Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 262 (23.9.1932)
- Date
- 1932-09-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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N aueröffnet Vegetarische und Diätetische Küche Wien II, Kl. Sperlgaisa 1f Gr. Searlgat a 1. Sinnliche Speis n weruen mit Natutbutter zuoereitet Em Versuch wlid Sie von neiner guten Küche und Bedienung überzeugen. Genf ihren Sitz haben; demgemäß handle.es sich hei dem Wiener Beschluß nm eine Entscheidung von Wichtigkeit* .....Was die Schlußfolgerung des »Journal de Genevc" betrifft, wurde diesbezüglich auf der revisionistischen Weltkonferenz selbstverständlich.kein Beschluß gefaßt, ja diese Eventualität nicht einmal ins Kalkül gezogen. Wenn nun ein Teil der Presse („Times" und „News Chronicle", London, geben die Genfer Stimme wieder) sich in dem genannten Sinne über revisionistische Absichten äußert, so beweist das, daß weite politische Kreise einen zionistischen Aktionsradius in. Genf als symptomatisch ansehen. Schon in diesem Sinne ist der Beschluß der Revisionistenkonferenz über die Einbeziehung Genfs als des Sitzes des Völkerbunds in die politische Tätigkeit des Revisionismus ein Zeichen, daß neue Wege sich ankündigen, wobei natürlich, wie Vladimir Jabotinsky auf der ersten Satzung der neuen revisionistischen Exekutive in Wien bemerkte, die politische Arbeit in Löndon in vollem Umfange aufrechterhalten wird. Die Stadt, in der seit einem Jahrzehnt die Fäden des internationalen politischen Lebens zusammenlaufen, tri,tt .nun auch in den Bereich der jüdischen Politik. Nahum Sokolow über die Bedeutung de§ Zionismus Rettung für Hunderttausende. — Lage, in der Diaspora. — Die zionistischen Fraktionen. — Gegen »die Niclitzionisten , London, 16. September. (J.T. A.) Nahum Sokolow, » Präsident ' der Zionistischen ^Weltorganisation und der Jewish Agency, veröffentlicht heute eine Erklärung an die jüdische'Oeffentlifchkeit, in der er die Position des Zionismus im Zusammenhang mit der Krisis im jüdi- . sehen Leben der' Gegenwart umreißt, und die Judenlieit auffordert, sich der zionistischen Bewegung anzuschließen. In der Erklärung heißt es u; a.: ' Zionismus bedeutet heute Rettung für Zehn-' taüsendey in Zukunft wird er Rettung für Hundert- , ' tausMide?bedeuten.. Zionismus.. will .wirtschaftliche und ^.mQrali^Cjhe Erlösung Israels als die 'einzige, .würdigei Antwort auf Verfölgungsteriden'zeti /draußen und Ati'f-1 ' löstfngstendenzen drinnen. Mit einer Politik der Verzweiflung, oder der Ungeduld ,konimt man nicht weiter. Die Zukunft gehört jenen, die zu arbeiten und zu warten verstehen: die Zukunft?e,hört'uns. Wenn1 wir ini Verhältnis zu den großen Erwartungen in einem gewissen Maße mit unserer Arbeit zurückgeblieben sind, so besagt, das nicht,, viel. Der Erfolg wird dennoch unser sein;; .'denn..'die. Geschichte ' weist 'nach ..dieser Richtung, ein' f'örtliches Versprechen ist der ' Wegweiser. Allein im'' ioyismus sind alle Kinder Israels Brüder.' Wir sind auf * dein We£e nach Zioh, und Größbritannien muß und wird, uns auf diesem Wege Helfer sein; Großbritannien kann nur durch Tatsachen, durch systematische Arbeit, durch" Hartnäckigkeit und Hinerabe beeindruckt werden. Früheröder später wird Großbritannien sich die zionistische Politik i n i h r e r Gänze zu eigen machen. Bevor aber diese Frage zur Entscheidung gestellt Werden soll, ist das zu lösende Problem: die Annahme der zionistischen. Politik durch die gesamte-Judenheit. . - Ueber die Lage der Juden in der Diaspora führt Sokplow aus; .! ' ' . . In 'einigen Ländern Mittel-' und Osteuropas ist unser M i 11 e 1 s t a n d an den Bettelstab gebracht worden. Jüdische Arbeiter, die schon in normalen. Zeiten . von der Hand in den Mund lebten, sind nun in tiefste Not geratdn. Die jüdische Wohltätigkeit, kaum überboten von der in anderen Völkern, ist unter den heutigen Verhältnissen nicht in der Laee. mit Her fortschreitenden Verarmung