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Die neue Welt · 1931-07-10 · Heft 199 (10.7.1931) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 199 (10.7.1931)
Date
1931-07-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite t DIE NEUE WELT Jfc. "$S& Sönliche Apologie war und offensichtlich ein ernster Abschied von den zionistischen Genossen. Dr. Brodetskys Bericht über die politische Situation sprach von vier Stufen in den letzten zwei Jahren, wovon die vierte nach dem Brief des Premierministers beginne. Um die Phraseologie dieses Berichtes zu verwenden, hatten wir den Mufti-Pogrom, später den Passfield-Pogrom und schließlich den MacDonald-Brief, den dieser Kongreß niemals als Gutmach.nng des Passfield-Weißbuches annehmen wird. Der MacDonald-Brief ist nicht ein Friedensvertrag von Dauer, sondern eine Art Rote-Kreuz- Hilfe für die Scbwerverwundeten des Mufti- und des Passfield-Pogroms. Unter der derzeitigen Regierung und ihren Vertretern in Palästina und im Kolomalamt durchlebten wir zwei Jahre des Schreckens von außen und der Schmach von innen, angefangen von dürni Blutbad in Jerusalem, welches Luke oder irgend ein Mann hätte verhindern können, wenn er den Willen gehabt hätte. Es ist eine armselige Befriedigung, festzustellen, daß alle diese großen und kleinen Pogroms .Großbritannien mindestens ebenso viel geschadet haben wie uns. Unsere Führung beharrt, ebenso wie MacDonald, darauf, daß in dem Briefe des letzteren eigentlich eine Annullierung des Weißbuches zum Ausdruck kommt. Annuliert wurde allerdings — aber nicht das Passfiekl- Weißbuch, sondern .die Einwanderungszertifikate. Englands Antwort an die vom Mufti geführten Pogromisten Palästinas war die Zurückziehung der Zertifikate. Die Antwort unserer Führung war die Reduzierung des. Jüdischen nationalen Heimes zu einem,, „binationalen Staat in Palästina". Wir erführen Schmach und Schande, Beschimpfung und Verhöhnung von der englischen Regierung und von einigen arabischen Führern. Seit der gestrigen Präsidentenrede hatten wir auch noch, die entwürdigende Schmach der Selbsterniedrigung durch die Anerkennung des MacDonald-Brief es als Grundjage der Zusammenarbeit. Und doch müssen wir ehrlicherweise auch sagen, daß die englische Regierung in den letzten Jahren etwas von uns gelernt hat. Sie hat die Kunst des Fiftyfifty von Jewish Agency gelernt. Fünfzig Prozent für die Araber und fünfzig Prozent gegen die Juden. Was ich von Prof. Brodetskys vier Perioden innerhalb dv.r letzten vier Jahre sagte, daß sie bezeichnet seien durch Misserfolg und Niederlage; Schmach und Schande, knnn auch noch anders ausgedrückt werden. Wenn es in der Balfour-Deklaration hieße: „Seiner Majestät Regierung ist bestrebt, die Schaffung des jüdischen nationalen Heimes zu hindern und zu hemmen, zu ver-zügern und unmöglich zu machen", dann wäre die Deklaration wirklich schon reichlich erfüllt. ' Als ob jede Art von Hemmungen und gesetzlichen Hindernissen nicht genügte, hat sich die Regierung noch eine neue Ausdrucksweise gegen uns zurechtgelegt. Das Wort „landlos" wurde in .einer Weise gebraucht — und der Gebrauch, erlangte Gesetzeskraft — wie niemals vorher in "der * juristischen' oder, politischen Geschieh'*. In dem von unserer Führung in unverantwortlicher und widerrechtlicher Weise als Basis der Zusammenarbeit angenommenen.. MacDonald-Brief^ wird unterstrichen, daß wir die; Verantwortung für eine Verständigung zwischen'Juden und Arabern 'haben. Die Man-.' datärregierung.;. is't".;veT&htwörtlich'-fü^^'-ein^yiVerständi-: gung".zwischen den Juden.lund Arabern;; welehe ,.