Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 254 (29.7.1932)
- Date
- 1932-07-29
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2711613-2711843-2711875--3235-2716590- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
r Seife 3 DIE NEUE WELT H% Bl Energie und Ausdauer erwähnt; er meint, daß auch sie nüf langsam in ihrem Kolönisationswerü vorwärtsgekommen leien. x * Ali allgemeines desetz stellt er hin, daß fflftn Von einem Landüberfluß in Palästina nicht flehen! könne. Wenn wir, sagt French, von einer EntWC&lütlg^ sprechen, So verstehen wir darunter in Wirklichkeit, daß wir durch intensive Methoden auf .einer gegebenen Flächt drei-, vier- oder fünfmal so viel Manschen «3& siedeln können, als sie heute aufnimmt. Dies setzt feevj wässertes Land, voraus und das bedeutet natürlich, daß, wir, so gut es geht, für Bewässerung sorgen müsfleh;: Trotsdem kann gegenwärtig von der Bewässerung nur die Orangenkultur gewinnen. Das führt French zu Erwägungen über die Orangenproduktion, wie weit sie in Palästina mit Bezug auf den fremden Markt gedeihen kann. Er zitiert in diesem Zusammenhang gewichtige Autoritäten, die vor der Entwicklung einer einzigen Agrikulturart warnen, weil sie infolge Fehlens von Märkten zusammenbrechen müsse. Dazu kommt noch, , daß der Pflanzer sechs Jahre lang warten muß, bis seine Arbeit produktiv wird. Unter diesen Umständen errechnet er für die Ansiedlung einer Familie die Summe von 800 Pfund. In diesem Zusammenhang:]c. zerstört,, French Simpsons Voraussage, wonach ein j ÄHoi1^^ Siedler nicht weniger als 130 Dunam brauche. Frettc'n fit der Ansicht, daß dies zur Gänze von Sonne und Wasser abhängt, und legt dar, daß in manchen Fällen 20 Dünäim genügen, während in anderen ungefähr 150 Dttnajtföin Anspruch genommen werden müssen. ä Zusammenfassend hält es French für die nächsten 12 bis 18 Monate für unratsam, mehr als .,100. oder 200 landlose Araber anzusiedeln, und gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß das Ansiedlungswerk nur sehr langsam vor sich gehen kann. Auf das .Entwicklungsdchema zurückkommend, meint French, daß das in Anspruch zu nehmende Land auf die langterminisierte Basis nach den Grundsätzen des Jüdischen Nationalfonds, den er als ausgezeichnetes Beispiel nimmt, zu stellen sei. In Fällen, wo, ein Uebereinkommen zwischen Regierung und Siedler nicht zu erzielen ist, soll das Land expropriiert und einem Komitee, das die Preise festzusetzen hat, übergeben werden. French nimmt hier eine früher gezogene Folgerung in Anspruch, wonach Land, das sich bereits in jüdischen Händen befindet oder vertragsgemäß überzugehen hat, für die Regierung nicht gut in Betracht kommt. Es klingt fast, als wollte er sagen: Wie schade, daß wir das nicht antasten können! Natürlich werden gleichfalls Vorschläge über die Kontrolle des Bodenkaufes oder über bereits abgeschlossene Verträge unterbreitet. Bezüglich der jüdischen Siedlung scheint French darzutun, daß wir ganz gut ohne Regierungshilfe auskommen können. Er ist der Ansicht, daß die jüdische Kolonisation sich hauptsächlich an der Küstenfläche entwickeln wird, nicht nur in der Scharon-Ebene, sondern auch in der Schefelah zwischen Ghaza und Jaffa. Hier wieder legt er klar dar, daß die Juden daran sind, diese Küstenfläche in Besitz zu nehmen, ob es der Regierung lieb ist oder nicht. Vor einiger Zeit, in der Antwort auf den Simpson- Bericht, hatte die Jewish A.gency. die Schaffung einer Agrikulturbank vorgeschlagen. French ber "fürworteY diesen Vorschlag nicht, da er Unnütz sei, meint aber, daß die Regierung 40.000 bis 50;000 Pfund in die Zentralbank investieren solle, jene rein jüdische. 