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Die neue Welt · 1932-09-23 · Heft 262 (23.9.1932) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 262 (23.9.1932)
Date
1932-09-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DIB NEUE WELT Nr. 263 Ein Bild bolschewistischer Wühlarbeit unter den Arabern Was der »Emes« mit Befriedigung erzählt Im Warschauer „Hajnt" veröffentlicht der bekannte jüdische Jonrnalist J. Klinoff ans dem Moskauer jüdischen Sowjetorgan „Emes" Einzelheiten über die kommunistische Tätigkeit unter den palästinensischen Arabern. Charakteristisch ist folgende Stelle: „In Waadi Chawarith gab es bekanntlich vor kurzer Zeit arabische Zusammenstöße mit Juden. Jetzt ist die Möglichkeit gegeben, festzustellen, wie diese Vorfälle organisiert worden sind, wie der arabische .Volkszom' in Palästina ,spontan' ausbricht. Es ist nämlich das Organ der jüdischen Kommunisten Sowjetrußlands, der Moskauer ,Emes\ der ohne Hinterhältigkeit, vielmehr ganz offen und stolz berichtet, welchen Anteil die jüdischen kommunistischen Bürschchcn in Palästina an dem sogenannten arabischen Volkszorn haben. Ein gewisser J,Luiigmann (es dürfte das ein Pseudonym sein) gibt in zwei Artikeln des .Emes' die .Aufzeichnungen vom Kampf der Bauern und Arbeiter in Palästina' wieder. J. LAngmann gibt eine Schilderung der arabischen Aufwiegelungen,' indem er von einem verlassenen Häuschen; in Che dem erzählt, wo die Kommunisten Wohnsitz genommen haben. Dieses Häuschen wird deshalb von den Kommunisten ,Rewkom4 genannt. In diesem Kommunistentftiartier arbeitet der Hefctograph; von hier au» werden Streiks organisiert; von hier atis wird mit dem. Hausbesitzer um den Zins Krieg geführt und gegen den jüdischen Kolonisten, den. sie vertreiben möchten.' ' ' Ein gewisser Sehe entmann, auch ein Psendonym für einen Führer de» ,Rewkom\ begab sich, so erzählt der »Emes' nach Waadi Chawarith. Und der ,Emes* schildert die Vorfälle in der Stadt; „Der Wind pfeift, der Regen strömt und im Dunkel der Nacht erscheinen die bedninischen Zelte noch düsterer. Schechtmann klopft an eines der Zelte. Heraus Iriff der schlanke Maumed nnd sagt m Schechtmannt »Wenn dn in solcher Nacht gekommen bist, dann bist du ein ganzer Kerl, man kann sich auf dich verlassen. Du bist der richtige Bolschewik.' ,Keine Zeit zum Plaudern. Heran an die Arbeit! Dieses Paket muß verteilt werden. Es sind Aufrufe der Zentrale."* Langmann erzählt weiter: „Bei Morgengrauen fanden die Araber vor ihren Zelten Blätter mit blauer Schrift von der P. K. P. unterschrieben. Ein Aufruf an die Araber, ihren Boden zu verteidigen, und die Versicherung, daß die Kommunistische Partei Palästinas ihnen in ihrem Kampf helfen -werde." Dann folgt ein Gespräch mit dem alten Mustapha: „Gestern sind die Zionisten unseren Boden bearbeiten gekommen. Das Dorf hat beschlossen, nicht znzulassen, daß Fremde unseren Boden bebauen. Es ist eine Schlägerei ausgebrochen. Aber das ist nur der Anfang. Wir sind auch deshn'b zu euch gekommen, um Rat zu holen. Es gibt viele, die sich fürchten. Der Efendi scheint ein wenig dahin gewirkt zu haben. Es muß also einer von der Partei herkommen, um eine Versammlung abzuhalten." >; „Seht zu", antwortet Langmann, „daß alle an Ort und Stelle seien. Es wird euch jemand aufsuchen. Bewahrt Festigkeit, der Sieg ist, auf eurer Seite." Mahmed zog ein Messer