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Die neue Welt · 1931-11-20 · Heft 218 (20.11.1931) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 218 (20.11.1931)
Date
1931-11-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 218 SIEGM. KORN MEHL CftOSSFLIISCHHAUEItSI ff Zentrale; IX., Bergga«se 19, Tel. A-17-3-VV u. A-16-9-34 f Lieferant ' ü t Heilanstalten! Abteilungen für «^■Fleisch unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Isr Kul- | tusgemeinde Wien 1 Autozustellung kostenlo» IX., Barggasse 15 ✓ XVIII., WShrlngarstr. 97 I iiiinMMtfniiiinnmrHnnitnmtmininiifHtiiti HitliM^lllllilllllMIUIItlllUlllirllflllflU; ^dtantmmmiinnittiffittmtimiiiimtimi^ itHminimimiiimMmiiniitmiHti Ausgängstiiren und feuerten mehrere Revolver Schüsse auf die Gäste ab. Ein junger Mann namens AverJbuch wurde sofort getötet, drei andere junge Männer und zwei Mädchen wurden schwer verletzt. Die Gendarmerie verhaftete Maietchi. Unter der Judenschaft der ganzen Umgebung herrscht wegen dieses Ueberfalls große Erregung und Niedergeschlagenheit. Das Ghetto von Venedig Herr Dr. ing. I. Tobe II (Wien) schreibt der „Neuen Welt": Mit besonderem Interesse habe ich den Artikel „Das Ghetto von Venedig" von L. Bato in Ihrer letzten Nummer gelesen. Im Artikel wird von einem „fürnehinen venezianischen Juden Aron U s i e 1" gesprochen, der als erster Jude in der venetianischen Republik die Schiffsflagge derselben hissen durfte. Er ist der berühmte Ahnherr der italienischen jüdischen Familie Usigli — so wurde der Name später italienisiert —, welche in der Gegend von Venedig seither eine große Rolle spielte, insbesondere in R o v i g o bei Venedig die stärkste Stütze der dortigen Judengemeinde wurde, nachdem sich die Usiglis aus Venedig selbst zurückziehen mußten, als dort nach der Republik die österreichische Herrschaft einsetzte. Die Usiglis waren nicht bloß große Handelsleute, vornehmlich in Getreide und Hanf, sondern betrieben auch große eigene Landwirtschaften in Reis, Hanf etc. bis auf den heutigen Tag und bekleideten oft öffentliche Aemter. So war Albano Usigli viele Jahre Präsident der Handelskammer von Muntova und wirkte bis zu 6einem Tode 1915 hervorragend an der italienischen Handelsgesetzgebung mit. Als ich ihn mit meiner Frau im Jahre 1892 besuchte — meine Frau Emma ist eine geborene Usigli — führte er mich persönlich zur ersten Grab-, bezw. Exekutionsstätte Andreas Hofers in Mantua. Ueberrascht von der Verwahrlosung dieser für Oesterreich heiligen Stätte, gab ich sofort von meinem Domizil Triest aus Mitteilung nach Wien, ob mit Erfolg, weiß ich nicht. In Europa stirbt der Mannsstamm des alten Judengeschlechts der Usigli aus und nur in Aegypten leben noch Usiglis. Der Parteitag der amerikanischen Zionisten New York, 12. November. Die in Atlantic City abgehaltene Jahresversammlung der amerikanischen Zionisten ist nach Bildung einer neuen Leitung, bestehend aus Anhängern der Brandeis-Gruppe und der Lipsky- Gruppe, zu Ende gegangen. Allgemein besteht der Eindruck, daß es auf der Convention nicht gelungen ist, eine volle TJebereinstimmung zwischen den beiden Gruppen zu erzielen, daß aber der Friede bis auf weiteres gesichert sei. Zum <: Ehrenpräsidenten der Zionistischen Organisation Amerikas wurde Richter Julian W. Mac k, zu Ehrenvizepräsidenten wurden Louis Lipsky und Rabbi Stephen S. W i s e gewählt. Vorsitzender des Verwaltungskomitees ist Morris Rothenberg, Vizevorsitzender Rabbi Abba Hillel Silver. Vorsitzender des Nationalkomitees ist Richter Lewis, Vizevorsitzender Jacob de Haas, Schatzmeister ist Harry Fierst, Vorsitzender der Finanzkommission ist Louis Rocker. Die Convention beschloß, die Institution einer Exekutive abzuschaffen, und wählte an deren Stelle als die oberste zionistische