'Insti-, tution, die gegenwärtig von H. Viteies geführt wird. Er spricht auch von der Notwendigkeit, die Kooperativfe- Bewegung zu ermutigen. French berichtet auch über die Resultate seiner Nachforschungen bezüglich der landlosen Araber. Die Zahl derer, die sich gemeldet haben, beträgt 4500. Im ganzen steht der Bericht im Gegensatz zu den jüdischen Anstrengungen und zum jüdischen Erfolg und ist danach angetan, das Fortschreiten wesentlich zu hemmen. Vom praktischen Gesichtspunkt ist Frenchs zweiter (geänderter) Bericht vom April 1932 in seiner Auswirkung steril zu nennen. Er hat nichts vorzuschlagen. Alles, was er zu sagen hat ist, daß es weiser sei, sehr wenig zu tun und sich lange Zeit zu lassen. Eine erweiterte Agency-Stimme Das,, was B. Hackel bezüglich des French-Beri c h ts feststellt, genügt, um die Besorgnisse zu rechtfertigen, die sich in der ganzen jüdischen Welt hierin bemerkbar machen. Die Tendenz Englands, das Palästinaproblem seines politischen Charakters zu entkleiden und . immer wieder sich selbst der Verantwortung und der völkerrechtlichen Verpflichtungen in bezug auf das, jüdi-, sehe Nationalheim zu entschlagen, ja dessen Fortentwicklung durch allerlei Manöver zu hemmen, hat sich auch hier erwiesen. Die jüdische Welt ist besorgt. Aber die e rweiterte Jewish Agency kümmert sich nicht um diese Besorgnis — sie kommt vielmehr der Tendenz Englands entgegen. Man kennt seit langem die Haltung der „Near Eeastand Indi a", des offiziösen Organs des brtischen Kolonialamts; man weiß, daß dieses Blatt seit den Augustunruhen von 1929 eine proarabische und antijüdische Stellungnahme betätigt. In der Nummer. vom 23. Juni 1932 bespricht dieses Organ in einem Leitartikel, den French-Bericht, erzählt, wie es zur Mission Frenchs kam, der dem Simpson-Bericht die Grundlagen für die Verwirklichung zu liefern hatte, in der Hauptsache im, Hinblick auf die landlos gewordenen Araber. „Near East and India" bespricht bei dieser Gelegenheit die Möglichkeit der Entwicklung Palästinas, wieder einmal fest-, stellend, daß das Hauptproblem in der jüdisch-arabischen Verständigung liege, und empfiehlt den Juden — keine Politik zu machen. Denn die Politik verderbe die Wirtschaft. Zur Bestätigung seines jesuitischen Rates beruft sich das Blatt auf einen Ma,nn der Je,w|s«h<>$ g^e, auf Dr. Isaak B. Berkson, dem Mitglied der Jerusalemer Agency-Exekutiye, der einen Bericht über die gegenwärtige Lage Palästinas an das Administrativkoraitee. der amerikanischen zionistischen Organisation erstattet hat. Berkson stellt fest: Die ^rttfihftftslage .Palästinas ist gut, die Lage der Jewish AglYfey,;Iwtas trophM Die jüdische Presäe Und die zionistischen Führer haben das jüdische Volk auf die .Wirts eb; a f t Patästinas*#u lenken und nicht auf die «Politik. " :$f ' f,! -'4 „Near East and India" klatscht befriedigt Beifall und fof4eftk;j^«i Judenatti^tn.