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Die neue Welt · 1932-10-28 · Heft 267 (28.10.1932) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 267 (28.10.1932)
Date
1932-10-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 36T SIEGM. KORNMEHL GROSSPlIISCHHAUiREI Zentrale: IX., Berggasse 19, Tel. A-17-3-99 u. A-16-9-34 Lieferant für Heilanstalten M^£ili!£££!Ll£lMH2l£!£l^K unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinate der Isr. Kultusgemeinde Wien Autosusteilung koatenlo» IX. Bcrggass« IS / XVIII., W8hrlng«ritr. 97 niatischen Gewerkschaft, die die Streikparole nicht respektieren wollten. Weitere neun Arbeiter und zwei der intervenierenden Polizisten wurden verletzt. Zwölf Arbeiter wurden verhaftet. Während die gesamte hebräische Presse Palästinas gegen den fortdauernden Arbeiterkrieg' scharf Stellung nimmt und den Revisionisten vorwirft, sie wollten die palästinensische Arbeiterbewegung zerbrechen, erklärt „D o a r Hajo m", jeder Jude in Palästina ' habe das Recht, zu arbeiten, wann und wo er wolle. Ilm die „Judenrepublik" Biro'Bidsdian Ein englischer Minister als Propagandist Die Moskauer Regierung ist Meisterin der Propaganda. Seit drei Jahren täuscht Sie mit größtem Erfolg der ganzen Welt die Errichtung der „Judenrepublik Biro-Bidschan" an der sibirisch-chinesischen Grenze vor, um einerseits dem Zionismus das Wasser abzugraben, anderseits um die jüdische Welt darüber hinwegzutäuschen, daß das russische Judentum unter ihrer Herrschaft qualvoll «abstirbt Jetzt ist es ihr gar gelungen, einen leibhaftigen englischen Minister als Propagandisten für die „Judenrepublik" zu gewinnen. Der jetzt in Rußland als Gast der Sowjets weilende ehemalige Kriegsminister der englischen Arbeiterregierung, Lord M o s 1 e y, ergeht sich in höchsten Ausdrücken des Lobes über die Judenrepublik. (Er hat sie allerdings nicht gesehen!) Lord Mosley sagte dem Vertreter der J. T. A. in Moskau u. a.:' „Soweit ich mich aus Gesprächen mit kompetenten Faktoren und aus gedruckt vorliegendem Material informieren konnte, hege ich die Meinung, daß die Schaffung des Bir o-lB idschan-Planes eine der rühmenswertesten Taten der Sowjetregierung .im /Interesse der jüdischen Arbeiter und der Deklassierten, die äus ihren früheren ökonomischen Positionen hinausgestoßen worden sind, ist.Fachautoritäten bekunden, daß der Boden von Biro-Bidschan fruchtbar, das Klima nicht leicht, aber gesund ist. Das Gebiet ist außerordentlich dünn bevölkert, so daß, wenn hier eine jüdische Republik entsteht; keinerlei. Störungen seitens der eingeborenen Bevölkerung zu erwarten sind. Jedenfalls ist Biro-Bjdschan für eine jüdische Siedlung in großem Stil mehr geeignet als etwa Uganda, Brasilien oder Argentinien, wo jüdische Führer in der Vergangenheit die Errichtung jüdischer Republiken geplant haben." „Man sagte mir", schloß Mosley, „das'; die j ü d i s c h e Presse außerhalb Rußlands scharf gegen den Plan von Biro-Bidschan eingestellt und daß' dies auf die Inspiration durch die Zi o'n i s t e n zurückzuführen ist. Ich kann nicht gleich annehmen, daß dies wahr sei; ich würde es' nicht verstehen, wenn Zionisten gegen diesen Plan sein sollten. Biro-Bidschan und Palästina sind zwei ganz verschiedene Dinge. Auch die Umstände sind verschieden. Die Gründung des1 