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Die neue Welt · 1932-07-08 · Heft 251 (8.7.1932) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 251 (8.7.1932)
Date
1932-07-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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U\U 2 DIE NEUE WELT n»im Besichtigung und Bewertung von Kaufobjekten beigegeben. Ich trat dann an die Sch aff un g Von permanenten Organisationsgrundlagen für die Mittelstandskolonisation heran. Vor allem beschäftigte ich mich mit der Organisation für la n d w i r tschaftliche Mittelstandskolonisation, von der schon seit zwei Jähren die Rede war und die infolge der Meinungsverschiedenheiten der einzelnen Richtungen nicht ins Leben treten konnte. Ich schuf eine Kommission, die aus zwei Vertretern der Exekutive (Farbstein, Bawly) und aus je einem Vertreter der Allgemeinen Zionisten, des Misrachi, der Arbeiterorganisation und der Kolonisten bestand. Man einigte sich auf das Prinzip noch aus der Zeit Ruppins dahin, daß die Kommission nicht beratende, sondern beschließende Rechte habe. Man stellte eine ganze Reihe von Grundsätzen für die Kolonisierung von 10.000 Dunum in Wadi Chawarith fest, die vom Kongreß für den Mittelstand bestimmt worden waren. Es wurden Zirkulare nach allen Teilen der Gallith entsandt, daß sich Interessenten für diese Kolonisation melden mögen. Da geschah aber etwas, was bei uns leider häufig geschieht. Da einer der Beschlüsse der" Kommission einer bestimmten einflußreichen Partei nicht gefiel, setzten Intrigen ein, die schließlich zur Sprengung der Kommission fährten. Es wurde nämlich beschlossen, daß zur Ansiedlung auf dem Boden von Wadi Chawarith individuelle Kandidaten angenommen werden und nicht Organisationen oder Kolonisationsunternehmungen. Da das gegen das Interesse der Arbeiterorganisation wäre, die die auf geschäftlicher Basis beruhende Kolönisationsunternehmung „Jachim" besitzt, setzte ein Lärm gegen die Kommission ein und man verlangte, daß ihr nur Beratung stecht zuerkannt werde. Daraufhin legten die Mitglieder der Kommission ihre Mandate nieder. Ich bemühte mich um ein, K o m p r o m i ß, mit dem die Exekutive jedoch nicht einverstanden war. Unterdessen melden sich von allen Seiten! Kandidaten, und es gibt niemand, der .in dieser Frage entscheiden könnte." " Heschel Farbsteih " beschäftigte sich weiters mit den Möglichkeiten für Handel und Industrie und legte ausführlich die Perspektiven dar, die sich aus der bereits vorhandenen Basis in großem Umfang ergeben. * ' Es ist eine heute allseits anerkannte Tatsache, daß die Mittelstandskolonisation eine Lebensfrage für Palästina bedeutet. Wie aus den sachlichen Ausführungen Farbsteius ersichtlich, hat diesbezüglich die Arbeit der sozialdemokratischen Arbeiterpartei im Zionismus darin bestanden, alle Bemühungen für die Durchführung der Mittelstandskolonisä'tion zunichte zu machen oder, soweit ihr das nicht gelang, sich auch hier ein Monopol zu schaffen. Professor Weizmann und Trans* amen Die »Jüdische Rundschau« warnt wieder einmal Wie die „Neue Welt" berichtete, hat der frühere Präsident der Zionistischen Organisation, Prof. Ch. Weizmann, in einer Rede, die er in Südafrika hielt, gefordert man möge das von Wöetpailästina losgerissene Trans Jordanien wieder den Juden zurückgeben, d. h. der jüdischen Einwanderung1 und Kolonisation offnen. Die Forderung nach Rückgabe Trans jordaniens würde bisher seitens der Kreise hinter Weizmann (Brith Schalom, Linke, deutsche und tsohedhoslowaikische „Allgemeine" usw.) als «revisionistische Provokation" Verurteilt, "Wenn jetzt Professor Weizmann eine, zu seiner früheren Politik' in einem gewissen Gegensätze stehende Haltung in dieser Frage einnimmt, so'ist daV' begrüßehs.