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Die neue Welt · 1932-04-08 · Heft 238 (8.4.1932) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 238 (8.4.1932)
Date
1932-04-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 238 DIE NEUE WELT Seite f brefoundt ten ..Britih Sohalom" lag es gewiß, als Herbert Samuel einen wegen Anstiftung von Judenpogromen verurteilten Araber aus dem Kerker holte und zum GroHmufti von Palastina, zu dem von der Regierung, d. h. mit jüdischen SteuergeldeiMi, bezahlten gesetzlichen Oberhaupt maohte. Eine saftige Frucht dieser rückgratlosen, selbstmörderischen Politik ist es, daß jetzt dieser Gioßmufti A n t iß emit isni u s Hitlerscher Couleur in Palästina frank und frei betreiben kann. In seiner in Jerusalem erscheinenden Zeitung „Jamea al Arabia" findet sich folgende, den Wah len in Deu tscihland gewidmete Auslassung: „Sollen die Palästfina-Araber die Wahl H i n d e nhurgs oder die Hitlers zum deutschen Reichspräsidenten wünsohen? Wir sind an dieser Wahl stark interessiert. Hitler ist ein Feind der Juden. Wird er gewählt, bricht eine böse Zeit für die Juden in Deutschland an. Deswegen unterstützen die Juden Bimlcniburg. Ks würde nur natürlich sein, wenn wir Ai'abet' de,h Sieg Hitlers wünschen w ü nd cn,., da, .wie ein arabisches Sprichwort lautet, .der Feind meines Feindes mein Freund ist'. Dennoch aber würde eine Wahl Hitlers nicht zu unserem Vorteil sein, weil die von Hitler verfolgten Juden in diesem Falle in Scharen Deoitschlaaid verlassen und zu einem großen Teil nach Palästina ziehen würden. Ward aber Hindeniburg gewählt, werden 6ie in Deutschland bleiben. Trotz all unse rer Sympathie fü r . Hitler wünschen war Araber die Wahl Hindenburgs, denn welche Schwierigkeiten immer auch Deutschland durch die Anwesenheit der Juden iii diesem Lande haben mag, es kann sie leichter überwinden, als ein armes Land wie Palästina. Herr Hitler, wir bitten tausend mal im Entschuldigung, aber tadeln Sie nicht die Araber, wenn sie ihre eigenen Interessen den anderen voranstellen/* Eine wahre Purim-Episode oder „klerikaler Kommunismus". Frankfurt „stickt voller Merkwürdigkeiten". Dort gibt es jüdisch-klerikale Kom munisten. Folgender Vorfall hört sdch zwar an, wie die Wiedergabe eines Purim- oder Aprilscherzes, ist aber keines von beiden, sondern ernste Wirklichkeit. Die jüdische Gemeinde Frankfurt a. M. besitzt ein Jugendheim, das sie allen jüdischen Jugendorganisationen zur Verfügung gestellt hat. Wohl bemerkf, 'konnten übef'! öUfesel Räume nur Jugendorganisationen verfügen und keine politischen Parteien oder sonstige politische Organisationen^ Ungeachtet dieser Bestimmung ha/t die kommunistische Organisation ,,Geserd" sich über dieses Verbot hinweggesetzt Und die Räume für ihre Parteiveranstaltungen benutzt. Was anderen Parteien bisher nicht möglich war, machte die kommunistische Partei für sich erlaubt. Durch Zufall kam diese Eigenmächtigkeit der Kommunisten zur Kenntnis des zionistischen Gemeindevertreters Dr. Paul Arnsberg. Auf dessen Verlangen wurde der „Geserd"- Organisation von der Jugendkommission und von dem Vorstand der jüdischen Gemeinde einfür allemal die Benutzung dieser Räumlichkeiten untersagt. Die