Jüdischen Nationalheims in Palästina vollzieht sich im Kampf mit den Arabern; Biro- Bidschan aber' ist frei und wartet auf Neusiedler. Die e n g I i s c h e Regierung hat durch Lord Balfour den Juden Palästina versprochen, während die Sowjetregierung Biro-Bidschan den Juden gegeben hat. Auch ist Palästina nicht groß genug, um alle jüdischen Wanderer aufzunehmen, es bringe darum dem Zionismus keinen Schaden, wenn auch Juden außerhalb Rußlands nach Biro- Bidschan ziehen. Ich glaube, daß der Plan des Aufbaues Biro-Bidschans durch Juden Förderung verdient." Lord Mosley spottet seiner selbst. War es doch seine Regierung, die englische Regierung, welcher er angehörte, die Arbeiterregierung, welche den anttzionistischen Kurs einschlug, sich auf Seite der arabischen Pogromisten stellte und das den Juden gegebene Versprechen schnöde brach. Der zweite „Fünfjahrplan4* für Biro-Bidschan Eine Sonderkommission der staatlichen Fünfjahr* plan-Kommission hat gemeinsam mit den obersten Organen von Biro-Bidschan einen vorläufigen zweiten Fünfjahrplan für Biro-Bidschan ausgearbeitet. Danach •ollen bis -.cum Jahre 1937 3 0 0.0 0 0 Seelen, davon mindestens 50 bis 60 Prozent Juden, nach Biro-Bidschan einwandern. Der angebaute Boden soll von 28.0Q0 Hektar in diesem Jahre auf 60.000 Hektar, im kommenden Jahre und bis 250.000 Hektar im Jahre 1937 erhöht werden. Der Viehbestand soll von 11.000 Stück in diesem Jahre auf 17.500 im kommenden Jahre und bis 49.000 im Jahre 1937 erhöht werden. Im gleichen Verhältnis soll sich der Bestand an Pferden« Schweinen und Geflügel erhöhen. " Zur Durchführung dieses Fünfjahrplanes für Biro- Bidschan wird die Regierung 263 Millionen Rubel U der Landwirtschaft, 641 Milliooin Rny«lin der Industrie, 8H Millionen Rubel in der Gewerbe- Kooperation, 173 Millionen Rubel im Aufbau der Kommunalwirtschaft und im Wohnungsbau, 85 Millionen Rubel im Volksbildungswesen, 181 Millionen Rubel im Eisenbahnbau, 29 Millionen Rubel im Gesundheitswesen, 17 Millionen Rubel in wissenschaftlichen Anstalten und 25 Millionen Rubel in der Konsumkooperation investieren. Die Verwendung dieser hohen Summen soll beweisen, daß die Regierung entschlossen sei, den Aufbau von Biro-Bidschan ernstlich durchzuführen. Wie es in Wirklichkeit aussieht Neben den Lobpreisungen des Lord Mosley und den schwindlig hohen Ziffern in Rubeln und Hektaren, welche der „Fünfjahrplan" ausweist, nimmt sich der Bericht der staatlichen Kontrollkommission sonderbar aus. In den Moskauer Blättern, also in Regierungsblättern, wird über die Ergebnisse einer staatlichen Kontrolle in Biro-Bidschan gemeldet: „Zu pessimistischen Resultaten kommt die staatliche Kontroll k o" m m i s s i o n, die in •>Biro- Bidschan die großen Kollektivsiedlungen Wolotschajewsk und Potrowsk und das sozialistische Städtchen Ikor usw. besucht hat. Sie stellt fest, daß nirgends Vorkehrungen zur Aufnahme von Neusiedlern vorhanden sind, daß sich niemand hiefür Verantwortlich fühlt, daß die neu eingetroffenen Siedler Bitteres erleben müssen und daß deswegen an einigen Punkten 50 Prozent, ja 60 Prozent der neu Eingewandertin wieder abgewandert sind. Einwanderer müssen mehrere Tage auf dem Bahnhof zubringen, wo ihnen oft das ganze Gepäck gestohlen wird, Familien mit kleinen Kindern kampieren im Freien. Weder