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Die neue Welt · 1932-08-26 · Heft 258 (26.8.1932) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 258 (26.8.1932)
Date
1932-08-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 258 DIE NEUE WELT Seit«? ] V* Wellkonferenz der ZionistemRevisiomsten in Wien Sekretariat* Wien/ IL/ Untere Augartenstraße Nr» 38/ Telephon A-4S-6*34 1. Das Sekretariat macht aufmerksam, daß durch die rege Nachfrage nach Karten zum Eröffnungsabend der Konferenz (der am 28. August I. J., %8 Uhr im Zirkus Renz, II., Zirkusgasse 44, stattfindet) einige Sitzkategorien bald ausverkauft sein werden. Es wird dringend ersucht, die Besorgung der Karten umgehend vorzunehmen. — Alle reservierten Karten müssen bis längstens Samstag 9 Uhr abends beim Sekretariat, IL, Untere Augartenstraße 38, behoben werden, da sie sonst unwiderruflich weiterverkauft werden. — Alle Mitglieder, die den kommissionsweisen Verkauf von Karten übernommen haben, werden ersucht, die Abrechnung bis längstens Samstag? Uhr abends vornehmen zu wollen. . 2. Permanenzkarten. Beim Sekretariat der Konferenz gelangen nunmehr die Permanenzkarten sowie die Tageskarten für die V. Weltkonferenz zum Verkauf und kostet eine Permanenzkarte S 5.— (gültig für alle öffentlichen Sitzungen der V. Weltkonferenz). Die Tageskarte kostet S 2.—. 3. Bisher haben zirka 250 Personen aus dem Auslande ihre Teilnahme augemeldet. Ein Teil der auswärtigen Gaste ist bereits in Wien eingetroffen. Dienstag früh traf in Wien die aus acht Personen bestehende palästinensische Delegation ein. . Einzig und allein zionlsNsches streng orth. WD Restaurant und Hotel A. BARfCHAK II. Bez., Grone Schiffgasse 3 Tel. H-46-4-39 Unter Aufsicht des Ehrw. Rabbiners Josef Babad 4. Alle Mitglieder und Freunde werden dringendst ersucht, sich am Herzl-Grabgang Sonntag, den 28. August (Treffpunkt XIX., Hartäckerpark, gegenüber dem Döblinger Friedhof, um 9 Uhr 30 Min.), und an der zwanglosen Zusammenkunft Sonntag, den 28. August, 4 Uhr nachmittags, im Cafe-Restaurant Konstantinhügel, Wien, II., Prater-Hauptallee, zu beteiligen, sowie auch für rege Beteiligung an allen anderen Veranstaltungen Sorge zu tragen. Hebräische Stenographie Das Sekretariat der V. Weltkonferenz der Union der ZionietciuRcvisionisten gibt hiemit bekannt, daß in dor Zeit der Weltkoiifercnz unseir Gg. Herr Zwi Prem in g er einen kurzen Demoiistrationskurs in h ebr ä is cJi er Stenographie abihalten wird. Delegierte und Giistc, die für diesen Kurs Interesse haiben, werden orsuciht, sich beian Sekretariat, Wien« II., Untere Augartenstraüc 38, zu melden. Zeit und Ort des Kurses werden noch bekamnligegeben werden. Tagesordnung der Weltkonferenz revisionistischer Studenten in Wien Samstag, den 27. August 1932, am 19 Uhr, Revisianistenlieini, II., Untere Autgartewstraße 38 (Festßaa;I). 1. Eröffnung. 2. Begrüßungen. 3. Wahlen: a) Konfereniapräsidiuim, b) Kummissionskamitee. 4. Die Lage der jüdischen Studenten, Ref. Wolf Moikka, Warschau. 5. Die Hebräische Universität, Ref. Josef Fxärtkel. 6. Studentische Origanisatiansfragen, Ref. Hanß Eger, Berlin. Sonntag,, den 28. August 1932. 10 Uhr: Heral- Grabgang. 2 Uhr im Revieionistenheim: a) Debatte, b) Konstituierung des Weltverhandes der revisionistischen Studenten, Ref. Moses Sußmann, Riga, c) Resolutionen und Wahlen, d) ScMußriedein. Der Augenblick ist günstig! Privatinitiative und Investitionskapital für Palästina Von Emanuel Newman (Jerusalem) Als auf dem letzten Kongreß der amerikanische Zionist Emanuel Newman in die Exekutive gewählt wurde, bekam er Gelegenheit, seine in Amerika propagierte Idee eines umfangreichen Wirtschaftsdienstes und der mit ihm verbundenen weitgreifenden Informationsmethoden der palästinensischen Aufbauarbeit nutzbar zu machen. Schon das erste Funktionsjahr