Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 256 (12.8.1932)
- Date
- 1932-08-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 356 DIE NEUE WELT Seil« I r V* Wellkonferenz der Zioni'sten*Revis.oni'§ten Sekretariats Wien, II«, Untere AugarfenslraRe Nr« 38, Telephon A»45»6»34 Zirkular Nr, 5 , A. FaErpreisermäßig ung. Bezugnehmend auf diverse Anfragen teilt das Sekretariat mit, dal? eine Vorverlegung des Termins der Fahrpreisermäßigung nicht möglich Ist und bleiben die in Zirkular Nr. II veröffentlichten Bestimmungen unverändert in Gültigkeit. Das Sekretariat teilt mit, daß die Donau-Dampfschiffahrts-Geselschaft den Teilnehmern an der V. Weltkonferenz; auf allen Post-, Eil- und Lokalschiffen der Strecke Passau—Mohacs 25prozentige Ermäßigung erteilt. Im Expreßschiffs verkehr Wien—Giurgiu wird eine Fahrpreisermäßigung nur dann gewährt, wenn Hin- und Rückfahrt mit dem Expreßschiff erfolgt. Es wird für beido Fahrten der volle Preis einer Fahrt (Talfahrt) berechnet. Die Ermäßigung gilt: Für die Hinfahrt 21. bis 31. August, Rückfahrt: 28. August bis 7. September. B. Revisionistische Nebenkouferenzen. Das Sekretariat teilt mit. daß das Londoner Exekutivkomitee zu folgenden Nebenkonferenzen die Bewilligung erteilt hat:! I. Weltkonferenz revisionistischer Studenten und Hoch- | schüler Tagesordnung: Samsta g, den 27. A ugus t, um 1 9 Ühr, Revisionistenheim, IT., Untere Augartenstraße 38 (Festsaal): ' ' 1. Eröffnung. 2. Begrüßung. 3. Wahlen: a) Konfercnzpräsidiuin, b) Kommissionskomitee. 4. Die Lage der jüdischen Studenten. (Ref. Wolf Monka, Warschau.) r 5. Die hebräische Universität. (Ref. Josef Frankel, Wien.) 6. Studentische Orgamisationsfragen. (Ref. Paul Katz, Kaunas.) i Sonntag, den 28. August: 10 Uhr: Teilnahme der Studenten am Gang zum Herzl-Grab. 12 Uhr: 1. Debatte: 2. Konstituierung des Weltverbandes der revisionistischen Studenten; 3. Resolutionen und Wahlen; 4. Schlußreden. 1 Allgemeine Bestimmungen: Das Sekretariat ersucht, folgende Bestimmungen bezüglich der Delegation einhalten zu wollen. Delegierte sind: 1. Vertreter ron Korporationen (Verbindungen, Vereine, Klubs usw.). : 2. Nichtorganisierte Ho chs chiiler, soferne sie von einigen revisionistischen Hochschülern hiezu ausdrücklich delegiert werden und ihre Anmeldung längstens drei Tage vor. Beginn der Konferenz beim Sekretariat einlangt. (In diese Gruppe fallen besonders revisionistische Mitglieder einer nichtrevisi'onistischen Korporation.) -»*■? -j %, m *ü'.t V •>' : '• 3. Organisierte oder ui c h t o r gaiiisierke Ho ch s eh ü 1 er, die von einer auswärtigen Korporation hiezu delegiert werden und revisionistische Hochschülftf sind. 4. D e 1 e g i e r t e d e r V. W e 11 k o n f e r e n z, sofesne sie Hochschüler sind. '. 5. Delegierte können nur Dinarzahler sein und nur von solchen gewählt werden und müssen Studenten sein. II. Moatzat Netzive-Betar Im Auftrage des Schilton Betar, Paris,, teilt das Sekretariat allen Netziwujot des Betar mit, daß am Donnerstag, den 2 5. A u g u s t, um 2 Uhr nachmittags im Revisionistenheim, IL, Untere Au g a r tenst r aß e 38 (Ch a j es s a a l1), die Moatzat ha Netzivim vom Rosch-Betar eröffnet wird.! Die Sitzungen der Moatzat ha Netzivim sind nur Netzdvem und Ketzine ha Neziwujot zugänglich. Alle Netzive-Betar, Ketzine ha Neziwujot und auch alle anderen Betarim, die zur Moatzat ha Netzivim, bzw. zur V. Weltkonferenz nach Wien zu kommen beabsichtigen, werden aufgefordert, dem Sekretariat sofort ihre Teilnahme bekanntzugeben, und gelten für die Teilnehmer dieselben Begünstigungsbestiimniungen wie für andere Delegierte und Gäste der Weltkonferenz. III. Konferenz revisionistischer Frauen Im Rahmen der