Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 237 (1.4.1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 237 Kapellmeister R e i c b b a u m sowie der übrige Stab leisteten derart Vorzügliches, daß man mit so wenig Mitteln Besseres schwerlich leisten kann. Begonnen wurde mit einem Sketch. „Rassenrein h e i t". Eine ausgezeichnete, geistspriihende Satire. Im Rittersaale seiner Burg, die er dem Juden Aron Seligmann verkaufen mußte, werden die Ahnenbilder des letzten Nachkommen derer von Gelsenstein lebendig, beginnen zu sprechen und erzählen dem erschreckt Aufhorchenden, daß die Pleite eigentlich schon vor fünfhundert Jahren da war und nur der gelungene Raub an dem Ahnen des jetzigen Besitzers Seligmann sowie die Buhlschaft der gräflichen Ahnfrau mit dem Beraubten, den ihr der ritterliche Gemahl geschenkt, Geschlecht und Gut der Herren von Gelsenstein vor dem Untergange bewahrte. — Als Verfasser dieser Satire zeichnet Dr. Berger. Dann folgte die Esther-Oper. Ebenfalls• eine beißende aSth-e auf unsere politischen Verhältnisse. Auch hier wieder an erster Stelle die Meisterleistung Oskar Tellers, der mit der Kraft seines Organs und der kultivierten Sprache alles beherrschte und die Zuhörerschaft zu tobender Begeisterung hinriß. — Aber auch die anderen Mitwirkenden gaben ihr Bestes. Viktor Schlesingers überlegener Humor, seine Art, mit einer Kopfwendung eine Situation zu charakterisieren, ist einfach unübertrefflich. — Eine Tanzeinlage der Kindertruppe der Meisterin Trude Klein erfseute und verblüffte gleicherweise. — Drei kleine Mädchen tanzten mit erstaunlich viel Verve, Temperament und Kunstverständnis Eine Nummer mußte wiederholt werden. — Viel zu früh für die Zuschauer endete dieser schöne Abend. Man verließ nur ungern das Heim in der Augartenstraße. E. K. Im dichtgefüllten Saale des Hotel Post fand die diesjährige, überaus gut gelungene Purimfeier der Vereinigung der zionistischrevisionistischen Jugend statt. Es war den Arrangeuren des Abends nicht nur darum zu tun, ein lustiges, abwechslungsreiches Programm zu bieten, sondern auch die Bekanntschaft mit jungen, aufstrebenden jüdischen ■Künstlern zu vermitteln. So lernte man in dem Opernschüler Ernö Garay einen Sänger mit prächtigem Stimmaterial, das in der Höhe besonders schön und ergiebig ist, kennen; der Geigenspieler Arno Gold verfügt über brillante Technik und sichere Bögenführung. Der bewährte Chor der Vereinigung — unter der Leitung Moscheh Liehtm a nns -rbrachte einige neue, hebräische Lieder mit viel Erfolg zum Vortrag. Mit beißender Ironie behandelte die „Wochenschau" aktuelle Zeit- und Judenprobleme. Den Abschluß und zugleich den Höhepunkt der Veranstaltung bildete der von Hans Kolb vortrefflich einstudierte und flott gespielte Einakter Schalem Alejchems „Verbiten di Jozres". Der Beifall war reichlich und verdient. Die Tribüne Berichtigung An die verehrliche Redaktion „Die Neue Welt", Wien. Auf Grund des § 23 des Preßgesetzes fordere ich Sie hiemit auf, nachstehende Berichtigung Ihrer in der Nummer 256 der Revue „Die Neue Welt" vom 25. März 1932 unter der Rubrik „Tribüne' auf Seite 4 erschienenen Mitteilung an derselben Stelle, mit denselben Lettern, zu veröffentlichen: 1. Es ist unwahr, daß der im „Oesterreicluschen Lehrerblätt" vom 15. Mär/; 1932 unter dem Titel „Jüdische Unduldsamkeit" erschienene Aufsatz über Veranlassung des städtischen Religionslehrers Herrn Josef £jck erschienen ist. — Wahr ist vielmehr, daß Herr Relig'ionslejirer Josef Pick diesen Artikel weder selbst geschrieben, noch dessen Abfassung veranlaßt hat, daher auch keinen