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Die neue Welt · 1932-05-20 · Heft 244 (20.5.1932) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 244 (20.5.1932)
Date
1932-05-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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IIa; Seite 2 DIE NEUE WELT N*. m Pension vAustrlaA Kinderheim Vöslau (OLGA KADISCH) JlgermayerstraB« 1B . Telephon Nr. 141 Für Dauer' und Erholungsaufenthalt Jeder Unterricht Im Hause, auch Nachhilfe für öffentl. Schulen besuchende Kinder. Pädagogisch einwandfreie Leitung durch staatlich geprüfte Lehrerin. Erstklassige Verköstigung. Mutterliehe Pflege. Mlfllgt Prttliftt Momente saß es dem Jungen im schwarzen Hemd, in der Brust." Abdul kommt zuletzt nach Safed, dorthin, wo es kein englisches Militär und keinen jüdischen Selbstschutz gab, nur jüdische Greise, Weiber, Kinder, die dann abgeschlachtet und verstümmelt wurden. Noch ist nichts geschehen: „Abdul fiel sofort die gespannte Atmosphäre in der Stadt auf. Er ging näher an eine Gruppe heran. wWir haben bei uns in Safed", sagte einer der städtisch gekleideten jungen Leute, „unsere Pflicht dem Volke gegenüber noch nicht erfüllt. Worauf warten wir denn hier? . . . Abdul sah plötzlich eine Aufgabe vor sich. Die Leute hier zweifelten, sie waren unentschlossen. Abdul hatte jetzt Erfahrung genug. Er begann zu sprechen. Er schilderte die Grausamkeit der Zionisten und Engländer . . . Rufe wurden laut: „Zum Kampfei" . . . „Rache für die getöteten Brüder" . . . Jemand gab die Parole: „Los aufs zionistische Viertel!" ... In diesem Augenblicke entriß Abdul einem' Fellachen das Messer und schwang es über dem Kopf: „Mir nach, Brüder! Zum Kampf!" . . . Junge und Alte folgten ihm. Man hörte Schüsse . . . Dicker Rauch stieg aus der Gegend des jüdischen Viertels auf ..." Und mit den Worten „Safed war das letzte Aufflammen des Befreiungskampfes" endet die "Verherrlichung des feigsten, grausamsten Judenmordens. Ein „Bekenntnis" bildet den Schluß des roten Heftes: „Ich bekenne midi stolz zum Kommunismus. Nur durdi ihn können die arabischen Arbeiter die Ketten der imperialistischen und zionistischen Unterdrückung sprengen!" Dieses von einem Juden verfaßte, den grausamsten Mord an Juden verherrlichende, giftig-verlogene Machwerk verteilen jüdische Mädchen und Burschen unter Juden. Ist die Behauptung, daß die marxistischkomm'yuüstische .Bewegung« die jüdische Jugend in mörderischen Haß gegen alles Jüdische drangt, als Uebertreibung bezeichnet worden? - ' ■■" fj.'.x. .?. .. ., ■ ..... ., ... ■ i;,;^,;... .'. .-. * : . ■■ . ■; Noch eine Erfahrflngj^jdie. vichuj^^prjj©. .ge^cltf, habe.- Zur Zeit meines Aufenthaltes meldete eine Zeitung, daß gegen vier Mitglieder des zionistisch-sozialistischen Jugendbundes „Haschomer hazair" der unwidersprochene Vorwurf erhoben wurde, bei der letzten Präsidentenwahl für Hitler gestimmt und agir tiert zu haben. Wohl dem Gedankengange der deutschen Kommunisten folgend, daß ein Sieg Hitlers Bürgerkrieg in Deutschland und damit eine Chance für den Kommunismus bedeute. In Palästina hetzen jüdische Kommunisten die Araber zum Judenmord, in; Deutschland dienen sie dem Hakenkreuz. Die rote Assimilation will über jüdische Leichen hinweg zum.Ziel. Dabei besdiränkt sie sich nicht auf die offiziell-kommunistische Partei. Sie hat sich tief in die jüdische Jugend eingefressen, bis in