die Administration noch die Gewerkschaft, noch die Parteiorganisation, noch endlich die alten Siedler kümmern sich um die Leiden der Neusiedler. In den Siedlungen selbst wird für den Unterricht der Kinder nicht gesorgt. Die Kontrollkommission warnt die an diesen Zuständen Schuldigen und kündigt deren Ausschluß aus der Partei und Stellung vor Gericht an, falls sie nicht versuchen sollten, ihre Fehler wieder gutzumachen. Zionistische Liste für den Wiener Kultusvorstand An die zionistische Wählerschaft! Der Kampf um die Wiener Judengemeinde hat begonnen. In fünf Wochen wird die Entscheidung fallen, ob die Wiener Judengemeinde von Menschen geleitet und verwaltet werden soll, die am jüdischen Volkstum festhalten, seine Stärkung nnd Entwicklung anstreben, oder ob die Wiener Jndengemeinde unter die Herrschaft von Elementen geraten soll, die das Judentum Stück für Stück preisgeben. In Anerkennung der schweren Verantwortung haben sich die beiden großen zionistischen Gruppen zu einer gemeinsamen Liste vereinigt, um dem Ideal H e r z 1 s, die Kultnsgemeinde in eine jüdische Volksgemeinde zu verwandeln, zu dienen. Das Zentralwahlkomitee der „Zionistischen Liste", das aus den Herren Dr. Josef Löwenherz, Ing. Eugen Buchbinder, Ignaz Müller, Gerson Wittlin, Ministerialrat Moses Weiner und Fritz Richter besteht, hat seine Tätigkeit begonnen und ersucht die zionistische Wählerschaft, nachfolgenden Mitteilungen größte Aufmerksamkeit zu widmen: Das Zentralwahlkömitee kann nicht nachdrücklich genug auf die enorme Wichtigkeit der Mithilfe aller nationalen und zionistisch eingestellten Juden verweisen. Noch niemals war der Ruf „Alle Mann an Bord V* so dringend, wie in diesem Moment, da die Zionisten einen schweren Kampf gegen eine geschlossene Front erbitterter; und haßerfüllter Gegner auszufechten haben. Säumt daher nicht und stellt euch sofort dem Wahlkomitee, das seine Tätigkeit im Büro, II., Praterstraße 13 (Telephon R-44-3-45, Bürostunden von 9 bis 21 Uhr), aufgenommen hat, zur Verfügung. Sorgt dafür, daß keiner eurer zionistischen Freunde der Arbeit fernbleibe. Sorgt dafür, da^tdas Zentralwahlkömitee so rasch wie möglich in den Besitz gröBerer Geldbeträge gelange. Beachtet diesen dringenden Appell. Der Erfolg der „Zionistischen Liste" ist einzig und allein davon abhängig, wie dieser schwere Kampf geführt wird. Ein Wahlkampf kostet Geld. Weil in der heutigen schweren Zeit auf größere Zuwendungen wenig gerechnet werden kann, ist es unerläßlich, daß jeder mit Hilfe der vom Zentralwahlkomitee ausgegebenen Sammelblocks dahin trachte, der „Zionistischen Liste" die Mittel zum Wahlkampf zukommen zu lassen. Jeder Betrag, auch der kleinste, ist wichtig. Da am 28. Oktober die Reklamationsfrist für die Kultuswahlen abläuft, ist es von besonderer Wichtigkeit, sofort in die Wählerliste (Zentralwahlleitung, II., Praterstraße 13, oder Revisionistenheim, II., Untere Augartenstraße 38) Einblick zu nehmen. Alle zionistischen Studenten- und Jugendgruppen haben sich in den Dienst der Wahlarbeit gestellt. Sie müssen sofort mit der Arbeit heginnen. In der heutigen Verlautbarung sind bereits einige Vertrauensmänner-, Sprengel- und WShlerversammlungen angekündigt. Alle Mitarbeiter werden aufgefordert, für zahlreichen Besuch dieser Versammlungen Sorge zu