Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 261 (16.9.1932)
- Date
- 1932-09-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 DIE NEUE WELT Nr. 261 Union der Zionisten-Reviiionuten Mittwoch, d«n 21. SspUmber 1999, V29 Uhr abends, im HtriMaal d«« V«r« bandshelmt, II., Untere Augartenstraße 38 Versammlung Gegenstand: Nach der Wehkonferenz *- Rückblick und Ausblick Referent: Dr. N. Samonsky, Dr. S. Wolf u.a. Regiebeitrag 20 g Freie Aussprache! Neue Welt" vom 9. September 1932) wurde bei Stimmenenthaltung der Maximalisten von allen Delegierten angenommen. Für die Palästina-Kommission referierte Dr. Waschitz (Palästina) und formulierte die-weiter unten gebrachte Resolution, die einstimmig angenommen wurde' Hingegen fand die Resolution betreffs der palästinensischen. Lokalorganisation nicht die Zustimmung der - Maximalisten und Aktivisten. . Für .die J.ugendkommission .und Teicha j-Fonds sprach Dr. B. L u b o t z k y, der die entsprechenden Resolutionen begründete. Dr. Wolfgäng Weis! (Palästina) erstattete den Bericht der F i n a n z k o m m i's s i o n. Nach seiner Darstellung; stehen den Einnahmen von Pfund 6050 Ausgaben ybn Pfund 5150 für das Budgetjahr 1952/33 gegenüber. Ein Großteil des Budgets soll für politische Arbeit verwendet werden. (Die Resolution über die Neuregelung des Dinar sowie über die Zusammensetzung des neuen Weltparteirats haben wir in der letzten Nummer veröffentlicht.) , t Ing, Scheskin legte namens , der Organis a'.tit>«h-s k'ormin iss s i-b'm - die Beschlüsse tifcer -'Calais, die Uebersiedlung der Exekutive nach Genf und über die neue Exekutive vor„ .Die, Abstimmung über Calais wurde in zwei Teile geteilt. Der eine betraf den Primat der revisionistischen Disziplin, der einstimmig angenommen wurde. Der. Pakt von Calfn's hingeeren fand 82 Stimmen für, 26 gegen und einen Rest von Stimmenenthältungen. '. •. Nach Beschlußfassung über die ..Resolutionen wurde die neue Exekutive gewählt, die. wie bereits.berichtet, aus den Herren Jabotinskv. Großmann, So«kin, Stricker und Machover besteht, so daß, wie ersichtlich, ^die .neue Exekutive nur mehr fünf Mitglieder zählt.-Die Klubs der Maximalsten und Aktivisten, enthielten sich bei der Eexekutivewahl der Stimmenabgabe. '•'' "!• ., Sö:/ Wurde -"nacheinwööhiger, Jschwerer, ge-. vVnssewhafter, komplizierter Arbeitdie Weltkonferenz mit ihrem Pensum fertig. . . ..... , I ~ *Samstag, .den.. 3. September nachts konnten die beiden Führer der Bewegung, J a b o t i ns k y ' und, Großmann, einen Ueberblick: ülbeidie geleistete Arbeit der Konferenz geben. Einig und stark ^-Meer Groß mann, der .mit ungeheurer Energie, Takt und Verantwortungsgefühl die schweren. Tage der Konferenz durchgehalten und auf dessen Schultern ein erheblicher Teil der vergangenen Arbeit geruht hatte, eiy griff, stürmisch umjubelt, das Wort zu seiner Schlußrede, in der er u. a. erklärte: Die fünfte Weltkonferenz der Revisionisten war die schwierigste seit Entstehung des Revisionismus, sie hat dennoch zu einem Einvernehmen geführt Die Differenzen sind vergessen, alle Delegierten gehen nun geeint an die neue Arbeit. Die Differenzen entstanden aus dem Verantwortungsgefühl der Bewegung heraus. Große Vorsicht war insbesondere in der Frage der Petition, die die erste Aktion der Weltunion von internationalem Maßstab darstellt, geboten. Großmann gab seiner Zuversieht an das Gelingen der Petition Ausdruck und appellierte an die. Konferenz und an die gesamte Bewegung, die finanziellen Mittel hierfür zur Verfügung zu stellen. Er sandte einen feierlichen Gruß an Richard Lichtheim und stellte fest, daß Lichtheim in den sechs Jahren der Zusammenarbeit niemals eine Position des Revisionismus preisgegeben habe. „Wir alle hoffen", sagte Großmann, „daß Lichtheim bald wieder mit .uns vertrauensvoll auf verantwortlichem Posten arbeiten werde." Er bedauerte, daß infolge Verkleinerung der Exekutive Führer wie Rosoff, Schechfmann, Berchin, Trivus und Tjorakin, von leitenden Posten scheiden . müssen, er hoffe aber, daß alle auf Vorposten revisionistischer Kamnfposition bleiben werden'.