Chillul Haschern begehen konnte. — 2. Unwahr ist, daß Herr Religionslehrer Josef Pick für diese „einzig dastehende Herabsetzung des Judentums" allein die Verantwortung trägt. — Wahr ist vielmehr, daß Herrn Religionslehrer Josef Pick für diese Veröffentlichung keine wie immer geartete Verantwortung trifft, da er diese Art einer Veröffentlichung .nicht voraussehen konnte. — Josef Pick, städt. isr. Religionslehrer. ' ■ t\ Die Berichtigung bezieht sich auf ein Schreiben der Organisation der Beamten der Wiener Kultusgemeinde. Nach österreichischem Gesetze muß eine Berichtigung auch dann gebracht werden, wenn die berichtigte Mitteilung auf Wahrheit beruht. Durchreise polnischer Palästina-Touristen und Palästina-Auswanderer durch Wien Laut Mitteilung des Warschauer „H a j n t" werden am 4. April und 11. April d. J, je 110 Touristen aus Polen auf der Durchreise nach Palästina Wien passieren. Beide Reisegesellschaften wurden vom „Hajnt" organisiert. Dieselben kommen an den obenerwähnten Tagen um 6.40 Uhr früh auf der Ostbahn in Wien an und werden nach einstündigem Aufenthalte um 7.40 Uhr früh ebenfalls vom Ostbahnhof nach Triest Weiterreisen. Der Reiseleiter des ersten Touristentransports vom 4. April ist Herr Triwaks, der palästinensische Korrespondent des „Hajnt". * Dpr. nächste A us w an de r e r-Tr anspo r t aus Polen wird am 5. April 1932 auf der Durchreise nach Palästiua in Wien eintreffen. Ankunft in Wien um 6.40 Uhr früh, Weiterfahrt ab Ostbahnhof um 7.40 Uhr früh. An die Freunde und Leser des Blattes! Wenn Sie der Ansieht sind, daß die „Neac Welt" ein empfehlenswertes Blatt ist, geben Sie uns freundliehst > die Adressen von Freunden und Bekannten an« Wir werden denselben die „Neue Welt" durch mehrere Wochen .zur Probe gratis zukommen lassen. Wenn.wir uns bei der Werbung auf Sie berufen dürfen, bitte dies ausdrücklich zu bemerken. Aus der Zusendung erwachsen weder Ihnen noch den Empfängern irgend welche Verpflichtungen, Die Verwaltung der „Neuen Welt". £iliiiiiiilliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiU § QastspiGt des Berliner jüdischen Ktinstlcrkabaretts § f K>fT*N! s unter Leitung von M.Sakaschansky s mm mm •E <f *f < Leute 2 Nachtvorstellungen ^dj S E I I Uhr Samstag, den 2., und Sonntag, I I Uhr | | den 3. April, in der | KOmÖdlef I, Jobannesgasse Nr.4 § Populäre Preise s fflllllllllllllllllllllllllllllllllllllllHIIIIIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIlR T heater, Kunfl und iiiiillliilililllillllllllllliiiiiLileralur Jüdisches Künstlerknbarett „Kaftan" Letzte 2 Nachtvorstellungen Auf Grund des außerordentlichen Erfolges hat der Leiter des Berliner jüdischen Künstlerkabaretts „Kaftan", Herr Maxim Sakaschansky, noch 2 Vorstellungen angesetzt, die Samstag, den 2., und Sonntag, den 3. April, in der „Komödie", I., Johannesgasse 4, stattfinden. Auf dem Programm stehen durchwegs neue Volkslieder, Szenen, Sketchs und Tänze. Um dem jüdischen Wien Gelegenheit zu geben, dieses einzigartige Genre kennenzulernen, wurden volkstümliche Preise angesetzt. Beginn 1t Uhr abends. * Das „Berliner Tageblatt" schreibt: „Bs ist nicht zu beschreiben, wie echt, wie gaut, wie hinreißend...! Viel Farbe, viel Humor, viel Weisheit schauen aus allem Knopflöchern dieses Kaftans..." Gastspiel Paul Baratow Jüdische Künstierspiele Der nachhaltige Erfolg von Strindbergs „V a t e r" veranlaßt die Direktion, das Stück noch die laufende Woche auf dem Repertoire zu halten. In Vorbereitung befindet sich das moderne Schauspiel „Zurück zum Volk" von Leo K o b r i n, worin neben dem berühmten Gast Dr. Paul Baratow die Damen