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Die neue Welt · 1932-09-30 · Heft 263 (30.9.1932) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 263 (30.9.1932)
Date
1932-09-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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ABONNEMENT j Abonnementdauer 1 2 Jahr6 (mit Auflösungsraoht) j| Bezugsberechtigung nach Beä Zahlung von 2 Monatsbeiträgen || Die gelieferten Kleider ü sind nicht zu retournieren |§ Pflege der Kleider im Abonnement inbegriffen Wirklich erstkl. englische Stofie und Zubehöre mit zweijähriger Garantie . g -'55 :ste 0, iingunn ftBeiööutoaaffe 1, ünei5onin. <m.wmf ^iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin ■ss- *■»* SS Palästina iat im Krisenjahr 1931/32 von allen wirtschaftlichen und soaalen Erschütterungen freigeblieben, ja, mehr noch: es ist das einsige Land ohne Wirtschaftskrise, ohne Arbeitslosigkeit, das einzige Land, das Arbeltshände benötigt, das Investitionskapital absorbieren kann, das für Taueende eine sichere Zufluchtsstätte bedeutet: das kleine, skeptisch betrachtete, umstrittene Ländchen im Nahen Osten. Wenn wir einen Querschnitt durch die Wirtschaft des jüdischen Palästina gegeben haben, und zu den angeführten günstigen Schlüssen gelangt sind, so haben wir die politischen Bedingungen in unsere Betrachtung nicht einbezogen. Sie, die politischen Bedingungen, haben der wirtschaftlichen Prosperität nicht die Impulse gegeben. Ohne uns auf eine Kritik der politischen Situation einzulassen,, können wir ohne Uebertreibung konstatieren; Nicht dank der politischen Voraussetzungen, sondern ihnen zu Trotz gedeiht das Wirtschaftsleben des jüdischen' Jischuw in Palästina. Zwar wurden einzelne politische Anschläge im Stil der vorhergehenden abgewehrt, zwar herrschte im großen und ganzen Friede im Lande, aber einzelne Momente, wie das Ende der jüdischen Polizeiautonomie in Tel-Awiw, der Skandal um die Waadi-Chawarith-Böden, die, trotz Gewährung von ein paar tausend Zertifikaten, immer noch währende Einwan- . derungssperre, die Absperrung Transjordaniens vor den Juden, aber nicht Absperrung Palästinas vor tratisjordanischen Arabern, die moslemischen Drohungen, gegen das jüdische Nationalhelm auf dem sogenannten, von England geduldeten Moslemkongreß in Jerusalem, die Tätigkeit de» Hetzers Scbaukat Ali, der zwar von jüdischer Seite, aber nicht von englisch-arabischer Seite ad acta gelegte French-Bericht — all. diese Momente geben der palästinensischen Politik einen düsteren Hintergrund. Im Jischuw selbst erfüllt zwar der politische Tageslärm nicht »Hau laut die jüdische Gasse, aber die Relbungsflachen sind keineswegs verschwunden. Der politische Machthunger der sozialistischen Linken, im Widerspruch xur Realität der Dinge, bringt es mit sich, daß. gelegentlich Konflikte in einer Weise; ausgetragen werden, die schwere Gefahren fUr die Einheitlichkeit des Jischuw in sich birgt, Alle alarmierenden Konflikte, die sich bei der Frage der Beschäftigung nichtsozialistischer Arbeiter, ergaben, sollten Mahnung und Warnung sein allen jenen, die mit diktatorischen Machtmitteln die natürliche Entwicklung aufhalten möchten: der Jischuw ist kein Freiwild für politische Monopolisten. Weder auf dem Skopus; wo es bekanntlich gelegentlich des Semesterbeginns zu peinlichen Skandalen kommen mußte, noch in den Betrieben und Pflanzungsstätten 1 Die tragische Situation der Gallith Die Galuth hat ihr Gesicht nicht verändert — «s sei denn, daß in Deutschland die Wellen des Judenhasses und die Attacken gegen jüdische« Leben, .Recht und Arbeit höher gingen denn je, Was im letzten Jahr sich an brutalem Haß, blutiger Verfolgung, terroristischer Ausschaltung aus dem deutschen Wirtschafts- und Kulturkörper aufgetan hat, kann