Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 247 (9.6.1932)
- Date
- 1932-06-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 24? DIE NEUE WELT Seife 3 <fe> i""1* - &11 toller (Unfall rfUSCH mit j^|ax Adalbert, Rosy Darsony, Leo Slezak u. v. a. Ein übermütiger Soh wank nach C. Laufs von Ph. L. Mayring u. Fr. Zeckendorf. Regie:KurtOenon. Produktion : Bruno Duday. Musik: Walter Jurmann. Ab heute: Gartenbau Kino. I. Ufa-Ton Klno, II. Stafa-KIno,üll.-Kolosseum-Rino,IX, und das Ziel hat, das jüdische Palästina werk und die Errichtung des jüdischen Nationalheims politisch und materiell zu fördern, gab zu Ehren des in Washington eingetroffenen Präsidenten Na h um Sokolow einen Empfang. Bei dieser Gelegenheit konstituierte sich das Committec und wählte den Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten, Charles Curtis, und die Senatoren Bora Ii und Swansön zu Ehrenvorsitzenden des Committee. Curtis und Borali gaben an Ort und Stelle die Zustimmung zu ihrer Wahl, während Senator Swanson, der als Vertreter der Vereinigten Staaten der Abrüstungskonferenz in Genf beiwohnt, von Genf aus die Annahme des Ehrenamtes telegraphisch mitteilte, i Zum Vorsitzenden der Exekutive des Committec .wurde Senator King aus Utah, zum Vizevorsitzenden Her Exekutive das Mitglied des Kongresses der Vereinigten Staaten Hamilton Fish, der 1922 die Pro-Palästina-llevolution in dem Kongreß eingebracht hatte, zum Sekretär der hervorragende Publizist William M. Hard, zum Schatzmeister William R. Hopkins gewählt. Die Exekutive des American Jewish Committec setzt sich ferner zusammen aus den Senatoren Copeland, Lewis, Wagner und Staatskommissar Dr. Elwood Mead, der bekanntlich einer der Experten der Joint Palestinc Survey Commission gewesen war. Senator Borah gab nach der Konstituierung eine Erklärung über die Ziele des American Palestiue Committee ab, die dann auf Antrag von Senator King zum Beschluß erhoben wurde. In der Erklärung wird zum Ausdruck gebracht, daß das American Palestine Committee gebildet wurde in Uebereinstimmung mit der im Jahre 1922 vom Kongreß der Vereinigten Staaten angenommenen Resolution, in der die Vereinigten Staaten die Errichtung dos jüdischen Nationalheims in Palästina billigen. Die //Sünden der zionistischen Opposition Das Spiel um den French-Bericht 7^ Um das bisher unveröffentlichte Gutachten des von fler britischen Regierung nach Palästina entsandten Sachverständigen für Bodenverteilung und Bodenentwicklung, French, ngeht nun bereits seit Monaten in der zionistischen Organisation ein erbitterter Streit. In dieser Frage trat als erste die Londoner Leitung der Zionisten- Revisionisten auf den Plan. Sie hatte erfahren, daß Herr French ein ausgesprochener An'tizionist und mit der vorgefaßten Absicht nach Palästina gefahren ist, den Juden den weiteren Landerwerb unmöglich zu machen. Die zionistische Exekutive, welche trotz der deutlichen Willensäußerungen des letzten Kongresses an der Weizinannschen Politik der unbedingten Fügsamkeit gegenüber England festhält, protestierte gegen die revisionistischen Warnungen und bezeichnete sie als „Provokation" lind „leere Gerüchtemacherei", Als dann die Revisionisten einzelne Teile des geheimgehaltenen French-Berichtes brachten, einzelne Bestimmungen, wonach die Juden nicht nur an neuem Landerwerb behindert, sondern direkt bereits erworbenen Bodens j beraubt werden, zur Abgabe dieses Bodens an Araber gezwungen werden sollen, da ging der Sturm los. Die Herren von der Exekutive, Brodetzky, Locker und Arlosoroff, beschuldigten die [Revisionisten der „Fälschung". „Nicht ein Wort der verbrecherischen revisionistischen Meldungen ist wahr!" so schrie die ihnen ergebene Presse. Die genannten Herren erklärten auf Grund von „direkter und persönlicher Fühlungnahme mit der britischen und palästinensischen [Regierung", daß nicht der geringste Grund zu einer „Beunruhigung" bestehe. Aber diese Flut heiliger Entrüstung kam bald zum Stillstand. Wenige Wochen später mußte von offizieller Seite in aller Form