Emanuel Newmans brachte wertvolle Resultate. Newman hatte erkannt, daß die bisherige Wirtschaftspolitik der Agency nicht ohne Schaden weitergeführt werden könne, und beschritt neue Wege. Der Kernpunkt lag für ihn in der Betätigung der Privatinitiative und in der Heranziehung von I n v e s t i t i o n s k a p i t a 1. Auf der Londoner Aktionskomitee - Tagung setzte er seine diesbezüglichen Erfahrungen und Vorschläge in einem großangelegten, mit eiserner Logik und zwingendem Material aufgebauten Referat nieder, dessen wichtigste Partien wir im nachstehenden wiedergeben. Newmans Referat gibt sich weniger als Bericht über geleistete Arbeit denn als Arbeitsprogramm, das durch die bisher äußerst kritischen und anormalen Bedingungen, unter denen er in der Exekutive zu arbeiten hatte, charakterisiert ist. Die Probleme, die in das Ressort für Handel und Industrie fallen, werden nur gestreift. Theoretische Exkursionen sind vermieden, die. Materie wird von einem praktischen Standpunkt aus, unter Berücksichtigung der aktuellen Erfordernisse, behandelt. Newman setzt die Erkenntnis voraus, daß jedes der beiden Gebiete der wirtschaftlichen Tätigkeit, die Privatinitiative und die Leistung durch die beiden Fonds; seinen Platz und seine Funktion im Aufbau Palästinas hat und daß nunmehr die bisherigen Ansichten über die Rolle und Funktion der Organisation entsprechend der -Wirtklic'hkeit geändert werden müssen. Emanuel Neuman. führt nun im wesentlichen folgendes aus: Das Bild vom Standpunkt des Budgets Seit die großzügige zionistische Tätigkeit im Jahre .1921 einsetzte, hat die jüdische Wirtschaft in Palästina ungeheure Fortschritte gemacht. Das Verhältnis zwischen der Arbeit, die wir. direkt durch unsere Fonds leisteten, und der außerhalb der zionistischen Organisation geleisteten Arbeit hat sich jedoch zuungunsten der zionistischen Arbeit geändert. Mit anderen Worten:.die .allgemeine jüdische .wirtschaftlich e T ä t i g ke i t in Palästina hat unsere nationale Leistung mit immer wachsender Schnelligkeit überholt. Dieses Mißverhältnis wurde durch das Sinken der Keren.-Hajesod-Einnahmen in den letzen Jahren nur verschärft. Man vergißt manchmal, daß dieser Rückgang sich bereits bemerkbar machte, bevor die wirtschaftliche Krise einsetzte. Die Depression hat natürlich den Ernst der Lage noch sehr bedeutend erhöht. Um das Bild zu vervollständigen, müssen wir auch die Last der Schulden und Verpflichtungen berücksichtigen, die wir von der Vergangenheit ererbt haben. Es wäre nutzlos, hier die Schuld für diesen Zustand irgend jemandem zuzuschieben. Die Tatsache bleibt bestehen, daß die Notwendigkeit der Schuldentilgung unsere Arbeit in Palästina noch auf längere Zeit hinaus immer weiter und bis aufs äußerste einschränken wird. Es ergibt sich daraus folgendes: Wenn wir unsere Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung Palästinas auch weiterhin nur vom Standpunkte unseres eigenen Budgets aus betrachten und wenn unsere Wirksamkeit auf die Siedlungsarbeit beschränkt bleiben soll, die wir durch unsere eigenen Fonds finanzieren können, dann läuft unsere Organisation das. Risiko, ihre Stellung (als altiver leitender Faktor auf dem Gebiete der Wirtschaft zu verlieren. Der Augenblick ist günstig Eine selbstverständliche Folgerung ist nun die unbedingte Notwendigkeit, unsere Bemühungen zu verdoppeln, um die Einkünfte der Fonds auf dem bisherigen Niveau zu halten und sie noch zu erhöhen. Dies wird aber nicht genügen. Das wäre keine hinreichende Antwort auf das Problem, das ich darzulegen versucht habe. Sind wir überzeugt, daß die Anwendung aller Gelder, die uns in den nächsten Jahren aus den Fonds zur Verfügung stehen werden, die Entwicklung einer Tätigkeit nicht zulassen werden, deren Umfang und Tempo auch nur einigermaßen den außerordentlichen Möglichkeiten entsprechen, die uns an diesem Zeitpunkt unserer Geschichte sich bieten — dann müssen wir uns diesem Umstand schleunigst anpassen. Wir müssen alle unsere verfügbaren Kräfte an Menschen und Geld einsetzen, um Energien in Bewegung zu bringen, die durch unsere bisherige Arbeit nicht herangezogen worden sind. Grand Hotel National Wi«n II, Taborstr. 