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Die neue Welt · 1932-09-23 · Heft 262 (23.9.1932) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 262 (23.9.1932)
Date
1932-09-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 262 DIE NEUE WELT Seit« T Vom deutschen Landesverband der Ziomstcn- Revisionisten Der Landesvorstand der Zionisten-Revisionisten Deutschlands befnfite sich in seiner Sitzung vom Mittwoch, den 14. September, mit den Ergebnissen der Wiener Weltkonferenz. An Stelle Richard Lichtheims wurde Dr. Hans Bloch (Berlin) zum Vorsitzenden gewählt und gleichzeitig Dr. Ettisch mit der Leitung des Sekretariats betraut Die Zusammensetzung des Landesvorstandes bleibt unverändert. Neben anderen Beschlüssen wurde die Einberufung eines deutschen Delegiertentages im Laufe dieses Winters beschlossen. AUS PALÄSTINA. Der Plan der Tausend-Familien-Siedlung In Ausführung des Beschlusses der Jewish Agency, tausend jüdische Mittelstandsfamilien in Palästina auf dem Lande anzusiedeln, wurden bereits 1100 Dunam Boden auf dem von dem Jüdischen Nationalfonds zur Verfügung gestellten Boden in Wadi Hawarith mit Orangen bepflanzt. 286 Häuser für die Siedler befinden sich jetzt im Bau, der Bau weiterer Häuser wird demnächst in Angriff genommen. Die Errichtung von neun geschlossenen Siedlungen für die tausend Familien ist vorgesehen, von diesen werden fünf, und zwar für 425 Familien, auf Wadi-Hawarith-Boden errichtet. Das Werk der Tausend-Familien-Siedlung steht unter der Leitung von Dr. Maurice B. Hexter, Mitglied der Exekutive der Jewish Agency. Zollfreiheit für Palästina-Orangen in England Eine vom bekannten Wortführer der jüdischen Kolonisten M. Smilianski aus Rechowoth geführte Abordnung jüdischer Kolonisten sprach beim High Commissioner General Sir Arthur Wauchope vor und ersuchte ihn, bei der englischen Regierung dahin zu intervenieren, daß der lOprozentige Zoll auf Palästina-Orangen in England nur für die Zeit vom 15. Mai bis 30. Oktober, nicht aber für den übrigen Teil des Jatires, wo große Orangenladungen aus Palästina nach England verschickt werden, gelten soll. Im weiteren Verlauf der Unterredung wurden auch Fragen der geplanten neuen Munizipalordnung, des Schutzes der Baumbestände in den jüdischen Kolonien vor Zerstörung durch Nomaden-Beduinen u. a. m. behandelt. Etwas später empfing der High Commissioner eine Abordnung arabischer Orangenzüchter, die hinsichtlich der Aufhebung des Orangenzolls in England die gleiche Bitte wie die jüdische Abordnung vorbrachte. Beiden Abordnungen erklärte der High Commissioner, daß das Colonial Office in London gegenwärtig die Einbeziehung Palästinas in Imperial Preference Scheme erwäge. Sollte diese Einbeziehung Wirklichkeit werden, so werde die Frage der Zollfreiheit für Palästina- Orangen von selbst gelöst sein. Wie vor kurzem bekannt geworden ist, beabsichtigt das Colonial Office, bis zur Einbeziehung Palästinas in Imperial Preference Scheme Palästina-Orangen in England in der Zeit von Oktober 1932 bis April 1933 vom Zoll zu befreien. Die arabische Exekutive gegen Bodenverkauf an Juden Die arabische Exekutive kündigte für Freitag, den 16. September, eine öffentliche Geldsammlung in ganz Palästina an, deren Ertrag dazu verwendet werden soll, das Uebergehen arabischen Bodens in jüdische Hände zu verhüten. Liga für Zollunion