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Die neue Welt · 1931-09-18 · Heft 209 (18.9.1931) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 209 (18.9.1931)
Date
1931-09-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Ht 509 DIE NEUE WELT Seffe r I Wieder daheim soll Ihr erster Gedanke Ihr Bett sein Lassen Sie Ihre Federbetten, Decken und Matratzen jetzt umarbeiten. Fertigstellung von früh bis abends. Abholung und Zustellung über den Tag in eisenen Autos ■■■■■■■■■■■■■■ Alle neuen Bettwaren nur in bester Qualität BETT WARENHAUS BERTHOLD SAMEK WleiiVHI,L«rohenfeldör8traßenar30. Tel.A'26-2-75, Wien XVII, HernaiserHauptstraBe 67, Tel. B-44-4-84 1 nicht allein von ökonomischen Gesichtspunkten, sondern auch von politischen Ueberlegungen beeinflußt werden müsse, gab er seinem Erstaunen Ausdruck, daß der Hauptzweck des Planes die Reetablierung der durch Landverkäufe an Juden vertriebenen Araber sei, und daß alles andere als nachgeordnet betrachtet werde. Stellt man sich aber auf den Standpunkt des Mandatars, so müsse darauf verwiesen werden, daß die Maßnahme sich nicht durchführen lasse ohne Kenntnis nicht allein der Zahl der Araber, sondern auch der Umstände, unter denen sie, freiwillig oder nicht, das von ihnen besetzte Land verlassen haben. Herr Van Rees wies darauf hin, daß auch Fälle bekannt seien, da die arabischen Bebauer des Landes fort mußten im Ergebnis von Landtransaktionen zwischen Arabern. Er richte die Frage, ob die Aufmerksamkeit der Verwaltung auf die Araber beschränkt sei, die vom Land verdrängt worden waren durch Landverkäufe an Juden allein. Die Regierung selbst habe doch noch Ende 1930 zu den Landverkäufen unter Arabern Stellung genommen. Herr Van Rees erinnerte an den Brief der britischen Regierung vom 11. Mai 1931 an den Völkerbund, der Aeußerungen der Regierung zum Memorandum der arabischen Exekutive vom 6. Dezember 1930 enthielt. Darin wurde u. a. folgendes gesagt: „Es müsse in Betracht genommen werden, daß die arabischen Großgrundbesitzer in manchen Fällen selbst die Pächter vom Land verdrängt hatten." Ungeachtet dieser Hinweise wich der akkreditierte Vertreter der Mandatarmacht von dem einmal eingenommenen Standpunkt nicht und hat auch in einer späteren Sitzung auf eine Anfrage des belgischen Mitglieds M. Orts bestätigt, daß der Hauptzweck des Entwicklungsplans der sei, die im Ergebnis der jüdischen Kolonisation verdrängten Araber wieder zu besetzen. Ein weiteres Ziel sei die Inkulturnahme neuer Flächen mittels Bewässerung, Drainage und intensiver Kultivierung. Jedoch fehlen noch Informationen über eine Reihe von wichtigen Fragen, und auch die Richtigkeit des schon zur Verfügung stehenden Materials werde in Zweifel gezogen. Es werde daher etwa 6 Mortate und noch länger dauern, bevor man das neue Material herbeischaffen werde. Darauf werde erst die neue Behörde in der Lage sein, Pläne auszuarbeiten. Herr Van R.ees bat alsdann indem nächsten Jahresbericht so viele Einzelheiten wie nur möglich über den Entwicklungsplan zu geben. Die Absicht der Regierung war somit schon vor Monaten festgesetzt und die Hinweise einzelner Kommissionsmitglieder haben nicht vermocht, etwas daran zu ändern. Warum auch? Hat doch der Hauptbetroffene — die Zionistische Exekutive — noch vor der Juni-Sitzung der Mandatskommission der englischen Regierung ihre Zustimmung dazu erteilt, daß der Entwicklungsplan in erster Linie die Araber versorgen soll. In der 12. Sitzung der 20. Tagung der Mandatskommission am 16. Juni 1931 sagte Dr. Shiels auf eine Anfrage des Engländers Lord Lugard, ob nicht die Juden behaupteten, Vorsorge für alle Araber getroffen zu haben, die im Ergebnis jüdischer Landkäufe vom Land verdrängt wurden, die Juden behaupteten zwar das, aber die Kompensation erfolgte häufig in Geld und das Geld war bald aufgezehrt, und