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Die neue Welt · 1932-08-05 · Heft 255 (5.8.1932) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 255 (5.8.1932)
Date
1932-08-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. m »öderer Dinge bekanntzumachen, und gab Mim bdiüglieh Palästina« folgendes Erklärung «b: „Palästina wird unter einer internationalen Kontrolle stehen, verbntftten mit dettt Projekt, die Entwicklung einer jüdischen Nation zu begünstigen." Husseini protestierte nicht dagegen, weil er tor etwas Aergereni Angst hatte, nämlich davor, die Muselmanen könnten den Juden untertänig werden. Er soirwieg hiebei über Syrien und Mesopotamien und stimmte zu, in diesem Sinne eine Proklamation an die Muselmanen Jerusalems zu richten. Man ersieht ganz zweifellos aus dem Dokument, das ans erster Quelle stammt, dal) die anerkannten arabischen Führer vom ersten Äugenblick der Balfour-Deklaration zugestimmt haben. Die Jerusalemer Efendis verloren damals den Kopf und waren bereit, das Land jüdischen Händen zu Ubergeben, wenn es nur bei uns solche fähige Hände und Hirne in Verbindung mit den erforderlichen finanziellen Mitteln gegeben hätte! Im Verlauf desselben Jahres nahmen die Engländer nach einem schweren Kampf — in welchem sich auch die jüdischen Legion auszeichnete — auch Es- Salt und ganz Transjordanien ein. Emir Falsa! nahm Anteil an der Eroberung von Damaskus, wo er zum König von Syrien im Jahre 1920 gekrönt wurde, und zwar mit der Zustimmung Frankreichs, das später die Kontrolle über Syrien übernahm. Dem alten Husseini blieb, scheint, nichts anderes übrig, als seinen Sohn zu beneiden, der in dem Büch Bremonts als klügerer, mafivollerer und modernerer Herrscher , erscheint als sein alter kapriziöser Vater. Aber die Lage des Vaters und des Sohnes wurde je weiter, desto schwieriger. Faieal fuhr im Jahre der Friedenskonferenz (1919) nach Paris und überzeugte sioh dort, daß Frankreich gar nicht beabsichtige, Syrien zu verlassen, und sobald Oberst Lawrence r£ngs um ihn intrigierte, endete die patriotische Bewegung mit einer blutigen Niederlage der syrischen Nationalisten und mit Faisals Verlust von Damaskus. Wahrlich, die Engländer haben ihm hier dafür heimgezahlt, daß sie ihn zum König von Mesopotamien gemacht hatten. Aber seinem aüten Vater gang es immer schlechter. Im Mai 1919 proklamierte sich Husseini zum Kalifen oder zum Emir aller Gläubigen. Das rief den Zorn seines Gegners Ihn Saud hervor, der den Hedschas überfiel, die Ortschaften verwüstete, viele Einwohner tötete und Moscheen und Friedhöfe verbrannte. . Husseins Stern verfinsterte sich immer mehr. 1 Seit dem Weltkrieg ließen ihm die Engländer eine monatliche Subvention von 160.000 Pfund zu-; kommen, und das Geld machte es ihm möglich, sich die Gefolgschaft der beduinischen Nachbarn zu verschaffen« Als diese Nomaden von ihm abfielen, erschien der englische Kommissär Wilson und er-1 klärte ihm, daß England ihm nicht mehr als 25.000 Pfund monatlich geben könne. Kurze Zeit 3päter kam ein anderer englischer Vertreter und erklärte ihm offen, daß er, wenn er auf Englande Unterstützung rechnen wolle, auf die Regierung verzichten und Arabien verlassen müsse. Der unglückliche alte Scherif versuchte, sich an^ andere arabische Herrscher zu wenden, sie möchten ihm in seiner Machtlosigkeit gegenüber Ibn Saud behilflich sein, aber eine von ihnen, der Imam von Neu dschad, lachte ihn aus Und veröffentlichte sogar einen Brief, worin er den Scherif verspottete, der sich auf die Engländer verlassen;habe. Elend und verzweifelt saß der alte Soherif, der sich einen. Augenblicklang für den Herrscher über alle Muselmanen halten konnte, in Mekka. Im Jänner 1920 kam- Generali, All an b y....,selbst, nach. Tschad^, der( hatte »ich endlich entschlossen, den Tschinellenscbläger mit