Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 237 (1.4.1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seile 6 Nr. 23f Aus Deutschland BHtagr 4er »Neuen Well« nwmffiffi!«ÄmwiwBWHiw4i!i!if.<i.4i, für Deutschland Filiatvedaktfon und Administration i Berlin, Charlottenburg 2, Joadifrnslatatirafte 3/« Politische Notizen Von Richard Lichtheim (Berlin) I. Die letzten Berichte aus Palastina bringen Kunde von einer beachtenswerten innerpolitischen Entwicklung der palästinensischen Judenheit, des Jischuw. Zum ersten Male haben die Revisionisten Palästinas beschlossen, in den Waad Leumi (Nationalrat) einzutreten, um damit die politische Mitverantwortung für die Repräsentanz des Jischuw zu übernehmen. Ueber diesen beachtenswerten Vorgang hat die „Jüdische Rundschau" in Berlin in einer Art berichtet, die ein völlig falsches Bild der tatsächlichen Zustände im Jischuw gibt. Der Korrespondent de* ,.Jüdischen Rundschau" behauptet in einem fangen Artikel, daß das Interesse der palästinensischen Judenheit sieb mehr und mehr von den politischen Fragen abgewendet habe, und daß man sich vorwiegend mit ökonomischen Dingen befasse. Gleichzeitig stellt der Korrespondent fest, daß wichtige Wirtschaftsgruppen des Jischuw, insbesondere ,d i e K o.lo ni s ten, an den Verhandlungen der Assefat Hanivcharim (Vollversammlung des Natidhalrates), gar nicht teilnehmen, daß diese vielmehr von den politischen Parteien, den Intellektuellen und den Vertetern der Arbeiterschaft beherrscht werden. Schon diese Feststellung zeigt, daß mindestens innerhalb der Assefat Hanivcharim das politische Interesse nicht so erloschen sein kann, wie der Korrespondent der „Jüdischen Rundschau" glauben machen möchte, denn jeder Kenner der Verhältnisse weiß, daß es ja gerade die genannten Kreise sind, die in der zionistischen Organisation,'auf den Kongressen und auch in. Palästina selbst ein lebhaftes und durchaus berechtigtes Interesse an den politischen Fragen nehmen. , Die Darstellung der „Rundschau" soll wohl mehr den Eindruck der Tatsache verwischen, daß in der Assefat Hivcharim eine ziemlich einheitliche Auffassung über die politische Lage herrscht, daß der Standpunkt der Revisionisten heute von den bedeutendsten K r e i s e n g et ei 11 wird, auch wenn diese parteimäßig an andere Gruppen gebunden sind, und daß gerade diese einheitliche politische Haltung des Jischuw (die freilich der „Rundschau" und ihrem Korrespondenten nicht zusagen mag) zum Eintritt der Revisionisten in den Waad Leumi geführt hat. In der Tat ist man sich heute in Palästina darüber klär, daß die revisionistischen Warnungen und Befürchtungen sich nur allzu sehr als berechtigt erwiesen haben und daß das zehnjährige System der W'eiz mann sehen Politik auf der ganzen Linie gescheitert ist. . Man sucht nach neuen politischen Wegen und man hat dort im Lande ein deutliches Gefühl dafür, daß jetzt der äußerste Widerstand gegen jeden Versuch der Palästina-Verwaltung geleistet werden muß, den Umfang und die Zukunft des jüdischen Nationalheiraes immer weiter zu verkleinern. Man, weiß auch, daß keinerlei Verhandlungen mit den Arabern möglich und sachlich sind, so lange die Palästina-Regierung weiter ihr Antizionspiel treibt. Diese Erkenntnis, die vor einiger Zeit sogar schon im deutschen Zionismus und seinem offiziellen Organe gelegentlich durchblickte, ist seitens der „Jüdischen