Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 205 (21.8.1931)
- Date
- 1931-08-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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ME NEUE WELT He. 991 In Heiratsangelegenheiton wenden Sie sich mit Vertrauen an M. L StMeefepr, Wian, II., Gr. Moftrcuigme 2ty0f Telephon A-46-B-00 Seriös, diskret, Beziehungen zu den besten Kreiden. Nationalsozialisten bis zum Zentrum ist mit 35,4 Prozent aller Zeitungen der gleiche geblieben. Dagegen ist die liberal«sozialistische Presse um 2,3 Prozent auf 8,5 Prozent gesunken. Die parteilose und die General* anzeigerüPresse ist um 2,2 Prozent auf 55,3 Prozent ge* stiegen. Die sogenannte „Linkspresse" einschließlich der kommunistischen stellt nach wie vor nur den zehnten Teil der deutschen Presse dar, die sogenannte .Judenpresse" noch nicht einmal! den 20. Teil. Von den 85 größten deutschen Zeitungen werden noch nicht zehn von jüdischen Chefredakteuren geleitet. Da aber gerade die Provinzblätter, die Generalanzeigerpresse und die neutrale Presse noch viel weniger als die große Presse unter „jüdischem Einfluß" stehen, so dürfte dort der jüdi sehe Anteil ikaum den bevölkerungsmäßigen Anteil von 1 Prozent übersteigen. Von einem Vorherrschen der .Jüdischen" Presse kann also in keinem Falle die Rede sein, auch nicht, wenn man auf die deutschen Zeitungskonzerne näher einginge, von denen nach wie vor der HugenbergsKonzern an der Spitze steht. Chronik der Wodie Revision der russischen Klassenjustiz? Moskau, 14. August. (J. T. A.) Das jüdische Mitglied des Justizkommissariats Aron Soltz lurterzieht An einem in der „Iswestija" erschienenen Artikel die gegenwärtige Methode ungleicher Behandlung der Angehörigen verschiedener Klassen durch die . Justiz- und Verwaltungsbehörden Rußlands einer scharfen Kritik und fordert eine Aenderung der Politik und Methoden der russischen Justiz, insbesondere der Praxis, daß über Arbeiter für das gleiche Vergehen nur ein Drittel des Strafausmaßes verhängt wird wie ülber Handwerker oder Intellektuelle. Unter dem jetzigen System haben vor allem die Juden zu leiden,-die zum großen Teil.in die Kategorie der Nep- Icute und Händler eingereiht werden und mitunter für Vergehen, die im allgemeinen nur mit einein Monat Gefängnis bestraft werden, zu drei bis fünf Jahren Kerker verurteilt werden. „Iswestija" teilt mit, daß dde Kritik dieses Zustandes durch Aron Soltz bereits den Erfolg genaht hat, daß 700 Gefangene in Moskau freigelassen und die Strafen von 108 anderen Verurteilten wesentlich herabgesetzt wurden. Die Ausländer-Registrierungs-Bill in Kanada zurückgestellt. Ottawa, 12.,August. (J. T. A.) Das Gesetz über die Registrierung deor Ausländer in "Karoäda, 'das in letzter Zeit im Senat zur Beratung stand, wurde vorläufig-zurückgestellt. Der Gegenstand wird vor Ablauf eines Jahres nicht wieder auf die Tagesordnung, des Senats kommen. Die Zurückstellung des Entwurfs wurde in jüdischen Kreisen mit großer Befriedigung 'aufgenommen, da man in der Einführung der geplanten FremdeniRegistrierung': eine schwere Beeinträchtigung jüdischer Interessen erblickt. Schwierigkeiten einer jüdischen Bank in Rumänien. Bukarest, 13. August; (J. T. A.) Die Berkowitz- Bank, eines der größten Bankhäuser Rumäniens, mußte wegen Kündigung , der ihr von deutschen Banken gewährten Kredite ihre Schalter schließen.' Es wird jedoch erwartet, daß die Bank in einigen Tagen die Auszahlungen wieder aufnehmen wird. An der Spitze der von L. Berkowitz gegründeten Bank stehen gegenwärtig der Präsident der Jüdischen Gemeinde Bukarest und des jüdischen Gemeinde Verbandes Rumäniens,' der ehemalige Senator Ely