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Die neue Welt · 1932-02-26 · Heft 232 (26.2.1932) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 232 (26.2.1932)
Date
1932-02-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. m Aus eutschland Beilage der »Neuen Weif« tür Deutschland a ftlfalredaktfon und Administration t Berlin, Charlottenburg % JoadiintstalersfraRe 3 M Reidi§prä§i'deittenwahl —- und was dann! i. Trotz seines hohen Alters hat sich Herr von Hinidenburg bereit gefunden, sich nochmals für das Amt des Reichspräsidenten zur Verfügung zu stellen. Er tat das unter Ablehnung aller ihm von der Rechten zu gemuteten parteipolitischen Bindungen in der ausdrücklich ausgesprochenen Ueberzeugung, damit den nationalen Gesamtinteressen des deutschen Volkes zu dienen Seine Erklärung hat bei der bürgerlichrepublikanischen Presse freudigste Zustimmung gefunden. Das ist aber auch für den nicht weiter verwunderlich, der sich der Haltung derselben Blätter vor sieben Jahren erinnert. Damals galt ihnen Hindenburg als Exponent der antirepublikanischen Reak tion. Heute glauben sie in ihm den Vertreter der ver fassungsmäßigen Legalität zu sehen, als der er sich während seiner Amtszeit immer wieder erwiesen hat. Und sie glauben vor-allem, die Kandidatur Hindenburgs sei schon gleichbedeutend mit seiner Wahl. Wenn sie sich darin nur nicht irren! Hindenburg selbst hat bekanntlich in seiner Bereitsdiaftserklärung durchaus an die Möglichkeit gedacht, daß er bei der Wahl unterliegen könne. Sollte der greise Feldmarsdiall am Ende den schärferen Blick für die taktische Situation haben, als die Leitartikler der bürgerlich-republikanischen Presse? Schon möglich. Denn zur Wahl ist die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erforderlich. Und es kann nach der Lage der Dinge billig bezweifelt werden, ob Hindenburg sie erhalten wird. Daß die bürgerlichen Gruppen von Volks- bis Staätspartei niemals die notwendige Stimmenzahl aufbringen können, steht außer allem Zweifel. Selbst wenn diejenigen Rechtskreise, welche aus alter militärischer Tradition'die Hugenbergsche Spaltpolitik nicht mitmachen, sondern Hindenburg Gefolgschaft leisten, dazugerechnet werden, reicht es immer noch längst nicht zur absoluten Majorität Die kann nur mit Hilfe der sozialdemokratischen Arbeitermassen erzielt werden. Aber ob die Arbeiterschaft für Hindenburg stimmen wird, ist alles andere als gewiß. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ist in einem peinlichen Dilemma. Geht es doch bei der Reichspräsidentenwahl nicht nur um das Reich, in dem die S. P. D. ohnehin zur Zeit nicht viel zu bestellen hat, sondern um Preußen: der Ausgang nicht nur, sondern auch der Verlauf der Reichspräsidentenwahl bestimmt die taktische Stellung, aus der heraus die Sozialdemokratie in den Preußenwahlkampf geht. Und da ist immerhin zu bedenken, daß die S. P. D. vor sieben Jahren ' eine so eindeutige und scharfe Haltung gegen Hindenburg eingenommen hat, daß es ihr schon rein propagandistisch außerordentlich schwer fallen muß, heute für diesen Mann einzutreten. Darüber hinaus kann sie sich in politisch-materieller Hinsicht nicht'der Tatsache verschließen, daß die antisozialistischen Notverordnungen der letzten Zeit den Namen des Reichspräsidenten v. Hindenburg tragen. Schließlich weiß anch jeder deutsche Arbeiter, daß die starke Stellung, welche die nicht eben linksgerichtete Reichswehr im Gefüge der derzeitigen deutschen Innenpolitik hat, nicht zuletzt auf den Einfluß des alten Feldmarschalls zurückgeht Beachtet man