Rundschau" offenbar; wieder zugunsten fhrer früheren Arabertheorien überwunden worden. Dort wurde wieder neuerdings ein Schrei nach der arabischen Verständigung ^ausgestoßen, ein Sehr ei in s L e e r©> ohne jede Prüfung der tatsächlichen Möglichkeit einer solchen Verständigung unter den gebebenen Bedingungen. II. Charakteristisch hiefür war auch die Behauptung des genannten Blattes angesichts der bekannten Veröffentlichungen über den sogenannten Abas-Hilmi- Votschlag. Die revisionistische Union hat es für ihre Pflicht gehalten, jene Nachrichten sofort nach ihrem Bekanntwerden überall zu verbreiten, um der Gefahr zu begegnen, daß diese Vorschläge immer weiterwuchern und eines Tages aus dem Dunkel der Anonymität als offizieller oder offiziöser Vorschlag englischer oder arabischer Kreise auftauchen. Es y-d jetzt von verschiedenen Seiten behauptet, daß diese Vorschläge die Erfindung eines Journalisten seien und daß sie keine ernsthafte Beachtung verdienen. Es ist sehr schwer, nachträglich ein Urteil darüber zu gewinnen, wie weit diese Vorschläge eines Tages von Bedeutung hätten werden können. Es war eben besser; sie durch rechtzeitige Veröffentlichung zu vernichten, bevor sie praktische Gestalt gewinnen konnten. Man darf bei der Beurteilung dieser Angelegenheit nicht übersehen, daß diese oder ähnliche Vorschläge durchaus in der Richtung der Gedankengänge liegen, die von gewissen Stellen des englischen Kolonialdienate8 genährt und gepflegt werden. Min konnte auch nicht übersehen, daß Abas Hümi in Palästina war und dort Konferenzen mit dem Oberkommisstr und anderen Persönlichkeiten hatte, und daß der Journalist, von dem die Vorschläge stammen sollen, weiter bemüht blieb, sie in arabischen Kreisen zu verbreiten. Wie dem auch 9ei, wenn die Vorschläge keine Bedeutung besaßen und wenn sich dies endgültig herausstellen wird, so können wir dies nur mit Befriedigung begrüßen. Die „Jüdische Rundschau" dagegen ließ deutlich ihr Bedauern darüber erkennen, daß die Vorschläge vielleicht nicht die Bedeutung haben, die ihnen im ersten Augenblick der Veröffentlichung zuzukommen schien. Das Blatt des deutschen Zionismus befand sich in einer unangenehmen Zwickmühle. Einerseits mußte gemäß den Instruktionen der Zionistischen Exekutive erklärt werden, daß die Veröffentlichung von revisionistischer Seite auf reiner Erfindung beruhe, andererseits wollte die „Jüdische Rundschau" doch gar zu gern, daß sich hier endlich die Möglichkeit zur Verhandlung mit den Arabern ergebe. So war sie genötigt, bald gegen die Revisionisten zu polemisieren und bald ihrer Hoffnung Ausdruck zu geben, daß die Vorschläge des Abäs Hilmi zur Grundlage einer Verständigung werden könnten. Noch schärfer als in der „Jüdischen Rundschau" ist: dies in dem Rigaer „F r ü h m p r g e n" zum Ausdruck gekommen, der sich bis zu dem Satz verstieg, daß jede Verhandlungsbasis mit den Arabern annehmbar sei. *-■ III. Während sich so ein Teil des europäischen Zionismus noch immer in den Wolken der Irrealität verliert, ist der Jischuw in Palästina durch bittere Erfahrungen zur wirklichen Erkenntnis der Lage gekommen. Das und nichts anderes ist die Ursache für die dort nunmehr geschaffene Lage, die in der jetzigen Zusammensetzung des Waad Leumi ihren Ausdruck findet. Wie es scheint, hat auch der politische Vertreter der Exekutive, Herr Dr. Arlosoroff, der in den Anfängen seiner