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Die neue Welt · 1932-03-04 · Heft 233 (4.3.1932) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 233 (4.3.1932)
Date
1932-03-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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I Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 233 ECKSTEIN'! 8niiiniiiiiiiiiiiiiiii!i!iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitini:i FAMILIEN-PENSION RMtaiiratiQit, KaHctfcau» / Täglich S-UHt-Tm SEMHERING ÜXGärtStSS** Mäßige Prefsc, vorzügliche Küche, Zimmer mit Pension S 12.- aufwärts. Zentralheizung, fließendes Warm- und Kaltwasser in jedem Zimmer. / Auskunft unter Telephon U-27-6-24 rungen selbst zu eigen. Endlich enthalten die Ausführungen, insbesondere die letzten Worte des Artikels, gegen die öffentliche Verwaltung unseres Vaterlandes, nicht zuletzt auch gegen die Gerichte, den schweren und völlig unberechtigten Vorwurf, sie ließen der Willkür der jüdischen Volksvernichter freien Lauf, d. h. sie erfüllten gegen die angeblichen Mordtaten von Juden nicht die den Behörden obliegenden Verpflichtungen. Die Behauptung des beanstandeten Artikels richtet sich, wie sich insbesondere aus dem Schlußwort ergibt, gegen die in Deutschland bestehenden und anerkannten jüdischen Religionsgesellschaften. Daß der Vorwurf des Kannibalismus und des Mordes an Nichtangehörigen der Religionsgemeinschaft zu rituellen Zwecken eine Beschimpfung und ein böswilliges Verächtlichmachen darstellt, bedarf keiner Ausführung. Mit Rücksicht auf die Schwere der Beschimpfung erschien eine Verwarnung nicht ausreichend. Eine Verbotsdauer von sechs Wochen ist angemessen." Nationalsozialistische Hetze am Volkstrauertag . Die Ortsgruppe Gelscnkir oh e n des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge hatte in ihrer Vorstandssitzung, in welcher alle Wehryerbände vertreten waren, den einstimmigen Beschluß gefaßt, daß bei der großen Kundgebung des Volksbundes am Volkstrauertage neben den Geistlichen der anderen Konfessionen auch der Rabbiner sprechen soll. Als dieser Beschluß bekannt wurde, hingen die Nationalsozialisten an ihrem Vereinslokal an auffälliger Stelle einen . Anschlag aus, in welchem es hieß, die jüdischen Angäben von 12.000 gefallenen Juden seien.unwahr; nicht, der Jude Fischel, sondern ein katholischer Christ habe die erste französische Fahne im Weltkrieg erobert; jüdische Leitung der Großloge in . Paris hat den Weltkrieg entfacht; jüdischer Händlergeist war der Nutznießer des Krieges; jüdischer Marxismus hat verräterisch den Krieg beendet; jüdische Raffgier hat. das deutsche Volk in dreizehnjähriger Nachkriegszeit bis aufs letzte ausgesogen; jüdische Keckheit wirkt sich jetzt in der Kriegsgräberfürsorge aus. Der . Anschlag wurde nach drei Tagen auf Grund der Bemühungen der Ortsgruppenleitungen des R. j. .F. und des C, V." und durch entsprechende Einwirkung seitens des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge entfernt. Bfith Trumpeldor Vom Shilton-Büro in Paris B e s,c h 1 ü s s e. Ketzin Hashilton I. H a 1 p e r i n ist von seiner Inspektionsreise in Deutschland zurückgekehrt und berichtete dem Rosch Betar über seine Inspektion. Der Shilton hat diesen Rapport zur Kenntnis genommen. ~- Der Shilton setzte auf Vorschlag des Netziv Betar in Er e z J i s r o e 1, Dr. J. F r ö h 1 ich eine Netzivut für Palästina, und zwar die Chawerim Yellin, Leytov und Paamoni ein. — Der Shilton konstituierte -die Kommission, zur Organisierung der Timrpnim. Zu ihr gehören die ßetarim, A. Gurewitsch, E. -Ja b o t i n s k y und M a 1 i n o f f, seitens des Shilton der Ketzin Hashilton I. H a 1 p e r i n. Information. Der Umsatz der vom polnischen Betar. vertriebenen P r o d u kt e der Totzeret H aar et z in, 'den letzten zwei Monaten hat die Summe von 10.000.'Zloty überstiegen. — Als Vertreter der Netzivut in Polen auf der Konferenz der Totzeret Haaretz in TeUAwiw ist Herr A. Remba. Ketzin Hanetzivut, bestimmt worden. — Aus Anlaß des Todestages Joseif Trumpeldors werden in, Polen etwa 200 Werbe- und Gedenkversammlungen des Betar organisiert werden. — Der Netziv für Lettland und d^e Ketzime Hanetzivut (M. Gold, Hellmänn, Bergmann und. Bodnia) besuchten die Provinzorganisationen..