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Die neue Welt · 1932-10-21 · Heft 266 (21.10.1932) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 266 (21.10.1932)
Date
1932-10-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 tf^^^u > ^l^^jV ■ MS NEUE WELT Nr. 2M Der Austro-Paläsfmen§i'§die Wirtsdiaftsdien§t erteilt kostenlos Auskünfte über alle Palästina betreffen« den Wirtschaftsfragen, insbesondere über die Möglichkeiten von Industriegründungen, Häuserbau, Orangenpflanzungen u. dgl., ferner'über die im Frühjahr 1933 .stattfindende Gesellschafts- und Studienreise nach Palästina. Sprechstunden jeden Montag und Donnerstag von halb 5 bis 6 Uhr nachmittags, IX., Berggasse 16 (Handelsmuseum), Tel. A-17-5-40 Serie. * Gesellschafts- und Studienreise nach Palästina 'JK Februar bis 28. Mörz 1933 G esain tnr rangeinen t von Wien bis Wien — alle* inbegriffen — S 950.— Anschließend Aufenthalt in Aegypten Auskünfte und Prospekte durch: Austro-Palästinensischer Wirtschaftsdienst, Wien, IX., Berggasae 16 (Mandelsmuseum), Telephon .A-17-5-40 Serie. Sprech-, stunden Montag und Donnerstag von halb 5 bis 6 Uhrnachmittags und durch die Reiseleiterin Frau Berta Taubes, Wien, II., Böcklinstraßö 92, Telephon B-51-705, an allen Werktagen. Eine erfolgreiche Aktion des //AuttroiPalästinensi'sdten Wi/rtscha(t§dien§te§// Im Zuge der als notwendig .angesehenen Drosselung der Wareneinfuhr seitens der österreichischen Regierung war auch die S p e r r e d e r Einfuhr von Palästina-Orangen vorgesehen.: Unter Hervorhebung der großen Bedeutung des austro-palästinensischen Wirtschaftsverkehrs für beide Länder ist .die Leitung -des „Wirtschaftsdienstes" beim österreichischen Handelsministerium vorstellig geworden und hat um Freigabe des Imports palästinensischer Orangen ersucht. In Anerkennung der vom Wirtschaftsdienste, vorgebrachten Begründung hat das Handelsministerium unter Z. 103.709-9/L ex 1932 dem Ansuchen, stattgegeben und die Gleichstellung der p a l a s t i n e n s 1 s eben m i t d e.n i t a 1 i e n is c h e n Or angenprorduzenten verfügt, ,womit dem Begehreh'des Wirtschaftsdienstes voll Rechnung getragen wurde. Dieser große Erfolg erhärtet die Bedeutung der trotz ihres kurzen Bestandes erfolgreich arbeitenden Institution für i die Entwicklung, Palästinas. . i/. :.. Flugpost Palästina—Holländisch-lndien (; Die Postyemaltuüg von' Palästina eröffnete eine neue.-, Flugpos-tverbindung zwischen. P a 1 ä s t i n a* B u x m &i S i a m,- und H o 11 änd i s c h -1 n d i.e n. Telephonische Verbindung Haifa—Bagdad -Die Drahtlegung zwischen Haif a und.Bagdad zwecks Herstellung, -einer telephonischen Verbindung beider Städte gebt ihrer Vollendung entgegen. Die Arbeit, führt die Marconi-Gesellschaft (London) aus. Nazareth, und Akko haben mit dem Ruthenberg- Werk Verträge abgeschlossen Die Stadtverwaltungen . der ■ arabischen ' Städte N&zareth und Akko haben mit den Ruthenberg- Elektrizitätswerken ein Uebereinkommea, betreffend die Versorgung dieser Städte mit elektrischem Strom, abgeschlossen. Das Uebereinkommea ist um so - begrüßenswerter, als die Araber seinerzeit beschlossen hatten, das Werk des J u den > Ruthenberg zu-boykottieren, und keine „jüdische" Elektrizität zu beziehen. . .. Polen als Absatzgebiet, für Palästina-Produkte Die polnische Regierung hat für das letzte Jahresviertel 1932 die Bewilligung zur Einfuhr von 7Q0 Tonnen Orangen, 20-Tonnen Bananen, 65.Tonnen Wein, zehn Tonnen Nüssen aus Palästina nach Polen erteilt. - Jaden, die ihr Kapital fruchtbringend in. Erez Israel anlegen wollen, verweisen wirauf aas Inserat der Kanaan Treuhandgesellschaft, Jerusalem. Festsaal 220 Sitzplätze Vortragssaal zirka 150 Sitzplätze für Veranstaltungen, Versammlungen, Vorträge, Konzerte, Konterenzen usw. gegen mäßiges Entgelt m vergeben Auskünfte: Vorbandihelm M* Untere AugarUnstr. 