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Die neue Welt · 1932-07-22 · Heft 253 (22.7.1932) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 253 (22.7.1932)
Date
1932-07-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
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' Sei!» % _ Dafl die revisionistischen Mitglieder die mit wesentlichen Rechten des Zionistenkongresses aasgestattete Institntion der A. C.-Tagung benutzen werden, um in der verworrenen Lage Klärung zu verlangen, zu forcieren, zu schaffen, bedarf keiner besonderen Erwähnung. Aber auch Männer der Exekutive selbst — wie beispielsweise Farbstein — sollen die Absicht haben, in bezog auf ihre Forderungen klare Antworten zu verlangen. Angesichts dieser Tatsachen unternimmt schon jetzt die Presse des alten Systems heftige Vorstöße gegen die Kompetenzen des A. C. So widmet die Berliner »Jüdische Rundschau" der kommenden A. C.-Sitzung einen Leitartikel, worin sie vor allem so etwas wie die Abschaffung des A. C. verlangt, in dem sie ihre Forderung begründet: „Das A.C. ebenso wie unser Kongreß leidet an allen den Verfallserscheinungen des pseudodemokratischen Parlamentarismus und eines erstarrenden Parteiapparat es." Die „Rundschau" hat schon seinerzeit anläßlich des Kongresses das von der „Neuen Welt" gebührend charakterisierte Verlangen, den Kongreß beiseitezuschieben, gestellt. Wir haben schon damals festgehalten, daß diese ethischen Fortschrittler, D4e „Neue Welt" hat wiederholt zu dem jetzt . wieder aufgeworfenen Problem eines jüdischen Weltkongresses Stellung genommen. Die Idee ist'eine große, aber es ist notwendig, sich von falschen Vors t e 11 u n g e n freizuhalten. Vor allem von der Vorstellung, daß sich alle jüdischen Körperschaften an •einem Weltkongreß beteiligen können. Letzten Endes werden nur die auf nationaler Grundlage basierenden Organisationen in Betracht kommen. Daß dem so ist, beweist das Schicksal der Einladungen, welche zu der am 14 August in Genf tagenden Vorkonferenz ausgeschickt wurden. Die assimilatorischen Körperschaften Amerikas, Englands und Deutschlands haben, wie bereits gemeldet, die Teilnahme abgelehnt. Wie aus den folgenden Meldungen ersichtlich, wird dieses Beispiel auch in anderen Ländern befolgt; aber das braucht nicht pessimistisch zu stimmen; Denn, Sinn hat ja doch nur ein Weltkongreß des lebendigen, das heifit des nationalen Judentums. * Frankreich, Die Alli'ance Tsr'aSlite Universelle befaßte sich in ihrer letzten Sitzung mit der seitens des American Jewish Congress, an sie ergangenen Einladung,'zu der am 14. Augwst d. J. in Genf beginnenden jüdischen Weltkönferenz Delegierte zu entsenden. Die Alliance beschloß,' der' Einladung" des American Jewilh Congress nie ih t' ' F o l g e z <u leisten. Gründe für' diesen Beschluß werden 'nicht bekanntgegeben. — Der Verband jüdischer Organisationen in Frankreich, der etwa achtzig jüdische Organisationen vereinigt, beschloß, der Einladung des American Jewish Congress zur Teilnahme an der am, 14. August in Genf beginnenden Weltkonferenz Folge zu leisten und eine entsprechende Anzahl von Delegierten zu entsenden. , Oesterreich. Die „Union österreichischer; Juden", die Organisation der nichtnätionalen Juden, hat — dem Beispiel ihrer Schwesterorganisation „Centralyerein" in Deutschland folgend — die Einladung abge- .. lehnt. — Von österreichischer Seite "werden die , „Jüdische Volkspartei" und die „Jüdische Völkerbund- ' liga für Oesterreich" Delegierte entsenden. ,. Palästina. Der Waad Leumi, ,das Exekutivorgan der Assefath Hanivcharim (Jüdischer National- ,rat), beschloß, an der. vom American Jewish Congress für den 14. August nach Genf einberufenen jüdischen Weltkonferenz teilzunehmen. Zu Delegierten