Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1932-04-01 · Heft 237 (1.4.1932) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 237 (1.4.1932)
Date
1932-04-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2711613-2711843-2711858--3053-2716391
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Nr. 25? DIE NEUE WELT Seite t Beiträge an den städtischen Schulen zu tragen. Heute übe der Berliner Polizeipräsident Grzesinski eine humane Prnxis in der Aiisweisungsangelegenheit aus, man müsse al»er schon jetzt zukünftige Verhältnisse, wie sie sich -vielleicht einmal gestalten könnten, berücksichtigen.. Als letzter Redner charakterisierte Rabbiner Dr. Freier Wesen und Aufgaben der jüdischen Schule vom kulturellen Standpunkt. Lehren und Lernen waren immer oberstes Gebot im Judentum. Bitter ist dde Enttäuschungfür jene, die ihre Jcschiwoth und Chedarim in Polen' und Rußland haben verlassen müssen und die geglaubt haben, in Deutschland jüdisches Wissen weiter pflegen zu können; Wehn die Gemeinde Schulen abbaut, wird sie ihren Auf gaben nicht gerecht. Zum Schluß wurde eine Resolution ange- ,*2xi«nen, die besagt: Die auf Einladung der Jüdischen Volkspartei versammelten Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Berlin protestieren gegen den Beschluß des (»emeindevorstandes auf Abbau des jüdischen Volksschulwesens und erwarten von der Repräsentanz energische Maßnahmen zur Wiederherstellung der Schulen mindestens in dem bisherigen Ausmaß, wenn nicht vermehrt und erstarkt, den wachsenden Bedürfnissen entsprechend. Die Versammlung weist insbesondere auf die großen kulturellen und politischen Gefahren hin, die aus der Zurückweisung staatenloser Kinder erwachsen. Maxiin Gorki über Hitlers antisemitischen Kampf In einem von Jsvestija" und „Prawdä" gleichzeitig veröffentlichten großen Artikel über die europäische Lage, die als Antwort auf Anfragen zweier amerikanischer Journalisten gedacht ist, kommt Maxim Gorki auch auf das Problem des Judenhasses zu sprechen. Gorki traui der Bourgeoisie in den europäischen Ländern nicht zu, unter den herrschenden Bedingungen aus eigenen Kräften Ordnung schaffen zu können. Der Zynismus dieser Bourgeoisie sei grenzenlos; ein letztes Mittel, ihre Lage zu erleichtern, sehen große Teile dieser Bourgeoisie in der Abschlachtung der Juden. Dies habe der Nazi-Deputierte Berger auf seiner am 19.Feibr.uar im Köln gehaltenen Rede deutlich abgedrückt: „Wenn Hitler znr Macht kommt und' die Franzosen versuchen werden, deutsches Territorium zu okkupieren, werden wir alle Juden abschlachten." Die Hitler-Presse hat diese Aeußerung dahin erläutert, Berget habe gemeint, man werde die Juden nicht ungesetzlich, sondern legal abschlachten; die Nationalsozialistische Partei werde sich eben, sobald sie. zur stacht kommt, ein solches Gesetz schaffen. Diese Aeüßerungen, fügt Gorki hinzu, seien keineswegs bloß ein „deütscher Witz"; sie spiegeln den Gedankengang und die Stimmung eines Teiles der europäischen Bourgeoisie wider, die bereit ist, Gesetze zur Vernichtung nicht nur der Juden, sondern auch jedes anderen, der anders denkt als sie, zu schaffen. Die Frage der amerikanischen Journalisten, warum er, Gorki, zugibt, daß die Kirche, die Liebe predigt, verfolgt, werde n soll, beantwortet Gorki mit der Bemerkung, daß die Kirche keineswegs. Liebe; sondern Haß predigt; dies beweise