die Reihen hinein, die man noch zionistische nennt. * Einzig und allein der Herzische Zionismus hat vor fünfunddreißig Jahren die jüdische Jugend vor der weißen Assimilation gerettet. Nur er kann sie heute vor der viel bösartigeren roten Assimilation retten. Jeder Zionismus, der auf den vollen nationalen Inhalt und den Judenstaat verzichtet, der der jüdischen Jugend die .Hingabe an ein anderes Ideal gestattet, muß im Kampfe gegen die rote Assimilation versagen. Dem großen kommunistischen Ideal muß das große jüdische Ideal entgegengestellt werden. Sonst ist der Kampf verloren- Robert Stricker. Jüdische Kommunisten in Saloniki vor ein Kriegsgericht gestellt Saloniki, 14. Mai. Drei jüdische Unteroffiziere und drei jüdische Soldaten sind unter der Beschuldigung, am 1. Mai kommunistische Embleme auf militärische Gebäude aufgemalt und kommunistische Manifeste verteilt zu haben, verhaftet worden. Verhaftet wurden feiner 19 jüdische Soldaten unter der Beschuldigung kommunistischer Betätigung. Einige dieser Verhafteten waren bereits vom Militärgericht zu je einem Monat Gefängnis verurteilt worden, weil sie im Büro für Mazzothverteilung der jüdischen' Gemeinde, wo sie sich unmittelbar vor den Pessachtagen zur Entgegennahme von Mazzoth und einer Geldunterstützung eingefunden hatten, einen Skandal provoziert e n Sämtliche 25 Verhafteten werden sich in den nächsten Tagen vor einem Kriegsgericht in Saloniki zu verantworten haben. Jüdische Kommunisten aus Palästina ausgewiesen Zwölf Kommunisten, die am Vorabend des Nebi- Musa-Festefi im Jute/esse der ö f f e n 11 i c h e n S i c h e rheit in Jerusalem verhaftet worden waren, sind zu Geldbußen in der Höhe von 50 bis 300 Pfund verurteilt worden. Gegen diejenigen, die nicht palästinische Staats* biirger sind, wurde auch auf Landesverweisung erkannt. Elf Kommunisten, die am 22. April• in Tel-Awiw^ eine Versammlung des Klubs der linken Poate Zion gV stört hatten, wurden vom Gericht zu je sieben Tagen Gefängnis und Landesverweisung nach Vetbüßung der Strafe verurteilt. Offizieller Abschluß der Levanfe*Messe Am Montag, den 9. Mai, wurde die Levante-Messe in Tel-Awiw offiziell für beendet erklärt. Dies geschah in einer im Hauptgebäude der Messe abgehaltenen Feier, der die Beamten der Regierung, die Konsuln der auswärtigen Mächte und ein tausendköpfiges Publikum beiwohnten. Hauptredner waren der Bürgermeister von Tel-Awiw, Mayer D i z e n g o f f, und der Chefsekretär der Regierung und stellvertretende High Commissioner Y o u n g. Bürgermeister Dizengoff teilte mit, daß die Messe von etwa 30 0.0 00 Personen besucht worden i s t und daß die auf der Messe abgeschlossenen Transaktionen eine Summe von 1 7 5.000 Pfund betreffen. Palästina hat bei Gelegenheit der Messe mit den entferntesten Ländern Handelsbeziehungen angeknüpft. Chefsekretär Young führte aus, die Levante-Messe sei ein glänzender Erfolg gewesen, der Pavillon der Palästina-Industrie habe sich 'außerordentlich eindrucksvoll präsentiert. Er, Young, selbst sei durch die Mannigfaltigkeit der ausgestellten lokalen Produkte sehr überrascht gewesen. Young dankte den Regierungen der an der Messe beteiligt gewesenen Länder fiir ihr Interesse an der palästinensischen Wirtschaft und sprach die Hoffnung aus, daß diese sowie andere Länder, durch die Erfahrungen aufder diesjährigen Levante-Messe bereichert, auf der. nächsten Messe mehr ausstellen werden. i ■ ■ ■ ■ 1 '• ■ . Zur: Auffrischung des Blutes trinken , Sie einige Tage hindurch frühmorgens ein Glas natürliches „Franz- Josef'-Bitterwasser! In Apotheken und Drog. erhältlich. Erst Wähler, dann Mörder Wie;man Antisemttismus macht \..... ■'" ~» ■• '.'