Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 262 (23.9.1932)
- Date
- 1932-09-23
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 262 Set Stonö im SBorendous Sdjiffmaiin Ijat feinen nennenstoeiten Stfjaben an* gectdjtet unb bte SBerfaufsräume jar ntdjt Berührt. Ccs gibt alfo feine „tjom Sranbe öeföäbtgten Sßaren". ...ITnb toocfj fmb bie greife für fefjferfofe SBaten mel nichtiger gehalten als für Be* fff»äbigtc. (Eine 58efirf>tigung ber in 52 S^oufenftern ausgeftellten Sßoren unb greife wirb Sie überjeugen. Ein Gelegenheitspo8ten EJe". Herrenhüte, reguläre Qualitätsware, aus federleicht* m, hypie- ' ~ „ nischenfleli. wollgewebe. a \ ~t~r '., 8,atU haarig ' "~ oder stef, in modernen Fassonen und Farben, allen Qrößeu (Nor« malpreis: bis S 10.—», jetzt nur a Knie-Unterhosen, weiß und alle Modefarben .;"S- Weiße Hemden, SÄ Popeline-Auflage /statt S"4!)0)'S Weiße Nacnthemtfen, m Bordüre od in Pastelitarbeh. S Engl. Mode-Herne en, ne 'este Streitenmuster, ii danthienfarben mit 2 sep. 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Wir haben im letzten Jahr ungefähr 20.000 Pfd. für unsere Produkte eingenommen, einen Betrag, der uns die Möglichkeit gibt, unsere Schule immer weiter auszubauen und den größten Teil der Spesen zu decken. Wir stehn jetzt vor einem großen Problem. Die Mehrzahl der Schüler rekrutiert sich aus Absolventen von Bürgerschulen oder Obergymnasien. Ihr Bedürfnis nach Vervollständigung ihrer allgemeinen Bildung ist groß, und wir müssen diesem Umstand Rechnung tragen. Wir gehen daher daran, die Schule derart ausfiiihaaen, daß der Absolvent nicht nur ein Kenner der Landwirtschaft, sondern auch ein moderner, gebildeter Jude werde. Verhaftung eines jüdischen Streikpostens ft Fünf jüdische Arbeiter, Mitglieder der allgemeinen jüdischen Arbeiterföderation (Histadruth), wurden in der jüdischen Kolonie Bnei Brak in der Nähe von Tel- Awiw, wo sie als Streikposten fungierten, verhaftet. Der Streik der jüdischen Arbeiter richtet sich gegen einige jüdische Plantagenbesitzer, die billige arabische Arbeiter beschäftigen. Schomre Schabbos-Laudeskonferenz Jerusalem, 15. September. {J. T.-A.) Als Frucht der Verhandlungen, die der Präsident des Weltverbandes Schomre Schabbos, Dozent Dr. S. Grünberg. Berlin, im Frühjahr in Palästina geführt hat und die auf die Schaffung einer Einheitsfront aller an der Sabbatfrage interessierten Kreise gerichtet wa^-en. trat am Dienstag, den 20. September, eine Schomre-Schabbos-Landeskonferenz unter Führung .der palästinensischen Organisationen ,.Lema an Hascb abath" und „Mischmeret Haschabath" in Jerusalem zusammen. Alle Rabbiner des Landes, die Vorsteher der Gemeinden und Führer der Organisationen sowie einp wettere große Zahl prominenter Persönlichkeiten des palästinensischen Judentums sind zu d'eser Konferenz eingela'lpa worden. Die vorgesehenen Referate betreffen u. a. die rechtliche und wirtschaftliche Lage des Sabbats, die Erziehung der Tneend zum Sabbat und die Frweckung dar öffentlichen Meinung zum Schutz des Sabbats. Spezielle Beratungen gelten den vielbesprochenen , Fragen der sabbatlichen Sportveranstaltungen und des Automobilverkehrs. Zweiter Moslem-Kongreß in Kairo Kairo, 18. September. (J. T. A.) Mohammed Aly Aloüba Pascha verhandelt mit Führern der Moslems über