Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 223 (25.12.1931)
- Date
- 1931-12-25
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ftf. 233 DIE NEBE WELT m übrigen werden beide Fragen eingehende Erörterungen sowohl der beiden Exekutiven, als auch des A. C, welches im Frühjahr 1932 zusammentritt, zur Folge haben. Wir bitten Sie, sich durch keinerlei - Erklärungen und Nach« richten beirren zu lassen, sondern ruhig die Entwicklung der Geschehnisse abzuwartenl Führen Sie indessen mit verdoppelter Anstrengung die Austrittsbewegung aus der ZVFD. .weiter durch, Berliner Nachrichten. Stammtisch. Die Revisionisten Berlins treffen sich Jeden Dienstag ab 8 Uhr abends im Cafe Telschow (1. Etage). Hardenberjtstraße. direkt am Bahnhof Zoo. Auch die Von auswärts in Berlin eintreffenden Revisionisten werden auf diesen Stammtisch aufmerksam gemacht. Weltverband der Hebralsten. Ortsgruppe Berlin. Am\5. d. M. fand Im Oberfüllten Sanlc des Beth Haam die konstituierende Versammlung der Ortsgruppe des Wcltvcrbandes der Hebraisten statt. Den Vorsitz dieser Versammlung führte Dr. Nathan, welcher dem Referenten des Abenus. Herrn Dr. Ravidowics. dfs Wort erteilte. Dr. R. bespricht alle Versuche, welche seit Mendelssohn bis auf den heutigen Tag unternommen wurden, um eine Belebung der hebräischen Sprache zu erwirken, und behandelt die Ursachen des vielfachen Mißlingens dieser Bestrebungen. Im weiteren Verlaul deiner Auslührurigen schildert Referent die Tragik des hebräischen Dichters Im Zusammenhange mit den Versuchen um die Belebung der hebräischen Sprache und gelangt zur Folgerung, daß bloß hebräische Schöpfungen im hebräischen Erez Jisrael von dauerndem, bleibendem Werte sein können. Hlezu aber müssen wir die Vorbereitungen schon Jetzt schaffen. Zu diesem Zwecke wurde der Weltverband der Hebraisten gegründet, der eben daran Ist, efne Ortsgruppe in Berlin zu Schaffen. Nach den Ausführungen des Referenten sprachen noch einige Gesinnungsgenossen zu den praktischen Fragen der Konstituierung, worauf dann ein 17glledriger Ausschuß für Berlin gewählt wurde. Anfragen und Anmeldungen: Beth Am Ivri. Kiirfürstcndamm 61. Brith Trumpeldor. Die Winterfahrten des Brith Trumoeldor beginnen am 21. Dezember. An denselben werden die meisten Chawerlm teilnehmen. Ueber ihren Verlauf werden wir In einer der nächsten Nummern der „Neuen Welt" ausführlich berichten. Predigten In den Gemeindesynagogen (Freitag, den 25. Dezember 1931): 16.15 Uhr: Neue Synagoge (Oranienburgerstraöe). Dr. Blumenthal: 16.15 Uhr: LUtzowstraDc. Dr. Wiener; 1615 Uhr: Lcvetzowstra3e. Dr. Levkowitz: 16.15 Uhr: Lndenstraße. Dr. Weyl: 18 Uhr: Fasanenstraße. Dr. Galiincr: 16.15 Uhr: Friedenstcmpcl (Markgraf- Albrecht-Straße). Dr. Prinz: 19.15 Uhr: Prinzrcgetitstraße. Dr. Saloinonskl. Schonire Schabbos. Der Weltverband Schomre Schabbos veranstaltet Sonntag, den 27. d. M.. um 11 Uhr vormittags, in den Muslkcr- Festsälen (Kaiser-Wilhelm-Straße 31) eine ölfentliche Versammlung, bei welcher über das Thema: ..Nach dem Kampf um die Kaleriderreform"; sprechen werden die Herren: Dozent Dr. S. Grünberg. Rabb. Dr. H. Klein und A. Marcus. Eintritt frei. Gäste willkommen. ' Bar-Kochba-Hakoah-Ball. Der BK-H-Ball findet am Samstag, den 26. Dezember, in allen Kroll-Sälen statt. Karten im Vorverkauf: Ballbüro. Oranienburgerstraße 60/63. Kadewet Titz. Bote & Bock. Preis Mark 3L-. Aus dem Programm: 1; Kapelle, Marek Weber. 