Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 245 (27.5.1932)
- Date
- 1932-05-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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-We 4 DIE NEÜE WELT Nr. 245 mmmiwirmmttmt!iiiTOnititmTrtmmimmirmiiimitwiimiTOm<iimraimimmmm5| iiTiiitriiiiiitittmmmntitinmiptitnmriitir 65?# SIEGM. KORNMEHL Zentrale: 4iMlf?ttl$CHM4IJft*I» B^ggftsse 19rTej, A-17*3-99 u. A-Jft-9-54 Lieferant für Heilanstalten I0H fllr ^>Pl«isch AbtgUWlfll unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbirillte' de? Isr. Kultttegeineinde Wien AUt?«ii«t«llMt9 k9«t0A|O« ix. Bfffgifid 15 / xviifc, w«iirtogw»fr. 97 >trt#igiHnrotjnptttttm'r-*tOTnifmmHi^ ..............mirnuii«ftntUMiimm|tmi»H^ »»tr1-" ■ ^irtmn«ntitminiuiHrt.»-i«M*«iWHHiH)niiMiNrt»iwifii imhuhiii mrt im 11m Mandats vor ein internationales Forum bringen werden?" „Wenn nicht bald irgend eine Aendenmg der britischen Politik Palästinas eintritt, wird es natürlich sein, dau wir unsererseits die Frage aufweiten. Sie können 'JZii meiner IjÄterstiitiRiing rechnen. Ich zweifle überdies nicht, daß wir nnter den Mitgliedern der Kammer die Arbeit für die Organisation eines proxionistisrfce*» Klubs in Angriff nehmen können." Wege zur ziomstfisdien Sachlichkeit Meir Großmann über die Situation und die aktuellen Aufgaben des Zionismus Wie n, 24.- Mai. Den immerwährenden, Versuchen., den Ernst der zionistischen Situation in schönrednerischer Selbstzufriedenheit zu ertränken und gleichzeitig Ziele und Taktik des .Zionismus-Revisionismus als phantastisch und unsachlich hinzustellen, treten die revisionistischen Führer allenthalben entgegen; . in Tollem» Verantwortungsbewußtsein; Und gelingt . es ihnen, in Wort und Schrift die Wege zu weisen, die . der-Situation des Zionismus in Palästina und in. d^r Galuth gerecht werden. Die. große Rede, die Meir G.roßmann, Vizepräsident. der. Weltunion der Zionisten-Revisjonistert, in Wien hielt, steine! jm Zeichen '-dieser Aufklärungsarbeit.!. ' ' Meir Großmann hielt sich Mitte Mai mehrere Tage Ii? Wien auf, wo er den -Sitzungen des revisionistischen ''Parteirates; Oesterreichs beiwohnte und über die .gegen* Wärt ige Lage referierte, um Mittwoch; den 18.' Mai, im 'Festsaal" des Hotel " Continental Vor die Wiener- Jü*lischen Massen zu treten. Lauge vor Beginn mußt« der ^üBerfüllte Sstal gesperrt' werden. °!ir3irfe'-'AbtÖÜUiVg^'des Wieher Trurnpeldor versah den- Ordnungsdienst. ' ' In zweieinhalbstündiger,, großangelegter ' Red*? zeichnete' Großmann zuerst"" das Bild der gegenwärtigen ' Situation, umsieb, dann im zweiten Teil, seiner -Ausführungen dem gegenwärtigen revisionistischenAktions? prbgramm' zuzuwenden. Großmanns Rede stand durch,» Wegs auf dem Boden der R e a 1 11 il t. Er begnügte sich nicht mit allgemeinen 'Formulierungen,- mit einer pro* pägändistisehen, dem Hörer gefälligen Methode, Von der Entwicklung der zionistischen Politik und dem Verhältnis der m Betracht kommenden politischen Faktoren zu ihr ausgehend, rekonstruiert« Großjn^nn die drei Phasen der Palästina-Politik: die Aeru vor und unmittelbar nach der Konzeption des Mandats; die Aera Herbert Samuel; die Aera der Weißbüpher und Expertenberichte. War die eine. (Mandatsepoche) vom Entschluß Englands gekennzeichnet, am Aufbau Palästinas aktiv mitzuwirken im Sinne des von uns später geforderten Kolpnisationsregimes, so gleitet die zweite (Herbert. Samuel) in das Prinzip der T o 1 e r i e r u n g der jüdischen Arbeit, in das passive Regulieren des jüdisch-arabischen Nebeneinander ab, bis sich schließlich als Folge d i c s e s Verhaltens die dritte Aera des aktiven Angriffs gegen die jüdischen Positionen zwangsläufig ergab, Großmann