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Die neue Welt · 1932-09-09 · Heft 260 (9.9.1932) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 260 (9.9.1932)
Date
1932-09-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 260 AUS PALÄSTINA Einwanderung im Juli 1W2 hn Laufe des Monat« Juli wurden 514 neue Immigranten registriert, darunter 418 Juden» 78 Christen und 17 Mohammedaner. Unter diesen Einwanderern waren 120 Juden, 35 Christen und 11 Moliammedauier, die als Touristen ins Land gekommen waren und Erlaubnis zu dauerndem Aufenthalt im Laude erhielten. Unter den jüdischen Einwanderern waren 74 Personen mit einem Vermögen von 1 000 Pf. St. und darüber, mit denen 57 von ihnen abhängige Personen kamen. 60 Juden kamen zu einer bestimmten Abteilung mit 81 Familienangehörigen. Die «*tn gewanderten Juden stammen vorwiegend aus Amerika (88 Personen); an aweiter Steide steht Polen mit 63 Einwanderern, aus Deutschland kamen 15 Personen und aus dem Jemen und Adeit 56 Personen. Im Laufe desselben Monats durchreisten. 6019 Pilger, Reisende und Touristen das Lartd; in derselben Zeit verließen vorübergehend 4707 Personen Palästina. Die Entwicklung der Kolonie Rischon 1« Zion Anläßlich der Feier des 50jäihrigen Bestandes der Kolonie (die „Neue Welt" brachte aais diesem Anlasse einen Artikel aus der Feder eines Gründers der Kolonie, M. Mei.rowitsch) wurden nachstehende Ziffern bekanntgegeben, welche die Entwicklung der herrlichen Kolonie zeigen: Bodenfläche der Kolonie (ohne In den Jahren Häuser Brunnen 1862 1907 1932 3350 lß.909 17.000 7 65 350 1 4 52 1150 75.000 3,500.000 100 909 2.700 74 200 382 50 37 110 — 50 50 10 4.238 4.200 — 250 6.000 — 1.925 2.000 — 100 100 — 165 — _ 50 — .— 26 225 3220 5.141 3.400 120 1.014 1.200 ScMler der Schule..... Schüler des Kindergartens . . . Schüler der Talmud-Thora . . Landwirtschaft: Weinstöcke in Dunam . . . Orangen . „ M . . . Mandeln. „ » ... Oliven » » ... Maulbeere „ „ ... Ethrogim w „ ... Eucalyptus * „ ... Pflanzuagsboden in Dunam . Wege und Bauplätze in Dunam Der Nahrnngsmittelverbrauch Tel-Awrws Auf Initiative der palästinensischen Trustees des amerikanischen „Palestine Endowment Fund" wurde vor einiger Zeit eine Untersuchung über den Nahrungsmittel ver b rauch der Bevölkerung von Tel-Awiw angestellt, die durch die Gesellschaft „Mis'ethar W'Taassiaih" durchgeführt und deren Ergebnis im letzten Heft von „Mis'ohar W'Taassiah" (Nr. 7) veröffentlicht wurden. Es wurde u. a. folgender jährlicher Lebensmittelverbrauch in Tel-Awiw festgestellt: Fleisch Fdsche Brot Mehl , Miloh Butter Käse Oed . 1,627.200 kg 345.600 „, 7,200.000 „ 750.000 „ 2,400.000 „ 354.000 „ m.ooo „• 403.000 „ Eier . . . Reis . . . Kartoffeln Gemüse Früchte Tee . . . Kaffee . . Zucker . 15.600.000 St. 190.200 kg L200.000 „ 132.000 £? 174.000 * 25.800 kg 30.000 „ 1,071.000 „ Ein«; jüdische Kolonie in Palästina übersiedelt Alle jüdischen Kolonisten von Kfar Uriah, eines Dorfes, das während der arabischen Unruhen im Jahre 1929 zerstört worden war, übersiedeln an eine andere Stelle des Landes. Sie tausehen ihren Boden gegen einen anderen, in der Nähe von Ramich, ein, den ihnen ein arabischer Effendi anbietet. Der neue Boden der Kolonie Kfar Uriah umfaßt ein Areal von 1600 Dunam, wovon die Hälfte Citrusboden ist. Recht der hebräischen Sprache als einer offiziellen palästinensischen Sprache Der Waad Leumi hat der Regierung zwei Fälle zur Kenntnis, gebracht, in denen die Rechte der hebräischen