— Die Netzivut in Lettland hat ein detailliertes instruktives Rundschreiben 1 über die obligatorische Gründung von' Zweigstellen der bei der Netzivut > bestehenden Z^e;n t.'r a \ ko o p e r a t i v s des lettländischen Betar versendet,.-r- -Ein neuer Betargedud ist in Bro nxv i 11 e und e,m Nesharimgedud . in F1 a t b u s h (beide New York) 'gegründet' worden. — Aus dem Bericht des griechischen Betar ist auf eine große Aktivität auf dem Gebiete der. kulturellen und Wehrsportarbeit zu. schließen. Ein Mädchengedud ist in Saloniki, ein neufcr Ken-in Comotini gegründet worden. Für den Monat Weädar ist eine große Werbeaktion ausgeschrieben worden. Es finden mehrere öffentliche Kundgebungen, die mit einem Bankett schließen werben, statt, Ei^e.,Sp^ialnummer der „Nation", 16 Seiten stark in ff e.jpräisch, Spaniolisch und Französisch^ wird erscheinen. Durch die Gründung eines Ken Betar in Söusse ist die Zahl der Kenim in Tun i s auf 5 gestiegen. Bisher bestanden Kenim in T u n i s, Sfax, Nabeul und Mahdia. Ein sechster Ken ist im Entstehen. — Zur Erwerbung gründlicher Kenntnisse im Wehrsport ist de? Mefakked Heken in Shanghai, Ch. Lifschuetz, dem englischen Freiwilligenkorps in Shanghai beigetreten. .«— Die Wehrsportarbeit, in T i e nt»ia und. Harbin macht große Erfolg«. Presse. Erschienen sind: Awodatenu Nr. 3 (Anleitungen für die Arbeit, Befehle, Information und Abschied vom Netziv in Polen Aron Propes); in Lettland der Hamadrich" Nr. 13 (Anleitungen für die Arbeit, jabotinsky über die Beziehungen zu England, Information); in Saloniki „La Nation" Nr. 4 mit der hebräischen Beilage; in Harbin „Der Hadegcl" Nr. 2 (Leitartikel über unseren Kampf mit England und über die Geschehnisse im Orient; Das Araberproblem, die jüdische Jugend in Amerika, Ueber Verstand und Wille im Sport, Information, Anleitungen etc. In New York „Betar Monthly Bulletin. Nr. 10" (Editorial über Sokolows Besuch in Amerika, Nordaus Todestag, Amerikanische Pro-Palästina-Komitee; Dr. Yevin über Betar und die Revolution im Zionismus, Max Nordau von G. Preil, 50 Jahre „Bilu" von G. L. Sammler, D. Mogilensky über die Grundlage jüdischen Nationalismus, Information etc.) und die „I ggeret" Nr. 2 in Tel-Awiw (Die Konferenz der revisionistischen und Betararbeiter, A. Ikar: Was sind Pelugot?, Hapshan über die Alija usw.). Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs. Ortsgruppe VI/VIII: Donnerstag, den 10. März 1932, halb 9 Uhr, Cafe Höllriegld, VII., Burggasse 28, Versammlung. Redner: Ober bau rat Ing. Stricker. * Purimfeier: Die diesjährige Purimfeier findet Mittwoch, den 2 3. März, im Heim, IL, Untere Augartenstraße 38, statt. Kartertvorraerkung im Sekretariat. . * Ortsgruppe Linz: Samstag, den 12. März, spricht Herr Dr. J. Wolf über das Thema: Zionismus — Faschismus — Sozialismus. Landeskonferenz der italfenisdien Zionfsten-Revisionisfen Aus Milano wird uns geschrieben: Am 14. und 15. Februar fand hier die erste Landeskonferenz der Zionisten-Revisionisten Italiens statt, an der sämtliche revisionistische Provinzgruppen teilnahmen. Auf der Tagesordnung standen Fragen der Propaganda, Organisation, Jugendbewegung, Tel-Chaj-Fonds und Finanzwirtschaft. Nach gründlicher Beratung auch der technischen und rein internen Probleme wurden u. a. folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Loslösüng von der italienischen zionistischen Ländervereinigung. 