analysierte nun auch die psychologk* sehen Voraussetzungen, die zu solchem Debakel führten. Dieses Debakel kann sich um so tragischer auswirken, als es nicht -nur auf den Hauen Palästinas beschränkt ist, sondern auch dazu führt, daß ein Generalangriff auf die Judeuheit überall in der Welt möglich wird. Jede Niederlage, jede Maohteinhuße in Palästina muß auf die politische und wirtschaftliche Position der Juden in der Galuth wirken. Das zionistische System und Prinzip, zuerst Menschen nach Palästina asu bringen und dort Dinge zu schaffen, um ein Maohtfaktar zu werden, verhinderte von vornherein die Schaffung der sachlichen politischen Voraussetzungen, zu denen die dos Schutzes in allererster Linie gehört; es verhin* dertc uns damit auch daran, auf die sieh immer mehr gegen uns wendenden Absichten der Mandatarmacht einen Druck auszuüben. So ist der Zionismus außenpolitisch ins Hintertreffen geraten und hat sieh innenpolitisch in eine Sackgasse begeben. Es war auf der einen Seite ein gefährlicher Fehler, durch die Schaffung einer plutokratisch anmutenden erweiterten Jewish Agency die Illusion zu erzeugen! es stlinde eine mächtige jüdische F i n,a n i m a o h t den armen arabischen Fellachen gegenüber; auf der anderen Seite durch den Keropf um die Jewish Agcncy den zionistischen Organismus zu spalten, Unter diesen Verhältnissen — und damit ging Großmann sachlich und nüchtern zur Skizzierung der aktuellen Aufgaben Uber''^ ist es erforderlich, daß wir üns gleich einer Armee, die in ihrem Frontalangriff zurückgeschlagen wurde,' die bezogenen Positionen halten, ausbauen, stärken für den Moment des neuen Angriffs. Es geht darum, zunächst die Weltjudenheit so zu organisieren, daß jedes einzelne jüdische Individuum und ganze soziale Schichten des jüdischen Volkes direkt m<if Palästina verbundeu werden; Palästina muß die'reale Notwendigkeit des jüdischen Volkes werden', Unter diesem Aspekt wird ein kontinuier.föeher Druck .auf alle, Palästinas Zukunft bestimmenden Faktoren zugunsten des Judenstaates zu beiden -Seiten des Jordans möglich sein.-Unter diesemr. Aspekt sind auch die aufdringlichsten Symptome der.;»heutigen Galtuthkrankheit, die rote und schwarze- A e s i ra i 1a t i o n, die die (jüdische Jugend mit eisernen Krallen zu umklammern droht, auf Tod und Leben zu bekämpfen. Großmann gab. wiein-..allen Teilen seiner Rede, allen notwendigen Aktionen, ein sachliche« Fundament. Eine Reihe praktischer Vorschlüge aus dem revisionistischen Wirtschaftsprogramm, die T o z e r ei h - H a a r e z- Bewegung und die Idee der Sparkooperativen,- Zusammenschluß einzelner \V i r t s c h o f t s g r u p p e n mit bestimmtem Wirtsohaftsbereich und mit spezieller Wirtschnftstechnik bezeugen den revisionistischen Organisationswillen, der . iin , offenkundigen Gegensatz steht zu den retnrdierenclenV ja mitunter sogar auf Abfind Ausstoßung wertvollster Kräfte hinzielenden Tendenzen gewisser Kreise in der zionistischer Organisation. Gr oft mann schloß mit „einem flammenden Appell an die Zionisten Wiens, slsfh denen einzugliedern, die .?icb im wahrsten Sinne des,}, Wortes „Zionistische Realisten" nennen dürfen. Der groß« Abend, der von Oberbau rnt Robert Stricker .[eingeleitet und beschlossen wurde, hinterließ durch seüneji sachlichen, phrasenlosen, Rhetorisch blendenden Charakter den nachhaltigsten Eindruck. , ..rTzr&zr' ■ Eine Bulgarisch-Palästinensische Handelskammer gegründet; Anläßlich der Anwesenheit des bulgarischen Konsuls .'für Palästina,;.des Her^ar ,.M'o,s.c h e . $ c Ii e 1 u s c Ii aus TeUAwhv, im >S o f i a/ fand: ejno -.Versammlung zur Gründung' '» einer B ü'l g a5rj s;c Ii-- P a 1 ä s t i n e n-s i sehen H an de 1 s k ä hi'm eV'^stötV'der bulgarische und jüdische Repräsentanten der •verschiedenen'. Wirtschafts ÄAvjelge',; tfernej; V■ecttefcer. 