- wert. Bei seinen politischen Freunden allerdings scheint ...e$£;;mit ,'seiueaiL^ flintr^n,^^^^ einigung Trans jordaniens mit Palästina wenig Zu* Stimmung lind noch weniger Lob geerntet zu haben. Besonders die Berliner „Jüdis ch e Rund schau", sonst in treuester Gefolgschaft bei ihm, ist verärgert. Mit einem' nicht zu > verkennenden strafenden Seitenblick auf- Weizmann „war n t" 6ie vor. unzeitgemäßer und radikaler Stellungnahme und sucht ,.die-Losreißung Transjordaniens .als eine gegebene, legale Tatsache vor Erörterungen zu bewahren. (Auf'.dieser' Seite scheint also wenig Lust vorzuherrscben,. Professor Weizmann auf dem. Wege, nach' Transjordanien zu folgen. .... * Nach seiner Rückkunft aus Südafrika hat Prof. Weizmann einem Mitarbeiter des Londoner Tagblattes „Zeit" eingehendere Aufklärungen über seine Stellung zur Frage Trans jordaniens gegeben. Er führte aus; „Ich betrachte das Gebiet Transjordanien als ein zu Palästina gehörendes, 'das riur" k ü n s tl i ch losgetrennt wurde. In meiner Rede in Südafrika sprach ich als Privatmann und hatte nicht die Absicht, mich in die Politik der Exekutive einzumengen. Ich glaube, daß Trahsjordanien den. einzig e n A ü s w e g 2u einer gedeihlichen Lösung der Palästina-Frage bildet, denn unsere Lage wird voü Ta g z'ü Ta g' s'c'^wie r igeV. Jeder Tag, an dem wir nicht vbrwärtskommeif,''" Bedeutet eitienARück- . schritt;.' ^Niemand soll" beschuldigt'- werden; aber es . ist Tatsache, "daß die Läge"''immer''' Schwieriger; wird. Eis ist 'a'ücÜ ';eJuVTat&&e),f d#P'all)B>1BetfehW und Expery,j,ji«2f*i(r*ä ai*wij" Es kühlt den ganzen Körper wenn. Sie zu Abreibungen .vor pder nach dem Waschen /D'iäe'n); als Zusatz zum'Waschwassef und als Badzusatz,: FRANZBRANNTWEIN mit Menthol verwenden.' Sie werden erfreut sein über'die wohltuende kiihlvnde Wirkung, welche Schlauheit, Mattigkeit, Jüebllchkeiten und andere Folgen der Hitze verhütet und mildert, ebenso das Schwitzen und den,: lästigen Schweißgeruch.* Verlangen Sie ausdrUckUch „DIANA" v: und nehmen «le snjur „DIANA" * *.'«""• .'; >:-' ■'- ' '' 'J ""• i " : ■■»'. ' HlnderwerHge Nachahmungen sind ' enefgisch zurückzuweisen. ' vi. . 't>* ( ■? h ':h r. pttfv ■ f In jedem besseren Geschalte erhältlich. tisen der Regierung gegen uns aus fallen. iL ist nicht zu sagen, daß der Grund hiefür am Antisemitismus der englischen Beamten liegt. Wir müssen aber den Eindruck verstehen, den Palästina auf den englischen Beobachter macht. Er sieht ein. Land, so groß wie die Handfläche. In Südafrika gibt es eine jüdische Siedlung, die so groß ist wie Palästina. Das „kleine" Land Rhodesien ist 75mal so groß wie Palästina. Und dort lohnen nur 60.000 Weiße. Für einen englischen Nicht Juden, wenn er nach Palästina kommt, entsteht als erste Frage: „Wohin mit den Millionen Juden, die nach Palästina wollen?" Nur Transjordanien kann dieses Problem lösen. Es entsteht eine große Gefahr'für ünS wie für die Araber, wenn die Tore Transjordanieng nicht geöffnet werden. Wenn die Engländer, den Arabern und Juden wirklich helfen wollen, dann müssen sie die Grenzen öff- '■ n'en für eine große jüdische Einwanderung, die beiden Teilen Vorteil bringen wird..." * Diese. Worte sind um so