Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 231 (19.2.1932)
- Date
- 1932-02-19
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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!f r. »! DIB NEW5 WELT Seite f Htiligans nicht einmal eine Untersuch fing eingeleitet worden ist. Das jüdische Schulwesen Im Verlauf der Debatte Über das Privatsehulgesetz im polnischen Sejm führte der jüdische Deputierte Grünhaum aus: Fast alle jüdischen Schulen mit hebräischer oder jiddischer Unterrichtssprache gelten als private. Die jüdische Minderheit ist anf dorn Gebiete des Schulwesens mehr o\s cllo anderen Minderheiten zurückgesetzt. Die Regierung bürdet der verarmten jüdischen Gesellschaft die jrnnze I nst der Jugenderziehung auf. Sogar die an /iihl kleinsten Minderheiten haben Staats- «c li ii I fii, die große jüdische Minderheit aber entlieljrl solcher Schulen. Nach dem neuen Gesetz soll das private Schulwesen vollkommen der Gewalt des Unterrichtsministers unterstehen. Die jüdische Bevölkerung hat aber zum Unterrichtsminister kein Vertrauen, da er sich wie alle seine Vorgänger den gerechten jüdischen Sehulf orderungen gegenüber negativ verhält und nur auf das hört, was die Agudah-Örthodoxie ihm sagt. Nach dem neuen Projekt werden die Privatschulen ständig unter der Drohung stehen, aus irgendeinem nichtigen Grunde geschlossen zu werden. Tw willkürliche Fernhaltung der jüdischen Jugend von en Arbeitsquellen, fuhr Abg. Grünbaum fort, öffnet;ommunistisehen Losungen Tür und Tor. )ieser Jugend wird jede Aussicht auf eine zukünftige Existenz genommen. Man ist gewohnt, de» Kommunisnus als ein spezifisch jüdisches Verbre- »rechen anzusehen und bestraft dieses Verbrechen nit Repressalien. Aber nicht Repressalien, sondern eine 'olitik konstruktiver Arbeit wäre hier das richtige l-Iittel. Die schönsten Frauen Jie verwöhnten, die klugen und sparsamen Frauen, sie alle müssen jetzt berechnend sein, müssen gut rechnen können, u>m sich den verringerten Eimkommensverhältnissen anzupassen. Man brauch* so vieles ... und hat — leider — zu. wenig Geld. Da ist guter Rat teuer . . . oder auch nicht! Ein bewährter Typ: „Kaufen Sie bei Schiff mann!" Schiffmann bringt zu jeder Frist — was gut und doch sehr (billig ist, alles, das Sie brauchen, in verläßlicher Qualität zu Preisen, die Sie zahlen können. Oekonomie der Ausgaben — ist die Forderung der Zeit. Seien Sie ökonomisch, ersparen Sie überflüssige Mehrausgaben! Bei „Schliffmann", dem bekannten Kaufhaus der sparsamen Hausfrau, finden Sie keine Prumkräume, dafür aber in allen Waren des täglichen Bedarfs hohe Qualitäten zu niederen Preisen! In wenigen Tagen ist Schluß der „Weißen Wochen", die aufsehenerregenden Sonderpreise für Weißwaren jeder Art bleiben nur noch bis 20. 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Kauf gute Ware — viel Geld erspare . . . bed Schiffmann! Aus Rumänien Freimaurerei und Judentum im rumänischen Parlament In der letzten Sitzung der rumänischen Kammer verlas der cuzistische Abgeordnete Dr. Trifu eine lange Erklärung gegen die Freimaurerei, die ©r als eine jüdischeVer'sqhwöru ng gegen die Sicherheit des Staates zu charakterisieren versuchte. Der jüdische Abgeordnete Dr. Samuel Singer stellte fest, daß es sich bei den Beschuldigungen Dr. Trifus nur um die Wiederholung eines in anderen Ländern verbreiteten und wiederholt widerlegten Märchens handle. Namens der Regierung antwortete Unterstaatssekretär im Innenministerium Ottescu. Er wies darauf hin, daß in England und Schweden viele Mitglieder der Hocharistokratie dem Freimaurerorden angehören und daß dieser keineswegs als jüdische Institution gelten könne. Es sei nicht auffallend, daß im Orden, wie auf anderen Gebieten kultureller Tätigkeit, auch Juden eine Rolle spielen. Neue Enthüllungen über die Erschießung der sechs jungen Juden in Soroca Der rumänische Sozialistenführer Ab£. I. Mirescu hat in einem Gespräch mit dem J. T.