des Waad Leumi auf der Konferenz wurden der Präsident des Weltmisrachi, Rabbi Meier Berlin, der Arbeiterführer und früheres Mitglied der Zionistischen Exekutive Josef Sprinzak und Elijahu Berlin gewählt. * . Polen. Die Repräsentanz der Warschauer Jüdischem Gemeinde befaßte sich in ihrer letzten Sitzung mit der Frage der Vertretung der Gemeinde auf der jüdischen Weltkonferenz in Genf. Die Zionistische Fraktion beantragte, daß den Delegiertender Gemeinde die Direktive gegeben werden solle, für den jüdischen Weltkongreß zu stimmen und sich ferner dafür einzusetzen, daß der Kongreß sich. auch mit Palästina als dem Zentrum des jüdischen Lebens befassen solle. Die Aguda-Mehrheit der Repräsentanz lehnte den Antrag ab, den Delegierten Direktiven zu geben. Mit der gleichen Mehrheit wurde beschlossen, den Präsidenten der Gemeinde, Herrn Mazur, einen Führer der Aguda, als Delegierten zum Kongreß zu entsenden. Die Zionisten verließen nach dieser Wahl unter Protest die Sitzung. In jüdischen Kreisen Warschaus hat es ein gewisses Aufsehen erregt, daß die Warschauer Jüdische Gemeinde einen Aguda-Führer zur Konferenz entsendet, obwohl die Weltorganisation Agudas Jisroel ihrerseits eine Teilnahme an der jüdischen Weltkonferenz abgelehnt hat. — Der jüdische Kaufmännische Verein Warschaus beschloß, eine Abordnung zur jüdischen Weltkonferen« nach Genf zu entsenden. * Ingl and, „Jewish Chronicle", die englischjfctttci» iotttto* wtitt dAi**f bin, daß sich <kr Board _ÜflS NEÜB WELT denen z. B. ein Revisionist ein reaktionärer Faschist ist, sonderbare Demokraten sind und am liebsten eine. Diktatur hätten. Heuer Wiederholt sich das Spiel mit anderer Knlisse. Per Artikel der „Rundschau" wendet sich im weiteren Verlauf aufs heftigste gegen Sokolow und fordert unverblümt die R ü c k k en r zu Wcizmann. Unter welchem Aspekt also wird das A. C. seine Tagung führen? Wird es seinen politischen Aufgaben gewachsen sein können angesichts einer Tendenz, die überwunden schien, aber Wieder an die Oberfläche .will? Wird es dem Geist und deutlichen Willen des 17. Zionistenkongresses Anerkennung verschaffen? "Gewaltige jüdische Massen blicken mit Sehnsucht aus ihrer täglichen Not nach den Toren Palästinas, haben kein Verständnis für das „erhabene11 Geklügel gewisser Elemente,, denen .das Geldsammeln zum Zweck der Pfründenschnffung für gewisse Gruppen das Wichtigste ist. Die Tagung des A» C. wird der Tendenz der jüdischen Massen, sich einen Weg nach Palästina zu bahnen, Rechnung tragen müssen. Eine Situation, in der trotz, des Durchbruchs der Herzischen Gedankenwelt noch immer bankrotte Formen der Führung und der Politik in Geltung sind, ist unhaltbar. ' of Deputies der englischen Juden am kommenden Sonntag mit der Einladung, an der jüdischen Weltkonferenz in Genf teilzunehmen, befassen ward und versucht, die Führer des englischen Judentums davon zü überzeugen, daß eine offizielle Teilnahme der'englischen Judenheit an der Genfer Konferenz nicht ratsam wäre, da diese nicht die Welt judenheit vertreten wird und bis -jetzt nur erreicht hat, eine Kontroverse hervorzurufen, die die tiefe. Kluft zwischen den beiden gegnerischen Lagern im Judentum wieder aufgerissen hat. DieKonferenz wird, schreibt „Jewish Chronicle" weiter, nichts anderes sein als ein „Wiseseher Debattierklub". — Der unabhängige Orden Bnei Brith in London beschloß in einer stark besuchten Konferenz einmütig, an dfer Weltkonferenz - in Genf teilzunehmen. Der Orden ist national' eingestellt. 