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Die neue Welt · 1932-09-23 · Heft 262 (23.9.1932) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 262 (23.9.1932)
Date
1932-09-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 262 DIE NEUE WELT Seite $ Aus der revisionistischen Weh Die neue Arbeft der Revisionistischen Union Eine Erklärung Meer Großmanns Meer Grossmann, Vizepräsident der Union der Ziottlsten-Revisionisten, übergibt der Presse in einer Londoner Pressekonferenz die folgende Erklärung über die neue Arbeit der Union: Der yon der Weltkonferenz der Zionisten-Revisionisten in Wien angenommene Beschluß, den Sitz der revisionistischen Exekutive von London nach Genf zu verlegen, war von zwei Erwägungen diktiert worden: Erstens werden mindesten« drei Mitglieder der Exekutive dauernd in einer Stadt leben und gemeinsam die Arbeit der Union leiten, zweitens werden sich neue Möglichkeiten der politischen Arbeit eröffnen, Propaganda und Aufklärung werden nun nicht mehr allein auf England beschränkt sein. Wir werden uns an die internationale Front wenden, ist ja die Verpflichtung eines jüdischen Nationalheims in Palästina eine internationale Verpflichtung. Wir hoffen auf die Sympathie aller Völker der Welt. Die Verlegung unseres Hauptbüros nach Genf bedeutet aber nicht, daß wir unsere Hoffnung aufgegeben haben, England zu bewegen, seine Politik zu ändern. In Wirklichkeit haben wir allen Grund zu glauben, daß wir in* nicht allzu ferner Zeit in Freundschaft und gegenseitigem Vertrauen mit England zusammenarbeiten werden. In erster Reihe maßgebend für uns ist aber das jüdische Interesse, wir werden alle konstitutionellen und legalen Mittel zur Wahrnehmung unserer Rechte nutzen. Die revisionistische Union bleibt eine demokratische, fortschrittliche Organisation, für die der freie Wille der gesamten Bewegung maßgebend ist, die sich jedem gefährlichen Extremismus fernhält und von einem einheitlich verantwortlichen Exekutivkomitee geleitet wird. Die Union will jetzt praktische, konstruktive Arbeit tun; Hauptaufgabe des Exekutivkomitees gemäß dem Beschluß der Konferenz ist1 es, die Schaffung einer Reihe dringend notwendiger wirtschaftlicher Institutionen zu fördern, wie z. B. Wanderer-Kooperativen, Sparvereine zur Ermöglichung der Ansiedlung der Mitglieder in Palästina, Handelskammern und Informationsbüros zur Beratung jener Juden, die nach Palästina übersiedeln wollen. Ein wirtschaftliches Sonderdepartement wird errichtet werden. Wir sind Gegner einer philanthropischen Kolonisation und treten für die Ansiedlung solcher ein, die sich auf eigene Mittel und eigene Arbeit stützen können. Die Konferenz hat die Bewegung für Simrath Haarez (Förderung des Verkaufs von Palästina-Produkten in allen Ländern) gebilligt. Die Palästina-Arbeiterorganisation Histadruth hat abgelehnt, mit uns über eine gewisse 'Reform der" jüdischen Gewerkschaften zu verhandeln, so daß die Gewerkschaften weiter unter der Kontrolle der sozialistischen Partei bleiben. Da wir nicht täusende jüdische Arbeiter in Palästina — Revisionisten, Misrachisten und Allgemeine Zionisten sowie Parteilose — der Gnade einer monopolitisch eingestellten Organisation überlassen dürfen, ist unsere Exekutive angewiesen worden, die Bildung einer unparteiischen Nationalen Gewerkschaft in die Wege zu leiten. Dieser Entschluß darf nicht als eine Kriegserklärung an die Histadruth interpretiert werden. Wir wollen Frieden und Zusammenarbeit. Wir sind für Aufrechterhaltung des Lebenstandards des jüdischen Arbeiters und des Prinzips jüdischer Arbeit. Aber wir sind entschlossen, Monopol, unnötige und schädliche Streiks, Arbeiterdiktatur und privilegierte Budgets zur Förderung eines „Staates im Staate", der auf „Klassenkampf" basiert, zu bekämpfen. Der von der Konferenz ratifizierte Beschhuß von Calais bedeutet de facto, daß die schekelzahlenden Mitglieder der Union jetzt als Sonderverband in der Zionistischen Organisation verbleiben und'alle Rechte und Pflichten als Mitglieder der Zionistischen Organisation haben, während die Union selbst aichl nicht mehr als integralen Teil der Zionistischen Weltorganisation betrachtet. Jene Revisionisten, die noch an die Bedeutung