Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 260 (9.9.1932)
- Date
- 1932-09-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Belle« DIE NEUE WELT Nr. 260 sich Zionisten nonnen. haben der nationalj ü d i s v. ii v ii Würde die schwersten Schläge versetzt. So konnte es z. B. im Jahre 1923 geschehen, daß in Oesterreich ein nationaljüdischer Kandidat an Stelle eines getauften Juden zurücktreten mußte und Beil Locker, das gegenwärtige Exekutivemitglied, dem getauften Juden ein Glückwunschtelegramm aus Palästina schickte, zum Sieg über die — nationale Reaktion gratulierend. Nationale Reaktion — das war der zionistische Nationalratskandidat Stricker. Es ist an der Zeit, daß die revisionistische Bewegung zur Frage der nationalpolitischen Arbeit in der Galuth Stellung nimmt. W i e sich der Revisionismus diese Arbeit einrichtet, möge den einzelnen Ländern überlassen werden. Aber festgelegt soll werden, daß der Revisionismus es als eine seiner Pflichten ansieht, an der nationalen A rbeit des jüdischen Volkes in allen Ländern der G.a 1 u t h - a k t i v teilzunehmen. Beschlüsse und Resolutionen der V, Wellkonferenz > Verlegung des Sitzes der Exekutive Unter Voraussetzung der Durchführung erforderderlicher technischer Vorbereitungen soll der Sitz der Exekutive bis spätestens 1. Februar 1933 von London nach Genf verlegt werden, wobei drei Mitglieder der Exekutive ihren dauernden Wohnsitz in Gnf zu nehmen haben. , , Wahl der Exekutive Es wird eine fünfgliedrige Exekutive gewählt, und zwar: N. Jabotinsky (Präsident), M. Großmann (Vizepräsident), Dr. S, Soskin (Vizepräsident), Doktor L. Machower (London), Robert Stricker (Wien); Das bisherige Mitglied Angel (London) bleibt bis zur Verlegung der Exekutive nach Genf Mitglied derselben. Der Parteirat Die Weltkonferenz beschließt, den Parteirat in Hinkunft nach folgenden Regeln auszugestalten} 1. Jede Landeszentrale hat das Recht, für je 250 bezahlte Dinarim einen Vertreter in den Parteirat zu entsenden. Die Exekutive hat den Landesorganisationen die Zahl der zu wählenden Parteiratsmandate nach Verifizierung der Dinaräbrechnung mitzuteilen. 2. Die Mindestzahl der bezahlten Dinarim, die einer Landesorganisation das Recht auf Entsendung eines Parteiratsmitgliedes gibt, beträgt .150. 3. Die Höchstzahl der Parteiratsmitglieder, die von einer Landesorgänisatiori entsendet werden können, beträgt 15. 4. Mitglieder des Parteirates werden längstens vier Wochen nach Bekanntgabe der zu vergebenden Mandate von den Landesbehörden gewählt. Allfällige Beschwerden sind an das Parteigericht zu richten. ' '•■ '3i - Der Pärteirat muß mindestens einmal im Jahr.. einberufen werden. <,f„, Das Abkommen von Calais wird bestätigt Am: 28. und 29. September 1931 fand in Calais eine Sitzung, des Exekutivkomitees der Union der Zionisten- Revisionisten statt. . Gegenstand der Beratung waren in erster Linie die nach dem Basler Kongreß 1931 innerhalb der Union entstandenen Differenzen in der Auffassung des Verhältnisses der U.n i o n zur Zi o n i s tischen Weltorganisation. Nach eingehender Behandlung kam es zu einer-völligen Einigung in allen schwebenden Fragen.; : Die „Union der Zionisten-Revisionisten bleibt als einheitliche . Organisation bestehen. Dem Umstände, daß ein Teil der Mitglieder der Union seine Zugehörigkeit zur Zionistischen Weltorganisation weiter nicht aufrechtzuerhalten gewillt ist, wurde dadurch Rechnung getragen, daß künftighin ein Teil der Mitglieder aus Nicht-Schekelzahlern bestehen wird. Infolgedessen soll der Absatz VIII der „Grundsätze des Revisionismus", welcher die Union in ihrer Gesamtheit als integralen Bestandteil der Zionistischen Organisation bezeichnet, in der neuen Fassung der „Grundsätze" aufgehoben und durch eine entsprechende Fassung ersetzt werden. Demgemäß beschließt die V. Weltkonferenz, daß der Absatz 3 der „Grundsätze des Revisionismus", der als Statut der Union der Zionisten-Revisionisten gilt, durch folgende Fassung ersetzt wird.. 1, Die Union der Zionisten-Revisionisten wirbt ihre Mitglieder in allen Kreisen des jüdischen Volkes, unter der Voraussetzung, daß diese Mitglieder das Programm der Union der Zionisten-Revisionisten anerkennen, die hieraus entstandenen Pflichten erfüllen und den Dinar entrichten. 