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Die neue Welt · 1932-02-12 · Heft 230 (12.2.1932) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 230 (12.2.1932)
Date
1932-02-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 230 Aus Deutschland Refflage der »Neuen Weil« fflt Öeiilsdiland * fftfalredalction und Administration! Berlin, Charlottenburg % loadifmsf alertfpaffe 3'» mmhih«^ Nicht alle sind so *. ♦ Deutsche Israeliten und deutscher Adel. So oft in Deutschland von irgend einer Gruppe über die Juden eine Bemerkung gemacht wird, meldet sich der C. V. (Centraiverein deutscher Staatsbürger) zu Wort. Und er hat selbstverständlich alle Hände voll zu tun, zumal alle jene Gruppen, ob fachlich, politisch, kulturell organisiert, die heute die Juden nicht anrempeln, im großen deutschen Volk an den Fingern' abzuzählen sind. Kurzlich meldete sich auch das „Deutsche Adelsblatt", das Organ der deutschen Adclsgenossenschaft, judenfeindlich, worauf der bekannte Zentralvereinler Dr. Alfred Wiener, nebenbei Autor eines antizionistischeri Palästinarcisebuches, den deutschen Adel zu bekehren suchte. Er tat dies in der schon bekannten Manier der deutschen Konfessiönsjuden, die nachweisen wollen, daß die Juden als „gute Deutsche" die Liebe ihrer christlichen Mitdeutschen verdienen. Die Antwort, die unser Alfred; Wiener erhielt, war in ihrer zurückweisenden Art durchaus zu erwarten. Die. adeligen deutschen Herren haben auf die israelitische Anbiederung zunächst zu erwidern:. „Die Juden haben keinen wirklichen Heimatboden, sie sind Gäste aller Völker der Erde* Für die Verbundenheit von Volk und Boden kann daher in ihnen kein Gefühl bestehen. , ..." Dann folgt eine Definition von deutschem und jüdischem Blut, die besagt: , „Wir verlangen Erhaltung des eigenen Blutes. . im Interesse der Erhaltung unserer Tradition und zum Schutz unserer Eigenart. Wenn Sie das gleiche (für das. jüdische Blut) tun, werden wir das nur begrüßen." Es folgt dann eine Beschwerde über die „J u d e n p r e s s e", die den deutschen Adel in gehässigster Weise attakiere. Aber der Centraiverein zeigt sich wieder einmal von seiner unbelehrbarsten Seite. Fast in jeder Nummer des C.-V.-Organes sind — bis zum Ueberdruß — von deutscher Seite Antworten zu finden, die teils in ironischem Ton, teils mit deutlicher Verachtung den israelitischen Anbiederern die Reversseite zeigen. Eine sehr unkeusche Körperdrehung! Und der Centraiverein seinerseits, so oft er diese unzweideutige -Aufforderung erhält, geht mit um so größerem Elan an das Bekehren der Antisemiten. Ueber die Antwort der Adeligen vom Nichtdeutschtum der Juden erklärt er mit Entrüstung, zur Tagesordnung überzugehen, dehn: „Wir :haben oft genug von unserem Fühlen und Denken, das das Fühlen und Denken deutscher Menschen ist, Zeugnis abgelegt. Nur wer uns nicht kennen will, kann die Ernsthaftigkeit und Ehrlichkeit unseres Bekenntnisses leugnen. Es gibt ein deutsches Heimatsbewußtsein — und dafür wird, so hoffen wir, gerade die Deutsche Adelsgenossenschaft Verständnis haben —, das zu tief und zu keusch' ist, um sich immer wieder den Zweiflern gegenüber anzupreisen. Die innere Sicherheit, die es für uns selbst bedeutet, ist von außenher nicht zu erschüttern." Sie haben oft genug . . .1 Sie haben auch oft gertug begonnen, die Identifizierung mit der —.