\ihre_ palästinensischen;^ und:-manchmal sogar 'auch 'llije Lon-.'; donpr Beamten nach'Jbesten. . Kräften-, ru'nnjögiich zu machen sich bemühten, während wir bereit, ja mit höchstem Eifer begierig waren,, diese Verständigung herbeizuführen. Es gäbe keine Araberfrage in Palästina, wenn, sie nicht von der Palästina-Regierungerfunden worden wäre. Es gab kein arabisches Problem; es .braucht auch keines zu..geben, genau so wie1 es auch keine. Klageinaüerfrage gegeben hätte,-wenn nicht - die Regierung die Gelegenheit der Klagemauer-Sache ergriffen hätte, um die Beziehungen zwischen den. Arabern und. uns zu verhetzen. . j Auf den MacDonald-Brief hätte nicht die Führ j rung vor drei Monaten,,' sondern dieser Kongreß antwor-. j ten sollen. Wenn ein Beweis nötig' wäre, daß der Mac- Donald-Brief keine Grundlage der Zusammenarbeit bietet, so läge er im Geist und auch im? Text des seit dem Mac-Donald-Brief und seiner Annahme als Grundlage für Zusammenarbeit vorgeschlagenen Landentwicklungsplanes. Wie kann man zu behaupten wagen, daß das Unrecht des perfiden Passfield-Weißbuches gutgemacht wurde, wie unsere Führung behauptet, solange der Mac-Donald-Brief dabei bleibt, daß das Weißbuch als das dominierende'Ddkument weiteT besteht? Ist es das döminierende Dokument, dann ist der MacDonald» Brief nicht mehr als' ein Kommentar oder bestenfallseine Interpretation und das „dominierende; Dokument'* mit seiner Verleugnung des Rechtes und der jüdischen Rechte bleibt in Geltung, Und wenn der MacDonald-Brief tatsächlich eine Basis für Zusammenarbeit wäre? Wir. haben zehn' Jahre lanjj treu, und redlich zusammengearbeitet und als Dank bekamen wir Beleidigung und Ablehnung, Unrecht und sogar Mord. Die Araber haben mit der britischen Regie-- rung nicht zusammengearbeitet und sie erhielten alles; Die Araber Palästinas finden, daß es nicht einmal lohnt, zu Konfrenzen nach London zu gehen, wie wir tun müssen. Sie formulieren ihre Forderungen und setzen sie bei der Regierung in Jerusalem' durch, denn dort haben die Araber mit der englischen Regierung nach Belieben geschaltet. 1 Stellen Sie sich einmal vor, es wäre umgekehrt, unser Führer wäre Ministerpräsident von Großbritannien und Mr. Ramsey MacDonald wäre der Führer der schottischen Nationalisten, die ihr schottisches Heim errichten wollen. Mr.- MacDonald würde mit Recht zum Ministerpräsideriten sagen: „Das ist ein'sehr hübsches und gut geschriebenes Dokument, aber keineswegs ausreichend. Mein Volk -würde mich auslachen- und birtauswerfen, wenn ich ihm, nichts Besseres brächte als dies und es als Grundlage für die Wiederaufnahme der Zusammenarbeit anerkennen wollte. Herr Minister- 4 Präsident, uns Schotten können Sie nicht hereinlegen. Sie sind ja sehr klug, aber-wir sind auch nicht dumm." Mr. MacDonald als Führer der - schottischen Nationalpartei könnte sagen: „Damit können Sie Ihren Lord < Passfield reinwaschen, aber nicht -uns die Augen aus« - wischen." Die Wahrheit ist, daß mit England nur Leute umgehen können, die mit Engländern so sprechen, wie Engländer sprechen und, wünschen, daß man zu ihnen spricht, Leute, die an sich-und ihre Sache glauben. Keine Führung kann für uns sprechen, die einer engtischen -Regierung so entgegentritt: „Ihr seid groß und wir sind klein; ihr seid alles und wir sind nichts, ihr seid allmächtig, wir sind ohnmächtig." Die Eigeusdiaf- , DR. HANS KAISER ORDINIERT BAD HALL HAUPTPLATZ ten, die für die Leitung einer so großen Sache wie der unseren erforderlich sind, heißen Weisheit, Glauben und Mut. Wir hatten keine solche Leitung in den letzten zwei Jahren. Einer von den politischen Führern empfahl uns gestern klagend, nicht zu glauben, daß das englische Volk