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Die neue Welt · 1931-10-30 · Heft 215 (30.10.1931) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 215 (30.10.1931)
Date
1931-10-30
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Zur Vermählung seiner ehem. Präsidentin Fräulein Rosa Wahl mit Hertn Ingenieur Streit gratuliert herzlichst Der Verband sfon« Hodisdifilerinnen, Wien Der Beschluß von Calais muß vollkommen getrennt behandelt werden von dem Beschluß unserer Landeskon* ferenz, aus der ZVfD. auszutreten. Die ZVfD. besteht aus einer Gruppe, in welcher wenige Menschen regieren, die die Träger des B r i t * S c h a 1 o m * G e i s t e s und des entschiedenen Weizmannismus sind. Sie machte aber nie den Versuch, die Organisation aller Gruppen zu sein, in welcher parteimäßig regiert wird. Unser Austrittsbeschluß erbringt ein Exempel, daß wir mit uns nicht spielen lassen. Man kann einer starken Gruppe nicht die Arbeit unmöglich machen, indem man sie Woche für Woche beschimpft („Rundschau"). Die „Rundschau" sollte eben allen Gruppen gehören. Ein Redakteur kann da auch seine Meinung äußern, indem er seine Aufsätze unterfertigt; aber alle Gruppen müßten dauernd gleichmäßig Veröffentlichungen unterbringen können, und nicht nur gelegentlich. Ein solcher Zustand ist auf die Dauer unerträglich, und deshalb war unser Austritt aus der ZVfD. der einzige Weg, um die Oeffents lichkeit auf diese unhaltbaren Zustände aufmerksam zu machen. Dadurch ändert sich unser Verhältnis zur ZO. keinesfalls. Wir sind ein Landesverband der revisio-- nistischen Kongreßfraktion. Im übrigen werden wir alle Arbeiten allein machen. Und über den aus Wut und Angst entstandenen Beschluß der ZVfD., uns auszuschließen, noch Worte zu verlieren, erübrigt sich. Er ist lächerlich, und wir gehen darüber zur Tagesordnung. Der Besuch unseres heutigen Abends ist uns Beweis dafür, daß wir dauernd wachsen. Die zionistische Ortsgruppe wäre glücklich, ihre Zusammenkünfte bei solcher Beteiligung abhalten zu können. Es gilt nun, alle Kräfte für die positive und prak< tische Arbeit zu sammeln. An der anschließenden Debatte nahmen teil die Herren: Berger, Belilowsky, Dr. Lichtenfeld, Hepner, Garbatski, Markowitz, Stharnipolski und R. Lichtheim. Es wurden hauptsächlich Fragen der Arbeit für den KK1., KH., Schekel erörtert, sowie die Frage einer revi* sionistischen Presse in deutscher Sprache. Es wurde schließlich beschlossen, alle vierzehn Tage zusammenzukommen, um die ideologischen und laufenden praktischen Arbeiten zu besprechen. —r. Oew Österreichische Schwammverband im Zeichen des Hakenkreuzes Gewaltakte gegen die Wiener Hakoah Die Hakenkreuzler, die im Vorstand des Oester» reichischen Schwimmverbandes sitzen, haben endlich die Masken fallen lassen, nun weiß man, was diese „unpoli* tischen Sportler" wollen! Den Arierparagraph im Schwimmsport. Diesen Herren sind die großen Er» folge der Wiener Hakoah-Schwimmer schon längst ein Dorn im Auge. Der jüdische Verein hat die besten Schwimmerinnen Wiens, gute Schwimmer, einen glänzenden Nachwuchs und gute Wasserballmannschaften. Die Veranstaltungen der Hakoah sind fast immer a u s* verkauft, und der Verein ist auf dem besten Wege, die führende Rolle im österreichischen Schwimmsport zu übernehmen. Und das wollen die Leute des Ersten Wiener