„Judenpresse" abzulehnen, weil es keine gäbe, weil in der als solcher angesprochenen auch christliche.'Deutsche schreiben, ja sogar adelige Deutsche. Aber ebenso wie sie sich bei den Antisemiten entschuldigen, daß nicht alle Juden so sind wie z. B. die jüdischriafionalen Zionisten, so trösten sie sich und ihre Beitragszahler im Angesicht der „Deutschen Adelsgenossenschaft", daß nicht,alle Adeligen „so" sind, daß „gerade in deutschen Adelskreisen Verständnis und Hochschätzung für das Judentum weiter verbreitet ist als es nach den vielfachen: Angriffen ihrer Vertreter erscheinen will.-' - Das wollen die Herren C.-V.-Leute den Juden im heutigen Hitler-Deutschland weismachenl Berliner Nachrichten t Stammtisch: Die Revisionisten Berlins treffen sich Jeden Dienstag Im Cafe Telschow (1. Etage). HardenberKstraBe, direkt am Bahnhof Zoo, ab 8 Uhr abends. Auch die von auswärts In Berlin eintreffenden Revisionisten werden auf diese Zusammenkünfte aufmerksam gemacht. Rundschrelben des revisionistischen Landesvorstandes: Der Landesverband der Zionisten-Revisionlsten für Deutschland hat soeben Nr. 2 des 2. Jahrganges der Rundschreiben herausgegeben und an die Ortsgruppen und Mitglieder versandt. Dieses Rundschrelben enthalt eine ausführliche Stellungnahme zu den letzten Geschehnissen und behandelt den Aufsatz im „Near East and f n d i a", „Dr. Blleskis Irrlicht" m der ..Jüdischen Rundschau'4 und den «Brief Jabotinjkvs an die Times . t> ..u -BrUh Tnimpeldors Das Mitglied des Scfiiltön (Weltleltung) des Brith Trumpeldor, Hai per In (Paris), wellt auf seiner Rückreise aus den osteuropäischen Ländern, wo er die Bethar-Organisatlon Inspizierte und den Instruktorenkurs in Warschau leitet«, in Berlin. Ch. Malperin inspiziert den Berliner Brith Trumpeldor und wird im Rahmen eines Abendkurses den leitenden Mitgliedern des Berliner Bethar Anleitungen hauptsächlich zu Hachschara haganit geben. — Sonntag, den 7. Februar, fand e ne Qeneralinspektion des gesamten Kerf. Berlin statt, bei welcher Halperln ein ausführliches Referat erstattete. . . Beth am Ivrl: Die Oedächtnlsfeier für j o e I E n g e J findet Sonn, abend, den 13. Februar, im Beth Am. Kurfürstendamm 61. statt Vortragsfolge: Qesänge — Amram Benjamin (am. Flügel: Leo Demant); Josef Bernstein: Vloljne: M. Cbavivi: Cello: R. Chavlvl: Klavier; Sprecher: M. Schaplro. Beginn halb 9 Uhr abends. 1 ' Frei« Jüdische Volkshochschule: Kontradiktorischer Abend. Montau, den 22. Februar: Otto Heller — Dr. J. N. S t e i n b e r g: ..Judentum und Kommunlsmu s". eine ideologische Auseinandersetzung. Beginn: 8 Uhr abends. Ort: Logenhaus., Kleiststraüe 10. Predigten In den Oemelndesyntgogeni Freitag, den 12. Februar: 17.15 Oranicnburgerstraße (Dr. Weyl); 17.16 Llndenstrafle 4Dr- War. schauer): 18.00 Lützowstraße (Dr. Wiener): 17.15 LevetzowstraBe (Doktor Prüu): 18.00 FasanensteaQe (Dr. Wels«): 17.15:Markgraf AlbreebtstraBa (Dr. Bergmann); 19.15 Prinzregentenstraße (Dr. Salomonsky). In allen übrigen Synagogen beginnt der Qottcdienst um 17.15. - Sonnabend, den 19. Februar: 9.00 Helderentergasse (Dr. Prelmann): 9.00 Münchenerstraße (Dr. A. Lcvy): 9.00 Qrunewaldstrafle (Dr. E. Cohn). In allen Synagogen mit altem Ritus beginnt der Gottesdienst um 9 Uhr vormittags, in denen mit neuem Ritus um 10 Uhr vormittags. Franklin am Matnt Am Samstag, den 6. Februar, weihte die revisionistische Ortsgruppe Ihr neues Heim in der Scllerstraße 33 ein. Die großen, hell beleuchteten Räume waren würdig und geschmackvoll ausgestattet. OroS und feierlich blickte das Bild des