zwischen England und Palästina Vertreter der jüdischen Organisationen Palästinas hielten in Jerusalem eine Versammlung ab und beschlossen, eine Liga für Schaffung einer Zollunion zwischen Palästina und England zu gründen. Dem Organisationskomitee gehören an: Doktor Chajim Arlosoroff, Leiter des politischen Departements der Exekutive der Jewish Agency in Palästina, je ein Vertreter des Waad Leumi, des Kolonisten- und des Industriellen-Verbandes, schließlich Dr. Kasteliansky. Ausstellung der arabischen Länder Die arabische Exekutive arrangiert als Gegenaktion gegen die erfolgreich verlaufene Palästina- und Levante- Ausstellung, die im Frühling dieses Jahres in Tel-Awiw stattgefunden hat, für das Jahr 1933 eine spezifisch arabische Ausstellung, in der die Erzeugnisse der Länder Irak, Syrien, Aegypten und Palästina gezeigt werden sollen und die auch eine europäische Abteilung haben wird. Erzeugnisse von Juden sollen auf dieser Ausstellung nicht zu sehen sein. Die arabische Exekutive lehnte den von der Palästina-Regierung ihr gemachten Vorschlag, auch jüdische Produzenten zur Beteiligung an der Ausstellung einzuladen, ab. Palästina-Regierung und Habima-Haus Der High Commissioner General Sir Arthur Wauchope empfing eine Abordnung der Habima und gab ihr das Versprechen, daß die Palästina-Regierung einen entsprechenden Beitrag zum Bau des Theaterhauses für Habimah leisten wird. Die Habima bereitet jetzt zwei neue Stücke zur Aufführung vor, und zwar die Komödie „Zweihunderttausend" von Schalom Alejchem und „Jud Süß", eine Dramatisierung von Lion Feuchtwangers berühmtem Roman. Mehr als 3000 amerikanisch« Bürger in Palästina Nach einer vom State Department veröffentlichten Mitteilung leben gegenwärtig in Palästina 3313 amerikanische Bürger. Der weitaus größte Teil dieser amerikanischen Palästina-Einwohner besteht aus Juden, die sich in Palästina niedergelassen haben, um das Land aufbauen zu helfen. Nichtjüdische Amerikaner leben nur wenige in Palästina. In die Zahl 3313 sind diejenigen Juden nicht eingeschlossen, die zwar aus den Vereinigten Staaten nach Palästina übersiedelten, aber d>". amenkunische Staatsbürgerschaft nicht besaßen. Die Tatsachen lehren« daß der Endgültige Aufbau von Erez Israel Innerhalb kurzer Zeit nur durch Das Privatkapital erfolgen kann. Die Tatsachen beweisen, daß in Erez Israel allein in der Welt Die Wirtschaftslage gut ist und Die Aussichten noch besser. Daher ist es vom nationalen und individuellen Standpunkt das Logiseheste, jüdisches Kapital in Erez Israel zu investieren, Dem einzigen Lande, das dem Juden volle Sicherheit bietet, Um in Ruhe für sich und seine Familie zu arbeiten. Wenn Sie die verläßlichsten Informationen über irgendeinen Zweig Der palästinensischen Wirtschaft wünschen, Wenn Sie welche Unternehmung immer gründen, Wenn Sie Boden kaufen nnd bepflanzen, Wenn Sie Häuser in Stadt oder Land bauen, Wenn Sie auf welche Art immer Ihr Kapital In Erez Israel fruchtbringend unterbringen wollen: Wir stehen mit voller Verantwortung Und gegen mäßige Entlohnung zu Ihrer Verfügung. Wir dienen Ihnen mit Informationen, Ideen, Vorschlägen, Plänen, Programmen, Kostenvoranschlügen, Wir besorgen für Sie die Gründung, Abwickelung, Leitung oder Beaufsichtigung Ihrer Unternehmungen oder Geschäfte. Kanaan -Treuhandgesellsdiaft Canaan Trusteeshi'p €©♦# Jerusalem