2. Sämtliche Mitglieder der Union der Zionisten- Revisionisten sind der Disziplin der Union unterworfen. Das politische Büro in Palästina Es soll in Palästina ein politisches Büro der Exekutive gegründet werden. Das Büro wird die Form eines einheitlichen Kollegiums tragen, bestehend aus einer gleichen Repräsentanz der Exekutive und des Merkas. Die Funktion des Büros soll eine zweifache sein: a) Politische Aufträge der Exekutive auszuführen, b) '.im Rahmen der Autonomie des palästinensischen Hazchar, so wie sie in den Resolutionen der dritten Weltkonferenz festgelegt wurde, den Kontakt zwischen der Exekutive und dem Merkas in solchen Angelegenheiten zu sichern, die für die gesamte Union von Interesse sind. Die Exekutive soll einen Vertreter nach Neu in der pädagogischen Literatur I Bar*Mizwa // n Ein Untarrlchtsbudi fUr Jeden jadischen Knaben zur Erlernung d«s Tefllllnlegenf und all passendes Geschenk aberall ethäUlidi! Und bei I«ak Hersbero/ 11/ Kariueliterg» 5/9 Palästina entsenden, der zusammen mit den Vertretern des palästinensischen Hazchar die Modalitäten dieser Gründung festlegen und gleichfalls die Gründung selbst durchführen soll. Die Petition der jüdischen Massen Die ins Unermeßliche anwachsende jüdische Not und der durch Verschulden der Mandatarmacht. u n e rträglich gewordene Zustand in Palästina, der die Entwicklung des jüdischen Nationalheims bedroht und zum Wortlaut und' Sinn der Balfour-Deklaration und des Palästina-Mandats in krassem Widerspruch steht, zwingt das jüdische Volk zu einer großen, v o n d e n Volksmassen getragenen Demonstration, um die Aufmerksamkeit'der zivilisierten Welt auf die der jüdischen Nation widerfahrene Ungerechtigkeit zu lenken; daher beschließt die V. Weltkonferenz der Union der Zionisten- Revisionisten, eine großangelegte jüdische Petitionsbewegung unmittelbar nach der Verlegung der Zentrale nach Genf einzuleiten. Die Petition soll einerseits die wesentlichen Verstöße der Mandatarmacht feststellen, anderseits folgende Hauptforderungen des Zionismus erheben: 1. Freie jüdische Einwanderung. 2. Die Durchführung einer Bodenreform in Palästina, zur Erleichterung der Errichtung des jüdischen Natiöhalheim's in Palästina. 3. Wirksame Maßnahmen zum Schutze, der jüdischen Kolonisation und der jüdischen Einwohnerschaft des Landes. ■ '■ 4. Die Einbeziehung Ostpalästinas, Trarisjordaniens in das Gebiet der jüdischen Kolonisation. 5. Die Schaffung eines auf die jüdische Kolonisation eingestellten Regimes in Palästina. Wirtschaftsreferat Die Konferenz ist überzeugt, daß die weitere Entwicklung der revisionistischen Bewegung wesentlich gefördert werden wird, wenn die revisionistische Exekutive die Schaffung einer Reihe von dringend nötigen Wirtschaftsinstitutionen, wie Ueberwanderungskooperativen, Sparvereine, Handelskammern, Informations-und Auskunftsstellen usw., für den Bedarf der auswanderungswilligen jüdischen Elemente ' anregt. Die Konferenz beschließt, die Exekutive zu beauftragen, ein Wirtschaftsdepartement i n ri e r h a 1 b der Exekutive einzurichten, dem die InitUerung der'.Schaffung dieser Wirtschaftsinstitute obliegt. Hoffenden Frauen und jungen Müttern verhilft das natürliche „Franz-Josef-Bitterwasser zu geregelter Magen- und Darmtätigkeit. In Apotheken erhältlich. Tel-Chaj-Fonds In Anbetracht der Lage des jüdischen Volkes in der Diaspora und in Palästina hinsichtlich der. Bedingungen der S i c h e r h e i terklärt die Konferenz die Tätigkeit für' den Tel-Chaj-Fonds, der der wehrsportlichen Ausbildung der.'jüdischen Jugend dient, zu einer der wichtigsten Aufgaben des ^Revisionismus. Daher soll dem Tel-Chaj-Fonds die Aufmerksamkeit und Energie der revisionistischen Bewegung 'in vollem Maße gewidmet werdend ' ^. •„',: \..','\ tib "'' t> y.iüzT^S. V?"