zugegeben werden, daß die revisionistische Meldung von den im French-Bericht enthaltenen antizionistischen Anträgen auf Richtigkeit beruhe, ja, daß noch ärgere Pläne darin enthalten sind. Was nun? Den Revisionisten recht geben, eingestehen, daß der Zionismus vor der größten Gefahr steht und die revisionistische Warnung berechtigt ist? Das ist unmöglich. Also ließ man durch die der Exekutive jetzt sehr nahestehende Jüdische Telegraphenagentur (JTA.) melden, daß man aus „gutunterrichteter Quelle" davon Kenntnis bekommen habe, daß die Palästina-Regierung den bösen French-Plan einfach ad acta legen, annullieren, nicht weiterleiten wird. Die „Neue Welt" wies sofort auf die Unsinnigkeit dieser Verlegenhettsmeldung hin. Und siehe da, die kleine fromme Lüge hat noch kürzere Beine, als anzunehmen ■War. Jetzt, wenige Tage später, muß dieselbe JTA melden: Jerusalem. (JTA.)' Der High Commissioner für Palästina, General Sir Arthur Wauchope, sandte an den Bürgermeister von Gaza, in Erwiderung auf die bei seinem Besuch in Gaza ihm gegenüber ausgesprochene Forderung nach Schaffung einer Landwirtschaftsbank, einen Brief, in welchem er erklärt, daß die Frage der Landwirtachaftsbank im Zusammenhang mit dem g esamten Landentwicklungsplan in Erwägung gezogen wird, und daß der vom Landentwicklungsdirektor Lewig French verfaßte Bericht gerade jetzt einer Prüfung unterliegt. Heißt das ad acta legen? Haben die warnenden Revisionisten gar so arg gesündigt? Eine englische f timrae. Als ebenso arge Sünde wird es der revisionistischen .Opposition angekreidet, daß sie fordert, die zionistische Organisation möge die englische Regierung, zur Erklärung nötigen, ob sie das den Juden gegebene Wort einlösen, ob sie das Jüdische Nationalheim bauen lassen will oder nicht. Als Jabotinsky und Großmann auf der Warschauer Konferenz diese Forderung vor aller Welt erhoben, prasselte und krachte es im offiziellen zionistischen Blätterwald: „Provokation! — unsinniges, gefährliches Beginnen!" Im April-Juni-Heft der hochangesehenen, einflußreichen politischen Revue „Political Quaterly" (London), einem Organ, das über den Verdacht revisionistischer Neigungen wohl erhaben ist, steht geschrieben: „Man kann die Zweckmäßigkeit der Balfour- Deklaration bewerten, wie man will. Da aber diese Deklaration erlassen und angenommen wurde, muß England den Arabern und der ganzen Welt klar zu verstehen geben, daß es seine den Juden gegenüber übernommene Verpflichtung (Errichtung des Jüdischen Nationalheimes) erfüllen wird, unabhängig von der gegen die Balfour- Deklaration gerichteten Propaganda der Araber. Oder aber England muß eindeutig und offen erklären, daß es die Balfour-Deklaration nicht ausführen will oder kann. Aber weder die englische noch die palästinensische Regierung haben die Notwendigkeit dieses Entschlusses eingesehen. Und das ist auch die Ursache des politischen Bankrotts der Palästina-Regierung mit all seinen üblen Folgen!" So spricht ein führendes politisches Organ in England. Sp und nicht anders sprechen die Revisionisten. Wo steckt da die grqße Sünde?. Kava1ira«,Jii In nur mit der einzigen schwedischen Weltmarke Weizmann entdeckt Transjordanien Der Dr. Stephen Wise nahestehende New Yorker „Opinion* gibt zu der überraschenden Erklärung Weizmanns bezüglich Trans Jordaniens folgende Kritik; Nicht einmal der sdilimmste Feind Dr. Weizmanns wird behaupten, daß seine zionistischen Handlungen durch Raschheit des Urteils charakterisiert sind und daß sie von Verantwortungslosigkeit in öffentlichen Aeußerungen getragen sind. Er selbst hat in einer kürzlich gehaltenen Rede in Johannisburg von sich bezeichnenderweise gesagt, daß er als Präsident der Zionistischen Weltorganisation sich nicht in der Eigenschaft seiner Stellung, sondern als Mittler zwischen dem jüdischen Volk und der britischen Regierung betätigt habe. Und doch entdeckt Dr. Weizmann, nicht weit von Johannisburg entfernt, nämlich in Gaptowu — Tr ans Jordanien. „Wir fordern" erklärte; er seinen Zuhörern auf einem ihm zu Ehren