dem Paukisten auf einen Nenner zu bringen ... ebenso den Band'ure-Spdeler mit dem Trombonisten,., So kamen , auf die beiden zweitrangigen Musikanten zehn Prozent der ganzen Summe und fünf Prozent der Summe Heschels , . . Und ail« die Klesmer, Abraham Chaäm für seine schwere Mühe kräftig dankend, schon auf der Gasse waren, stritten sie noch immer herum. Erst als sie sich zu Hesohel dem Primgeiger gesellten und man nach einem bißchen Schnaps mit Zubeiß schickte, kamen eie zur Einsicht, daß das Berumreohnen umsonst sei; denn, wenn es einem Klesmer einmal knapp ging, mußte wohl ohnehin &m zweiter Klesmer ihm aushelfen... Wozu also die Paragraphenreiterei? i Heschel der Primgeiger, der ein leutseliger Mensch war,' pflegte' Sirach, dem Bandünespieler einen freundlichen Blick zu schenken, ihm einen Schlag auf die Schulter zu wsHzcmi und, schon ha* angeheitert vom Gläschen Schnaps, zu gestehen! «Dir, Sirach, kommt mehr zu als mir . . . Ich höh' wenigstens ein* Freude an meinem Spiel und du mußt ddch mit solch einer Sache herumschleppeu . . ..... Davon fühlte sich Sinu?h faet getroffen. ., hatte er doch auch Freude an seinem Spiel ". . . zu Hause, bei Vater-Mutter in der Stube, spielte er auf seiner Uandure das ganze Kol Nidre . . . lind er erzählte davon, auch ein wenig angeheitert, mit seiner Baßstimrae, die an dje Töne seiner Bandlire, erinnert ... Und Heschal sagt, daß er es ganz gut wisse, lünd nach der Abtocbwmi « kommt er, der wabj*t tfU&ttn Hauptstadt von M&edsöhaiJ, und 'erklärte dem Sti&eifif, &£ England, fÄili etilem „Kalifat* entsage uiirl fifch mit der Herrschaft über Hedschas begnügen 6olite, ihn unterstützen wuttk*A' - * 1 -H?; Und ein wenig später brachte' Oberst Wilson tatsächlich einen Goldtransport nach Mekka. Es wurde dort ruhiger und in den Moscheen wurden Gottesdienste für England ungehalten. Aber es war schon zu Spät. Kurze Zeit darauf eroberte Ibn Saud mit seinen Wahhabiten Medina und Mekka, und der alte Scherif flüchtete-'nach, dem Süden ohne Geld, ohne Hoffnung, ohne Kraft. Die Engländer verschickten ihn nach der Insel Zypern, wo er seine Jahre verlassen und unbeachtet verlebte. So stürzte das erste Kartenhaus zusammen, das Lawrence und seine Freunde in dem Glauben errichteten, von hier aus werde eine große panarabische organisierte Bewegung einsetzen, die die englische Herrsohaft stärken würde. Aber solche Abenteurer mit einer fixen Idee, wie der großzügige Intrigant, geben nicht leicht ihre Projekte auf. Sobald der alte Husseini sich als zu schwach und unverlüßlich erwies, begann man rings um seine eigenen Söhne Faisal und Abdullah zu intrigieren. > Infolge dieser Intrigen kam es zum blutigen Drusen-i aufstand in Damaskus und auch zur Hetze gegen den Zionismus in Palästina usw. Aber gerade der Zionismus erwies sich viel lebensfähiger als alle arabischen politischen Unternehmungen. Wir können dem französischen General Bremont dankbar dafür sein, daß er durch sein Buch ein wenig Licht gebracht hat in das wirre Dunkel der muselmandschen Interessen. j TT jüdische Welt* konferenz wird in Genf eröffnet Berlin, 1. August. (J. T. A.) Als Tagungsort der auf Initiative des American Jewish Congress einberufenen jüdischen Weltkonferenz wurde endgültig Genf bestimmt. Dem Wunsche vieler Delegierten entsprechend, wurde in letzter Zeit Zürich als Konferenzort in Betracht } gezogen, es hat sich jedoch aus verschiedenen! Gründen; ' Bei Verdauuhgsischwäche, Blutarmut, Abmagerung, Bleichsucht, "'* Drüsensrlcrankungen, .