Berkowitz und sein Bruder Adolf Berkowitz. Ein Legat für den K. K. Li. Czernowitz, 13. August. Im Alter von 86 Jahren verstarb in Czernowitz der jüdische Gutsbesitzer Markus Just er. Der Verstorbene hat dem Jüdischen Nationalfonds den Betrag von 4000 Pfund testamentarisch hinterlassen. Eine jüdische BHndenzeitschrift in Amerika. Das jüdis che: Braille«Institut in Amerika gibt unter dem Titel „Jewish Braille Review" eine neue Monatsschrift heraus, die unter den jüdischen Blinden der englischsprachigen Länder unentgeltlich verteilt werden soll. Die erste Nummer der Zeitschrift, die vom Sekretär der Exekutive des jüdischen Braillednstituts, Leopold Duböw, herausgegeben wird, ist soeben erschienen. Ein „Jüdisches Haus" in Danzig. Der jüdische Philanthrop I. Grünbaum hat ein Haus erworben, das zu einem Zentralheim für jüdische Institu* t io n e n umgebaut werden soll. Das neue „Jüdische Haus" soÜ eine große Synagoge, eine Talmu ds>Th.ora? Sch.ule, einen Lesesaal und eine Vplksküche enthalten. Außerdem sollen in dem Hause alle in Dahzig befindlichen . jüdischen und ju da istischen Bibliotheken sowie die Amtsräume verschiedener jüdischer Institutionen untergebracht werden. ZamenhofaDenkmal in Bialystok. In Bialystok, der Geburtsstadt des Schöpfers der Esperanto«Weltsprache Dr. Ludwig Zamenhof, fand die Grundsteinlegung für ein Zamenhof «Denkmal statt. An der Feier beteiligten sich 200 Delegierte des vor kurzem in Krakau abgehaltenen Esperantistenkongresses. Eine jüdische Delegation brachte die Ziegel, zwischen denen die Gfundsteinlegungstirkunde eingemauert wurde, mit.; Jüdische Gelehrte auf . dem Internationalen Orient« Kongreß. An dem 18. internationalen Orient» k o n g r e ß, der in der Zeit vom 7. bis 12. September d. J. in Leid e n stattfinden wird, werden auch einige berühmte jüdische Gelehrte teilnehmen. Aus Amerika kommen Professor Richard James Horazio Gott heil, der he* kannte Orientalist der Columbia University, der in den Jahren 1909*10 die American School of Archaeology fertofeg «od emek durch aeine Betätigung i.n der //Brilh Rfedionnm" Wir erhalten aus Tel-Awiw folgende Zttech*flfc - Aäm, dÄ* zionistischen Veteranen im Peliästina und in der Diaspo*a, Werte Gesinnungsgenossen* Seit 50 Jahren, nach den Anfängen der ChÄ>at ZSon, trägt der tätige Zionist die volle Bürde der harten zionistischen Arbeit, ohne einen anderen Lohn zu erwarten als das Bewußtsein, der jüdischen Sache treu gedient zu haben. Er ist es auch, der in seiner Heimat, in seinem Aufenthaltsort sich als erster in den Dienst der jüdischen Allgemeinheit stellte und kein Gebiet jüdischer Betätigung vorbeigehen ließ, ohne an ihm eifrig mitzuarbeiten, mitzuwirken. Wenn es ihm nach Jährzehnten unermüdlicher Arbeit gelingt, nach Palästina zu kommen, um den Rest seiner Jahre dort zu verleben, kommt es oft vor, daß er enttäuscht ist, daß ihn mächtig das Gefühl der Einsamkeit überkommt ohne Anschluß an Gesinnungsfreunde, ohne heimische Umgebung, wo er Rat und Hilfe finden könnte gegen die Not des Augenblicks und des kommenden Tages. Der zionistische Veteran geht nach Erez-Israel mit der freudenvollen Hoffnung, auch dort seine zionistische Tätigkeit nach Kräften fortzusetzen. Wie bedrückend aber ist für ihn das Gefühl, wenn niemand ihn zu irgendwelcher Betätigung auffordert? Man verzeiht ihm sozusagen sein Alter nicht und erinnert sich kaum seiner früheren Leistungen, derentwegen er es verdient hätte, daß man sich seiner im Notfall annimmt und ihm beisteht. Gewiß ist das auflebende Palästina — das jüdische Land — eine durchaus neue Schöpfung und als solche stellt sie ihre Hauptforderungen an die jugendlichen Kräfte, jedoch