2. Mißbilligung der Maßnahmen der Mandatarmacht England, dessen Verhalten das jüdische Aufbauwerk gefährde. Die Frage der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Gruppen der Zionistischen Weltorganisation wurde dem endgültigen Beschluß des Zentralkomitees überlassen; Auch wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, bei der i t a 1 i e n i s c h e n N a-1 i o n 'das '^Interesse; für die zionistisch-palästinensische Arbeit" wecken zu können. Zum Führer der italienischen Union wurde Advokat Leone Carpi gewählt. Das Direktorium besteht aus den Herren Prof. Dr. J. S c i aky (Firenze), Dr. J.Sonne (Firenze), Dr. G. R o i f e r (Pisa), Israel Heller (Pavia), Ing. E. Le vi (Milano) und Arch. M. D'U r b i n o (Milano). An den Präsidenten der Weltunion Dr. Wladimir Jabotinsky, welcher der Tagung beizuwohnen verhindert war, wurde ein Begrüßungstelegramm geschickt. 'Die erste Landeskonferenz der italienischen Revisionisten verlief in würdiger und kameradschaftlicher Stimmung. E. Gr. Dr. Artur Hantke in Wien Der Direktor des Keren Hajessod Dr. Artur Hantke hielt, sich dieser Tage auf seiner Rückreise aus Rumänien in .Wien auf, um mit den Vertretern der Keren^Haj.essod-Arbeit in Verbindung zu treten. Herr Dr. Hantke nahm an einer außerordentlichen Sitzung des neutralen, KerenrHajessod-Komitees teil. Außerdem hatte der- K,eren; Hajessod für Sonntag, den 28. Februar, vor? mittags, eine Vertrauensmännerbesprechung einberufen, in welcher Herr. Dr. Hantke über die Tätigkeit und die Notwendigkeiten des Keren Ha j e s s o d referierte. Herr Dr. Hantke stellte . fest, , daß in den aller* meisten Ländern die Keren-Hajessod-Arbeit in diesem Kr is e n j a h r unverändert dur ch geführt wir<L Während alle übrigen Sammlungen heuer ein sehr schlechtes, Ergebnis aufweisen, bilden die zionistischen Fonds die einzige Ausnahme, weil sie auf der Arbeit einer lebendigen Bewegung beruhen. In den so stark mitgenommenen Ländern von Osteuropa werden wir wahrscheinr lieh, dasselbe Ergebnis haben wie voriges Jahr. Der Redner schloß seine Ausführungen mit einem Appell, sich in den Dienst der Heren-Hajessod-Arbeit zu stellen. ' Die; Besprechung schloß unter Dankeskundgebun? gen für Herrn Dr. Hantke, dessen kurzer Wiener Aufenthalt der Arbeit für Palästina hoffentlich wertvolle Impulse gegeben hat. Pension v Au Stria* Kinderheim Vöslau OLGA KADISCH) ifigerrnayerstraße 16 Telephon Hr. 141 Für Dauer' and Erholungsaufenthalt Jeder Unterricht im Hause, auch Nachhilfe für öffentl. Schulen besuchende Kinder. Pädagogisch einwandfreie Leitung durch staatlich geprüfte Lehrer n. Ers'klassige Verkö tigung. Mütterliche Pflege. Mäßige Preise! ^Ju^M'xod&nb ■yton>l Die Arbeit des Keren Kajemeth. J u b i 1 ä u m s a k t i o n. — Achtung, zionistische Jugend! Donnerstag, 3. März, 3/48 Uhr abends, im Kassaraume des Keren Kajemeth, Zusammenkunft der Kommissäre wegen Mithilfe der Jugend bei der Jubiläumsaktion. Jubiläumsmeeting aller zion. Föderationen und Sonderverbände. Donnerstag, den 1?. März. Sprechen werden die Repräsentanten aller zionistischen Gruppen und die Nestoren der Monistischen Bewegung in Wien Briefmarkensammlung des Brüh Trumpeldor Der Brith Trumpeldor Oesterreich teilt mit: An alle Freunde des Betar! .Ueber Anregung der Herren Erich Kohn und Leo Better wurde vom Sc h i 11 o n (Weltbundesleitung des Betar in Paris) eine große Briefmarkenaktion in die Wege geleitet, die dazu dienen soll, neue, bisnun von keinem Jugendbund erfaßte Kreise der jüdischen Jugend dem Betar zuzuführen. Diese Aktion, deren Zentrale sich in W i e n befindet und von den oberwähnten Herren geleitet wird, hat bereits schöne Erfolge