Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 267 (28.10.1932)
- Date
- 1932-10-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Stit«6 DIE NEUE WELT Nr. *f ECKSTEINS 'lllillllllllllllillllllllllil'!!; FAMILIEN-PENSION Rettauration, Kaffaefcaus / Täglich 5«Uhr-r«« CEMIIBDIMA Telephon II,HoohatraBe43 »EPI PI E KIN VI qeosit Hotel Panh«n» Mäßige Preise, vorzügliche Küche, Zimmer mit Pension S 12.- aufwärts. Zentralheizung, fließendes Warm¬ und Kaltwasser in jedem Zimmer. / Auskunft unter Telephon U-27-6-24 lichten Ziffern über Eheschließungen und Bevölkerungszuwachs im zweiten Jahresviertel 1932, die zeigen, daß die Juden, was Eheschließung und Bevölkerungszuwachs betrifft, hinter allen anderen in Polen wohnenden Nationalitäten rangleren. In der genannten Periode zählte man in Polen 54.988 Eheschließungen, da* von 34.544 katholische, 7531 uniierte, 6651 griechisch-orthodoxe, 199 evangelische und 4049 jüdische. Auf je tausend der Einwohnerschaft zählte man im zweiten Jahresviertel 1932 bei den Katholiken 6.8, bei den Uniierten 6.8, bei den Griechisch-Orthodoxen 6.7, bei den Evangelen 6.9, bei den Juden 5-3 Eheschließungen. Die Geburtenziffer ist bei den Juden noch ungünstiger. Der natürliche Bevölkerungszuwachs beträgt, auf das Tausend der Bevölkerung gerechnet, bei den Katho-. liken 13, bei den Griechisch-Orthodoxen 14.7, bei den Juden 8.8. Gtasellschaftsmid Studienreise nach Palästina 28. Februar bis 29. März 1932 Die vom Austro-Palästinensischen Wirtschaf tsdienst im Frühjahr 1933 veranstaltete Gesellschaft s- und Studienreise nach Palästina hat in weiten Kreisen großes Interesse hervorgerufen. Es liefen bisher zahlreiche Anmeldungen, nicht nur von Einzelpersonen, sondern auch von ganzen Gruppen sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland ein. Dank dem besonderen Entgegenkommen des Lloyd T r i e s t i h o Wurde schon jetzt eine größere Anzahl der besten Kabinen auf dem Dampfer für die Hin- und Rückreise reserviert. Die Vormerkungen für die Reise und die Zuweisungen der Kabinen auf dem Dampfer erfolgen in der Reihenfolge der Anmeldungen, es liegt daher im Interesse der Reiseteilnehmer, ihre Teilnahme an der Reise schon in nächster Zeit bekanntzugeben* Der Pauschalpreis für das Gesamtarrangement von Wien bis Wien beträgt S 950: Bei der Anmeldung sind 10 Prozent des Pauschalpreises einzuzahlen, der Rest kann in beliebigen Teilzählungen erfolgen, muß jedoch bis spätestens 15. Februar 1933 zur Gänze eingezahlt werden. Im Falle der Verhinderung eines vor. gemerkten Reiseteilnehmers wird der ganze eingezahlte Betrag ohne jeden Abzug rückerstattet. Auskünfte und Prospekte durch das Sekretariat des Austro-Palästinensischen Wirtschaftsdienstes, Wien, IX., Berggasse 16 (Handelsmuseum), Tel. A-17-5-40 Serie, an einem jeden Montag und Donnerstag von halb 5 bis 6 Uhr und durch die Reiseleiterin Frau Berta Taubes, Wien, II, Böcklinstraße 92/5, Tel. B-5L7Ö5, an allen Werktagen. Eine Kolonistenbank in Palästina Die „Neue Welt" hat vor kurzer Zeit über den Plan der Gründung einer Kolonistenbank berichtet. Nunmehr hat das Zentralkomitee der Kolonisten in Palästina Herrn Jakobson nach London und Paris, delegiert, um mit verschiedenen Finanzinstituten zwecks Gründung der Bank Verhandlungen zu pflegen. Die