-A.-Vertreter die Ergebnisse der Nachforschungen mitgeteilt, die er Uber die Vorfälle in Soroca an Ort und Stelle angestellt hat, Es ist uns gelungl», erzählte Abg. Mirescu, einen Angenz engen der Erschießung der sechs jungen Leute ausfindig tu machen und mit ihm ein Protokoll aufzunehmen. Es handelt sich um einen siebenten Teilnehmer an dem Fluchtversuch, der nicht mit den anderen gemeinsam zu dem für den Uebergang vereinbarten Platz am Dnjestrufer gekommen war, sondern schon früher dort auf die Ankunft der übrigen jungen Leute gewartet hat und, da er sich verborgen hielt, ihrem Schicksal entgangen ist, aber die Vorgänge von seinem Versteck aus genau beobachten konnte. Während er in seinem Versteck auf seine Kameraden wartete, kam ein mit Grenzsoldaten besetzter Schlitten an die Uebergangsstelle. Auch Hauptmann Gaja, der Kommandant der Grenzwachkompagnie, befand sich in dem Schlitten. Der Gewährsmann des Abg. Mirescu hörte, wie, Hauptmann Gaja einem Soldaten befahl, nunmehr die jungen Leute, die sich im Hause des Mihalach versammelt hatten, abzuholen. Nach dreiviertel Stunden kam die Gruppe in: Sicht Fünf Minuten später fielen, ohne daß vorher ein Warnungsruf zu hören gewesen wäre, die Schüsse. Die Soldaten Versuchten, die Leichen in die Mitte des nicht vollständig zugefrorenen Flusses zu schleppen und ins Wasser zu werfen. Dieses Vorhaben wurde durch die russische Grenzwache vereitelt, die Scheinwerfer spielen ließ und zu schießen drohte, wenn die rumänischen Soldaten weiter gegen die Flußmitte vorrücken sollten. Eine Viertelstunde, nachdem die Grenzwache den Schauplatz der Exekution verlassen hatte, floh der Beobachter aus seinem Versteck. Auf die Frage des J. T.-A-Vertreters, ob er glaube, daß die jungen Leute aus politischen Motiven versucht hätten, die Grenze zu überschreiten, erklärte Abg. Mirescu, dies sei seiner Ueberzeugung nach nicht der Fall gewesen.. Bloß einer von ihnen, Leib R u dm a n n, sei Kommunist gewesen. Tikinowski war im Besitze einer Fahrkarte nach Argentinien und war erst im letzten Augenblick von Rudmann bewogen worden, statt in Argentinien in Sowjetrußland Arbeit zu suchen. Wie Tikinowskis Angehörige mitteilen, hat dieser außer der Fahrkarte i25 Dollar und 3000 Lei bei sich gehabt, die bei dem Leichnam nicht mehr gefunden wurden. Bei der Untersuchungsführung, sagte Abg. Mirescu, hat sich General Marcovici darauf beschränkt, den Kommandanten der Grenzkompagnie und Polizeiorgane zu vernehmen. Er weigerte sich hartnäckig, die zahlreichen Zeugen aus den Kreisen der Intellektuellen und* viele angesehene Bürger von Soroca, die Aussagen machen wollten, anzuhören. Auch bei der zweiten Enquete, zu, der ein Delegierter des Justizministeriums zugezogen warr wurden von 50 angemeldete n Z e ug e n nur.fünf willkürlich herausgegriffen. Diese waren aber durch die ganze Art der Untersuchungskommission ei n g e seh ü c h t e r t Es ist bezeichnend, daß General. Marcovici die mit Blut üb ergossene Exekutionsstelle überhaupt nicht aufgesucht hat Niemand hat natürlich jemals daran gedacht, höhere Stellen oder gar die Regierung für diesen unglücklichen Vorfall verantwortlich zu machen. Trotzdem habe ich aus einer Unterredung mit Minister Argetoianu die Ueberzeugung gewonnen, daß die Regierung eine Wiederaufrpllung des Falles nicht wünscht.. X healer/ Kunlf und iiiiiiiiiiiiiiliillliilllilllliiii Literatur Gastspiel Dr. Paul Baratoff-Ben Zwi in