diese Zusammenhänge, so wird man sich nicht darüber wundern, daß eine parteiamtliche Stellungnahme der S. P. D. zu Hindenburgs Bereitschaftserklärung bis heute nicht bekannt geworden ist Denn der Partedvorstand muß damit rechnen, daß eine etwa von ihm ausgegebene Parole für Hindenburg von weiten Kreisen-der sozialdemokratischen Wähler nicht befolgt werden würde. Damit wäre die taktische Position für den Preußenwahlkampf erheblich verschlechtert Darum ist es nicht ausgeschlossen, daß die S. P. D. als solche?u dem ersten Wahlgang überhaupt nicht Stellung nimmt, sondern nur mit Hilfe von Reichsbaoder und Eiserner Front dafür sorgt, daß Hindenburg wenigstens in die Stichwahl kommt. (Angesichts der ungeheuren Not des deutschen Volkes wäre es nicht ausgeschlossen, daß der nationalsozialistische und kommunistische Kandidat mehr Stimmen erhielten als ein vom Reichsbanner und der Eisernen Front nicht unterstützter Hindenburg, der damit gar nicht erst in die Stichwahl käme.) Wie weit freilich der sozialdemokratischen Parteileitung die Möglichkeit offen bleibt, Hindenburgs Kandidatur indirekt zu fördern, das wird von den innerpolitischen Ereignissen der nächsten zehn Tage abhängen. Kommt Hindenburg gegen einen Kandidaten der Rechten in die Stichwahl, so dürfte er auch gewählt werden. Denn im zweiten Wahlgang entfallen für die sozialdemokratischen Arbeiter einige Hemmungen dadurch, daß der andere Kandidat eine ausgesprochen arbeiterfeindliches Programm vertritt. Auch verbessert eine Niederlage Hitlers oder Hugenbergs in der Reichspräsidentenwahl die Chancen der S. P. D. für die Preußen wählen. Man muß sich aber darüber klar sein, daß selbst die Wiederwahl Hindenburgs nicht ohneweiters eine Stabilisierung der innerpolitischen Lage Deutsch lands bedeutet. Auch in Zukunft wird es entscheidend auf die Entwicklung der Außenpolitik ankommen, deren maßgebende Bedeutung für die wirtschaftlichen Verhält nisse in Deutschland heute wohl nur noch von einigen extrem liberalen Blättern jüdisch-assimilan tisch er Observanz verkannt wird. Gelingt es der deutschen Außenpolitik nicht, den wirtschaftlichen Druck, der auf Deutschland sehr viel schwerer lastet als auf den übrigen großen Industrieländern, so weit zu mildern, daß die Arbeitslosigkeit zurückgeht, dann dürfte sich ein nationalsozialistischer Erfolg — sei es legal, sei es illegal — auch unter Hindenburgs Präsident schaft nicht verhindern'lassen. So gewiß es ist, daß ein derartiger nationalsozialistischer Erfolg nicht gleichbe deutend ist mit dem Anbruch des Dritten Reiches, so gewiß würde er auch bei geringster Dauerhaftigkeit das Ende der heute wenigstens der Staatsform nach noch demokratischen Verfassung bedeuten. Die deutschen Juden bekunden an der Reichspräsidentenwahl starkes Interesse. Sie halten die Entscheidung darüber, wen sich das deutsche Volk zum Reichsoberhaupt wählen wird, für eine Angelegenheit, die ihre eigenen Lebensinteressen angeht Wohlgemerkt, ihre Lebensinteressen als Juden, nicht als Deutsche. Nur so ist es zu begreifen, daß der Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, jene Interessenvertretung der liberal-demokratischen Assimilationsjuden, die vor sieben Jahren den Wahlkampf gegen Hindenburg in jeder Weise unterstützt haben, heuer plötzlich von „unserem Hindenburg" redet. Das ist nicht nur ein Beweis mangelnden politischen Anstandes und ghettohafter Liebedienerei. Das ist ein Symptom dafür, daß auch der assimilierteste Assimilant seine politische Entscheidung unter j ü d isehern Aspekt trifft Die Kalkulation geht