*> Die Konferenz hält es "für'eirie;Pflicht .insbesondere derrevisionistischen.;[Jugend, daß; sie alle Sammelaktionen, die von den Tel-Chaj-Fonds-Instänzen, proklamiert, werden, aktiv unterstützen. . ,. Simrath Haarez 1. Die Konferenz billigt, den von der Exekutive vorbereiteten Plan der Simrath Haarez als Grundlage für die Errichtung von Organen zur Verbreitung von Produkten des Jischuw. 2. Ein Simrath-Haarez-Dezernat soll im Büro der Exekutive gegründet werden. 3. Die Konferenz bevollmächtigt die Exekutive, zu einem entsprechenden Zeitpunkt die breitesten Kreise des Volkes, insbesondere die Frauen und die Jugend, namens der Union zur Mitarbeit am Simrath Haarez aufzufordern und, den Gedanken^ des „nationalen Peddlar" (Handelsagenten) in den Vordergrund solcher- Aktionen, zu stellen. Zur Frage der Gegenwartsarbeit Die Vi Weltkonferenz der Union der Zionisten- Revisionisten stellt fest, daß die ' n a t i on a 1 e Gegen wftrtsarbeit auf landespolitischem und wirtschaftlichem G e biete in den; Aufgaben- und Pflichtenkreis des Zionismus-Revisionismus gehört. Die Konferenz verpflichtet die Verbände der Union in den einzelnen Ländern zur aktiven Anteilnahme an allen Aktionen, welche den Schutz der bürgerlichen und nationalen Rechte der Juden, ihre Vertretung, Körperschaften, die Ausgestaltung der Judengemeinden 2u Volksgemeinden, Rechtsschutz und den Schutz der wirtschaftlichen Interessen der Juden zum Ziele haben.; Diese Tätigkeit muß in allen Ländern gemäß den Bedingungen eines jeden Landes, geführt werden. Das Exekutivkomitee wird ersucht, dafür Sorge zu tragen, daß in der Revisionistenpresse eine rege Diskussion über die Art und Methoden der Landespolitik inauguriert wird. Zuni jüdischen Weltkongreß Die V. Weltkonferenz der Union der Zionisten- Revisionisten begrüßt die Bestrebungen zur Einberufung eines Jüdischen Weltkongresses und empfiehlt den Zionisten-Revisionisten, die Verwirklichung dieser Bestrebungen eifrig zu fördern. * ..... (Die restlichen Resolutionen, Referate und die Schlußrede Großmanns werden in der nächsten Nummer nachgetragen.) Richtigstellung. In der in der letzten Nummer wiedergegebenen Rede des Herrn Dr. S. Wolf (Wien) soll es heißen: „Die militärische Billardkugel ist auch' wichtig, aber nur subsidiär und im Falle des äußersten Notstandes." Dank an das Büro Unter begeisterter Zustimmung der Konferenz sprach Präsident Dr. Soskin in der Schlußsitzung dem Konferenzbüro den Dank für seine unvergleichliche Arbeit aus. Die Organisierung der Konferenz'war eine Musterleistung des ehrenamtlichen Generalsekretärs der österreichischen Union, Fritz Richter. Die Arbeit dieses Mannes, welche ein Uebermaß an Aufopferung und Zielsicherheit darstellt, läßt sich in Worten kaum schildern. Man kann ohne Uebertreibung sagen, daß die von ihm geleistete Konferenzarbeit bisher unerreicht ist. Die unschätzbare Mitarbeit des Leitungsmitgliedes Grubner, der Damen Margit Buchbinder, Ella Kraus, LÜH P o 11 a c k, Berta Taubes, E. Kreitler usw. ermöglichte eine Führung der Geschäfte, welche nicht das geringste zu wünschen übrig ließ und die Delegierten und Gäste mit dankbarer Bewunderung erfüllte. Interpellationsbeantwortung. In Beantwortung einer von Dr. Lachmann (Breslau)' in der Schlußsitzung eingebrachten Interpellation erteilte die Exekutive nachstehende Antwort: . „Die Exekutive der Union der Zionisten-Revisionisten legt Wert darauf, festzustellen, daß gemäß dem Berichte der revisionistischen Fraktion im A.-C. die Fraktion gegen die sogenannte Disziplinresolutiori §§ VII, 3. 