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Die neue Welt · 1931-11-06 · Heft 216 (6.11.1931) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 216 (6.11.1931)
Date
1931-11-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 216 DIE NEUE WELT Seite 9 KINDER! Kommt zum wt>»<o»^»c»»<4>»n<»M»0« ^ip^micmjcm^»»!^ Kinder-Chanukkah -Ball Sonntag den 6. Dezember 193!, nachmittags 4 Uhr, im Verbandsheim, II, Untere Augartenstrafe Nr. 38 t*&^*r^*ir^yifi^»i^^ rungskommissär des Verbandes der jüdischen Gemeinden Italiens, Adv. Feiice R av e n n a. Die Tagung befaßte sich hauptsächlich mit Budgetfragen und den zukünftigen Verwaltuugsinethoden des Verbandes und der Gemeinden. Ein Denkmal für einen jüdischen Faschistenführer Ram, 29. Oktober. In Anwesenheit des Bevotlmäch* tigten des Regierungschefs Mussolini Exzellenz De Biase, des Bürgermeisters von Fiume, einer Vertretung der faschistischen Partei und Vertretungen der jüdischen Gemeinden von Fiume und T r i e s t wurde am zehnten Todestage des Führers der Faschistenmiliz Bruno Mondolfo, der bei der Verteidigung Fiumes gegen anrückende jugoslawische Armeeteile nach helden« hafter Gegenwehr gefallen ist, über seinem Grabe auf dem, jüdischen Friedhof ein Denkmal enthüllt. Die italienische Inschrift auf dem Denkmal verfaßte der Präsident der Stadt Fiume, die hebräische Inschrift verfaßte der Ober» rabbiner von Fiume Dr. Frank. Ein jüdischer General Vorsitzender des Obersten Militärgerichts Italiens Rom, 31. Oktober. Der aktive General in der italienischen Armee A nge 1 o Modena, ein Jude, wurde zum Vorsitzenden des Obersten Militärgerichts Italiens ernannt. Gneral Angelo Modena war im Kriege einer der erfolgreichsten italienischen Heerführer. Er ist der beste Kenner des Heerwesens und hat eine Reihe viel beach* teter Schriften auf diesem Gebiete veröffentlicht. // Der jüdi§dte Weckruf" Jüdischnationale Arbeit in Nordafrika — Kampf gegen den jüdischen Aberglauben, für nationale Würde In Nordafrika, in den von der französischen Republik verwalteten Gebieten, wohnen Juden, fern von den jüdischen Zentren der anderen Weltteile, unberührt von all dem, was die sonstige Judenheit politisch, kulturell, sozial und national bewegt. Es ist ein trostloses, wenig Hoffnung gestattendes Dasein, aber es gibt auch für sie einen Lichtpunkt, ein Ziel, dessen Erstrebung sie, die Juden von Tunis, Algier, Marokko, aus ihrer Lethargie emporreißen könnte: Der Zionismus. Der Kampf für den Zionismus liegt dort in den Händen eines tapferen Mannes, eines Judenstaat* 1 e r s, eines Revisionisten. Es ist Felix A 11 o u c h e in Tunis, der Herausgeber der Zeitschrift „Le Reveil Juif" (Der jüdische Weckruf), die seit sieben Jahren unablässig für die zionistische Idee wirbt und auch tat* sächlich schon Erfolge zu verzeichnen hat. In Tunis, Algier, Casablanca, Rabat. Fez, Mogador, Marakesch, Gabes, Constantin, Nabul und Mahdia, kurz, in ganz Nordafrika bis. nach Aegypten hin hat der „Weckruf" des mutigen Revisionisten Allouche die kleinen jüdischen Gemeinschaften aufgerüttelt und sie der Aufgabe des Palästina=Aufbaues nähergebracht. Und es ist bezeich* nend, daß die, von keiner halben oder verfärbten Ideologie korrumpierten, nordafrikanischen Juden, soweit sie heute zionistisch sind, für den unverfälschten Zionismus, den Herzl'Zionismus, den Revisionis« m u s, gewonnen werden konnten. Die