aus dem Gürtel, nnd indem er mit dem Finger über die Schneide fuhr, sprach er gleichsam , zu sich selbst: „Unsere Bauern oder die Zionisten!" * . Mögen hier auch einzelne Uebertreibungen der Beteiligten vorliegen, die vor Moskau ihre Verdienste herausstreichen wollen — jedenfalls ist nicht zu leugnen, daß die kleine Schar der palästinensischen Kommunisten eine Pogrompolitik beireibt und daß die kommunistische Presse aller Länder dem Land Palästina besondere Aufmerksamkeit schenkt. Aus der jüdischen Well '"svp Dizengoff in Berlin Der .Bürgermeister yon Tel .Awiw, Medr Dizengof f, ist am Dienstag, den 13. September, von Warschau kommend, in . Berlin eingetroffen und wurde am Bahnhof vom Präsidenten des; Makkabi-Weltverbandes Dr. Hermann Lelewex, im Namen des deutschen Ma/kfcabi-Kreises von Dr. Rahau und Hans Friedenthal, im Namen des Präsidiums des Weltvenbandes der Hebraisten von Dr. Alexander Rosenfeld begrüßt. Kurz darauf fand eine Sitzung-des Präsidiuansdes.Ma kk a bi- Weltverband es mit Dizengoff statt, in der iiiber die..zweite Makkabiah und über den Bau des Stadions in Tel Awiw beraten wurde. Am Nachmittag nahm Dizengoff an der Plenarsitzung des Exekutivkomitees des Brith Iwrith Olamifch teil. Älbendg gab Direktor Georg Kareski zu Ehren Dizengoffs einen Empfang. Dizengoff will auch in Deutschland für die Interessen des jüdischen Museums in Tel Awiw tätig sein. Dizengoff beim Weltverband der Schomre Schabhos Berlin, 16. September. (J. T.-A.) Anläßlich der Anwesenheit des Bürgermeisters von Tel-Awiw," Meir Dizengoff, in Berlin trat das Präsidium des Weltvenbandes Schomre Schabbos zu einer Sitzuug zusammen, in der Herr Dizengoff die Bemühungen der Stadtverwaltung von Tel-Awiw um die Wahrung des öffentlichen Charaktere des Sabbats schilderte. In der folgenden Aussprache wurden die Wege erörtert, die eine Restliche Verankerung der Sabbatruhe ermöglichten. Neue antisemitische Ausschreitungen in Tunis , Die Welle antisemitischer Unruhen in Tunesien ist noch nicht zum Stillstand gekommen. In Barcartanage kam es zu schweren antisemitischen Ausschreitungen der Araber gegen die jüdische Einwohnerschaft, bei denen eine jüdische Frau durch Schüsse schwer verwundet wurde. Der Polizei gelang es schließlich,' die Angreifer zu zerstreuen und die Ruhe wieder herzustellen. Die alte Synagoge in Cordova. Die spanische Regierung hat 10.000 Pesetas zur" Restaurierung der vor einiger Zeit neu entdeckten^ aus dem Mittelalter stammenden Synagoge in Cordova bewilligt. Das spanische Parlament hat beschlossen, die Synagoge den •Juden zurückzugeben. Der Aus^chüffK für, antike Kunst hat gegen diesen Beschluß.. Ein|jpruch/' erhoben und, gefordert, daß' die Synagoge als;i>^ttttdf.histörisc<Kes Denkmal unter seinen Schütz gestellt werde. Indem die Regierung die Gelder zur; Restaurierung des wertvollen alten Baues hergibt, deutet, sie an,, dafl sie die Synagoge als Kulturd en km a.l er.hajfen, nicht aber als Andachtsstätte verwendet wissen *will. Der schweizerische Bundespräsident und die tfttdehlfetze^ Eidgenossenschaft, Dr. Giuseppe,.Motta; hielt auf der 600-Jahr-Feier der Stadt Luzerh eine Rede über den schweizerischen Staats- und Volksgedanken, die durch die Schweizer Sender verbreitet würde und im ganzen Lande einen starken Eindruck'hervorrief. Bundespräsident Motta erklärte, die Schweiz bleibe eine Hauptträgerin