bedeutsamer, als »ie von Professor Weizmann ausgesprochen werden, unter dessen Präsidentschaft der Gewaltstreioh der Loseren Aung Trans jordaniens vollführt wurde, ohne daß eine entsprechender Widerstand seitens der Zionistischen Organisation entwickelt worden wäre. Mögen diese Wort,e als Zeichen gewertet werden können, daß endlich die Abkehr'vbn der'bisher verfolgten zionisti- . sehen Verzichtspolitik beginne. "■■ \ " : ' ■ •' ■ ' * ' ■!;;;.:::• Das zionistische Aktionskomitee tagt vom'28. Juli ( „ . bis 5. August in London Vom Zentralbüro der Zionistischen Organisation; wird mitgeteilt, daß die Exekutive und das Präsidium des Aktionskomitees' beschlossen haben, das Aktionskomitee der Ziouisrtis'ohien Organisation zu einer Sitzung •in,London für d;e Zeit yom 2ß. Juli bis % August einzu- , berufen. , _._ r . Au§f ro»paIS§rinen§is dher Wirf§diaf(§dien§t Nach längerer gewissenhafter Vorbereitung ist in Wien ein Institut geschaffen worden, welches, richtig geleitet, Oesterreich und Palästina die wertvollsten Dienste leisten wird.-Es soll der Industrie, dem Handel und Gewerbe Oesterreichs Palästina als Absatzland er- schließen, anderseits den Konsum palästinensischer Produkte in Oesterreich.; erhöhönr Und allen jenen, die in ip&töstina arbeiten und. investieren ..wallen« : die:. bisher wenig oder gar nicht/ verbreitete Kenntnis von .den landwirtschaftlichen, industriellen, ' gewerblichen und kommerziellen Bedingungen Palästinas vermitteln. Fachleute in Oesterreich und Palästina stehen dem Institut zur- Verfügung und werden in jedem Falle ehrenamtlich , Beratung gewähren und- Auskünfte erteilen, Das unpolitisch, rein fachlich geleitete Institut ist berufen, den austro - palästinensischen, .privaten. Wirtschaftsverkehr, der, bisher in, den meisten Fällen dem jZufall preisgegeben , war und jeder. Organisation .entbehrte, z,u sichern und zu heben, zum Vorteil beider Länder. * E»ie „Neue Welt" .erhielt vom Büro der neuen Institution folgende Bekanntmachung: Eine Gruppe bekannter 'österreichischer Industrieller, Kaufleute und Gewerbetreibender haben eine Institution geschaffen, welche die Förderung eines regen wirtschaftlichen Verkehrs zwischen Oesterreich und Palästina bezweckt. Das fachmännisch und ehren amtlich Interview mit Pharao Humoreske von Tunkeier Ich traf ihn an, wie er gerade seinen Reitwagen rüstete und bereit war, loszufahren. „Erlauben Sie mir, Eure Pharaonische Hoheit, untertänigst, Sie zu interviewen. Ich bin ein Schriftsteller, ein Journalist." „Keine Zeit, Sie sehen doch, daß ich in Anspruch genommen bin", gab er mir die scharfe Antwort, während er dem Roß die Halfter band und das Zeug anlegte. „Man muß gleich losfahren. Wo ist die Peitsche, Himmelherrgott?" „Gestatten mir zu fragen, was eigentlich bei Ihnen los ist?" „Was? Sie haben gar nichts gehört? Ein Journalist, ein Mensch von der Zeitung, und hat nichts gehört! Die Juden haben doch heute Nacht einen .Auszug' gemacht... Die Füße in die Hände genommen mit Sack und Pack und heidi! Haben Sie gar nichts in den Zeitungen gelesen?" „Welche Zeitungen? Es sind doch heute keine Zeitungen erschienen!" „Keine Zeitungen erschienen? 