V. Weltkonferenz wird eine K o nferenz revisionistischer Frauen und Mädchen abgehalten werden, dereu Tagesordnung und Referenten sowie Termin und Ort der Veranstaltung noch bekanntgegeben wird. Das Sekretariat ersucht dringend alle Frauen und Mädchen, die an der Konferenz teilnehmen, dies sofort dem Sekretariat bekanntgeben zu wollen. Anmeldungen zur Erstattung von Referaten sind umgehendst an Frau Edith Lach mann, Breslau, Am Anger 13, zu richten. IV. Tel-Chaj-Konferenz Im Rahmen der V. Weltkonferenz wird eine Tel- Chaj-Konferenz stattfinden und werden die näheren Bestimungen hierüber noch veröffentlicht. C. Paß- und Visumformalitäten zur Einweise nach Oesterreich. Das Sekretariat Herrliches Erholungsheim Hotelpension Schlot Harranhol, Eichgraben an der Westbahn, Telephon Nr. 4. Erstklassige Küche, auch Diät, großer Park, eigenes Schwimmbad, Autogarage, Weekend, mäßige Preise. Unter Leitung des Besitzers Adolf B o j k o. Bowa-Wasser im Hause. Auskunft auch Telephon Nr. A-l 3-5-60. verweist nochmals auf die im Zirkular Nr. 2 veröffentlichten Bestimmungen, uouiuh zur Erlassung der Visagebühr: 1. ein gültiger Reisepaß, 2. eine vom Sekretariat der Weltkonferenz ausgestellte Legitimation notwendig ist. 3. Inhaber von Nansenpässen müssen sieh sofort durch revisionistische Behörden mit Gesuchen an das Sekretariat wenden und müssen in diesen Gesuchen sämtliche Daten (Geburtsort, Alter. Personenbeschreibung, Ausstellungsort, Ausstellungsdatum, Gültigkeitsdauer des Passes, ständiger Wohnsitz und Palin u m m c r) enthalten sein. D. Z u r b e s o u d e r e u B e a c Ii t u n g! Das Sekretariat ersucht nochmals, die Anmeldung der Teilnahme für Delegierte und Gäste sowie die beanspruchte Zahl von Gastkarten zur Eröffnungs- und zu den übrigen Sitzungen der Konferenz, ferner die Wünsche bezüglich der Unterbringung so r a s c h wie möglich vornehmen zu wollen. i Die Landesorganisationen werden ersucht, den Inhalt der Zirkularschreiben ihren .Ortsgruppen bekanntgeben zu wollen, da das Sekretariat lediglich den Lande.szentralen Zirkulare zuzusenden in der Lage ist. Ein deuf sdispradifges jüdi'sdies Gymnasium in Bratislava Vor einem Jahre schon wurde auf Anregung und unter Leitung eingesehener Juden Preßburgs eine Aktion eingeleitet, welche auf Errichtung eines jüdischen Gymnasiums mit deutscher Unterrichtssprache in Preßburg abzielt. In den nächsten Tagen findet bereits eine große Konferenz der interessierten Eltern in dieser Angelegenheit statt. An der Spitze der Bewegung stehen Persönlichkeiten der Preßburger Finanzwelt,, der Kaufmannschaft und Industrie. Die Erbauung wie auch die Erhaltung sind auf viele Jahre hinaus bereits sichergestellt. Diese Nachricht erweckte auch in den nichtjüdischen Kreisen großes Interesse. Der „N a r o d n i De n n i k" nimmt Stellung zu diesem Plan und schreibt: „Einzelne jüdische Kreise in Bratislava schlagen eigenartige Wege ein und ihre Be- Heute eröffnet die dmy Ufa ihre Saison Xp/^ mit dem Kriminal - Großfilm SCHUSS im Morgengrauen mit CARL LUDWIG DIEHL ' Drehbuch: R. rtattcher, O. und E. Eis nach einem Bühnenstück von Harry Jenkins Weitere Hauptrollen: Ery Bot, Hermann Speclmans, Theodor Loot, Peter Lorre, CurtVeipcrmann u.v.a. Produktion und Regle: Alfred Xeljler Gartenbau-Kino, I. Ufa°Ton-Kino, II. Wienzeile-Kino, Vi. Stafa-Kino, VII. Kolosseum-Kino, IX. strebungen sind mit Rücksicht auf ihr Verhältnis zu den Slowaken und die Republik bemerkenswert. Wenn die Bratislavaer Judenschaft ein eigenes konfessionelles Gymnasitim aus eigenen Mitteln errichten und erhalten wall, so ist dagegen nichts einzuwenden. Das ist schließlich ihre Sache. Nur ist es nicht recht begreiflich, warum die Unterrichtssprache