• Hautausschlägen, Furunkeln regelt das natürliche „Franz-Josef-Bitterwasser vortrefflich die so, wichtige .Darmtätigkeit. mmtmmmmmmmmmmmmmmmmmummmmmmmtmamamamnmai als wünschenswert und notwendig erwiesen, die Konferenz — wie ursprünglich beabsichtigt — nach Genf einzuberufen. Die erste Sitzung der Konferenz wird am 14. August, nachmittags 3 Uhr, in der Maison de Faubourg eröffnet. Die Tagesordnung der Jüdischen Weltkonferenz umfaßt drei Punkte: 1. Berichte und Erörterung der. Lage des jüdischen Volkes in den verschiedenen. Ländern und Diskussion über die zu ergreifenden Maßnähmen zur Sicherung der jüdischen Rechte und Positionen. Für die wichtigsten Länder: Nordamerika, Rumänien, Deutschland, Sowjetrußland und Palästina, werden Spezialreferenten über die Lage berichten; für die übrigen T.Kncler werden die jeweiligen Delegationen die Referenten bestimmen. 1 2. Referat und Diskussion über die von Prof. Guido Tedeschi angeregte internationale Konvention zur Diffamierung des Antisemitismus. , >' 3. Frage der ' eventuellen Einberufung und Vorbereitung des jüdischen Weltkongresses. Das Referat wird Dr. Stephen S. Wise, der Ehrenpräsident des American Jewish Congress, halten. Däs' Büro der Konferenz wird ab 12. August funktionieren. Für das Büro bestimmte Zuschriften sind an Dr. Nahunr Goldmann, Genf, Hotel Viktoria, zu richten. Ein zweiter transsylvanischer Abgeordneter im rumänischen Parlament. B u k a r e s t, 29. Juli, (J. T. A.) Die Frage der Besetzung des fünften Mandates der Jüdischen Partei in Rumänien ist nunmehr durch die rumänische Zentralwahlkommission endgültig entschieden worden. Das Mandat fäLlt — der ursprünglichen J. T„ A.-Meldung entsprechend — Dr.. Ernst Marten, Chefredakteur des,; „Uj Kelet" zu. Die transsylvanische Judenheit wird somit in der rumänischen Kammer durch zwei Repräsentanten, Dr. Josef Fis cher und Dr. Frnst Ma r t on, vertreten sein. PaIä§t«na*Rei'se des Au§tro - Palä$tmensi§dien Wirfsdiaft§*Dien§tes * Wie wir bereits angekündigt haben,. veranstaltet der Austro-Palästinensische Wirtschafts.Dienst im Früh" jähr 1933 eine Gesellschafts-' und Studienreise nach Palästina, die den Teilnehmern nicht nur Gelegenheit •bieten wird, die Schönheiten des Landes kennen zu lernen, sondern auch Einblick in die wirtschaftlichen Leistungen ,.des Landes zu gewinnen. In den allernächsten Tagen werden die genauen Reiseprospekte fertiggestellt Sein. Sie können beim Austro-Palästinensichen Wlrtschafts-Dienst, IX, Berggaste 16, angefordert v.cr:' >wo auch in den Sprechftatdet Montag und Douu - tag von halb 5 bis 6 Uhr Auskttnita erteilt werden. Bund jfidfodier Frontsoldaten Oesterreich« Der „Neuen Welt" geht folgendes Kommunique" *u| Am 28. Juli fand im Feefsaaile des Hotel C&ntfnetttal die erste öffentliche Versammlung des «Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs" unter dem Ehrenvorsitz des Herrn Generals Emil Sommer und dm Beiseln des Präsidiums der israelitischen Kultusgemeinde unter Führung der Herren Präsident Generaloberstabsarzt Univ.-Prof. Dr. Alois Pick und Vizepräsident Doktor Josef Löwen herz statt. Die Versammlung war so stark besucht, daß die Polizei vielen Hunderten von Teilnehmern wegen Ueberfüllung des Saales den Einlaß verwehren mußte. Diese erste Öffentliche Zusammenkunft 'der jüdischen Frontsoldaten Oesterreichs gestaltete sich an einer imposanten Kundgebung der Wiener Judensohaft, sich nicht länger von den Nationalsozialisten widerspruchslos beschimpfen und tätlich attackieren sv lassen. Der Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs, in dessen Reihen ausschließlich ehemalige F<ronfe kämpfer stehen, die auch mit hohen Kriegsdekorationen und Tapferikeitsmedaillen aller Grade au&gezedohnei sind, hat vor allem die Aufgabe, gegenüber den bewußt falschen Ausstreuungen aus dem gegnerischen Lager darzutun, daß die Juden ihre Pflicht für das Vaterland in gleichem Maße wie die nicht jüdische Bevölkerung treu erfüllt haben, im Kriege und im Frieden. Die Juden fordern von der staatlichen Exekutiv« Schutz ihrer Rechte, als gleichberechtigte Bürger der österreichischen Heimat, mit deren Wohl und Wehe sie