44» .Mihlsterium**, für. -Handel, j^eferl^ unjA^In^us^^i^^i^ef Handelskammern vön Soflar Rpstschujc und .Buj-ga^s, beiwohnten. Leiter der Ver „ samtnlung war der;Präsident?-:..(der..,Spf lot'er. Handels kammer D Im.i t e r , S.a w q>.w^: Ueber Zweck und Be- . .deutüng einer, Bulgarigch-Palästiriensischen. Handels^ kammer, und die Nützlichkeit seiner Verstärkung der wlrU schaftlichen Beziehungen zwischen Bulgarien und Palä stina .sprachen außer Herrn Sawpw-noch der Vorsitzende . der . Handelskammer, in Bii^gas Stephan Hadji Petroff, Dr.. Saul Mezan, B, Ärd.lti, (<ji,er,: frühere Minister Grlger -Wassileff, Stajjeff, Halm .Farhi und Konsul Mesehe Scheiusch. Derv,Vorschlag Qründung det"BuJgarlsch- Palästinenslschen Handelskarftpier wurde mit Beifall aufgenommen, es wurde zur Qu^cliführung der Gründung ein .12gliedriges Komitee gewählte rem u. a,. ,St. Sawow, der frühere Minister Gr. t Was^ilen, E>r.\ Pentscheff,, St. ' H. Petrpff, Fabrikant Arpn Beraha,., Moritz. Angel, Buco Bassan. angehören, . . .',/( , . ., . . Aufschwung des ruiuäuweh-palüstineneischen .' : Handels . Einer soeben veröffentlichten offiziellen Statistik ist zu entnehmen, daß im .j4Ur„e 1931 Waren im Worte von 3(?o,poo Pfund . aus .Ruroänie» nach Pa 1 äs t i n a, eingeführt .worden* sind, d, h. um 50 Prozent mehr als im vorangegangenen Jahre, Diese Steigerung ist .noch beroerkenewerier,, als die Gesamteinfuhr PaiHstdnas im Jahre 4931 .gegenüber dem Vorjahr um ip Prozent gesunken ist. Rumänien,, de« unter den. nach, Palästina expprl'ierende-n Xünd^rjv früher an siebenter, achter oder neunte/U, Stelle farigd^rtei Ist damit unter Ueberflügelung Franjkreichjsi Italiens und Amerika« an die fünfte Stelle, >vcnn inan von deu naturgemHß am stUrkstw .beteiligten Nachbarländern Syrien und Aegypten «bsieKt, sdga'r an die dritte Stelle, gleich hinter d4egroßen, E3tport*taat«» England und Deutschland vorgerückt.* Wf« der Direktor ^k«< runift« nischeu E^portfürd^rungs^mt«» Winter mltt«Ut, wurde5 der rumänische Pavillon auf der LkvantemeB*« in Tel-Awiw als einziger ausUndiseher Pavillon mit der höchsten Aus^iehnung „Hors eoneour*" prämiiert,- der rumHid«ch*n^1V©gi®ru»g als: Aussteilerin wurde in Anerkennung der Förderung, die sie der Messe Pension .Austrla* Kind«rh«lm Vöslau (OLQA KAPIMN) ia9«rmay«r*traB» 15 T«l«phon Nr. Hl Für Omer* und "Erholungsaufenthalt Jeder Unterricht Im Hause, auch Nachhilfe für offentl. Schulsn bttuchendi Kinder» Pädagogltch einwandfreie Uitung durch?Mch aeprüJte Lehrerin. BrstjdMSlge Verkojoguog. MUtterilcne Pflege. MiftJfl« PrejlMl durch ihre Beteiligung augedeihen ließ, die goldene Medaille, den unter Leitung des bekanuten jüdischen Großindustriellen Lazar Margulit.^ stehenden Textilwerken in Buhusi die silberne Medaille verliehen. Vergeudete jüdische Millionen — Zusammenbruch des jüdischen Siedlungswerkes in Sowjetrußland Uni den Zionismus zu (schwächen und die jüdi« sehe Arbeit in Palästina zu diskreditieren, hatte Moekau vor fünf Jahren die Gründung „jüdischer Republiken oder Rayons" beschlossen, und von den gleichen antizionistischen Motiven l>eW(agr, hahen reiche amerikanische Juden dieses Werk der Täuschung mit vielen Millionen Dollars (der verstorbene Rosen-» wald in Chikago allein gab fast 10 Millionen Dollare) unterstützt. Während aber das von dieser Seite bekämpfte Palästina werk ständig wächst, bricht jetzt der antizionistische Schwindel in Rußland zusammen- Aus Moskau meldet die J. T, A.: Entschließungen der maßgebenden Sowjetkreite lassen erkennen, daß die Lage der autonom«» jüdischen