so behielten die Araber weder Land noch Geld, worauf er dann wörtlich hinzufügte (Seite 89 des englischen Protokolls):: „Er könne hinzufügen, daß die Jüdischen Behörden schon ihr Einverständnis dazu gegeben haben, daß diese dispossedierten Araber eine erste Belastung des Entwicklungs-Fonds bilden sollen." („He might add that the Jewish authorities quite agreed that these dispossesed Arabs should be a first charge on the Development Fund.") Können da Interpellationen der Mandatskommission noch nutzen, können unsere Protestresolutionen noch irgend eine Wirkung auf den Mandatar ausüben? (Der Landsystem, Landsiedlung und Agrarreform behandelnde Schluß folgt in der nächsten Nummer.) 1 Notopfer Ein von den Vertretern sämtlicher zionistischer Gruppen gefertigter Aufruf, den wir in unserer vorigen Nummer veröffentlicht haben, ruft die Zionisten auf, durch eine außerordentliche und raschest zu erbringende Opfer« lelstung das bedrängte PalästinaAVerk aus drohender Ge* fahr zu retten. Die Weltwirtschaftskrise bedroht unser junges na* lästinensisches Aufbauwerk, die budgetäre Bedeckung für das heurige, mit Ende September schließen Je Jahr ist nicht ausreichend und trotz größter Abstrichs und Drogse* iungen ergibt sich ein Fehtabgang, der unbedingt gedeckt werden muß. Auch damit ist noch nicht alles getan und eine Weiterfübrung der Arbeit wird auch weiterhin schwer bleiben; aber es ist zu hoffen, daß die Arbeit mit de; Auf* bringung von 100.000 Pfund Sterling, die allerdings noch im September erfolgen muß. wenigstens notdürftig fortgesetzt werden kann. Im anderen Falle aber müßte mit einer schweren Erschütterung unserer Po* sition in Palästina gerechnet werden. Es ist klar, daß diese Gefahr unter allen Um* ständen vermieden werden muß. Kein« der so schwer erkämpften Positionen in unseren Siedlungen darf aufge« geben werden, unser hebräisches Schulwerk darf nicht erschüttert werden. Gelänge es nicht, das Notdürftigste des Defizits zu decken, so müßte mit einer Rückwände* rung aus Palästina gerechnet werden. Was das alles für unsere künftige Arbeit zu bedeuten hätte, bedarf keiner Darlegung. Und schließlich, wenn der Kredit der Exeku« tive ins Wanken gerate, so würde auoh unser p o 1 i t u scher Kredit eine schwere Einbuße erleiden. Die Zeiten sind schwer. Aber idealistischer Wille ist noch immer mit allen Schwierigkeiten fertig geworden und Zionismus, gelebtes Judentum ist ja ein einziger heroischer Widerstand gegen den Druck der Materie. Mit dem Glauben an das jüdische Volk steht und fällt unsere Sache. Das jüdische Volk wird nioht zulassen, daß Palästina in Gefahr komme. Eine außerordentliche Leistung, ein wirkliches N o t o p f e r ist die Parole des Augenblicks. Wer ein rechter Zionist ist, wird seine Pflicht tunl (Geldüberweisungen wollen auf Konto A 47.115 „Zion" erlegt oder an den Keren Hajessod, I., Kärntnerstraße 28, überwiesen werden.) Bei Unwohlsein ist das natürliche „Franz-Josef Bitterwasser ein angenehm wirkendes Hausmittel, die Beschwerden erheblich zu verringern, zumal oft schon kleine Mengen «icher nützen. In Apotheken erhältlich. Zu den Vorgängen in der Union der Zioni'sten-Revi'si'oiHsfen Im Lager der Zionisten-Revisionasten ist es, wie bereits bekannt, zu einer Auseinandersetzung über das künftige Verhalten der Union zur Zionistischen Weltorganisation gekommen. Die Auseinandersetzung trägt grundsätzlichen Charakter und ist frei von jeder persönlichen Note. Ein Teil der Revisionisten ist zur Ansicht gekommen, daß die zionistische Weltorganisation zu weit vom Herzl-Zionismus abgekommen ist, als daß sie noch den Rahmen für ersprießliche politische und ökonomische zionistische Arbeit abgeben könnte. Die andere Gruppe ist für ein Verbleiben in der von Herzl geschaffenen Weltorganisation. Sie will unbedingt an ihr festhalten und an ihrer