die Geschichte der Inquisition und der Judenpogrome des zaristischen Rußland. Grandioses Purimfe#r in Tel- A.wiw Tel-Awiw bot in diesen Puriim-Tagi'-ü »im ungemein frohes und faivbembuntes Bild. Während des Naobmitita.gs-Kar.neva.lis bevölkerten die Straßen der j üdischen Stadt außer etwa fünfzigtn nsend Si ad t e inwo hm e r ji noch z e h n t o «sende' Juden ans ganz Palästina, viele hunderte T o uri fiten aus der ganzen Welt und tausende Araber nus Jaffa und Umgebung. An keiner Stelle kam es zu irgend einem Zwischenfall, keine einzige Verhaftung wurde vorigenomuiem. Der Karneval war in den Rahmen einer Prozession aller jüdischen Einwauderclemente „von Abraham bis Passfield" gekleidet. Man sah farbenprächtige Massen/bilder sowie satirisch aufgeputzte Gruppen. J e r u s a de m bot in den Purim-Taigen das normale Bild, nur am Jaffa weg tuimmeliten eich die traditionellen naiven Maskenjgr.uipp.en der orientalischen Inden-, - Jubiläumsaktion des Keren Kajeraeth Bisherige Eingänge rund S ,6000. Das Präsidium des Keren Kajemeth ersucht.alle zionistischen Gruppen, die im Gange befindliche Jubiläumsaktion mit aller Energie fortzusetzen und zeitgerecht abzuschließ e n. Er ersucht die verantwortlichen Leiter der Aktion, gleich nach Durchführung derselben mit dem Keren Kajemeth zu verrechnen und die gesammelten Gelder ihrer Bestimmung zuzuführen. — Silbernes Buch des Keren Kajemeth. Bisherige Eintragungen 80. -mmmmmm Alle wissen es daß die in Geschmack und Qualität unübertroffenen j| erttklatslg-altrenommierten Schmidl-Mazzoth heuer besonders wohlschmeckend sind! VAAtnunkmä«i!Sn4»I Erzeugt unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwurden Herrn Ob<*rabbiner IxOSlprODB ycnUyl! Babath - Die Mazzoth werden aus dem feinsten Mehl erzeugt! Seit vielen Jahren genießen die „Schmidl-Massoth" das beste Renommee und werden vor allen anderen bevorzugt I Verlangen Sie die neue, be- CHE7IAI MflBlf C AI Q lf*MAZZOTH| sonders schmackhafte SHCetlALaFlMKI%B isNa Da OftlESS U. FARVEL I Zentrale: N. Brodetlki, Ii. Leopoidi^asse 43 tsmkm Tel. A-41-9.32 A-46-1-90 A-60-2.Q3 In allen besseren Geschäften erhältlich I 1 Schmerzerftillt geben wir Nachricht vom Ableben unseres geliebten Vaters JAKOB BUCHBINDER Ehrenpräsident des Kaufmännischen Gremiums. Gruppe II, Bnrenprüsldent de« Kommls- und buchhaltervereines, Korrespondierende« : >, . . Mitglied der Handelskammer in Czernowltz und Ehrenmitglied vieler Wohltätigkeltsvereirie Die Beerdigung findet Donnerstag, den 31. März, 11 Uhr vorm., vom Zeritralfriedhof, IV, Tor aus, statt. . Dr. Leon und Toni Buchbinder fn$. Eugen und Margit Buchbinder Siegfried Buchbinder Wlen-Czernowitz Sämtliche Enkelkinder * Wegen. Raummangels entfällt heute der Schluß des Artikels „Theodor, Herzl in der akademischen Burschenschaft »Albia*• ... Die große jüdische Gemeinde Moriastir stirbt ab ' ' 'Wiederholte'" Notrufe aus; der' vor dem Weltkrieg' blühenden sephardischeri "öemei'ride in Bitölj (Moriastir)' im Süden' Jugoslawiens, härt en' der' Grenze: gegen Griechenland, verärilaßten' die S erp h a r d i s c H'e; O'r g a tivs a t i o n in Belgrad, "el'ne HifrsakViori*' elinzüleften^ah 'der ' sich der Gemeindebund, die 'Loge' „Scrbija" jäes' 1LT. O. ' Bnei Bnth, die 'zionistische Organisation und icarita'tive Vereine beteiligten. Vor dein'"Weltkrieg zählte die judische Gemeinde von Biitplj 8 0 00;$ e e 1 e n, heute infolge'. Abwanderung wohlhabender Elemente nach Amerika und unbemittelter Schichten nach" Palästina kaum" 3 6 00 Beelen. Der geistige und .materielle 'Verfall der Gemeinde wächst unter dem' Drücke der Wirtschaftsnot katastrophal.,. 