fertigzuwerden. Dabei darf ilie neue Welle der Judenverfolgungen1 nicht äußer acht gelassen werden. Sokolow weist auf den Fortschritt in Palästina im Gegensatz zu der Stagnation oder der Auflösung,in den Ländern der Diaspora hin und fährt fort; Es wäre falsche Bescheidenheit, nicht den Erfolg des jüdischen Nationallieims sogar in seinem jetzt noch unvollkommenen Stadium festzustellen. Wir sind betrübt, daß Zehntausende junger und fähiger Pioniere in Ungewißheit und in moralischer wie materieller Not warten müssen, bis sie an der Reihe sind, um in diefür sie einzige Zufluchtsstätte-zugelassen zu werden. Die Lage von Angehörigen des jüdischen Mittelstandes in einigen Ländern, wo sie zum Untergang verurteilt sind, während sie in Palästina ein schöpferischer industrieller Faktor werden könnten, muß aufrütteln. Neben der „Alijah" der Pioniere verdient das.Problem der Ansiediung von Angehörigen des Mittelstandes unsere ganze Aufmerksamkeit. Beide Probleme sind nicht voneinander zu trennen. . , . Auf die Parteiungen im Zionismus verweiseid, erklärt Sokolow: Wirtschaftliche, geographische, erzieherische und psychologische Differenzen, innerhalb der jüdischen Diaspora haben eine tiefgreifende Verschieden» h'eii.t d e r z i o n i s t i s c h e n K o n z e p t i o n zur Folgp gehabt. Diese Zersplitterung bedeutet eine beklagenswerte Einbuße an Aktionskraft und Solidarität der Organisation, die ständig in politischer Bemühung uncj taktischer Leistung engagiert ist. Auf der anderen Seite aber ist dies ja das Schicksal jeder großen Wahrheit in der Geschichte der Menschheit gewesen. Reiner Herzischer Zionismus besteht fast nicht mehr, obwohl doch Herzls Geist und Methode noch beute der Sauerteiir des jüdischen Gedankens sind. In der Idee bedeutet Herzischer Zionismus absolute, letzte, vollkommene Freiheit. In der Verwirklichung aber trägt er Zur Frage des Primats , der Disziplin In der Nr.' 261 vo\n 16. September' hat die „Neue- Welt" durch ein technisches .Versehen einen Passus veröffentlicht, der sich mit der auf der revisionistischen Weltkonferenz behandelten Frage der Disziplin beschäftigt. Es hieß darin, daß Über den Primat der revisionistisch e n D i s z i p I i n abgestimmt würde. D6m ist nicht so. Die Abstimmung betraf lediglich die interne revisionistische Disziplin, Wie sieimPaktvonCalais konzipiert ist. Im übrigen bat der Vizepräsident der revisionistischen Weltunion Meir Graßmann anläßlich einer Pressekonferenz in London am 13. September diesbezüglich folgende authentische Darstellung gegeben: ' „Was die Frage der „Disziplin" Und dies Primats der Disziplin" anbetrifft — Fragen, die yom A. C. der Zionistischen Organisation aufgeworfen wurden —, so kann ich nur sagen, daß die - Wiener Konferenz durch eine entsprechende Statutenänderung die elementare Regel festgesetzt hat, daß alle . Mitglieder der Union der Disziplin derselben unterworfen sind.' Dieser Wortlaut ist dem „Calais- B e s c h 1 n ß" entnommen. Es wurde auf der Konferenz auch festgestellt, daß. die revisionistischen Mitglieder des Aktionskomitees gegen den Teil der. Diziplinresolution stimmten, der zum ersten Male die zionistische Disziplin definierte und. das große traditionelle zionistische Prinzip einer freien und unbehinderten . Vereinigung, innerhalb, der Zionistischen^Organisation über, Bord warf, eines Prinzips, das sich im Laufe der Zeit "bewährte und unter .dem-die ganze zionistische - Arbeit in Palästina und .der, Diaspora wirksam durchgeführt' wurde. Die. sogenannten , „Disziplinsresolutionen"; des zionistischen Aktionskomitees sehen bekanntlich . sowohl für . S c h e k e};z a h 1 e r als für ganze Spitdery er bändeinnerhalb der Zionistischen Organisation drastische Sanktionen vor. Die revisioni- •stische A.C.