Verhandlungen wurden mit Erfolg durchgeführt. Die Errichtung und Eröffnung der Bank wird in den nächsten Wochen stattfinden. : . . Japan importiert nach Palästina Wie die „Barkley Bank" berichtet, wird die Steigerung des Imports aus Japan nach Palästina von Monat zu Monat fühlbarer. Zu gleicher Zeit ist im Import von Ware» aus England eine gewisse Stagnation eingetreten, Per Orangenexport über Haifa Durch die Errichtung des Hafen* in Haifa ist die Möglichkeit gegeben, den Qrangenexport Uber Haifa zu fördern. Gegenwärtig wird daran gearbeitet» eine Sehienenverbindung »wischen der Eisenbahn und dem' Hafen herzusteilen. . Die Baubewegung in Palästina Laut offizieller Aufstellung wurden in den Städte» des Landes im Jahre 1931 3,720.000 Pfund in öffentlichen und privaten Bauten angelegt, die höchste bisher erreichte Summe und um 280.000 Pfund mehr als im Vorjahr«. Da« Zentrum der Bautätigkeit war Jerusalem, wo weit mehr als die Hälfte der Summe verbaut wurde. Grit in weitem Abstand folgen Tel-Awiw, wo zwar verhältnismäßig viele, aber kleine Häuser gebaut wurden, und dann Haifa und Jaffa, Eine umfassende inrormatlonsschrlfr über die grosse Bewegung im Zionismus Verfasst von Robert strtcfter Herausgegeben von der Union der Zlonlsten-RevlÄlonhten Oesterreichs/ P'CJ& 2t>g / erhältlich b Verlag „Neue Welt", Wien h\ Untere Augartenstr. 35 Marquis of Reading Über Palästina-Politik und -Wirtschaft Der bekannte jüdische Politiker Marquis of Reading, der frühere englische Außenminister und einstige V i z e k ö n i g von Indien, der gegenwärtig in New York weilt, gab einem Vertreter dar Jüdischen Telegraphen-Agentur ein Interview, in dessen Verlauf er sich Uber England« Pflicht in Palästina wie folgt äußerte: Großbritannien hat vor aller Welt da« feier« liehe Versprechen abgegeben, daß es ein' jüdisches Nationalheim in Palästina errichten werde. Es ist seine Pflicht und es ist auch seine Absieht, dieses dem jüdischen Volke gegebene Wort einzulösen. Ich persönlich bin fest davon überzeugt, daß die englische Ragierung — sei sie konservativ, liberal oder ©ine Arbeiterregierung — die den Juden in der Balfour-Deklaration gegebenen Versprechungen erfüllen wird. Marquis of Reading, der vor mehreren Monaten Palästina besucht hat, äußerte sich enthusiastisch über die Erfolge der jüdiaehen Arbeit und führte aus, das Land des jüdischen Nationalheims sei das einzige, das die W jr tschaft sdep res sign, unter der die ganze Welt leidet, nur wenig spürt, Kapitals» investierungen von Juden aus aller Welt in Palästina seien jetzt ebenso sicher wie gewinnbringend, Großer Ueberschuß im Budget der Palästina- Regierung Wiederum hat die Palästina-Regierung einen erheblichen Budget Überschuß zu vftrizeiohnen. Wie dem heute mitgeteilten Reohnunipabschiuß für die Monate April bis August 1932 zu entnahmen ist, betrugen die Einnahmen in, dieser fünfmonatigen Periode U 12.637 Pfund, während die Ausgaben 925.367 Phmd betrugen; der Netjo;r4e|,frechiiß stellt «ich dem n a ch a .u f;187.270i Ff u n d, Während den Reigie« mimgen fast aller Länder der Welt der Auftgledoh ihres Budgets schwere Songen macht, kann die Palästina-Regierung infolge» der guten Wirtschaftslage und der sehr geringen Arbeitslosigkeit verhältnismäßig erhebliche Ueber3chütäse erzielen. '* Anm. der