^ench-Bttitiit .toi Sinne *des erw^ltefffeft Äg'encyMaflfiei zu betrachten.5 Das ist seine Politik. •■ , ■f "v * •" Die allgemeinen Zionisten Palästinas und der Frerich-Bericht Jerusalem, 18. Juli. (J. T. A.) Die Konferenz allgemeiner Zionisten Palastinas beschloß, das Aktionskomitee der Zionistischen Organisation dringend aufzufordern, die im Bericht des Landentwickltingsdirektors Lewis French gemachten Vorschläge a priori zurückzuweisen und sich auf Versprechungen;möglicher, Verbesserungen nicht einzulassen. sich eine Br. Weszmaaisi klopft ans Tor ( Von Dr. H. Rosenblum (London) Das zionistische Aktionskomitee, welches heute in London versammelt, wird innerpolitisch ebenso klare wie peinliche Situation vorfinden: Dr. Weizmann will zurück ... Eigentlich ist es nicht ganz präzis, denn Doktor Weizmann wollte schon viel früher zurück. Es wäre richtiger, wenn man sagen würde, daß er — wollte man von seiner einstmaligen Rücktrittskoketterie absehen — niemals die Lust verspürte, sich vön der Leitung zu distanzieren. Wenn er trotzdem in Basel von seinem Amte schied, so geschah es aus. denselben Gründen, aus welchen ein lebenslustiger, koscherer Hahn sich gewöhnlich dem jüdischen Sams'tagtisch als Braten präsentiert ..... . , Bisher waren aber die Rückkehrvisionen des Herrn Dr... Weizmann nichts als seine höchstpersönlichen Privatträume; denn nach dem Baseler Kongreß war nirgends von seiner Wiedereinsetzung ins Amt ernstlich die Rede. Sogar in den Kreisen des einst so militanten Weizmannismus schienen die Restaurationsgelüste mehr . oder weniger eingeschlummert zu sein. In Deutschland bekam man die Seufzer der ehemaligen Hofgünstlinge immer weniger zu hören, in Amerika ist die . Lipsky-Gesellschaft höflich beiseite geschoben worden, . Weizmann selbst .vergnügte sich irgendwo im Lande der Schwarzhäutigen, so daß sich Herr Sokolow sogar den Witz leisten, zu können glaubte, die Züge seines Vor- : gängers bis auf dessen letztes Schönheitspflästerchen — ,;die Revisionistenfressefelmit photographisc^er; Ge-;nauigkeit zu kopieren.. ,.j \ C*ji>i ,• Nun ist es mit diesem Idyllvorbei. Während Herr Sokolow mit einem Spiegel in der Hand im Studium J Weizmanns charmanter Manieren vertieft war, war Weiz- ■ mann mitdeiner : intensiven^ Sammlung seines desorganisierten Anhanges beschäftig^ Er scheint sein in Johannesburg, gegebenes. Versprechen, „demnächst zur aktiven . Politik zurückzukehren-V; einhalten zu wollen. Allerdings : merken wirr bereits,: wie die Weizmann-Marionetten in 'den verschiedenen Ländern, wie < durch eine magische . Hand geführt, gleichzeitig und rhythmisch ihre Reihen schließen und inbewundernswer.ter Harmonie die gleichen Leute ausstoßen. Es, fällt nicht schwer, in diesen .noch' etwas ^gedämpften* Lauten deri; Marsch unserer „schwarzen Hundertschaften" zu vernehmen. Dr; Weizmann will zurück. Leider, ist es nicht mehr der Privattradnrdes Herrn Weizmann ... ■ '| *' ' ■ Der erste Schuß kam aus Amerika. Die Amerikaner scheinen der Rolle ideenloser Geldsammler, als die man sie jahrlang charakterisierte, überdrüssig geworden zu sein.. Sie. beschlossen, die Sammelbüchse, für einige Zeit ruhen zu lassen, um in der zionistischen Öffentlichkeit mit einer „I d e e" aufzurücken. Das wäre an sich gar nicht so schlimm, wenn nur die „Idee" eine etwas andere gewesen wäre. Die „Idee" ist aber keine „andere", sondern eine, die eben dem intellektuell ungeschulten und an tieferes Denken ungewohnten amerikanischen Zionismus entspricht. Sie heißt: Weizmann muß zurück. Komplikationen kann aber auch ein ungeschultes Denken anstiften. Ein zionistischer Buchhalter aus Jerusalem, Braude mit Namen, war durch seine Aussagen vor der Shaw-Kommission imstande, die Judenstaatsfahne für Jahre hindurch beträchtlich zu desavouieren. Princip aus Sarajevo hat sogar einen Weltkrieg entbrannt. Noch früher hat der klassische Dummkopf Herostratos, der von sich hören , lassen wollte, ein hohes Kunstwerk