Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 202 (31.7.1931)
- Date
- 1931-07-31
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Är. 203 DIE NEUE WELT ff faßt von Ricu Blau. Sofia, Druckerei „Rodopi", 1931. — Hickla illustrierter Jüdischer Volkskalender 5692 (1931/32), Brünn. — Prof. Picdards Forschungsflug in die Stratosphäre. Verlag Literar. Institut von Haas und Grabherr, Augsburg. 1 üdi'fdie Sport* und llilillllllll Turnbewegung. Hakoah in det kommenden Saison Da» erste Meisterschaftsspiel gegen Nicholson im Stadion, Der Sp. Cl. Hakoah, der sidi derzeit auf einer Reise in Polen befindet, wird zwei Wochen Vor Beginn der Meisterschaft in Wien eintreffen, um der Mannschaft eine kurze Ruhepause zu gewähren. Den Einzug indie erste Liga wird Hakoah am 30. August mit dem Spiel gegen Nicholson im Stadion halten. Das Spiel gelangt im Rahmen einer Doppelveranstaltung zur Austragung. Mit der Wahl des Stadions hat die Hakoah einen guten Griff getan, denn auf diese Weise wird es den.Blau- WelBen gelingen, Tausende von ehemaligen Anhängern wieder zu interessieren. Hakoah hat auch für den 27. September, lt. Oktober, 8. und 22. November das Stadion für Spiele gemietet. Die Führer des F. C. Hakoah, Präsident Schiffmann und Vizepräsident Barcheiis, sind bemüht, ohne sich in materielle Abenteuer einzulassen, Hakoah die frühere Position zurückzugewinnen. In der kommenden Saison werden den Krieauern folgende Spieler zur Verfügung stehen: Oppenheim, Kaiman, Feldmann, Amster, Strohfi, Heß, Drucker, Platschek, Liebermann, Freifeid, Eisenhoffer, Mausner, Grünwald, Grünfeld, Donnenfeld, Fischer, Ehrlich. Hasmonea und Makkabi in der kommenden Meisterschaft Während in den früheren Jahren sieben bis acht jüdische Klubs an der Amateurmeisterschaft teilnahmen, werden in der kommenden Saison nur zwei Vereine, und zwar Hasmonea und Makkabi, mitwirken. Durch die neue Klasseneinteilung' wurde Hasmonea in die zweite Liga Ost eingereiht, die sich bis auf'D. A. C. und Ostmark aus den bisherigen zweitklassigen' P r of essionalklubs zusammensetzt. In dieser Klasse war im,abgelaufenen Jahre H a k o a h tätig und man ist gespannt, wie sich Hasmonea in dieser Liga gegen die spielstarken Klubs Simmering, Donau, Vorwärts, Bewegung XX und Liberias halten wird. Trotz Abwanderung einiger Spieler ist Hasmonea noch immer spielstark. . In finanzieller Hinsicht werden die Blau-Weißen gut daran sein, da die Spiele in dieser Gruppe größere Einnahmen bringen. Der Sportklub Makkabi, der in der zweiten» Klasse Ost an letzter Stelle , landete, wurde in die dritte Klasse eingereiht. Der Rückschlag dürfte für Makkabi schwere Folgen haben, da sich der Verein nur schwer entschließen wird können, den Kampf um die Wiedererlangung der Zweitklassigkeit neuerlich aufzunehmen; Geht auch dieser Verein dem jüdischen Sport verloren, dann bliebe nur ein einzigerjüdischer Amateur verein übrig. In fast allen Städten der Tschechoslowakei, Deutschlands und Polens, die eine jüdische Bevölkerungszahl von sechs- bis achttausend aufweisen, g»bi es zwei und drei jüdische Sportvereine. In Wien, der Stadt mit mehr als 200.000 Juden, ist die Existenz eines jüdischen Amateurklubs nicht gesichert. Dafür entfalten die sozialistischen Verbände eine rege Tätigkeit und erfreuen sich eines.großen Zulaufes seitens der jüdischen Jugend. Von den maßgebenden jüdischen Organisationen ist bisher nicht das