Sicd 1ungsrayons Kalinindorf und .St a. 1 i n d o r f unhaltbar geworden ist und da'ff die Existenz dieser Kolonien-Komplexe unmittelbar gefährdet, ist. Aus einem soeben verötff^lichten Be* schluß der kommunistischen Par'.pj der Ukraine geht hervor, daß die Veryvaltung des Kaliwndorfer Rnjons erwogen hat, den Rayon Kalinindorf infolge der Ab« Wanderung des größten Teils der jüdi* sehen Kol o n i s t e n seines Charakters a's spezi* fisch jüdischen Rayon <u entkleiden. Eine von der staatlichen Gesellschaft „Komzet" herausgegesbene offizielle Information stellt fest, daö von 1916 jüdischen Familien, die noch im Jahre 1951 in KaWnindorf lebten (vorlier war«m es. über 2000 jüdische Familien) heute nur noch 350 Familien aut ihrem Boden ausharren. Un.-J selbst diese dürft1!« ihr« Falder verfassen, wenn ihnen nielit sofort Hilfe gebracht wird. Die Zeitung „Emeß" erklärt, Kaiiniodorf sei nicht ,nur in der Ukraine, sondern auch In der gesamten Sowjetunion der erste jüdische Rayon, die Umwandlung dieses Rayons in einen - nicht jüdischen wiire ein Schlag für das gesamte Jüdische Aufbauwerk und die Idee , der jüdischen . Verwaltungsnuto» nomie. „Emefl" bringt Enthüllungen Uber die Zustünde im jüdischen Rayon^ denen zu entnehmen ist, daß dort von d'ön 40.000 Hektar zur Aussaat bestimmtem Boden »ourrSO.DOO Hekta.i.'i.besät Warden ewümri*^ ü'Jid\i & deruditc um die Wiener Judengentemde Von großen Unterschlagungen Seit »itka zwei Wochen wird in allen jüdischen IKreisen davon' gesprochen, daß man' in einem Amt der Israelitischen Kultusgemeinde große, auf Jahre zurückreichende, Unterschlagungen aufgedeckt hat. Zuerst sprach man von 100.000 Schilling, dann von immer .höheren Beträgen. Schließlich von 350,000 Schilling. Ferner wird erzählt, daß die Defraudationen nicht vom schuldigen Beamten auf. eigene Faust unternommen wurden» sondern, daß ihm hiebei Firmen, welche die Gemeinde beliefern, an die Hand gingen. Schließlich brachte ein Wiener Abendblatt' eine Meldung» welche allen Vermutungen freien Spielraum läßt. Wir sind nicht in der Lage, irgend einen Sachverhalt präzis bekanntzugeben, Wir können nur feststellen, daß der Gemeindevonstand allen Gerüchten und Behauptungen gegenüber Stillschweigen bewahrt, so tut, als ob diese Dinge die Öffentlichkeit, vor allem die jüdischen Steuerzahler und' Wähler nichts angingen; als ob es sich um eine private Angelegenheit der Herren Vor» stände handeln wiird«. Die" Wiener Jüdeiiscbaft hat ein Recht darauf, zu erfahren, wer die Schuldigen sind, wie hoch die Schadenssumme ist, ob Mangel an Kontrolle zu verzeichnen ist, ob die Behörden rechtzeitig verständigt wurden, ob alle Möglichkeiten einer Sehadensgutmaehung wahrgenommen winden. Das Totechweigen dieser Angelegenheit bedeutet eine arge Verletzung der Ehre und Interessen der Wiener Judenscbaft. ZurUekaeiKiing der Juden in Amerika Aussprache auf der Konteren« jüdischer Sozialfürsorger Im Mittelpunkt der am 1$. Mai In Philadelphia be* gonnenen Nationalkonferenz jüdischer S o % i a I -f ü r« sorger der Vereinigten Staaten stand eine sehr lebhaft geführte Aussprache über die Zurücksetzung von Juden in Handel, Industrie und in-geistigen Berufen, besonders im Unterrichtswesen, der Vereinigten Staaten, Eingehender behandelt wurde das spezielle Problem der Zurücksetzung jüdischer Lehrer, bzw. Lehramtsbewerber, im Unterrichtswesen der Vereinigten Staaten auf einer gleichzeitig in Philadelphia tagenden Konferenz jüdischer Pädagogen ans allen Teilen der Vereinigten Staaten. - - . * DJ« Zurücksetzung van Juden auf verschieden« Arbeitsgebieten der Vereinigten Staaten wurde auch attf dar im Oktober v. J. in Philadelphia itattgtfuueanei