Fuhrers Heril dem eintretenden Beschauer entgegen, umrahmt von dem blau-weißen Banner, der Fahne der Natlonaljiidcn. Eine stattliche Anzahl von Parteigangern und Freunden der revisionistischen Bewegung waren der Einladung des Vorstandet gefolgt, so daß bald Uber 100 Menschen die saalartigen Räume füllten. Eine hebräische und deutsche Begrüßungsansprache eröffnete die Feier. Hebräische Chöre, gebildet von den revisionistischen Jugendgruppen Herzllah und Brith Trumpeldor. leiteten sodann Ober zu der Festrede des ersten Vorsitzenden der Ortsgruppe. Herrn Dr. Arnsberg. Ober das Thema: ..Neue Wege des Revlslonlsmu s". Redner slehf In der Schaffung des revisionistischen Helmes eine geistige und politisch« Basis für die Entwicklung des revisionistischen öedankens In Frankfurt. Von hier aus soll ein neues, freies, zionistisches Leben geschalten werden, mit dem Streben, dazu beizutragen, den J « d e n s t a a t, der irotz Not und augenblicklicher politischer Ohnmacht geschaffen werden kann und muß. zu erreichen. Redner wendet sich an die Jugend, die zahlreich gekommen war. und fordert von Ihr geistige Schulung als Primat für den polltischen Erfolg. Er ruft Ihr das alte Herz!-Wort zu: „W e n n Ihr es wollt, ist es kein Märchen!" Es folgte dann der gesellige Teil des Abends, deutsche. Jiddische und hebräische Oesänge und geistvoll humoristische Vorträge des Herrn E. C-h.w e 1 d a n s tc y. Bis spät in die Nacht blieb man zusammen» Die Hatlkwah beschloß diese schöne und würdevolle Feier. baka. Königsberg! Am 1. Februar fand Im Hotel Continental eine Versammlung der Königsberger Revisionisten statt, zu der auch Symnathiker geladen wurden, lieber ..Die Krise Im Zionismus und das revisionistische Aufbaiiprogramm" referierte L. Schlapobersky. An das Referat schloß sich eine rege .Diskussion. In. deren Verlauf auch innerrevisionistische Probleme, wie z. B. die Frage des Austrittes aus der Zionistischen Organisation, die neue polltische Linie der Revisionisten England gegenüber, erörtert wurden. In der Debatte sprach u. a. auch Herr B. K r u p n i k (Berlin). Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde über die künftige Tätigkeit der Ortsgruppe diskutiert. Es wurde beschlossen, mindestens einmal In zwei Wochen Veranstaltungen einzuordnen (Pressereferate. Dlskussionsabende usw.). Die vor kurzem gegründete revisionistische Ortsgruppe In Königsberg wählte In den Vorstand die Herren: Robert Joachim. Roman Siegel und Leo Schlapobersky. Magdeburg» Sonntag, den 7. Februar, sprach In einer öffentlichen Versammlung Herr Richard L I c h t h e 1 m über aktuelle polltische Fragen. Ueher den Verlauf der Versammlung, die eine für Magdeburg ungewohnte Zuhörerzahl aufwies, werden wir In der nächsten Nummer der „Neuen Welt" berichten. Die Zustände in der Berliner Kultusgemeinde ' Die „Neue W&lt" setzt mit diesem Beitrag, der ihr vph sachkundiger. Seite zugekommen ist, die f r e i ß;D i s k u s s i o n der Zustünde. .in,;der- Berliner Judengemeinde fort. Sie r.b^hjft|t^»iohr::die ':-«ig;ene StellungnaHm^.W:::dei^Pi;.oblem:;yor. ■ •■ .