tragen. An alle Bezirkswahlleiter, Sprengelleiter und Gruppenleiter ergeht die Aulforderung, das Zentralwahlkomitee ständig über alle Aktionen informieren zu wollen, insbesondere die rechtzeitige Anmeldung der Wählerversammlungen vorzunehmen, damit einerseits die Zuteilung der Versammlungsredner reibungslos vonstatten geht, andererseits für die rechtzeitige Aussendung von Einladungen gesorgt werden kann. Die Arbeit unter den Frauen Ein besonders wichtiges Arbeitsgebiet wurde den zionistischen Trauen zugeteilt, die unter der Leitung von Frau Sabine P a Q w e g, IX.. Schlickgasse 5. Tel. A-ll-1-34. und Frau Margit Buchbinder. II.. Taborstraße IIb. Tel. A-46-5-38. in allen Bezirken rege Arbelt unter der weiblichen Wählerschaft entfalten werden. Die Namen der einzelnen Bezirksleitungen sind: I. Bezirk: Frau Bundesfürsorgerat Waltuch. I.. Maria- Thereslen-Straße 24. Tel. A-15-1-50. II. Bezirk: Frau Margit Buchbinder, II.. TaborltraBc Nr. IIb. Tel. A-46-5-38 Prater: Frau Windschauer. II.. ObermOllnerstraSe 5. IV. Bezirk: Frau Salomea Rottenberg. IV., Mühlgasse Nr. 22. Tel. B-23-3-77. V. Bezirk: Frau Dr. Amalle Kantor. V.. Ramperstorlergasce 14. Tel. A-37-8-48. VI. Bezirk: Frau Direktor Erna O u 11 rn a n n. XIU., Prem* relnergasse 18. Tel. B-26-5-38. VII. Bezirk: Frau Josefine M o d I i n g e r. VII.. MarlahllferstraQe 80. Tel. A-4I-J0I. B-35-609. VIII. Bezirk: Frau Berta B e r g e r. VIII.. Josefstadter- »traUe 9. Tel. B-47-7-17 — Frau Eugenie K r e i 11 e r. VIII.. Buchleldtgasse 19. Tel. A-23-3-47. B-47-8-43. IX. Bezirk: Frau Rebekka W e i n e r. IX.. Set vltengasse 13. Tel. A-14-408. X. Bezirk: Frau Ing. Brandweine r. X.. Favoritenstraße Nr. 147. Tel. R-] 1-8-14. ' XII. Bezirk: Frau Erna M e i s e t s. XII.. Schönbruunerttraße 270. Tel. R-39-410. XML Bezirk: Frau Stella (lorowltz, XIII.. AuhofstraBe Nr. 255. < XVI. Bezirk: Frau Piper. XYU.. Mernalm Hatto tftrafl» Nr. llt T«. XVII. Bezirk: fraa Blumen feld. XVII.. Hernalser Hauptstraße 132. Tel. A-21-601. B-42-0-51. XVI II. Bezirk:- Frau Erna Patak. XVIII.. Welm*rtrstraOe 22. Tel. A-l 1-605. XIX. Bezirk: Frau Aljalah Tartakower. XIX.. Silbergasse 23. XX. Bezirk: Frau Ester Schwarz, XX.. Mosergassc 6f7. XXI. Bezirk: Frau O las er. XXI.. Schlingerstraße 6. Tel. A-61-6-58. Bezirkswahlleitungen Außer der Zentralwahlleitmig wurden für jeden Bezirk Bezirkswablleitüngen gebildet. Wir bitten unsere Freunde und Anhänger, sich sofort zur Mitarbeit folgenden Bezirksleitern zur Verfügung stellen zu wollen. Auch Auskünfte sind dort einzuholen: I. Bezirk: Dr. Karl Ettinger. I.. Weihburggasse 9. Tel. A-38-5-33. — Dr. Isidor R u b I n s t e I n. I.. Salzgries 21. Tel. U-25-2-35. II. Bezirk: Dr. A. Schmer Ter. II.. Taborstraße 1. Tel. A-41-5-90. — Theodor O r u b e r. II.. Lichtenauergasse 4. Tel. A-ll-0-10. Prater: Ing. Markus Mühl bau er. II.. Vorgartenstraße 150. Tel. R-41-8-88. A-49-2-47. —. Julius K a t z. II., Ybbsstraße 30. Tel. U-27-5-75 III. Bezirk: Benno Deutsch. III.. Kleistgasse 16. Tel. U-15-4-2S. — Dr. Willi Perl. III.. Keilgasse 9. IV. Bezirk: Wilhelm Feldschuh. IV.. Mittersteig 15. Tel. A-31-2-66. — Dr. Oskar Tel! e r. IV.. Favoritenstraße 2. Tel. R-22-S-60. V. Bezirk: Oskar Schladmlch. V.. RUdigergasse 10. VI. Bezirk: Dr. Sanel Beer. VI.. Linke Wienzeile 4. Tel. B-20-0-59. — Isidor