Sprache als einer der drei offiziellen Sprachen Palästinas von Regierungsbeamten nicht respektiert worden sind. Der Distriktsbeamte in Nablus hat die Eintrittskarten zum Besuch der Sebastieh-Ausgrabungen in englischer und arabischer, nicht aber in hebräischer Sprache drucken lassen. Ferner ist in einigen Postämtern in verschiedenen Teilen des Landes an den Postschildern das Hebräische ausgelassen worden. In der Erwiderung der Regierung auf diese Beschwerde wird mitgeteilt, daß bei einer neuen Auflage der Eintrittskarten für Sebastieh das Hebräische mit berücksichtigt werden wird und daß auch die beanstandeten Postamtsschilder berichtigt werden würden. Das Recht auf Polygamie Ein prominenter Führer der yemeniti6chen Gemeinde Palästinas klagte vor dem rabbinischen Appellationsgericht gegen seine Frau auf Scheidung wegen Ungehorsams, weil sie sich seinem Plane, eine iweite Frau zu heiraten und ins Haus zu nehmen, widersetzte, Er führte an, daß ihm, als Orientjuden, das Recht zustehe, mehr als eine Frau zu haben. Der Advokat Dr. B. Joseph, der im Auftrage des Zentralkomitees der Jewish Wollten'« Equal Rights Association die beklagte Ehefrau vertrat, wies darauf hin, daß das Vorgehen eines in der yemenitischen Gemeinde so einflußreichen Mannes auf andere Yemeniten als schlechtes Beispiel wirken werde. Dem Urteil des rabbinischen Gerichtes wird mit großem Interesse entgegengesehen. Die Jewish Women's Equal Rights Association fordert von der Regierung ein beschleunigtes Inkrafttreten der Gesetze, wonach die Heirat von Jugendlichen unter 16 Jahren verboten sein und Bigamie als ein Verbrechen bestraft werden soll. Ein Inkrafttreten dieser Gesetze würde die Gesamtlage der Frauen in Palästina bessern. Jüdische Touristen nicht nach Palästina eingelassen Fünf jüdische Touristen aus Jugoslawien wurden von palästinensischen Immigrationsbeamten an der Grenze zurückgewiesen, weil er sie verdächtigte (!), daß sie die Absicht haben, ihren ständigen Wohnsitz in Palästina zu nehmen. Statistik der hebräischen Schulen der Zionistischen Organisation Im Jahre 5692 erreichte die Schülerzahl an den hebräischen Schulen der Jewish Agency eine Höhe von 23.145 gegenüber 22.533 im Vorjahre. Die vermehrte Schülerzahl rührte in der Hauptsache aus den Zentren des neuen Jischuw her. Demgegenüber verschlechterte sich der Zustand an den Plätzen des alten Jischuw, an denen entweder keine oder nicht genügend starke jüdische Gemeindeorganisationen bestehen. Die Zahl der jüdischen Schüler in sämtlichen Schulen des Landes betrug im Jahre 5690; 31.418 und im Jahre 5691: 34.154, sie vergrößerte sich also um 2736. Davon entfallen 1502 Schüler auf die Schulen der Jewish Agency und 1234 auf andere Schulen. Das Erziehungs -Budget betrug im Jahre 5692 109.443 pal. Pf. (gegenüber 132.847 pal. Pf. i. J. 5691). Die Haupteinnahmequellen für dieses Budget waren: JewisK Agency 40.000 pal. Pf. (gegenüber 77.785 pal. Pf. i. J. 5692), Palästina-Regierung 19.175 pal. Pf., PICA. 5500 pal. Pf., Tel-Awiw 18.200 pal. Pf., Moschawoth 4785 pal. Pf., Schulgeld 12.350 pal. Pf., Verzicht der Lehrer auf ein Monatsgehalt 6500 pal. Pf., Haifa 800 pal. Pf., Waad Leumi (für die Gemeinde Jerusalem) 600 pal. Pf. Der Erziehungsabteilung der Jewish Agency unterstehen: 140 Kindergärten mit 180 Lehrern, 179 Klassen und 5163 Schülern; HO Volksschulen mit 551 Lehrern, 516 Klassen und 15.587 Schülern; 5 Mittelschulen mit 96 Lehrern, 49 Klassen und 1529 Schulern; 4 Lehrerseminare mit 44 Lehrern, 18 Klassen und 403 Schülern; 3 Fachschulen mit 35 Lehrern, 23 Klassen und 359 Schülern; 3 verschiedene Werkschulen mit 11 Lehrern. 