Tätigkeit mit besonderer Betonung die Pflege guten Einvernehmens mit der britischen Verwaltung forderte, auf Grund seiner Erfahrungen erkannt, daß der gute Wille von jüdischer Seite hiefür nicht ausreicht. Wir haben Grund zu der Annahme, daß auch Herr Dr. Arlosoroff auf dem Wege zu der Erkenntnis ist, daß fortwährendes Nachgeben nicht zu dem gewünschten Ziele führt. Freilich herrscht in der zionistischen Leitung noch immer ein < Geist, der die Durch- ■ . . . > ■ ' : i ■*■ \ -7 setzung dieser Erkenntnis erschwert, und wir haben an einem besonders krassen Fall in der letzten Zeit erfahren, daß die Irrtümer der Weizmannschen Tätigkeit noch nicht überwunden sind. Wir sprechen hier von der Angelegenheit der Böden von Wadi-Chawarit, die taktisch durchaus falsch behandelt wurde. Hier war ein Fall, bei dem unter keinen Umständen nachgegeben werden durfte. Hier konnte die zionistische Leitung auf dem sicheren Soden des Rechtes und den in ihren Händen befindlichen Besitz die unerhörte Zumutung zurückweisen, einer Anzahl wandernder Beduinen Land zurückzugeben, das der Nationalfonds für das jüdische Volk mit schwerem Geld erworben hatte. Wenn die Exekutive in dieser Frage bis zum Ende Widerstand geleistet hätte, so würde dies für den neuen Oberkommissar und für das [ Kolonialamt ein Anzeichen gewesen sein, daß die Juden sich in dem entscheidenden Punkt der Landfrage ihre Rechte nicht rauben lassen. Das geschlossene Kompromiß besteht darin, daß ein Teil des Bodens der Palästina-Regierung pachtweise, für die Beduinen überlassen wurde. Dies zeigte der englischen Verwaltung wiederum, daß die Juden mit der Idee des jüdischen Nationalheims handeln ,|a ssen. Die Agency beruft sich darauf, daß auch Herr Ussischkin, der „eiserne Mann", nachgegeben habe. Aber nicht Herr Ussischkin hat die Verhandlungen geführt, sondern die Agency, in der leider Gottes drei Vertreter der Nichtzionisten sitzen; und bei solchen Verhandlungen kommt es immer darauf an, daß im entscheidenden Moment, das entscheidende Wort gesagt wird.! Die Vertreter der Agency mußten die Verhandlungen in dem Augenblick abbrechen, als der englische Landkommissar Mr. French ihnen damit drohte, daß er das Land im Weigerungsfall enteignen werde. Hätten die Vertreter der Agency in diesem Moment sofort erklärt, daß sie unter einem solchen D ruck nicht verhandeln, und hätten sie ihren Protest an den Oberkommissar nach London gerichtet, so 'wären die Verhandlungen vielleicht anders verlaufen. Aber, um in der Politik zu wirken und im entscheidenden Moment das Richtige zu tun, muß man nicht nur Intelligenz und guten Willen haben, sondern auch \ >n je:•'->. Charakter, der sich gegenüber dem feindlichen Wollen durchsetzt und der die eigene Sache auch in schwierigen Momenten nicht im Stich läßt. An solchen Politikern hat es in dem letzten zehnjährigen Zionismus gefehlt. Wohin'diese Schwäche geführt hat, wissen wir alle; sie muß endlich Uberwunden werden. Schon hat die Palästina-Regierung diesem letzten Schlag einen weiteren folgen lassen: der High Commissioner hat die angedrohte Verordnung über den Bodenbesitz unterzeichnet, wonach in Zukunft die iKitiiituniiiiiiiiiiii ii>rmmm ii mfiw«rmitmroiwffmwmifH!iwnnj j inintitiMoittitinntintttimtimtTiifinmiHitw**^ g ISIEGM. KORNMEHL | GROSSFLEISCHHAUEREI I Zentrale: IX., Berggasse 19, Tel. A-17-3-99 u. A-16-9-34 jj I Lieferant für Heilanstalten || 1 Abteilungen für ^^^■Fleisch j| I unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der I«. ff I Kultusgemeinde Wien f§ | Autozustallung kostenio» Ii I IX. Barsgass« 15 / XVIII., Wahrlngarstr. 