nwönmöK man jms o^m* l Vertreter für Oesterreich: Ludwig öutmaim, Wien l, Fleisdimavfct 22, II», III«, 56 Mündliche Besprechung nach vorheriger schriftlicher oder telephonischer (R 25779) Vereinbarung Mikweh Israel Von Direktor Elie Krause, dem Leiter der landwirtfsmaftlidien §dmle in Mikweh Israel Nach einem Gespräch Mikweh-Israel, die heute geradezu vorbildliche landwirtschaftliche Schule Palästinas, ist im Jahre 1870 gegründet worden. Ihr Gründer war der damalige Präsident der „Alliance Isra61ite Universelle", Karl Netter, dessen sterbliche Reste auf einem sdiönen, von Eukalyptusbäumen umzäunten Hügel der Schule bestattet sind. Der Anfang war sehr schwierig. Der jüdische Jischuw des Landes zählte 12.000 Menschen, die alle in den Städten des Landes konzentriert waren, ohne jede innerliche Beziehung zum Boden und zur Natur. Die meisten lebten von „Chalukah". Diesen Menschen lag die Idee einer landwirtschaftlichen Anstalt vollständig fern. Die Leiter der Schule mußten von einer Auswahl der Schüler ..absehen, und so wurde jeder aufgenommen, mancher ohne jedwede Vorbildung. Die Biluim waren die ersten, die den großen Gedanken der Eroberung des Bodens und seiner Bebauung hegten und ihn verwirklichten. Langsam begann dieser Gedanke auch in die Kreise des alten Jischuw einzudringen. Und erst nach 15 bis 20 Jahrn begannen Söhne von Mittelständlern, die Schule zu besuchen. 30 Jahre nach, der Gründung zählte Mikweh Israel 100 Schüler. Als Baron Hirsch die Immigration nach Argentinien in die Wege leitete, wurden viele junge Menschen nach Mikweh Israel geschickt, um sich dort in der Landwirtschaft auszubilden. Im Jahre 1898 erreichte die Zahl der Schüler bereits 200. Aber diese Epoche währte nur fünf Jahre. Die Zahl sank wieder auf 100. Und so blieb es. bis zum Ausbruch des Weltkrieges. In dieser Periode wurden keine neuen Schüler aufgenommen, so daß am Ende des Weltkrieges Mikweh Israel keine Zöglinge mehr hatte. Diese Unterbrechung ermöglichte eine Umgestaltung der Schule auf neuen Grundlagen, mit einem neuen Unter-' richtsplan. Vor allem wurde die hebräische Sprache als Unterrichtssprache eingeführt. Ein wahrhaft nationaler Geist erfaßte Lehrer und Schüler. Die Mehrzahl der Absolventen der Vorkriegsperiode verließ die Landwirtschaft und das Land, während 80 Prozent der Absolventen der Nachkriegsperiode ihren Beruf in der Landwirtschaft im Lande ausüben. In den ercten 50 Jahren (1870 bis 1918) besuchten die Schule 1150 und absolvierten 506 Schüler. In den letzten 14 Jahren dagegen wurden .800 Zöglinge aufgenommen, von denen 655 die Schule erfolgreich absolvierten. Der Unterricht dauert drei Jahre. In die erste Klasse werden Schüler im Alter von 16 bis 18 Jahren aufgenommen. Die Schule besitzt heute 2600 Dunam eigenen Bodens der für die verschiedensten Zweige der Wirtschaft verwertet wird: Sie ist eine Art landwirtschaftliches Museum Palästinas. Wir haben 940 Dunam Getreideboden, 314 Dunam Orangerien, 55 Dunam Pf 1 a n z u ngsbod en, 8 Dunam Bananen, 23 Dunam F r u c h t b ä u m e, 247 Dunam W e i n- Neu in der pädagogischen Literatur I Bar*Mizwa // // Ein Unterrlditsbudt für laden indischen Knaben zur Erlernung des Tefillinlegens und als passendes Geschenk aberall erhalttidi! Und bei Isak Heribero, IL Kävnielitevo. 