gezeitigt. Wir ersuchen alle Revisionisten und Freunde, uns die Marken ihrer einlangenden Post, respektive alte Marken usw. zur Verfügung zu stellen, damit wir diese verwerten können. Die Verwertung wird so vor sich gehen, daß, wenn beispielsweise eine größere Anzahl 20-Groschen-Marken gesammelt wurde, diese nach Südafrika, China, Brasilien, oder sonstwohin geschickt werden, wo sie seltener zu findeu sind und daher gut bezahlt werden, denn Briefmarkensammler gibt es in der ganzen Welt. Aus diesem Grunde ist uns jede Marke, sei sie jetzt neu oder alt, häufig oder selten, gebraucht oder ungebraucht, wichtig. Wir ersuchen auch um Ueberlassung alter, nicht mehr fortgeführter Sammlungen, Doubletten usw. Die Markenreinigung, bzw. Ablösung der Marken von den Kuverts wird von uns vorgenommen, daher können solche auf den Kuverts bleiben. Wir ersuchen um Zusendung der Briefmarken an die Adresse „B r i t h Trump e 1 d o r, B r i e f m a r k.e n n k t i o n, Wien, Untere Au#artenstraße 38", respektive um Angabe der Anschrift, damit solche abgeholt werden können. Bei dieser Gelegenheit danken wir bestens für Ueberlassung von Briefmarken: Frl. Krauß, „Neue Welt", Wien; Herrn Oberbaurat Robert Stricker, Wien; Herrn Wozasek, Amstetten; Herrn Emanuel Antscherl, Scheibbs; Herrn.Fritz Richter, Wien; Herrn James Agid, Lwow; Zeror Ever ha Jarden; Alex Fischer, Wien; Fritz Barer, Wien; Papier- und Spagathandlung Samuel Schlichter, Wien, II., Große Sperlgasse 19. Alle Seniffim, Galilim und Kennira . haben diese Aktion laut Pekuda des Schilton im Einvernehmen mit der Zentrale in Wien auf das energischeste durchzuführen. ISroReMillelsdiulerkundgebung Der Rahmenverband Zionistischer Mittelschülerverbindungen und der Verband Zionistischer Mittelschüler Oesterreichs veranstalten eine : große. Kundgiebüng am Donnerstag, den 3. März 1952, um halb 8 Uhr abends, in den Sälen, IL, Untere Augartenstraße 38. Es sprechen Herr Dr. Oskar Griinba um und Ing., Oberbaurat Robert Stricker. — Mittelschüler,, erscheinet in Massen! Aus der Tsiheihoslowakei Rechenschaftsbericht des Abgeordneten: Dr. Julius Reisz Der Abgeordnete der Jüdischen Partei Dr.. Julius Reisz erstattete Sonntag, den 21. Februar, seinen , Wählern in Lun den bürg und Brünn seinen Rechenschaftsbericht. In beiden Orten gestaltete sich dieser Bericht zu einem jüdisch-pölitischen Ereignis ersten Ranges. Viele hunderte Y/ähler folgten; den Ausführungen des Abgeordneten mit großer Aufmerksamkeit uiid" in beiden Orten wurde dem Abgeordneten Doktor Reisz und der Jüdischen Parteileitung für deren Tätigkeit Dank und : Vertrauen ausgesprochen. Drr Reisz erklärte u. a., daß das Gleichgewicht im 3taatSr haushalte keinesfalls durch Einführung neuer'; Steuern oder durch Erhöhung bestehender Steuernhergestellt Werden darf, sondern durch Ersparnisse, im'.dj$ noch hinreichend Möglichkeiten bestehen. Dje gqplatite Erhöhung der Umsatzsteuer müsse abgelehnt werden. Auf dem Gebiet der produktiven ArbcitslosentürSQfge. müsse entschieden fortgefahren werden. Die Not in Kärpathor u Bland .rufe nach einer großzügigen staatlichen Hilfsaktion, da "sonst Gefahr besteht, daß das dortige Leben ernste Erschütterungen erfahre.- In Brünn ' e n t w i k- .kel.-te sich nach dem RechenschaftsbenchS .eine lebr .tyafte politische Debatte, an welcher alle positiven jüdischpolitischen Schichten teilnahmen, auch 4ie Vertreter der 'Universitätsjugend, die Führer der Poale; ^ion' usw. ' Nach dem Schlußwort des Abgeordneten Div Raißz wurde;festgestellt, daß alle positiv-jüdisch euigQs.teHten., Richtungen in dieser Republik, welche die A s s i m.i la t i o n 'ablehnen, innerhalb der. Jüdischen Partei Gelegenheit finden können, ihr Programm durchzusetzen,;

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