den Jüdischen Künstlerspielen, IL, Praterstraße Nr. 34, Infolge des großen Interesses, das dem Schauspiel „H i n k e m a n n" von Ernst Toller mit Dr. Baratoff in der Hauptrolle entgegengebracht wird, verbleibt das Stück von Freitag, den 19. d., bis Montag, den 22. d., auf dem Spielplan. Es wirken die Damen Ola Sc hlifkowitz, Frau Mira FlorVn, bekannt unter Magda Carmen von den Jarno-Bühnen, und die Herren Zelniker, Sigal, Preis usw. mit. Die Direktion des Theaters bereitet derzeit die Aufführung von Strindbergs „Vater" mit Dr. Paul Baratoff in der Hauptrolle vor. Kartenbestellungen werden auch telephonisch unter Nr. R-40-0-94 entgegengenommen. Literarischer Festabend Sonntag, den 21. Februar, $ Uhr abends, findet zu Ehren der in Wien anwesenden hebräischen Schriftsteller E. St ein mann und A. Schlonsky im Heim, IL, Untere Augartenstraße 38, eine literarische Feier statt, bei der die. beiden Palästinenser Referate über die Probleme, der modernen . hebräischen Literatur (in hebräischer Sprache) halten werden. Der von der Histadruth Iwrith veranstaltete Festabend wird durch eine Conference und Begrüßung des Präsidenten Dr. David Rothblum eingeleitet. Das der Histadruth Iwrith angeschlossene Komitee beabsichtigt weitere Ehrungen für die Herren Steinraann und.^ Schlonsky. Karten für den HterärMheh AMnd jw S I und % sind bei der Histadruth Iwrith und vpf den einzelnen Kömitff 'lodern m .haben. , * *' > Wiener Jfldfschib Gesangverein Der Leitung des Wiener Jüdischen Gesangvereines ist es gelungen, ein Orchester anzugliedern, so daß der Aufgabenkreis des Vereines eiüß Erweiterung erfahren kann. Stimmbegabte Damen und Herren werden gebeten, sich zur Mitarbeit zu meiden. Die Proben, > welche jeden Dienstag von halb 8 bis halb 10 Uhr abends im Heim, IL, Untere Augartenstraße 38, abgehalten werden, haben bereits begonnen. Für Ende April ist ein großes Konzert mit Orchester in Aussicht genommen, wobei Werke von Mendelssohn, Engel, Achron und anderen zur Aufführung gelangen. Vortragsabend Margarethe Bach. Mitwirkend: Prof. Josef Zimbler Donnerstag, den 25. Februar 1952, präzise halb 8 Uhr abends, Kleiner Konzerthauesaal. Karten in der Kartenzentrale Oskar Gronner, I., Graben 28, Telephon U-22-4-45. Geöffnet von 9 bis 19 Uhr. Konzert J. Segal-Rosenbach (Tenor). In dieser Saison wird Konzertsänger J. Segal-Rosenbach nur einen einzigen Lieder- und Volksliederabend geben. Er findet Samstag, den 5. März d. J., um 8 Uhr abends im Kammerkonzertsaal, I., Singerstr. 16, statt. Auf dem Programm stehen palästinensische (hebräische, jemenitische, arabische), ostjüclische und italienische Gesänge, auch eine größere Anzahl von populären jiddischen Volksliedern. Mäßige Eintritt»- preise. Tanzstücke. In einem Konzert „The League of Composeis" in New York gelangten am 7. Februar die jüdisohen Tanzstücke Für Klavier von Joachim Stutscbewsky zur erfolgreichen Aufführung. Jüdisches Jahrbuch für Oesterreich. Unter diesem Titel erscheint in Bälde ein Almanach für das kommende jüdische Kalenderjahr 5693 (1932/33), herausgegeben von Löbel Taubes und Chajim Bloch. Dieses Jahrbuch soll das Sinnbild ' friedlichen Schaffens des österreichischen Judentums sein. Es soll das Leben der österreichischen Juden und deren geistige Interessen veranschaulichen. Neben einem Kalendarium wird das Jahrbuch ein ausführliches Verzeichnis aller jüdischen Gemeinden Oesterreichs sowie deren religiösen, sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Körperschaften bringen. Wertvolle literarische Beiträge namhafter Vertreter des jüdischen Schrifttums, der Kunst und Wissenschaft bilden den weiteren Inhalt dieses Jahrbuches. Das „Jahrbuch" wird zu