9t Wirtsdiaftlidier Anzeiget der „Neuen Welt" Di« ökonomische Weltkrise und der immer weiter um sich greif ende antisemitische Boykott haben den jüdischen Kaufmann,; Cfewerbetreiden» den und Industriellen aufs schwerste betroffen. Nicht in diesem oder jenem Lande, sondern über all. Gemeinsam« Not erfördert Zusammenarbeit. Jüdische Verbundenheit und Wille zu gemeinsamer Arbeit haben auf rein jüdischem Gebiet manchen Erfolg gezeitigt. JMis6he Verbundeiiheit auf wirtschaftlichem! Gebiet kann es anch. Wenn jüdische Katiflente und Industrielle der verschiedenen. Lände« jjty Verbindung gebracht werden, ergeben sich Möglichkeiten für eine Geschäftsverkehr und eine Ueberwlnditng der fürchterlichen Enge, im eigenen - Lande. Die „Neue Welt" will hier vermittelnd ein greifen. Der Umstand,, daß das/, Blatt allwöchentlich nach vieriig Ländern inhaliert Weltteilen versendet wird und überall freue Anhänger hat, die gerne Auskünfte aller Art erteilen, verleiht jeder Mitteilung der „Ne«fn Welt" große Wirksamkeit. Die „Neue Welt44 wird in allernächster Zeit im „Wirtschaftlichen An*^ > im Dienste des jüfUsch-wir^cji^pche»: Weltverkehrs aufnehmen. Der Henkergenerai „Novikoff. Aus Lodz wird geschrieben: Es wurde festgestellt, : daß .der - russische General Novikoff, der. in Kielce 'zehn.;Juden im Jahre 1914 hängen ließ, jetzt bei Lodz-wohnt. Diese Nachricht hat in Polen großes Aufsehen erregt..'Man erinnert sich nämlich, daß ein General Novikoff-'seinerzeit der russische Militärkommandant des KieIcer,,Rayons war und daß er in dieser Eigenschaft als militärischer ^Befehlshaber zehn unschuldige Juden hinrichten ließ, welche aus der .Synagoge am Jörn Kippur. 1914 geschleppt wurden, da sie Unter dem Verdacht, standen*, polnischen Rebellen Dienste geleistet zu haben., ,-.v, - •ifAw: - Ein Journalist,: der den .General Novikoff interviewte, mußte zu seinem Erstaunen hören, daß dieser seine. Identität mit; dem beruhigten, Novikoff ablehnte. Nichtsdestowenigerunterliegt^ÄS.^einfi.m Zweifel, daß der jetzt bei/Lod?},wohnende. Gener^-Novikpff seinerzeit die iehn Hinrichtungen anor5dntet«.i,Pie Juden , aus der Umgebung .von l»odz: wuTdennb.e$ gdefr..Rsgier#ng dahin .,vprT itellig, den Mörder ^ovik^^ä^^vv^sein^^.,,. }: . .;>. fj T. ,,.„,■, ~T—TJ'{""?~T)' j ..... Forderungen der jüdischen studierenden lugend an '• .1it-i-i-*:& :2^4&\r»r.,* ■•• ■ ■ :'.; die polnische Regierung Die in Warschau abgehaltene. Konferenz .der ah ausländischen Universitäten! .studierenden jüdischen ■,'•<,.■■■' ■ t, .4>7>: '• ■■■ ■ •:• . . ' ■ Studenten Polens, an der etwa y& D e 1 e g je r t e als Ver- Bei zahlreichen Beschwerden des weiblichen' Geschlechts bewirkt dös natürliche „Franz-Josef"-Bitterwasser die allerbeste Erleichterung. In Apoth. erhältlich. «J---•—;»-:r- -(rf--'?, ••>.>■$ .-. -,>•-'■?,, ,.!»