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Die neue Welt · 1932-07-15 · Heft 252 (15.7.1932) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 252 (15.7.1932)
Date
1932-07-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 252 DIE NEUE WELT Seite 7 sionisten, Berlin-Ctoarl., Joachimsthalerstraße 3/II, bezogen werden. — Ferner sind daselbst die neuen Broschüren (in jiddischer Sprache) erhältlich: „Revisionistische^ Probleme von einer Reihe führender Revisionisten". Sammelbuch. (Herausgegeben von A. Lipmann.) Preis t\0 Pf. inkl. Porto. „Theodor Herzl und seine Sympathien zum Sozialismus und Zionismus" (jiddisch). Preis Mark 0.80. Wahlen zur Weltkonferenz: Die Wahlen zur revisionistischen Weltkonferenz finden zwischen dem 31. Juli und 3. August statt. Der genaue Termin wird noch bekanntgegeben. Wie bereits mitgeteilt, wird vor dem Wahlakt Herr Red. J. Klinoff über seine Eindrücke aus Erez Israel ein Referat halten. „Der Naier Weg" erscheint wieder. Er wird nunmehr in Warschau herausgegebein, als Organ der polnischen Revisionisten. Die jiddisch lesenden Gesinnungsgenossen in Berlin und Deutschland werden auf dieses Zweiwochenblatt aufmerksam gemacht. Bestellungen nimmt die Union in Berlin-Charlottenburg, Joachimsthalerstrafle 3/II, entgegen oder die Redaktion i Warszawa, Nowolipki 23/32. Abonnement: Vierteljährlich Dollar 0,35. Hindenburg Ö.-S. ' Ost jüdische Arbeitsgemeinschaft: Unter diesem Namen haben sich in Hindenburg sämtliche Ostjuden zusammengeschlossen mit dem Zweck der Wahrung ihrer gemeinsamen Interessen in sozialer, materieller und sonstiger Hinsicht. — Die Leitung der Arbeitsgemeinschaft haben die Herren Gold, Geller und P a s m a n i k inne. Magdeburg Aus Anlaß von Vorfällen, in deren Mittelpunkt der Vorsitzende der revisionistischen Union, Herr Heinemann, stand, sah sich die Union der Zionisien-Revisionisten in Magdeburg veranlaßt, eine Neuwahl vorzunehmen. Die außerordentliche Generalversammlung wurde für Sonnabend, den 2. Julf, einberufen und war sehr gut besucht. Die Neuwahlen ergaben: M. Hirsch (Vorsitzender), R. Panzer (2. Vorsitzender), V. Leff (Kassier), S. Kohn (Schriftführer). Ferner als Beisitzer: Frau Krellbaum, Herr Weinsteiner, der gleichzeitig die Kommission für den Tel-ChajtFonds leitet, und Herr Nagel; — Auch wurde die weitere Arbeit besprochen. Unter anderem wurde beschlossen, eine Herzl- Fei er gemeinsam mit dem Berliner Brith Trumpeldor einzuordnen, welcher unweit von Magdeburg sein Sommerlager hat. Brith Trumpeldor, Berlin. Haganah -Kurse. Der erste Haganan-Kursus hat unter einer Beteiligung von 18 Chawerim in der Nähe von Königs Wusterhausen stattgefunden und ist zufriedenstellend verlaufen. Der zweite Kursus hat am 10. Juli begonnen. Für unsere Olim war die Teilnahme an einem der Kurse obligatorisch. — Bei den am Ende des letzten Semesters erfolgten Prüfungen in hebräischer Sprache wurde an zwölf Chawerim die blau-weiße Kordel verliehen. — In Moser bei Magdeburg findet das Ferienlager der Bethar-Schule unter Leitung von Chawer Markowitz statt. — Die A nschrrft des Berliner Bethar lautet: zuhanden von Ref. Hans Eger, Berlin NW 40, Thomasiusstraße 14. Vom tsdiedioslowaki§dien Zionistentag Der erste Zionistentag ohne Revisionisten — jedoch im Zeichen des Revisionismus, — Protest der Revisionisten gegen die geplante Verwendung der Einkünfte des Keren Hajessod Am 5. und 6. Juli fand in Mährisch-Ostrau unter Teilnahme von 97 Delegierten der X. tschechoslowakische Zionistentag statt. Die Revisionisten bisher 35 Mann stark, haben sich an demselben nicht beteiligt, jedoch dem Vorsitzenden der tschechoslowakischen Union Hans^ Low den Auftrag erteilt, von seinem Recht als Mitglied des scheidenden Landeskomitees Gebrauch zu machen und die Abwesenheit der Revisionisten bei diesem Zionistentag zu begründen, In einer