nicht in dem Maße, daß diejenigen, die in der zionistischen Arbeit alt geworden sind, gänzlich vergessen und außer acht gelassen werden müssen. Kein Zweifel, daß diese unnormale Er scheiniing Schatten auf die Stimmung in unserem Lande wirft. Nicht nur die bitter Betroffenen allein, sondern auch wir alle empfinden schmerzlich die drückende Atmosphäre. Wir, Veteranen der Bewegung, sind verpflichtet, die Situation zu ändern, eine brüderliche Umgebung für alle zu schaffen. , . Zu diesem Zwecke wurde ein Verein ins Leben gerufen, der - den Namen „B ri,t h Rischon im" — „Bund der Ersten" trägt. Der Verein soll alle zionistischen Veteranen /um sich gruppieren, freundschaftliche Beziehungen unter seinen Mitgliedern, pflegen und für gegenseitigen Beistand sorgen. Die Aufgaben des Vereines xsind vorläufig folgende: ■ . ,a fu'.-jj ■ Ji-. •'• ■ 1. Eröffnung von Klubs in,Tel-Awiw, Jerusalem, Haifa und anderen Orten, wo die Mitglieder einander kennenlernen und sich befreunden mögen. 2. Bedürftigen Mitgliedern auf verschiedene Weise beizustehen. 3. Altgewordenen und ruhebedürftigen Mitgliedern, angemessene Unterkunft zu gewähren. 4. Beziehungen anzuknüpfen zwischen den Mitgliedern in Palästina und denen der Diaspora-Länder. Noch ist es uns selber nicht klar, welch weiterer Aufgabenkreis sich uns eröffnen wird. Von euch, zionistischen Veteranen, hängt es ab, dem Verein den passenden Rahmen zu geben. ' Was wir von euch verlangen, ist — Sympathie für unser. Werk und Hilfe in der Form von Mitgliedsbeiträgen je nach Können und Wollen. Reichet uns eure hilfreiche Hand und das .Werk wird gelingen l Brief-Adresse: A". Droyanow, Allenby 15, Tel-Afträw. •' Kassa-Adresse: Zew Gluskin, Tel-Awiw, P. O. B, 11«, M. Usischkin, Z. D. Lewontin, Zew Gluskin, L L. Gpldberg, M. Dizengoff, Zwi Belkowsky, A. Droyanow, A. L. Sehe resche wsta* A. Babkow, A. Maze, M. Itzkowitz. zionistischen Bewegung bekannt ist, sowie Pro« fessor Max Leopold Margolies, der 1924*1925 Vor« lesungen. an der Hebräischen Universität Jerusalem gehalten hat. Außerdem werden sich an dem Kongreß Professor E. Litt mann (Deutschland), Dr. E. Levi Provencal (Marokko), der Präsident der Sektion für Papyrus*Kundes Dr. D. Cohen, Amsterdam, und der Präsident der Sektion für semitische Sprachen Professor Dr. L. Palache, Amsterdam, beteiligen. Die Palästina« regierung wird auf dem Kongreß durch De L. D, Mayer vertreten sein. Eine jüdische Zentralbank in Lettland. SSmtfiche judischen Kreditgenossenschaften Lett* Iands, mit Ausnahme jener, die mit dem Joint Distribu» tion Committee in Verbindung stehen, haben beschlossen, sich im Hinblick auf die herrschende Wirtschaftskrise zu fusionieren und eine jüdische Zentralbank m Lettland zu gründen. Jüdisches Mitglied des Südafrikanischen Parlaments gestorben. In Kapstadt ist im Alter von 54 Jahren EU Buirski, eines der vier jüdischen Mit« glieder des südafrikanischem Parlaments «od aktives ECKSTEIN? FAMILIEN-PENSION RattMmrilon, KaHMlNHM / T»alNh S4Mh"Tm SEMMERING ISÜ3?aSiV?ÄfffÄftr*043 Mäßige Preise, vorzügliche Küche, Zimmer mit Pension S 12.— aufwärts. Zentralheizung, fließendes Warm- und KaHwasser in jedem Zimmer. / Auskunft unter Telephon U-27-6-24 Mitglied des Ausschusses der jüdischen Ge< meinde, am 14. August plötzlich an Herzschlag ge« storben. Buirski gehörte dem südafrikanischen Parlament seit dem Jahre 1924 an. Td-Chaj-Spendenauswefe, Der Vorstend der revisionistischen Partei, Breslau, gratuliert nachträglich Liese Müller, Rosl Walter, Herrn Alexandrowatz, Herrn Doktor Bach und Herrn Rothkopf und spendet RM5.