/>■- treter von rund 80-0a&ß e<rh>al:i>der polnischen Grenze studierend en <4 jp.pl n i s c hen Ju d e n teilnahmen, hat an die :pclnlsche.iRegierung die folgenden Forderungen gerichtet: 1..-Abschaffung der Einschränkungen f ü r j ü d i s c h e S t udi e r.e n d e an den polni* Sehen Hochschulen. 2.'Anweisung an die polnischen Konsuln im Auslande, - sicher-;das Schicksal der im Ausland studierenden Judea.lzUi interessieren. 3. Unterstützung mittellos e r ■ j ti di« c herStudier ender. In den Referaten wurde das traurige Schicksal der im Auslande studierenden Juden geschildert/-die bitterste Not. und Entbehrungen leiden müssen, während sie ihrer polnischen, Heimat eine kulturelle Stütze wären, wenn man sie in Polen studieren lassen würde. « Der Hakenkreuzler und .die ermordete Jüdin | In den Berichten der? Berliner Zeitungen über den in Locarno stattfindenden- Prozeß gegen den I(ar lieuer Cecchinik der eeine Gattin, die Berlinerin Ev« Stöppel, ermordet hat, wird'mitgeteilt,^ dafl von einem djar H « u p t z e u g e n, Dr. B e t zj der seinerzeit gemeinsam mit seiner Frau die Mor dta t in Ascon« beobachtete und sich jetzt in München aufhält, auf-die Zeugenladung ein Antwortbriefs.eingetroffen ist, in dem Djr. Betz dem Gericht mitteilt," <e* denke nicht daran, sich für die „vielfache Millionärsfamilie KJoppel, da es Juden, »eien, Weitere Mühe und Ausgaben zu machend. 1 Die Zeitungen stellen fest; daß sich das Gericht und ganz Locarno von diesem Brief - in hohem Maße angewidert zeigten. In der Schweiz Und in der italienischen Bevölkerung des Teasin hat man für antisemitische, psychische Exzesse dieser Art Jcein Verständnis. Die in Locarno anwesenden Deutschen sind aufs tiefste beschämt von diesem Verhalten ihres. Münchener Landsmanns, der seine Mitwirkung an einem Rechtsakt versagt, weil da« Opfer des Mordes ein Jüdin war. "H.....> Ein jttdische« Opfer der Weißgardisten beireit Aus Charbin wird gemeldet:; Der judische Fellhändler Mose» Su4sch, der mehr *1* zweieinhalb Jahre'in'Haft gehalten wurde unter der Beschuldigung, während der bolscbe- TANZuHo SPORT llhuirierteMonatotchtift für Tanzsport, kütutler.Tatu, Gymnattik, Artiitik, Akrobatik, Boxen, Polo, Golf, Fechten, Pferdesport, Tennit, Automobilismus, Wintersport, Mode Preis 60 Groschen Erscheint Ende Oktober Auslieferungssteile: Internationaler Journal-Verlag, II, Praterstr. 19 wistischen Invasion in der mandschurischen Stadt Triochretsche im Jahre 1929 einen Angriff auf die russischen Weißgardisten geleitet zu haben, bei welchem 7 6 W e i ß gar d i s te n ge t öte t wu r d e n, ist nunmehr;auf Grund eines Spruchs des Charbiner Gerichtes;f r e ig e 1 a s s cn worden, nachdemsich herausstellte, daß er mit dem Gemetzel in Triochretsche nichts zu tun gehabt hat. Die Klage gegen Sutsch wurde von den russischen Monarchisten in Charbin unter Führung des- Pries te>s Makarj erw erhoben, die diesen Fall zu einer langdauernden Hetze gegen die russischen Juden in der Mandschurei ausgeschrotet hatten. Sutsch war die ganzen zweieinhalb Jahre in Einzelhaft, an Händen und Füßen gefesse 11, gehalten worden. Das chinesische Gericht konnte sich unter dem Terror der russischen Monarchisten nicht entschließen, ihn freizulassen« Schließlich mußte es ihn doch aus der Haft entlassen, nachdem einige mongolische Prinzen, mit denen Sutsdh in Geschäftsverbindung stand, eidlich aussagten, daß Sutsch zur Zeit des Gemetzels