Einrichtung des permanenten Büros des Moslem- Kongresses in K a5 ro, wo auch im kommenden Winter der zweite Mosi»m-Kongreß stattfinden soll. Ein Komitee moslemitischer Notabein, hauptsächlich aus Wafd-Kreisen, wird Ende Oktober zusammentreten und hierüber Beschlüsse fassen. Inskription an den Wiener Hodisdiulen An der U n i v e r s i t ä t läuft die Inskriptionsfrist für Inländer und Ausländer vom 1. bis zum 31. Oktober 1932. Nachträgliche Inskriptionsgesuche sind vom 3. bis 19. November 1932 bei den Dekanaten einzureichen. Nach, dem 19. November ' werden Gesuche um Inskription nicht mehr angenommen. Die Vorlesungen an der Universität beginnen am 24. Oktober 1932. An der Technischen Hochschule läuft die Inskriptionsfrist für Inländer und Ausländer vom 23. September bis 8. Oktober 1932. Für nachträgliche Inskriptionsgesuche werden die Termine noch bekanntgegeben. Die Vorlesungen beginnen in der ersten Hälfte des Monats Oktober. An der Hochschule für Welthandel läuft die Inskriptionsfrist vom 26. September bis 15. November. Die Vorlesungen beginnen am 15. Oktober. Das Grabmal für Hofrat Schwarz s. A. Vergangene Woche wurde das Grabdenkmal des hochverdienten Rektors des Wiener Rabbinerseminars, Hofrat Dr. Adolf Schwarz, beim Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof' zur Aufstellung gebracht. Der künstlerische Entwurf stammt von dem bestbekannten Architekten Dr. Oskar Wlach, die Schrift vom Graphiker Artur Weisz. Die Gesamtausführung erfolgte durch die Steinmetzfirma Friedländer & Deutsch. Die „Neue Jüdische Bühne" beginnt ihre diesjährige Saison im Theater „Kunstspiele", Wien, I., Riemergasse 11 (vormals Pan), am Sonntag, den 2. Oktober. Auftreten der bekannten Schauspielerin Paula D r e i b 1 a 11 in Zolotorevskys Lebensbild „Die Frau ohne Nerven". Als Gast Opernsänger Wachmansky auf der Durchreise nach London. Karten in sämtlichen Kartenbüros sowie täglich von 11 bis 1 Uhr an der Theaterkassa (Tel. R-24-2-41) erhältlich. Die „Encyclopaedia Judaica". Trotz der Wirtschaftskrise ist.es dem Verlag „Eschkol" (Berlin) gelungen, das großangelegte Werk der „Encyclopaedia J u d a i c a", das unter der Chefredaktion von Dr. Jakob Klatzkin und Prof. Ismar El bogen erscheint, fortzusetzen. Dieser Tage gelangte der neunte Band, der die Artikel von Jerusalem bis Kimchi enthält, zur Ausgabe. Von den großangelegten Monographien dieses Bandes sind insbesondere zu nennen: Jeschiba, Jesaja, Jesu«, Jiddische Sprache und Literatur, Josephus, Kabbala, Kalender, Karäer, Katakomben, Ketubba. — Wie die früheren Bände ist auch dieser Band mit zahlreichen Illustrationen, darunter auch farbigen, ' sowie Noten ausgestattet. Schön möbliertes großes, sonniges Kabinett an Stüde, t (Studentin) mit voizugl. streng koscherer Pension billigst abxugtbtn T I B-4 -9 74. Unter „Zentral Relegen" in die Exp. d. Bt. ■illllWWIIllllUIWliWlIHl t Fortsetzung dieses Referats von Dr. S. Soskin erscheint wegen Raummangels in der nächsten Nummer. Tribüne Vom Städtischen Schauspielhaus Memel erhält die „Neue Welt" folgende Zuschrift: Es ist uns eine Notiz in Ihrer Zeitung zugänglich gemacht worden, in der Sie anzeigen, daß am Memeler Städtischen Schauspielhaus jüdisches Personal prinzipiell nicht eingestellt wird. Wir legen Wert darauf, Ihnen mitzuteilen, daß eine