Vertreter dieser Judenschaft saßen auf dem letzten Kongreß in der Gruppe der Revisionisten. F61ix Allouche hat aber zurzeit nicht aHein eine positive Propaganda *u führen, sondern auch noch eine zweite Front zu berennen: die Front des Aberglau* b e n s,' dem noch zahlreiche tunesische Juden verfallen sind. Wie wir aus der „Reveil Juif" erfahren, huldigen viele nordafrikanische Juden einem höchst absonder* liehen, grotesk wirkenden Ritual, das sie als Religions* Übung ausgeben, das aber in Wirklichkeit eine Parodie au.f wahre jüdische Religion darstellt. Gegen diese, das jüdische Volk schädigenden, ja verächtlich machenden Zeremonien, hat Felix Allouche im Interesse der Würde des jüdischen Volkes den Kampf schon vor längerer Zeit aufgenommen. Keiner vor ihm hat ihn gewagt. Im Verlauf einer großzügigen Aufklärungspropaganda ist es ihm gelungen, die Mithilfe der tunesischen Zeitungen „L'Egalite" und „La Justice", der Gemeindeorganisationen und auch des Rabbinats zu gewinnen. 4 Allouche stellt die typischen Formen abergläu* bischen Rituals fest. Er erzählt von blutigen Tier» opfern, von Sonnenanbetung, von hysterischer Ausstreckung der Arme nach den offenen Mäulern der geschlachteten Kälber und Rinder, von Prozessionen »u den Gräbern heilig gesprochener Rabbinen, von wilden Schreien einer krankhaft erregten Masse, zu der nicht nur die arme Frau aus dem Volk gehört, sondern auch die elegante, nach der neuesten Pariser Mode gekleidete Dame ... Sie alle bemalen sich mit dem Blut der Opfer» tiere. Ein Meer von Unwissenheit bedeckt diese Sorte von Menschen, die die Gebräuche der Einheimischen an« genommen haben — vom Bauchtanz bis zum Blut» raufch, als würden sie den Baal anbeten, den Moloch verehren. „Und Juden sind es", ruft Allouche aus, „die solches im Namen der Religion tun!" Und er fährt fort: „Wir erzählen diese Dinge nicht aus literarischen Allüren, nicht wegen der pittoresken Bilder. Wir haben mir einen Wunsch, nur ein Verlangen, daß dies alles so rasch als möglich verschwinde! Mögen utiM'.ie SuumiK-sbrüder endlich begreifen, daß dies nicht der Sinn des Judentums ist, sondern ganz und g.a r das Gegenteil jener reinen, wahrhaften und vernünftigen Lehren, welche den Ruhm des jüdischen Volkes ausmachen." Zum Schluß ruft der revisionistische Kämpfer Allouche zur Reinigung des Judentums von solch skandalösen und erniedrigenden Erscheinungen auf. Felix Allouche hat sich und seinen Mitarbeitern eine wichtige Aufgabe gestellt. Aber er befindet sich in einer tragischen Situation. Dieselbe Nummer des „Reveil Juif", die zur Propaganda gegen den Aberglauben aufruft, enthält auch an leitender Stelle einen zweiten Alarmruf: „Le Reveil Juif" ist in Gefahr! Das tapfere revisionistische Organ, das im Begriffe ist, das nordarn» kanische Judentum dem Zionismus, aus der Barbarei der nationalen Würde zuzuführen, droht eingestellt zu werden. Seine Existenz ist gefährdet. Felix Allouche wendet sich an seine Freunde in Marokko, Tunis, Frankreich, Türkei und Aegypten mit der Aufforderung, das Weiterbestehen des Blattes zu sichern. Würde „Le Reveil Juif" sein Erscheinen aufgeben, wäre eine wichtige zionistische Posi* tion verloren. * Antisemitische Unruhen in Tunis — Brith Trnmpeidor als Schützer Aus Tunis wird gemeldet: Studenten der arabischen L a n d w i r t s c h a f t s# schule in Tunis veranstalteten in den letzten Tagen