der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency als politische Instrumenten und an die Notwendigkeit, sie von innen heraus zu reformieren, glauben, .werden auch weiterhin sich an der Arbeit aller zionistischen Körperschaften beteiligen und zum kommenden Kongreß eigene Kandidaten aufstellen mit dem Ziele, Mehrheit und Kontrolle über die Jewish Agency zu bekommen. Gleichzeitig wird die Union auf allen Gebieten zionistischer Arbeit eine Tätigkeit außerhalb der Kontrolle und der Jurisdiktion der Zionistischen Organisation tntfalten. Die Ratifizierung des Beschlusses von Calais bedeutet nicht, daß die Revisionisten die Zionistische Organisation verlassen und eine Konkurrenzorganisation bilden; der Calais-Beschluß läßt keinen Zweifel daran, daß der Plan der Errichtung einer Unabhängigen Zionistischen Organisation aufgegeben worden ist. Die Konferenz der Revisionisten hat keine politischen Entschließungen gefaßt, außer der einen, eine große Bewegung für die^ Petition einzuleiten, um einerseits die fundamentale Ueberschreitung der Befugnisse seitens des Mandatars klarzustellen und andererseits die zionistischen Hauptforderungen nach freier jüdischer Einwanderung, Boden-. reform, Erleichterung der Kolonisation, Maßnahmen zum Schutze jüdischen Lebens und Eigentums, Einschluß Transjordaniens in das Gebiet jüdischer Kolonisation und Installierung eines auf die Erfordernisse der jüdischen Kolonisation eingestellten Kolonisationsregimes vor aller Welt zu erheben. Wir wollen eine Regeneration der jüdischen Massenbewegung für Palästina, wir wollen die jüdische Frage wieder in ihrer Bedeutung als internationale Frage erheben. Mit einem Wort: wir wollen politischen Zionismus durch eine jüdische Massenbewegung intensivieren. Die Konferenz beschäftigte sich ausführlich mit der Stellung der revisionistischen Organisation in Palästina, ihrer Arbeit, ihrem Verhältnis zu anderen Gruppen, ihren Kampfmethoden. Es wurde klar, daß die palästinensische Organisation nicht als eine gewöhnliche Landesorganisation betrachtet werden kann. Palästina ist unsere Avantgarde. Jedes Ereignis in Palästina hat nun seinen Widerhall in der Diaspora und besonders in der zionistischen Tätigkeit der ganzen Welt. Deshalb ist die ganze Union in gewissem Grade für die revisionistische Tätigkeit in Palästina verantwortlich. Die Konferenz hat deshalb beschlossen, in Palästina ein politisches Büro des Exekutivkomitees zu errichten, daß zu gleichen Teilen aus Vertretern des Weltexekutivkomitees und des Zentralkomitees Palästinas bestehen soll. Dieses Büro wird die Direktiven des Exekutivkomitees ausführen und den nötigen Kontakt zwischen der Weltunion und der palästinensis eh en Organisation in Angelegenheiten, die die ganze Bewegung angehen, aufrecht erhalten. Wir sind streng darauf bedacht, zwischen der offiziellen Politik der Union und separaten Manifestationen in Wort und Tat Widersprüche zu vermeiden. Ein Mitglied des Exekutivkomitees wird demnächst Palästina besuchen. Für Festgerichte das reine Kunerol... Kunerol ist 100% reines Fett aus Kokosnüssen und deshalb für Fleisch- und Mehlspeisen ganz besonders geeignet. Kunerol wird in mustergültigen Betrieben auf einwandfrei hygienische Art erzeugt — es kommt während der Herstellung nie mit Menschenhand in Berührung. Kunerol wird unter ständiger Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners S. E h r e nf e I d zu Mattersburg hergestellt. 100% REIN ES KOKOSNUSSFETT TeU€haj*Fonds Mitteilungen des Komitees für Oesterreich Die rege Tätigkeit, die der Keren Tel Ohaj besonders in letzter Zeit entfaltet, hat eine wesentliche Erhöhung der Eingänge zur Folge. /Laut Beschluß der letzten Sitzung des Tel-Ohaj- Fonds (Wien, 4. September 1932) werden die Eingänge allmonatlich in der „Neuen Welt" ausgewiesen werden. Herr Rudolf W o z a s e k 'bereist mit gutem Erfolg die österreichische Provinz. Besonderen Erfolg hat die T e 1 - C h a j - S t r e i c hholzschachtel. Alle Freunde des Keren Tel Ohaj werden gebeten, sich dieses bequemen Sammelmittels zu bedienen. Diejenigen, welche die Tel-Cihaj-Streichholzschachtel schon längere Zeit haben, werden ersucht, dieselbe ehestens in den Bürozeiten zurückzustellen und neue zu beheben. Anläßlich