Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 264 (7.10.1932)
- Date
- 1932-10-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 264 DIE NEUE WELT Seite f JÜDISCHE ELTERN! 1 Kauft Schulbücher § für eure Kinder nur in der jüdischen Buchhandlung § Hermann TUCHNER, 1 Wien 11/ ECKE Tabor- § strafte 52 j Lehrbücher für alle Lehranstalten in den richtigen Aut- 1 lagen - anch antiquarisch - zu sehr mäßigen Preisen l s Spesenfreie Zusendung überallhin §f Verzeichnisse kostenlos j Für Auskünfte: Tel. R-41-4-20 § ■■■■■■HBil versetzen ihre Wirtschaften in die schwerste Notlage. Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Um im Falle eines Krieges oder schwerer Verwicklungen weniger hart getroffen zu werden, soll Palästina ständig agriknlturelle Defizitwirtschaft betreiben? Das ist eine Bedingung, unter welcher der älteste, stärkste und reichste Staat nicht existieren könnte, geschweige denn das kleine, erst werdende Palästina. Häuser von normaler Höhe und Wandstärke halten einem starken Erdbeben nicht stand und stürzen ein. Ebenerdige Häuser mit drei Meter dicken Stein- oder Stahlwänden halten sicher einem Erdbeben viel besser stand. Also bauet nur ebenerdige Häuser mit drei Meter starken Stein- und Stahlwänden! Ungefähr so argumentiert Dr. Ruppin. In der Debatte auf dem letzten Zionistenkongresse in Basel hat der Herausgeber der „Neuen Welt" festgestellt, daß die Zionistische Organisation im Verlaufe von zwölf Jahren mit Geldern der Fonds kaum 7000 Seelen in Palästina angesiedelt hat und nicht einmal diese geringe Zahl wirtschaftlich sichern konnte. Er hat, um die Ohnmacht dieses Systems zu charakterisieren, erwähnt, daß der arabische Geburtenüberschuß über den jüdischen in Palästina in sieben Monaten ungefähr 7000 Seelen beträgt. Das heißt: In sieben Monaten machen die arabischen Mütter zahlenmäßig die Siedlungsarbeit der Zionistischen Organisation und Fonds wett. Die Antwort auf diese gewiß sachlichen Feststellungen war ein Geschrei: „Demagogische, revisionistische Sophistik!" Seit Jahr und Tag hat der landwirtschaftliche Referent der revisionistischen Union, ein Kenner von Rang, Dr. E. S o s k i n, streng fachlich und unwiderleglich nachgewiesen, daß die von Dr. Ruppin geleitete Siedlungsarbeit der Zionistischen Organisation vollkommen verfehlt ist, weil das im Raum beschränkte Palästina mit seinen besonderen Bodenverhältnissen nur bei Pflanzung hochwertiger, exportfähiger Produkte landwirtschaftlich prosperieren und vielen tausenden Siedlern Platz und gesicherte Existenz bietet. Die Antwort war Hohn und Spott. Man legte dem ehrlichen und erfahrenen Warner und Ratgeber Spitznamen bei: „Tomaten- und Gurkendoktorl" usw. Nun spricht Doktor Granowsky und e r charakterisiert' die bisher geübte Wirtschaft als Faß ohne Boden. Er ist kein Revisionist, ist hoher Beamter der Zionistischen Organisation und wiederholt und bestätigt jetzt, was die revisionistische Opposition seit vielen Jahren sagt. Wie wird die zionistische OÖffentlichkeit jetzt reagieren? Kein objektiver Mensch kann annehmen, daß diese streng sachliche Kritik wirkungslos bleiben könnte. Und doch ist es so, weil ein politischer Hintergrund und die ungesunde Machtverteilung in der Zionistischen Organisation den Durchbruch der Wahrheit erschweren. Die linken Gruppen der Organisation sind auf Getreidebau und Futterwirtschaft eingeschworen, weil sie glauben, daß nur diese Art der Wirtschaft, auf großen Flächen und mit Maschinen eine kommunistische Arbeitsweise gestatten. Die Pflanzungswirtschaft mit ihren kleinen , Flächen und