Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 231 (19.2.1932)
- Date
- 1932-02-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 211 jiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiui^ « ■* 1 Brith Trumpcldor/ Berlin | 2 sssssesesesssssssessssssssssss^ ■» s *■* | Sonntag, den 21. Februar, In derÄola des | | Friedrich Werderschen Realgymnasiums S | WeinmeisterstraBe 3 1 [\m\im > letarmmltj Freunde eingeladen! Beginn pünktlich um 5 Uhr! S T?iiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiii!iiuiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii7 besuchte die meisten Plugot bei ihrer Arbeit. Vom 7. bis 11. führte er mit den Mefakdim einen Kurs für Hachschara HagEannitit durch. Am Donnerstag abends fand in der Turnhalle ein Misdar des Berliner Ken vor Ch. H a 1 p c r i n statt, an dem sich 130 Ch. beteilistcn. -- Am 21. Februar findet in der Aula des Friedrich-Werderschen Realgymnasiums. Weinmeisterstraße, um 5 Uhr die Einweihung der iletar-'Schule statt. Alle Freunde sind eingeladen. — Leipzig: Die Ncziwui besuchte am 7. d. M. den Ken Leipzig, um mit den dortigen Chawcrim eine engere Fühlungnahme herzustellen, sowie Anweisungen für die Arbeit zu geben. Vormittags fand im Hause unseres Freundes. Herrn Sudowicz. eine Besprechung mit den führenden Chawerim statt. Nachmittags war eine Assefa der Nezlwut im Kreise des Leipziger Bctar. auf der die Qrundlagen der Betararbelt erörtert wurden. Anschließend wurde eine kurze Belehrung über die äuOeren Formen des Betar für unsere Leipziger Chawerim veranstaltet. Wir haben den unbedingten Bindruck, daß der Leipziger Ken. so klein er auch ist. sich bald entwickeln und In künftiger Zelt zum bestimmenden Bunde in Lelpzlz .werden wird. . ■ \ Hamburg: Am 13. und 14. Februar weilte Herr Richard Lichtheim in Hamburg. Sonnabend fand eine Zusammenkunft Im internen Kreise für geladene Qäste statt, bei welcher Herr Lichthelm Aufklärungen über die letzten Geschehnisse gab. Sonntag fand eine öffentliche Kundgebung statt, die sehr gut besucht war. Herr Lichtheim setzte sich mit den Zehproblemen auseinander und verfocht .das revisionistische Programm In einleuchtenden, klaren, sachlichen, von hohem Niveau getragenen Ausführungen. Stürmischer Beifall belohnte die ausgezeichneten Ausführungen, die der revisionistischen Idee neue Freunde erworben und viele Mißdeutungen des Revisionismus zerstreut haben. Magdeburg: Am Sonnabend, den 6. Februar, veranstalteten wird die erste öenentliche Werbeversammlunu. in welcher Herr Richard L i c h t Ii e i m. Berlin, referierte. Herr Lichtheim legte In seinem Thema Uber ..Die Schicks aisstunde der zionistischen Bewegung" die heutige Lage Palästinas dar und führte in objektiver Weise die Gefahren hervor, die durch die ungeschickte Verwaltung der Exekutive in den letzten. 12 Jahren entstanden sind. Im überfüllten Saal hörten die Anwesenden die klaren und sachlichen Ausführungen des Referenten mit größter Aufmerksamkeit an. Es sprachen, in der Diskussion der Vorsitzende der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe und ein Poalc Zion'is't. Letzterem wurde von den Anwesenden wegen seiner unsachlichen und Im ganzen unverständlichen Ausführungen mit Zurufen erwidert und von dem Referenten in seinem Schlußwort auch gebührend kurz geantwortet. Der Vorsitzende der Z.. 0. (Alkem. Zionlst) erklärte, daß er zu den Ausführungen nichts zu erwidern hatte und gab der Hoffnung Ausdruck, daß eine baldige gemeinsame Weiterarbeit einkehren möchte. — Eine Sammlung für den Keren Tel Chai und die Aufnahme -mehrerer Mitglieder waren die Erfolge dieser Veranstaltung. Wir werden in kurzen Abständen weitere derartige Veranstaltungen folgen lassen. Heidelberg: Die revisionistische Gruppe in Heidelberg führt die im..Herbst begonnene Intensive Werbe- und Aufklärungsarbeit regelmäßig:.durch. Die Zusammenkünfte finden alle vierzehn Tage statt Infolge beruflicher Inanspruchnahme hat Herr A. Rafallowitsch sich bis Mai von der aktiven Mitarbeit suspendieren lassen. Die, Arbeit der revisionistische!