- Die , gewählten fünf Mitglieder der Exekutive werden einträchtig die Beschlüsse der Weltkonferenz ausführen. Jabotinskys Ausblick Anschließend an Großmanns Rede sprach Jabotinsky Abschiedsworte an die Konferenz. In ernster und feierlicher Stimmung übersandte er die Gruße der revisionistischen Weltunion an die jüdischen Märtyrer in den palästinensischen Kerkern, Hinkqs und Urfali. „Wir", sagte Jabotinsky, „erheben die Stimme für ihre Befreiung und suchen Wege hiezu. Die auf der Konferenz durchgeführten Kämpfe werden unsere Arbeit nlch stören. Jetzt, da Einigung erzielt wurde, ist alles vergessen. Wir nehmen von hier mehr als Beschlüsse mits wir nehmen ein hohes Verantwortungsgefühl mit Bezug auf die. übernommenen großen Verpflichtungen mit. Mit dieser Weltkonferenz ist die Jugendperiode unserer Organisation abgeschlossen, diese verwandelte sich aus einem Keim zu einer stetig wachsenden Pflanze. Die Organisation hat nun eigene Funktionen und eigene Aufgaben. Ein intregaler Teil der revisionistischen Mentalität ist die Geltendmachung des jüdischen Staatsgedankens; wir werden diesen Staats, gedanken überall hineintragen, auch in die Zionistische Organisation. Das auf dieser Konferenz, .noch nicht von allen verstandene Wort von Calais wird später einmal als ein Beispiel politischer Vorsicht und bürgerlicher Weisheit, vielleicht auch für andere Völker, zitiert werden. Wir sind nun Irel, niemand i wird uns in der Entwicklung stören, jetzt ist der Erfolg von uns allein abhängig. Die Petitonsbewegung wird die jüdischen Massen in der. ganzen Welt elektrisieren und in unsere Bewegung einbeziehen; dies wird durch Serien von Kundgebungen in der ganzen Welt geschehen. Die neue Exekutive hat eine große Verantwortung auf sich genommen, sie hat dadurch ihr Vertrauen zu den Delegierten und zu den Wählermassen bewiesen. Wenn wir marschieren, müssen wir die Mittel hiezu haben. Die Verlegung aes Sitzes derExekutive nach Genf hat eine tiefe politische und ethische Bedeutung Es ist nicht mehr die Frage, ob man mit der Mandatarmacht .brojges" ist oder nicht; nicht mehr die Frage, dieser oder einer neuen Mandatarmacht. Genf bedeutet Proklamierung revisionistischer Hoffnungen, revisionistischen Glaubens und revisionistischer Proteste und Anklagen. Wir verknüpfen uns immer mit jenem Teile ddr Menschheit, der Glauiben, Hoffnung und Ethik bekundet. Wir stellen unsere Propaganda auf Esprit de Geneve ein. Das revisionistische Zentrum in Genf und die revisionistische und jüdische Peripherie in den Ländern weit umher werden einander ergänzen. Anfang Februar 1933 werden wir die Arbeit in Genf anfangen, die revisionistischen Massen, die Massen des jüdischen Volkes. Ich und meine Kollegen werden dann eine zionistische Aufgabe erfüllen, und da wird das Wort „zionistisch" kein Druckfehler mehr sein. Vielleicht wir in den nächsten zwei Jahren das Calais-Prinzip nicht mehr wichtig sein, vielleicht werden wir stark genug sein, um unsere Bewegung mit parlamentarischen Mitteln regieren zü können, bis die revisionistische Organisation zum Apparat aller Aufgaben des jüdischen Staatsaufbaus geworden-, sein wird. Bis d^ahin aber bin .ich stolz auf die Formel, von Calais. . ..>.