derartige prinzipielle Einstellung hier nicht besteht. Die Auswahl des Personals erfolgt ganz allein nach k ü n s 11 e r i s c h e m Gesichtspunkte. Es sind wiederholt, jüdische Schauspieler am Memeler S t ä d t i s c h e n Sc ja a u s p i e 1 h a u s, zum Teil mit großem Erfolg, tätig gewesen. Die J. T. A. ersucht uns um Aufnahme folgender Mitteilung: Mr. B. Po Hak (jugoslawischer Staatsbürger) steht in keinerlei Verbindung mit der Jüdischen Telegraphenagentur (J. T. A.) und ist; nicht mehr zu irgend einer Aktion namens der J. T£ A. legitimiert. ' ' - ■' Jüdifdte Sports und Hinwill Tiirnbewesung Hakoah an vierter Stelle Gegen Libertas 2:0 Der sonntägige Sieg über den neuen Erstklassigen Libertas hat der Hakoah den vierten Rang in der Meisterschaft verschafft. Verglichen mit dem Stand des Vorjahres, wo aus vier Spielen nicht ein einziger Punkt herausgeholt werden konnte, darf die heurige Leistung mehr als zufriedenstellend bezeichnet werden. Vor dem Wettspiel fühlte sich der Schiedsrichter M i e s o f f bemüßigt, die Hakoah-Spieler auf genaue Einhaltung der Spielregeln aufmerksam zu machen. Die Hakoah-Leitung, betroffen von der eigentümlichen Handlungsweise des Schiedsrichters, wandte sich an den am Platz befindlichen Verbandskapitän Hugo M e i s 1, der Miesoff ersuchte, sein Amt niederzulegen. Tatsächlich übernahm Schiedsrichter Cerny die Leitung des Spieles. Ein Spiel von Bedeutung Sonntag, den 25. September, spielt Hakoah gegen V i e n n a auf der Hohen Warte. Es ist das fünfte Spiel der jüdischen Mannschaft in der heurigen Saison. Bekanntlich war Hakoah stets ein scharfer Gegner der Vienna. Im abgelauf eneü Meisterschaftsjahr erzielte Hakoah aus den beiden Vtenna-Treffen drei Punkte; sie geht auch diesmal gegen seinen spielstarken Gegner mit Vertrauen in den Kampf. Young Perez in Wien Phantastische Boxerlauf bahn eines tunesischen Judenjungen. Young Perez, der Weltmeister im, Fliegengewichti der unter der Leitung des Managers Leon Bellieres mit seinem Bruder Kid in Wien eingetroffen ist, erzählt Uber seine sonderbare Boxerkarriere: „Mein 23jähriger, um zwei Jahre älterer Bruder Kid und ich stammen van, jüdischen Elter» in Tunis, wo mein Vater einen kleinen Tuchhandel betreibt. Schoü als Knaben, interessierten wir uns für den Boxsport — sehr zum Leidwesen unseres Vaters, von dem wir einige kräftige Kinnhaken einstecken mußten, als er erfuhr, daß wir. im geheimen boxten. Dana kam der Tag, wo sich mein Temperament nicht mehr zügeln ließ, und ich die Flucht ergriff. Volletäindig mittellos, fuhr ich als blinder Passagier auf einem Frachtendampfer nach Marseille. Mein Traum war erfüllt, ich war in Frankreich. Meine Kenntnisse in der hebräischen Sprache und meine sportlichen Leiettiagea imponierten dem dortken R-akto«*» » <l*n ich schenkte, und mir einen Empfehlungsbrief nach Paris mitgab. Gleichzeitig gelang es mir, mich bei einem Viehkommissionär einzuschmeicheln, der mir die Ueberwachung eines Transports nach Paris anvertraute.,In der Seinestadt fand ich Beschäftigung als Chauffeur bei einer Schuhfabrik, so daß ich keine Not leiden mußte. Es ist aber begreiflich, daß meine Gedanken weniger beim Motor als bei den Boxern weilten. Als ich das erste Mal in Paris den Ring erkletterte, war es ein Sieg — noch ohne Preis. Schon