vernichtet. Es soll infolgedessen nicht wundernehmen, falls die amerikanische zionistische Konvention in Philadelphia durch ihre Beschlüsse einen hellen Impetus der Ein treuer Freund seit Jahrzehnten in hunderttausenden Familien bewährt, ist DIANA -Franzbranntwein mit Menthol Bestes Einreibemittel, hervorragend zur Mund-, Zahn- und Rachenpflege und zu mannigfachen anderen Zwecken. Ein Versuch überzeugt In jedem besserendeacNftlt erhaltlich. v*r» langen Sie ouadrucki c » „DIA N A" und nehmen Sie nur „P.JA N A", Minderwertige Nachahmungen sind energ seh zuruckzuwelaen. gegenseitigen Zerfleischung im Zionismus entfachen wird, Es klingt wie ein böser Witz, wenn von einem bei def Konferenz in Philadelphia erreichten „Kompromiß" gesprochen wird. Dieses schöne „Kompromiß" soll darin bestehen, daß Morris Röthenberg und E. D. Stone, Weizmanns ergebenste Krieger, die seit Monaten eine heftig* Propaganda für Weizmanns Rückkehr führen, zum Präsidenten und Vizepräsidenten der neuen amerikanischzionistischen Exekutive gewählt worden sind ... Ein „Kompromiß", bei dem Lipsky, Weizmanns amerikanischer Ambassadeur, die Kontrolle über die amerikanische Exekutive wiedergewonnen hat! Auch der aus M0 Mitgliedern bestehende Rat der Organisation setzt sich aus einer Lipsky-Majorität zusammen. Kein Wunder, daß der erste Schritt der „neuen" Leitung die öffentliche Gldrifizerurtg Weizmanns war, der nach Amerika „herzlichst geladen wird". Der New Yorker sozialistische ..V o r w ä r t sl", der manchmal den zionistischen Problemen ein tieferes Verständnis entgegenbringt, als es bei gewissen zionistischen Zetungen der Fall ist, schreibt in seinen Ausgaben vom 3. und 9. Juli folgendes über den Charakter der Philadelphia-Konvention: „Ist der Weg, den. der amerikanische Zionismus nunmehr eingeschlagen hatte, ein neuer Weg? Ist es nicht der alte, alte Weg — zurück zu Lipsky? . . . Wir glauben, daß es sogar mehr ist als das: es ist eine Rückkehr zum Zionismus Dr. Weizmanns." — „Dr. Weizmanns Name bekam diesmal an der Konvention einen ganz frischen Klang ... Der amerikanische Zionismus dürfte zur Ueberzeugung gelangt sein, daß Weizmanns gemäßigter, reformierter und gestutzter Zionismus das Maximum dessen ist, was man überhaupt noch erreichen kann." Der Name Weizmann soll somit aus dem Archiv geholt, galvanisiert und wiederum zu einem Kampfnamen erhoben werden. . * Ein Kampf für Weizmann ist aber bekanntlich mit einem Kampf gegen dessen mögliche Nebenbuhler aufs engste verknüpft. Also: Nieder mit Brandeis, Sokolow und allen, die dem „legalen Thronprätendenten" hindernd im Wege stehen! Der traurig berühmte Redakteur des „Tog", Herr S. Margosches, den Bialik kürzlich der Unterschlagung und Verheimlichung von Dokumenten bezüglich des jüdischen Martyriums in Sowjetrußland beschuldigte, ist nun der erste, der Steine gegen die Widersacher des legalen Thronprätendenten wirft. Er schreibt: „Wir haben im Grunde keine zionistische Organisation, seitdem die sogenannte Brandeis-Gruppe am Ruder ist. Wir werden auch, keine haben, solange die Zionisten dieses Landes dieser absoluten, hoffnungslosen, unnützen und unkompetenten Gruppe nicht losgeworden sind." J. Fishman'n, Redakteur des „Morgen-Journal", richtet seine Pfeile gegen Sokolow, einen anderen „Nebensacher des Herrn Prätendenten". In einer Zuschrift an die Redaktion der Zeitung „The Zionist" Nr. 22 schreibt dieser Fürst des alten Regimes mit einem klaren Wink nach London: „Das Blatt 'The Zionist' sollte jenen Leuten