2. Schönlieitskonkurrenz (1. Preis: Hin- und Rückfahrt zur Makkabiah noch Palästina: 2. Preis: Luxusgesclienkpackung. ebenso 3. Preis; sowie weitere Trostpreise, gestiftet von Firma Bourjols A. G.. Berlin). 3. Tombola mit wertvollen Gewinnen (l. Preis Blaupunkt-Fernempfänger, gestiftet von Firma Ideal-Werke A. G.). Hamburg: Unsere' revisionistische Ortsgruppe nahm erst am Ende vergangenen Sommers ihre Arbeit auf. Wir haben seitdem unsere Mitgliederzahl erheblich vergrößern können. Es wurden allwöchentlch Zusammenkünfte abgehalten, bei denen aus dem Kreise unserer Mit glieder Referate gehalten wurden, so u. a. über die Grundzüge des Revisionismus. (Iber das Projekt der U. Z. 0. und über Probleme der Plantation in Erez Jisrael. Unsere Chanukafeier war wohlgelungen und trug viel dazu bei, den inneren Zusammenhang der Gruppe zu befestigen. Wir gedenken, im Laufe t*pr n'*ch«ti»n Monate mit einigen großen Veranstaltungen an die Oeffentlichkeit zu treten. Trotz des großen Widerstandes der hiesigen Z. 0. G. ist unser Enoig recht gut und die Ortsgruppe in Immer weiterem Aufschwung' begriffen. Die Leitung der revisionistischen Ortsgruppe gab eine Flugschrift heraus, die bei Jeder Gelegenheit zur Verteilung gelangt. Magdeburg: Am 15. Dezember 1931 wurde hier eine Ortsgruppe der Union der Zlonlsten-Revisionisfen gegründet. Zur konstituierenden Versammlung erschienen 10 Mitglieder. Ein Ausschuß von 4 Mitgliedern wurde gewählt, welcher die Arbeit der hiesigen Orstgruppe vorbereiten und in die Wege leiten soll. Dem Ausschusse gehören an: Walter Heinemann. Hirsch. Panzer und M. L'eff. Als Ziel der Arbeit'bat sich die Gruppe gemacht: 1. Förderung der revisionistischen Idee und aktive Werbearbeit. 2. Förderung der hebräischen Sprache. 3. Stärkung des TeI.-Gha}-Fonds. 4. Zusammenkunft, aller -Mitglieder .mindestens - 14tögJK. Die Mitgliederzahl unserer revisionistischen, Ortsgruppe betrügt gegenwärtig 16. Sämtliche Mitglieder haben sich zur aktiven Mitarbeit bereit erklärt. Insbesondere wird-W. Heinemann einige zur Aufklärungsr arbeit notwendige Vorträge halten. Außerdem wird eine Werbeversammlung ' mit einem auswärtigen Redner im Monate Jänner geplant Zelre MIsrnchl. Deutschland: Die diesjährige Landeskonferenz findet vom 25. bis 27. Dezember 1931 In Frankfurt a. Main statt, zu welcher bloß die Mitglieder der.Z. M. Zutritt haben. Reuthen O.-S. Zusammenkunft der Revisionisten. Wir haben Jeden Freitagabend in den .Räumen des „Hamburger Hofes" eine Zusammenkunft, die sehr rege besucht wird. Frankfurt am Main. Makkabäer- Feier: Am Sabbat, dem 12. Dezember, veranstaltete die „Herzlia" eine interne Makkabäer- Feier. Der Saal war überfüllt, obwohl keine Propaganda gemacht wurde Die Leitung des Abends lag in den Händen von Jehuda Karpf. Oskar Dzialowsk! sprach über die Bedeutung des Chanuka und führte aus: Genau wie heute gab es damals eine Schicht im Jüdischen Volke, die gerne die nationale Freiheit und ihr völkisches Eigenleben aufgab für ein äußeres angenehmes und -prunkvolles Leben, Ihr Symbol ist der Hund, der den Fuß leckt, der ihm eben einen Fußtritt gab. Die