-Fraktion hat, im. A. dvor der Abstimmung über, die Annahme der erwähnten Resolutionen schärfstens gegen dieselben Stellung genommen und das A. C. darauf aufmerksam gemacht, daß sie in vollem Widerspruch zum Statut der 'Zionistischen Organisation stehen ttnd 1 somit ungesetzlich und für niemanden obligatorisch sind. -; . ., Obwohl keine Resolution betreff s des Primats der revis,ipn.i^stische.n Disziplin inWien angenommen w u t d e, nahm die Wiener Konferenz, von der, Stellungnahme der revisionistischen. A. C.-Fraktion in der letzten Sitzung des A. C. zur " Frage der zionistischen Disziplin; Kenntnis." Hiemit ist 'die. Von dergegnerischen Presse mißdeutete "Frage der Disziplin* geklärt. ' ••> .die; Schlacken ,des..Eftt^.icklu^g6prpzesse§, hat, wie. jede; historische Entwicklung, J^emmungen. zu überwinden./' Sokolow beklagt das Fernbleiben. beträchtlicher Teile' des jüdischen Volkes Vom Palästina-Werk. Trotz aller Beschränkungen, denen wir unterworfen sind, sagt' Sokolow, könnten wir, .wenn uns hinreichend Mittel zur Verfügung stehen würden, große Fortschritte machen. Wie können wir. andere wegen ihrer antizionistischen Tendenzen oder: Uhentschlossenheit kritisieren, wenn unser eigenes Volk der Sache; fernsteht? Unsere Aufgabe ist eine viel zu große, als daß unsere eigenen Mittel an sie heranreichen. Es ist ein Absurdum, wenn Nicht-, zionisten — Antizionisten gibt es nur noch wenig — beiseite stehen und untätig, zusehen, wie wir uns anstrengen, um die Fracht vop Jahrhunderten aus dem Morast zu zerren. Es ist 'feige, müßig dabeizustehen; dabeiist nichts rührender: als das allmähliche Anwachsen unserer Fonds durch die Beiträge der Armen, während die Reichen uns im Stiche lassen. Boden für jugoslawische Chalimm Belgrad/ 18. September;-(J. T. A.) Die Landeskommission des Keren Kajemeth für Jugoslawien hat die Verpflichtung übernommen, zwecks Ansiediung von Chaluzim unter den Juden J u g o s 1 a w i e n s in den; nächsten drer Jahren ja h r 1 i c h eine Million Dinar für den Keren Kajemeth le Jisroel' aufzubringen. Die' Kampagne wird unter der Devise „Boden für. jugos la'w i s-c4i evGh ailu z itn" geführt. Der. Boden, den .das. Direktorium des Keren- Kajemeth auserwählt hat, befindet sich in der Orangenzone in unmittelbarer Nähe der Wadi-Hawarith-Böden. ' Der Präsident des Keren Kajemeth le . Jisroel, M, M. Ussischkin, wird demnächst Jugoslawien besuchen. Zu seinem Empfang, werden in,. Belgrad und in Zagreb (Agrarn) große Vorbereitungen getroffen. Es kühlt und erfrischt den ganzen Körper wenn Sie-zu Abreibungen vor oder nach dem Waschen (Baden), als Zusatz zum Waschw^sser und als ßa zusatz, auch zir Fußbädern FRANZBRANNTWEIN mlVMenthol verwenden. Sie werden .erfreut sein Uber die wohltuende klihiende Wirkungwelche Scnlaffheit Mattigkeit, üebelkefteri und andere f olg« n der Hitze Verhütet und imlaerr, ebenso d*iaSchwitzen und den lästigen,Schweißgeruch. Verlangen Sie ausdrücklich „DIANA" und nehmen Sie nur „DIANA" ' Minderwertige Nachahmungen alnd energisch surUckzuweieen. i. .t< In Jedem beeteren decch<e erhältlich. Wahlen in die Wiener KuUusgemeinde Da vom Steueramt die nötigen Vorarbeiten getroffen sind, wurde als Wahltag der 4. Dezember 1932 bestimmt Die Auflegung der Wählerliste ist für den 11. Oktober in Aussiebt genommen und wird in den verschiedenen Bezirken in 11 Lokalen erfolgen. , Bezüglich des Wahlrechts liegt folgende Aendernng vor: » Das aktive Wahlrecht haben alle Angehörigen der israelitischen - Kultusgemeinde Wien ohne Unterschied des Geschlechtes, sofern sie am Tage d er. Wa blau sschreibnng, (8 9 W. Q.) das 21. Lebensjahr vollendet haben, welche mindestens in1 den dem Jahre der Wahl vorausgegangenen zwei Verwältungsjahren in Kultussteuervorschreibung gestanden sind und die ihnen für das Jahr der Wahl oder für eines der drei vorausgegangenen Verwaltungsjahre statutengemäß vorgeschriebene KultuSsteuer bis zum Ablauf der Reklamationsfrist (§ 9 W. 0;) entrichtet haben. _ §faatsburgei fragen in Rumänien Die Frage der Abänderung des bestehebjden Staatsbürger-Status, durch, den Zehntausend^ . von J u d e;n > in Rumänien zu Unrecht des Staatsbürgerrechtes beraubt