*1 Ortsgruppe Hegt nunmehr In den Händen von Dr. riecht. Karlsruhe: . . Sonntag, am 14. Februar, besuchte eine Gruppe von Heldel- 'berger Revisionisten unter der Führung von A. Rafallowitsch nnd Dr. H e c h t. Karlsruhe, um an dem Verbandstag der jüdischen Jugendlichen teilzunehmen. Die Heidelberger Revisionisten sind mit den Revisionisten unserer Stadt In Fühlung getreten und haben außerdem im Rahmen des Verbahdstages wertvolle Aufklärungsarbelt für den Revisionismus geleistet. Brith Trumpeldor, Frankfurt a. M. Trumpeldor- Feaer. Am Samstag, den 20. Februar 1932. veranstalten wir in sämtlichen Räumen der Revisionistischen Union, Seitenstraße 33, Parterre, anläßlich des 12. Todestag e s v o n J o s e f Trumpeldor eine öffentliche Trumpeldor-Fei er. Es sprachen: Chawer stud. jur. A. Rafaelowitsch, Heidelberg, „Die aktuelle Situation der Jugend", Chawer cand. math. B. Teirler, Gießen. „Im Geiste Trumpeldons". Umrahmt wird die Feier durch Sprechchöre und heöbräische Lieder. Revisionisten demonstrieren bei einer Antrittsvorlesung Die Jüdische Telegraphenagentur meldet aus Jerusalem: Die am 10. Februar an der hebräischen Universität zu Jerusalem stattgefundene Antrittsvorlesung des früheren Oberstaatsanwalts Palästinas Norman Ben t wich, der zum Inhaber des Weizmann-Lehrstuhls für internationales Recht und Frieden an der Universität ernannt wurde, ist durch Revisionisten erheblich gestört worden. Die Revisionisten brachen beim Erscheinen von Bentwich in feindliche Rufe gegen ihn aus, warfen Stinkbomben und riefen: „Nieder mit Bentwich! Er möge dem Mufti Frieden predigen!" usw. Die Störung war von einigen Führern der revisionistischen Jugend, unter ihnen Achi Mayer, arrangiert worden. Nachdem der Tumult etwa eine Viertelstunde gedauert hatte, erschien Polizei und verhaftete zwölf der Ruhestörer. Die Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency, die der Vorlesung beiwohnten, bemühten sich, die wie wild sich gebärdenden jungen Leute zum Schweigen zu bringen. Die Revisionisten riefen: „Entfernt die Polizei aus dem Saale!" Der Kanzler der Universität Dr. J. Magnes versprach, die Polizei zum Verlassen des Saales zu bewegen, wenn die Führer der Tumultuanten sich verpflichten, für Wiedereinkehr der Ruhe zu sorgen. Schließlich trat Ruhe ein. Norman Bentwich, der diesen Vorgängen ruhig lächelnd zuschaute, nahm nun die Vorlesung auf. * Stinkbomben sind gewiß keine zwingenden Argumente. Aber die jungen Leute, die diese unrichtigen Argumente in Anwendung brachten, haben in der Sache vollkommen recht. Die Ernennung des Herrn Bentwich ist ein Skandal ärgster Sortel Dieser Herr ist auf dem Rücken des Zionismus hoher Beamter geworden und hat dann als solcher gegen die Juden amtiert. Er ist ein leuchtendes Beispiel für die Gruppe „Brith-Schalom", die alles tut, um ein jüdisches Nationalheim zu verhindern und Palästina zur Domäne der Araber zu machen. Alles im Zeichen des „Friedens" mit den Arabern. Der Rektor der Uhiverstät, die dem Zionismus ihr Entstehen verdankt, ist bestrebt, aus dem Lehrkörper der Anstalt eine Brutstätte antizionistischer Ideen und Handlungen zu machen. Die Ernennung des Herrn Bentwich war der ■ krasseste Ausdruck dieses Bestrebens. D agegen haben die jungen Zionisten mit Recht demonstriert! und seinem Judentum befindet. Im vorigen Jahre hat er Palästina besucht und in zahlreichen Zeitungsaufsätzen und Vorträgen über das neue jüdische Leben dort berichtet. Nashashibi gegen den Mufti Jerusalem, 12. Fetbrüar. Der Bürgermeister von Jerusalem Ragheb Bey Nashashibi überredohte im Namen des oppositionellen nationalen Moslem-Kongresses dem Obersten Gericht in Palästina zwei Petitionen, die die Position des Mufti und die dosMoslemitischenObersten Rate« betroffen. In der einen Petition wird erklärt, daß der Mufti Recht und Anspruch auf die Präsidentschaft im Möslemitischen Obersten Rat nicht hat, um so weniger, als ereeinen Regierungsgehalt als Mufti bezieht; in der zweiten Petition wird gefordert, daßder Mos! emitische Oberste Rat unverzüglich eine Rechnungslegung über die in der moslemitischen Welt auf Anregung des Mufti gesammelten Gelder veröffentlicht, damit man endlich jenen Gerüchten auf den Grund gehen könne, die besagen, daß der Mufti einen großen Teil dieser Gelder für sich persönlich verwendet hat. Hitler-Gruppen in Belgien nnd der Türkei — Hitler-Methoden in Kanada Antwerpen, 14. Februar. (J. T.