Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 227 (22.1.1932)
- Date
- 1932-01-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Setan* . Union der Zionisten-Revisionisten ^^HgBMMaMMMMH^MMMMM^^ Mittwoch, den 27* JÄnner «9V^Uhi abends un Hirsloaal des Verbands* heims, II.. Untere Augartenstraße 38 VORTRAG Gegenstand: v ' > Faschismus und Revisionismus Referent- Dr. S. Wolf Regiebeitrag 20 g Freie. Aussprache! englischen Zionisten, daß sie'die Sorge,1 die die Palästina-Administration den Interessen aller Palästina-Einwohner zuwendet, als gleichbedeutend mit Nomkoeperataon (Nicht-Zusammenarbeit)- ~ mit - der Jewish Agency ,ansehen. - -; .; . j In, dem zweiten. Leitartikel gibt -,,Near East and Iri'dia" der Zionistischen Organisation den Rat, . Jabotinsky und seine Anhänger, die von der Zeitung als „aus dem Gleichgewicht geratene Revisionisten** bezeichnet werden, aus der Organisation auszuschließen. Für Männer, schreibt die Zeitung, die davon schwatzen, daß das British Empire in die Luf t gesprengt, werden solle (bekantlich hat. Jabotinsky diese Aeußerung nicht getan), ist kein Plat2 in einer Bewegung; deren Fortschritt von der Zusammenarbeit mit eben diesem British Empire abhängt. Je eher solche Mißvergnügten und Unfriedenstifter offiziell übe^r Bord geworfen wer den, umso besser. Es wäre, .schreibt die Zeitung, ein großer Fehler, den Einfluß und die Strömung des „auswärtigen" Zionismus zu unterschätzen. Die Niederlage Weizmanns auf dem Kongreß gibt diesbezüglich zu . denken. Die Zionistische Organisation müßte schon darum.den Revisionismus^ ausschalten, weil es ein lächerliches Schauspiel ist, wenn der größere Teil der zionistischen Bewegung i immer wieder: die Erklärungen des anderen Teils, zu-' rückweisen muß, während der extreme Teil notwendig' die Titelzeilen < in den Zeitungen ^monopolisiert : und,; was noch, schwerer ins Gewicht fällt, konstant: die Be- 5 .fürchtungen der Araiber erregt. t , j •.;; Es erübrigt sich wohl, den ungeheuerlichen' Zynismus dieser Dökumentierung des Willens zum Wortbruche und die Ueb e r h eb 1 ichkeit dieser Eingriffe in innerzionistische Angelegenheiten zu charakterisieren. Aber eine Frage soll doch ge-! stellt werden: Was haben denn die sonst so „loyalen" englischen WeizmanU-Zionisten verbrochen* daß das Regierungsblatt brutal auf die „unglücklichen Symptome des Geistes der englisch en ( Zionisten" hinweist und vor Beeinflussung britischer Untertanen durch „auswärtigen Zionismus" j drohend warnt? (Letzeres ist übrigens ein neues Lied im Repertoire" der englischen Bürokratie: Zionistische Kritik ist antipatriotisch.) Was haben die Unglücklichen eigentlich verbrochen? Der soeben abgehaltene;' englische Zionistentag hat u. a. folgende Resolutionen, gefaßt: Die 32. Jahreskonferenz der Zionistischen ■ Föderation Großbritanniens und Irlands erinnert an das Schreiben des Premierministers an den Präsidenten Weizmann vom 13. Februar 1931, das als eine autoritative Erklärung über - die britische Politik in Palästina gedacht war, sowie an die darauf- Ein verwai§fe§ Leben Erzählung. von Jehuda Steinbe.rg' ■; .;; 1, Sechs Jahre lang diente Rifke im Hause des Chaim Feldmann — und hatte von niemandem noch ein böses Wort gehört. Sie war in diesem Hause fast herangewachsen. Als kleines Mädel war, sie <lort eingetreten und Borechel, Chaims einziger Sohn, war noch nicht Bar