•. Wir haben dem jüdischen Volk ein Beispiel; nationaler, organisatorischer "Umformung gegeben, ich; beglückwünsche euch alle zu der achtunggebietenden Arbeit, die ihr geleistet. Wir haben uns geeinigt und , werdenuns auf dem Felde der Arbeit bewähren. Dr. S oskin schloß die Konferenz mit Dankesworten an die österreichischen Behörden, die Trumpel;; -~-—:—•; " C .'' •■ •■■;-■ Bei Hämorrhoidalleiden, Verstopfung, Darmrissen, Abszessen, Harndrang, Stauungsleber, Kreuzsohmerzen, Brustbeklommenheit, iHerzpocheh, r. Schwindelanf ällenr bringt der Gebrauch des natürlichen „Franz-Josef-Bitterwassers immer angenehme Erleichterung. In Apoth. prh.. dor-Jugend und die österreichische revisionistische Organisation. Gegen 2 Uhr morgens verließen die Delegierten und die zahlreichen Gäste den Konferenzsaal, wobei sie in gehobener Stimmung die Tikwah anstimmten.; Die Resolutionen Einen Teil der von der Konferenz gefaßten Beschlüsse haben wir in der vorhergehenden Nummer wiedergegeben, und zwar Verlegung des Sitzes der Exe- . kutive, Wahl der Exekutive-, Parteirat, Abkommen von Calais, Politisches Büro in Palästina, Petition, Wirtschaft, .TjelrOiairEonds,,. .G^egwfirtjSjarbj^t, u^d Simratjti H.aarez. ,4|, Nachstehend folgen,d^.restlichen Beschlüsse..über. die Politik in Palästina, den Chinüch, Wirtschaft' Ansiedlung und Erziehung. ' ' Politik in Palästina Die Weltkonferenz billigt die politische Tätigkeit aer revisionistischen Fraktion in der Assefat h Nif c'Karim und in dem Waäd Leümi und betont, dajß : die Stärkung der revisionistischen Position in der Kenes- .s,eth Israel und ihren Institutionen die wichtigste Äufgah'e . der Union der Zionisten-Revisionisten Palästinas sei. Die Weltkonferenz stellt fest, daß die von deir Exekutive mit dem Exekutivkomitee der A11 g em e ün e n «Ar b e i t e r p r g an i s a t i o n . . gepflogenen Verhandlungen zu keinem positiven Ergebnis geführt haben, sie beauftragt daher die Exekutive, zum ' Zweck der Realisierung der von def^lV. Weltkonferenz, gefaßten Resolutionen über die Schaffung einer nationalen Arbeiterorganisation in Palästina mit dem Irgun Ovde Haschar u Betar Und ähnlicher Gruppen in Fühlung zu treten, um die nötigen Vorbereitungen ' zur Schaffung . einer „solchen .Organisation zu treffen.'' '; Die Weltkonferenz fordert von jedem Mitgliede der Rev.-Union die moralische und materielle Unterstützung des Irgun und beauftragt die Exekutiv?, darauf zu achten, daß ' ■ •1.; jeder . "rbeheri'*« P-visionist in den Irgun eintritt; <• ■ ' . . ij 2. eine besondere Rubrik in der Rev.-Presse dein Leben des nationalen Arbeiters in Palästina gewidmfet werde; ■ , •; .3. eine entsprechende Summe in dem jährlichen Budget der Bewegung für die organisatorische Arbeit des Irgun eingestellt werde. 1 . Die Weltkonferenz beauftragt die Rev.-Organisa-- tion in Palästina, für die Idee der reinen jüdischen Arbeit in' den jüdischen Unternehmungen aktiv .zu kämpfen.; Chiniidi Die Weltkonferenz sieht in dem Beschlüsse des A. C, die Verwaltung der Schulen in. Palästina dem Waad Lcumi zu übergeben, nicht die richtige Lösung dieser für das Erziehungswesen sehr wichtige Frage, da der Beschluß in Widerspruch zu den in Palästina herrschenden Bedingungen. steht. Der Beschluß des A. C. ist geeignet, die Beziehungen .zwischen Knesseth Israel und den Institutionen des Jischuw, die mit der Ueberführung der so wichtigen Institution an die Kenesscth Israel nicht einverstanden sind — wie z. B. die Munizipalität Tel-Awiws und der lokalen Räte der Kolonien, rzu verschärfen. ( . Die Weltkonferenz überläßt es daher der revisioni-' stischen Fraktion in der Assefat haa Nifcharim, die Stellungnahme in dieser Frage unter Berücksichtigung der vitalen Interessen der obgenannten Institutionen und HÄUSER- VPRWALTUNGEN sowie Vermittlung von: Kauf, Verkauf und Hypothekenbeschaffung werden übernommen und kulantest durchgeführt. Zuschriften air die »Neue Welt" unter „Verwaltungen" erbeten de« revisionistischen Grundprinzips, daß das Budget der Volkserziehung dem Staate zur Last fällt, zu fixieren. Wirtschaft 1. Die Konferenz ist überzeugt, daß <h* weitere Entwicklung der revisionistischen Bewegung wesentlich gefördert werden wird, wenn die revisionistische; Exekutive die Schaffung einer Reihe von dringend nötigen Wirtschaf tsinsti tu tion en, wie Ueberwanderungskooperativen, Sparvereinen, Handelskammern, Informations- und Auskunftsstellen usw. für den Bedarf der auswanderungswilligen jüdischen Elemente anregt. Die: Konferenz beschließt, die Exekutive zu beauftragen, ein Wirtschaftsdepartement innerhalb der Exekutive einzurichten,.,dem die Initiierung der Schaffung dieser Wirtsch'aftslngtitute obliegt. Ansiedlung Die Konferenz stellt fest: ' ^•••*fr-'Es' 'solr^äls-" Grundprinzip der landwirtschaftlichen Kolonisation gelten, daß jeder in der Landwirtschaft beschä^gte . Arbeiter. 