Angelegenheit kam zu einer Aussprache in der Gemeindevertretung, und zwar, man mag es wohl kaum glauben, auf Veranlassung des Vorsitzenden der konservativen Fr aktion, Herrn Nnphtdli Fr om m. Dieser „religiöse" Führer hielt es für zweckmäßig, einen scharfen Kreuzzug zugunsten der Kommunisten zu unternehmen. Als religiöser Führer war er des Lobes über die „gottlosen" Kommunisten voll und er konnte sich nicht genug damit tun, auf die Ehrlichkeit und Lauterkeit der kommunistischen Bestrebungen 1 hinzuweisen. Man müsse diese „jungen Leute" unterstützen. Die Erfolge dieser Bewegung seien ungeheuer, soweit sie die landwirtschaftliche Kolonisation der Juden beträfen und seien etwas ganz anderes als die Zionistische K o 1 o n i s a t i o n, die ein Fiasko darstelle. Diese Stellungnahme in der Form einer antizionistischen Agitation, — in der Frankfurter Gemeindevertretung etwas Ungewohntes —, rief die größte Verwunderung bei allen- Parteien des Gremiums hervor. In der Sache selbst hat der Interpellant nichts erreicht. Die Ablehnung seiner Gedankengänge war ziemlich allgemein. Die naive Haltung dieses „religiösen" Führer» wäre dann verständlich, wenn man seinen fanatischen Zioaistenhaß in Betracht zieht. Noch verständlicher aber, wenn man weiß, daß der Sohn dieses „religiösen" Führers, Führer der jüdischen Kommunisten in Deutsch- Alle wissen es. daß die In Geschmack und Qualität unübertroffenen •rifklatslg*allrenommferf«n Schmidl-Mazzoth heuer besonders wohlschmeckend sind I Kostprobe genügt! Erzeugt unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Babath — Die Mazzoth werden au* dam feinsten Mahl eneugt! Seit vielen Jahren genießen die „SchmldUMaxzoth" das beste andaran bevorsugll Renommee und werden vor allen Verlangen Sie die neue, besonders schmackhafte SPEZIAL-MARKE „N. B." Zentrale: LM, Brodetzki, 11, Leopoids^asie 43 •HAZZOTHI GRIESS U. FARVBL I Tal. A*4L9.32 A-46-1-90 A-60-2-63 iiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiii In allen besseren Geschäften erhaltlich! mmmmmmmmmmm mm land ist. Was das „Erbe im Blut" doch manchmal zu komischen Dingen führten kann. Zizzis und Sowjetstern!! T,raun, fürwahr, das messianische Zeitalter ist im Kommen. Vom Tel Chaj-Fonds An alle Tel €liaj'Fonds*Komitees in Europa l Trotz der schweren Zeit haben wir uns entschlossen, dem Ersuchen, des Weltdirektoriums des Tel Chaj-Fonds folgend, das Kontinentalbüro nunmehr, von Berlin .aus zu leiten. Viele Schwierigkeiten verzögerten bisher die gewünschte Entfaltung der Arbeit für den Keren Tel Chaj. Mit um so größerer Intensivität wollen wir nun darangehen, den Tel Chaj-Fonds in Europa auszubauen und ihn zu einem jüdischen Volksfohdszu gestalten. Die Aufgabe des Tel Chaj-Fonds ist, die heranwachsende Generation zu aufrechten Juden zu erziehen,, damit sie imstande sein soll, jüdische Ehre, jüdisches... Recht, jüdisches Leben in Palästina. und in der Galuth, zu verteidigen. Diese Aufgabe ist sicher,keine Aufgabe einer Gruppe oder einer .Partei-, .