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Die neue Welt · 1932-10-14 · Heft 265 (14.10.1932) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 265 (14.10.1932)
Date
1932-10-14
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 265 © 1 Sssl reiten p»liv«rbrämr •SooHmoM^i WoMrlD. -Mantel nd» PoMor» Iqani s»e»de q«f mth liv«rbrämr iSeal-Eledtfrk va^^j R«in$cidw*-0«p» de (hi'irtl Rattiwo' fcw -K\Vd mttithid. ■HfefeWntt vchtckpr Cqm- I mttoi ^^^Hfl^^te nxjd'raro' -S+ofrkr«td uhitksm Saiden puto in rtod «färben %c\.£ I DEa YlANTE L-^JäflnK^WOCH.i i^^^HKuEuS^^ Pft°Vl M? u u T per Nachnahme Fahrt verqütting Quali'äts-Mäntel: Tuch-Mantel, nanz gefüttert und watt., Kragen 4Q. und Manschetten mit großem Pelzbesatz . S f*u Rcinwoll-Shctland-Ragtan, ganz Crepe Mongol, gel., . chaiwolle watt., Revers und Kragen sehr apart, abgesteppt.........S Diagonal-Mäntel, oeste Paßform, mit reicher Skunks- Wallaby- Verbrämung.......S Vornahme Modell-Mäntel f. d. verwöhnte Dame, aus modernsten hochweitigen Stollen, reich mit bdelfell verbr. (auch für starke Damen). S 69- 79- 98" Afghalaine oder Woll- Georgatt«, reine Wolle, K.90 130 cm br.. alle Modef.. S 0 Sport-Nopp*, der pr ak tische IJ .90 cjnuf. 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Ein Beispiel hierfür sei das Gesetz, wonach eine ganze arabische Gemeinde, für die öffentliche Sicherheit, bzw. für die Taten einzelner Gemeändeauigehöriger verantwortlich gemacht werden kann. Der Mufti von Jerusalem — lebenslänglicher Präsident der arabischen Exekutive Wie der „Palestin" berichtet, hat die Regierung zugestimmt, daß der Müffti von Jerusalem zum lebenslänglichen Präsidenten der a raibisch en Exekutive gewählt werden soll. Außerdem beschloß die Regierung, dem Ob ersten muselmanischen Rat eine jährliche Unterstützung von 2 5.000 Pfund zu geben. Arabische Dörfer — steuerfrei Der Gouverneur von Sichern veröffentlichte eine Erklärung der Regierung, wonach 56 arabische Dörfer von der Zahlung von Steuern befreit werden. Die Summe, auf die die Regierung damit verzichtet, beträgt 18.000 Hund. Arabische Meldung über einen Plan, Palästina zur Republik auszurufen Die in Beirut erscheinende vielgelesene Tageszeitung „Alnida" will aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß Londoner politische Kreise gegenwärtig den Plan der Ausrufung Palästinas zur Republik unter Ausschluß Transjordaniens erwägen. Die Verfassung der neuen Republik soll auf folgendem gegründet sein: Erstens: Schaffung eines Parlaments, dessen Sitze auf die verschiedenen Gruppen der Palästina-Bevölkerung proportionell aufgeteilt sein sollen; zweitens: Schaffung eines Landesgesetzbuches, das vom Parlament und der Mandatarmacht gemeinsam entworfen werden soll; drittens: Präsident der Republik soll ein Araber, Premierminister ein Jude, Parlamentsvorsitzender ein Christ sein; viertens: die Regierungsbeamtenschaft soll sich aus den verschiedenen Gruppen der Bevölkerung proportioneil zusammensetzen. In palästinensischen jüdischen Kreisen glaubt man nicht, daß die Angaben der Zeitung „Alnida" irgendeine Grundlage haben. Jerusalem, 9. Oktober. (J. T. A.) Das Organ des Mufti „A l J a m e a e 1 A r a b i a" erklärt, daß es sich bei der Mitteilung der Beiruter Zeitung „Alnida", be. treffend den Plan der Proklamierung Palästinas als Republik mit einem arabischen Präsidenten und einem jüdischen Premierminister um eine reine Phantasie handelt. Das Mufti-Organ zweifelt daran, ob England für einen solchen Plan zu haben wäre, und schreibt: Das Höchste, was England uns geben will, ist ein Legislative Council mit begrenzten Rechten; Juden wie Araber haben dieses Angebot abgewiesen. Wie könne man glauben, daß England nunmehr dem Lande ein Parlament geben will. Die Araber werden niemals ihr Postulat nach' Ausübung der vollen Kontrolle über Palästina als einen Teil des arabischen Staatenbundes aufgeben. Sturm über Palästina Die palästinensische Küste ist am 6. Oktober von einem schweren Sturm heimgesucht worden, der in Tel-Awi w und auch im Landesdnnern vielfach 6ohwere Schäden verursacht hat. Das Zeltlager des Haschomer Hazair in Rase hon le Zion wurde vom Sturm vollkommen zerstört, sämtliche 27 Zelte wurden fortgetragen, 