7 Klassen und 104 Schülern; insgesamt also 265 Institute mit 917 Lehrern, 792 Klasse- und 23.145 Schülern. Stabiler Außenhandel Palästinas Der High Commissioner Sir Arthur Wauchope machte auf der Jahresversammlung der Jerusalemer Handelskammer Mitteilungen ~oer die Ein- und Ausfuhr des Landes in den letzten zwei Jahren. Danach hat sich der palästinensische Import in diesem Zeitraum nur . um 17 Prozent vermindert, während der allgemeine Rückgang 40 Prozent betrug. Seit 1929 ist ferner ein leichtes Anziehen des palästinensischen Exports zu verzeichnen, während sich die Ausfuhrquote in den anderen Ländern des Mittleren Ostens um 20 bis 45 Prozent und die internationale um 42 Prozent vermindert hat. Anhaltende Bautätigkeit in Palästina Aus einem Bericht der Handelskammern in Haifa und Jaffa geht hervor, daß die Bautätigkeit in Palästina weiter anhält und daß aus diesem Grunde die Nachfrage nach Baubedarfsartikeln unvermindert rege ist. Auch zahlreiche Eisenwaren für die Einrichtung von Fabriken werden gekauft Im Zusammenhange mit den Arbeiten an der Oelleitung mit dem Irak ist der Bedarf an schweren Bauwerkzeugen nicht unbeträchtlich. Die hebräische Arbeiter-Tageszeitung „Davar" bringt Mitteilungen über die Errichtung einer Reihe weiterer Fabriken in Tel-Awiw, Ramath Gan und in Petacb Tikwa zur Herstellung von Fruchtsäften, Kerzen, Stacheldraht für Zäune u. a. m. Bereits bestehende Fabriken halben den Betrieb erweitert. Eine neue arabische Delegation fährt nach Europa? „AI Gemaiah", das Blatt von Suliman Fakuri, Mitglied der arabischen Exekutive, meldet, daß die arabische Exekutive eine Reise nach Europa plant, um die europäischen Regierungen über die Lage der Araber in Palästina zu informieren. Zählung arabischer Arbeiter Wie der „Falestin" berichtet, beauftragte die Regierung in Palästina Herrn George, den Leiter des Arbeitsdepartements, eine Reise durch das Land zu machen, um die Zahl der arabischen Arbeiter zu ermitteln, sowie auch die Zahl der Arbeitslosen. Ein Denkmal für Ephraim Chisik in Hulda Am 22. August, dem dritten Jahrestag des Ausbruch« der antijüdischen Unruhen in Palästina , vom August 1929, wurde in der jüdischen Kolonie Hulda Statt Einladungen Die Trauung des Fräuleins Herrn Hanny Drex/er mit Jacob Horowitz findet Sonntag, den 11. September 1932/ um 4 Uhr nachm. im Tempel, IL, Leopoldsg. 29, statt ein Denkmal für den Chaluz Ephraim Chisik, der die Verteidigungskräfte der Kolonie Hulda gegen die Uebermacht der arabischen Angreifer anführte und bei diesen Kämpfen den Tod erlitt, enthüllt. Das Denkmal ist vier Meter hoch. Ephraim Chisik wurde an der Stelle, wo er gefallen war, bestattet; sein Körper war von Kugeln durchlöchert. Eine Schwester von ihm, Sarah Chisik, verteidigte unter Trumpeldors Führung im Jahre 1920 die von Arabern angegriffene Kolonie Tel Chaj mit und fiel bei diesen Kämpfen. Zahlreiche Abordnungen aus allen Teilen Palästinas wohnten in Hulda der Enthüllung des Denkmals für Ephraim Chisik bei Der Arbeiterführer Ben Zwi, der im Namen des Waad Leumi sprach, und andere Redner wiesen auf die Bedeutung des Selbstschutzes für die palästinensische Judenheit hin. Ein jüdischer Kaufmann in Amman mißhandelt Ein soeben aus Transjordanien nach Jerusalem zurückgekehrter sephardischer Händler teilt der Tageszeitung „Doar Hayom" mit, er sei in