Amateur=Schwimmklubs, die sich durch Grün» düngen von verschiedenzn Vereinen in der Provinz im Verband eine Majorität geschaffen haben, verhindern. Geht es nicht mit sportlichen Mitteln, dann eben mit Gewalt. Es sind Kräfte am Werk, die den Schwimmvera band, in ein politisches Fahrwasser zu treiben versuchen und durch Einführung des Arierparagraphen eine Spaltung herbeiführen wollen. Der Erste Wiener Amateur«Schwimmklub, der schon seit längerer Zeit antisemitische Tendenzen aufweist, hat bei der letzten Vorstandssitzung des Schwimm» Verbandes den Antrag gestellt, die am kommenden Sams« tag und Sonntag stattfindende Veranstaltung der Hakoah unter Ausschluß der Oeffentlichkeit durch» zuführen. Infolge seines starken Anhanges und des da* durch bedingten Stimmenverhältnisses ist Ewask auch praktisch in der Lage, diesen seinen Antrag durchzu* setzen. Hakoah hatte sich bereit erklärt, für Ordnung W der Veranstaltung zu sorgen und die Veranstaltung unter allen Umständen durchzuführen. Nachdem die Hakenkreuzler auf ihrem Standpunkt beharrten und der Hakoah androhten, daß 200 Nationalsozialisten das jüdische Meeting stören werden, legte der Präsident des Schwimmverbandes, Weinberger, sein Mandat nieder. Auch der Vizepräsident Direktor K n o r r aus Linz, auf dessen Hilfe die Antisemiten rechneten, demissionierte. Wenn nicht in letzter Stunde Ordnung geschaffen wird, muß es dazu kommen, daß im Schwimmsport zwei Verbände geschaffen werden. Die Hakoahner, die große Arbeit für den österreichischen und jüdischen Schwimmsport geleistet haben, können überzeugt sein, daß in diesem Kampf alle aufrechten Juden Wiens auf ihrer Seite sind. Die jüdische Jugend Wiens wird auch mit aller Energie die Versuche der Hakenkreuzler, jüdische Sportveranstaltungen zu itören, abwehren. Es wird aber wahrscheinlich gar nicht zu dieser Kraftprobe kommen, denn die Herren vom Haken« kreuz haben bisher ihre Kraft nur an alten wehr« losen Juden gemessen. Mit einer jüdischen Sport« faust sind sie bisher noch nicht bekannt geworden. * Das HakoahsMeeting findet statt Die Stimmung in den Wiener Sportkreisen ist äußerst erregt, und überall wird Festigkeit gegenüber dem politischen Gewaltstreich der hakenkreuzlerischen Ele* mente gefordert. Die Hakoah selbst hat sich zu einer entschiedenen Stellungnahme veranlaßt gesehen. In der ordentlichen Generalversammlung der Hakoah*Schwimm* Sektion wurde der Beschluß gefaßt, das für Samstag, den 31. Oktober, und Sonntag, den 1. November, angesetzte internationale Meeting unter allen Umständen abzuhalten. Wie berichtet wird, werden alle Wiener großen Vereine, mit Ausnahme der Ewask und der D a n u b i a, die Hakoah=Veranstaltung beschicken, so daß mit ausgezeichneten und interessanten Leistungen ge# rechnet werden kann. , Die jüdischen Sportler; Wiens werden zweifellos durch einen starken Besuch ihre Sympathien für die Hakoah*Schwimmer zum Ausdruck bringen. Es wird aber auch erwartet, daß das jüdische Wien selbst zu dem Meeting erscheinen wird, um zu bezeugen, daß es mit ernstem Interesse an den Bestrebungen des jüdischen Schwimmsports teilnimmt. Dies Bewußtsein, daß die jüdische Sportehre auf dem Spiel steht, muß auch die nicht aktiv am Sport, Beteiligten zu einem Besuch des Meetings veranlassen. I ■ i..'" MARO «n der Fritz Grünbaum-Operette