andere Schiebt Wird symbolisiert durch den Löwen, der in der Gefangenschaft nicht leben kann. Das Ideal des Revisionismus ist Jehuda Makkabl. der Löwe. Die Feier wurde verschönert durch die prachtvollen Gesangsvorträge der Künstlerin Frl. Kupfer. Frl. Erna Ziegelmann trug In. Ihrer charmanten Art Chansons vor. Große Heiterkeitserfolge erntete Ellas Chweldansky mit seinen ' humoristischen Vorträgen. Heinrich Kupfer erwies sich durch sein Klavierspielen als ein hervorragender . Künstler. Mit Gesellschaftsspielen und Horra-Tanzen schloß der interessante Abend. — Herzlia: Freitag, den 18. Dezember 1931. abends 88/4 Uhr spricht im Helme der revisionistischen Jugendgruppe „Herzlia". Zeil 47. I. Stock. Ellas Chweldansky über Chalm N a c h m a n B I a 11 k. Anschließend gemütliches Beisammensein. Gäste herzlichst willkommen. — Arbeitsgemeinschaft: Die Arbeitsgemeinschaft am Mittwochabend wird letzt von Im?, Richard Jakobi geleitet. Thema: Jüdische Geschieht*. Bethar-NachmlttaKsschule: Klasse „A I ef". Verantwortlicher Leiter Jakob Markowitz. SO 36. POcklerstrafle 49. Montag: 3—4 Hnusschularbelt 4—5 Hebräisch (Sprache). 5—6 T'nach:' Dienstag: 3—4 Hausschularbelt. 4—5 Jüd. Geschichte. 5—6 T'nach; Mittwoch: 3—4 Hausschularbelt. 4—5 Hebräisch. 5-6 T'nach; Donnerstag: 3—4 Hausschularbelt. 4—5 T'nach. 5—6 Hebräisch (Gesang), 6—8 Turnen; Freitag: 3—4 Hausschularbeit. 4-5 Jüd. Geschichte. Mitarbeiter in großer Zahl. Alle Kräfte müssen gerade in der jetzigen Zeit der Not in den Dienst unserer großen Sache gestellt werden. Wir können keinen Stillstand in der Aufbauarbeit ertragen. Zionistenl Meldet euch als freiwillige Keren* Hajessod^Arbeiterl Die KeremHajessodiKommission wird nächstens eine Sitzung von Vertretern aller aktiven zio« nistischen Gruppen einberufen, zu der jede einzelne pflicht* gemäß ihren Delegierten zu entsenden hat. Die Kommis« sion wird dieser Sitzung einen Arbeitsplan vorlegen und mit Hilfe der Gruppenvertreter die Mitarbeitergruppen organisieren. Die neutrale Keren»HajessodsKommission ist dieser Tage zusammengetreten; auch dort haben die zionistischen Vertreter die Dringlichkeit und Wichtigkeit der Arbeit hervorgehoben. Die Keren«Hajessod*Kommis« sion wird der Oeffentlichkeit über ihre Tätigkeit regulär Bericht erstatten. Für die Keren*Hajessod*Kommisson: Prof. A. Freud m.p. Dr. Fritz Ekstein m. p. Obering. Otto K r a s n y m. p. Brith Trumpeldor (Vom Shilton-Büro, Paris.) Informationen. Es ist die Pekuda Nr. 10 erschienen und. an alle Netzivim geschickt worden. In der Beilage das Protokoll der letzten Shilton-Sitzung. — Es ist die Pekuda Nr. 11 erschienen, in einer Auflage von S00 Exemplaren, und wurde allen Kenim (Ortsgruppen) feschickt. In der Beilage ein Informationsblatt über die ätigkeit des Shilton und der 28 Landesorganisationen. — Aus dem Bericht der Netzivut in der C S. R. ist zu sehen, daß die landwirtschaftliche Hachschara, an der heuer mehr als 50 Betarim teilgenommen haben, mit einem Gewinn von 2007 tsch, K abgeschlossen wurde. Ein einzig dastehender Fallt — Die Instruktorenkurse in Wien sind abgeschlossen worden. Eine Prüfungsordnung ist veröffentlicht worden. — Der vom Shilton zur Schaffung der Pelugot Avoda Beauftragte, Gerschon Schatz, ist an die Organisierung der