-A.) Im Anschluß an die Bildung einer nationalsozialistischen Partei in Holland hat eine Gruppe extremer Flämen in Belgien eine nationalsozialistische Vereinigung gebildet, deren politisches Ziel die Vereinigung Flanderns und Hollands ist. Die Partei, die sich „D ietsche National}- Solidaristen" nennt, hat bis jetzt ihre Stellung zu den Juden nicht offiziell fixiert. K o n s t a n t i n o p e 1, 14; Februar. (J. T.-A.) In Konstantinopel hat sich eine Gruppe der nationals o z i a I i s t i sc h e n Partei gebildet, die das Programm Adolf Hitlers zu dein ihren gemacht hat. Bemerkenswert ist, daß an der-Spitze der Gruppe nicht etwa ein Germane, sondern1 ein polnischer Slawe steht. ' ■'■ . \ r:~c- -^-X- . M o ö t real, 14. Februar'. (J. T.-A.) Der jüdische Deputierte Berko wi tz hat im r kanadischen Parlament eine Bill eingebracht, die das Verbot antijüdischer Hetze fordert; Die antisemitische Zeitung „Le Miroir" veröffentlicht einen Hetzartikel gegen Berkowitz und erklärt, Nahum Sokolow, der „König der Juden", habe bei seiner jüngsten Anwesenheit in Kanada den jüdischen Deputierten anbefohlen, ein Gesetz gegen die Antisemiten zu fordern. Der Artikel enthält gefälschte Zitate aus dem: Talmud und drückt die Meinung aus, die jüdische'Religion erlaube den Juden, Christen zu ermorden und zu berauben. 60. Geburtstag von Theodor Lessing Professor Dr. Theodor Lessing, der bekannte .Philosoph und Zeitkritiker, wurde in diesen Tagen 60 Jahre alt. Er wurde 1872 in Hannover geboren. JNach einer Reihe dichterischer Jugendarbeiten veröffentlichte er die philosophischen Werke: „Schopenhauer-Wagner- Nietzsche" (1908), „Wertaxipmatische Studien" (1909 bis 1914) und „Philosophie als Tat" (1914). 1908 wurde er Privatdozent der Philosophie an der Technischen Hochschule in Hannover. Ueber den Kreis seines engeren Fachgebietes hinaus wurde er durch die Werke „Untergan g d er \ E rd e am Geist" (Europa und Asien), (1915, npch vor Spenglers ..iUntergang des Abendlandes** erschienen)' und „G e s c h-ic h t e als S i n n g e b u n g des Sin n 1 ose n" (1919) bekannt. Theodor Lessing, der sich in seiner Jugend hatte taufen lassen, trat 1900 unter der Einwirkung der zionistische n Bewegung wieder zum Judentum zurück und schloß sich mit seiner aus preußisch-christlichem Adel stammenden Frau dem Zionismus, später auch der sozialistischen Bewegung an. ' Als er 1925, unmittelbar vor der Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten, im „Prager Tagblatt" einen, kritischen Artikel über diesen veröffentlichte, entstand zunächst unter den Studenten Hannovers, dann auch unter denen der übrigen deutschen Hochschulen eine Bewegung antisemitischen Charakters, die die Verdrängung Lessings aus dem Lehramt bezweckte. Lessing wich vor dem" antisemitischen Terror, den sowohl die Professoren der Hannoverschen Hochschule wie auch die städtischen Behörden durch passive Duldung unterstützten, nicht zurück, sah sich aber schließlich zu einer Kompromißlösung genötigt. Er erhielt vom preußischen Kultusministeriuni einen Forschungsauftrag, stellte seit 1926 seine Vorlesungen ein und betätigte sich seither hauptsächlich publizistisch. Vor einigen Monaten veröffentlichte er im; Jüdischen Verlag, Berlin, ein Buch „Jüdischer S e 1 b s t h a ß", das die Biographien von sechs pro-; minenten europäischen Juden enthält und die Tragödie des Juden zeigt, der sich auf der Flucht vor sich selbst Aus Polen Politische Zersplitterung der Jnden In der Budgetdebatte im Plenum des polnischen Sejms gaben die Vertreter der jüdischen Gruppen Erklärungen ab, die im Widerspruch zueinander stehen. Abg. Dr. Thon erklärte im Namen des jüdischen Parlamentsklubs, daß sich dieser bei der Abstimmung Uber das Budget der Stimme enthalten wird. Der Präsident des Jüdischen National rates, Abg. J. Grünbaum, erklärte in seinem wie