so: Die endgültige Entscheidung "wird bei der Präsidentenwahl zwischen Hindenburg und einem Vertreter der äußersten Rechten liegen. Beide Kandidaten entsprechen zwar nicht den liberaldemokratischen Tendenzen der jüdischen Bourgeoisie, aber Hindenburg hat in seiner bisherigen Amtszeit die demokratische, Verfassung .geschützt; er wird sie auch weiter:.schützen, während ein, nationalsozialistischer oder deutschnationaler Reichspräsident das nicht täte. Von dem Fortbestand der gegenwärtigen Verfassung aber hängt — so meint der C. V.-Spießer — das Wohl der Juden ab. Also wählt der C. V. Hindenburg. Nicht, weil er damit den Deutschen, sondern weil er damit den Juden zu dienen hofft. Der Centrai-Verein irrt sich. Wer über die tagespolitische Konstellation hinausblickt der erkennt, daß ein Wahlsieg Hindenburgs zwar für das deutsche Volk wahrscheinlich segensreicher sein wird als der Wahlsieg eines Nationalsozialisten. Für die Juden in Deutschland aber ist es — auf weite Sicht gesehen — gleichgültig, wer Reichspräsident wird. Auf weite Sicht gesehen. Für den Augenblick ist es natürlich in Bezug auf die Lage der Juden wichtig, ob wir binnen kurzem einen Nazi als Reichspräsidenten haben oder nicht. Eine neue Amtszeit Hindenburgs bietet Gewähr dafür, daß sich die starken judenfeindlichen Regungen des deutschen Volkes in den durch die demokratische S t a a t s f o r m aufgerichteten Dämmen bewegen. Hitler oder einer seiner Unterführer als Reichspräsident ließe offene Pogrome befürchten. Insoweit ist die Kalkulation des C V. richtig. Falsch ist sie im Hinblick auf die innerpolitische Haltung des deutschen Volkes für die Zukunft und in Bezug auf den Bestand der gegenwärtigen Verfassung. Wer imstande ist, geistige Kräfte zu sehen und zu verstehen, noch ehe sie in handgreiflichen Gesellschaftszuständen Form und in Akten der Gesetzgebung Norm geworden sind, der sieht das unaufhaltsame Heraufkommen eines neuen deutschen Nationalismus. Unaufhaltsam ist diese Bewegung, weil ihr Ursprung weltgeschichtliche Legitimität hat: sie entstammt der ..furchtbaren Notlage des deutschen Volkes, das um sein Dasein, um Erhaltung seiner Art und seiner Kultur kämpft. Nicht die nationalsozialistische Partei ist Träger dieses neuen Nationalismus. Er ist in allen Parteien zu finden, ausgenommen die kommunistische. Er ist in allen Parteien verschieden gefärbt und von ungleicher Intensität. Aber er trägt in allen gewisse gemeinsame. Züge. Die sind: Abkehr von dem liberalen System der freien Konkurrenz wir tschaft zugunsten einer staatlich zumindest regulierten, wenn nicht gebundenen Wirtschaftsweise; Abwendung von allzu weitgehender weltwirtschaftlicher Verflechtung; Erweiterung der deutschen landwirtschaftlichen Produktionsbasis durch Schutzzoll und Siedlung; damit Abkehr von dem gegenwärtigen Zustand überwiegend industrieller Betätigung der Bevölkerung; Einengung oder Abbau des parlamentarischen Systems zugunsten der Exekutive; Schaffung neuer politischer Symbole und Formen, in denen sich der Freiheitswille der Nation manifestiert; stärkere Ein- und Unterordnung des Einzelnen in die Gesamtheit durch eine andere Staatsordnung; Bindung auch des geistigen, des kulturellen Schaffens an gewisse Normen. Man mag zu diesen Tendenzen stehen, wie man will. Sie sind da und sie sind im Vormarsch. (Auch innerhalb der deutschen Sozialdemokratie, die sich vom Austromarxismus grundlegend dadurch unterscheidet, daß sie schlechtere Theoretiker, aber bessere Staatsmänner hervorgebracht hat) Träger der diesen Tendenzen entgegenwirkenden