1 ■•'<■■ Die Trennung§s Orthodoxie gegen den Jüdischen Welt» kongteB; *Die Exekutive, derAigudas Jis r o el, - Wc lto r g a'ri iß a t i o.n -hat' die; ihr; übermittelte Einladung des American Jewish. Congress zu einer für den .iL Au#:ust/naqhv^ Konferenz zur Be- "M^M^ WW^M^ ii*. ,j^^#n > s^jkfta ■■^^o^^m^p^^S^^x denw,^fs^wr:^er^ "treter <|es \^meji^n/-ife^|sh; 'Cöiugress gerichteten Aintr wortschreiben der Agudas: Jisroel wie folgt: „Wir erblicken in dem geplanten und vom Amerikanisch-jüdischen Kongreß schon seit Jahreri^Ttefürworieten Weltkongreß der" Judenheit' keine wirk?- liehe Förderung der heute' wahrlich schwer g e n ü g g ef äh-rd e t e n Interessen--' 'des jüdischen Volkes,, sondern im "Gegenteil eine schwere 'Cefahr, 'di| unsere Lage in' vielen Ländern der Diaspora wesent: lieh verschlimmern könnte.!Wir können uns zu einer Beschickung der Genf et Konferenz auch nicht durch die Erwägung bestimmen lassen, daß mit der Teilnahme an dieser . Konferenz nach demausgesprochenen, Willen der einladenden Körperschaft k e i n e r 1 e i F e «11 e g u n gauf die -Idee des Weltkongresses für die eingeladenen Organisationen -verknüpft sein soll.> Denn die* Gefahr ist nicht j von;der Hand zu'weisen, daß die bloß« Tatsache der Teilnahme schließlich doch zugunsten des Weltkongreß-Projektes ausgelegt werde und daß durch Mehrheitsabstimmungen in der Konferenz Beschlüsse in die Welt gesandt werden . könnten, die nach unserer Ueberzeugiung der jüdischen Gemeinschaft nicht z.uin Heile-gereichen würden.. . Wir widersetzen uns-keineswegs dem Gedanken; daß zur gegebenen Zeit Vertreter der verschiedenen jüdischen Weltorganisationen zusammentreten könnten,; um in Ruhe.>über Maßnahmen, zu beraten, die geeignet wären, die Lage der . Juden in den verschiedenen Ländern zu > erleichtern. Aber dies müßte, wenn es geschehen soll, ohne irgend welchen Ausblick auf die1 große Demonstration eines Weltkongresses oder auf die Schaffung einer die jüdischen Rechte nach außen verteidigenden internationalen Organisation, vielmehr in Ruhe und Anspruchslosigkeit geschehen" . *,. Auch hier die bloße Furcht vor antisemitischem Geschrei. Auch die Agudah ist der Ansicht, daß. die von aller Welt angegriffenen Juden nicht das Recht 1 haben, sich vor aller Welt zusammenzuschließen und ihr Recht zu fordern. Nur keine ».große Demonstration", nur keine große Organisation, nur „Ruhe und Anspruchslosigkeit". Und da sollen die Antisemiten nicht immer, frecher werden * ' "• Die Agudah ist aulgeregt und besorgt Kaum hat sich die Agudah über, die ungeheuer-; liehe Zumutung, an einem .Kongresse der Juden, aus , aller Welt teilzunehmen, etwas jberiuhigt,>je^Ät ,J4wr Tyi«- der efewes Aufragend«* su. An dem Kongreß der natio- Nt.2» na Jen Minoritäten ifi Wiefl nahm o Sckreckf ein ' a g u d i ä t f s* eh e r Pa rlamen ta wer teil f Ntttü rlioh hat die Agudah diesen „Verstoß* eines ihrer MiigiHeder sofort gebührend zurückgewiesen. Der ' gesch&ftsführende Ausschuß der Agudah, welcher im Juli in Wien tagte, hat zu der erschrecklichen Angelegenheit folgende' offizielle Erklärung abgegeben: ■ „Die Tatsache, daß zium ersten Male ein agiudi- t i s q h e r P.a. r d a in e n t a r i e r sich an den Arbeiten jdei Koi^resees der europäischen Minderheiten, der an. Wien stattfand, beteiligte, gab Anlaß zu einer ausführlichen Aussprache über die Stellung der Agudas-J&roeI-WeItorga.nisation zu den Problemen 'der Minderheitspolitik. Die Herren aus Polen und Bju- mättien vertraten nachdrücklich den Standpunkt, daß an der von der Agudas Jisroel von vornherein umrissenen reservierten Stellung gegenüber einer auf internationale Garantien sich stüteahden MindeAeitenpoliMk festzuhalten sei. Dabei wurde nicht Verkannt, daß es dm 'Einzelfalle nützlich sein könnte, wie dies von Seiten der lettländisohen orthodoxen Parlamentarier geschehen sei; in einem Ausnahmefall lediglich zu informativen Zwecken an einem solchen Kongreß teilzunehmen. Die allgemeine Linie der agiudistisohen Politik, die