70 jüd'ische Arbeiter mußten eine ganze Nacht in schwerem Sturm ohne Dach über dem Kopfe verbringen, so daß mehrere von ihnen erkrankt sind. Die zionistische Exekutive hat sofort den Lagerinsassen Hilfe gebracht und für ihre Unterkunft gesorgt. Besonders heftig wütete der Sturm in Tel- Awiw. Elektrische Mäste wurden umgeworfen, das Lichtnetz wurde vielfach zerstört, so daß die Stadt Tel-Awiw die ganze Nacht in Dunkel gehüllt war. Eine wilde Panik entstand im Theater M a t a t e, wo während der Aufführung aan Abend das Licht erlosch und der Sturm um das Haus wütete. Das Publikum drängte zu den Ausgängen. Glücklicherweise gab es keine Verletzten, Schwerer Schaden wurde an den King Solomons Pools angerichtet, wo Häuser im Rohbau und im Gerüst niedergerissen wurden. Auch die Ernte in der Küstengegend hat vielfach Schaden gelitten, besonders wurden große Teile der Weinernte vernichtet. Man beziffert den Schaden auf etwa 2000 Pfund. Jehuda Ehrenkranz liest „Aus dem jüdischen Leben". Unter dem Titel „Aus dem jüdischen Leben" gibt Jehuda Ehrenkranz Mittwoch, den 26. d. M„ 8 Uhr abends, im Architektenvereinssaal, 1. Bez., Esohenbachgasse 9, einen Rezitationsabend, bei dem Dichtungen von Schalom Asch, Avigdor Hamern, Schalem Alejchem in deutscher Sprache, ferner Werke des Wiener Schriftstellers Leopold Hichler zum Vortrag gelangen. — Karten zum Preise von S 1 bis 3 in den Buchhandlungen M. Rath, IL, Taborstraße 20 a, R. Lanyi, I., Kärntnerstraße 44. Konzertsängerin Maria Winkler-Fialko ist von ihrem Urlaub zurückgekehrt und hat ihre Unterrichtstätigkeit (Stimmbildung) wieder aufgenommen. Adresse: Wien, IV., Weyringergasse 29, Tür 14. Tel.-Nr. U-48-S-Ofi. Jüdische Künstlerspiele, II., Praterstraße 34 In den Jüdischen Künstlerspielen finden Samstag, den 15., und Sonntag, den 16. Oktober, zwei Sondervorstellungen statt. Samstag, den 15., gelangt das Lebensbild „Die jüdische Marne" und Sonntag, den 16. Oktober, das Lustspiel „Papa heiratet" zur Aufführung. In den beiden Vorstellungen wirken die Herren Leopold Jung-wirt und Arnold Griminger als Gäste mit. Rosinkeß mit Mandlen. Aus der Volksliteratur der Ostjuden. Schwanke, Erzählungen, Sprichwörter und Rätsel. Gesammelt von Dr. Immanuel "Olsv a n g e r. 2. völlig veränderte und vermehrte Auflage. Basel, Verlag der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde (Fischmarkt 1), 1932. Preis in Schweizer Francs 16, RM. 12. Zu beziehen durch Buchhandlungen oder direkt beim Verlag. — Das vorliegende Buch ist eine der reizvollsten Darbietungen volkskundlicher Literatur. Dr. I. Olsvanger besitzt in einer seltenen Weise die Gabe, Gründlichkeit und Beherrschung des Gegenstandes mit intimster persönlicher Einfühlung in Geist und Seele jener Volksmassen zu verbinden, von denen dieses Buch handelt. Es ist der Volkswitz und das Volksmärchen, die märchenersinnende Phantasie, die naive Erzählerlaune und die ursprüngliche Plauderlust der jüdischen Massen des Ostens, die der Verfasser in einer reichen und buntfarbigen Auslese vor uns lebendig werden läßt. Keine mit Bücherfleiß zusammengetragene Anthologie, sondern von Menschen gestern und heute absichtslos Erzähltes, die es mitbrachten, wie sie es selbst an der Urquelle erlauscht hatten, Das Buch bringt Schwanke, Erzählungen, und Sagen, Rätsel, Scherzfragen und S p r i c h w ö r t er aus dem jüdischen Volksleben, alle in „Jiddish", jenem noch heute von Millionen gebrauchten Idiom, das sich, erwachsen aus einer Mischung von deutschen, hebräischen, slawischen und anderen Elementen zu einem reichen und lebendigen Ausdrucksmittel der jüdischen Massen entwickelt hat. Eine gdrängte, aber sehr anschaulich und leichtfaßliche Darstellung des „Jiddischen" vermittelt zusammen mit den jedem Stück und außerdem in einem Wörterverzeichnis beigefügten Uebersetzungen aller dem deutschen Leser fremden Wörter die Möglichkeiten eines vollen Verständnisses. _ Personalnachi'ichten. Direktor Leopold Rittmann von der Firma Karl Ceschka & Söhne feierte kürzlich sein 25jäihriges Berufsjubiläum. Von Seiten seines Chefs sowie von den Arbeitern und Angestellten der Firma wurden ihm herzliche Kundgebungen zuteil.

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