97 ff tfitMtimnmitHimBiiiMimitMmntiimmHimifniimmtiittiiiMiHtimriimiiMmmmmmiitmiiw^l imtmmmmiiiiiiiiiimnmiiiuiiininiiiiuiiiiiiHii"i'iiiuiiiiu»MMMinmioiuniiiuiHimlliiiiiiiiiilifc Entscheidung über den strittigen Boden dem Bezirks- Commissioner übertragen wird. Der jüdische Jischuw in Palästina ist bis heute von solchne Gefahren bedroht. Die Gegenkräfte gegen die Irrtümer der offiziellen zionistischen Politik beginnen sich in ihm zu regen. Die Vorgänge in der Assefat Hanivcharim und die Zusammensetzung des Waad Leumi sind uns ein Beweis dafür. Berliner Nachrichten. Israel Rosotf Iii Berlin. Das Mitglied des revisionistische» ikekiitlvkomitecs, Herr Israel Roseft (Tel-Awiw) ist in Berllu eingetroffen und hat hier an Besprechungen mit den führenden Gesinnungsgenossen teilgenommen.;i;rr r!os:uT »'etfi'ot sich von Berlin über Pari» nach London. Botarvertreter bei Hat I't>2t:a-t Hjmnstz-Konlcrenfc. Dr. t.) Palästina bei der MakkubiY. wi-ttei;«.'.- Row,t na-Kei: des ßritli Trutonstdor, Berlin. Hans I! g c r, wird den tiitnU bei Jer im April stattfinde/idoi. Weltkonfercnz der Totzeret ha-Aretz-Oräanisailo;. (Verbreitunj) ualilstinensischer ProJtiktc) als Delegiert*:!' vertreten. NeiiwerbiinRcu des Betar. In der Vorwoche ist ein ganzer "f.ny. des ,.K a (1 i rn a h"-Jttgendbundes, Berlin, zum Brith Trunipeldur übergetreten. Dieser Uebertritt hat in den zionistischen Jugendkreisen Berlins Kroßes Aufsehen hervorgerufen. Revisionistische Broschüren. Der Landesverband der Zionisten- Revisionisten hat noch eine Reihe revisionistischer Broschüren im Vorrat, die käuflich erworben werden können. (Adresse: Berlin-Charl.. .loacliliristhaler&traHe 3/11.) L i c h t h e i m: ..Revision der zionistischen Politik" ..Was ist Zionismus V" Q roll mann: ..Gegen die gemischte Jcwish Agency!" Soskin: ..Agrarpolitik und Landbesicdluiig' in Palästina". ..Intensive Kolonisation". PredlRten In den Gemelndesynagogen Berlin. Freitag, den J. April 1932. 18.45: Markgrai-AlbrechtstiaUe. Dr. Prinz. 19.15: Prinzregentonstraüe. Dr. Salomonsky (Jugendansprache). In den übrigen Synagogen beginnt der (jottesdienst um 18 -15. in der FasanciKstraUe und LiitzowstraÜe um 19 Uhr. Sonnabend, den 2. April 1932. (Nciimuadweihe.). 10 Uhr: Oranienburgerstralie Dr. Warschauer. Lindenstraße Dr. Blumenthal. LIltzowstraBe Dr. Wiener. FasanenstraCc Dr. Bergmann, l.evetuuvstraße Dr. Lcvkowitz. 9 Uhr: Heidcreutergassc Dr. Preimann, KaiUrr straüe Dr. W. Lew. Rykestraßc Dr. i'rei'jr, Pest.-Iozzisl.raB? Doktor E.. Levy. Kottbusufer Dr. Frankfurter. Miinchncrstra;ie Dr. A. Levy. Grunewald Dr. K. Cohn. Regelmülllge Zusammenkünfte: Die Revisionisten Berlins haben ihre regelmäßigen Zusammenkünfte aus dem Cafe Telschow verJe'zt. Sie treffen sich nunmehr jeden Dienstes:, ab 8 Uhr abends, in der Konditorei .Teschendorf!. Charlottenburg. Schlliterstraße 61. direkt nm Bahnhof. Savignyplatz (Ausgang Schlüterstraöe). Hier steht den Revisionisten ein separater Ra umi zur Verfügung. Anbiedern Diens« tag, abends, wird bei den Zusammenkünften über ein aktuelles Thema diskutiert werden. — Auch die von auswärts in Berlin eintreffenden Gesinnungsgenossen werden auf diese Zusammenkünfte