gegen die Weiß* gardisten 500 Meilen weit von Triochretsche entfernt ge* schäftlich tätig war. Gömbös rückt vom Antisemitismus ab — aber ihm zu Ehren werden jüdische Studenten hinausgejagt Der neue ungarische Ministerpräsident, Julius Gömbös, der ehemalige Bassenschützler und Antisemit, kam im ungarischen Abgeordnetenhaus auch, auf seine gegenwärtige Beziehung zu den Juden zu sprechen. ,Jch habe", führte Gömbös aus, „meine Ansichten in bezug auf die Judenfrage revidiert. In der inneren Politik sind die Pfeiler, auf die man sich stützen müsse, der Reichsverweser, der Reichstag, eine gute Verwaltung, tiefes religiöses Leben und der kon- . fessionelle Friede." Diesen Frieden wünsche er auch mit den Juden. Jenen Teil der Juden, die eine Schioksalsgemeinschaft mit der ungarischen Nation empfänden, betrachte er ebenso als Brüder wie alle übrigen Ungarn. Gömbös gedachte der Heldentaten jüdischer Sol- \' djateh iin Weltkriege und'SüliÄite den Patriotisniüs jen'ef i^ührer äes1 uÄgarischen1 Jüo^entü^, däec üin da¥; Sqhicls^; / sal des Landes ebenso besorgt seien wie er selbst,. Er wisäe, "daß diese führenden jüdischen Männer sich selbst gegen diejenigen ihrer Glaubensbrüder wenden, die sich mit der Nation nicht eins wissen. * In der Parlamentsdebätte Über die Regierungserklärung erklärte der Abgeordnete Mesko im Namen der Ungarischen Nationalsozialistischen Partei seine Zustimmung zum Programm des Ministerpräsidenten Gömriös, den die Nationalsozialisten als alten Rassenschützler verehren; im übrigen aber habe Gömbös seinen Standpunkt zür Judenfrage etwas verfrüht residiert, i * . Das offizielle Ung. Tel.-Eorr-Büro teilt am 12. Oktober aus Szeged mit: Heuite früh bemerkten Studenten der pilosophischen Fakultät der Franz-Josef- Universität, daß in ' das mächtige Fresko an der Wand neben dem Auditorium Maximum zwei Worte eingehst worden waren: „Le Gömbössell" („Nieder mit Gömbös!"). Die Universitätshörer zogen sogleich in kleineren Gruppen zur juridischen Fakultät, wo sie die gegen die Person des Ministerpräsidenten gerichtete brutale Niedertracht bekanntgaben. Daraufhin ging ein Teil der sich dort aufhaltenden Hochschuljugend in das physiologische Institut hinüber, wo sie die Kommilitonen israelitischer Konfession aufforderten, das Universitätsgebäude zu verlassen, was a|uch ohne jeglichen Zwischenfall geschah. Die Juristen begaben sich dann zusammen mit den Medizinern in das Gebäude der philosophischen Fakultät, wo sie vor dem Auditorium Maximum für den Ministerpräsidenten Julius Gömbös eine lange und begeisterte Demonstration inszenierten. Um halb 12 Uhr entfernte die Studentenschaf tauch aus dem Z e n t r a 1 g b ä u d e d i e jüdischen Hörer. Um Ii Uhr entstand vor dem Anatomischen Institut ein kleiner Zusammenstoß zwischen der demonstrierenden r^ochschuljügend und den Hörern jüdischer Konfession, Als die letzteren auch dieses Gebäude verlassen hatten, zerstreute sich die Studentenschaft in „vollster Ördnun g". KLUB JUNGIR REVISIONISTEN, II, Untere Augarten st r. 88 Sonntag, dm 23« Oktober, punkt 8 tJhr abds., in den Festsälen, II, Untere Augartenstr, 88, große Simchath - Thora - Feier lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllllllllülllllll! AKADEMIE MIT TANZ Erstklassige Jus, — Das Erträgnis fließt dem Qhalwtfonds trn

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