größangelegten Rede wies Hans Low darauf hin, daß die Majorität des Landesverbandes in allen Dingen mit Absicht die Mitarbeit der Revisionisten am Landesverband unmöglich gemacht hat. Der sozialdemokratische „Hech a- 1 u z" hat in den letzten zwei Jahren über Kö 200.000 aus öffentlichen Mitteln zur Verfügung bekommen und der Brit Trumpeldor nicht einen Heller. Trotzdem hat der Brit Trumpeldor, der in der tschechoslowakischen Republik heut© eine zirka 2600 Mitglieder zählende Jugendorganisation, also die größte unter ihnen ist aus eigenen Mitteln über 100 Chaluzim ausgebildet und 22 Chaluzim nach Erez Israel geschickt. Der geschäftsführende Ausschuß hat sogar eine revisionistische Sondersammlung für Hachscharah und Alijah verboten, während zugleich anderen Jugendorganisationen eine solche erlaubt wurde. In die Zentralkommission des Keren Hajessod wurde kein einziger, Revisionist gewählt, und so war es möglich, daß vor kurzem beschlossen wurde, daß eine Zweimillionenanleihe aufgenommen wird, welche wieder zur Konsolidierung der kommunistischen Siedlungen im Emek verwendet werden soll. Er wies nach, wie man dieses Geld vorteilhafter zur Ueberwanderung von hunderten Mittelständlern und damit tausenden Arbeitern hätte verwenden können. Als Low namens der tschechoslowakischen Revisionisten aufs schärfste gegen die unkorrekte Verwendung der K, H.-Gelder protestierte, kam es zu stürmischen Radauszenen seitens der Linken, die den Vorsitzenden zur Erteilung eines Ordnungsrufes an den Redner zwangen. Dasselbe Bild bietet sich wie in den anderen Institutionen so in der „Jüdischen Partei", wo man die Revisionisten von der praktischen Arbeit eliminiert hat, so daß die Gefahr besteht, daß die Revisionisten auch in der Landespolitik eigene Wege gehen werden, falls man ihnen nicht die Möglichkeit gibt, in Anbetracht ihrer Stärke auch in landespolitischen Fragen mitzureden. Die offizielle zionistische Presse hat es nie an Auslassungen gegen die Revisionisten fehlen lassen und selbst das yom geschäftsführenden Ausschuß herausgegebene Nachnchtenblatt bringt unerhörte Verleumdungen gegen die. Revisionisten. Trotz aller dieser Vorkommnisse sind die Revisionisten bereit mitzuarbeiten, falls man die Gewähr dafür bietet, daß in Zukunft eine gerechte Basis für Zusammenarbeit geschaffen wird. Diese Rede, die von zahlreichen Zwischenrufen und Beifallskundgebungen unterbrochen wurde, hatte tln« enorm« Wirkung »ui den ZlonitttnUg und 4t« Herrliches Erholungsheim Hotelpension Schloß Herranhof, Eichgraben an der Westbahn, Telephon Nr. 4. Erstklassige Küche, auch Diät, großer Park, eigenes Schwimmbad, Autogarage Weekend, mäßige Preise. Unter Leitung des Besitzers Adolf B o j k o. Bowa-Wasser Im Hause. Auskunft auch Telephon Nr. A-13-5-60. ganze Generaldebatte erstreckte sich auf die Behandlung der von Hans Low angeschnittenen Fragen. Die Revisionisten sind in das Landeskomitee nicht gegangen, und wie man erfährt, wollen einige verantwortungsvolle Zionlsten unter allen Umständen eine Einigung herbeiführen. Man hat für die Revisionisten bereits eine Reihe von Sitzen reserviert. Die Zionistentag hat gezeigt, daß die Schaffung des Territorialverbandes kaum in Frage kommt, trotzdem ein positiv deklamatorischer Beschluß gefaßt wurde. Die Entwicklung der Dinge wird zeigen, ob wirklich ein ehrlicher Wille besteht, die Revisionisten im selben bisher immer gezeigt. Das offizielle Organ des Landesverbandes „Selbstwehr" verschweigt vollkommen die Stellungnahme der Revisionisten sowie den Verlauf der Generaldebatte. ,, Argus. Die ungerechte und unkorrekte Vergebung der Palästina» Zertifikate Wer stört die Mittelsfandskolonisafion? Im Zuge der Betrachtungen Über die Verteilung der Einwanderungszertifikate durch die illegal zusammengesetzten Palästina-Aemter hat die „Neue Welt" auch darüber berichtet, daß