geringste unternommen worden, um die Abwanderung der jüdischen Sportler ins rote Lager einzudämmen. Sektionsleiter Grünwald zurückgetreten. Sektionsleiter Grünwald, der zwei Jahre das Amt beim Sp. CL Hasmonea bekleidete, hat seine Stelle aus beruflichen Gründen niedergelegt. Während Grünwalds Tätigkeit hat der Verein einen großen Aufschwung genommen und es ist schade, daß er gerade jetzt, wo die Blau-Weißen vor neuen großen Aufgaben stehen, die wichtige"Stelle aufgibt. Es ist zn hoffen, daß es gelingen wird, ihn wenigstens teilweise zur Mitarbeit heranzuziehen. Die Mannschaftsmeisterschaft von Wien im Ringen wird am 1. August im „Bayrischen Hof" fortgesetzt, und zwar kämpfen Hakoah—Herkules und Slovan—Sportklub. Palästinensische Sportler in Wien. Anläßlich der Arbeiterolympiade, an der 1? Länder beteiligt waren, kam auch eine Gruppe von über 120 jüdischen Sportlern aus Palästina und nahm an verschiedenen Wettkämpfen teil. Die größte Leistung haben die zwölf Motorradfahrer schon vor der Olympiade vollbracht, die die Strecke von Haifa nach Wien mit kurzer Unterbrechung mit dem Motorrad zurücklegten. Die Fußballer schnitten nicht, wie erwartet wurde, gut a(b, was darauf zurückzuführen ist, daß die Mannschaft von der langen Reise übermüdet war und auf Grasboden viel schlechter als auf Sandboden spielte. Stark bejubelt wurde die palästinensische Gruppe im Festzug. Obwohl diese Sportler dem internationalen Arbeitersportverband angegliedert sind, trugen sie nebst der roten eine mächtige blauw e i ß e Fahne mit dem Magen David. Die rote Fahne soll den maßgebenden jüdischen, Führern eine Warnung sein, Die Sportler, die noch im blau-weißen Lager stehen, sind durch die Indolenz de? kompetenten Organisationen nicht mehr weit von der Faihne der Internationale entfernt. Die Polenspiele der Hakoah. Hakoah trat in Lemberg übermüdet gegen Pogon an und erlitt eine unverdiente 0 :1-Niederlage. Schuldtragend an .dem Mißerfolg ist in erster Reihe der Schiedsrichter, der.,die Brttder Schlflmann, Taborttr. 48, finden Sie alles besonders preiswert, was Sie für Ihren Landaufenthalt brauchen. 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Die großen Erfolge der Makkabi-Boxer bedeuten eine große Förderung des jüdischen Sports. . Der Sommerschlager! DeUKa*Weckend*Herrenschuhc reduziert auf S 12.90 im SonvmersRäumungsverknuf in den nächsten Tagen noch in allen Del*Ka*Verkaufshäu3ern er« hältlich. E Aus der Filmwelt* Start der Ufa-Produktion 1931/52 Mitte August findet in Wien die Premiere des ersten Großtonfilms der neuen Ufa*Produktion, der Kon^siclie „Nie wieder Liebe", mit Lilian Harvey, Bressart und tiedtk'e in den Hauptrollen,. statt. Der Film erscheint' in einer Premierenkinogruppe,. die sich aus. dem Gartenbaus, Ufa/fon*, Kolosseum» und StafadfCino zusammensetzt und die sich das üraufführungsrecht eines Großteiles der Spitzenfilme der Ufa für die kommende Saison gesichert hat. Ejhige der UfasGroßfilme erscheinen wie bisher im Apollo und in dem zum Tonfilmtheater umgestalteten JohanmStrauß/Theater, so die Wiener Operette „Der Kongreß tanzt", mjt der dieser neue Kinopalast Wiens eröffnet wird. Die Haupt« darsteller dieses Films sind Willy Fritsch, Lilian Harvey, Lil Dagover und Konrad Veidt. Das Ufa*Programra für das kommende Filmjahr umfaßt zwei Dutzend Filme; von denen wohl alle dank der Namen, die das Verzeichnis der Dar* steljer, Regisseure, Komponisten