des Freiheitsgedankens in der Welt, In ihrem reinsten Sinne bedeute Demokratie nicht nur Rechtsgleichheit, sondern auch Brüderlichkeit. In schroffsten Gegensatz zum Geiste der Demokratie, fuhr Bundespräsident Motta fort, würden sich diejenigen setzen, die eigene Mitbürger ihrer Konfession, Sprache, Abstammung oder Standes wegen geringschätzen wollten. Die in jüngster Zeit hie und da zum Vorschein tretenden Versuche zu einer Judenhetze sind daher unschweizerisch. Drucklegung von Arbeiten aus dem Gebiete der Wissenschaft des Judentums. Aus Mitteln der Salomon- Neumann-Stiftung sollen im November d. J. einige Beträge zur Drucklegung von Arbeiten aus dem Gebiete der Wissenschaft des Judentums verteilt werden. Blutwallungen, Herzbeklemmung, Atemhot, Angstgefühl, Nervenreizbarkeit, Migräne, Schwermut, Schlaflosigkeit können durch den Gebrauch des natürlichen ,,Franz-Josef "-Bitter wassers oft beseitigt werden. Zur Vermählung unteres A» H, Nävi Dr. Erduard Pachtmann mit Edith, geb. Sinnreich gratuliert herzlichst die Jüdisch'akademische Vereinigung „Ivria". Entsprechende Gesuche sind bis Ende Oktober 1932 an den Schriftführer der Stiftung, Herrn Rechtsanwalt Dr. Alexander Philipsborn, Berlin N 24, Oranienburgerstraße 13/14, zu richten. Die rumänische Staatsforstverwaltung beschäftigt keine jüdischen Arbeiter. In der letzten Sitzung der rumänischen Kammer hat der jüdische Abgeordnete Dokotr Josef Fischer in einer kleinen Anfrage an den Landwirtschaftsminister Voicu Nitzescu darauf hingewiesen, daß die Staatsforstverwaltung in den Betrieben der Provinz Maramures (Marmarosch) keine jüdischen Arbeiter beschäftigt, obwohl es gerade unter der jüdischen Bevölkerung dieses Gebietes, die früher hauptsächlich von der Holzindustrie lebte, eine große Anzahl hochqualifizierter jüdischer Holz- und Forstarbeiter gibt. Diese Personalpolitik der Staatsforstverwaltung — so wird in der Anfrage Dr. Fischers ausgeführt — sei eine der Hauptursachen des unbeschreiblichen jüdischen Elends in der Marmarosch. Der Minister wird ersucht, die Gründe für diese Haltung der Staatsforstverwaltung bekanntzugeben. Der Beantwortung der Anfrage des Abg. Fischer wird in jüdischen Kreisen mit großer Spannung entgegengesehen. Die wirtschaftliche Notlage der jüdischen Bevölkerung der Marmarosch hat sich in den letzten Jahren fortschreitend verschärft. Die großen jüdischen Hilfsorganisationen führen seit langem großzügige Notstandsaktionen in dieser Provinz durch, um wenigstens dem krassesten Elend zu steuern. Es sind auch Bestrebungen vorhanden, durch Auswanderung nach Palästina und Südamerika einem Teil der verelendeten Marmaroscher Judenheit neue Existenzmöglichkeiten zu verschaffen. Eine durchgreifende Aenderung der traurigen Verhältnisse in der Provinz ist jedoch ohne entsprechende staatliche Mithilfe nicht denkbar. wmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmtm Vom AusfroflPalästmensisdieii Wirtsdiaflsdieiist Der Austro-Palästinensische Wirtschaftsdienst hat vor einigen Monaten seine Tätigkeit aufgenommen undin dieser kürzen Zeit bereits die Notwendigkeit dieser Gründung bewiesen. Dank der Opferwilligkeit einiger seiner Mitglieder wurde ein geräumiges Büro aufgenommen, wo an zwei Nachmittagen der Woche Auskünfte übV pälästiriehsrscKe1 Wirtschaftsfragerierteilt werden'. ■■ ■' Dem Wirtschaftsdienst stehen ein