der hohen Feiertage spendet reichlich für den Tel-Ohaj-Fonds! Spenden nimmt entgegen: Fondskommissär Herr S. Graubart, Postsparkassen-Konto 120.469; „DieiNeue Welt", Postsparkassen-Konto B-120.462 (Robert Stricker) und das Tel-Ohaj-<FondsMiro: Jüdisches Heim, IL, Untere Augartenstraße 38. Bürozeiten: Täglich, mit Ausnahme von Samstag und Sonntag, von 10 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags und von 7 bis 9 Uhr abends. Tel. A-45-6-54. Brilh Trumpeldor (Vom Büfo des Shütfon/ Paris) \ Moatzat ha Netzivim. Den Abschluß der Sommersaison, die hauptsächlich Inspektionsreisen der Ketzine ha Shilton in den Senifim gewidmet war; bildete die Zusammenkunft der Netzivim, die vom 26. August bis 2. September in Wien taigte. Die Moatza beriet über Fragen der Organisation und der Erziehung, der wehrsportlichen, fachlichen und maritimen Hacbscharah sowie der Aüja und unterbreitete dem Shilton eine ganze Reihe von Vorschlägen und Anregungen auf diesen Gebieten. An der Moatza nahmen teil: Rosch Betar, Schofet Betar, Ketzine ha Shilton, die Netzivim der tänder Deutschland,. Oesterreich, Ungarn, Danzig, der Mishne ha Natziv der C.. S. R., der Vertreter des Natziv in Polen, ein Vertreter des Natziv in Palästina und' Ketzine ha Netzivujor dieser Länder. Im Shilton. Ab September wird K. ha Sh. Dissentschik im Auftrage des Shilton gewisse Aufgaben sowohl in den Senifim wie am Sitz des Shilton erfüllen; statt seiner wird K. ha Sh. Lubotzky das Sekretariat, des Shilton leiten. K. ha Sh. Rosoff leitet die Kasse, die Totzeret-Haarez-Abteilung und die Intendantur des Shilton. K. ha Sh. Halperin leitet nach wie vor das wehrsportliche Departement des Shilton. Der Shilton beginnt «eine Tätigkeit im neuen Arbeitsjahr mit der Herausgabe der Betar-Legitimationen für alle Betarim. Mit dieser Aktion ist auch eine Zahlung sämtlicher Betarim der Welt verbunden. Der Shilton bereitet die Herausgahe eines Sammelbuches, der die betarische Ideologie 'berührenden Artikel des Rosen Betar in jiddischer Sprache vor. Lettland. Vom 29. Juli bis zum 1. August fand ein Kinnus des lettländischen Betar statt. Der Kinnus, der von einer Sportveranstaltung abigeschlossen wurde, stand im Zeichen der Jubiläumsfeier der Jüdischen Legion. Es nahmen an ihm etwa 500 Betarim aus allen Ortsgruppen Lettlands teil. Der Kinnus wurde vom K. ha Sh. Propes namens des Shilton begrüßt; es nahmen am Kinnus auch die Ketzine ha Shilton Levy; (Paris) und Michlin teil. Vereinigte Staaten. Am 20. nnd 21. August fand in New York die erste betarische Landeskonferenz der U. S. A. statt. Es nahmen an ihr über 50 Delegierte, die mehr als 600 Betarim der Städte New York, Chikago, Jersey City, Detroit, St. Louis, Bridgeport, Norwalk, Chelsea und Roxbuty repräsentierten, teil. Schriftlich begrüßten die Konferenz: Rosch Betar und Shilton, Präsident Hoover, Governor Roosevej11 und Lieut. Governor Lehman. Persönlich begrüßten sie: J. de Haas namens der Orden „Sons of Zion", Isaac Allen und Dr. Mason. Der abtretende Natziv J. Beder übergab vor der Konferenz dem neuen Natziv Prof. J. Smertenko die Führung des Betar in den U. S. A. Die Konferenz faßte eine Reihe konstruktiver Beschlüsse bezüglich der weiteren Betar-Tätigkeit in den Vereinigten Staaten. Tunesien. Im August fand in Tunis ein Lager statt, an dem sich mehr als 100 Betarim beteiligten, unter der Leitung des Meffaked Geliii Felix All ouche. Das Lager hatte einen großen Erfolg, ungachtet der gleichzeitig in Sfax stattgefundenen Un«. ruhen. _ Lehrervermittlung durch den Jüdischen Hochschulausschuß Hofmeister, Hauslehrer für Nachhilfeunterricht in allen. Mitelschultypen, mit Kenntnissen fremder Sprachen, verläßliche Pädagogen, vermittelt prompt und unentgeltlich der Jüdische Hochschulausschuß, Wien, IX., Zimmermannplatz 8, Tel. A-25-2-28. Ge§ell§diafts*und Studien* reise nach Palästina 88« Februar bis 28* Marx 1933 Gesamtarrangement von Wien bis Wien — alles inbegriffen — S 9 5 0. Auskünfte und Prospekte durch; Austro - Palästinensischer Wirtschaft«- dienst Wien, IX., Berggasse 16 (Handelsmuseum), Telephon A-17-5-40 Serie. Srechstunden: Montag und Donnerstag von H9 bis $ Uhr nachmittags.

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