Kräfte sind außer der kommunistischen Partei und einigen bedeutenden Repräsentanten deutsch-liberaler Geistigkeit im wesentlichen die assimilierten Juden aller Parteischattierungen. Deshalb werden sie von allen Vertretern des neuen deutschen Nationalismus bekämpft. Sie befinden sich bei diesem Kampf in aussichtsloser Position. Mächtig geworden sind die deutschen Juden im Zeichen des Liberalismus. Er gab ihnen die staatsbürgerliche Gleichberechtigung, die wirtschaftliche Bewegungsfreiheit, die Teilnahme an der Kultur Europas. Jene Tendenzen des neuen Nationalismus bedrohen alle jüdischen Positionen zugleich: die staatsbürgerliche Gleichberechtigung, die Entfaltungsmöglichkeit des frei konkurrierenden Individuums, die ungebundene Stellungnahme im kulturellen Schaffensprozeß. Solange die deutschen Juden glauben, dieser Bedrohung durch Beharren bei einer geistigen Haltung begegnen zu können, die das deutsche Volk in seiner Mehrheit nicht mehr teilt, ja kaum noch versteht, solange werden sie der elementaren Kraft dieser neuen nationalistischen Welle nicht widerstehen. Sie werden von ihr weggespült werden, einerlei, ob der Reichspräsident Hindenburg heißt oder Hitler. So stehen die Dinge, auf weite Sicht gesehen. Uns Zionisten überrascht diese Entwicklung nicht. Sie entspricht dem, was wir seit HerzI über die Judenfrage wissen: in der Galtith sind wir immer Objekte des historischen Geschehens, nicht Subjekte. Und Galuth ist überall dort, wo wir Juden Minorität sind, Jizchak ben Meir. Berliner Nachrichten Vom revisionistischen Landesverband. Rundschreiben Nr. 3/II. Soeben wurde das Rundschreiben Nr. 3/11. das die revisionistische Landeszentrale an ihre Ortsgruppen und zahlenden Mitglieder herausgibt, versandt. Das Rundschreiben enthält eine ausführliche Darstellung über den vom Exekutivkomitee der Weltuni b n der Zionisten-Revisio nisten in der Vorwoche veröffentlichten Text arabischer Forderungen zu einer jüdfsch-arabiscli-englischen Round-Table-Konfercnz. Im Anschluß an diese Ausführungen befindet sich ein Bericht über die Tätigkeit der Landesorganisation. Stammtisch. Die Revisionisten Berlins treffen sich nach wie vor im Cafe Telschow (1. Etage). Hardenbergstraße, direkt am Bahnhof Zoo. Auch die von auswärts in Berlin eintreffenden Gesinnungsgenossen werden auf diese Zusammenkünfte aufmerksam gemacht. Vortrag J. Klinoff. Im Rahmen einer Mitgliederversammlung der revisionistischen Ortsgruppe Berlin sprach Red. J. Klinoff am 18. d. über das Thema .. W i e argumentieren wir .gegen den' Kommunismus?"' In seinem eineinhalbstündigen ' Referat wußte der Redner das umfangreiche Material meisterhaft zu behandeln. Der Vortrag wirkte durch das staunenswerte Beherrschen der Materie und durch die Schärfe und Prägnanz der gegen die kommunistische Propaganda angeführten Gegenargumente. Fast alle Gebiete dieser Propaganda wurden gestreift und im richtigen Lichte, belegt durch zahlreiche konkrete Beispiele, dargestellt. In der Debatte ergriffen das Wort: H. Engländer. Dr. P o 11 a k. H. W e : B m a n n, H. B y s c h o f (. Dr. H. Bloch. Sally Markovltssh. H. Qarabatski und Dir. Ch. B e 1 i I o w s k i. In seinem Schlußwort hatte Herr Klinoff nochmals Gelegenheit, seine gründliche Vertrautheit mit den Problemen kundzutun. Vortrag Dr. Hans Bloch. Donnerstag, den 3. März I. J., spricht im Rahmen der Mitgliederversammlung der revisionistischen Ortsgruppe Herr Dr. Hans Bloch über das Thema: ..Gibt es' eine zionistische Stellungnahme zum Nationalsozialismus?" Der Vortrag findet bei Kaufmann, Kleiststraße 14. statt und beginnt um 8% Uhr abends. - B e t a m I v r i. Sonntag, den 22. Februar 1932. findet im Bet Am, Kurfürstendamm 61. um 8 Uhr abends ein Konzert abend statt Programm: Rezitation (Manfred Geis): Klaviervorträge (Gustav Säbel): Violine (Edith Bertschinger) Gesang (Lucy Gilbert): am Flügel M. Torczyner. Karten zu 1 und 2 Mark an der Abendkasse oder telephonisch: Bismarck 1789. K. J. V. -Tagung. Der Kartelltag des K. J. V. findet vom 26. bis 29. Februar im Logenhuus, KlelststraBe 10. statt. In der Internen K. J. V.