-sondern,, die.f,Pflicht ^|,e.d .e.s, n a t;.i o n a,l.b,e w u ß-. ten Juden. Noch .nie-war die Aufgabe so dringend; wie heute. Das aus vielen Wunden blutende Judentum, muß zur Erkenntnis gelangen, daß die Rettung aus der schrecklichen Situation hur in der Selbsthilfe liegt. Wir hoffen zuversichtlich, daß alle nationalbewußten Juden in Europa, in erster Reihe aber alle pflichttreuen Ziönist'en, dem Kontinentalbüro des Tel Chaj-Fonds in seiner Aufgabe volle Unterstützung gewähren werden. . Sämtliche Tel Chaj-Fönds-Komitees und deren Mitarbeiter werden hiermit ' ersucht, sofort mit dem' Kontinentalbüro in Verbindung zu treten, um die Arbeit auf neue organisatorische Grundlagen zu stellen. Dort, wo noch, keine Tel Chaj-Fö'nds-Stelle besteht, soll sofort an deren Gründung herangetreten werden. Durch die Uebernahme des Kontinentalbüros haben .wir eine große Verantwortung auf uns geladen, und hoffen zuversichtlich, daß alle, denen der Tel Chaj- Fonds am Herzen liegt, ihre Pflicht erfüllen werden. Tel Chaj-Fonds Kontinentalbüro gez. Ch. B e 1 i 1 o w s k y. Berlin-Charl, 2., im März 1932. Joachjmsthalerstraße 3/11. Brith Trampeldor (Vom Shilton-Büro, Paris) Altr umämien. Herr Massis (Bukarest) ist zum Vertreter des Betar in Rumänien auf der Konfefür Totzereth-Haaretz in TeJ-Awiw ernannt worden. Am 19. und 20. März fand anläßlich des Todestages Trumpeldors und seiner Freunde eine Keren-Tel-Chai- Aktion et&tt — Der Ken in Braila wurde inspiziert und reorganisiert. Tunis. Eine Landeskonferenz des tunesischen Betar wurde in Tunis abgehalten. Vertreten waren die Kenaniim Tu.nie, Sfax, Nabloais und Mahdia. Allouche, der Mafaked Geliii, hält einen Bericht über die Leistungen im ersten Jahre der Existenz des Betar in Tunis. Die Konferenz beschloß einen Arbeitsplan ^iiillllllllllllllllilllljllilllllllllllllllllillllljlllllllllllllljllllljllllljllllU Die weltberühmten Manischewitz-Matzos 1 s Matzos-Grieß, -Farvel und Crackers sind bereits eingetroffen. Wir bitten unsere ge- 5 s schätzten Kunden, ihren Bedarf rechtzeitig einzudecken, da wir heuer nur ein kleines 5 g Quantum zur Verfügung haben, 5 I Jakob Günzberg / Manischcwitz-Maizos-Veriricb I Wien, II., Gr. Mohrengane 20, Telephon R-49 900 a. R-48-0-82 ' . 5 S Filiale: Ignatz Froit Wien, II., Haldgaue 9, Telephon A-45-8-64 ■■ '3 Hihihi.....iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiBiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinniimniiiiim^ und konstituierte eine Mifikada Galilit: Felix Allouche, M. Nailidar, Labman Simon und Propper Zetoun. Zum Sekretär wurde Efraim Louzun bestimmt. Der Rosch Betar, der an der Konferenz teilnehmen sollte, konnte wegen der seitens der Araber entflammten Hetze keine Einreiseerlaubnis erhalten. — Der Betar in Tu>nis wurde von der Regierung legalisiert. Polen. Eine energische Aktion wurde z>üm Beerten des Betarmuseums in Tel-Awiw entfaltet. — Eine große Anzahl von Trumpeldor-Akademien wurde zur Trumpeklor-Jahr<zeit abgehalten. Die polnisohjüddsche Presse ist voll von Berichten über diese Veranstaltungn. — Grodnitzki, Absolvent der Instruktorenschule in Warschau, ist zum Wanderinstruktor der Netzivut ernannt worden. Ungarn. Die Arbeit ist jetzt geregelt. Jede Woche werden Pekudot mit Arbeitsmaterial herausgegeben. — Markus Nicker, Ketzin Hanetzivut, ist zum Sekretär des Betar bestellt worden. — Zwei Chawerim des ungarischen Betar sind nach Palästina