gegebenen Bankett, „das Recht, nach Transjordanien zu gehen Pension .Aiistria' I#im«IapIiaiim Uftclaii njncicsi neim wQSiaU (OLGA KADISCH) JigermayerstraBo 15 > Telephon Nr« 141 Für Dauer' und Erholungsaufenthalt Jeder Unterricht im Hause, auch Nachhilfe für öffentl. Schulen besuchende Kinder. Pädagogisch einwandfreie Leitung durch staatlich geprüfte Lehrerin. Erstklassige Verköstigung. Mütterliche Pflege. HtfAlg« Prtlf«! und es in voller Mitarbeit mit der gegenwärtigen Bevölkerung zu entwickeln. Palästina ist klein, und als die Politik des Nationalhcims konzipiert und adoptiert wurde, behandelte man Palästina und Transjordanien als eine unteilbare Einheit. Wenn dem auch heute so wäre, hätten wir nicht mit solchen Schwierigkeiten zu kämpfen, wie es jetzt der Fall ist. Transjordanien, das palästinensische Hinterland, ist den Juden auf künstlichem Wege genommen worden." Es wird natürlich auffallen, daß eine solche zionistische Politik, wie die Forderung Trans jordaniens, seit der Publizierung des Churchill-Weißbuchs von jenen verlangt wurde, die man als extreme Elemente der zionistischen Bewegung zu bezeichnen beliebte. Personen und Parteien wurden von Dr. Weizmann und den Späteren verdammt, wenn sie sagten, die Zionistische Organisation betrüge das jüdische Volk, wenn sie irgendeine offizielle Interpretation des Mandats zulasse, die das jüdische Nationalkeila dieses Landstrichs beraube. Die Tatsachen von damals unterscheiden sieli nicht von den heutigen. Für alle, die über das jüdische Nationalheim in Palästina praktisch dachten, stand die Notwendigkeit Transjordaniens außer Frage. Daß die Bedingungen sich zum schlechteren geändert haben, macht Transjordanien für einen jüdischen Staat in Palästina nicht notwendiger. Es macht nur die ganze Situation klarer. Nun, da Dr. Weizmann Tiansjordanicn entdeckt hat, siud wir ermutigt zu glauben, daß es zu einer Forschungsreise zum westlichen Land Palästinas kommen wird. Wir hoffen sogar, daß irgend ein Columbus der Statistik die Uebel und die Ungleichheit des Beßteucrungssystems entdecken wird, ein Umstand, auf den die zionistische Führerschaft seit mehr als einem Jahrzehnt aufmerksam gemacht wurde. Schließlich fühlen wir uns bewogen zu glauben, daß die erwachende Einsicht des jüdischen Volkes zu erkennen beginnt, daß Aengstlichkeit keine politische Haltung und Unaktivität keine diplomatische Methode ist.- Wir glauben, das Eingeständnis begangener Irrtümer werde dem Volke vor Augen führen, daß Leisetreterei, Zaudern und kompromißlerische Angebote bezüglich der grundlegenden Nöte der zionistischen Bewegung viel Schaden und keinen Gewinn bringen. An die iMdi§dien Volks* genossen! Immer dringender bat sich die Notwendigkeit gezeigt, der Judenheit Österreichs ein Instrument zu schaffen, das berufen ist, die drohenden wirtschaftlichen und politischen i Gefahren abzuwehren und eine Tribüne für alles zu schaffen, was in den Bereich jüdischer Interessen fällt. Von jüdischen Männern und Frauen soll der legitime Kampf geführt werden gegen alle Versuche, die jüdischen Rechte zu schmälern, und für die wirtschaftlichen und kulturellen Bedürfnisse der jüdischen Bevölkerung. Nur eine bewußt jüdische, weder an rechts : noch an links gebundene Politik kann in dieser } Zeit höchster Gefahr, angesichts des bedrohj lieh anwachsenden aggressiven Antisemitismus, 1 den Kampf erfolgreich führen. I Unserem Ruf sind zahlreiche Juden aus allen Schichten gefolgt. Unsere Aufklärungsarbeit war nicht erfolglos. Es gilt nun, die breiten jüdischen Massen zu gewinnen. Jüdische Volksgenossen! Werbet für die Jüdische Volkspar fei Der Obmann Robert Stricker. * ................................................................................................................................H Beitrittserklärung Ich melde hiemit meinen Beitritt zur 1 Jüdischen Volksparfei mit einem Jahresbeitrag von S .... an. (Mindestbeitrag pro Jahr S 1.) Name; Beruf; Adre&set Ausschneiden und an das Sekretariat. Wien, XL, Untere AugartenstraJte 59, Maden.