mit: Walter Jarssen, Ernst Verobes R. A. Roborts, Adele Sandrock, Greti Theimer, V. Franz / Regie: Friedrich Zel ik Busch Kino, II. Kürntner-Kin: I. Haydn Kino, Vi. »«t& Rieser-Klno. IX. LaMMMBnuBM Mondlal-Fllm aMMnuaMnno AUS PALÄSTINA. Wichtige Beschlüsse des ,/Misradu" in Palästina Tel*Awiw, Mittfc--Oktober. Die in Tel» Awiw abgehaltene IV. Landeskonferenz des palästinen* sischeri Misrachi-Landesverbandes, an der 70 Delegierte teilnahmen, von denen ein Drittel den „Hapoel Hamis* rachi" (Traditionstreue Arbeiter) vertraten, faßte u. a, folgende Beschlüsse: 7 Die Konferenz fordert - die Exekutive der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation auf, so rasch als möglich die vom XVII.'Kongreß beschlossene R e# Organisation der Paläst ina*Aemter durchzuführen. Sie betrachtet die Durchführung dieses Be* Schlusses als wesentliche Bedingung für die M i 11 e Ii Standseinwanderung nach Palästina. (Bisher ist in allen Pälästina*Aemtern eine sozialistische Mehrheit.) Die Konferenz betrachtet die Bildung von neutralen Arbeitsnachweisbüros in Stadt und Dorf als wesentliche Vorbedingung für das Eindringen jüdischer Arbeit in die jüdische Wirt* schaft. Diese Büros sollen' die zu vergebende Arbeit allen Juden, ohne Unterschied der Partei, vermitteln. Die Konferenz betrachtet neutrale Büros als das Mittel zur Vermeidung des Bruder* k a m p f e s auf dem jüdischen Arbeitsmarkt, eines Kampfes, welcher die Entwicklung des Landes stört und die Giftquelle des Bruderhasses darstellt. Die Konferenz stellt mit Bedauern die Vemacb lässigung des Handels und der Industrie durch die Exekutive der Jewish Agency fest. Sie verlangt, daß ein Mitglied der Exekutive der Agency sich den Angelegenheiten des Handels und der Industrie widmen und die Tätigkeit der Agency auf die» sem Gebiet erweitern soll. Die Konferenz ermutigt den Verband der Industriellen in seinen Be* mühungen, die Industrie des Landes zu konsolidieren, welche das beste Mittel ist, die Aufnahmsfähigkeit des Landes zu erhöhen. Sie fordert, die Exekutive der Agency auf, der Industrie die größtmögliche Hilfe zukommen zu lassen, und den Nationalfonds auch für die Bedürfnisse der Industrie Boden zur Verfügung zu stellen. Die Konferenz betont die Bedeutung der Verbreitung palästinensischer Produkte (T,ozeret Haarez) für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes im allgemeinen und des jüdischen Jischuw im besonderen. Die Konferenz begrüßt die Wahl des Herrn Färb* stein zum Mitglied der Exekutive der Zionistischen Organisation und Jewish Agency und hofft, daß es ihm gelingen wird, die gesamte Exekutive im Sinne seiner Anschauungen über die zionistische Politik zu beein* flussen und sie in diesem Sinne 'zu aktivieren. Die Konferenz gibt ihrer großen Besorgnis darüber Ausdruck, daß die Führung der politischen Ge» Schäfte der Exekutive gänzlich in die Hände von Dr. Arlosoroff gelegt wurde, dessen Haltung und Anschauung in vielen politischen Fragen zu Bedenken Anlaß gibt. In Anbetracht dessen, daß der Vertreter des Misrachi, Herr Farbstein, ein bestimmtes politisches S18.- $ 24.- S 30.