Mizwah geworden., Jetzt ist er schon kein bös. Auge ein Bräutig'amskandidat, Sabbat nach Schwues wird's in der Schul verkündet werden. Rifke ist dort herangewachsen. Man. ist mit ihr sehr zufrieden gewesen. Sie kannte, wie man so'sagt, aus dem Grund die sonderlichsten Grillen von Hausherr und Hausfrau. Alles pflegte von ihr getan zu sein, bevor man es ihr befahl, so daß es ihr nie beföhlen werden mußte. Man konnte sich für Chaims Charakter nichts Besseres wünschen, denn es war nun einmal seine. Schwäche, ein Hausmädchen nicht kommandieren zu können. Anständige Dienstgeber hatte Rifke wohl. Einen „Trampel" hatte sie von ihnen nie zu hören bekommen. Und plötzlich war jn sie der Teufel gefahren — die _DfffNEIflB WELT_^ Ihm von der Zionistischen Föderation zum Ausdruck gebrachte zuversichtliche .Hoffnung, daß der Inhalt dieses Dokuments seinen Ausdruck in der Ver* waltungstätigkeit der Palästina-Regierung finden werde, die gemäß dem Mandate solche politischen, administrativen und wirtschaftlichen Bedingungen 2\i schaffen hat, die die Errichtung des Jüdischen Nationalheimssichern. Die Konferenz hält es für ihre Pflicht, der Regierung Seiner Majestät zur Kenntnis zu bringen, daß in dem. seit Veröffentlichung des Briefes des . Premierministers verflossenen elf Monaten die Politik ' der Palästina«Administration in keinen wesentlichen Hinsichten derart modifiziert wurde, daß sie mit dem Buchstaben und dein Geist der Erklärung des Premierministers in Einklang gebracht worden wäre; < ... . Die Konferenz lenkt die besondere Aufmerksamkeit der Regierung Seiner Majestät auf die ernste Si t u a t i o n, die infolge weiterer Hemmung jüdischer Einwanderung nach Palä- :; stina durch Reduzierung der 1720 Zertifikate, die die Jewish Agency auf. Grund der Labour Immigration - Schedule für die laufenden sechs Monate angefordert hatte, auf 350, sowie durch die Zurückbehaltung. von . 155. dieser Zertifikate zur Verfügung des Einwanderungsdepartements dej Regierung geschaffen worden ist. Dieses Verhalten der Palästina-Regierung berührt die fundamentale Basis, auf der das Jüdische National heim erbaut werden soll, so empfindlich, daß diese Konferenz mit äußerster Dringlichkeit das Ersuchen stellt, daß der Kolonienminister die Bestimmung des Art. 6 des Mandates in sofortige Wirksamkeit setzt, die also - lautet1: Die Administration Palästinas soll — ohne daß dabei die Rechte und die Lage anderer Bevöl- ■ kerungsteile beeinträchtigt werden — die j ti d i- ■ sehe Einwanderung .- un'tei geeigneten . B e dingün gen e r 1 ei entern." Die Konferenz englischer Zionisten erhebt nachdrücklichen Protest gegen die im Uhterhäuse vom . Staatssekretär für Kolonien am 23. September 1931 ' abgegebene Erklärung betreffend das Ausscheiden Gallen-, Nieren- und jBlaseristeinkrarike, sowie Leute, die an übermäßiger Harnsäurebildung und Gichtamfällen. leiden, regeln durch Gebrauch das natürlichen nFranz-Josef "-Bitterwassers ihre träge. Darm Verrichtung. Stellung aufgeben will sie und wann? Genau vor der* Hochzeit.; Die Feldmannsfrau herrscht sie an, redet ihr zu; in Gutem und in Bösem; Feldmann schreitet durchs" Zimmer und brummt. So ist immer seine Natur, er kann eine Frau nicht anschreien. Er schreitet nur durchs Zimmer und läßt jede Weile einen Brummer los. Daran; ist man im Hause gewöhnt: man braucht nur den Sinn« eines solchen Brummers zu deuten. Aber