beim zweiten Treffen gewann ich 25 Francs, während meine weiteren Kämpfe immer höher und höher dotiert wurden. Von 80 Fights errang ich bisher 77 Siege und wurde nur dreimal geschlagen. Den Höhepunkt meiner Karriere erklomm ich, als ich Frank Genera die Weltmeisterschaft entriß. Was meine letzte Niederlage gegen den Engländer MacGuire anbelangt, habe ich diesen sofort zu einem Revanchekampf herausgefordert, ihm die ganze Börse anv geboteu, doch MacGuire. lehnte ab. Sicherlich eine unsportliche* Handlungsweise] : Die Nachricht der französischen Sportzeitung „L'Auto", daß Seff Dickson seinen Liebling Angelmann gegen mich um die Weltmeisterschaft im Fliegengewicht starten will, entspricht nicht den Tatsachen. Da hätte ich auch noch ein Wörtchen dreinzureden. Uebrigens habe ich beim letzten Kampf den Franzosen Angelmann überlegen geschlagen. Der Promotor Dickson weiß, daß ich nur gegen eine ganz hohe Börse in den Ring steige. * Die Sensation des Weltmeistermeetings, das am 19. d. M. in der Engelmann-Arena in Hernais abgehalten wurde, bildete das Treffen des Weltmeister Young Pere« mit dem Wiener Meister Max Kuschner. Es war ein Exhibitionskampf im wahrsten Sinne des Wortes, der erkennen ließ, daß Young Perez, mit voMem Recht den stolzen Titel eines Welt-Champions im Fliegengewicht trägt. _ Jüdische §portier in Los Angelos Mitteilungen Nikolaus Hirschls Nikolaus Hirschl, unser mit Erfolg in Los Angeles tätig gewesener Ringer, erzählt über seine Eindrücke bei der Olympiade: „Noch nie ■ konnte man sich von der völkerversöhnenden Mission des Sports so überzeugen wie gerade bei der letzten Olympiade in Los Angeles. Jede sportliche Leistung wurde anerkannt, gleichgültig, von welcher Nation sie stammte. Ein Beispiel: Die markanteste und beliebteste Erscheinung im Stadion war die des amerikanischen Juden Ben Eastman, des Weltrekordlers und Zweiten im 400-Meter-Lauf. Ueberhaupt stellte Amerika eine Reihe gediegener jüdischer Sportler und Sportlerinnen, unter anderen die erfolgreiche Diskuswerferin Lillian Copeland, den tüchtigen Turner Georges Roth, den Fechter'Josef Lewis, den preisgekrönten Schwimmer AI Schwarz, den Boxer Nat Bor. England entsandte j den jüdischen Boxer Harry M u e 11 e r, Portugal den modernen Fünfkampf-Athleten Rafael Alfons und den Bogenschützen A. G u e n a. Neuseeland war durch den jüdischen Laufer Max S o 1 o m, Australien durch den Mittelstreckler Georges Golding, und Polen durch die Diskuswerferin Fanny Weiß vertreten. Für Frankreich lief der Jude David Arn heim im 100-Meter-Lauf, während Finnland einen jüdischen Repräsentanten — Ellie Katz — im 1500- Meter-Bewerb hatte. Einer der besten Diskuswerfer Europas — der ungarische Jude Madarasagh — startete in Los Angeles, ein zweiter ungarischer Jude, der Fechter Atilla Petschauer, konnte einen schöben Erfolg buchen. Die beiden ungarischen WasserDall- Olympioniken Brody und. Barta sind jüdischer Nationalität. Von,Deutschland ist zu erwähnen: Der Diskuswerfer Emil H i r s c h f e 1 d, der Vierter im Diskuswerfen wurde; aus der Tschechoslowakei kamen, der Marathonläufer Oskar Hek§ (Achter im Marathonlauf) und d>r Sprinter Engel. Dänemark entstandte den Fechter O s s i e r und den Ringer Kurland, der im griechisch« römischen Ringkampf Zweiter in der Lcichtgcwichtsklasoc