Red.: Aiber auch infolge des Um- Standes, daß sie den Juden die Traigung der Kosten für Schulu>nd Gesiu ndheit« weeen fast ganz üibenläßt, Außerordentliche Steigerung des Orahgenexports Palästinas Wie der JTA. von fachmännischer Seite mitgeteilt wird, wird der Exportvon Palästina- Orangen in diesem Jahre rund zwei Milionen Kisten, gegn 750.000 Kisten im vergangenen Jahre, betragen. Die Verschiffung beginnt anfangs November, Im Hafen von Haifa werden schon jetzt alle Vorbereitungen getroffeu, um die Verschiffungsarbeit zu bewältigen, Der Geldumlauf Palästinas Wie der palästinensische Währungeausschuß mitteilt, sind gegenwärtig in Palästina zweieinhalb Millionen Pfund Bargeld, davon Uber zwei Millionen in Noten und weniger als eine halbe Million in Münzen, in Umlauf. Unter den Noten gibt es nur 85 zu je 100 Pfund, aber eine halbe Million Ein-Pfund-Noten. Brüh Trumpcldov Vom Büro des Shilton, Paris. Bulgarien. Der Betarl Zewi Berest, Berlin, besuchte den Ken-Betar in Sofia, wo er einen Kursus für wehrsportliche PI ach schare einteitete. Die Ken wurde nach Gecludim, Pelugot und Zerorot reorganisiert. «Die Verwaltung des Ken wurde von der Verwaltung der Landesorganisation (Netzivut) getrennt. Zum Mefakked ha Ken wurde der Betari Teplitzky ernannt Die Netzivut berichtet, daß all diese Reformen *u einer gedeihlichen Entwicklung des Betar in Bulgarien fuhren werden. Griechenland. Am 11. September fand in S a 1 o n i k i^eine vom Betar veranstaltete Feier de« 15jährigen j%ilüums der Gründung der Jüdischen Legion statt. Vor der autgestellten Reihe der Betarim Salonikis hielt der Mefalcked Rüben die.Gedächtnisrede.. Darauf fanden sportliche Veranstaltungen statt, deren Sieger verschiedene Preise erhielten, An der Feier nahmen breite Kreise der judischen Gemeinde Salonikis teil. China. Der Shilton erhielt Nachrichten Uber die Leistungen des Betar in Charbin im Zeit der großen Ueberschwemmung dieser Stadt. Der Betar über* nahm die Rettungsarbeit der jüdischen Bevölkerung und vollbrachte, wie allseits bezeugt wird, diese Aufgabe mit heldenhafter Aufopferung und Hingabe. Die Stadtverwaltung Charbins hat in Anerkennung dieser Leistung allen schulpflichtigen Betarim des Schulgeld für daß nächste Jahr erlassen. Der Shilton stellt mit besonderer Befriedigung die menschenfreundliche Leistung des,Betar in Charbin fest und drückt ihm in aller OeffentHchkeit seine besondere Anerkennung au«. Der Betar in Schanghai stellte ein kleines jüdisches Kontingent für die zum Schutze der Fremdensiedlung der Stadt aufgestellte Schutztruppe. Legitimationsaktion. Die Netzivut Palästinas berichtet über die Durchführung der Pekuda de« Shilton Nr. 34 vom.. 16, September. Von den bisher eingelaufenen Bestellungen für Betar-Legitimationen ist be* sonders die große Zahl tschechoslowakischer Ken&nim hervorzuheben. AUS PALÄSTINA. Streit um die Palästina-Zertifikate Die Einwanderungskommission der Jewish Ageney hat in ihrer Sitzung am 21. Oktober beschlossen, von den von der Palästina-Regierung der Jewish Agency für die laufende sechsmonatJoe Einwanderungsperiode bewilligten 4500 Einwanderungszertifikaten lOOOZertifikatefür Ver w a n d t o von Palästina- Einwohnern zur Verfügung zu stellen. Schwierigkeiten ergeben eich hinsichtlich der Höhe des