einem unentbehrlichen Buch für das jüdische Haus und zu'einem wichtigen Handbuch für die jüdischen Gemeinden, Institutionen und Vereine ausgebaut werden und so einem längst fühlbaren Mangel abhelfen. Adresse: Jüdisches Jahrbuch für Oesterreich, Wien, IX., Liechtensteinstraße 60/9. Jehuda Ehrenkranz ist soeben von seiner Auslandstournee nach Wien zurückgekehrt und wird hier vor seiner endgültigen Uebersiedlung nach Palästina einige Vortragsabende veranstalten. Oskar Neumann. Rote Perlen. Neue Verse. (Nekudah-Verlag Mukaöevo.) Versen, die in einer sachlichen, Zeit den Schwung eines sieghaften, zu Extasen verführenden Jünglings tragen, folgt _ ein Zyklus, dem Oskar N e u m a n n, durch frühere Gedichte bekannt, das Siegel „Rote Perlen" aufdrückt. Daß diese Verse seinen Freunden, in Erez Israel gewidmet sind, bezeugt den Eindruck, den Palästina auf ihn gemacht hat, und gleichzeitig auch die Impressions- und Gestaltungsfähigkeit des Autors. Nicht die Landschaft allein bezwingt ihn. Er schöpft Tiefes aus dem Rhythmus der Arbeit und weiß Schönes von allen Kräften des Landes unserer Wiedergeburt zu singen. . o. r.. e Sport« und illlilllllllll Turnbewegung, Hakoah aus dem Cup geworfen Wir haben in unserer vorwöchentlichen Vorbesprechung die Hakoah davor gewarnt, den Nicholson- Bezwinger zu unterschätzen. Aber der Hakoah-Mann- Schaft scheint der Erfolg gegen Wacker zu Kopf gestiegen zu sein. Sie glaubte, Frem-Cricket im Spazierengehen zu erledigen. Mit 1 :0 in Führung, ließen sich die Blau-Weifien in unnütze Spielereien ein und graben dem Gegner Gelegenheit, aufzuholen und im Nachspiel den Sieg davonzutragen. Es ist in den letzten zehn Jahren noch nicht vorgekommen, daß Hakoah von den Cricketern geschlagen wurde. Abgesehen vorn leichtsinnigen Spiel einiget Leute, war der Verteidiger Feldmann von einem unheimlichen Pech verfolgt, Er verschuldete einen Elfmeter und vergab einen Elfmeter. Bei Hakoah haben sich nur Heß, Eisenhoffer und Weißkopf besonders ausgezeichnet. Bereits in der dritten Minute überspielt Weifikopf alle seine Gegner und Sendet unhaltbar ein. Statt es nun weiter aufs Treffererzielen abzusehen, lassen die Blau-Weißen ihren Gegner aufkommen. Nach der Pause vereibt Hakoah zahlreiche Torchancen. Acht Minuten vor Schluß gelingt den Cricketern der Ausgleich. Im Nachspiel kämpft die jüdische Mannschaft äußerst nervös. Feldmann begeht an einem gegnerischen Spieler im Strafraum ein Foul, das der Hakoah ein Tor kostet. Einige Minuten später winkt den. Blau-Weißen eine Ausgleichsgelegenheit in der Form eines Elfmeters. Feldmann übernimmt die Exekution und schießt den Ball an die Stange. Damit war auch das Schicksal Hakoahs im Cup besiegelt. Hakoah spielte mit folgender Mannschaft: Löwy; Aanster, Feldmann; Heß, Stroß, Platschek; Weißkopf, Buchhalter, Eisenhoffer, Mausner, Reich. — Hakoah wird jetzt gut daran tun, alle Kräfte auf die Meisterschaft zu konzentrieren. Kommenden Sonntag findet auf der Hohen Warte das Match gegen Slovan statt. Wir rechnen mit ejnem knappen Sieg der Blau-Weißen. Sensationelle Amateurringkämpfe im Zirkus Zentral — Internationaler Mannschaftskampf U. T. E. (Budapest) gegen Hakoah (Wien) Die Ringersektion des Sportklubs Hakoah, die sich in der letzten Zeit durch ihre Verninimniiiiiiiiii in......im— ir.................-.........—.......................................ii yMIIMUMItmiMlillliHilMHMt'UlIHHWIUlUMtaUMUlUIWM^ SIEGM. KORNMEHL OROSSFLEISCHHAUEREI Zentrale: IX., Bergga«se 19, Tel. u. A-16-9-34 Liefe ran* >ür Heilanstalten AWglunjjenJ^ -anter Autsicht des Ehrwürdigen Kabbmats der Isr. Kultusgemeinde Wien Autoxustellung kostenlos IX., BcrgflPM« U ✓ XVIII.« Wahrlngorstr. 91