unlösbar verbunden sind, damit sie in Ruhe und Frieden am Wiederaufbau des Vaterlandes mitwirken können. Ex praesidio wurde auf das nachdrücklichste betont, daß der B. j. F. Oe. eine absolut unpolitische Vereinigung darstellt, die alle Juden, ohne Rücksicht auf ihre parteipolitische Einstellung, umfaßt. Die Gründung des jüdischen Frontsoldatenbundes hat den Zweck, durch entsprechende Maßnahmen, u. a. auch durch Schaffung eines Selbstschutzes, Angriffen auf den Namen, die Ehre und das Erwerbsleben der Judenschaft Oesterreichs entgegenzutreten. Die von zirka 2000 Personen besuchte Versammlung hat nach einem überaus würdigen Verlaufe, wobei sämtliche Redner aus den verschiedensten politischen Lagern in seltener Einmütigkeit gegen die hemmungslosen, verlogenen Angriffe des Hakenkreuzes Stellung nahmen und für Schaffung des' Bundes eintraten — auch der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde begrüßte; die Gründung des Bundes — folgende ftesdlütion "einstimmig angenommen: „Die heute im Hotel Continental versammelten jüdischen Frontsoldaten und Krieger Oesterreichs protestieren, in schärfster Weise gegen die ständige Bedrohung jüdischer Staatsbürger, gegen die fortwährenden Verleumdungen und Beschimpfungen jüdischer Ehre und jüdischen Namens und fordern die staatlichen Behörden auf, dem Gesetze Geltung und den Juden Oesterreichs Ruhe und Frieden zu sichern." Die Siedlungsnrbeit in Biro-Bidschan stockt! Moskau, 25. Juli. (J. T. A.) Die Staatsanwaltschaft des B i r ö" - B i d s c h a n - G e b i e t e s hat eine dringende Untersuchung gegen den Leiter der dortigen Abteilung des staatlichen Getreidetrusts, Gh. Garon, angeordnet. Wie die J. T. A. bereits gemeldet hat, weigerte sich Garon, in der Stalindorfer Abteilung des' Getreidetrusts neueintreffende jüdische Arbeiter zu beschäftigen. Wegen dieser Weigerung wird er sich auf Grund der strafrechtlichen Bestimmungen vor Gericht zu verantworten haben. Das von der Kommunistischen Partei zur Unter- " süchüng der Gründe für die L e b e h s m i 11 e 1 k na p ph e i t i n Biro-Bidschan eingesetzte Komitee hat Mißbrauche bei dfr Vertepung der Nahrungsmittel festgestellt und die Ergebnisse seiner Untersuchung der Staatsanw^ltschafti die gegen die Schuldigen einschreiten wird, übergeben.' Anderseits hat das Bödehkommissariat die Auflassung aller Unterkunfts- und Verpflegsstationen im Rayon CITabäröwsk angeordnet. Diese Stationen waren zur Sicherung der Lebensmittelzuteilung an jüdische Durch wunderer auf dem Wege nach Biro-Bidschan und zu deren Beherbergung errichtet worden. Ferner wurde der Bau des Chabarowsker Gebäudes für das Agrarinstitut eingestellt. Wie der jiddisch-kommunistischen Zeitung „Emess" mitgeteilt wird, gefährdet diese Maßnahme die Durchführung des gesamten jüdisch-landwirtschaftlichen Planes. Jüdisch-atheistische Propaganda . Die jüdischen Kommunisten in *• Sowjetrußland haben mit ihrer diesjährigen Propaganda gegen die Beobachtung des jüdischen Neujahrsfestes und des Versöhnungstages durch die Juden der Sowjetunion bereits begonnen. Der Verband der militanten jüdischen Atheisten „Apikoires" hat ßoeben eine Sondernummer seines Organs herausgegeben, die dem Kampf-gjegfln, die Beobachtung der hohen jüdischen Feiertage gewidmet ist. NEUHAUS BEIM TRIESTINGTAL Herrlicher Sommer- und Weekendaufenthiilt.l'n den Hotejs J d'Orange, Stefanie und Neuhaus. Zihimer mit Verpfleguo^ r von, S 8.— an. Direkte Antobus^rljlndi^ng ab, Wien \ Veikehrsbüro täglich .um 8 Uhr JQ Min. und 19 Uhr, Samstag auch um 15 Uhr. Tennisplätze, Schwimmbad, ßuderteich. Flaehbrel.-Täglich nachm. und abends Tanz. Künstleikapelle Korkus. — Billige Weekendarrangetnent»,' Zimmer) vier Mahlzeiten, Autobusfahrt (our und retour, inkl. aller Abgaben S 15.-

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