die deutsche sein soll. Heute ist doch klar, daß dn der Slowakei jeder einzelne intelligente Mensch, der mit Erfolg vorwärtskommen will, die Staatssprache vollkommen beherrschen muß,, die. er nur in einer slowakischen Schule erlernen kann. Ein Gymnasium mit deutscher .Unterrichtsprache kann die Schüler niemals so vorbereiten, daß sie sich in der Slowakei behaupten können. Dies müßten die jüdischen Kreise, welche an die Errichtung eines .jüdischen deutschen Gymnasiums denken, im Interesse ihrer Rinder gut überlegen. Aus Bratislavaer jüdischen Kreisen hören wir öfters Loyalitätskuudgebungeu, und'wir zweifeln auch an deren Aufrichtigkeit nicht. Ebendeshalb finden wir den Gedanken eines jüdischen Gymnasiums mit deutscher Unterrichtssprache unbegreiflich. Wir müßten uns sonst denken, daß einzelne, jüdische Kreise den deutschen Anstrich Bratislavas künstlich erhalten und das richtige Verhältnis zum Slowakentum nicht finden wollen. Dies wäre vor allem dhr eigener Fehler. Der „A-Zet" schreibt u. a.: „Das jüdische Volk in Bratislava, das bisher immer seine Loyalität behauptet hat. beschäftigt sich mit der Gründung eines jüdiselien Gymnasiums mit deutscher Unterrichtssprache und betrachtet das Slowakische als Nebengegenstand." Es ist den Slowaken keinesfalls übelzunehmen, wenn sie darauf reflektieren, daß ein jüdisches Gymnasium in der Hauptstadt der Slowakei das Slowakische als Unterrichtssprache wähle. Wenn es schon so weit gekommen ist, daß ein jüdisches Gymnasium nicht die hebräische Sprache einführt, weshalb denn die deutsche? Stöben die Deutschen den Bratislavaer Juden näher als die Slowaken? Weshalb sind die jüdischen Schulen in Ungarn nicht deutsch? Es ist Tatsache, daß die slowakische Sprache einem jeden Staatsbürger unentbehrlich ist. ' Die Meldung von der bevorstehenden Errichtung eines jüdischen Gymnasiums mit deutscher Unterrichtssprache in Bratislava hat zu einer scharfen Pressedebatte zwischen slowakischen, deutschen und ungarischen Blättern Anlaß gegeben. Das Kuratorium hat nun erklärt, daß es nicht seine Absicht war, die Unterrichtssprache ausschließlich deutsch zu halten. Slowakische Sprache, Literatur, Geschichte sollen in slowakischer Sprache,, einige Gegenstände in hebräischer; Sprache, Latein, die real' wissenschaftlichen Lehrgegenstände, deutsche Sprache und Literatur dn deutscher Sprache unterrichtet werden. Das Kuratorium wird noch im Laufe dieses Monats zu einer Sitzung zusammentreten und sich näher mit dieser Angelegenheit beschäftigen. Ca r minus. i W3 jssSnw« Be8trenommierte KQche im neueröffneten GASSENLOKAL II, Hammer - Purgstallgasse Nr. 3 Ein Palästina-Pavillon im Rahmen der PreRburger Donnumesse. Wie wir erfahren, wird heuer das erste Mal ein Palästina-Pavillon im Rahmen der Donaumesse eingerichtet. Es werden Bilder, Rhotomontagen und Produkte des Landes ausgestellt. Schon jetzt gibt sich reges Interesse für diese Ausstellung kund. Numerus clausus in Knrpathoru Bland? Wie aus Ungvar gemeldet wird, macht sich in jüdischen Kreise große Erregung geltend, da man bereits im vergangenen Schuljahr an den tschechoslowakischen tMid russischen Gymnasien die ungarischen und jüdischen Schüler massenweise durchfallen ließ und nun bei den Aurfnahmsprüfungen fast alle jüdischen und ungarischen Schüler zurückwies. Neuesten« herrscht auch in den tschechoslowakischen Kreisen die Absicht vor, den Numerus clausus in Karpathoruflland einzuführen. _ Au§ Rumänien Die jüdische Partei im Parlament Bukarest, 5. August. (J. T. A.) Anläßlich der feierlichen Eröffnung des rumänischen Parlaments wurden die Abgeordneten der Jüdichen Partei von führenden rumänischen Parteien begrüßt und zu dem Erfolg der Jüdischen