geistigen Erneuerung im Sinne Theodor Herzls arbeiten. Die Auseinandersetzung über diesen gewiß tiefgehenden Meinungsunterechied wurde vielfach als ein Vorzeichen der Spaltungder Union angesehen. Wie aus,nachstehender Meldung der Pariser Stelle der "Jüd&ch^n^l jgraphenagentur hervorgeht, steht die friedliche Lösung der Frage unmittelbar bevor.; * Paris, 12. Septemiber. (J. T. A.) „Nach einer Beratung mü Pariser Mitgliedern der revisionistischen Exekutive", sagte Herr Jabotinsky in einer Erklärung an die J. T. A., „habe ich das Londoner Hauptbüro der Revisionistischen Union dahin informiert, daß ich beschlossen habe, meinen Urlaub abzubrechen und unverzüglich meine Funktionen als Präsident auszuüben. In meinem Schreiben an die revisionistische Exekutive", erklärte Herr Jabotinsky ferner, „bezeichnete ich als Hauptaufgabe der revisionistischen Exekutive, die Basis eines Uebereinkommens zwischen den beiden entgegengesetzten Ansichten bezüglich de* Zukunft des Revisionismus zu schaffen. Das Ueberednkommen muß dos Essentielle beider Gesichtspunkte enthalten, auf daß das Gewiesen beider Lager beruhigt sei und auf daß eine Spaltung im Revisionismus vermieden und seine Einigkeit wieder gestärkt werde." * Ich wünsche zunächst zu erklären, sagte der Leiter der Exekutive M. Großman eine Woche vorher in einem Statement an die J. T. A., daß an den sensationellen Berichten Über eine Spaltung in der revisionistischen Organisation, die in der jüdischen Presse erschienen sind, kein Wort wahr dst, auch nicht, daß Jabotinsky von der tatsächlichen Führung der Partei entfernt wurde. Kein einziges Mitglied des Exekutivkomitees hat Jabotinskys Position als Führer in Frage gestellt, noch ist irgend eine persönliche Animosität oder Rivalität seitens irgend einer Person des Exekutivkomitees vorhanden. Austritt der deutschen Zionisten-RevraJonisfen aus der deutschen Landesorganisation? London, 7. September. (J. T. A.) Vom Pressebüro der Exekutive der Union der Zionisten»Revisionisten wird mitgeteilt, daß in den Versammlung der deutschen Revisionisten in Berlin, Breslau und Frankfurt die Frage des Austritts aus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland behandelt wurde. Hiefür herrscht auch bei den Gegnern des Austritts aus der Zionistischen Weltorganisation starke Stimmung, hervorgerufen durch die Haltung des offiziellen Partei« organs „Jüdische Rundschau", die auch nach dem Kongreß fortfährt, im Sinne des Brlth Schalom und noch darüber hinaus eine Politik zu betreiben, die dem Zionis* mu§ schädlich ist. Die Frage des künftigen Verhältnisses zur Z, V. f. D. werde auf der Landeskonferenz am 11. Oktober entschieden werden. Im Falle des Austritts werden sich die deutschen Revisionisten nach Art eines zionistischen Sonderverb, and es m Deutschland konstituieren. Der TehChafsFonds int Jahre 5692 Das Büro des Fonds in Paris schreibt uns: Das neue jüdische Jahr 5692 muß für den Teicha j-Fonds das Jahr der unmittelbaren Verwirklichung seiner Hauptaufgabe — der Vorbereitung einer wehrfähigen jüdischen Jugend — werden. Die Erfahrung der Nachkriegs jähre — und insbesondere der letzten zwei Jahre in Palästina und in der Diaspora — hat jetzt, mehr als je, die Wichtigkeit und Dringlichkeit dieser Aufgabe bewiesen. Der Tel-Chaj-Fonds unternimmt jetzt ine Reihe wichtiger praktischer Schritte, um die jüdischen Jugendorganisationen mit ausgebildeten und geschulten WlehrsportinstruktOren zu versorgen. In Riga hat der Brith Trumpeldor mit der Unterstützung des Tel-Chaj-Fonds und unter der Führung der Herrenl. Gelperin, V. Mirkin und Pinns, im Juli bis September d. 7. achtwöchige Instruktorenkurse veranstaltet. In Warschau eröffnet der Brith Trumpeldor zusammen mit dem Tel-Chaj-Fonds in der ersten Qktoberhälfte unter der Führung der Herren I. Galperin und N. Michlin kurzfristige