usw. aufweist, die Be* Zeichnung Spitzenfilme deutscher Tonfilmkunst Verdienen. Außer den schon oben Genannten finden wir unter den Hauptdarstellern Emil Jannings, Hans Albers, Werner Krauß, Rudolf Forster, Hermann Thimig, unter den weib* liehen Mitwirkenden noch Renate Müller, Anna Sten, Käthe v. Nagy, Brigitte Helm, Dolly Haas, Lien Devers und viele andere. Von den Komikern dürften außer Bressart noch besonders intessieren Otto Wallburg, Heinz Ruhmann, Max Adalbert, Kürt Gerron, Paul Horbiger, Paul Heide* mann, Siegfried Arno, Szöke Szakall, Falkenstein, Junker* mann. In einer deutschen Tonfilmoper ist Kammersänger Tino Pattiera der HauptdareeJer. Die Schöpfer dieser Filme sin.<i Erich Pommer, Erik Charell, Wilhelm Thiede, Hans Schwarz, ReinhoW Schänzel, Gustav Ucicky, Ro* bert Siodmäk, Gerhard Lambrecht, Alfred Zeisler und andere mehr. Die musikalischen Kompositionen für die Ufa schreiben Emmerich Kaiman, Werner Heymann, Mischa Spoliansky, Willy Kollo, Ralph Erwin, Giuseppe Becce, Robert Gilbert und Otto Stransky. Zum Schluß sei noch das hochqualitative und künstlerisch wertvolle Beiprogramm erwähnt, das die Ufa für ihre Filme her* steift. Da sind vor allem die Kulturfilme, die in sich Unterhaltung und Belehrung vereinen. Dann bringt die Ufa zweiaktige Lustspiele und Possen, die von der be# kanntesten Komikern Deutschlands gespielt werden, und als Neuheit^ Kabarettfilme, Meisterwerke der Kleinkunst« bühne. Die Üfa/TomWoche ist hier schon lange bekannt und beliebt. In der Wahl der Sujets ist jeder Geschmack berücksichtigt; wir finden unter den Filmen Operetten, Abenteurerfilme, Kriminalstücke, Schauspiele, Komödien, historische Großfilme, Possen und je ein Stück aus dem Sport* und Spionagemilieu. „Ich geh' aus und Du bleibst da ..." Der von Wilhelm Speyer in der „Berliner III. Ztg." erschienene lustige Roman „Ich {reh* aus und Du* bleibst da" iet von der Universal.vertonfdmt und von der. Sascha für Oesterreich erworben worden. Die welbiiche^Hauptrojle in diesem neuen erfolgreichen Tonfilm spielt die schöne Camilla Horn, ihr zur Seite findet man eine ganze Reihe bekannter und beliebter Darsteller: Hans Brausewetter, Oskar Sima. Theodor Loos, Margo Lion, Berthe Ostyn, Peter Wolff, Hermine Steiler, Max Gülstorf! u. a. Die Inszenierun gbesorgte der bekannte Spielleiter Hans Behrendt. Dieser Tonfilm,, der,.die Geschichte eines Mannequin erzählt, erscheint täglich im Gartenbau-, Kolosseum- und Stafakino. , , „; j. Apdllo-Premiere ' '. -.;«.''.• Die lustige Filmikomödie „Wir schalten um auf Hollywood", dcr$n Premiere im Apollo stattfand und die die sorgsam behüteten Geheimnisse der Filmstadt an der Westküste Amerikas preisgibt, vermittelt ein Wiedersehen mit den gefeiertsten Stars der Welt: Adolphe Menjou, Nora Gregor, Egon von Jordan, Paul Morgan, Nowna Shearcr, Heinrich George, Buster Keaton, Jean CrawJord, John Gilbert, Hoot Gibsori, Ramdn Novarro, Dita Paxlo, Sergei Eisenstein, dein Regisseur des „Panzerkreuzer Potemkin", den Dodo Sist.ers. und dem AU)ertina-Rasch-Ballett. Die Musik schrieb Oskar Strauß. Im Beiprogramm: „Weekend im Zuchthaus", eine Groteske mit den beiden beliebten Komikern-Stau Laurel und Oliver Hardy; die neueste tönende Wochenschau und das Gastspiel des amerikanischen Organisten.Billy Barnes an der Christie-Orgei. Außerdem Sascha Leontjew, der „tanzende Moissi", der im Rahmen der Bühnenschau ein kurzes