'nach,. Ablauf einer., bestimmten Zahl von Ärbeitsjähren und' nach" Erfüllung änderer, der Ertüchtigung als Landwirt dienender Voraussetzungen, die Möglichkeit' erhalte,' sich als selbstständiger S i e d 1 e r auf eigenem' Boden ' niederzulassen. .; 2. Der auf dem Gebiete der Landwirtschaft tätige Zionistische Pionier muß sein Augenmerk darauf richten, daß eine systematische Durchführung dieses Prinzips nur unter jenen politischen und sozialökonomischen Voraussetzungen bewerkstelligt werden kann, die der Revisionismus als Kolon isati o nsr e gime bezeichnet. 3. Lediglich unter "dieser Voraussetzung sieht die Union es als ihre Pflicht an, jene aktiven Maßnahmen zu ergreifen, . die einen bedeutenden Teil der revisionistischen und betaristischen ., Poälirii hak#_im";er'Mögjlcht,;die. Umwandlung'' 'ihres'? bisherigen; Berufes;'lö "fVJbf;s tan'^i.g e'^'Fa^.m er zu .^we^kstelligen: ■ v-\; >, i v. .<, *4/'--Zu;.^diesem:- Zwecke^ n 'eingesetzt,' die (binnen sechs' Mbnateh) 'dehi G.^eut- " sprechende Pläne zu unterbreitenhat; Der Kommission " wird empfohlen, das Problem' insbesondere vom-JStandpunkt der ^Versicherung 'einerseits,; des langfristigen Kredits andererseits einer Prüfung zu unterziehen. . 5. Die Union lehnt grundsätzlich das System der Ansiedlung auf p h i 1 a n t h r op.ischer Basis ab. Erziehung i T)ie revisionistische Studentenschaft und die Hebräische Universität; 1. Die Weltkonferenz begrüßt, die Gründung des; Weltverbandes de.r z i p n i.s t i s c h - r e v i s i o.n i s t i-!sch,en Studenten, . . , , „ 2,r Die Weltkonferenz. weisjt erneut auf die Notwendigkeit hin, daß die. Hebräische Universität in Jerusalem in kürzester Zeit in eine vollständige Lahr- und Bildungsstätte der jüdischen Jugend verwandelt weide« soll 3. Die Weltkonferenz begrüßt den revisionistischen Studehtenblo.ck an der Hebräischen Universität in Jerusalem undfordert ihn auf, g'egen nationalen Defaitismus an der Universität seinen Kampf mit Energie fortzusetzen. : 1 Antrag der Hebräisierung "Die Weitkonferenz stellt mit- Bedauern den -unbefriefdigenden Stand des H e b r ä i s i e r;uii g s p r o z e sses innerhalb 'der revisionistischen Bewegung, insbesondere der revisionistisphen Jugend, fest und fordert das Exekutivkomitee, auf, energische Schritte zur,-.Behebung dieses Zustandes zu unternehmen. 2-. Die Weltkonferenz beauftragt das Exekutivkomitee, in Verhandlungen mit dem Schilton Betar. zu treten, um ein neues Uebereinkommen ^bezüglich' des Verhaltens zwischen beiden Organisationen zu schaffen und dem Parteirat oder der nächsten Konferenz zur Genehmigung vorzulegen. Das neue Exekutivkomitee Da die Mitglieder der neuen revisionistischen Exekutive nach Schluß der. Tagung noch in Wien weilten, konnte die erste Sitzung bereits Sonntag, den 4. d.y stattfinden. Diese Sitzung galt der Durchberatung der ersten Aktionen in politischer und organisatorischer Richtung. Es wurde zunächst beschlossen, das Zentralbüro für die nächsten sechs Monate in London zu belassen, um es dann, wie bereits berichtet, nach Genf zu überführen. In Genf werden der Präsident der Weltunion 'Vladimir Jabotinsky und ihr Vizepräsident Meer ö r o ß m a n n dauernden Aufenthalt nehmen. ■ Doktor S. S oskin wohnt bereits seit einigen Jahren in Grenf. In der nächsten Zeit werden führende revisionistische Persönlichkeiten ausgedehnte P r ö p a'g-a ri*d a-