Schlifkowits, Meiseis, Floren und die Herren Zelniker, Sch igorin, Lehrer, Segal und M. Preis beschäftigt sind. Rechtzeitige Kartenbesorgung an der Kasse, IL, Praterstraße 34, und Tel. R-40-0-94. Jüdische Bühne in ihrem alten Heim Das Ensemble der Jüdischen Bühne kehrt in ihr altes Heim, IL, Taborstraße 12, zurück. Die für den 3. und 9. April im Astorsaal festgesetzten Vereinsvorstellungen finden nunmehr in der Taborstraße 12 statt. Der Spielplan lautet: Samstag, 2. April: „König der Geiger" mit Leopold «Jungwirth in der Hauptrolle. Sonntag, 3., halb 4 Uhr: „Der ewige Jude", Kindervorstellung mit Beschenkung. Halb 9 Uhr: „Der Straßen- _isängei-". Vereinsvorstellungen werden an Vereine zu äußerst günstigen Bedingungen vergeben. Zuschriften sind an Herrn A. Braclawski, IL, Pazmanitengasse 14, zu richten. Tanzabend Susi Mirjam. Montag, 11. April, V28 Uhr abends, im großen Saal der Urania. Neues Programm ernster Tänze, heiterer Zyklus „Jugendlektüre". Am Klavier Utja Braun-Piatigorsky. Großes liturgisches Konzert. Die Anhänger des liturgischen Gesanges, die am 25. März im Großen Kunzerthaussaal dem vom Vereinstempel-Sängerverband „Hasmirah" veranstalteten Konzert beiwohnten, werden wohl die Leistungen aller Mitwirkenden zu schützen wissen. Die Dirigenten Hi.rschmann und Schurr zeigten bravourösen Stil, die Oberkantoreh M a r g u 1 i e s, Landerer und Müller machten der Wiener Kantorentradition alle Ehre. Als »Kenner und Interpret altjüdischer Gesänge erwies sich Oberkantor Abrahams 0 h n aus Budapest, der junge Baritonist P 011 a k hat jedenfalls eine große Karriere vor sich. Der Abend als solcher übertraf a|lc Erwartungen. Der prächtige „TI a sm i r a h"-Chor wurde stürmisch bejubelt und kann damit rechnen, von nun ab als Faktor im Wiener jüdischen Kunstleben zu gelten. W. Radio Beograd. Donnerstag, den 7. April, 9.10 Uhr abends, bringt Oberkantor Arnold Grußmann im Beograder Rundfunk synagogale, hebräische und jüdische Lieder zum Vortrag. Der Verein zur Förderung jüdischer Musik hütet nochmals diejenigen Vereine und Organisationen, welche noch keine Delegierten für die Konferenz angemeldet haben, entweder dem Sekretariat (Marie Berndy, L, Rotenturnistraße 25) die Namen der Delegierten bekanntzugeben oder Delegierte direkt zur Konferenz zu entsenden, welche Samstag, den 2. April, halb 8 Uhr abends, im Saale der „B'nai B'rith stattfinden wird. Ein palästinensischer Bariton in Wien. Der Bariton H. S. Urstein veranstaltet Sonntag, den 10. April, V28 Uhr abends, im Kleinen IVlnsikverein.ssaal ein Konzert, au welchem er u. a. Kompositionen von Almau» Engel, Wolf, sowie .Opernarien und Lieder in hebräischer, deutscher, italienischer und englischer Sprache singen wird. Für das Konzert gibt sich reges Interesse kund. Arabische und jüdische Musik. Im Rahmen einer Veranstaltung des Kongresses für arabische Musik in Ii INTRA"» Schokolade hob W im Die einzige Schokolade unter Aufsicht des ehrw. Rabbiners Josef Babad Verlanget daher nur INTRA mit *)DV HW JTDT fllWH Oberall erhQltlkti Udierg. 4 ™- Kairo wurden Kompositionen der jüdischen Musikerin Augusta Coen zu Gehör gebracht. Augusta Coen erhielt vom Bey von Tunis und von König Fuad von Aegypten Preise für ihre Leistungen auf dem Gebiete der orientalischen Musik. Sie bereitet eine Sammlung von Melodien und Volksliedern der jüdischen Bevölkerung in Tunis und im übrigen Nordafrika vor. Ein nettes Werk von Adiron. Der berühmte Violinvirtuose Joseph S z i g e t i hat in seinem Wiener Konzert im Großen Konzerthaussaal am 21. März das neue Werk des weltbekannten jüdischen Komponisten