aufmerksam gemacht! Sitzung des Landesvorstaudes. Der Landesvorstaud der Ziouisten- Rcvisionisten in Deutschland trat am 23. März zu einer Sitzung zusammen. Anwesend waren: Dr. Bloch. Dr. Fischer. R. Lichtheini. ' Dr. Rabinowicz. A. Reiter, Dr. Schloß und H. Sternberg. Zunächst wurden Fragen der revisionistischen Politik besprochen und die Stellungnahme des Landesvorstandes an das Exekutivkomitee in London weitergeleitet. Ferner wurden organisatorische Fragen des deutschen Landesverbandes erörtert und im Zusammenhange damit die Vortragsreise des Herrn Ober bau rat Stricker festgesetzt. Schliafllicli wurden die Schritte beraten, die im Zusammenhang mit dem vom Londoner Exekutivkomitee herausgegebenen Manifest zu unternehmen sind. Diese Aktion konnte an dem vom Exekutivkomitee festgesetzten Termin nicht durchgeführt werden, weil am M. März die Reichsprälsidentenwahl stattfand und deshalb der 11. März als ungeeignet hierzu erschien. Die Manifest-Aktion wird nun in der kommenden Woche einheitlich in ganz Deutschland entsprechend durchgeführt werden. Vortragstournee Stricker. Die Vortragsreise des Herrn Oberbaurat Stricker Uber Deutschland wird am 29. April beginnen. Herr Oberbaurat Stricker wird vorläufig in folgenden Orten sprechen: München, Frankfurt a. M., Magdeburg. Leipzig. Berlin, Königsberg i. P., Breslau und B c u t h c n. Fankfurt a. M. Purlintiall. Am. 19. Mörz 1932. fand ein stark besuchter Purimball statt, der von der revisionistischen Ortsgruppe veranstaltet wurde. Vortrag Reiter. Am 19. März sprach Herr Alexander Reiter (Berlin) über das Thema: „Das Ende des Mandates". . Vortrag Dr. Arnsberg, Am 30. März spricht Dr. Arnsberg im neutralen Jugendverein „Montefiore" über das Thema: ..Warum Kampf gegen den jüdischen K o m m u n t s in ti s?" Kontradiktorischer Abend. Eine weitere kontradiktorische Auseinandersetzung der Revisionisten mit den sozialistischen Zionisten. v/iiu' im Laufe des Monats April stattfinden. . . Massenkundgebung der Jüdischen Volkspartei für die jüdische Schule In den Musiker-Festsälen i;> Berlin iasxd c'ne von. der Jüdischen Volkspan e i einberufene Massenkundgebung unter dem Schlagwort „Die jüdische Schule in Gef ahr4i statt, die von etwa 1000 Personen besucht war. Der erste Redner, R.-A. Dr. Max Kolleg s c U e r, griff die liberale Mehrheit in den Berliner Gemeindekörperschaften wegen ihrer Schulpolitik heftig an und warf ihr vor, daß sie die Minderheit-in der Gemeinde auf keinem Gebiete zur Geltung kommen läßt. 350 Kinder hatten sich zum Ostertormin zu den untersten Klassen der Volksschule der Gpmeinde augemeldet, aber mir ein Drittel dieser Zahl konnte aufgenommen werden; den übrigen blieben die Tore der jüdischen Schule versperrt. Der nächste Redner, der Vorsitzende der Jüdischen Volkspartei, R.-A. Dr. Alfred Klee, ging auf die Umstände diu, unter denen die Abweisung so vieler Hunderter voai Kindern erfolgt sei. Fast ausschließlich Kinder von Ausländern seien angemeldet worden; unter den Abgewiesenen befindet .sich eine erhebliche Anzahl S taalt ein io s c r, die aoi den Schulen der Stadt gern ein de 'zur Leistung höherer Sohuilgebiihren gezwungen sind. FUr die Kinder der Staatenlosen, deren es in Berlin sehr viele gibt, ist die jüdische Schule eine 'LVbVu'sf'i'agc. Die Staatenlosen entstammen meist den piole- 1 ansehen Schichten und sind nicht in der Lage, die hohen