K I m e I. VI.. Esterhäzygasse 20. VII. Bezirk: Hermann Schwarz. VII.. Schottenfeldgasse Nr. 58. Tel. B-38-6-91. — Simon Haber. VII.. Neubaugasse 25. Tel. B-33-305. - VIII. Bezirk: Dr. Josef Orünberger. VIII.. Josefstädterstraße 81. Tel. A-22-1-13. — Wilhelm Kreitler. VIII.. Buchfeldgasse 19. Tel. A-23-3-47. IX. Bezirk: Ministerialrat Moses We,l n e r, IX.. Servltengasse 13. Tel. A-14-408. — Samuel Kantor. IX.. Schulz-Straßnitzky- Oasse 6. Tel. A-l 1-8-58. X. Bezirk: Viktor Knie. X.. Laxenburgerstraße 27. Tel. R-12-2-27. — Oskar L a u f e r. X.. Buchengasse 42. Tel. R-ll-8-14. XII. Bezirk: Watter und Heinrich K e n d e. XII.. Stelnbauergassc 34. _ . XIII. Bezirk: Otto R u z e k. XII.. Hollergasse 33. Tel. R-31-5-77. XIV. Bezirk: Kommerzlalrat, Artur A I b e r s. XIV.. Sechshausergürtel 11. Tel. R-38-3-88. R-35-3-37. XV. Bezirk: Oeorg H e 1 w 1 n g. XV.. Marlahilferstraße 164. - Erwifi Rott er. XV.. Johnstraße 52. Tel. B-26-5-31. — Dr. Leopold Ehrlich. XV.. Herklotzgasse 17. Tel R-35-1-36. X V 1. Bezirk: Dr. S. B o h 1 n. XVII.. Kalvarienberggasse 34. Tel. A-21-8,53. — Leopold S-itzmann. XVI.. Brunnengasse 41. XVIII. Bezirk: Ing. Samuel Ehrlich. XVIII.. Oersthoferstraße 11. Tel R-63-3-29. — Dr. Paul J. Diamant. XVIII.. Messerschmiedgasse 46. XIX. Bezirk: Direktor Siegfried Alt mann. XIX.. Hobe Warte 32. Tel. B-ll-1-60. — Siegfried Oraiibart. XIX.. Bauernfeldgasse 38. Tel. U-25-0-84. _ XX. Bezirk: Em» Nlmhäuser. XX.. Raffaelgasse lb. Tel. A-43-8-80. _ Hans K o I b. XX.. Karl-Meisl-Straße 6. Tel. A-45-6-34. XXI. Bezirk: Dr. S. Ruß. XXI.. Brünnerstraße 25. Tel. A-61-6-S7. — Leopold Glaser. XXL. Schlingerstraße 6. Tel. A-61-6-58. Hitler-Wahlpropaganda nnd Jüdische Weltkonferenz An den Berliner Anschlagsäulen befindet sich seit Montag morgens ein nationalsozialistisches Wahlplakat, das sich in der Form eines Offenen Briefe» an den Reichspräsidenten v. Hindenburg wendet. Unter anderem heißt es da: „Herr Reichspräsident, erwarten Sie wirklich, daß eine von Verantwortungsbewußtsein gegenüber der Nation getragene Bewegung wie die nationalsozialistische eine Regierung unterstützt..., von der auf dem internationalen Judenkongreß in Genf erklärt wurde, daß sie den »Schutz der Juden auf ihre Fahne geschrieben' hatte?" *. Auf der jüdischen Weltkonferenz in Genf im August 1932 hatten Vertreter Deutschlands die Ansicht ausgesprochen, daß die derzeitige deutsche Reichsregierung Pogrome nicht dulden werde. Karriere eines getauften Juden Der „Völkische Beobachter" stellt zum Ableben des großen rheinischen Baukiers Louis Hagen in Köln, der vor seiner Taufe Levy hieß, folgend« Betrachtungen an: tatsächlich war Louis Levy einer der bedeutendsten Exponenten der Konzernbildung und Kapitalsvertrustung in Deutschland. Fassen wir die „leitenden Persönlichkeiten" besonders der grofleu Bankkonzerne naher ins Auge, stoßen wir großenteils auf Juden. Unter ihnen bietet Louis Levy in der absoluten Zielsicherheit seines geschäftlichen Vorgehen« ebenso wie auch in der Richtung seiner persönlichen Lebensführung ein geradezu klassisches Beispiel für den Werde¬ .gaug des emanzipierten Juden. Levy heiratete die Tochter des Geheimrats Hagen aus Köln und betrachtet« m außerdem als vorteilhaft! den Namaa

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