/ 'J-' ■.. '■>! W-ie;n, den 18. Mai. " ' •Ä'Us der Gerich tssaalrübrik der Wiener Tages- . presse, .die gewiß . nicht arm ist an Pikanterien und ''Kuriositäten, konnte man^ jüngst, etwas erfahren, was jedes' . „repubHkänäsch-Österre.icliische" ." Herz 'höher schlagen läßt. Es faud .sich ijämlioh jemand, der das österreichische Bundesheer beleidigte und für diese Beleidigung im Gerichtssaal Frage u>nd Antwort zu stehen hatte. Die Sendungen der österreichischen Radio-Gesellschaft, R a v a g genannt, eines halbstaatlichen Unternehmens, werden von einem sogenannten Radiobeirat kontrolliert. In diesem Beirat sitzen Ghristldchsoziale und Sozialdemokraten — als Vertreter dieser ein Herr Josef Luitpold Stern, der bei Gelegenheit der Sendung voü MUitärmärschen dieausführenden Soldaten — „in u s i z i e r e n d e Mörder" nannte. Er,. Josef Luitpold Stern, fühlte sich in seinem repuMikanisch-sozialistisch-pazifistischen Herzen provoziert und hat das österreichische Bundesheer beleidigt, und dieses klagte den provozierten Herrn Josef Luitpold. Das Gericht war anderer Meinung als Herr Josef Luitpold, der Leiter der Zentralstelle des sozialdemokratischen Bildungswesens: Es verurteilte diesen Mann, der sich überzeugter Republikaner und Pazifisten nannte, zu einer Geldstrafe. Die österreichischen Sozialdemokraten waren einmal weniger schlecht auf das Bundesheer zu sprechen. Als vor Jahren der jüdische Nationalrat Robert Stricker in der österreichischen Konstituante eine Warnungsrede'hielt des Inhalts, daß die' Aufstellung eines Heeres in der Republik Oesterreich, abgesehen von allem anderen, ein Zankapfel werden müsse zwischen den Parteien, fand er den schärfsten IViderspruch gerade bei den Sozialdemokraten. Sie waren es, die die Aufstellung eines Heeres forcierten und schließlich auch durchsetzten. Damals, in den Tagen der Köiteoiidieru'ng ihrer republikanischen Verfassung, war ihnen eine bewaffnete Macht ans Herz gewachsen,' allerdings eine solche, von der sie aus jener Stimmung "heraus annehmen, konnten, daß sie ihnen eine treue Garde abgeben würde. Inzwischen ist aus der Parteigarde -r wie der •sozialdemokratische Radiobeirat Josef Luitpold Stern konstatiert — eine Gesellschaft von Mördern geworden. Parteigarde? Vielleicht. Wir wissen es nicht genau. Keinesfalls eine solche, die den Gesinnungsfreunden das Herrn Stern genehm ist. Z. B. haben bei den kürzlich abgehaltenen Wahlen in die. Landtageund der* Wiener Gemeinderat die Angehörigen des Bundesheeres , in ihrer Mehrzahl nicht für dessen „Gründer", für die republikanisch-sozialiistißch-pazifiistisch gesinnten Oesterreicher, gestimmt, und es ist klar geworden, daß eben jene von' jüdischnationaler Seite vorausgesehene, von sozialdemokratischer Seite. mißachtete. Situation eingetreten ist- Das österreichische Buudeshee^. diQ plllljlllM 1W Restaurant Billet i»s \ sjHHHnjnnjBjnnnjnjB^HHH •1:. ■ . ■ . §§ I Bestrenommlertfl Küche im neueröffneten | I GASSENLOKAL! |B|B|BaMfMH|HHMWHMri|HH 1 II, Hammer»Purgstal.'gasse Nr. 3 1 zierenden Mörder", die österreichischen Soldaten, sind zu dem von Robert Stricker gezeichneten