zweimal J u d e n e x ze ss e. Igit^den.jjRuf^n „Nieder mit den Jude nl" schlugen £je ,in den Straßen jüdische Passanten nieder. Bei Beginn der. zweiten antisemitischen Kundgebung organisierte die zionistischsrevisionistische Jugendorganisation >,B r i t h \v T r u m p e 1 d o r" mit Heranziehung der Turnerschaft „Makkabi" eine Selbstverteidigung. Diese hielt die Demonstranten in Schach, -bis Polizei eintraf und mehrere der Studenten verhaftete. . . SdielhammervLose haben besondere§Gludc! Dieser Ausspruch hat sich hervorragend bewährt, denn die -Summe der während der 24. und 25. Klassen* lotterie' (3/* Jahr) ausbezahlten Klassenlos*Haupttreffer auf vom Bankhause Schelhammer & Schattera, Wien, I., Stefansplatz. 11, verkaufte Lose errechte die Rekord* Ziffer von 1,722.000 Schilling. In der vergangenen Lotterie waren es die Haupt* treffer vön 100.000, 60XXX), zwei ä 40.000' Schilling, wo* gegen bei der vorletzten Lotterie die Prämie von 500.000, der Haupttreffer von 300.000, 1OQ.0OO, 80.000, 60.000, 50.000, zwei a 20.000, vier ä 10.000 und viele andere große Ge* wjnne zu 8000, 6000, 4000 und 2000 Schilling mit S c h e 1* hamm er »Losen gewonnen und ausbezahlt wurden! Eile, zum Kaufe geboten, da die Lose bei der letzten Lotterie schon viele Tage vor der Ziehung ausverkauft waren. Ziehung der nächsten Klassenlotterie schon am 17. und 19/November d. J. Die Preise der Lose betragen: %& 48.—, VS 24.—, V* S i2.—, Vs S 6,—. E Bei Regen, Wind, Kälte wird man leicht von Erkältung befallen. Man muö daher rechtzeitig Sorge dafür tragen, daß im Hause nie fehle der int seiner schmerzlindernden Wirkung, einzige DIANA- FRANZBRANNTWEIN . ' * ( /" ^i'-: ' ■' ' ' \ ' ' mit Menthol welcher für Massage, Einreibung, Umschlüge und als Qurgelwasser gleich unentbehrlich ist Nehmen Sit nur Diana! W«ttt«t« N*cMinttfii««ii wtlst« V« entschied«!) mrUck! Ueberau trhSltiBch. MOOIRNI LEIHBIBLIOTHEK Hermann Tuohner, Wien ll,EckeTaborstr.52 bietetlhnendieMöglichkeit,IUr10aro«hon tSflllch die modernsten Autoren zu lesen. Die Riesenauswahl in modernster Literatur ermöglicht es mir, auch den verwöhntesten Geschmack befriedigen zu können, was die stets wachsende Anzahl meiner Abonnenten beweist. Keine weiteren Spesen l Bitte, machen Sie einen Versuch! Telephon R-4M-20 Die britischen Juden im Weltkrieg Der „Völkische Beobachter", das Zentralorgan der deutschen Nationalsozialisten, brachte einen Artikel aus der Feder eines angeblichen englischen Frontsol« daten S. H. Wrigley, in dem dieser durch Entstel« lungen einer Denkschrift über die englischen Juden im Kriege, Drückebergerei der englischen Juden nachweisen wollte. Der Bundesvorsitzende des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten wandte sich daraufhin an die höchste amtliche jüdische Stelle Eng* lands, den rangältesten jüdischen Feldkaplan Rev. Michael Adler um Auskunft. Rev. Michael Adler erwiderte u. a.: Eine vollständige Darstellung der Zahl der Juden, die während des ganzen Krieges in aktivem Dienst waren, wird nie ganz gelingen, da die Regimenter die Religion nicht registrierten. Eine große Anzahl Juden wurde in die verschiedenen Teile der Welt hinaus* geschickt, ohne daß von ihrer Existenz bis zum heutigen Tag etwas bekannt geworden wäre. An Wrigleys Erklä« rung, daß die Mehrzahl der Juden in Stellen der Verwaltung oder im ZahlungsdSenste war, ist kein wahres Wort. In