Feldmann brummt, die Feldmannsfrau, jammert ob der Schande — nichts hilft. Rifke will' abrechnen und das sofort! Dienstmädchen gehen weg, andere kommen mehr — Hausherr bleibt Hausherr. Rifke verschwand plötzlich aus Radiwce, dem Städtchen, wo Feldmann wohnt. Die Feldmannsfrau nahm an deren Stelle zwei auf und die Hochzeit wurde nicht verlegt. Sabbat war es angekündigt worden, Sonntag ein wenig Hochzeitsgeschenk zusammengescharrt, Montag früh fuhren die Feldmanns mit dem Bräutigam zur Braut hinaus, die in Werbke wohnte, einem Dorf zwei Tage weit von Radiwce entfernt. Niemand war es in den Sinn gekommen, .daß Montag ein Tag sei ohne das „Und er sah, daß es gut war". Zur selben Zeit, als zwei Wagen, der eine voll- Nr. 22T nu.MM.M^MywUUWIK^M«*^ Norman Ben t w f c h s aus dem Amte eines Oberstaatsanwalts innerhalb der Palästina-Administration. Diese Erklärung, die das unfreiwillige Ausscheiden eines Beamten mit „besonderen rassischen und politischen Verhältnissen Palästinas" begründet, bedeutet eine unterschiedliche Behandlung von Juden und steht in scharfem Gegensat« zu dem Begriff des Jüdischen Nationalheims in Palästina und zu den featbegründeten und hochgehaltenen Traditionen britischer Bürgerschaft. Dann brachte noch der Vertreter der Exekutive, Professor Brodetsky, natih wiederholten Versicherungen des Glaubens an den guten Willen der Regierüüg den Mut zu nachstehender Erklärung auf: „Worauf es aber hauptsächlich ankommt,' ist, . daß die Regierung sich endlich darüber klar wird, daß die* Geduld des jüdischen Volkes auf eine harte Probe gestellt ist. Wir haben ein Recht, von der Regierung zu fordern, daß sie uns einen vollgültigen Beweis ihres guten Willens gibt, ohne jede weitere Verzögerung jene Prinzipien durchzuführen, auf denen vor sechs Monaten in Basel die Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit der Regierung beschlossen worden ist." Diese gewiß' nicht im revisonistischen „Radauton" gehaltenen Vorstellungen an die englische Regierung bezeichnet das englische Regierungsblatt als Zeichen eines „ungesunden" Geistes, weist sie als „Illusionen" barsch zurück und „warnt" die englischen Zionisten. Jetzt ist wohl jedem klar, daß die bisher geführte zionistische Politik dem Abgrund zugeführt hat. Nutzlos hat sich der stückweise Verzicht auf das jüdische Recht, auf den großen Zionismus, auf den Herzl- Zionismus erwiesen. Nutzlos die Preisgabe der z i o n isehen Weltpolitik zugunsten kritikloser Gefolgschaft gegenüber der englischen Bürokratie. Die Grundsätze der Weizmann-Politik: „England ist stark, wir sind schwach. Jede englische Regierung wird das Wort halten. Daher blinde Hingabe an England, keine Opposition gegen die englische Regierung" haben arge Fnicht gezeitigt. Das Bedauern von ..„Near East" über den Sturz Weizmanns — in diesem Zusammenhange gebracht — ist wohl die vernichtendste Kritik an der von Weizmann vertretenen Politik. In dieser schweren Stunde heißt es: . Mut behaltenI Entschlossen, einen Kurs ändern, der sich als verfehlt erwiesen hat. Zurück zu Herzl! Zurück zum großen Zionismus! -vi. gestopft mit Hocbzeitsleuten und der andere mit Zeug und Kuchen, auf dem breiten Weg haltmachten, um „aufs Wohl" zu trinken, zur selben Zeit fuhr «nieder ins grüne Tal eine einfache Alltagskutsche mit Passagieren, unter denen auch Rifke war. Die Kutsche machte, halt. Rifke nahm von irgendeinem