Plugot Awoda (Organisation Betaralija) herangetreten. Ein Treffen der Olim ist für den 11. Adar einberufen worden. Die Leitung wird momentan provisorisch konstituiert und man ist schon an die Sicherung neuer Arbeitsplätze in Hedfira, Rechowo usw. pesch ritten. — Eine neue Allgemeine m m m Versicherungs - Gesellschaft »Phönix« ff Zusammenschluß von Phönix" „Wiener Gegründet 1860. Oegrttndet 1881 und ff ff „Providentia Gegründet 1898 Direktton und Qeneralrepräsentan«: Wien IX. Otto-Wagner-Platz 5 / Aiserplatz 3 Telephon: B-43-5-80 Serie Uebernahme sämtlicher Schadenverslcherungen zu den kulantesten Bedingungen und Prämien Landesorganisation des Betar ist in A r e e n t i n i e n gegründet worden. Die erste Ortsgruppe hat sich in Rio de Janeiro konstituiert. — Der deutsche Betar führt jetzt eine ernste Hebraisierung durch. Es wird in den Schulen der Kultusgemeinde gelernt. — Bis jetzt sind als Antwort auf den Ruf des Rosh Betar an die Betarim, zur Ermöglichung der Shiltonarbeit einen Betrag beizusteuern, etwa von 35 Ortsgruppen die Resultate eingetroffen und erreichen einen Betrag von 3000 Frank. , Presse. Lettland: Erschienen der „Madnch für die Kulturarbeit der erwachsenen Chaverim Nr. 10, und der „Madrich" für die Jüngerschaft Nr. 2. — Die Mifkada Galilit im R e g a t gibt eine Zeitung in Rumänisch „Itonenu" heraus, zu Chanuka ist die zweite Nummer erschienen. — Bul'garien gibt eine interne bulgarische Betarzeitung heraus. —» In Frankreich ist die französische Ausgabe des Betarreglements erschienen. Die Keren-Hajessod-Kommission für Oesterreich Die zionistische Keren*Hajessod*Kommission ist aus Vertretern des allgemeinen Landesverbandes der .Zionisten, des Verbandes der Radikalen Zionisten, der Union der ZionistensRevisionisten und der Poale«Zion zusammen« gesetzt. Die Konstituierung fand am 8. Dezember 1931 statt Zum Obmann wurde Herr Dr. Fritz Eckstein, zum Obmannstellvertreter Obering. Otto Krasny gewählt. Die Keren*Hajessod«Kommission hat in eingehend« stör Weise die Gebarung und die Lage geprüft* Nach* stehend veröffentlichen wir ihre Bekanntmachung: Zionisten Oesterreichs! In schwerer Zeit über* nahmen wir die Arbeit für den österreichischen Keren Hajesspd. Mehr als je ist es heute unser aller Pflicht, das große Werk der Wiederaufrichtung unseres Volkes mit Kraft und Zähigkeit weiterzuführen. Es ist die einzige konstruktive und positive Leistung des Judentums von heute, dessen Lage in der Galuth sich immer mehr ver« schlechter:. In den ersten Reihen des Dienste» am Werk müssen wir Zionisten stehen. Die Keren« Hajcssod»Kommission hat leider konstatieren müssen, daß unsere Gesinnungsgenossen, trotz guter Leistungen, noch weit davon entfernt sind, ihre volle Pflicht zu tun. Keren« Hajessod*Beiträge sind für Zionisten eine Steuer« 1 e i s t u n g, die im Verhältnis zu ihrem Einkommen zu stehen hat (Maasser) und der sich kein Zionist ent« ziehen darf. Die Kommission wird fortan, in permanentem Dienst darüber wachen, daß alle Zionisten, welcher Parteirichtung immer, ihre Pflicht, erfüllen. Zur Unter* Stützung ihrer Aufbringungs* und Werbearbeit und der ihres Sekretariats ruft sie freiwillige Mitarbeiter auf. Solche sind in allen Ländern mit Erfolg tätig, nur in Oesterreich ist deren Zahl