Amman von einer Gruppe von etwa 20 Arabern seiner Waren beraubt und schwer mißhandelt worden. Ein ihm zu Hilfe kommender Polizeibeamter fragte ihn: „Warum sind Sie hieher gekommen? Wissen Sie denn nicht, daß Juden nicht nach Transjordanien kommen dürfen?" Ein palästinensischer Film Die Filmgesellschaft „FEI" (Film Erez Israeli), die bereits einen Film im Lande gedreht hat, ist an die Aufnahme eines neuen Films nach einer Erzählung von C. Liebermann gegangen, der 2000 Meter lang werden soll. In dem Film wirken u. a. mit Herr Gnessin und Frau Asohmann. Die Hauptaufnahmen werden im Emek gemacht. Die Gesellschaft hat zur Bearbeitung der Aufnahmen ein besonderes Laboratorium im Viertel Geulah in Tel-Awiw eingerichtet. Einmal im Jahr müssen Sie" was# für die Wirtschaft tun, die Lücken im Küchenschrank, im Wäscheschrank ergänzen. Fabelhaft leicht wird Ihnen das — auch mit beschränkten Mitteln — durch Schiffmanns neue Sensations-,, Wirtschafts- Woche" mit verblüffenden Gelegenheitskäufen für alle sparsamen Hausfrauen. Alles fast ums halbe Geld! Hausfrau, greif zu! Montag, 8 Uhr früh, begann der Rummel zu märchenhaft billigen Preisen. Diese Beispiele beweisen: Kaffeetöpfe, in modernen Mustern dekoriert nur 29 Groschen, Kaffeeschalen mit Untertassen, Karlsbader Porzellan, mod. dekoriert nur 59 Groschen, Teller, mod. dekoriert, flach oder tief 39 und 29 Groschen, Kompottgarnitur, Glas, 7rteilig nur S 1.98, Kaffeemühle, groß, prima Hartholz mit Messing nur S 2.90{ Bröselmaschine, weiß oder blau lackiert, mit Doppelreiher nur S 2.40, Dessert-Porzellangarnitur, 7-teilig, Blumendekor, nur S 2.50, Fleisch-Faschiermaschine, Marke „Standard" Nr. 5 nur S 4.90, Hand-Mop (Wollbürste) mit Stiel und 1 Flasche Politur nur S 2.90, Kaffeeservice für 6 Personen, Karlsbader Porzellan, feinst dekoriert nur S 7.90, 1 gr. Doppelstück Kernseife nur 20 Groschen, Fußbodenbelag, per Meter nur 98 Groschen, Wirtschaftsschürzen nur 98 Groschen, Chiffone und Weben, 40 bis 42 Zentimeter breit, per Meter nur 29 Groschen, Geschirr-, Staub¬ und Bodentücher nur 35 Groschen, Frottier-Waffel-Handtücher, nur 39 Groschen, weiße Kaprice-Polster, per Stück nur 59 Groschen und viele, viele Hunderte anderer Preiswunder. Gleichzeitig Preise, die zum Kaufen zwingen, in den Konfektionsabteilungen für Damen und Herren, alles zum Schulbeginn und Schuh-Schlager ohnegleichen! Auf zu Schiffmann, kauf bei Schiffmann, IL, Taborstraße 48. Provinzversand per Nachnahme. Fahrtvergütung. _ E „Weltzionismus und Weltkongreß." Samstag, den 10. September 1932, spricht um halb 9 Uhr abends im Festsaail des Hotel KontinentaJ, H., Taborstrafle 6, der bekannte Sejmdeputierte JAzohak Grünbaum, ehemaliger Präsident der zionistischen Gesamtorganisation Polens üher: „Weltziouisonue und Weltkongreß." Ehrung einer Zionistin. Der österreichische Bundespräsident hat Frau Sophie Waltuch in Anerkennung ihrer Leistungen auf karitativem Gebiete zum Bundes- Fürsorgerat ernannt. ■_ Unsere geschätzten Leser werden auf die jüdidische Buchhandlung Hermann Tuchner (siehe Inserat) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher, auch antiquarisch, zu ermäßigten Preisen erhältlich sind. Leihbibliothek eröffnet 10 Groschen täglich. Keine Nebengebühren. Für Anfragen Telephon R-41-4-20. ^2 hm Trink-und speise« :e2 Vegetarische und diätetische Speisen Mp Ei l€n n Volkstümliche Preis« 13 Eingang II«. För»terg. 7 Bis 12 Uhr nachts offen

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