- Pil., KQlserstrnße 123 )X„ Alserstroße 6 Studentenmeeting Heute, Donnerstag, den 29. Oktober, um 8 Uhr abends im Heim, II., Untere Augartenstraße 38, findet eine große Studenten Versammlung statt. Gegenstand: Protest gegen die Volkszählung und die Verhaftungen in Palästina. — Die Lage der jüdischen Studenten und die Hebräische Universität. — Die Beschlüsse in Calais. Referenten: Dr. D. Bukspan, Josef Frankel, Oberbaurat Robert Stricker. System vertritt, verlangt die Konferenz, daß Herr Färb* stein an der Führung des politischen Departements der Agency teilnehmen soll. * Zu diesen Beschlüssen wäre zu bemerken, daß sie sich durchaus mit den von den Zionisten Revis i o n i s t e n erhobenen Forderungen decken. Thealer/ Kunft und iliilllllilllilllilililliillllliüLi'leralur Joachim Stutschewsky in Budapest. Aus Budapest wird uns berichtet: In einem Konzert der Zeitschrift „M u 11 es J ö v ö" in der Musikakademie spielte Joachim Stutschwesky mit größtem Erfolg Werke von Bloch, eigene Kompositionen und Bearbeitungen von Volksmusik, die er mit leidenschaftlicher Hingabe und in einer das Jüdische erschließenden, vollendeten Interpretation vermittelte. Reicher Beifall des vollbesetzten Hauses lohnte seine Darbietungen. Jüdische Bühne. Freitag, den 30. d. M., die Komödie „Der Chasen von Odessa". Mitwirkend Rachel Rosenfeld, Braclawska, Glattstein, Zucker, Novikoff, Bell, Zucker, Neuwirth und Grimminger. Das Stück bleibt bis 5. No* vember auf dem Spielplan. Sonntag, den 1. November, Nachmittagsvorstellung bei ermäßigten Preisen. (Kinder, die jüdischen Jugendvereinigungen angehören, zahlen 50 Groschen.) Jüdische . Künstlerspiele (Theater Reklame, IL, Praterstraße 34). Von Freitag, den 30. Oktober, bis Mon« tag, den 2. November, die Novität „Sommervöge 1", Volkslegende mit Vorspiel und Nachspiel (Bilder nach Perez, Broderson, Gordon u. a.) mit dem Künstlerpaar Gisa Heiden und Salo Prisament sowie Max Zelniker in den Hauptrollen. Sonntag, den 1. Novem* ber, halb 4 Uhr nachmittags: Jüdische Kinder vor* Stellung mit Einheitspreisen (50 Groschen für Kinder, 1 Schilling für Erwachsene). Dienstag, den 3. November: „Blumenkönigin", Mittwoch, den 4. November: „Sommervöge 1", Donnerstag, den 5 November: „Blumenkönigin". Beginn halb 9 Uhr. Neues Jüdisches Theater, IL, Taborstrafie 12 (Hotel „Stephanie"). Sonntag, den 1. November, halb 9 Uhr, die Komödie von B. Wolff „Oj, is er a Schiker". Mitwirkend Frau Hilda DuiJtzkaja und Lieder* sänger Artur Fleischmann. Ermäßigte Preise zu S 1.— und 2.—. Karten im Vorverkauf an der Tageskasse. Verein zur Förderung jüdischer Musik. Der nächste Kammermusi kabend des Vereins zur Förderung jüdischer Musik findet im Saale der B'nai Brith, Wien, IX., Universitätsstraße 4, Sonntag, den 1. November, halb 6 Uhr nachmittags, statt. Es wirken mit: Mario Winkler-Fialko (Gesang), Israel Brandmann und Friedr. M e s 11 e r (Violine), Joachim S t u U schewsky (Cello), Else Stein (Bratsche), Hans Lewitus (Klarinette) und Robert Spitz (Klavier). Zur Aufführung gelangen Werke von Achron, Brand* mann, Zeitlin, Stutschewsky, Wolfsohn und Lazar Weiner. _ _ . Allgemeine Versicherangs - Gesellschaft »Phönix« Zusammenschluß von »Phönix" „Wr'ener" Gegründet 1860 ** Gegründet 1881 und D*Au!«lAMlSA(i fr Oegründet 18!» Direktton und Qeneralreprilsentsnzt Wien IX. Otto-Wagner-Platz 5 / Alserplatz 3 Telephon: B-43-5-80 Serie Utbernahme sämtlicher Schadenversicherungen zu den kulantesten Bedingungen und Prämien

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