reichhaltigesstatistisches Material sowie eine Reihe fachlicher Berater in Wien und in Palästina zur Verfügung, so daß Interessenten jede gewünschte Information, erhalten konnten. Ein Teil der Interessenten hat Auskünfte über die Mög-' lichkeit von Industriegründungen,, ein anderer Teil über Häuserbau, Anlage von Orangenpflanzungen u. dgl. eingeholt. Schriftliche Anfragen liefen nicht nur aus O esterreich, sondern auch aus dem benachbarten - Auslande, insbesondere aus Jugoslawien und der Tschechoslowakei, ein. Der Austro-Palästinensische Wirtschaftsdienst, welcher seine Aufgabe in der Förderung eines regen Verkehrs zwischen Oesterreich und Palästina erblickt* wird seine Tätigkeit in den nächsten Monaten noch bedeutend verstarken und den Kreis seiner fachlichen Berater in Palästina erweitern. Die Tätigkeit des Austro-Palästinensischen Wirtschaftsdienstes wird ehrenamtlich ausgeübt, so daß die Auskunfterteilung kostenlos erfolgt. Die Sprechstunden des Austro-Palästinensischen Wirtschaftsdienstes finden zweimal wöchentlich, und zwar Montag und Donnerstag von halb 5 bis 6 Uhr nachmittags, in der Berggasse 16 (Handelsrauseum) statt. Tel, A-17-5-40 Serie. Stolz und welcher Begeisterung sprechen sie von „ihrer" Burg, von den Türmen und Erkern I Wie in jedem Staat gibt es auch hier eine Verfassung, die sich alle Bürger in einer gemeinsamen Versammlung, in der die Lagerordnung gründlich durchbesprochen und durchgedacht wurde, gegeben haben. Auch eine Regierung haben sie sich aus ihrer Mitte gewählt, an deren Spitze der von allen geliebte und verehrte Lagerleiter Dr. Hilzenräd steht. Eine eigene Post haben sie, ein Spital, dessen Patienten aber so lustig aussehen, daß man sie gar nicht für krank halten will, ein Fundamt, eine Bibilothek und noch viele andere Einrichtungen. Täglich haben einige Teilnehmer Dienst, ein Teil im Lager, der für Ordnung und Bequemlichkeit sorgt, und ein Teil in der Küche, der für den Magen der 120 sorgt. Wenn man in die Küche kommt, so sitzt hier ein Kreis von etwa zehn jungen Menschen singend und lachend beim Kartoffelschälen. Man hat sich einen Dienst anders vorgestellt und freut sich des flotten Tempos, in dem die Arbeit vorwärtsgeht. So arbeiten sie alles für sich selbst. Sie haben sich Tische, Bänke, Türen, Stellagen gezimmert . Ein Teil mußte sich sogar selbst die Betten herstellen. Abends sind die gemeinsamen Veranstaltungen. Da sitzen sie beisammen im Freien unter dem sternenbesäten südlichen Himmel und hören zu, wie einer etwas sagt oder liest. Oder sie singen Lieder, in denen der ganze Schmerz 2000jähriger Knechtschaft Hegt, oder lustige Lieder, voll von der Heiterkeit der Jugendzeit, und dann fassen sie einander und tanzen einen schnellen, feurigen Reigen, die Horah, immer wieder und wieder, fast bis zur Erschöpfung. Mehrmals hatte man bei größeren Veranstaltungen Gelegenheit, die jungen Menschen als Künstler zu bewundern. Sie hatten sich einen Chor geschaffen und ein Orchester aus den .wenigen einfachen Instrumenten, die sie im Lager besaßen. Nicht so sehr die Tatsache, daß hier mit so primitiven Mitteln wirklich Gediegenes hervorgebracht wurde, als vor allem die Beobachtung^ wie unendlich viel Sorgfalt und Liebe hier am Werke war, machte diese Abende zu einem tiefen Erlebnis. Was den „Verband zionistischer Mittelschüler" wohl bewogen haben mochte, sein Lager so weit von