4 und 5, gestimmt und erklärt hat, daß die Resolution Paragraph VII, 3, 4 und 5, gegen die Statuten der zionistischen Weltorganisation verstößt, konstitutionswidrig und deshalb, insbesondere aber aus Gründen des zionistischen Gewissens, für die revisionistischen Schekelzahler nicht bindend ist. Weltkonferenz revisionistischer Studenten Obwohl das Programm der Weltkonferenz revisionistischer Studenten nur zwei Sitzungen vorgesehen hatte, müßte diese Tagung nebst der Eröffnung (siehe „Neue Welt" Nr. 259) noch sechs Sitzungen abhalten. Eine Menge von Arbeitern, Anträgen usw. war zu behandeln; An der Konferenz nahmen 48 Studentenvertreter teil, eine Zahl, die seit zehn Jahren zum ersten Male eine jüdische Hochschulkonferenz aufweisen konnte. Nach der Wahl Josef Fränkels zum Vorsitzenden der Weltkonferenz und einer Permanenzkommission,.' bestehend aus 8 Kollegen, fand das Referat des Koll. Wolf Monka (Warschau) über die „Lage der jüdischen Studenten" statt. Referent schildert die traurige Lage der jüdischen Hochschüler, insbesondere der Numerus-Clausus-Studenten und weist nach, daß sich auch in bisher gastfreundiichen. Ländern ein scharfer Antisemitismus an den lochschulen entwickelt habe. Josef Frankel referierte über die „Hebraische'Un'ive rsitä t". Er zeichnet ein Bild der Geschichte der Hebräischen Universität und beweist, daß sie ein organischer untrennbarer Teil der zionistischen Bewegung war. Anstatt die jüdische Studentennot zu imindern, wird diese durch das unfähige System Magnes Vergrößert und heute schon müssen gegen 800 jüdische Abiturienten Palästina verlassen, um in der Diaspora zu studieren. Nach den Ausführungen des Kollegen Süßmanti (Riga) über Form und Aufbau des zu gründenden „Weltverbandes revisionistischer Studenten" wird noch" ein Begrüßungsschreiben der I. S. S. (International Student Service) vorgelesen. Es wurden mehrere Resolut i o n e n angenommen, so über die Umwandlung der Hebräischen Universität in eine lebendige Hochschule mit allen Fakultäten, eine Aufforderung an Dr. Magnes, sein Amt als Kanzler niederzulegen, für -eine StudienpansS bei den - jüdischen Abiturienten einzutreten" und' statt' ein 'aussichtsloses Studium Hächscharah für Palästina zu betreiben, zu Semesterbeginn einen- Streik der jüdischen Studenten an der Hebräischen Universität zu proklamieren, um so für die Notwendigkeit der Umwandlung der Institution am Skopus- Berg in eine wirkliche Universität zu demonstrieren usw. Weltverbandes revisionistischer Studenten wurde Warschau bestimmt und mit der Führung Dr. Elchanan Lewriu, der populäre Sürdentenführer1 Polens, betraut. Nachdem mehrere Redner Josef Frankel, dem Organisator der Weltkonferenz und Initiator des Weltverbandes, für seine Arbeit gedankt hatten wurde nach Absingung der Tikwah die erste Weltkonferenz ^revisionistischer Studenten geschlossen. Feier der jüdischen Legion •Mittwoch, den 31. August, fand anläßlich der revisionistischen Weltkonferenz in Wien und zum Gedenken ihres ' 15'jährigen Gründungsjubiläums die Feier der jüdischen Legion im Hotel Continental statt. In .festlicher Stimmung und vor überfülltem Saal ehrten die Mitglieder des Brith Trumpeldor Oesterreichs im Verein mit. ihren Brith-Trumpeldor-Gästen aus verschiedenen Ländern Europas das Andenken der Helden der ersten jüdischen Leirion. Das Präsidium der Konferenz und die dichtgedrängte Estrade der Delegierten konnten die wehrsportlichen Leistungen der revisionistischen männlichen ..und weiblichen Jugend mit großer Genugtuung bewundern. Alle Zweige wehrsportlicher und turnerischer Betätigung wurden in vorbildlicher Weise gemeistert, ob es Fechten, Exerzieren, Signalisieren, Faustkampf und Ringen war. Der Rosch Bethar Vladimir Jabotinsky hielt eine Ansprache an alle Versammelten, in der er auf die Wichtigkeit der Ertüchtigung der Jugend hinwies, und dankte den jugendlichen Wehrsportlern und ihrem fachkundigen Instruktor H a 1 p e r i n, dem die Disziplin dieser patriotischen Jugend zu verdanken sei. Die Absingung der Tikwah beschloß die stimmungsvolle Feier. Revisionistische s Frauenkommission Folgende von Frau E. L a c h m a n n (Breslau) vertretene Resolution wurde einhellig angenommen: Die anläßlich der Weltkonferenz der Union der Zionisten-Revisionisten in Wien tagende Frauenkommissio'n schlägt der Konferenz vor, die Delegierten aller Ränder zu beauftragen, nachdrücklichst dahin'zu'wirken, daß die Gründung von revisionistischen Frauen- und Mädchengruppen