mit uns sei. Daß die Leitung ihren Glauben an das jüdische Volk verloren hat, wurde durch die Prä-, und Pro-Agency-Verhandlungenreichlich bewiesen. Daß die Leitung ihren Glauben .nn das moralische Urteil der Welt verloren hat, wurde durch die Rede bewiesen, in der das Axiom aufgestellt; wurde, daß wir nicht auf die moralischen Werte reenhen dürfen, die vor 10 oder 15 Jahren in der Welt dominierten. Die Leitung hat ihren Glauben an sich selbst, und an., ihre Kraft verloren, das jüdische Volk zum großen Ziel unserer Sache zu führen. Unsere Leitung hätte einer großen Sache zu dienen, einer Sache, die geschützt ist durch die Deklaration, das Mandat und internationales Gesetz, durch Völkerbundsautorität und die britische Tradition höchster Sympathie mit dem Volk Israel. Wir haben unsere Leitung nicht beauftragt, eine ungerechte oder hoffn ungslose Sache zu vertreten. Der Fehler lag zum großen Teile in der Art der Vertretung. Wenn es heute : Hoffnungslosigkeit gibt,, so liegt sie nicht in.dereigenen Sache, sondern wenigstens zum Teil in der Art und. , den Methoden unserer Leitung. Man hat . uns gesagt, gegen die gegenwärtige Leitung zu stimmen, heißt, für Passfield stimmen. Im/ Gegenteil: für die: Leitung stimmen, heißt-für das gegenwärtige englischeRegime stimmen, von Passfield bisher-, unter zu Keith-Roach. Niemand wird das Ausmaß der Verdienste unserer Leitung seit 1915 leugnen oder überschätzen, aber nichts, was diese Leitung in all diesen Jahren getan' hat, 'war klüger oder dringender erforderlich als ihre Resignation'im Augenblick'.des größten. Betruges von seiteri des Cplonial Office., Wenn die gegenwärtige Leitung wiedergewählt werden' sollte, ,/Hodhverratsprozeß" Meir Grossmann Ein möralisdier Sieg der revisionistischenPatrioten '' rl' Beka^tlidivhat die;>Äifl^ ^^nüyef'bereits im Besitz des berüchtigten Püssfieidschen Weißbuches 1930, allerlei Manöver.: aufführen •/w.o^enji-.iiwi-fto^i^im letzten Augenblick das Resultat ihrer Bankrott-Politik. der 'Welt Vorzuenthalten; D&mrils erlSänttte der Londoner" ■;;<;'; ~l-$':Wiu^il-x\si.x\/:& ift:'.,•'..::.\vi 2»tt;.i.:a* "■*.'.'. •RevisionistenJuhrer ^Meir G r.0^5 sj.m »^Tn. jme^ iniinense . Gefährt die (freite, wen^ m Volk.v: zu i''einer mäditigen;.Ab>vehrakjtipn r scnjreite, . und .' handelte danach; Die" ertappte- Ex^kutive^ suchte' ftun. in der ]Ppl^e.''j^'>euBIä|u:ä'ge 'hi^te?^ allerlei '^asredeft .zii'. verstecken .und raffte sim einer Anklage. Grossmanns yor dem zionistischen Kongreßgericht. Dieses hat nun in 'Basel getagt und den; ^Hodiverrätspr.Qzeß" durdigeführi Für den Prozeß zeigte sich in Basel ungeheüres. Ihter^sse.; ' Die Gerichtsverhandlungen zipgen; sich jn der Nacht bis in die d rit te Morgenatu h de him $ie spielten . sich in voller Oeffentii^keit ab. den 5Ö0 Zuhörern; bemerkte7 manu Mehrere Basier Ad v o.k a'te h. .' Als. . Zeuge wurde Dr. Chaim' We i z m a n n- ^einvernommen,-. Das Ko^n greflge rieh t setzte, sich aus Etr...S. Giro neman n, Senator Dr. J? i n g e 1 und Dr.: W o II sb'erg zusammen. Es ist'''eln\Ehr^ngejrt^h,tXUnd verfügt j über fünf Straimittel: einfache Miß b i 11 i g u n g, Verweis,' Ge 1 d s t r a f e, ' Aussch 111 ß v ovn z i o n i s 11- Bclien Ae mter n nhd' A u ssch I u II aus der Ziorjiis-'ti schen Qrganisation. Die Anklage vertrat Köngreßanwalt Dr. B a r t h. .Grossmanns Verteidigung, übernahm Wladimir J« b o t i n s k y. Die Anklage warf Groß mann, der das revisioni-' stische Büro in Londott leitet, Vertrauens- und Disziplinbruch vor. Er habe den Inhalt des Passfieldsdien Weiß-', buches vorzeitig in der Presse bekanntgegeben. Dr.Barth -; plädierte auf eine Geldstrafe von 