Partei beglückwünscht. In der am 1. August in der rumänischen Kammer für den verstorbenen General Moschoi, einem bekannten rumänischen Heerführer im Weltkrieg, abgehaltenen Gedenkfeier, ergriff namens der jüdischen Abgeordneten Deputierter Michael Landau das Wort. Viel beachtet wurde die Tatsache, daß der Alterspräsident der Kammer,, der Antisemitenführcr A. C. C u z a, der diese Sitzung leitete, zum erstenmal genötigt war, einem jüdischen Abgeordneten in aller Form das Wort zu erteilen. Zum Chef der parlamentarischen Fraktion der Jüdischen Partei wurde Du. Mayer Ebner zu seinem Stellvertreter Dr. Josef Fischer gewählt. Die ehemaligen Deputierten Doktor Diamant, Dr. Reifer und Dr. Singer bleiben noch weiterhin Mitglieder des parlamentarischen Rates der jüdischen Partei. Eine Erklärung der Regierung B ukü res t, 4.'Au<gust. (J. T. A.) Der mit der Leitung des Außenminister iums betraute Unterstaatssekretär Gregor Gafencu (nomineller Außenminister ist Premierminister Vaida) hat sich zum Erfolg der Jüdischen Partei bei den letzten Wahlen folgendermaßen geäußert: „Ich stelle zunächst mit Genugtuung fest, daß die Freiheit der Wahlen im ganzen Lande eine absolute war. Dies hat auch der Jüdischen Partei, die sich immer mehr als Vertreterin der großen Massen der jüdischen Wähler behauptet,, die Möglichkeit gegeben, einen s ch ö n e n Wahlsieg zu erringen, zu dem man ihr nur gratulieren kann. Ich hoffe zuversichtlich, daß es die Jüdische Partei unter unserer Regierung nicht nötig haben wird, eine besondere Tätigkeit zu entfalten, denn Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung und Ermögiich'ung friedlichen Zusammenlebens aller Bürger, werden in Zukunft, wie auch jetzt, zu den Hauptsorgen unserer Regierung gehören. Meine Regierung verfolgt mit großem Interesse die wachsende Entwicklung der r u m ä n i s> c h - p a 1 ästinensischen Beziehunge n und wird alles tun, um diese Beziehungen, im Interesse beider Länder, nach Kräften zu fördern. _ Aufnahme des Irak in den Völkerbund beanfragt Genf, 2. August. (J. T. A.) Die englische Regierung hat an den Generalsekretär des Völkerbundes ein Schreiben gerichtet, in dem die Aufnahme des Königreiches Irak i n den Völker b u n d vorbereitet wird. Die englische Regierung übermittelte dem Generalsekretäigleichzeitig ein Schreiben des Ministerpräsidnten der Erak-Regierung mit der formellen Bitte, das denten der Irak-Regierung mit der formellen Bitte, das nehmen. Gleichzeitig übermittelt die englische Regierung die Bürgschaftserklärung der Irak-Regierung,, die vom Mandatsausschuß des Völkerbundes aufgesetzt war und nach der sich die Regierung des Irakgebietes für den Fall der Aufnahme ■ in den Völkerbund verpflichtet, den Schutz der nationalen und religiösen \ Minderheiten und eine Reihe anderer internationaler Verpflichtungen zu übernehmen. Jerusalem» 4. August. (J. T. A.) Der bisherige amerikanische Konsul in Jerusalem, Knabeshue, wurde im Zusammenhang mit dem für September in Aussicht genommenen Eintritt des Irak in den Völkerbund zum bevollmächtigten Minister Amerikas in Bagdad ernannt. Wiener Bank-Verein. Die 62. ordentliche Generalversamlung des Wiener Bank-Verein findet am 19, August 1932 um 11 Uhr vormittags im Anstaltsgebäude statt. Gegenstände der Tagesordnung: Jahresbericht des Administrationsrates, Bericht der Zensoren über den Rechnungsabschluß für 1931 und Beschlußfassung über denselben, Beschlußfassung über die Herabsetzung und Wiedererhöhung des Aktienkapitals, Beschlußfassung über Statutenänderung, statutenmäßige Wahlen. Je 5 Aktien ä Nominale S 20.— geben das Recht auf eine Stimme. Die Deponierung der Aktien hat bis spätestens 13. Aug-ust 1952 zu erfolgen. £