Landesbehörde ein aus 150 Personen bestehendes Nationalkomitee. Bei der Wahl des Nationalkomitees crgAben sich ernste Differenzen mit den Delegierten des Zionistischen Frauenvereines Hadassah. Die Hadassah-Delegierten verließen unter Protest die Convention, als in die bereits fertige Liste des Nationalkomitees weitere sechs Nam e n, meist Anhänger Louis L i p s k y s, eingefügt wurden. Emanuel Ncuman gelang es jedoch, die Hadassah-Dclegation zur Rückkehr in die Convention zu bewegen. Gleichzeitig mit der zionistischen Convention hielt die Hadassah eine eigene Convention ab, in der beschlossen wurde, den Betrag der Hadasah an die Zionistische Organisation Amerikas auf die Hälfte, d. h. um 20.000 Dollar, jährlich zu kürzen. Die Convention der Zionisten Amerikas nahm ein Budget von 90.000 Dollar an, wovon 30.000 Dollar zur Teildeckung des Defizits in Hohe von 140.000 Dollar bestimmt sind. Mit einer Iluldiguligsresolution für Weizmann wurde die Convention geschlossen. 400 jüdische Fnbriksschülcr verlassen die Arbeit wegen antisemitischer Verfolgung- Moskau, 12. November. 400 jüdische Jugendliche der Fabriksschule in der ncicrbatilen Sowjetstadt Ma.g ni t o g o r s k im Ural haben die Schule verlassen und aind in ihrc Heimatorte zuriickgekch r t, weit sie von den nichtjüdischen Fabriksschülern in a n t isemitischer Weiec schikaniert worden sind. Heute arbeiten aiur noch 200 junge Juden in dieser Fabrik. Das Stadtkomitee hat in einer Resolution die Parteikammer der Fabrik getadelt, weil sie nidit entschieden genug den an der Schule 'herrschenden , Antiwmilisinus bekämpft, ja sogar durch verschleierte antisemitische Beschlüsse die Erregung gegen die jüdischen Schüler geschürt hat. Die Schüler, die sich in dem Htiligan-Antisemitismus besonders hervor.getan haben, .wurden zu spät vor Geridit gestellt. In der Resolution wird gei?a.gt. daß der AntisemitiLsmats eine große Gefahr für die Revolution ist. Die Parteikammer der .Fnbrikssehule wurdn aufgelöst, einige ihrer Mitglieder wurden zur Verantwortung .gezogen. Schächtverbot in Aussig Prag, , 16. November. Die Stadtvertretung von Aussig a. E. hat vor kurzem den Beschluß gefaßt, die Schächtung nach j ü d i s c h e m R i t u s zu. verbieten. Obzwar von jüdischer Seite sofort Proteste gegen dieses Verbot erhoben wurden, in denen insbesondere auf die wiederholten Entscheidungen in Deutschland hingewiesen wurde, hat die Landesbehörde von Böhmen diesen Beschluß bestätigt, so daß auf dem städtischen Schlachthof von Aussig nicht mehr rituell ge s ,q1i 1 a-c h t e t w e r den ,d a r f. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde Aussig hat gegen diese Entscheidung Berufung eingelegt, in der insbesondere darauf hingewiesen wird, daß. nach zahlreichen Gutachten tierärztlicher Sachverständiger die rituelle Schlachtung bei entsprechenden Maßnahmen keinerlei Quälerei des Tieres darstellt. Auch der Vorstand der Jüdischen Partei für die C. S. R. hat in dieser Angelegenheit Schritte unternommen. Verpatzte jüdische Sportfreuden — Die fechtende Helene und die fliegende Peggy In jüdischen Kreisen hat-man sich sehr und sehr darüber gefreut, daß die Weltmeisterin im Fechten, Helene Mayer aus Ottenbach, und die ■.Siegerin im Fernf lug, Peggy Salamann aus London, Jüdinnen sind. Die jüdischen Blätter brachten Bilder und Hymnen. Nun sind einige bittere Tropfen in den Freudenbecher gefallen... Das „Hamburger israel. Familienblatt" schreibt: „In den letzten vier bis fünf Jahren gab es wohl keine junge Dame, wegen der der Redaktionsbriefkasten der jüdischen Zeitungen so in Anspruch genommen wurde, wie durch die junge Weltmeisterin im Fechten, Fräulein stud. jur. Helene Mayer aus Offenbach am Main. Ist sie Jüdin, ist sie nicht Jüdin? War sie überhaupt Jüdin uiiiHiiiimiiiiuiiiiiiiiitiiiimmmmimitiiiiiiiiiiim | JODISCHE KONSTLERSPIELE (Raklame) 1 . ........,.......... i . ........