den Verwaltungsstellen war bloß eine Handvoll Juden, während als „financial posts" die „Army Pay Corps" zwei Offiziere und 186 Mann um* faßten, bei einer Gesamtzahl von 50.000 Heeresdienst / leistenden Juden. Die Ziffer 50.000 stellt die Gesamt* zahl der Juden dar, deren Namen im Heeres* und Marinedienst bekannt sind. Die wirkliche Zahl der jüdi* sehen Kriegsteilnehmer war Weit größer. Im Jahre 1914 wurde die jüdische Bevölkerung im Britischen Reich auf 420.000 geschätzt, wovon 275.000 im Vereinigten König* reich waren und der Rest in den Dominions und Indien wohnte. 50.000 Mann also machen 11,91 Prozent der gesamten jüdischen britischen Unter* t a n e n aus. Aus den Dominions meldeten sich 540p Freiwillige zum Dienst, also 10 Prozent aller Juden im Krieg. Von dieser sichergestellten Zahl — zweifellos bedeutend unter' der wahren Gesamtzahl — können die Namen von 11.000 Mann abgezogen werden (20 Prozent) als zu nicht-fechtenden Truppen gehörend, ob* wohl natürlich die meisten dieser Soldaten einer nütz* liehen, den Krieg fördernden Funktion dienten und in Frankreich, Belgien, Dardanellen, Palästina und anderen Kriegsschauplätzen sich aufhielten. Es waren 2190 Offi* ziere und Mannschaften in den „Royal Army Service Corps", 360 in den „Ordinance Corps", 1400 In den „Royal Army Medical Corps", von denen viele als Krankenträger beim Dienst in der Frontlinie getötet1 wurden, und 2300 in den „Royal Flying Corps"! Von letzteren interessiert die Notiz» daß von 260 jüdischen Flieg er offi zieren 29 (11 Prozent) im Kampf mit dem Feind getötet wurden, während n die große Auszeichnung des tiDistinguished Flying Gross'- erhielten. Zu dieser Zahl müssen weitere 5000 hinzugefügt werden, die in den Arbeitsbataillonen waren, was eine Gesamtzahl von 11.000 Mann in den Ersatztruppen der Armee ergibt. Zwei Drittel der Mannschaften in den Arbeitstruppen waren. in Rußland geborene - Juden, die in den letzten 18 Monaten des Krieges nach Frankreich und Belgien geschickt wurden. Es gehörten also mindestens 39.000 Mann, 80 Prozent,der Gesamtzahl, den Kampftruppen an. Sie errangen 5 Vik* toria«Kreuze von 650^ die in der ganzen englischen Armee verteilt wurden, 49 „Pis1;in,guished Service Orders", 263 „Military Crosses" und Hunderte von militärischen Medaillen und anderen Auszeichnungen. ...334. Offiziere und 2091 Mann, eine Gesamtzahl von 2425, das ist 6 Pro* zent der 39.000 Soldaten,, sind nachweislich im Kampf gefallen, und es ist nicht daran zu zweifeln, daß zwei- oder dreihundert den Gefallenenlisten hinzugefügt werden müßten. Rev. Michael Adler widerlegt auch die verleum« . derischen Behauptungen Wrigleys gegen das jüdische Regiment, das über 6000 Mann zählte und in Gallipoli, in Palästina kämpfte. Wrigleys Mit» teilung über zwei angebliche Meutereien in diesem Regiment sind vollkommen aus der Luft gegriffen. Lord Allenby berichtet, daß am 29. Septem* ber das 38. Bataillon „Royal Fuseliers", dem das jüdische Regiment angehörte, den Brückenkopf von Umm es Shert im Jordantal von den Türken eroberte. Weiter rühmt der General (jetzt Feldmarschall) seine Armee wegen ihres großen Sieges und erklärt: „Ich möchte auf die gute Gefechtstüchtigkeit aufmerksam machen, die die neueren Formationen zeigen. Unter diesen sind das 28. und 39. (jüdische) Bataillon der ,Royal FuseliersV

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