fürMitteletandseinwanderung zu bewilligenden Teiles der Zertifikate. Die Allgemeinen Zionisten sind der Meinung, daß die Einwanderung von Mittelständlern wichtiger seials dievonChaluz im; sie fordern demgemäß 1500 Zertifikate für Mittelständler, während für Chaluzim nur 1400 Zertifikate reserviert bleiben sollen. Die Allgemeinen Zionisten erklären, eie würden, wenn nicht den Mittelstandseinwanderern angemessene Einwanderungschancen gegeben würden, auf die während des letzten Zionistenkongresses geschaffene Koalition mit den Arbeiterparteien verzichten und ihre Vertreter aus der Zionistischen Exekutive zurückberufen. Man glaubt hier, daß ein Kompromiß auf der Basis zustände kommen wird, daß den Mittelstäridlern etwa 500 bis 1000 Zertikate zur Verfügung gestellt würden. Hier verlautet, daß 400 von den bewilligten 4500 Zertifikaten von der Regierung zurückbehalten werden, um sie zur Legalisierung des Daueraufenthaltes jüdischer Touristen zu verwenden, die auf Grund von Touristenvisen nach Palästina gekommen waren, sich aber nachträglich entschlossen haben, dauernd im Lande zu verbleiben. *Schlojma Neiman im Hungerstreik Der Revisionist Schlojma Neiman, der wegen Schofar-BIasens am Jörn Kippur an der Klagemauer zu 21 Tagen Gefängnis verurteilt und gleich in Haft behalten wurde, ist in den Hungerstreik getreten, weil man ihn unter den kriminellen Gefangenen unterbrachte. Er gab den Hungerstreik auf, als man ihn in die Abteilung für politische Gefangene überführte. Die „jüdische Jeaune d'Are" Am 18. Oktober, dem 15. Todestag von Sara Aronsohn, die die „palästinensische Joanne d'ArcM genannt wird, pilgerten 1000 Angehörige des Verbandes der Kolonistensöhne „Bnei Benjamin" und de« Brith Trumpeldor sowie zahlreiche andere Angehörige des jungen Jischuw zum Hause des greisen Vaters der Sara Aronsohn in Sichron Jakob, um ihm ihre Ehrfurcht zu bezeugen; von dort ging der Zug zum Grabe der Aronsohn auf dem Friedhof der Kolonie, wo Kränze niedergelegt wurden und der Bürgermeister von Sichron Jakob eine Ansprache hielt. Sara Aronsohn war im Kriege die Führerin der jüdischen Intelligenz Palästinas, die für den jüdischen Aufbau in Palästina weiterwirken wollte. Sie wurde von der türkischen Militärbehörde verhaftet und fortgesetzt schweren Martern unterzogen, so daß sie es vorzog, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Die religiöse Judenheit Palästinas demonstriert Führer der religiösen Judenheit Palästinas hielten unter dem Vorsitz von Rabbi Kook, Rabbi Meir Bor« lin und anderen Persönlichkeiten eine Sonderberatung ab, die der Frage der Ermöglichung der Sabbathaltung für die in öffentlichen Diensten stehenden Juden gewidmet war. Es wurde eine Resolution angenommen, in der gegen die Palästina- Regierung die Klage erhaben wird, daß sie entgegen ihrer Verpflichtung den bei öffentlichen Arbeiten beschäftigten Juden nicht die Möglichkeit gibt, den Sabbat iu beobachten. Die Regierung wird in der Resolution darauf aufmerksam gemacht, daß sie gemäß dem Palästina-Mandat verpflichtet ist, den jüdischen Arbeitern und Angestellten an Sabattagen wie an hohen jüdischen Feiertagen Arbeitsdiepens zu erteilen. In einer «weiten Resolution werden die Jewish Agency, der Keren Kejemeth und der Keren Hejeisod in ultimativer Fern aufgefoi»