die jüdischen Mindenheiten für die Lösung der sie berührenden religiösen, kulturellen und wirtsdhaftlichen Probleme gnundsät?lich auf die loyale und friedliche Auseinandersetzung im Innern des eigeneji Staatswesens verweist, darf jedoch, wie insbesondere die Vertreter der Exekutive hervorhoben, in keiner Weise bertihrt werden." -—-."s Jetzt können die Mächtigen der Erde wieder/ruhig schlafen. Mögen die Unterdrückten aus aller Welt ihre Not zum Himmel schreien und Gerechtigkeit verlangen: Nie und nimmer wird sich, die Agiudah an soldh hochverräterischem Beginnen beteiligen. Wenn schon ein 'Agoidist in diese Rebellengesellsohaft gerät, dann darf 'er beileibe nicht mittun. Er darf nur zuschauen und zuhören. Juden, Völkerbund, Palästina Zur 50-Jähr.Feier der Chibbat Zion — Nähum Sokolow über den Völkerbund Iin Jahre 1882,.'fünf^zehn Jjährelyor Theofiäqr.Herzsi ■Erscheinen,, setzte die. :Bewegiing ein, Judeioija :Pavlästina-.) anzusiedeln.; Die< ( Chibbat=-Zion.*Bew©gungi. thatte ' i:eitt ppiitfeches' ProgramW' ^r ' Zier ^warr bricht, - 'aius ''Palästina ein jüdisches Natiöhalheim; zu machen, ...sondern einzelne Ju^en ,hinüber zu retten. 'Ihre.Führer •lehnten dann auch, den politischen Zionismus ab. Trotzdem hat diese Bewegung die beste Vorarbeit für den politisch eh Zionismus geleistet und ihm gutes Menschenuri-d. Führermaterial geliefert, lieber eine Ghibbat-Zton- ,Feier, welche in London abgehalten wurde, wird gemeldet: - Am 11. Juli fand unter dem Vor sitz des-• Oberrabbiners des britischen Reiches Dr. J. H> Hertz eine Kundgebung zur. Begrüßungdes . Präsidenten der Zionistischen"" Weltorganisation,.. Na h u m S.o.k o 1 o w, der von einer mehrmonatigen Amerikareise nach London zurückgekehrt ist, sowie zur Feier des 50jä'hrigen Bestehens, d&r Chibbat-Zion- .B e w e g u n g statt. Nahum Sokolow hielt eine .Dankansprache, in der er Unter' Hinweis auf die Pläne der .deutschen Na t i p n a l.«.o,z> a.l i s t e.n gegen..die in Deutschland wohnenden osteuropäischen Juden ausführte: . x i :.., ■, .. , . .:. : „leh glaube, es wird noch einmal die Zeit kommen, in der dip Zionistische Organisation in der Lage sein wird, die Sacjie der Jud«.n in allen Ländern der Welt zu führen. Heute sind wir Waisenkinder, wir verfügen noch nicht über eine Stimme im Völkerbund. Wie können wir in den Völkerbund kommen, um dort unsere Sache selbst zu vertreten? Wenn wir heutzutage irgend eine das Judentum tief berührende Angelegenheit im Völkerbund zur Sprache zu bringen wünschen, müssen wir uns die Fürsprache einer Macht erbitten. Wären wir aber selbst im Völkerbund, so könnten wir für uns selbst sprechen, und es wäre uns die Demütigung des Outsiders erspart. ,Wir müssen in den Völkerbund hinein! Der einzige.Weg aber, auf dem wir in den Völkerbund kommen können, ist, Erez Israel so zu stärken, daß wir als Palästinenser im Völkerbund vertreten sein können." ' Dr. S. Brodetsky, Mitglied der Zionistischen Exekutive, führte aus:;,Vor 50 Jahren, zur Zeit der Entstehung der Chibbat-Zion-Bewegüng, waren gegen den Zionismus zwei Einwände erhoben word.ent 1, der Zionismus ist unnötig, 2. der Zionismus ist unmöglich. Unnötig, weil der Sieg des menschlichen Fortschrittes das jüdische Problem lösen würde. Wie steht es heute — wir zahlen 193g «-» um diesen Einwand: loh weise auf Deutschland, Oesterreich, auf fast alle Länder Welt hin und frag« Sie: Ist der Zipnismus unnötig? .$tes. den,.z$&iw:Mww&. daß. 4er Zionismus" unmöglich sei, betrifft, so ist darauf hinzuweisen, daß die Nationen der Welt uns das Hecht zugesprochen haben, FfclMoft wiodet Wiubtvu»», «od daß <U* Juden qegsfrt Zur jüdischen Weltkönferenz \ '■ f'': An Ui Auslief in :0eml'

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