-| H.,Praterstraße34, Tel.R40-Q-94 , S S H^BkkHK **« '* *m. ".?JWi > 'i&Sjmx-ii fi}BSSSSSSS^Bfl^BSSSSSfl5S5S5&3Sl ■» s> ^BMw^^BBts^^^mSSBHL'1 i$BMm~ bs^^ssss^SmHBBbmHBbhhhHKBH s 5 UM JKV Tägliches Gastsniel MKUBIMMmmfflmm s Tägliches Gastspiel Gisa Helden S. Prisament Max Zelniker Ab Freitag, den 20. d. M. SIMCHELE Komödie in 3 Akten Sonntag, 22. d. M., 3*30 Uhr Große Nachmittagsvorstellung Einheitspreis 3 HO Kjn^erpreis S 0-50 Für die Kinder Überraschungen ftiiHitimitmiiitiiHiiuuimmmumn^ Hodisdiuler | sucht Stelle als Hofmeister* i I' Erteilt auch Nachh il festunden | | in sämtlichen Fächern. | | Zuschriften unter „Hochschüler" an die | | Administration der „Neue Welt", II., Untere | | Augartenstraße 38. § oder legte sie ihren Lebensweg bisher alt? Angehörige einer anderen oder g-ar keiner Konfession zurück? Der fragte voller Aufregung an, ob die Nachricht von einem neuerlich erfolgten Uebertritt zu einer anderen Konfession richtig sei, der andere, ob es wahr sei, daß sie zum Judentum zurückgekehrt wäre. Was ist nun wirklich mit der „blonden He?" Dürfen wir ihren Weltruhm für uns reklamieren? Nun, sie ist unbestritten die Tochter eines jüdischen Vatersl Aber, fügt das Blatt wehmütig hinzu, sie ist ebenso unbestritten aus dem Judentumc auszutreten..." Aus London berichtet die „J. T.-A": Die 19jährige Miß Peggy Salaman, die am 30. Oktober abends mit ihrem Flugzeug in London startete und am 5. November morge-ns in Kapstadt landete, hat den Flugrekord des verstorbenen Kommandeurs Glcn Kidston um mehr als einen Tag gebrochen. Die englische und die internationale Presse rühmen die große Flugleistung der Neunzehnjährigen. Miß Salaman ist eine Tochter des verstorbenen Elkin Salaman und Nichte des berühmten Bakteriologen und Anthropologen Doktor Redcliffe N. Salaman, Präsidenten der englischen Gu Seilschaft für Gesundheitsschutz der Juden. Auf eint- Anfrage der J. T. A. teilte die Mutter Miß Peggys mit, daß sie und ihre Tochter jetzt der anglikanischen Kirche angehören... Hitachdilth-Weltkonlerenz in Danzig Danzig, 16 November. Die für Anfang November nach Danzig einberufene Weltkonfcrenz der zionistischen Arbeiterpartei Hitachduth ist auf den 25. und 26. Dezember d. J. verschoben worden. An der Konferenz in Danzig werdet), auch Führer der Arbeitet partei Poale Zion, wie Ben Gurion u. a. m., teilnehmen. Die Konferenz wird endgültig über die Vereinigung' von Hitachduth und Verband Poale Zion in den Galuth-Ländern (in Palästina ist die Vereinigung seit längerer Zeit vollzogen) zu beschließen haben. Der Verband demokratischer Zionisten, Gruppe "VI—VIII, hat .durch das Ableben seines verdienstvollen Ausschußmitgliedes Dr. Simon H o 1 d e n g r ä b e r einen schweren Verlust erlitten und übergibt dem Heimfonds des Verbandes S 3 0 als Kranznblösuugsspende. ►»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»»»♦♦'»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»♦»^^ Englisch »nd Misch UnttrricM*tAkfldeniiKer Zuschriften erbeten unter „Tüchtig" an die Adm. <i Bl. i »♦♦♦♦♦♦♦♦♦»•♦♦♦♦♦♦♦♦»♦♦♦♦♦♦<> frm»»»»»»»»+f Junge nette Frau sucht für die Nachmittage Beschäftigung ss? ss zu Kindern (auch französischer Sprachss sa Unterricht) oder zu älterer Dame als Gess Es sellschafterin. Gefl. Zuschriften unter „J. F." SS ss an die Administration „Neue Welt", Wien, ss £s IL, Untere Augartenstraße 38 35 ~il Festsaal 220 Sitzplätze Vortragssaal zirka 150 Sitzplätze für Veranstaltungen, Versammlungen, Vorträge, Konzerte, Konferenzen etc. Beratungszinunar gegen mäßiges Entgelt zu vergeben Auskünfte: Verbandsheim Ii., Untere Au garttnttr. 38

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