hier in einer kurzen Chronik «u Beginn des neuen jüdischen Jahres nicht einmal angedeutet werden. Von Sowjetrußland abgesehen, wo unvermindert der Ausrottungskrieg gegen alles Jüdiiehe von Moskau bis zum Amur tobt, kann Polen als das Land des tiefsten jüdischen Massenelends, bezeichnet werden, Und selbst A m e r i k a, vor kurzem noch für viele eine letzte Chance, sieht tägliche Opfer im Wirtschaftskampf, in den Kontors, an den Universitäten, in allen geistigen Berufen und vor allem in den bisher von den Juden innegehabten Wirtschaftszweigen. Massenelend Überall, wo es jüdische Massen gibt «. i Sei es in Whitechapel oder in Eeait End, sei es in Lods oder in Odessa. Bisher stille Jüdische Siedlungen traten In unseren Gesichtskreis: Blutige Unruhen in Tunis, Pogromprozesse in Bulgarien, Pogrom im britischen A d e n, Entwurzelung der Juden in M e x i k o, Ahbröckeluftg der Autonomie in Lettland! UeberaU mehr oder minder dro hende Sturmzeichen . . . Oesterreich beginnt immer mehr in das politische Fieber des deutschen Nachbarn zu geraten, in ein Fieber, das dem Juden neben seinem u nerhörten Wirt schaftskampf eine unsichere politische Zukunft verheißt! . . . Das kommende Jahr Der Bankrott der Judenheit in der Galuth, wie er jüngst mehrfach deklariert würde, fand seinen Widerhall auf der Jüdischen Weltkonferenz in Genf. Hier wurde in großen Zügen eine Organisation aller jüdischen Kräfte der Welt zu Abwehr und Aufbau angebahnt. In .Londqn fagte das zipnistfsche Aktions- "komit^V,' das in fnanche^ die..L^nie/ für weitere fruchtbare Arbeit zeichnete/ Die Vj, Weltkonferenz der Zionisten-Revisibnisten in Wien bestärkte den Weltzionismus im Glauben, daß die heue jüdische Jugend einheitlich und geschlossen der von Wien ausgegangenen Herzischen Parole treu geblieben ist und bereit, an der Lösung der Judenfrage im alten heroischen Geist zu arbeiten. Das Jahr . 5693 wird, ' so wollen wir hoffen, ' im Zeichen des Glaubens dieser neuen Jugend stehen. Emwandefiinssxerlifikfile '.Jerusalem, 23, September, (J. T. A.) Wie der Jüdischen Telegraphen-Agentur aus zuverlässiger Quelle mitgeteilt wird, hat die J e w i s h A g e n c y. an die, Regierung in Palästina das Ersuchen gerichtet, ihr für das Halbjahr Oktober 1933 bis Mörz 1933 6750 Zertifikate für Palästina'Einwanderer auf Grund der Arbeiterschedule zur Verfügung zu stellen. Die Palästina-Exekutive der Jewish Agency hat dieses Ersuchen mit dem Hinweis auf die jetzige Arbeitslage in Palästina und dein Bedürfnis nach' einer größeren. Anzahl neuer Arbeiter sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Industrie eingehend begründet. Für die Arbeitsperiode März/Oktober 1932 hat die Exekutive der Jewish Agency um 3750 Zertifikate aar gesucht, es wurden ihr aber nur 2000 Zertifikate bewilligt, von denen 300 für Personen reserviert wurden, die als Touristen in das Land gekommen sind und sich dann entschlossen haben, dauernd im Lande zu verbleiben« sind die kostbarsten Güter des Lebens in 4er Jugend wie insbesondere Im Altar Bewahren und mehren Sie diese Schätze durch standige, sorgsame Pflege Ihres Körpers. Das beste Mittel für alle Zwecke der Körperpflege - Einreibungen, Packungen (Umschlage), Mundwasser usw. -—ist '12^. I f^^L (^^J s^Äi Franzbranntwein mit Menthol In Jedem besseren Geschäft erhältlich. Verlangen Sie ausdrüoklioh „Diana" und nahmen Sie nur Plana! Minderwertige Nachahmungen sind energisch zurückzuweisen Rundidiau Der palästinensische „Hapoel* Die Vorgänge in Palästina anläßlich' der ersten Makkabiah, des großen jüdischen Welteportfestes, sind wohl hoch in Erinnerung* Diese erste Makkabiah bedeutete für alle Juden der Welt, für Erez Israel und die Galuth, den sichtbarsten Ausdruck der Verbundenheit der jüdischen Jugend mit dem jüdischen