'Nun ja, gewiß, natürlich sind heute keine Zeitungen erschienen /...Wer weiß denn nicht, daß die ägyptische Presse sich in jüdischen Händen befindet...", gab Pharao seufzend zu. „Nun, fertig! Ich fahr! ... Ich werde sie noch erwischen ...! Noch an der Grenze will ich sie erwischen! Verlautbarungen ihretwegen habe ich schon ergehen lassen. Sie werden sich meinen Händen nicht entwinden. Solche Bastarde! Solches Gesindel! Solche Heuschrecken! Vierhundert Jahre haben sie bei einem Chef gearbeitet und plötzlich!'kriegen sie ' Bei'nef 1].',' Ich will*'sie* Mores lehren..."' *. \ „Gestatten Sie mir, großer "Pharao, mit Ihnen mitzufahren, Sie im Reitwagen zu begleiten und, mein Interview fortzusetzen." . ' „Mit dem größten Vergnügen! Nun! Heidi! Steigen Sie in den Wagen! Vorwärts!" Wir setzten uns in den Reitwagen. Pharao gab den Pferden einen Peitschenhieb, sie schlugen einen wilden Galopp an, und sich zu mir wendend, sagte er mit dem Ton einer beleidigten Seele: ' „Sie. verstehen, Herr Redakteur, ,mir solch, eine Nase zu drehen,.,. I<&' sage, ifinen,. Sie sollen ein Bild von. ihnen. geben,, Sie. sollen, .sie, ins Blatt bringen. Was immer, damit hab ich nicht, gerechnet. Sich, ganz, einfach davonmachen ohne GrüßgQtt! ijjn.d wann?. Vor; den Feiertagen. Die Pyramiden, einfach^ stehen lassen mitten in der Arbeit ... Pessach steht schon vor der Tür. Touristen werden beginnen nach Palästina zu reisen, werden durch Aegypten fahren» wer^j^q. die berühmten Pyramiden, besuchen, .und die Pyramiden stehen da unfertig . Schön wird das ausschauen , -; „Vielleicht werden sie, ^e Juden, noch zurückkommen", yersuchjte ich ihn zu trogen. t „Ah, lächerlich,, zu warten 1" Sagte er und. schmitzte mit der Peitsche. „Zurück werden sie nicht mehr kommen, Sie sin^, doch nicht mit der Hilfe der Äuswanderungsgesellschaft und auch nicht unter der Aegide des Palästina-Amtes gefahren ... Sie werden nicht zurückkommen ... Und gerade ihr Moses ist"' ein harteV Jude. Vielleicht werden sie ' Sehnsucht "bekommen ' nach den Fleischtöpfen, aber er wird sie nicht lassen ... ein bitte* rer Jud ist der Moses ... Oh, könnt ich von ihm singen und sagen. Sie sehen? ..." Er nahm den messingenen Helm vom Kopf und zeigte mir die Spuren von der Plage ,,Ungeziefer". . . „Seine Arbeit!" erzählte Pharao weiter. „Er hat mir da. eine schöne Suppe eingebrockt ... Deshalb habe ich einen Heidenrespekt vor ihm, vor diesem Moses! Eine Persönlichkeit! Wie sagt der orthodoxe Schriftgelehrte?: ,Je, mehr ich mich mit Moses beschäftige, desto deutlicher sehe ich, was für kleines Menschlein ich bin ..Zwar ejn großer Redner ist er nicht gewesen. Ein wenig zungehlahm. Aber Charakter hat er, und anständig. Gar nicht zu vergleichen mit den-heutigen. Landespolitikern ... Und deswegen verdrießt es mich. Mir eine Nase gedreht! Welche. Undankbarkeit! Bei mir im Haus aufgewachsen. Die besten Ppsten habe ich/ihm-vorgelegt. Wenn du willst, kannst du ein. Politiker werden, wenn du willst, kannst du ein Gemeinderabbiner werden oder Zensor jüdischer Zeitungen, ei.n Spezialist für jüdische Minoritätenfragen im ägyptischen Staatenverband, ein Sammler für ^e'n Keren Häjesso'd, Kulturreferent in der Kultusgemeinde. Und er? Nein und nein. ' Foppt mich ganz einfach. Ach, ach, ach! Keine Gerechtigkeit auf der Welt!" , „Ist es wahr, daß Sie eine antisemitische Politik geführt haben? Die Juden verurteilt haben, mit Lehm und Ziegeln?ü arbeiten und Pithom und Ramses aufzubauen?" „Eine antisemitische Politik nennen Sie das?" rief Pharao beleidigt aus. „Ihnen staatliche Arbeit geben, sie bei 'Regie'rungsunternehmungert zu beschäftigen, das heißt Antisemitismus! Wo haben Sie jemals gesehen, daß eine Regierung Juden öffentliche Arbeit zuteilt? .Wo

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