verschwindend gering. Dieser Zustand^ muß ein Ende finden. Wir brauchen freiwillige Die Juden in Brasilien Politische Regungen und Presse Trotz des reichen Erbes von Seiten der ersten jüdischen Siedler nimmt die heutige jüdische Gemein* achaft nur in geringem Maße am kulturellen und politischen Leben des Landes teil. Die neueren Immigranten wären besonders stark vom Problem, in einer fremden Umgebung sozial Fuß zu fassen, . in Anspruch genommen; und die Periode dieses Prozesses ist noch 1nicht zu Ende. Nur wenige Schriftsteller haben versucht, portugiesisch zu schreibend Öie meisten von ihnen ringen immer noch mit der Spräche. In politischer Hinsicht, kann man sagen, neigen sie in der Hauptsache der radikalen und der Arbeiter* bewegung zu, wozu schon viele von ihnen in Ost* europa die Vorbereitung genossen. Aber auch hier in der ihnen vertrauten Atmosphäre ist ihr Anteil gering. Die brasilianischen Arbeiter stehen erst am Anfang ihres Klassenbewußtseins. Bis vor wenigen Jahren noch gab es nur eine kleine organisierte Arbeiterfraktion, und auch das nur als Gewerkschaft ohne politische Tendenz. Unter den jüdischen Immigranten, die nach dem Krieg kamen, gab es einige, die in radikalen Zirkeln Europas bei den Sozialdemokraten und Kommunisten tätig waren. Aber sie fanden unter den Juden nur ein geringes Feld zur Verbreitung ihrer Ideen. Die jüdischen Immigranten, die in Europa klassenbewußte Arbeiter waren, wandten sich hier dem Hausierertum und dem Kleinhandel zu und übernahmen so auch die kleinbürgerliche Weltanschauung; Während des Krieges gab es eine Gruppe jüdischer Sozialisten in Rio Grande de Sul, die allerdings nicht als jüdische Partei, sondern als Teil der deut* sehen Anar chistenpartei in Porto Alegre wirkte. Als diese Partei eines geplanten Attentats gegen den Bürgermeister der Stadt angeklagt wurde, fanden sich unter ihnen auch einige Juden. Sie entrannen dem Todesurteil, gerade weil sie Juden waren, denn die Re» gierungsaktion war in der Hauptsache gegen die Deutschen gerichtet. Eine bewußt Jüdische radikale Bewegung eta* blierte sich in Brasilien im Jahre 1921. Im Jahre 1925 unter* nahm die Regierung eine Aktion gegen die Kommunisten, und eine Anzahl von Juden wurde des Landes verwiesen. Von da ab war die Tätigkeit dieser Leute geheimer Natur. Sie begannen sich in Gesellschaften zu organi* Bieren, die nominell rein kulturellen Charakter trugen. So gab es in Rio de Janeiro eine Abraham «Reisen« Gesellschaft, benannt zu Ehren, des jüdischen Arbeiterschriftstellers. Als Abraham Reisen jüngst aus dem Tagesorgan der New Yorker Kommunisten „Frei* heit" austrat — als Reaktion auf die Haltung dieses Blattes gegenüber den Palästina «Pogromen, wurde der Name in Wintsche w ski* Klub ab« geändert, nach dem Vater des jüdischen Sozialismus. Im Jahre 1935 spaltete sich die brasilianische Poale Zion in einen rechten und linken Flügel, und die Linken verließen schließlich die Organisation. Der erste Versuch, die brasilianischen Juden zur Teilnahme an der brasilianischen Politik zu bringen, wurde vom rechten Flügel der Poale Zion unternommen, die sich bemühte, bei den letzten Präsidentschaftswahlen für den Regierungskandi* daten und gegen den liberalen Kandidaten zu stimmen. Innerhalb der jüdischen