die Verteilungskommission des Wiener Palästina-Amtes einem ihrer Mitglieder, dem poale-zionistiseihen Herrn Ing. Josef Mahrer, ein Zertifikat zugesprochen hat. Wohl ein durchaus unkorrekter Vorgang. In einer Zuschrift sucht das Palästina-Amt die Sache durch die Feststellung zu entschuldigen, daß Herr Ing. Mahrer sich an der Abstimmung über sein Zertifikat nicht beteiligt und auch das revisionistische Mitglied der Zuteilung zugestimmt hat. Wodurch natürlich das Vorgehen der Kommission um nichts korrekter wird. Wie sehr den Herren der richtige Begriff von einwandfreier Amtsführung zu mangeln scheint, geht daraus hervor, daß der beteilte Herr weiter an den Kommissionssitzungen teilnahm und^erst über Protest des revisionistischen Mitgliedes seine Stelle niederlegte. * Inzwischen ist ein neuer Fall von gewissenloser Willkür zu verzeichnen. Ein freigewordenes Mittelstands-Zertifikat wurde einem poale-zionistischen Chaluz zugesprochen, trotzdem ein dem Mittelstande angehörender Bewerber da war. Letzterer wurde nicht einmal vorgeladen,, überhaupt nicht auf Eignung geprüft. Das gehört nun einmal zum System der Fernhaltung des Mittelstandes von Palästina, welches — wie in der letzten Nummer der „Neuen Welt" berichtet — vom misrachistischen Mitgliede der zionistischen Weltexekutive Färbstein so anschaulich geschildert wurde. Durch diese letzte „Amtshandlung" ergibt sich übrigens folgende Verteilung der Wiener Zertifikate: Die Poale-Zion mit 20 Prozent Stimmen für den Kongreß 9 Zertifikate, die Revisionisten mit 50 Prozent Stimmen i ZertiW'"+ Und das nennt sich gerechte Verteilung. AUS PALÄSTINA. Das Regierungsbudget in Palästina 1932/33 „Official Gazette" veröffentlicht den Voranschlag der Palästina-Regierun« für das Finanzjahr 1932/33. An Ausgaben sind vorgesehen 2,403.253 Pfund, an Einnahmen 2,442.083 Pfund, so daß sich ein. kleiner Ueberschuß von 38.848 Pfund ergibt. Der Einnahmeposten überschreitet den, des Finanzjahres 1931/32 um 108.188 Pfund. Der Ueberschuß des Staatshaushalts zum 1. April beträgt 739.772 Pfund. Der Ausgabenetat für das Finanzjahr 1932/33 enthält folgende Posten: Departement für landwirtschaftliche Entwicklung 6701 Pfund; Beitrag für das Transjordanische Grenzkorps 183.405 Pfund; Palästinensische Polizei 457.737 Pfund; Landesschutz 102.000 Pfund; öffentlicher Unterricht 158.742 Pfund; öffentliches Gesundheitswesen 115.001 Pfund. Im Einnahmenetat figuriert ein Posten von 143.000 Pfund als Hilfsbeitrag Englands für die Ausgaben der transjordanischen Streitmacht, Das Haushaltsdefizit pro 1931 betrug 40.971 Pfund. Erfolgreiche Wasserböhrung in Palästina In der Kolonie englischer Juden Kerkur, di« sich im nördlichen Küstengebiet landeinwärts zwischen den Kolonien Gan Schmuel und Binjamina befindet und die in ihrem 19jährigen Bestehen unter Wassermangel litt, gelang es, in 160 Meter Tiefe eine Quelle zu erbohren, die 300 Kubikmeter Wasser bester Qualität in der Stunde liefert. Die Kolonie Kerkur und ihre ganze Umgebung leben nun auf und gehen einem neuen Aufschwung entgegen, Englischer Polizeirichter in Tel-Awiw Außer den bereits in Tel-Awiw vorhandenen zwei PoIi2ei(Friedens)richtern, die Juden sind, wurde jetzt ein dritter Polizeirichter, der Engländer ist, für Tel- Awiw ernannt. Diese Ernennung erfolgte offenbar im Zusammenhang mit dem Beschluß der Regierung und der Landespolizeiverwaltung, die bisher rein jüdische Polizei in Tel-Awiw in dem Landespolizeikorps aufgehen zu lassen und die Tel-Awiwer Polizei dem Landespolizeikommando zu unterstellen. Das Emek-Hospital geschlossen Nachdem alle Appelle an die Palästina-Regierung, dem in Not geratenen Zentralhospital im Emek Jezreel finanziell zu Hilfe zu kommen, resultatlos geblieben sind, mußte das Hospital wegen Mangels nn Mitteln seine Tore schließen. Die Frage der Jerusalemer Wasserversorgung vor