90 Prozent , der' .Ge.meindemltgHed.er. sind deklassierte K l'e i n k f-a m'e r, Handwerker und Taglöh n e r, die unter den ungünstigsten hygienischen Bedingungen ein kümmerliches Ghettöleberi fristen. Zwecks Lösung des „Bitoljer Problems" wurde vorgeschlagen: 1. .Die Jugend in andere Gemeinden zu verpflanzen, wo sie zu produktiven Berufen erzögen werden soll; 2. die Gemüsegärtner. und sonstige arbeitende Elemente auf Keren-Kajemeth- und PICA-Böden in Palästina zu kolonisieren. Brilh Truinpeldor (Vom Shiiton-Büro in Paris) Shiiton. Auf seiner letzten Sitzumgibal der Shiiton bes-ohlossen; das f ün f z phn j äih r i,ge Jubiläum der Gründung der j üdie c h e>n Le gi o n 191? vom .ganzen Betar feiern .zu lassen. Am 23. August erschien in der offiziellen Regierungszeituiiig das Dekret wegen der G r ü .n d u n g d e r jüdischen L e ig d o in. Ein genaues Program wird vom Shiiton demnächst veröffenf-: licht werden. Den Netziwirri', fdie in den Monaten Juli und August Lager, Moaiöver usw. einordnen, wird der Befehl erteilt, dieselben iim Zeichen dieses histonisdien Geschehens zu arrangieren und durchzuführen. In letzter Zeit mehren sich die Mitteilungen seitens der Netziwim, dal! in ihren Ländern viele Leute sich als nach Palästina fahrende Betaröm ausgeben und um Geldmittel für die Reise hüten. Es wird hieduroh allen Netziwim und Mefakde Kenim" verboten, solchen Reuten ihre Hilfe zu geben, ahne in jedem, besonderen Blall eine . E r1 a u b n i is d e s, ' S ih i J t o m eingeholt - z-u haiben. . .. « Information. Argentinien: Es ist eine Netziwuf im Beistand der Hawei4m Rosenibeng, Ta'batischnak und Raum' gegründett worden. Zum awälften Todestaig Josef T r u m p e 1 d ö r s werden in allen Kenim große Feierin veranstaltet. D e u t s c h l a n d: ' Laut Befehl der ACHTUNG! Beim Einkauf von Palästina-Wein achte man auf die Marke □■■■■■^■H IT AD MCI ■ ODIfllM AI direkt aus Palästina, auf der Etikette lllilinEi"VllllllllMli (nur-vierfarbigX,Kapsel, Plombe und ■ Kork. Vor Falsifikaten wird gewarnt. Die aus den a,m Karmei im Jahre 1889 gegründeten ■ ältesten palästinensischen Weinkellereien der Fa. S. Friedmann & Söhne stammenden, wohl- ■ gepflegten acht Sorten Weine sind den feinsten französischen und spanischen Naturweinen ■ ebenbürtig. Rotwetne: Alicante I und Alicante extra. Goldgelbe üiiöwein^: rtasahron-gold, Mal ga, ■ Muskat und Zionsperle. Weißweine: Hauteauterne-artig, Medizinalwein: Barsei, eisenhaltig. ■ Alleinberechtigt zur Führung der Kormel-Ori$)ina| ist I N.Spindel, lv Laurenzerberg 3, Telephon R-29-7-34 ■ Di« hietigen Kellereien stehen unter Aufsicht des r\DV am OV2 cmnn Netziwut müssen alle Betarim bis zum 1. April d. J. in ' Kursen oder in Priyaistapnden ziur Erlernung d er hebräischen Sp.rache, umiorgeibraalit sein. .. Am,/, 27. umd 28. 