Gemeinschaft selbst ist das Von Jacob Nachbin (Schluß) kulturelle Leben erst im Anfang, verspricht aber!n 9n* kunft eine gute Entwicklung. Ein großer Prozentsatz der jüdischen Kinder besucht die jüdischen Schulen und das Gymnasium, die alle die staatliche Genehmigung, haben. In diesen Schulen wird Jiddisch und He*, bräisch gelehrt, überall für jene Vorbildung, die den Besuch einer brasilianischen Universität, ermöglicht Die Zahl dieser Schulen wächst konstant und ihr Lehrplan verbessert sich.immer mehr. Es gibt 18 Schulen mit hebräischer oder jiddischer Unterrichtssprache, alle in den letzten sechs Jahren gegründet; in Rio de Janeiro vier Elementarschulen für ausschließlich jüdische Gegenstände und ein hebräisches Gymnasium und - eine Lehrerbildungsanstalt. Die Regierung macht der jüdischen Erziehung keine Schwierigkeiten. In, allen größeren Städten gibt es jüdische Bibliotheken, Jugendvereine und jüdische Sportklubs. Während der letzten 15 Jahre sind zahlreiche jüdische Zeitschriften erschienen: „Die Menschheit** in Porto Alegre (1905)» »»Die Zukunft" (Porto Alegre 1920), „Dos jiddische Wochenblatt" in Rio de Janeiro , (1923), „Brasilianische Jüdische Presse", in Rio de Janeiro (1927), „Dos na je wort" in Porto Alegre (1927), „Di na je weit" und „U n s e r Lebe n" in Rio de Janeiro (1927), „Die Jugend" in Rio de Janeiro (1928),- „Der Schüler" in Bahia (1928), anfangs in Manuskript, später in gedrucktem Jiddisch in portugiesischen Lettern,: „Jiddische Welt" (Sao Paulo 1928), „Der Koch* 1 ö f f e 1" (in Manuskript, Pernambuco 1925 bis 1928). Von allen diesen Zeitschriften sind nur die „Jiddische Volkszeitung" der „Onhojb" und die illustrierte portugiesische „Illustragao Israelita" am Leben geblieben. Die „Volkszeitung" in Rio de Janeiro ist die einzige, die die einheimische Intelligenz um sich geschart hat» Schriftsteller, Schauspieler, Gelehrte, die das jüdische kulturelle und intellektuelle Leben Brasiliens repräsen* tieren. Die Früchte zionistischer Erziehung Als unmittelbar nach dem Krieg in Europa und Amerika der jüdische Nationalismus hohe Wellen schlug, war Brasilien hiefür noch immer kein guter Boden. Es gab dort erst wenig Juden und diese stammten aus kleinen Städten mit wenig sozialem Rück* halt oder Gemeinschaftssinn. Nur einige wenige zählten sich zu den Zionisten und sammelten untereinander kleine Summen für Palästina. Im Jahre 1922 aber kam der erste Delegierte der Zionistischen Weltorganisation nach Brasilien, Jehuda Wilensky. Dieser führte eine Kampagne für Palästina in den größeren Städten durch und errichtete permanente zionistische Organisationen im ganzen Land. Die Gruppe in Rio de Janeiro gab ein eigenes Organ in portugiesischer Sprache heraus, „Correa Israelita". Vorher war der Führer der sephardlschen Juden, Dr. Perez, in stetem Briefwechsel über den Zionismus mit Max Nordau gestanden, der viel Interesse für die Bewegung unter den sephardischen Juden hegte. Eine Konferenz aller Zionisten des Landes wurde einberufen und eine Föderation begründet, die heute den Zionismus dort repräsentiert. Die „Correa Israelita'* ging kurz nach ihrer Geburt ein, aber ihre kurze Existenz hatte große Bedeutung für die Idee des Zionismus untst den Sephardinit weil sie portugiesisch gw