Joseph Adiron „Stempenju* mit außerordentlichen? Erfolg gespielt. Ursprünglich lv.it Achron auf Bestellung des jüdischen Theaters „Schwarz" in New York die Musik zu „Stempenju" komponiert. Dann hat sich der Komponist entschlossen, aus der Musik eine Suite f ü r V i o 1 i r. e u n d Klavier zu machen. Die neue Chajes-Büste im Jüdischen Museum. Im Cha jes-Zimmer des W i e ai e r Jüdischen Museum« (Malzgasise) ist die neue Büste des seligen Qberrabibiners aufgestellt worden. Der junge, äußeret talentvolle siebenbürigisohe Bildhauer Nikolaus Konyi, der schon in einem Wettbewerb den ersten Preis für eine Herzl-Büete erlangt hat, schuf hier ein ungemein gelungenen«, wirkungsvolles Standbild des verewigten Führers. Die überaus gelungene Büste ist während der Besuchsstunden des Jüdischen Museums (IL, Malzgassc 1.6), am Samstag und Sonntag von 11 bis i Uhr, zu besichtigen. Nach den Feiertagen . . . wahren Sie Ihr Interesse, nützen Sie die Gelegenheit, die Ihnen die erste große Mantelwoche im „Warenhaus der Sparsamen" bietet. Kaufen Sie Ihren Frühjahrsmantel . . . für Mann, Frau und Kind . . . elegant, aus neuesten Qualitätsstoffen, Ihrem Geschmack entsprechend . . . und doch mit wenig, mit sehr wenig Geld, bei Schiffmann, IL, Taborstraße 48. Provinzversand per Nachnahme. Fahrtvergütung. 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Viele Tausende verlangen ausschließlich. „Strüm-Maz- ..zoth"..Den Grund dieser Bevorzugung kann man leicht begreifen, wenn man die bekannte Mazzoth-Bäckerei „H. Strum" in der Rotensterngasse aufsucht. In den sechs großen Räumen des Hauses Nr. 11, die der Mazzoth- Erzeugung dienen, sieht man eine ganze Anzahl großer Maschinen, die den ganzen Erzeugungsprozeß — vom Mehl bis zur ofenwarmen Mazzoth — in der erstaunlich kurzen Zeit von nur drei Minuten erledigen. Aufs angenehmste berührt den Beschauer die peinliche Sauberkeit. Die Mazzoth-Maschinen, von Herrn Strum jun. nach eigenen Patenten konstruiert, arbeiten abwechselnd. Genau nach 15 Minuten Arbeitszeit bleibt eine Maschine stehen und wird auf das gründlichste gereinigt. Der Betrieb steht unter ritueller Aufsicht des Rabbinats der Kultusgemeinde Wien und ein sogenannter Maschgiah sowie drei Maschgichim sorgen dafür, daß die rituellen Vorschriften strengstens eingehalten werden. „Strum-Mazzoth" zeichnen sich aber nicht nur durch die bei der Erzeugung beobachtete Sauberkeit, sondern vornehmlich auch durch den guten Geschmack aus, der sie zu einer beliebten Delikatesse macht. Erfreulich ist die Tatsache, daß die „Mazzoth-Bäckerei H. Strum" hauptsächlich jüdische Arbeiter beschäftigt. _ E. " Aus der Filmwelt Im Ufa.Ton-Kino(II.,laborstr.8) feiert seit einigen Tagen Hans A1 bers in „Der Sieger" wahre Triumphe. Das Talent dieses populären deutschen Schauspielers sieht sich hier vor neue, reizende, äußerst dankbare Aufgaben gestellt. Lachstürme folgen ununterbrochen den extravaganten Abenteuern von Hans Albers und seiner Partnerin Käthe von Nagy. Hans Albers „Der Sieger" Hans Albers-Filme ha'ben sich zu einem Filmgenre entwickelt und vervollkommnet, das heute im Repertoire des Kinotheaters an erster Stelle steht. Mit 1 Weil Sieinmeiibroi das einzige Brot Iii, das aus gell waschcnemu.enthfilsiem Getreide hergesielltwtrd I Well Siefnmetebrot das einzige Brot Ut, In welchem .1 «Ich nach den Ergebnissen der wissenschaftlichen § Forschung tAmtliche lebenswichtige Erganzungs- Ü und Autbaustoffe drt Getreidekorns, die der .'§§' Körper benötigt, enthalten sind .'S 1 ........ um 1 Regelmäßig Steinmetzbrot essen, heißt den Körper I cur Gesundheit erstehen 3 i