großen Ansprüchen an die Energie und das Interesse des einzelnen Menschen ist dazu ungeeignet. Deshalb schwören sie auf Ruppin und verfluchen Soskin und halten verzweifelt an ejnem unhaltbaren System fest. Nachdem fast alle wichtigen Führer- und Beamtenposten in der Zionistischen Organisation heute von den Linken okkupiert sind, also der ganze Apparat von ihnen beherrscht wird, ist es sehr, sehr schwer, sachlicher Erkenntnis zum Durchbruche zu verhelfen. Wenn nicht eine gründliche Aenderung der parteimäßigen Verhältnisse im Zionismus Platz greift, dann besteht die Gefahr, daß auch die Stimme Dr. Granowskys wirkungslos verhallt und die Landwirtschaft der Zionistischen Organisation bleibt, was sie leider heute ist, wie Dr. Granowsky behauptet: Ein Faß ohne Boden! Der jüdische jnriK Erez Israels Der an in« der jn/iK mu« Der jnflK des jüdischen Bodens und jüdischer Arbeit Nur ein ganz kleines Quantum in Wien bei Rabbiner Solomon Friedmann Verkaufslokal 11/ <?ro8e Sduftgasse 19, Hotel Baron Telephon A-43-M8 ^iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiih I ENGL. ABONNEMENT I Monatlich S 60 1 Herbst - Anzug 1 Winter- 1 Frühjahrs- 1 Sommer- „ 1 Herbst-Ueberrock Abonnementdauer s 2 Jähre (mit Auflösungsrecht) EE Bezugsberechtigung nach Be- 5 Zahlung von 2 Monatsbeiträgen Die gelieferten Kleider E§ sind nicht zu retournieren =E Pflege der Kleider im Sj Abonnement inbegriffen Wirklich erstkl. englische Stoffe || und Zubehöre mit zweijähriger =5 Garantie ES ß ß0. | | ftSrotneriifa&e 9, @ in genta Seifttongflaffe 1, mmmin. sei. r.28<i<86 i iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin AUS PALÄSTINA Palästina-Einwanderung im August 1932 Im Monat August wurden 7 2 7 neue Immigranten registriert, aufler 199 Personen, die als Touristen ins Land gekommen waren und im August die Erlaubnis zu dauerndem Aufenthalt im Lande erhielten. Von diesen insgesamt 926 Personen waren 7 95 Juden, 115 Christen und 16 Mohammedaner. Unter den registrierten Touristen waren 149 Juden und 42 Christen. Von den eingewanderten Jitden (inkl. Tau rasten) waren 315 Männer, 272 Frauen, 127 Knaiben und 81 Mädchen unter. 16 Jahren. Unter den jüdischen Einwanderern waren 66 Personen mit einem Vermögen von Pfd. 1000 und dar- FOX-FILN bringt JANET GAYNOR u. CHARLES FARRELL in Mary Anw hat gesiegt Nach Israel ZangwHIs Bühnenstück: „Mary Ann" Musikal. Bearbeitung: Richard Fall — Regie: Henry King Ab heute: Sciwetfen-KIno MiwarR-Ktoo über, mit 58 Familienangehörigen; 180 Personen kamen iu einer festen Anstellung, mit ihnen 231 Familienangehörige. Unter den christlichen Einwanderern waren 2 Kapitalisten und 11 Personen, die zu einer bestimmten Arbeit kamen. Von den jüdischen Einwanderern stammen 211 aus dem Jemen (Südarabien), 176 aus Polen, 87 aus den Vereinigten Staaten Nordamerikas, 55 aus Griechenland, 43 aus Rumänien, 35 aus Litauen, 26 aus Deutschland, 24 aus der Türkei usw. Nach ihren Berufen lassen sicli die jüdischen Einwanderer in folgende Kategorien einteilen: 35 Landwirte, 45 Fabrikanten, Kaufleute usw., 42 Metall- und Holzarbeiter, 21 in der Bekleidungsindustrie Beschäftigte, 20 Angestellte und 95 ungelernte Arbeiter. Unter den 22 Personen mit religiösen Berufen waren 5 Juden und 17 Christen. Im Laufe desselben Monats besuchten 5471 Touristen das Land, während 4995 Personen es vorübergehend verließen. Wachsende Einwanderung im September Jerusalem, 28. September. (J. T. A.) 400 Juden, in der Hauptsache Chaluzim, die vor etwa drei Wochen Polen verließen, sind am 26. September in Jerusalem eingetroffen. An dem gleichen