Instruktorenkuse für die polnische Provinz. Das Hauptinstitut dieser Art —- die Zentrale Wehrsportinstruktoren-Schule — wird in diesem Hertbst in Paris eröffnet werden. Alle diese praktischen Unternehmungen verlangen bedeutende und schnell realisierbare Geldmittel. Dos Kontinentalbüro des Tel-Chaj-Fonds fordert alle Landes- und Lokalkomitees des Fonds dringend auf, überall und unter Ausnutzung aller Möglichkeiten Sammlungen für diesen Zweck durchzuführen. Speziell müssen im Verlauf der kommenden Herbstfeiertage für Sammlungn zugunsten des Tel-Chaj-Fonds die traditionellen „Kaaroth" in den Synagogen ausgenutzt werden. Das Kontinentalbüro ersucht alle Organisationen, die sich der Bedeutung der Tätigkit des Tel-Chaj-iFonds bewußt sind, die „K a a ,r o t h" - A k t i o n mit aller Energie durchzuführen und die gesammelten Gelder an die zentralen Tel-Chaj-Fonds-Institutionan des betreffenden Landes, oder dort, wo solche noch nicht geschaffen worden sind unmittelbar an die Adresse: Fonds Tel C h a j 9 bis, rue Vineuse, Paris 16-e, zu überweisen, TdU€haj*Fonds Ausweis Herr Simon Rohtkopf und Frau, Breslau, gratulieren allen Freunden und Bekannten zu Rosch-Haeohon« und spenden dem Tel-Chaj-Fonds M. Herr Dr. Preuß und Frau, Breslau, gratulieren allen Freunden und Bekannten zu Rosch-Haselionu and spenden dem Tel-Chaj-Fonds M. 2.—. Herr Dr. Bach und Frau gratulieren allen Freunden und Bekannten zu RoschnHaschontt und spenden dem Tel-Chaj-Fonds M. 2.—-. Fräulein Rosl Walter und Herr Paul Wollberger, Breslau, gratulieren allen Freunden und Bekannten zu Rosch-Haschonu und danken gleichzeitig für dae erwiesenen Aufmerksamkeiten zu ihrer Verlobung und spenden dem Tel-Chaj-Fonds M. 2.—. Herr Dr. Fritz Becker und Frau, Breslau, gratulieren allen Freunden und Bekannten zu Rosch-Haschonu und spenden dem Tel-Chaj-Fonds M. —.50. Ruth Marcus, Breslau, gratuliert allen Freunden und Bekannten zu RoscJi-Haschonu und spendet dem TeUChaj-Fonds M. 1.—. Schaukat AK will die Klagemauer-Frage wieder aufrollen Jerusalem, 7. September. (J. T. A.) Ungeachtet der Entscheidung der Internationalen Klagemauer- Kommission und der Entschließung des Völkerbundsrates, in der die Hoffnung ausgesprochen wird, daß dieser Klagemauer-Entscheid die Streitfrage beendet hat, wird Von moslemitischer Seite versucht, die Klagemauer- Frage erneut aufzurollen. Wie von moslemitischer Seite mitgeteilt wird, beabsichtigt Schaukat Ali, der Führer der indischen Moslems, eine allmoslemitische Konferenz nach Jerusalem für den 7. Dezember d. J. einzuberufen. Am 7. Dezmiber jährt sich der Al-Burak- Tag, an dem nach der Moslem-Legende Mohammed sein Roß „AI B u r a k" an einer Stelle nahe der Klagemauer angebunden hat. Durch die Abhaltung der Moslem- Konferenz an diesem Tage in Jerusalem soll dargetan werden, daß die Klagemauer, die von den Moslemiten in Erinnerung an die Mohammed-Legende „AI Barak" genannt wird, ein rnoßlemitisches Heiligtum dar* stellt Von der hebräischen Universität Sie soll endlich ein Lehrinstirut werden Seit Jahren geht ein Kampf um den Charakter der hebräischen Universität in Jerusalem. Bisher stand die Leitung des Instituts auf dem Standpunkt, daß die Uni* versität eine Stätte der Forschung und keine „Doktorenfabrik" . sein solle. Das klingt sehr schön, hatte aber zur Folge, daß die Universität jede praktische Bedeutung für das jüdische Volk und be* sonders für das jüdische Palästina einbüßte. Die bereits in Palastina erzogenen, ja die bereits in Palästina ge* borenen Studenten mußten nach Frankreich, Italien, Eng» land und Deutschland gehen, um dort unter den schwie? rigsten Umständen akademisches Wissen und akademische Grade zu erkämpfen. Ein Export von Geld und jungen Mensehen setzte in Palastina ein. Für ein junges Gemein«

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