im Namen des Abg. Dr. Rosenblatt, daß" sie beide gegen das Budget stimmen werden. Der Führer der Agudah, Abg. Rabbiner Lew in, erklärte, daß er und seine Gruppe für das Budget stimmen werden. Um das Bild von der Zerrissenheit der jüdischen Politik noch plastischer zu gestalten, blieb der Abg. Dr. Rosenblatt der Abstimmung fern. Auflösung des Verbandes radikaler Zionisten in Polen? Wie die jüdischen Blätter melden, beabsichtigt die unter Führung des Abg. Grünbaum stehende Gruppe „AI Ha m ischmar" (Radikale Zionisten Polens) sich aufzulösen und mit kleineren Gruppen einen „Verband Allgemeiner Zionisten" zu bilden. Um aber den mit „AI Hairuschiuar*' verbundenen Gruppen radikaler Zionisten in auderen Ländern entgegenzukommen, soll die Auflösung am auf uem nächsten Zionistenkongreß vollzogen wfivdfuu Kein Jude im polnischen Eisernen» Jessen In der letzten Sitzung der Budgetkommission des polnischen Sejms wies der jüdische Deputierte Dr. Rosmarin darauf hin, daß'im polnischen Eisenbahnwesen für jüdische Beamte eine Art „Numerus: nullus" besteht. Als G a 1 i z i e n noeh Bestandteilderösterreichisch-ungarischen Monarchie war. gab es im Eisenbahnwesen viele jüdische Beamte, die als i'.u» verlässig und tüchtig galten, so daß bei den Reichseisenbahnerkonferenzen oft jüdische Beamte die gulizischen Eisenbahner vertraten. Seitdem Galizien Bestandteil der neuen polnischen R e p u b I i k geworden ist, wurden die jüdischen Beamten nach und nach auf die Straße geworfen, so daß es heute im galizischen Eisenbahnwesen — vom Eisenbahnwesen in den übrisfen Ländern Polens ganz zu schweigen — keiue jUdi« sehen B eamt en mehr grt>'fc "■*•--''•-\>vr* -;S* Nationaldemokrateii stören eine je.wkh-Agency* Kundgebung Im Krakauer „Aken Theater" fand eine P a 1 äs t in a-Kund gebung statt, an der der Direktor des1 Keren Hajessod in Jerusalem, der Dichter Leib J a f f e und die Mitglieder der Jewish Agency für Westgalizien teilgenommen haben. Während der Veranstaltung drangen nationahlemokratische Studenten 'in den Saal ein und störten die Kundgebung durch antisemitische Hetzrufe. Sie wurden von der Polizei entfernt. Vor den Theatereingängen sammelten sich aber nationaldemokratische .Studierende in immer größerer Zahl an, so daß die Lage für die Versammlungsteilnehmer eine bedrohliche wurde. Ein großes Polizeiaufgebot erschien an Ort und Stelle und trieb die Demonstranten auseinander. < > Boykottpropaganda mit Flugzeugen Wie in anderen Teilen Polens wird seit kurzem auch in Krakau die antijüdische Boykottpropaganda mittels Flugzeugen geführt. Vor einigen Tagenhat ein Aeroplan massenhaft t Flugblätter mit Aufrufen der „Liga vom Grünen Band" auf die Straßen Krakaus geworfen. Auch die Städte Lublin und Biala-Podloska würden mit Boykottaufrufen von Flugzeugen aus überschwemmt. Ein Bromberger Bürger wegen Abwehr eines antisemitischen Anschlages zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt . . . Das Gericht in Bydgosz.cz : (Bromberg), hat den angesehenen Bürger Baruch B e r 1 i n e r, der ,in der Notwehr einen.Schuß auf seine antisemitischen Verfolger abgegeben hat, zu anderthalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der Hergang war folgender: Am 24. August, v. J. wurden zwei, aus Kongreßpolen eingetroffene Juden in ch a s s,i d i s ch e r Kleidung du roh Bromberger polnische Huligans durch die Straßen um den Friedrichplatz h e r u m, g e h e t z t; es wurde auch ein Schuß auf sie abgegeben. Der Bromberger Bürger Baruch Berliner versuchte durch Zureden die Huligans zu veranlassen, von ihren Opfern abzulassen. Die Huligans aber begannen mit Stöcken auf ihn loszuschlagen. Berliner flüchtete schwer, blutend in ein Haustor, und als die Huligans ihm folgten, gab er aus seinem Revolver einen Schreckschuß ab, durch den gegen seinen Willen drei seiner Verfolger ganz leicht verletzt wurden. Jetzt erst trat ein Polizist auf den Plan, nahm Berliner den Revolver ab und brachte ihn ins Hospital. Die antisemitische polnische Presse begann eine scharfe Hetze gegen Berliner, der allein angeklagt und verurteilt wurde, während gegen die