Tage trafen an Bord der „Vu 1 cania" in Haifa 500juden ein, unter ihnen 300 Touristen aus den Vereinigten Staaten und 90 Juden aus Polen, ferner eine Anzahl Chaluzim aus verschiedenen Ländern. Das Einwanderungsdepartement unter der Leitung von Herrn M i n d e 1 führte an Bord des Dampfers eine scharfe Kontrolle im Hinblick auf die Möglichkeit, daß sich unter den Passagieren illegale Einwanderer befinden, durch; die Kontrolle dauerte von 7 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags. Das Ergebnis war, daß sieben junge Leute, von denen die Beamten annahmen, daß sie beabsichtigen, dauernd in Palästina m verbleiben, ersucht wurden, je 25 Pfund als Bürgschaft dafür zu hinterlegen, daß sie vor Ablauf der Aufenthaltsfrist das Land wieder verlassen. Die Tatsache, daß die Touristen einzeln und nicht in geschlossenen und von Reisegesellschaften geführten Gruppen eintreffen, hat — so wird erklärt — zur Beseitigung gewisser Schwiergkeiten seitens der Behörden beigetragen. Die Einwanderungsbehörden haben nämlich Mißtrauen gegen gewisse Organisationen, die Touristen nach Palästina bringen. H. Farbstein, Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, begab sich nach Eintreffen der „Vulcania" sofort an Bord des Schiffes und blieb dort so lange, bis der letzte jüdische Passagier das Schiff verlassen hat. 3313 amerikanische Bürger in Palästina Das Außenministerium der Vereinigten Staaten veröffentlichte eine Statistik aller im Auslande wohnenden amerikanischen Bürger. Aus dieser Statistik geht hervor, daß sich 3313 amerikanische Bürger in Palästina niedergelassen haben. Diese Zahl enthält jedoch nicht jene Einwanderer aus Amerika, die keine amerikanischen Staatsangehörigen sind. Aufschwung des palästinensischen Handels im April 1932 Nach den im letzten „Comm er cdal-Bu'H etin" der Palästina-Regierung veröfentlichten Zahlen wurden im April dieses Jahres für (engl. Pfund) pal. Pf. 579.000 Waren eingeführt gegemÜb?r einem Betrage von pal. Pf. 423.000 im selben Monat des Vorjahres. In der Hauptsache handelt es sich dabei um eine erhöhte Nah r u n gs m i 11 ele i nf uh r, so von Weizenmehl, wovon in diesem Jahre für Pfd. 19.000 gegenüber Pfd. 9000 im Vorjahre importiert wurden, ferner um Zucker, dessen Einfuhr von Pfd. 7000 im Vorjahre auf Pfd. 12.000 stieg. Außerdem wurde Holz für Orangen kästen im Betrage von Pfd. 6000 gegenüber Pfd. 3000 im Vorjahre eingeführt etc. Als Ausfuhrland steht an erster Stelle E n gland, aus dem für Pfd. 118.000 Waren importiert wurden, während aus anderen Teilen des britischen Weltreiches für Pfd. 16.000 Waren eingeführt wurden, darunter aus Cypern für Pfd. 9000. An zweiter Stelle steht Aegypten mit Pfd. 92.000; dann folgt Syrden mit Pfd. 66.000; Deutschland mit Pfd. 56.000; die Vereinigten Staaten von Amerika mit Pifd. 36.000; Rumänien mit Pfd. 30.000; Italien mit Pfd. 22.000; Frankreich mit Pfd. 20.000; Belgien und Tschechoslowakei mit je Pfd. 16.000; Japan mit Pfd. 14.000; Polen mit Pfd. 12.000; Türkei mit Pfd. 10.000 usw. Der Export aus Palästina, der im April des Jahres 1931 Pfd. 45.970 betrug, erreichte in diesem. Kanaan. rnDDVU^SK man 1103 D^WV Treuhandgesellschaft Canaan Trutteeihlp Co.« Jerusalem liefert Informationen, Ideen, Vorschläge, Pläne, Programme, Kostenvoranschläge; besorgt die Gründung, Abwicklung, Leitung und Überwachung von Unternehmungen oder Geschäften in Erez Israel Vertreter für Österreich: Ludwig Gutmann, Wlan I, Fleljchmarkt 22, II., III., 56 Mtindliche Besprechung nach vorheriger schriftlicher oder telephonischer (R-25-7-79) Vereinbarung