18, nächst Stadtzentrum, Tel. R-42-504 Neu renoviert, neue Leitung, Zentralheizung, fließendes Kalt- und Warmwasser. Zimmer und Appartements mit Bädern, Staatstelephonen, Lichtsignalen. 1-Bett-Zimmer von S 4.50 aufwärts, 2-Bett-Zimmer von S 8.— aufw. Erstklassiges internationales Spezialitäten-Restaurant iva, Altdeutsche Wein- und Bierstube. Großes Wiener Kaffeehaus im Hause. Wenn wir unsere Aufgabe so auffassen, können sogar unsere kleinen, beschränkten Mittel dazu benützt werden, die Privatinitiative anzuspornen und mit ihrer Hilfe weiteres und größeres Kapital heranzuziehen, das für kollektive Zwecke vielleicht nicht zur Verfügung steht, das aber trotzdem zu einem schnelleren Aufbau des Jüdischen Nationalheims sehr viel beitragen kann. Wenn wir uns auf diese Arbeit werfen — und ich meine hier nicht nur die Exekutive im Zentrum, sondern auch die Peripherie und die Bewegung als Ganzes — so werden wir tun, was die Situation erfordert und was unserer Organisation ihre führende Rolle als derjenigen Instanz sichert, welche die Rückwanderung des jüdischen Volkes.nach Palästina so zu leiten hat, daß sie zur Verwirklichung des Zionismus führen kann. Der Augenblick ist günstig. Die Gelegenheit ist außerordentlich gut, nicht nur wegen der in der D i a 8 p o r a herrschenden Verhältnisse, sondern noch mehr wegen der relativ günstigen ökonomischen Bedingungen Palästina». Die Palästina-Regierung hat bisher keine besondere Schwierigkeit gehabt, ihr Budget zu balancieren. Export und Import sind nicht in dem ungeheuren Maße zurückgegangen wie in Europa und Amerika. Die Arbeitslosigkeit unter den jüdischen Arbeitern in Palästina ist minimal und bei der übrigen Bevölkerung nicht anormal hoch. Die Zahl der Bankrotte ist zurückgegangen; unter jüdischen Geschäftsleuten gab. es!llli)!lll!illllllll!llll!l!lllllllU | £?ßifip^ Die große Sensation! § | ^ItvS^ 1 JAN KIEPURA sc SS 1 DAS LIED EINER MACHT ( HEUTEIMAPOLLO s I Ein Tonfilm, wie noch keiner warf während des letzten Jahres fast keine Bankrotte. Immobilienwerte sind fest, mit einer gewissen steigenden Tendenz. Die Depositen in den Banken sind erheblich gestiegen. Der Umsatz landwirtschaftlicher Produkte der Siedlungen ist auch erheblich gestiegen. Der Export von Zitrusfrüchten ist beträchtlich in die, Höhe gegangen — bis auf V/s Millionen Kisten während der letzten Saison — und gute Preise wurden dafür auf den europäischen Märkten erzielt. Rutenbergs elektrischer Strom wurde in bedeutend größerem Maße konsumiert sowohl für landwirtschaftliche und industrielle als auch für Privatzwecke. Die jüdische Industrie als Ganzes hat ihre Position befestigt; sie bemüht sich um neue Absatzgebiete und weist eine bemerkenswerte Stabilität auL Die Bautätigkeit in den Städten - schreitet ununterbrochen vorwärts. Die beachtenswerteste industrielle Entwicklung der letzten zwei Jahre dürfte die Ausbeutung des Toten Meeres durch die P a 1 estine Potash Company sein, die ihren Export von Brom und Kalisalzen dauernd vergrößert und diese Entwicklung in den nächsten Jahren noch weiter fortzusetzen verspricht. Es bietet sich ein Bild des Fortschrittes, des gesunden ökonomischen Lebens — ja man könnte beinahe sagen, des Wohlstandes. Das, was wir jetzt mit eigenen Augen mitansehen, ist keine aus Spekulationen entstandene Schein- blüte, sondern eine normale gesunde Entwicklung. In jedem Fall ist es gerechtfertigt, jüdisches Kapital und jüdischen Unternehmergeist zur