'Maite Weribefaihrt der Berliner Haw;eräm nach Leipzig. —Da n zig: Am 9. März ist Gh. Gödd-* stediii zur Wachse ha ra nach Holland abgefa.liven'. ' Tschechoslowakei: Die Netziwut hat .an .alle . Ka-nclidaten die Fragebögen für die I^ndw^r.tscliaftliahe, t Haohßchara ausgeschickt. Die IIach;schara-Sai60ji Be-f ginnt heuer am."' 1. Mei. Für die .3. Nairnfnier' des'% „TePOh'aj" hat sieh wieder eine große Zaihil vo*n "Aiboü-' nenteri gemeldet. Die Anfilage wird daher, vergrößert. Zu«r; u n garrie ch eoi;. Beilagekommt aib nächster<• Nummer auch eineslowakische Beilage . hinzu. B. e lg d, e ,n:., Nqm , 151. .bis ,22. Mär>z weilte in Belgien;., der Ketzin-ha-Shiltori'. Ar je D i s s en't s c h i k.. Er, in-. spizier.te die Arbeit dej? Kenim in 'B r'üs's el tind "An/t- 1 werpe:h niid; sprach in lfeiden St-ädfen in Mfentliehefi: Versammklingen amläßiioh der Wiederkehi des.' Todesv: tages von Trumpeklor. Mehrere . Beratungen;-: über, aktuelle Proibleme und die ziiküniftige Arbeit, werden . abgehalten. Presse. Palästina: Es ersoMerl eine Zeiitung, „B e tar-T er-Cha j", gewidmet dem- Todestage TWimpeldors. Inhalt: Tow Lamoit bead Ar,zonu {Leit<-< ar.tikel). Wer hat Recht? (Von Po©rovinsky.) Eolio aus dem Betar am Tage Tel-Ohaj. Die Hoiluaim des erneuerten Zionismus. (Von Aba Ackimeir.) An das Volk. Brief Jabotdnskys aus dem Gefängnis zu Akko. Am jenem Tag. (Vom A. Nöma.) Mi-t^- Trumpeldor in Gallipoli. (Von Sergeant Sch. Zlotni.k.) : Reiohes Bilder- und Informatdonsmaterial. — Rumä- . nien: „Iitonenai", Nr. 3, mit Beiträgen von Jabotinsky, 'Battier, Fiobmann und Rotheniberig. —. Griechenland: „La Nation", Nr. 5, in Hebräisch, Spamiolisch und Französisch, mit Beiträgen von Jabotinsky, Rüben usw,., reiches Bilder- und Informationismaterial. — In Palä stdna: „Iggeret", Nr. 3, herausgegeben von den Beitarolim, gewidmet der Olim-Konferenz, 11. Adar, mit Beiträgen von Shatz, Joelson, Har-Lev,: Rod^insky. Briefmarkenaktion des Briih Trumpeldor Wir ersuchen alle Revisionisten, uns die Marken ihrer einlangenden Post, resp. alte Marken usw. zur Verfügung zu stellen. Jede Marke, sei sie neu oder alt, häufig oder selten, gebraucht , oder ungebraucht, ist uns wichtig.- Wir ersuchen auch um Ueberlassung alter, nicht mehr fortgeführter Sammlungen, Doubletten usw. Die Markenr'einigung, bzw.' Ablösung der Marken von den Kuverts wird von uns vorgenommen, daher können-sie;aui den Kuverts bleiben. Wir ersuchen um .Zusendung der, Briefmarken an die Adresse: Berit Trumpeldor, Briefmai-keiiaktiön, Wien, IL, Untere Aügaiienstraße 38, resp. um Angabe, wo'solche abgeholt werden können. ' Bei dieäor Gelegenheit danken wir bestens für Ueberlassung von Briefmarken: Herrn Oberbaurat Robert Stricker, Dr. Norbert Hoffmann (Wien), Paul Halfon (Wien), Fritz Richter (Wien), Eisig Scheuer (Mosciko bei Przemysl), Dr. Adolf Mochel (Radauti), Dr. V. Much (Kiel), Alfred Winzer (Wien),. Max Adler' (Linz), Esther Chasi (Wien), Rudolf Wozasek (Amstetten), Prof. Joachim Stutschewsky (Wien), Willy Kassierer (Chust), Grubner (Wien), Zwi Bereit (Berlin), Scherzer (Wien), Brith Trumpeldor (Radauti). Alle Seniffim, Galilim und Keniiim haben laut Pekuda des Shiiton diese Aktion im Einvernehmen mit der Zentrale in Wien auf das energischeste durchzuführen. _ .... . i . •■ . Purinifeiern der Union der Zionisten-Kevisionisten ,t Am 23. d. M. fand im Heim, IL, Untere Augarten-, strafle 38, eine von der Union der ^ionisten-Revisionisten veranstaltete Pürimfeier statt. Bestritten wurde der : Abend von der Teller-Gruppe. Dr. Oskar Teller, sein bewährter Mitarbeiter Viktor Schlesinger, \

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.