500 Mark. Die Verteidigung bestritt die Passivlegitimation des Ängeschul-; digten, da es keine statutarische Bestimmung gibt, jwonoch der einzelne niohtbeamtete. Zionist zum GJehorsam v verpflichtet wäre. Sie sei jedoch bereit, die moralische, Verpflichtung Jedes Zionisten Loyalität anzuer^ kennen; .immerbin stelle sje die Loyalität im Hinblick auf die zionistischen Interessen höher.als. die .Loyalität, gegenüber einer Behörde, die in folgenschwerer Passivität verharre«, und machte das Notstandsrecht geltend. In seiner Replik stellte der Anklagevertreter, das Recht des einzelnea, über die wahren Interessen >deti Zionismus eigenmächtig zu urteilen, in Abrede und bezeichnete ein solches Vorgehen als, Anarchie.; , Die puplik des Verteidigers Jabotinsky betonte demgegenüber die Gewissehspflicht de« verantworfanjgs; bewußteij Patrioten, im Äugenblick nationaler Gefahr: die Oeffentlichkeit richtig zu. informieren und die Volksmassen rechtzeitig zu eine? Protestbewegung aufzurufen. Die Urteilsfällung durch das Koagreßgericht zeigt klar, wie, dieses in Wirklichkeit über die Schaum» schlügerei der Exekutive dachte. Bis verurteilte Grossmann zur milden Strafe eines Verweises, um schließlich doch nicht die hohe Exekutive mit ganz langer Nase Abziehen zu lassen. Die'Zuteilung der halben Kosten dieses Gerichtsverfahrens ist zu guter Letzt auch nur als' ein Schönheitspflaster zu werten. hätte die englische Regierung das Recht zu sagen and würde auch sagen: die zionistische Leitung hatte keine Berechtigung, nach dem Passfieldschen Weißbuch zu resignieren. „Alles war hur ein Sturm im Wassefglase, Die ini Kogreß versammelten Zionisten sehen, da« wir unser Bestes getan haben.*4 Mit der Konsequenz, daß neue und womöglich noch schlechtere Weißbücher kommen würden, bei denen im Falle der Annahme einer Wiederwahl diese Leitung geistiger Mitautor werden würde. Wenn gesagt wird, die britische Regierung Wünsche, daß die gegenwärtige Leitung im Amt verbleibe, so ist unsere Antwort, daß wir unsere Leitung Wählern Wir haben uns unter Herzl nicht befreit, um ■ unter .Weizmann durch eine englische Regierung wieder •versklavt zu werden. Es ist mir nicht bekannt, daß wir von der englischen Regierung befragt wurden, wenn ein High Commissioner für Palästina gewählt wurde. Wenn wir unsere Wahl getroffen haben, wird es Zeit ..genug sein, die englische Regierug zu informieren, und ich bin sicher, wir werden höflich genug sein, nicht züzulassen, daß die englische Regierung zuerst durch die Presse informiert wird. Ich schließe mit einem Wort von Lord Melchett, das man sein zionistisches Testament nennen darf. „Ich selbst war immer der Meinung, daß es zu wenig Beharren auf unseren Redl ten und zu viel Bemühung um ' Nachgeben gab: Ich glaube, daß die Politik des Nachfebens von seiten der Jewish Agency ihre Ziele vollommen verfehlt hat und daß eine völlig neue Linie erforderlich ist, wobei die Leitung der Bewegung in neue Hände gelegt werden muß.'* . Nur, noch ein Wort. Ein Teil davon ist die Antwort an unsere Leitung, das Dichterwort: „You have sat toö long at English feasts.