Befreiungsideal in Palästina — gan* abgesehen von den sportlichen Leistungen, die ein Bild gaben von der körperlichen Regeneration der jüdischen Jünglinge und Mädchen. Damals, in den Pessachtagen des Jahres 1932, konnte die jüdische Welt zu ihrem Bedauern verzeichnen, daß es auch in Palästina Sportler gibt, die in der sportlichen Betätigung „Klassengesichtspunkte" walten lassen: die Arbeitersportler, zusammengefaßt unter dem Namen „Hapoel", lehnten bekanntlich ihre Beteiligung an der allgemeinen jüdischen Sport-Makkaibiah ab, blieben so: dem großen nationalen Fest fern* beobachteten es ak kühle, ja gegnerische Zaungäste. Man kann Wohl nicht sagen, daß die palästinensischen „Arbeitersportler'* ihr Fernbleiben von •der Makkabiah mit dem Mangel an technischen und finanziellen Mitteln zu motivieren vermochten. Haben sie doch beispielsweise Geld und Mühe nicht gescheut, zur Arbeiter Olympiade, nach Wien 1931 zu kommen,'das sie über Meere und Lander zu erreichen wußten. Nun erfahren wir aus einer Meldung der Jüdischen Telegraphenagentur vom 21. Septemfber. aus Jerusalem: „Der jüdische Arbeiter-Sportverein „H ap o e I", der soeben. ans djem palästinensischjüdischen Sport verband mit der Begründung ausschied, daß der Verband vom Makkabi beherrscht wird, lud arabische Sportv.e.reine ein, mit ihm einen allgemeinen Palästina- Sportverband zu bilden. Die Araber lehnten das Angebot a b." Die Abfuhr, die sich „Hapoel" bei seinen arabischen Klassengenossen geholt hat, ist charakteri- Max $thfffmanfr m Frau ■ . //., fahorsttaße AB. '. -'^2 wünschen allen Verwandten, Freunden und Bekannten anläßlich des Jahreswechsels naitonöwynnw stiseh für die Einstellung der Araber. Für uns ist sie ein weiterer Beleg dafür, daß die Linke, eine Politik betreibt, die dem Aufbau des Jüdischen Nationalheims — gelinde gesagt — die schwersten Schläge versetzt. Sich von seinen jüdischen Brüdern absentieren und die Araber organisieren wollen (wenn aueli hier „bloß" zu einem Sportverband) — dieses Beginnen spricht für sich selbst. Der aggressive arabische Nationalismus hat gerade unter der Jugend die schärfsten Anhänger und diesen Elementen soll durch einen Zusammenschluß mit der jüdischen „Hapoel" Schulung, Organisation, Wehrsportlichkeit zuteil werden. Wahrlich! So stehen die jüdischen Klassenkämpfer Palästinas auf der Hut, zum Schütz der jüdischen Interessen! Die kommunistische Geserd In Deutschland wird Anfang November die erste Reichskonferenz der deutschen „Geserd" (der Gesellschaft für Produktivierung und Siedlung der Juden in der Sowjetunion, russisch „Komzet") tagen. Wie das Organ der /deutschen Geserd ,,»D i e W e n d e" in der Nummer vom September 1932 ausführt, wird diese Konferenz einen ausschließlich politischen Charakter tragen. Sie wird &egen die deutsch-jüdischen Organisationen und gegen den Zionismus gerichtet sein. Die Geserd hat nun endlich auch offiziell "die Maske fallen lassen. Während eie noch vor kurzem in den .einzelnen Ländern, politische Neutralität vorschützte, „nur für eine jüdische Kolonisation in Sowjetrußland" warb, und jede Anzweiflung ihres neutralen Charakters als bourgeoise Verleumdung hinstellte, erklärt sie z. B. jetzt für Deutschland ausdrücklich, „der zionistischen Bewegung sowie dem C. V. einen politischen und propagandistischen Faktor entgegenstellen zu wollen." Die Geserd gibt sieh also als Propagandafiliale der Kommunistischen Partei aus. Als solche protzt sie natürlich mit den kolossalen Erfolgen der jüdischen Kolonisation in Rußland, zumal sie mit Anwendung dieser Taktik das sonst verpönte bourgeoise Geld der dummen Juden dringendst nötig hat. In beliebter sowjetistischer Manier wird von den judenparodiösen in Biro Bidechau,

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