weiteren Festigung und Ausdehnung unserer ökonomischen Position in Palästina aufzufordern. Herr Newman wendet sich dagegen, den zukünftigen Siedler in Palästina, der eyft Kapital besitzt, als Ausbeuter zu bezeichnen oder verächtlich von „Geschäftszionismus" zu sprechen, wnd betont, daß das Prinzip der jüdischen. Arbeit (im nationalen Interesse) reine Gewinnsucht oder verletzende, antisoziale Tendenzen im Zaum halten wird, und definiert die Funktionen des von ihm zur Gründung vorgeschlagenen „Economic Department" folgendermaßen: Palästina — ein modernes Land. 1. Beginn einer neuen und ausgedehnten Propagandatätigkeit, die sich vollkommen von den Propagandamethoden unterscheidet, die bisher von unseren öffentlichen Fonds und Institutionen angewandt wurden, und die diese ergänzen soll. Die in der Vergangenheit recht wirkungsvoll durchgeführte Propaganda hatte stets den gleichen Zweck, nämlich Beiträge für einen Tätigkeitskomplex zu sammeln, der in den letzten Jahren hauptsächlich der Erhaltung des Bestehenden galt Daraus ergab sich natürlich, daß besondere Betonung auf die Mannigfaltigkeit und Schwere der Aufgabe in Palästina gelegt wurde, auf Schwierigkeiten, die überwunden, auf Härten, die gemildert werden mußten. Der unbeabsichtigte Erfolg war u. a. der, daß bei dem Durchschnittsjuden in der Diaspora eine gewisse Vorstellung zurückblieb — die eines armen, zurückgebliebenen, mit Krankheit und Katastrophen geschlagenen Landes, ein Ort für Helden und Märtyrer. Ein solches Bild mußte notwendigerweise der Masse den Mut nehmen, sich anzusiedeln oder Kapital in Palästina zu investieren. Systematisch ist nur wenig getan worden, um auf die anderen Aspekte des Landes hinzuweisen, auf die absolut positiven Dinge in Palästina, die, vom Gesichtspunkt des unheroischen Durchschnittsjuden, der Verantwortung für das Schicksal seiner Familie hat, gesehen, Palästina als ein modernes, sich entfaltendes Land, das Bequemlichkeiten und Möglichkeiten für eine normale ökonomische Entwicklung bietet, darstellen würden. Wir sollten allerdings nicht nur an die jüdischen nationalen und patriotischen Gefühle appellieren, sondern auch an das individuelle Interesse. 2. Durch umfassende Korrespondenz, unterstützt von persönlichen Besuchen, sollten W i rtschaftskomitees für Palästina in allen wichtigen jüdischen Zentren der Diaspora ins Leben gerufen werden. Sie sollen dem Zweck dienen, das Interesse am wirtschaftlichen Palästina und seine Kenntnis zu verbreiten, diejenigen Einzelpersonen und Gruppen anzuregen und zu organisieren, an deren aktivem Interesse gelegen ist. 3. Es soll Sparkassen organisieren, ähnlich denen, die wir bereits in den Vereinigten Staaten gegründet haben, und den Verkauf von Aktien und Pfandbriefen erstklassiger palästinensischer Unternehmungen organisieren. . ... 4. Das Department soll versuchen, in Palästina mit den bestehenden wirtschaftlichen Körperschaften und Institutionen zu kooperieren und ihre Tätigkeit möglichst zu koordinieren. . , 5. Als Hilfsmaßnahme sollten wir einen Wirtechaftsrat in Palästina einsetzen, der nicht nur für diese erwünschte Koordination sorgen, sondern auch als «ine Kommission zur Ausarbeitung von . Wirtschaftsplänen fungieren soll. , '. . . ' 6. Die Palastina-Regierung konn bei der Heranziehung und Investierung von Kapital in Palästina eine einflußreiche, außerordentlich wesentliche Rolle spielen. Wie immer auch ihre Einstellung zu anderen Fragen sein mag — als Regierung ist sie am Einfließen von Kapital in das Land interessiert, und sei es auch nur aus dem Grunde, weil dadurch die Einnahmen der Regierung vergrößert werden. Es scheint daher, daß dies ein Punkt ist, bei dem unsere und die Interessen der Regierung Hand in Hand gehen sollten, „ (Schluß folgt),;

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