eines der größten jüdischen Zentren, ihr Werktätiges Interesse an ailen Angelegenheiten des Gesantijudentums zu bekunden, - an alJen gemeinsamen Aktionen teilzunehmen und den lebendigen Zusammenhang mit d e m W e 11 j u d e n 11» m aufrechtzuerhalten. Mit der Durchsetzung des vorstehenden Programms erstreben wir eine Umgestalten^ der jüdischen Gemeinde anf volkstümlicher Grnndlage, die Entstehung eines geistigen, religiösen, sozialen und knlturetten Zentrums der Wiener Judensfehaft, der jüdischen Volksgemeinde, die de» anerkannten Mittelpunkt posierenden jüdischen Lebens snd den Stola; #er Wiener Jndenheit bilden sollt U^ndidMm der „Zionfetfcdten Liste" 1. E>r, Desider Friedman», Mitglied des Vertreterkollegiums der IsraeKfischen Kultusgememde,, Rechtsanwalt, L, Schottenring 26. 2. Ingenieur Robert Strichet, Öberbaurat» IL, Hoilawlstraße 10. 3. Dr. Josef iöVenherz, Ti^epräsiefent tfer Israelitischen Kuftusgeweittdfe, Rechtsaawah» I., Liliengasse 1. 4. Dr. Oskar* Grünbuuni, RechtsaBwaft, L, Walfischgasse tQ. 5. Dr. Jakob Ehriicfc» Mitglied des Vertreterkoflegiaras. der Israelitischen Kultasgetnefnck!, Rechtsanwalt, L, HeJtferstorfers1ra% 9. Max acbiflmaiin, Präsident des Fußballklubs Hakoah, Kaufmann, IL, Taborstrafle 4». 7. Dr. J. II Körner, Mitglied des Verrreierkollegium* der Israelitischen Kultnsgemeinde, Reisobliroinbaber, L, Kohlmarkt 8. 8. Prof. Moses Kath, KnHuwerateber, Verleger, L, Taborstraße 20a. 9. log. %ngea Buchbinder, Stad^battmeiste», IL, Taborsirafie ttb. 10. Dr. Isidor Klaber, Mitglied Am Vertreterkollegium» der Israelttisebea Kultusgemeinde, Ar»*, iL, Lilienb*uui>ga$## 7, 11. Kommerzialrat Artur Albers, Kultusvorsteher, Kaufmann, IL, Gaudenzdorfergürtel 47. 12. Siegfried Graubart, Kaufmann, I., Sternga«se 13. 13/ Josef H. Waltucli, Kultusvorsteher, Börsebesucher, I., Maria-Theresien-Straße 24. 14. Dr. Dagobert Rybaczewski, Obmann des Verbandes osljlidiscber Vereine in Wien, Rechtsanwalt, IL, Hollandstraße 14. 15. Hans Kandl, Bankbeamter, IV., Preßgasse : Nr. 14. 16. Leopold Sitzmann, Kaufmann, XVL, Brunnetif asse 46. 17. Dr. Michael Sfeinberg, Kaufmann. I., Gölsdorfgasse 4. 18. Dr. Sanel Beer, Kultusvorsteher, Arzt, VL, Linke Wienzeile 4. 19. Moses Weiner, Kuliusvorsteher, Oberrechnungsrat, IX., Servitengasse 13. 20. Hermann Schwarz, Kaufmann, VII., Schot* tenfeklgasse 58 ' 21. Julius Kafz, Bankbeamter, IT., Ybbsstraße Ni4. 30. 22. Dr. Georg Weiner, Rechtsanwalt, I.» Spiegelgasse 2. 23. Markus Mühlbauer, Ingenieur, II., Vorgartenstraße 32. 24. Karl Franz Bondy, Verlagsbesitzer, IX., Alserstraße 32. 25. Otto Ritzek, Realitätensensal, XIIL, Holler« gasse 33. 26. Dr. Emil Schmitz, Rechtsanwalt, L, Kärntnerstrane 6. 27. Kasiel Glasberg, Agent, IL, Lassallestraße Nr. 7.. 28. Adolf Hecht, Bankier, VL, Gumpendorferstraße 22. 29. Dr. Salomon Bohin, Zahnarzt, XVII., Kal- 30. Geork Helwing, Kaufmann, XIV., Mariahilferstraße 164. 31. Bennv Deutsch^ Wäscheerzeuger, III., Kleistgasse 16. 32. Simon Gaspard, Kaufmann, HL, Rennweg Nr. 98. 33. Peisach Wühl, Beamter, XX., Wallenste-histraße 50. 34. Bernhard Griinhaf, Handelsagent, IL, Obere Dpnaustraße 45. 35. MediziriaW Di*. Samuel Ruß, Arzt, XXL, Brünnerstraße 25. ' J {(f •'•'■;; 36\ N. M»- lfliek6l^vK■«&Blmll^:^I^^:S!allOl!siraße Nr. 52b. t . >v # . . An alle Bezirksyvablteiier#u|ä Vertrauensmänner •'" der1 SfämiMM Listet ' " Pas Zentralwahlkomitee ersucht £lle Bezirkswahlleiter und Vertrauensleute, besorgt zu sein, daß die bisher gesammelten Gelder für den Wahlfönds so rasch wie möglich an das Zentralwahlkomitee abgeführt werden. — Das Zentralwahlkomitee 'beauftragt die Bezirkswahlleiter, bei der nächsten Bezirkswahlletterbesprechung, die Sonntag, den 6> N" ov e m b e r, um % 11 Uhr vorm. IL, Ptaterstraße 13, stattfindet, unbedingt einen Teil der gesammelten Gelder zur Abrechnung zu bringen. Zur geil. Beachtung t An die zionistische Wählerschaft\ Unt den Wahlfönds zu stärken, verpflichte ich mich, für jedes verkaufte */i' Klassenl'ös, das Von Zionrsten bei mir gekauft wird, S 2.