— Die Weltorganisation revisionistischer Frauen dankt Herrn Oberfoaurat Stricker ftär die Einrichtung des Tel-Chaj-Spendenausweases und spendet . * . »...........RM< Edith Lachmann dankt Henrn Oskar Raibinowiez für f rdl. Mitarbeit........ . RM %r~*. Der Vorstand der revisionistischen Partei Breslau, kondoliert Herrn Dr. Preuß......RM 3w~* R.-A. Lach mann und Frau gratulieren Rosl } Walter zur Verlobung......s ■ .» RM tr-i' TeUersammlung bei einer Veranstaltung s $ * RM 4u—. Blau*weiße Fahne und Internationale. Im Zusammen« hang mit unserer diesen Titel führenden Glosse in der letzten Nummer der „Neuen Welt" ersucht uns Herr Bernhard Schattner um die Feststellung, daß der „Hapoel", die palästinensische Sportorganisation, anläßlich seiner Anwesenheit in Wien bei der Arbeiterolympiade das Grab Theodor Herzls besucht hat. Was die Nichtteila nähme am Aufmarsch der Nationen im Stadion betrifft, sei dieser Umstand einem Mißverständnis der Leitung zu*, zuschreiben. _ Rabbiner Dr. H. Carlebach. Wien, 13. August in Anwesenheit der jüdischen Korporationen und unter Teilnahme des Bürgermeisters der Stadt Baden bei Wien und ehem. Österreichischen Finanzministers Josef Kollmann, sowie von Vertretern der katholischen umd protestantischen Geistlichkeit fand dieser Tage in Baden: bei Wien die feierliche Installierung des Rabbiners Dr. Hartwig Carlebach als Oberrabbiner von Baden statt Der heue Oberrabbiner ist von der Badener Kultafr. gemeinde aus Berlin berufen Wörden. " 1 E Wunderdinge erzählen sidi die Leute von den unerhört niedrigen Preisen aller Waren bei Schiff mann. Die „Groschen-Woche" hat auoli in den letzten Tagen viele Tausende neuer zufriedener Käufer aus allen Wiener Bezirken und der Provinz angezogen, die in großen Mengen einkauften und sich sehr lobend über unser Verkaufssystem äußerten. Mit jedem Tage wurde der Andrang der Kauflustigen immer größer und war an manchen Stunden trotz des aufgebotenen größeren Verkaufsapparats nur sehr schwer zu bewältigen. Mit besonderer Freude konstatieren wir diesen beispiellosen Erfolg, der uns zu neuen Rekordleistungen der Warenverbilligung anspornt. Wahren Sie Ihren Vorteil, nützen Sie die letzten Groschen-Tage zur Deckung Ihres Bedarfes aus! Beachten Sie die Groschen-Angebote in unserem Inserat auf Seite 9 und die bemerkenswert billigen Preise für Herren-Sportkleidung, Herrenwäsche, Damenmäntel, Pelze usw. Besondere Schlager: Rasierklingen und Stangen-Rasierseife zu 10 Groschen, große Stücke Toiletteseife, Shampoon-Pakete zu 15 Groschen, Frottierwaschlappen, große Wasch- und Handbürsten zu 25 Groschen, Geschirr-, Staub- und Waffelhandtücher zu 39 Groschen, Waschseidenstrümpfe (2. Wahl), Lackgürtel, Gummi-Windelhöschen zu 49 Groschen, Damen-Stoffmäntel, Trenchcoat-Fasson mit Lederknöpfen um S 9.80, Damen-Filzhüte mit modernem Federgesteck zu S 3.90, Kjnickerbocker-Sportih.6sen aus Ia Tweedstoff S 14.90, Sportsakkos aus modernem Tweedstoff in allen Größen nur S 24.90, Sport- Herren-Hemden aus Ia englischem Oxford zu S 7.90, elegante Herrenhüte, haarig, zu S 5.90, ferner Pelzmäntel, und zwar: Nutria-Lamm-Mäntel, ganz auf Seide gearbeitet, nur ganze Felle, nur S 149.50, echte Bisam-Rücken und echte Bisam-Wammen- Mäntel, ganz qipuiert und auf Seide, nur S 345. Provinzversand per Nachnahme. Wir erwarten Sief Schiffmann, 2. Bezirk, Taborstraße 48. Besichtigen Sie die Warenausstellung in der Passage, 20. Bezirk, Wallensteinstraße 14._ Unsere geschätzten Leser werden auf die jüdische Buchhandlung Hermann Tuchner (siehe Inserat) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher, auch antiquarisch* zu ermäßigten Preisen erbältlich sind. Leihbibliothek eröffnet 10 Groschen täglich. Keine Nebengebühren. Für Anfragen Telephon R-41-4-20. I i i