dem Unterhaus In der Sitzung des Unterhauses richtete David G r e n f e 11 (Labour Party) an den Kolonienrainister die Frage, wie viele Häuser in Jerusalem einer Wasserleitung nicht angeschlossen sind und was die Palästinaregierung zu tun gedenkt, um der gegenwärtig in Jerusalem herrschenden Wasserknappheiti sofort abzuhelfen; wann endlich die Jerusalemer Stadtverwaltung eine entsprechende Waeserversorgung der Stadt in die Wege leiten wird. Der Minister für die Kolonien, Sir Philip Cunliffe-Lister, erwiderte, er habe keine Informationen über die Zahl der einer Wasserleitung nicht angeschlossenen Häuser in Jerusalem. Seines Wissens würden im Hinblick auf die jetzt herrschende Wasserknappheit von ■ Regierung und Stadtverwaltung gemeinsam Schritte unternommen, um eine ausreichende Wasserversorgung Jerusalems aus einer neuen Quelle in die Wege zu leiten. Gegenwärtig würden die finanziellen Aspekte dieses Planes erwogen, dessen Durchführung etwa zwei Jahre beanspruchen würde. Kommunisten in Palästina werden die Staatsbürgerrechte aberkannt „Official Gazette" teilt mit, daß acht Juden in Palästina, die der kommunistischen Propaganda überführt worden seien, die staatsbürgerlichen Rechte wegen Illoyalität gegenüber der Regierung aberkannt wurden. Arabische Brandstiftung in Kfar Chassidim Unerkannt gebliebene Araber setzten in der jüdir.. sehen Kolonie Kfar Chassidim im Emek Jezreel eine Scheune in Brand, wodurchvier Tonnen Korn vernichtet wurden. — Kfar Chassidim war schon im Februar 1. J. Ziel eines Angriffs arabischer Banditen, die den Kolonisten Gutermann in der Dunkelheit erschossen. Im April d. J. kam es in Kfar Chassidim zu einem Zusammenstoß zwischen jüdischen Pflügern und arabischen Beduinen, bei dem ein Jude und ein Araber verletzt wurden. Eine Baron-Hirsch-Kolonie in Palästina Aus Anlaß des 100. Geburtstages des großen jüdischem Philanthropen Baron Maurice de Hirsch wird gegenwärtig in Palästinna auf Keren-Kajemeth-Boden eine Baron-Hirsch-Kolonie errichtet. Die Judenhetye in Osteuropa Pogromhetze der Eisernen Garde in der Moldau Bukarest, 12. Juli. In den Dörfern der nördlichen Moldau betreibt die „Eiserne Garde" Corneliu Zelea Codreanus seit einiger Zeit im Zusammenhang mit der Wahlpropaganda eine zu schwerster Beunruhigung Anlaß gebende Pogrompropaganda, Es wurden eigene, hauptsächlich aus Gymnasiasten und Lyceisten bestehende Propagandatrupps gebildet, die in hemmungslosem Fanatismus die Bevölkerung gegen die „Bauernschinder und Jidanis" aufhetzen. In den verelendeten Gebirgsdörfern, wo ein Funke genügt, um die Leidenschaften hell auflodern zu lassen, werden Manifeste in ungeheuren Mengen verbreitet, aufwiegelnde Plakate angeschlagen, Hetzreden gehalten. In einem dieser Flugblätter heißt es wörtlich: „ErgreifetSensen und Knüppel und schlaget ohne Schonung drein!" Das Organ der liberalen Partei „Viitorul" lenkt die Aufmerksamkeit der Regierung auf diese Vorgänge und fordert sie auf, der antisemitischen Hetzpropaganda nicht untätig zuzusehen. Das Blatt erinnert daran, daß auch im Jalhre 1907 dieser Propaganda ursprünglich keine Beachtung1 geschenkt wurde, bis das Land plötzlich im Aufruhr stand und die Wiederherstellung der Ordnung nur um den Preis von Tausenden bäuerlicher Todesopfer möglich war. Ein Pogromplan in Thorn rechtzeitig aufgedeckt Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, wurde in diesen Tagen in Thorn, in dem ehemals preußischen, jetzt polnischen Pommerellen, der Plan eines Judenpogroms durch rechtzeitige Aufdeckung vereitelt, Führer der Nationaldemokraten in Thorn hatten eine Geheim Versammlung von Arbeitslosen abgehalten, in der erzählt wurde, die Juden seien an der Arbeitslosigkeit schuld und müßten bestraft werden, was am besten durch einen regelrechten Pogrom geschehen

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