Oesterreich weg zu verlegen,?';Es waren hauptsächlich die schlimmen Erfahrungen, die er mit der judenfeindlichen Bevölkerung bei früheren Lagern in Kärnten gemacht hatte. Leider sollte ihm auch' hier in Dalmatien bewiesen Werden, wie begründet sein Entschluß gewesen war. In der letzten Woche des Lagers waren einige Wiener als Kurgäste in Hvar eingetroffen, die sich bemüßigt fühlten, unter den «unwissenden Wilden" als Missionäre für den Antisemitismus aufzutreten. Sie versuchten, eine Hetze gegen das „polnische Gesindel" zu inszenieren, wurden aber mählich stiller, als sie nur bei ganz wenigen übrigens Landsleuten — schwachen Widerhall, bei den Einheimischen aber gar keinen Anklang fanden. Mit den Jugoslawen verband die jungen Zionisten eine immer entere Freundschaft. Die Besuche von Hvarern in der Burg wurden immer häufiger. Unten im! Ort waren die weißen Blusen mit den Zionsstern gut bekannt und alle freuten sich, wenn sie gelernt hatten, mit „Schalom" zu grüßen. Am Ende des Lagers wurde ein gemeinsames Sportfest veranstaltet. Es war eine Freude, zu sehen, wie sehr beide Parteien mit aller Leidenschaft ihre Vertreter ermunterten, andererseits aber auch die Erfolge des Gegners anerkannten. Ein guter Stern, ließ diesen Kampf unentschieden ausgehen, keine Sieger und keine Besiegten, der schönste Ausgang eines Kampfes zwischen Freunden. Besonders erfreulich war auch die Stellung der jugoslawischen Behörden. Der Verband hatte 75 Prozent Fahrpreisermäßigung auf den Eisenbahnen und 50 Prozent auf den Schiffen erhalten. Der Hvarer Gemeinderat hatte die Burg völlig kostenlos zur Verfügung gestellt und in ihr überdies verschiedene Adäptierungen vornehmen lassen. Der Bürgermeister besuchte das- Lager mehrere Male und zeigte sich von besonderer Freundlichkeit. Der letzte Abend in der Burg, Ein großes Lagerfeuer wird entzündet. Alle sitzen herum und sehen in die roten Flammen, die hoch hinauf gegen den dunklen Abendhimmel todern. Einer von ihnen tritt in den stillen Kreis und spricht kluge, schöne Worte über die Zukunft der Menschheit. Nach , den Worten des Redners bleibt alles minutenlang still. Leuchtende Augen sehen in die Flammen des Abschieds. Die sonst so heitere Gesellschaft ist heute ernst gestimmt: Morgen ist ja das Lager-aus! Am nächsten Tag bringen sie in langer Kette ihr Gepäck zum Schiff. . Die Kräftigen arbeiten für die Schwächeren, für die Kleinen. Dann gehen alle zum .Hafen, begleitet von den Segenswünschen der Bevölkerung. ,fGlückliche Reise I" „Auf Wiedersehen im nächsten Jahr!", „Kommt wieder!" Bei der Abfahrt des Dampfers bringen junge Jugoslawen im Hafen ein dreifaches Hoch!, auf die Zionisten aus. Woher haben nur junge Menschen — denn diese allein haben das ganze Lager gemacht — so viel Unternehmungsgeist genommen, eine so ungeheure Arbeit anzupacken, so viel Begeisterung und Hingabe, sie mustergültig durchzuführen, so viel Kraft und Geduld, sich den unzähligen kleinen und großen Sorgen des Lagers mit so viel Pünktlichkeit zu widmen, so viel Liebe, um sie über alles, was mit dem Lager zusammenhing, zu breiten? Es gab viel zu sehen in diesem Lager für offene Augen und ein aufnahmsbereites Herz und das alles^ gab das Bild einer frohen, starken Jugend, die heranwachst und sich in solchen Lagern selbst erzieht. M. W e i n e r.

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