— an den Wahlfonds abzuführen. Zur Nachahmung empfohlen? Nathan peut s ch, Wien, L, Köllnerhofgasse 6. An die Zionisten Wiens! Das Zentrahvahlkomttee hat beschlossen, an die Zionisten Wiens, den dringenden Appell ergehen zu lassen, gegnerische Versammlungen nicht zu. besuchen und unter keinen Umständen durch Störungen unseren- Gegnern ein billiges Propagandamittel1 zu bieten. Das ZertUalwahtkomhee fordert alle Zionisten auf, sich strikte an diese Weisung zu halten, und weist darauf hin« d»Q» der Erfolg unserer bisherigen Wählervörsammlungen einerseits, die leeren Versammlungen unserer Gegner anderseits den sinnfälligsten- Beweis bieten, in vreieher Form ond mit welchem Interesse die jüdische Wählerschaft Wiens zu der Frage der Kultusgemeinek'* wähl Stellung nimmt. Auszeichnung eines jörffsehen Musikpädagogen. Der Bundespräsident hat einen der ältesten pädagogischen M.UÄikjscbrif{stelle». Direktor Max A4terr durch Verleihung des silbernen Warenzeichens für Verdienste um die Republik ausgezeichnet.' Max Adler ist Begründer des Gremiums der Musikschulen Wiens utnd dessen Efimnpräsident sowie Bundesrai des Weltmusik- und Sqngßsbundes und bekleidet noch eine Anzahl anderer Earenstelleu- Auszeichnung. Der Bundespriteideut hat dem Rabbiney lilv Tirol und Vorarlberg, Herrn Dr. Josef tinfe in Innsbruck, taxfrei das goFdfene Verdienefzetehen der Refpublik Oesterreich verliehen. Die wohlverdiente Auszeichnung wurde in allen jüdischen Kreisen freudigst begrüßt. Auch bei der hiesigen zionistiseften Organisation hat diese hohe ßhrung um so größere Genugtuung hervorgerufen, alis Herr Dr. Link dem Palüstina-^Sedankeu weitestgehende Förderung zuteil werden ließ. Verein zur Förderung jüdischer Musik. De« erste Kammermttsikabend brachte sunt größten feit Uraufführungen, die E>r. J. Torb< mit einer Conferenee ein' leitet«. Zu Gehör wurden gebracht: Joel Eng e Ii, Klaviertria op. 22', 2 Klatrinettestäcke von W e p r i k and Stillmann; juliu» WoU*ahns ergreifende Lied* koropasitiöiv von Htert-Hoimanns „Schhtflied für Mirjam"; Ernest Blochs, Baal . Schein für Violin« und Klavier; KJaiierstücke von Milner und Acbson. Oi« AusfuHrtude» waren Israel Brandmann (Violine), Dr. Erich Simon (Klarinette), Herbert Weiß (Bariton), Robert Walter Spitz und Siegmund Wolf söhn (Klavier). Vorlesung Jehiida Ehrenkranz „Aus dem jüdischen Leben" Bei einem Programm, das Stücke aus dem jüdischen Leben in deutscher Sprache brachte, sah sich Jehuda Ehrenkranz, der anerkannte Interpret jiddischer Dichtung, vor die Aufgabe gestellt, den Pulsschlag des jüdischen Herzens hinter dem Gewebe des deutschen Wortes zu entdecken und hörbar zu machen, ohne der Struktur der Sprache Gewalt anzutun. Daß dieses Unternehmen gelinge, dafür^ setzte der Rezitator alle seine Talente der Einfühlungs- und Reproduktionsfähigkeit ein. Schalom Asch' „Verrückte'Mütter" nach dem Jiddischen,. Avigdor H a m e i r i s „.Ein Säckchen Erde." nach dem Hebräischen und Oskar Rosenfelds Erzählung „Ein Märtyrer" zeigten drei Stufen Ehrenkranzscher Gestaltung. Es war bezaubernd, die Melodien jedes einzelnen Stücks in ihrer Variabilität bei gleichzeitiger Grundstimmung aus dem Munde des Interpreten zu hören — besonders eindrucksvoll die Art, mit der sich der Rezitator seibat von den Ausschnitten aus dem jüdischen Leben distanzierte. Im Mittelpunkt der Vorlesung stand das Seder- Kapitel aus dem unveröffentlichten Roman „Heimweh nach Wien" des bekannten Schriftstellers Leopold H ich ler. Bei aller Realität des Geschehens fühlte man das Flügelrauschen irdisch nicht faßbarer Gewalten, denen der Dichter in der visionären Erscheinung des Propheten Eliahu Stimmung und Form verlieh. Dem epischen Strom der Handlung folgte der Rezitator in bald retardierendem, bald drängendem Tempo, wobei es ihm gelang, dem tragischen Grundton reizende, humoristische Lichter aufzusetzen. Leopold Hichlers Romankapitel in der Interpretation durch Jehuda Ehrenkranz macht den Wunsch, den ganzen Roman „Heimweh nach Wien" kennenzulernen, begreiflich. Den Abschluß des Abends bildete Schalem Alejchems Humoreske^Eine Hochzeit ohne Musikanten". Jehuda Ehrenkranz wurden vom ausverkauften Häus — es waren bedeutende Persönlichkeiten der Wiener jüdischen Gesellschaft erschienen — stürmisch gefeiert. Ein» Teil des Beifalls gehörte dem Autor Leopold Hichler. rd. Gesellsdiaftstf und Studienreise nadt Palästina 28* Februar bis 28. März 1933 Gesamtarrangement von WUn bis Wien — alles inbegriffen — S 95 0. AnschließendAufenthalt in A e g y p t e n, Auskünfte und Prospekte durch Auitfo- PalästinensischerWirtschaftsdienst, Wien, IX., Berggasse Id (Handelsmuseum), Telephon A-17-5-40 Serie (Sprechstunden Montag und Donnerstag von H5 bis 6 Uhr nachmittags), und durch die Reiseleiterin Frau Berta Taubes, Wien, IL, Böcklinstraße 92, Telephon B-51-7-05, an allen Werktagen. AUS PALÄSTINA. Der palästinensische Handel int Mai 1932. Der Warenimport nach Palästina betrug im Monat Mar 1932 Pf. St. 528.000, ein Aufstieg von P{. St. 100.000 im Vergleich zum selben Monat dea Vorjahres ^Pf. St. 428.000). An erster Stelle steht dabei als Ausfuhrland England mit Pf. St. 97.000. während aus anderen Teilen des hritwehen Imperiums Waren für PL St. 16.000 importiert wurden. A e jrvpten lieferte Waren für Pf. St. 94.000. Deutschland für Pf. St. 59.000, Syrien für Pf. St, 40.000, Rumänien für Pf. S*r 33.000, die Vereinigten Staaten von Nordamerika für Pf. St. 26.000, Italien für Pf. St. 23.000, Frankreich für Pf. St. 21.00Q und Japan für Pf. St. 16.O0O. Der flxpovt palästinensischer Waren ist im Mai 1932 von Pf. St. 42.000 im selben Monat des Vorjahres, auf Pf. St. 28.000 gesunken. Das wichtigste Importland für die palästinensischen Erzeugnisse waar dabei Syrien, wohin allein, für PL St, 13.QQ0 Waren geliefert wurden, Dann folgen Aegypten mit Pf. St. 9000, 'England mit zirka Pf. St. 1300, andere Teile des britischen Weltreiches mit Pf. St. 200$ usw. Die hauptsächlich ausgeführten Artikel waren: Waschseife,, Zement, Wein, künstliche Zähne und Devotionalien, Barelays Bunk über die ökonomische Lage im Lande Die Barclay-Bank teilt über die ökonomlsehe Lage im Lande Ende September folgendes mit: »Die Lage ist unverändert. Die Verkäufe ve* Orangen auf dem Baum haben fast aufgehört. Gegen?* wältig wind der Markt dorch einesne»en Zoll getroffen, der in Englamd euf die Einfuhr vo>& Orangen un4 Cisappe Fruit wählend der Miüm nate April bis November gelegt wurde und 31/? sb für 50 Kilogramm Orangen und 5 ah für 50 Kilogramm Grappe Fruit betragen soll. —• Durah den neuen Zoll auf Mehl in Syrien wu*de der Preis des syrischen Weizen» erhöht, weshalb der Import von Weizep aus Syrien nachgelassen bat. Die m Juli eingeführten Mengen von Gerste überstiegen Nachfrage darnach, wodtwreb dec Preis für Gerste gefallen De* iekofi*»