Zankapfel geworden: im Parlament, im Parteiengetriebc, im Gerichtssaal. Der Sprecher der Sozialdemokraten, der pazifistische Radiabeirat Stern, hat sich etwas verspätet. Vor zehn Jahren wäre das Zurschautragen solch ablehnender Haltung vielleicht vonnutzen gewesen. Herr Stern hatte mit seiner Weltanschauung keinen Erfolg vor Gericht, denn dieses hörte bloß das Wort von den „musizierenden Mördern". Größeren Erfolg dürfte er bei den Massen der öslerreiciifcchtsu Bevölkerung haben, die sich vom Israeliten Stern, dem Flügeladjutanten der sozialdemokratischen Kulturgarde, sagen lassen müssen, wie — die österreichischen Juden über die österreichische Wehnnacht denken! Herr Stern ist nämlich für die christlich-arische.. Bevölkerung nicht irgend ein Radiobeirat, sondern der — Judl In das antisemitische Wutgeheul, das jetzt die Gassen durcheilt, mischt sich nun auch der Reflex des Stern-Wortes „Musizierende Mörder", der Rückschluß unserer Antisemiten auf das, wie sie sagen, freche, dem österreichischen Bürgengeist ins Gesicht schlagende „Bekenntnis" des Israeliten Stern, dem die Militärmärsche nicht gefallen. Eine neue Brut des latenten Antisemitsmus! Aber Herr Stern, schon mit dem. Urteil in der Tasche, begnügte sich nicht mit einer psychologischen Motivierung seines Ausspruches, sondern berief sich, wie einzelne Tageszeitungen berichten, zum Schluß auf einen Zeugen, dem wohl das christliche Forum Autorität in Dingen von Gut und Böse nicht absp rechen dürfte, auf Jesus Christus, auf das Kruzifix im Gera cht ssaal, das er apostrophierte: „Mit einem starken Blick auf Jesus Christus erhebe ich Einspruch gegen das Urteil." ■ . '. ' '. " Gewiß, eine einwandfreie Zeugenschaft—die .aber Herr Stern auch, schon im .Alten .Testament,,in den zwar 1 bekannten, aber nicht populären, zehn Geboten, gefunden-:;hätje.;.:_^ a/;:•.•> v: ~. -;;Und..-, so. wa^..^^en^tenj^s.. gemach^, in .D^ier-f reich, von Juden, die sich von Juden wühlen lassen und sich nachher ans Kruzifix halten. .....of.. . Abi die jüdfedien Volks* genossen! Immer dringender hat sich die Notwendigkeit gezeigt, der Judenkeitr Österreichs ein Instrument zu schaffen, das berufen ist, die drohenden wirtschaftlichen und politischen Gefahren abzuwehren und eine Tribüne für ] alles zu schaffen, was in den Bereich jüdischer i Interessen fällt. Von jüdischen Männern und Frauen soll der legitime Kampf geführt werden gegen alle Versuche, die jüdischen Rechte zu schmälern, und für di0 wirtschaftlichen und kulturellen Bedürfnisse der jüdischen Bevölkerung. Nur eine bewußt jüdische, weder an rechts i noch an links gebundene Politik kann in dieser ] Zeit höchster Gefahr, angesichts des bedroh- ] lieh anwachsenden aggressiven Antisemitismus, ' den Kampf erfolgreich führen. Unserem Ruf sind zahlreiche Juden aus allen Schichten gefolgt. Unsere Aufklärungsarbeit war nicht erfolglos. Es gilt nun, die breiten jüdischen Massen zu gewinnen. Jüdische' Volksgenossen! Werbet für die Jüdische Volkspartei Der Obmann Robert Stricker« j Beitrittserklärung Ich melde hiemit meinen Beitritt zur Jüdischen Volksparfei mit einem Jahresbeitrag von S .... an.;, (Mindestbeitrag pro Jahr S 1.) ' Name: , *« * » » » y » Beruf: § « i i s g ■ » Adresse: . i i « i i « ' Ausschneiden und an das Sekretariat, Wien, H., Untere Äugartenstra.ße. 38, senden, . ß

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