5/0 gärten, 104 Dunam Olivengärten, 20 Dunam Mandel bäume, 244 Dunam Boden für landwirtschaftliche Experimente, 125 Dunam botanischen Garten, 98 Dunam Wiese usw. usw. Außerdem besitzt die Schule eigene Hühnerbrutmaschinen mit einer Brutleistung von 5000 Eiern in einer Brutperiode. Die Anstalt hat 90 Kühe, 25 Pferde, 100 Bienenstöcke, eine eigene Werkstätte, Schmiede, Tischlerei, eine eigene metereologische Station, ein Lysimeter, ein mikrobiologisches Institut und eine Untersuch ungsstation. Der Zweck der Schule ist ein doppelter. Vor allem wollen wir Menschen heranziehen, die, mit dem Boden des Landes und seinen Eigenheiten vertraut, nach wissenschaftlicher V o r b il d u n g als Landwirte oder Lehrer in Palästina sich niederlassen. Zweitens dient unsere Anstalt als wissenschaftliches Institut für die Erprobung aller Arten von landwirtschaftlichen Kulturen, die in Palästina gedeihen können. Auf diesem Gebiet haben wir sehr vieles geleistet. Iri der Schule herrscht das Prinzip der Selbstarbeit Jeder Schüler ist gleichzeitig Produzent und Arbeiter. Es ist uns z. B. nach langjährigen wissenschaftlichen Experimenten gelungen, einen Orangengarten zu pflanzen, der schon im dritten Jahr reife Früchte trägt Dies bedeutet geradezu eine Revolution auf dem Gebiete der Orangenkultur. Unsere Schule verkaufte im Vorjahr 15.000 Kisten Orangen, heuer hoffen wir die Zahl auf 20.000 zu erhöhen. Unser Vieh wird von Jahr zu Jahr besser. Durch besondere Kreuzung mit einer bestimmten Art von holländischen Kühen ist es uns gelungen, eine eigene Art von Kühen zu züchten, deren durchschnittlicher Milchertrag 3500 Liter pro Jahr ausmacht. Alle Schüler werden im Molkereiwesen unterrichtet. Die Schüler machen selbst die verschiedensten Milchanalysen. Vor ungefähr zwölf Jahren beganen wir Getreide anzubauen, wodurch wir mehr Futter für die Kühe gewinnen. Wichtige wissenschaftliche und auch praktische Erfolge erzielten wir auf dem Gebiete der Trauben- und Weinkultur. Durch Mischung und Kreuzung der verschiedensten Stämme gelang es uns, besonders ertragbringende Weingärten einzurichten. Den Wein verkaufen wir an den „Karmel-Misrachi", die Orangen an die Gesellschaft „Tenuwah". Einen besonderen Raum nimmt die Geflügelzucht ein. Durch den Bau ganz moderner Hübnerställe sind wir jederzeit in der Lage, festzustellen, welche Arten sich am besten eignen, und durch eine genaueste Selektion haben wir den Ertrag an Eiern bedeutend erhöht. Der durchschnittliche Eierertrag einer Henne beträgt 188 pro Jahr. Dies deckt alle Erhaltuagskosten des Huhns und bringt 20 Piaster Profit pro Jahr. Nur ein mit der Landwirtschaft genau vertrauter Mensch kann die Bedeutung solcher Feststellungen ermessen. Auch der Bienenzucht wird Aufmerksamkeit gewidmet. Eine Biene, deren Lebensdauer sechs Wochen beträgt, bringt ein Drittelgramm Honig. (Das ist die Blütezeit der Orangen.) Daraus werden wichtige Resultate gezogen, die jedoch für den Laien auf den ersten Blick nicht erkennbar sind. Jeder Schüler arbeitet einen Monat in einem anderen Zweig der Wirtschaft. Und so gewinnt er nach einer bestimmten Periode eine genaue Kenntnis aller Zweige der landwirtschaftliehen, Kultur. Unsere Wirtschaft steht heute, wie wir sagen können, auf vier Füßen: Kühe, Geflügel, Bienen und Gemüse. Wir sehen von den anderen Zweigen, wie Orangerien, Wein usw.,

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