wurden, ist in ein entscheidendes Stadium getreten. Der jüdische Deputierte Dr. ^Michael Landau hat in der Form „parlamentarischer Initiative" , eine entsprechende Gesetzesvorlage eingebracht, die die Unterschriften von 50 Abgeordneten, auch die des Vizepräsidenten der Kammer, Lupescu, trägt. Die von Landau , geforderte dringliche Behandlung : würde abgelehnt, aber schon heute steht es fest, daß nicht allein die . jüdischen Deputierten, sondern auch viele regierungsparteiliche und andere Deputierte die Vorjage unterstützen werden. Gemäß der Vorlage erhalten alle Einwohner, die im Zeitpunkt der Vereinigung der neuen Provinzen mit Altrumänien in den betreffenden Provinzen Bürger der früheren Staaten waren, auch das rumänische Bürgerrecht, falls sie nach' 1924 nicht für eine andere Bürgerschaft optiert haben. Diejenigen, die zwecks Auswanderung für einen anderen Staal optiert haben, dann ajjer nicht ausgewandert sind und -also die, fremde Bürgerschaft, nicht ange.pomiqen haben, werden rumänische Bürger.. Ferner . s'i>Üei^ tJtÜ« diejenigen, die zur Zeit der Eintragung in die Bürgerlisten wegen Mangels an Dokumenten aus den^ Listen gestrichen worden sind, die Möglichkeit erhalten, djiirch Beibringung der nötigen Akten auch jetzt noch , die rechtsgültige Eintragung in die Liste der. Staatsburger vorneibmen zu lassen. Wird diese Vorlage Gesetz, ■ so wird von . vielen .tausenden. Juden und (.^njie^e^. $Cmwohnern Rumäniens das Qdium .. der Sraaten|psi^k|it , genommen und das ganze rumänische Staatenlösenproblem wird der Vergangenheit angehören;" Einberufung eines : hebräfedien Kongres§e§ nadi Palästina Berlin, 18. September. (J. T. A.) Vpn>_ 13. bis 15. September fand in den Räumen des Betil Am Iwri in Berlin die Plenarsitzung des Zentralkomitees der Brith Iwrith-Olamith statt, an der auch Mitglieder des Rates dieser Organisation, die auf der Konferenz im Juini 1931. gewäihlt wurden, teilnahmen. An der Sitzung nahmen auch der Bürgermeister von Tel-Awiw,, M. D i z e n g o f f,, und das Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, Professor S. B r o d e t z k y, teil. Nach einleitenden Worten des Leiters des Berliner Büros des Brith Iwrith Olamith, Dr. S. Rawidowitz, begrüßte Prof. Brodetzky die Tagung im Namen der .Exekutive, wie auch im Namen des englischen Komitees der Brith Iwrith Olamith und unterstrich die Bedeutung der hebräischen Bewegung und ihres Organs» :des hebräischen Weltverbandes, für die Entwicklung; .des Zionismus. M. Dizengoff überbrachte den Wunsch der Stadtverwaltung Tel-Äwiw, daß der erste Kongreß des Weltverbandes in dieser Stadt stattfinde, die berufen sei, die „jüdische Kongreß-Stadt" zu werden. Es wurden ein Bericht des Zentralkomitees und Berichte über die Tätigkeit der lokalen Organisationen in Polen, Litauen, Oesterreich, Deutschland sowie über die Anbeit in Palästina und in Amerika erstattet. Alle Berichte mündeten in der Forderung nach einer baldigen Einberufung eines hebräischen Kongresses, der die Grundlage für eine umfassende Organisation schaffen soll. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage der Einberufaimg des Kongresses. Es wurde nach umfassender Aussprache der Beschluß gefaßt, den Kongreß im Jahre 1933 nach Palästina einzuberufen.; Zu diesem Zweck soll ein spezielles Komitee in Palästina geschaffen werden, für das der Kern bereits in Form eines Lokalkomitees der Brith Iwrith Olamith -besteht. Ferner foll auch in Amerika ein Kongreßkomitee ins Leben gerufen werden. Die Grundlage für die Wahl zum Kongreß soll der „SelaM bilden, und zwar sollen je 300 Sela-Zahler einen Delegierten wählen« Unsere geschätzten . Leser werden auf die judische Buchhandlung Hermann Tuchner (siehe Inserat) besonders aufmerksam gemacht, wo für älle Lehranstalten sämtliche Schulbücher, auch antiquarisch/ , zu ermäßigten Preisen erhältlich sind. Leihbibliothek . eröffnet. 10 Groschen täglich. Keine Nebengebühren. Für Anfragen Telephon R-41-4-20.