dienen, die zwar den Zionismus, nicht aber einige seiner Führer ernstnehmen." Die Redaktion des „Zionist"' selbst geht noch weiter, indem sie in aller Offenheit die Frage eines D i k t a t o r s ■ f ü r d e.n tZ i onismu s auf wirft. Sie enthüllt ferner den Lesern, *w er der „nicht ernstzunehmende Führer" ist, von dem Fishmann etwas verschleiert spricht. Sie erklärt ohne vieles Zögern, daß es kein anderer als Sokolow ist. Er habe nämlich viel weniger Geld in Amerika gesammelt, als er durch eine diesbezügliche Erklärung in London glauben machen wollte; er war durch diese Erklärung „offenkundig bemüht, den Wert seiner Tätigkeit in Amerika allzu scharf zu akzentuieren" . . . Die amerikanische „Idee" der Wiedereinsetzung Weizmanns fiel auch außerhalb Amerikas auf fruchtbaren Boden. Sie bahnte sich einen Weg sogar' nach Palästina. I. Ben Avi, dessen Kantonaplan so warmen Anklang bei der Weizmann-Garde gefunden hatte, fühlt sich jetzt verpflichtet, dieser gegenüber sich durch irgend eine Gegenleistung zu revanchieren. Er veröffentlicht im „Doar Hajom" vom 5. Juli einen Aufmunterungsartikel für Weizmann, in dem er sagt: „Wäre Weizmann auch dieses Jahr nach Amerika gereist, so hätten die Zionisten zwei Millionen, mindestens aber anderthalb oder eine Million gesammelt... Es sind nicht so sehr die verschwenderischen Ausgaben des Herrn Sokolow, die wir beklagen, sondern in viel höherem Maß ist es die Million, die wir dieses Jahr zu sammeln in der Lage waren, jedoch nicht gesammelt haben, die uns am Herzen liegt"... So ein Haufen Geld sei uns also durch den Abgang Weizmanns verlorengegangen! Dem jüdischen Spießbürger wird hier auf seine empfindlichste Stelle draufgehaut. Es ist fast überflüssig, hinzuzufügen, daß in diesem Chorus der Restaurationsstimmen auch der dramatische Tenor der „Jüdischen Rundschau" zu finden ist, die den Entschluß kundgibt, ihrem bisherigen Wohlwollen gegenüber der Sokolow-Zeitung ein Ende zu bereiten; die Zeit scheint der, „Rundschau" gekommen zu sein, wo ein offener Kampf zweckmäßiger ist als das bisherige Wohlwollen... Auf diese Weise ist die Armee der aufständischen Legitimisten durch den Beitritt der hochwohlgeborenen Z. V. f. D. bereichert worden. Dr. Weizmann klopft ans Tor der Leitung. . Ich fürchte, nicht ohne Erfolg. Innerhalb der Exekutive sind geheime Kräfte am Werk, die ihm seine Aufgabe erleichtern zu müssen glauben. Die „berühmte" Erklärung der Exekutive bezüglich des Calais-Beschlusses, derzufolge den; Revisionisten nur unter gewissen Sonderbe- . dingungen das Weiterverbleiben in der zionistischen Organisation „zu, gestatten sei", ist bloß eine der vielen Ausdrucksformen dieser Kräfte. Vor allem sollten die Revisionisten „unschädlich" gemacht werden — worauf dann, nachdem der Weg so gepflastert sein wird, der zweite Akt, nämlich die pompöse Wiederkehr Weizmanns, folgerwwerde. bekanntlich enthielt das „Dossier" der zionistischen Exekutive eine sorgfältige Sammlung aller der Exekutive passenden Zeitungsausschnitte bezüglich des Calais-Beschhusses: Die Welt möge sehen, daß die gesamte Oeffentlichkeit die «bösen Revisionisten loswerden möchte... Wenn aber diese gesamte Oeffentlichkeit letztens ihre unverkennbare Empörung gegen den Mißgriff in der Zertifikatenfrage zum Ausdruck brachte, so hat dieselbe Exekutive natürlich keine „Dossiers" mit Zitaten erscheinen lassen, denn hier würde es der Sache der Restauration kaum dienen können. Wir möchten eine Anfrage wiedergeben, mit der sich am 15. Juli