** Und die andere Hälfte des Wortes von dem Märtyrerführer, der die Freiheit für sein Land eroberte, ist die einzige Antwort gleichermaßen an den Premierminister und an unsere Leitung. „Volk ist keine Handelsware, sondern etwas Geistiges." Eine Basis für Kooperation mit der britischen Regierung wird wiederhergestellt, wenn Sie und unsere Leitung anerkennen; daß unser jüdisches Volkstum ein unverlierbarer moralischer Wert ist, mit dem man nicht handeln kann, und daß das Volk kein Kompromiß dulden wird, keine Ausflucht, keine Täuschung und keine Kapitulation. Unser Erez Israel ist keine Angelegenheit von Geldinvestition. Es ist der Inbegriff unserer Hoffnungen, Träume, Taten» unseres Mutes, unserer Jahrhunderte, unserer Vergangenheit, unserer Jugend. In diesen Begriff haben wir alles gepreßt, was wir in uns haben, und wir, die aus den Ländern der Galuth kommen, sagen Ihnen heute: Der Geist von Erez Israel muß in jedes Land der Galtuh gebracht werden, denn in den letzten zwei Jahren war der Geist der Galuth nach Erez Israel gebracht worden. Ich habe nicht den Glauben an England verloren, an das England Balfours, Smuts', aber ich verlor meinen Glauben an das England, der gegenwärtigen Arbeiterregierung, und ich wende mich nicht an die englische Regierung, sondern an das englische Volk und ich säge, ihm: Ihr habt es . niemals geduldet, von einer. Majorität terrorisiert zu werden. Ihr. wäret die Freunde der kleinsten Minderheiten. ,-?wir .|ji]jc|enVÄin^ in emem Werk des Friedens eure Part- •nör' ühp" WiSggenösseni Wir. rtifen euch; englisches Volk, "aüf/'^das Mandatfür Palästina •auszuführen. Das »ist;mein Glaube und das ist mein Apjpell an England, dem. unsere.Sache richtig vorgelegt werden soll von unserer künftigen Leitung, im Namen' von Zioh, von Erez Israel, im Namen des jüdischen Volkes. (Starker Beifall.) '• ' ■' i Die englischen Patrioten in Rage Die Rede Stephen Wises, wie der Brust des gequälten jüdischen Volkes entrungen, wirkte auf den heuzeitlichen Typus des Mqschkojudentums, den englischen Patrioten im zionistischen Gewände niederschmetternd. 'Diese Herren waren außer Rand und Band geraten — im trauten, Verein die .autochtonen Anglosachsen eher mosaischer Kpnfession als jüdischer Nationalität,. Typus Dr. Eder, mi.t den marxistischen Freunden der englischen Arbeiterregierung, dem weniger anglosächsischen Typus Berl I^pcker r-r S. Kaplansky. Diese Herren protestierten gegen .Stephen Wise und beschimpften ihn: der eine,.Dr. Eder, nannte ihn Lügner, der andere, Locker, nannte seine Art, „Pemagogie", worauf Wise. richtig parierte; ,. „Piese Kreatur, nennt, mjwjh einen Demagogen. Ich nenne . ihn einen Gentleman." Präsident M o t z k i n machte diesem Intermezzo mit folgenden Worten ein Ende;. „Es mag unpraktisch oder schädlich sein, wenn Mitglieder des Kongresses gegen1 eine Regierung sprechen, mit der wir in — Verbindung sind, ich aber kann es einem Redner nicht verbieten, wenn er in einem Moment der höchsten Erregung des jüdischen Volkes darüber gesprochen hat Ich schließe die Sitzung." Prof. Weizmann war nicht mehr Zenge dieser Szene. * Er hatte schon während der Anklage Stephen Wises den Saal demonstrativ verlassen. In der Generaldebatte sprachen noch der Jemenit« Tar/ib, der als einziger Vertreter von 15.000 yemenitischeh Einwanderern Palästinas sich darüber beklagte, daß die Yemeniten nicht genügend berücksichtigt werden, ferner Torczyner (Belgien), Nathan Gesang (Argentinien), Naiditsch und Mossinsohn (Palästina). Uri Zwi Grinberg Am Sonntag, den 5. Juli, vormittags, setzte das Plenum des Kongresses die Hauptausspraohe fort. Der Präsident des WeltmißraohL Rabbi Meir Berlin, und der amerikanische Delegierte Abraham Goldberg sprachen sich gegen eine Fortführung der Weizmann-Politik und für die Bildung, einer großen Koalition, in der alle Parteien einschließlich der Linken und Revisionisten vertreten sein sollen, aus. Uri Zwi Grinberg (Palästina) führt aus, der Weg der Windmühlen-Dialektiker sei gekennzeichnet durch Brüdergräber und verbrannte jüdUche Dörfer. Der Kongreß sähe aas wie einer von Soanmerfrfccblena u&d man

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