{*'-••» . ■ ■ -Ä/ i ■;■ - : , ( - '^v. , _; ~ . .,VnSy den. * Vorstanifsmitgliederh der Berliner Jüdischen Gemeinde, ist;die*^ohe Pflicht erwachsen, die Einrichtungen und Institutionen der Gemeinde zu bewahren und die Einheit u$d Geschlossenheit unserer religiösen Gemeinschaft . d^a Kommenden zu übergeben." Diese tragikomische Formulierung stammt nicht etwa aus jener Zeit, jals Friedrich Wilhelm IV. den Juden der altpreußischein Gebiete allergnädigst die staatsbürgerliche Gleichberechtigung zu gewähren geruhte und. die Berliner Judenheit einer goldenen Zukunft entgegenträumte. Nein; sie steht in. einem p rogrammatischen Leitartikel, den der amtierende Vorsitzende der Berliner Gemeinde, Herr Doktor Kleemann, im Februarheft des Gemeindeblattes veröffentlicht hat. Das sind die jüdisch-politischen Ziele der liberalen Majorität in einer Epoche, die im Zeichen des Hakenkreuzes die Gleichberechtigung, Existenz, persönliche Sicherheit der deutschen Juden täglich stärker bedroht! Dieser Mangel an Einsicht in die politischen Notwendigkeiten der Stunde ist nicht einmal mehr mit Mangel an Intelligenz zu rechtfertigen. Er ist eine historische Schuld, die;— so fürchten wir *- schon bald eingetrieben werden jwird. Aber selbst das kümmerliche Programm, das die Aufsführungen des Gemeindevorsitzenden anzudeuten scheinen, ist nicht ernst gemeint. Seit die, Liberalen im Juni vorigen Jahres die Macht übernommen haben, sind sie gegen alles, was der zionistischen Minorität heilig ist, mit einer Brutalität vorgegangen, die man unter Juden niemals für möglich gehalten hätte.- Mit einer Massenkündigung zionistischer Gemeindeangestellter begann es. Begründüng: Sparmaßnahmen. Der Zufall will es, daß immer gerade volksparteiliche Angestellte entbehrlich sind. Freilich wird der Zufall von dem durch die Liberalen neu. eingestellten Verwaltungsdirektor ein wenig vergewaltigt; ein sorgfältig durchdachtes System von Versetzungen innerhalb der Verwaltung sorgt dafür, daß jeweils zionistische Angestellte die Stellen innehaben, die für abbaureif erklärt werden. Wurden so mehrere volksparteiliche Stenotypistinnen, von deren knappem Einkommen der Lebensunterhalt ihrer Familie abhing, um Lohn und Brot gebracht, so sind die Töchter verschiedener liberaler Gemeindebeamter selbstverständlich in ihren Stellungen verblieben. So handhaben die Liberalen die soziale Ethik des Judentums; die nach ihrer Auffassung den wesentlichen Gebalt der jüdischen Religion ausmacht. ' Als Dr. Prinz, Berlins beliebtester Kanzelredner und meistbeschäftigter Rabbiner, in mühevoller Arbeit die bisher nicht bestehende Institution der Stndentenseel9orge ins Leben gerufen hatte — eine Einrichtung, deren Notwendigkeit im Zeitalter größten jüdischen Studentenelends und akademischer Pogrome niemand bezweifeln wird — da wurde er mit den widerwärtigsten Verwaltungspraktiken so lange drangsaliert, bis er auf die Weiterarbeit verzichtete. Sein Amt wurde alsdann einem liberalen G e m e 1 n d e r a b b i n e r übertragen, der so prominent Ist, daß er für seelsorgerische Tätigkeit keine Zeit hat. Damit Ist die Gefahr gebannt, daß die jüdischen Studenten von einem zionistischen Rabbiner positiv jüdisch beeinflußt werden könnten. Lieber überläßt man sie den — im religiösen wie im nationalen Sinne — judentumsfeindlichen Einwirkungen kommunistischer Agitatoren. Alles aus Haß gegen den Zionismus. Dieser Haß treibt die Liberalen sogar zum tinverhüllten Bruch getroffener Vereinbarungen. In der abgelaufenen Legislaturperiode hatte die Gemeinde auf Grund eines gentlemen agreement zwischen der damals regierenden Volkspartei und den Liberalen die Errichtung und Erhaltung eines Lehrstuhls für Botanik an der Jerusalemer Universität übernommen. Kaum waren die Liberalen am Ruder, als sie diese Position aus