-Zeltschrlft i.Der jüdische Student" " (Jahrgang 29. Heft 2). die für diese Tagung bestimmt ist. bespricht u. a. Hans .Abelsohn die Lage, die sich aus dem Austritt der Revisionisten aus der Z. V. f. D. ergibt, und kommt zum Schlüsse, daß das K. J. V. die einzige neutrale Organisation sei. in welcher alle Tendenzen Platz hätten. Predigten in den Gemelndesynagog e.n: Freitag.,den 26. Februar 1932: 17.45 Oranlenburgerstraße (Dr. Weyl). 17.45 Lindenstraße (Dr. Blumenthal). 18.00 LUtzowstraße (Dr. Salomonsky). 17.45 Markgraf- Albrecht-Straße (Dr. Prinz). 19.15 Prinzregentenstraße (Dr. Qalllner). In den übrigen Synagogen beginnt der Gottesdienst um 17.45. — Sonnabend, den 27. Februar 1932: 9.00 Münchenerstraße (Dr. A. Levy). 9,00. Franzensbaderstraße (Dr. E. Cohn), 9X0 Fasanenstrasse (Dr. Wiener). In den übrigen Synagogen beginnt der Gottesdienst mit altem Ritus um 9 Uhr. mit neuem Ritus um 10 Uhr. Generalversammlung der revisionistischen Ortsgruppe Breslau •■ Die diesjährige Generalversammlung sollte mit einem umfassenden Ueberblfck über die Entwicklung des o f f 1 z i e 11 e n Z I o n I s m o g und des Revisionismus eingeleitet werden. Der unmittelbar vor der Versammlung eingetroffene Bericht Uber die revisionistische Pressekonferenz in London machte es nun zur Pflicht, sich ausschließlich mit diesem entscheidenden Dokument zu. beschäftigen. . das ja gleichzeitig Schlußstein der bisherigen und Ausgangspunkt unserer revisionistischen Politik sein muß. Es bot dabei genügenden Anlaß, die allmähliche Entwicklung von der Balfour-Deklaration bis zum French-Bericht zu beleuchten. Das Ergebnis der Aussprache war das Gelöbnis der überwiegenden Mehrheit, mit stärkster Entschiedenheit' die revisionistische Arbeit planmäßig zu fördern. Der Jahresbericht erinnerte die Mitglieder an unsere große Parteiarbeit im letzten Jahre, an die Jabotin sky- Versammlnng und die Vorträge unseret Gäste Stricker. S c h e c h tmann. Dr. Rabinowicz und Dr. Bloch. Wir denken an dieser Stelle nochmals an den Wahlkampf, der vor noch einem Jahre mit äußerster Erbitterung gegen uns geführt worden ist. an die Begründung der revisionistischen Frauengruppe und die Umstellung der bisher neutralen Mädchenvereinigung R a h e I in eine revisionistische Organisation — ein Vorzug, an den sch erfreulicherweise auch anderwärts die Gründung von Mädchenorganisationen angeschlossen hat. Unsere Werbeveranstaltungen in diesem Winter werden trotz des snröden Materials mit Nachdruck fortgesetzt. Sehr bewährt haben sich Vorträge von Zionisten. auch Nichtrevisionlsten. in unserem Kreis, die Palästina aus eigener Beschreibung kennen. En großes Winterfest hat uns starken Besuch und mehr Sympathien verschafft. Die Sammlungen auf dem Fest und bei Hauskonzerten und sonstigen Anlässen ergaben 200 Mark für den Tel-Chaj~Fonds. Die Kasscnverhältnissc sind geregelt. Die Zahlungen für die Zentralinstanzen waren nicht unerheblich, aber doch nicht ausreichend. Wir werden trotz

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