gefahren. V e r e i n i g t e S t a a t e m. Auf einer Versamm-. lung des Dr. Coralnik gab es großen Tumult. Anlaß war der Artikel Dr. Corailniks im' New Yorker „Tag", betitelt „H it Je r auf d e m Be r g e S i oi a i", gerichtet gegen den Betar. — Der Shilton bestätigte auf Vorschlag, des Netziv Beder den Ketzin Hanetzivut William Katz als zweiten Mishne Manetziv für Amerika. — Bei der Akademie' anläßlich der Trumpeldor-Jaihrzeit waren 400 Personen anwesend. Die Betarim erschienen das erstemal in Uniform. — In der Tihalm/ud Thöra des Herrn Kaplan zählt der neugegründete Gedud 33 Mitglieder. — Zwischen Ben-Avi, dem Vater der Ka,nt o nsi d e e, und dem Betar, fand eine öffentliöhe Diskussion statt. Die Betarim trugen einen Erfolg davon. Fr am kr eich. Auf der Kooiferena der Zionisten- Revisionisten Frankreichs fand eine Beratung bezüglich der Oiiganisieiumg von Ortsgruppen in weiteren Proviiizstädten Frankreichs statt. Dde Beratung nahm einen befriedigenden Verlauf. — Aus Anlaß der Trumpeldor-Jahrzeit fand in Paris eine gelungene Feier statt. Es sprachen Fräulein Timbert, und die Herren Dissentschik, Haiperin -und Merlin, sowie der Vertreter der Revisionisten Dr. B. Aktzin. Presse. In Polen ist die Nr. 4 der „Avodatenu" mit Anweisungen für die Arbeit, Pekudot und Artikeln erschienen. . _ heafeiv Kunfi und iiniiiiliiiiillilliiliiiliiiiliii Li t c f a tur Zum Tode Boris Schatz* Nach langen Jahren völligen Schweigens vernehmen wir wieder den Namen Boris Schatz: als den Namen eines Toten. Boris Schatz ist in der Vorwoche in New York auf einer Reise, die der Werbung für sein Lieblingskind, den Bezalel, galt, im Alter von 66 Jahren gestorben. Dem russischen Reservoir entstammend, dem das moderne Judentum und der politische Zionismus so viele große Talente verdanken, begann Boris Schatz als Sobüler des berühmten jüdischen Bildhauers Amtokolski in Paris. Die nächste Etappe war Sofia, wo er sich in die von Herzl geschaffene zionistische Organisation einreihte. Im Jahre 1906 ging er nach Jerusalem, um dort seinen Lebenstraum zu verwirklichen: die Griiodung eijier Schalle für jüdisches Kunstha nd werk, das 6ioh in den großen Rahmen der jüdischen Renaissance einfügen sollte. Es ging ihm .um die Wiederbelebung und Neuerweckung der alten Formen, wie sie uns in den graphischen Werken und Kultgeräten der vergangenen Jahrhunderte entgegentreten. Eine große Anzahl tüchtiger Kunsthandwerker bildete Boris Schatz heran, ohne hiebei sein eigenes bildhauerisches Schaffen zu vernachlässigen. Bis zu seinem letzten Atemzug widmete sich Boris Schatz der Aufgabe, im neuen Palästina den Geist der Renaissance auch innerhalb der kunstgewerblichen Formen erstehen zu lassen. Sein Name bleibt in^ der jüdischen Welt als der eines tapferen, unermüdlichen Pioniers unvergessen. Beine sterblichen Reste werden von New York <aur ewigen Ruhe nach Jerusalem, der Stätte seines Wirkens, überführt werden. _ —r. Für die judische Musik Um die Wiedererweckung der schöpferischen Kräfte unserer Nation über Dichtung und Literatur hinaus auch auf das Gebiet der Musik auszudehnen, hat der seit einigen Jahren in Wien bestehende Verein

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