Verwandten Abschied, der ihr einschärfte und wiederholte: „Paß auf in Gottes Namen, was ich dir gesagt habe." Niemand der anderen verstand auch nur ein Wort ihres Gesprächs. Die sechs Pferde oben auf dem breiten Weg und die zwei Stuten unten im grünen Tal beim Brunnen wieherten einander zu (vielleicht hieß auch das „Aufs Wohl, bleibt gesund") und gingen los. Aus dem grünen Gras heraus flog ein Vogelpaar auf, umflatterte a,lle drei Wagen lustig, schoß einige Triller in die Luft, unbekümmert und aufs Geratewohl. Als die Musikanten der Braut entgegenspielten, schon unter dem Traudach, platzte beim Primfiedler eine Saite: schwer ums Herz wurde den beiden Höchzeitseltern. Die ganze Hochzeit aber ging überaus jüdisch zu: bös* geworden beim Abendessen, wieder gut ge- : worden; sich überwerfen beim Mittag und wieder gut geworden — und bös' voneinander weggefahren. 110 Juden epsdhi eftei? V Ztir Ermordung der' sechs jungen Juden an der russisch-rumänischen' Grenze durch rumänische Grenz-. Soldaten Werden Fakten berichtet, die es deutlich erkennen lassen, daß es sich hier um ein planmäßiges J u d e'n m o r'de n gehandelt hat. Aus Kischinew wird, gemeldet: ,. . Die, .Erregung über. die Erschießung von sechs j u n,g e u Jude n, zwei Mädchen und vier junge Männer», an der . bessarabisch-russischen Grenze bei S.oroca hält, unter der Judenheit ganz Rumäniens an. Die Erschossenen, die im Alter von 16 bis 20 Jahren standen, heißen: Seide Pf erdman n, Leib .Radmann, -i Jon Mi.ha.ia, Samuel Tzichinovski, Sandor Mati und Riva. D a r c a u t z ti n.; Es hat sich herausgestellt, - daß die Erschossenen durch einen Schmuggler, der im; Einverständnis mit den G r e n z f u n k t i o-' nären handelte, an die Grenze gelockt wurden' und auch in die ihnen. gestellte Falle . gegangen sind.' Für die Grenzgendarmen wäre es ein leichtes gewesen,!, die jungen Leute, wenn sich diese wirklich etwas hatten zuschulden kommen lassen, zu verhaften, da.' dfer; die Grenze bildeiide D n;j e;s tr ah dieser Stelle' riieht. zugefrdren' war ' und/ tfn1£ n t w e i c h e n nach" Rußland; gär riieht in. Fra'ge karii.' .Einesder' Opfier, Samuel* Tzichinovski, hat nach seiner;: Zur, Tragödie von Soroca Auffindung noch vierzehn Stunden gelebt und war in der Lage, dem ihn vernehmenden Staatsanwalt wichtige Mitteilungen zu machen. Bei einem der Erschossenen vfiirde festgestellt, daß er durch dr ei Kuge 1 n. in die Brust getroffen wurde. Auch Fräulein Riva Dar ca litis an erhielt mehrere Schüsse in die Brust Bei allen Kugeln handelt es sich um Dumdumgeschosse. Tzichinovski erzählte, er wie seine ermordeten Kollegen, die arbeitslos waren, hätten sich auf die Arbeitsuche begeben wollen. Ihnen näherte sich der Schmuggler Papusoju- und sagte ihnen, sie mögen Geld mit sich nehmen, er werde sie über die Grenze führen, wo sie Arbeit finden werden. Papusoju setzte sich mit einem Korporal der .Grenzgendarmerie in Verbindung. Beide hatten sich offenbar verabredet, die jungen Leute an die Grenze zu locken, sie dort zu erschießen und zu berauben; als dann die jungen Leute sich der Grenze näherten, wurden sie für verhaftet erklärt, in ein Außenviertel der Stadt Soroca geführt und aus einer Entfernung von etwa fünf Meter beschossen, wobei auch einige Handgranaten geworfen wurden. Das Geld war ihnen vorher abgenommen worden. Daß es sich nicht um eine Erschießung auf der