dem Gemeindeetat strichen. Gentlemen I Auch die geringe Subvention, die bisher regelmäßig für den Hechaluz bewilligt wurde, lehnten sie ab. Einer ihrer Sprecher erklärte dabei mit dürren Worten, die Liberalen seien zwar für jüdische Körperarbeit, aber gegen Zionismus. Folgerichtig hat man denn auch der Volksschule des Jüdischen Schulvereins, die in einem Gebäude der Gemeinde, untergebracht ist, die Räume zum Vertragsablauf gekündigt. Und das G emeindeblatt, in zionistischer Zeit eine jüdische Monatsschrift von Niveau, beginnt allmählich wieder jene unlesbare Traktätchen Sammlung zu werden, die es vor Jahren gewesen. Daß die amtlichen Berichte über die Repräsentantensitzungen nicht eben objektiv sind, versteht sich. Und schließlich versucht man jetzt, um den Zionisten auch jede Möglichkeit des Protests gegen die ihnen täglich und stündlich angetanen Unbilligkeiten zu nehmen, durch eine Geschäftsordnungsänderung die Redefreiheit in der Repräsentantenversammlung zu beschränken. Soviel zur Illustration der liberalen Verwaltungspraxis. Nebenher geht eine persönliche Hetzkampagne gegen den bisherigen volksparteilichen Gemeindevorsitzenden Kareski. Unter dem Deckmantel einer scheinbar sachlichen Kritik an seiner Finanzpolitik scheut man sich nicht, ihm Leichtfertigkeit in der Finanzgebarung, ja Schlimmeres vorzuwerfen, selbstverständlich in einer Form, die jede Festlegung vermeidet. Man kann natürlich über die Zweckmäßigkeit finanzpolitischer Maßnahmen verschiedener Meinung sein. Aber selbst weitestgehende Meinungsverschiedenheit rechtfertigt nicht eine Kritik, deren Maßlosigkeit den Kredit der Jüdischen Gemeinde schädigt und die persönliche Würde des Mannes antastet, der durch seinen Weitblick und seine Tatkraft nicht nur den Zusammenbruch der Gemeindefinanzen während der Inflationszeit verhindert, sondern in den folgenden Jahren das Vermögen der Gemeinde um einige Millionen Reichsmark v e r m e h r t h a t. < Man muß schon an die finsterste Epoche jüdischer Geschichte zurückdenken, um eine Parallele z,um Verhalten der Liberalen zu finden, an die Hellenisierungsversuche des Antiochos Epiphanes. Auch damals verfolgten die Assimilanten alles Jüdische mit fanatischer Wut. Aber damals erstanden dem jüdischen Volk die Makkabäer. Heute? n. Die Jüdische Volkspartei ist aMes andere als makkabäerhaft. Seit Monaten erlebt sie eine Niederlage nach der anderen, eine Demütigung nach der andenu Was tut sie? Sie protestiert. Aber ihre Vertreter sitzen noch immer im Gemeindevorstand und sind mitverantwortlich für Dinge, die kein Zionist verantwortenkann. Der Unterschied zwischen n ä r r i s c h e r Prestigewahrung und politischer Selbstachtung ist dem deutschen Zionismus dank seiner jahrelangen ideologischen und politischen Degeneration nicht mehr klar. So kommt es, daß die Volkspartei jede Selbstachtung, jeden Respekt vor ihrem eigenen Programm vermissen läßt — um der Erhaltung der Ei n hei ts ge rn ein de willen. Als ob die pnheitsgemeinde wichtiger wäre als die Idee des jüdischen Volkes, jene große und heilige Idee, die von den Liberalen bekämpft und verhöhnt wird I Als ob es politisch sinnvoll und nicht in höchstem Maße demoralisierend wäre, dem Kampf der liberalen gegen die nationale Idee durch Teilnahme an den eben diesem J£ampfe gewidmeten Arbeiten des Gemeindevorstandes den Schein der moralischen und juristischen Legitimität

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