Gastspiel aibsolviert. Er bringt .zum' erstenmal „Das tanzende Wort", ein Tanzpoem, in dem sich Tanz und Wort au einer vollkommenen Einheit verbinden. Hierauf folgen „Erinnerungen an "Wien"' und „Tatarenbettler". Musikalische Leitung: Professor Otto Weber. •' •'• Dr. Max Weiss, Vor kurzem, ist in -„Budapest ejner derbedeutendsten jüdischen Gelehrten. Ungarns,, >der Proefssor am Liindesrabbinerseminar D.i\ Max Wetisz, gestorben. Seine wichtigsten Forschungen behandelten Genizah-Fragrnente und den Machsor Vitry. Als Sciinler David Kaufmanns hat 'er dessen literarischen Nachlaß geordnet.. Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten in Zeitschriften, besonders in dem von . ihm redigierten „Hazofeh", ejn volkstümliches Werk über talmudische "Ethik, ergänzen sein Lebenswerk. Dr. Weisz war seit ihrer Gründung Rabbiner an der großen Synagoge im VI. Bezirk. Dr. Weisz hat. viele Tausende Ton Juden beeinflußt, mehr noch durch seinen rechtschaffenen,.geraden Charakter als durch seine Lehren.; Obwohl eine durchaus unpolitische Natur, lag die entschiedene Abkehr vom Assiriülantenttim, die er in seinen letzten Lebensjahren vollzogen hat, ganz in seinem Wesen, Ee war daher kein Wunder, daß er innerhalb, der Budapester Gemeinde nicht den seinen' Fähigkeiten/ und seinen menschlichen Qualitäten entsprechenden Einfluß erlangt hat. Dr. Weisz war Förderer der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien. Einer sedner.beiden Söhne, Herr üezsö Weisz, ist Präses des jüdischem Hocnschulausschusses und A. H. dieses Vereines. Union der ZionistensRevisiomsten (Mittelgruppe). Mittwoch den 5. August, halb 9 Uhr im. Heim, IL, Untere Auoartenstraße 38, findet ein Vortragsabend statt. Refft» rent: Hans K o l b. Thema: Aktuelle-Probleme. - Durchreise polnischer Palästina-Emigraniteii durch Wien Das Wiener Palästina-Amt teilt mit: Dienstag, den 28. Juli, reiste eine Gruppe von etwa 60 Personen aws Polen durch Wien nach Erez Israel. Unter den Emigranten befanden sich hauptsächlich ältere Leute, ferner Frauen und Kipder, die zu ihren FamilienangehÖPigen reisen. •. AmM&e Verlaulbawutgenj*w Ifaael« Kulliisgeitieinde Wien* Chorelerenkurs Zwecks Heranbildung eines geeigneten Nachwudises an Chorsängern für die Gemeinde- und Vereinstempel wird von der Israelitischen Kultusgemeinde Wien die Einrichtung eines Chorelevejiikurses beabsichtigt. Aufnahme in den Kurs fänden 6olche stimmbegabte und musikalische Bewerber, welche das, 30. Lebensjahr nicht überschritten haben und des Heb'räischlesens kundig sind. Der Unterricht soll dreimal wöchentlich in den Abendstunden stattfinden, so daß durch die Teilnahme an demselben eine etwaige Berufstätigkeit nicht behindert wird. Gegenstand des Unterrichtes bilden: Liturgie, Blattsingen und synagogaler Gesang. Zur praktischen Einübung werden die Kursfrequentanten im Rahmen des öffentlichen Gottesdd«n*tes hei-angozbgen. Die Aufnahme in den Kurs wird von dem Erfolg einer kommissionellen Prüfung abhängig gemacht. Jenen Frequentanten, welche geeignet erkannt werden, an den praktischen Uebungen teilzunehmen, wind ein monatliches Stipenddum gewährt Die. Dauer des Kurses ist mit einem Jahr in Aussicht genommen. Absolyenten des Kurses werden bei Zutreffen aller sonstigen Voraussetzungen gelegentlich der Besetzung von Chorsängerstellen, in den Gemeindetempem der Israelitischen Kultusgemeinde Wien treulichst in erster Linie